Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Weitgehend falsche Diagnose!

    25.10.2017, Ludwig Briehl
    Die Hauptursache für den Insektenschwund ist das Sterben der kleinen Bauernhöfe und die immer mehr um sich greifende Technik der Silagegewinnung, anstatt normales Grünfutter und Heu zu ernten. Als ich noch ein Kind war, waren in unserem 500-Seelen Dorf 5 Bauernhöfe mit offenen "Mistkauten" am Stall. In jedem Stall hingen Schwalbennester. Meine Mutter musste im Sommer täglich den klebrigen Fliegenfänger, der an der Decke hing, wechseln, damit in der Küche einigermaßen Ruhe war. Und das alles, obwohl wesentlich unkritischer mit Pestiziden umgegangen wurde als heutzutage. Wenn ich heute meine Mutter besuche, sie ist 97 Jahre alt, ist in Küche und Wohnzimmer keine Fliege mehr zu sehen, denn im ganzen Dorf gibt es keine Bauern und damit keine Misthaufen, keine Fliegen und keine Schwalbennester mehr. Die Wiesen blieben früher länger stehen, sodass Blumen blühen konnten, als Nährboden für Fliegen, Mücken und Hummeln. Diese wieder waren Nahrung für viele Singvögel, die in Hecken brüten konnten. Heutzutage wird alles zu Silage gemacht, was größer als 20 Zentimeter wächst. So werden die Wiesen abgeerntet, bevor sie richtig zum Blühen kommen. Nahrung für Insekten und Vögel fällt somit weg. So sind es nicht Pestizide oder Insektizide, die den Tieren den Garaus machen, sondern die verändert Art der Landwirtschaft an sich.
  • Galilei, Maxwell & Co.

    25.10.2017, Jens Philip Höhmann
    Grundlage von allem ist Galileis Relativitätsprinzip: Bewegen sich zwei Beobachter B und B' relativ zueinander mit –v bzw. v, so sind die Naturgesetze, die grundlegenden Beziehungen zwischen physikalischen Größen, unabhängig davon, wen von beiden man als ruhend ansieht (wenn überhaupt).

    Gleichortigkeit zweier ungleichzeitiger Ereignisse ist damit schon mal bezugssystemabhängig: Wenn jetzt B' in einem Zeitabstand ∆t zwei Lichtsignale losschickt, finden diese beiden Ereignisse
    - am selben Ort statt, nämlich bei B', wenn man den als ruhend ansieht, oder
    - im Abstand v·∆t statt, wenn man B als ruhend betrachtet.

    Man kann sich leicht klar machen, dass nicht zugleich Gleichzeitigkeit UND ein bestimmtes endliches Tempo für beide Beobachter gleich sein können. Wenn nämlich für beide dieselben Ereignisse gleichzeitig wären, so würden sich sämtliche Geschwindigkeiten für die beiden Beobachter um v voneinander unterscheiden.

    Nun sagt Maxwells Elektrodynamik allerdings elektromagnetische Wellen voraus, die sich mit einem ganz bestimmten Tempo namens c ausbreiten, und zwar durch den Materiefreien Raum. Kein Verweis auf irgendwelche Materialeigenschaften oder sonstwas, c folgt allein aus Maxwells Gleichungen und ist daher selbst ein Naturgesetz.
    Daher sollte, wenn das Relativitätsprinzip wirklich gelten sollte, auch c dem Relativitätsprinzip unterliegen, und das führt automatisch zu der Erkenntnis, dass neben der Gleichortigkeit auch die Gleichzeitigkeit bezugssystemabhängig sein muss.

    Wenn B noch zwei Begleiter A und C hat, die dieselbe Geschwindigkeit haben wie er und sich im gleichen Abstand zu B befinden. Angenommen, B und auch B' erhalten von A und C ein Funksignal, während B' gerade an B vorbeikommt.

    Sieht man jetzt B als ruhend an, müssen A und C ihre Botschaften gleichzeitig gesendet haben.
    Sieht man hingegen B' als ruhend an, muss ja C weiter weg und A näher gewesen sein, jeweils zum Zeitpunkt der Absendung. C war in dieser interpretation noch weiter entfernt, A näher. Deshalb muss C auch früher gesendet haben, damit die Signale gleichzeitig ankommen können.
  • Ein Einkaufszettel

    25.10.2017, Heinrich Sauer
    und sich daran halten hilft!
  • Pessimismus

    25.10.2017, Markus
    Sie Schreiben: "Es mag pessimistisch klingen, doch in der Digitalmoderne werden die Blicke zunehmend unfrei."

    In Zeiten, in denen jede noch so fragwürdige und teilweise gesetzwidrige Technik, nur weil sie "neu" ist, optimistisch betrachtet wird, tut ein wenig Pessimismus sehr gut.

    Viele Verbraucher sind mittlerweile so beschränkt, sie finden es sogar noch cool, wenn ihnen effektiver nutzlose Produkte verkauft werden können, nur weil die Firmen die Technik dahinter als wegweisend bezeichnen. Dass der Kunde damit selbst immer angreifbarer wird, versteht offensichtlich niemand.
  • Solarfolien nicht das Problem

    25.10.2017, Jens Heinke
    Es ist ja nicht der Mangel an PV-Elementen, der die Durchsetzung von Solarenergie als Alternative einbremst, nein, ist der Mangel an Speichermöglichkeit des Stroms: Was nützen riesige Solarflächen, wenn der gewonnene Strom nur bei Sonnenschien zur Verfügung steht? Ich könnte mit meiner Solaranlage von 120qm die ganze Straße versorgen - abr nachts säße ich selber im Dunkeln, wenn ich nicht am Stromnetz angeschlossen wäre. Nach einem bezahlbaren Stromspeicher suche ich schon lange, das wäre der Forschungsauftrag!
  • Gedanken lesen ...

    25.10.2017, Heinrich Sauer
    im Titel ist wohl recht hoch gegriffen. Wie im Text steht, wird der visuelle Cortex analysiert - und das hat mit Denken oder Gedanken nur sehr mittelbar zu tun.
    Wurde untersucht, was eine Probantin dachte, als sie ein Video anschaute? Wurde evtl. sogar der Auftrag gegeben, an etwas anders zu denken, als im Video zu sehen war? Oder um eine techischen Analogie zu strapazieren: Kann ich immer von einem Monitorbild auf das Programm schließen, das gerade läuft?
  • Hochgezogene Augenbrauen

    25.10.2017, Konrad Lehmann
    Ich sehe das ähnlich wie Herr P.. Der referierte Artikel berechnet eine reine Korrelation, aus der sich keine Kausalität herleiten lässt.
    Man weiß seit sehr, sehr langem, dass Interesse an psychedelischen Drogen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen wie Offenheit für Neues und Kreativität assoziiert ist. Der typische Psychonaut ist also schon ganz anders gestrickt als der typische Junkie. Außerdem machen psychedelische Drogen nicht abhängig, so dass der Druck zur Beschaffungskriminalität entfällt.
    Andererseits haben Psychedelika, wie eingangs geschrieben, durchaus segensreiche Wirkungen auf die psychische Gesundheit. Außerdem wirken sie auf das Serotoninsystem, das mit Aggressionshemmung zu tun hat. Es ist also durchaus möglich, dass hier eine Kausalität vorliegt. Nur taugt der referierte Artikel leider nicht dazu, das zu belegen.
  • Technologie in Deutschland schon längst produktionsreif

    25.10.2017, K. Schütze
    Mit ein wenig Recherche hierzulande hätte man vielleicht herausgefunden, dass die Technologie in Deutschland als Ausgründung der TU Dresden (novaled) schon seit einigen Jahren in Produktion ist; nach Einstieg von Samsung wird aktuell expandiert.
    Stellungnahme:
    Im Artikel geht es um durchsichtige Materialien, die den sichtbaren Bereich des Sonnenlichts vollständig passieren lassen.

    MfG
    Janosch Deeg
  • zur Stellungnahme der Red auf #13

    25.10.2017, Alex, München
    (...) ihre Laufzeiten sukzessive von 20 auf 60 min pro Session steigern (...)
    das liegt sicher in der Betrachtungsweise, ob da schon ambitionierter Sport vorliegt
    Was sich gerade bei ursprünglich untrainierten Sportlern bei Aufnahme eines geregelten Trainings einstellt, ist unter anderem eine ökonomisierung der Bewegung - was, ganz klar, zu einer Verringerung des Energiebedarfs pro Zeiteinheit führt. Auch wenn es eigenartig klingen mag - so banale Bewegungen wie Laufen sind mehr als nur einen Fuss vor den andere setzen - es gibt viele Möglichkeiten, um den Ablauf zu optimieren - um schneller zu werden, Energie zu sparen, Belastungen zu verringern.

    Ihrer Argumentation, Sport tägt nicht hinreichend zur signifikanten Erhöhung des Kalorienbedarfs bei, kann ich nur mit einer Gegenfrage beantworten:
    Tempolauf 10 Meilen, 1:04h Kalorienverbrauch lt Tracker (wie genau oder ungenau der ist sei dahingestellt) 1090 kcal
    Wie passt das in das von Ihnen dargestellte Konzept?
    Oder läuft das schon als "Leistungssport".
    Stellungnahme:
    "Was sich gerade bei ursprünglich untrainierten Sportlern bei Aufnahme eines geregelten Trainings einstellt ist unter anderem eine ökonomisierung der Bewegung"

    Dem widerspricht der Artikel nicht, im Gegenteil.

    "Ihrer Argumentation, Sport tägt nicht hinreichend zur signifikanten Erhöhung des Kalorienbedarfs bei, kann ich nur mit einer Gegenfrage beantworten"

    Auch die Autoren, insbesondere der zitierte H. Pontzer, haben in ihren Studien mit Trackern gearbeitet und deren Angaben mit Messungen von doppelt markiertem Wasser abgeglichen - und nach eigenem Bekunden keine Erhöhung des Gesamtenergieumsatzes bei höherer physischer Aktivität festgestellt. Wenn Sie an den methodischen Details interessiert sind, wird es das Beste sein, wenn Sie in die verlinkten Studien ("Quellen") schauen.

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.
  • Tücken?

    25.10.2017, kc
    Und welche Tücken sollten da ins Spiel kommen? Der Doppelstern ist 1842 Lichtjahre entfernt, das bedeutet eindeutig, dass das Licht 1842 Jahre braucht um zu uns zu gelangen. Ich wusste nicht, welchen relativistischen "Tücken" bei der Sendung eines Lichtstrahls von A nach B auftreten sollten. Laut der speziellen Relativitätstheorie treten relativistische Effekte nur für Massen mit Geschwindigkeiten unter c (Lichtgeschwindigkeit auf).
  • Selbstselektion ?

    25.10.2017, Dirk Braun
    Wenn
    - ein realer Text "antisoziales Verhalten verringern" als "erschaffen prosoziale Bürger" wahrgenommen und "in dieser Form naiv" beschrieben wird, wo die Form, die Bürger und die Erschaffung aus der Wahrnehmung des Schreibenden stammt
    - 10%-20% der Bürger(referenzierte Erhebung: 10%:über alle; 20%:20J-60J) als "winziger Bruchteil" wahrgenommen wird
    - eine imaginierte Gesellschaft mit besonderer Grenzüberschreitung wahrgenommen wird
    - Unbekannte als "drogenaffine Personen" wahrgenommen werden
    - unbestimmte "bestimmte Persönlichkeitsmerkmale" als mit Sicherheit vorliegend wahrgenommen werden
    ...dann bleibt nur eine Forderung an einem unbestimmten "man", der "den Fokus auf die Faktoren legen[soll], die dazu führen, dass sich eine Person für den Konsum solcher Substanzen entscheidet", da solche Wahrnehmungen eine Person die sich selbst entscheidet vermutlich als bedrohlich erscheinen lassen.

    Ein Faktor, der sowohl den Gebrauch von scheinbar "stigmatisierten Substanzen", als auch eine verringerte Gewalthäufigkeit erklärt, dürfte eine nicht so stark ausgeprägte Abhängigkeit von vorgestellten Normen sein, die es erlaubt ein Stigma zu hinterfragen und Aussagen von Menschen direkt, ohne Veränderung durch die vorgestellten Normen, wahrzunehmen, was zu weniger Konflikten führt.
    Etwas allgemeiner (formal anderes Modell) müsste eine höhere Selbstwirksamkeitserwartung, die naturgemäß auch Fehler als Folge eigenständigen Handelns in Betracht ziehen kann, viele gewalttätige Handlungen verringern, da diese sehr häufig aus der Hilflosigkeit resultieren etwas gedanklich 'fest' zu machen, sodass eine körperliche Reaktion gegen andere der Ausweg ist.
  • Regelmechanismen bei Nahrungsverwertung?

    25.10.2017, Udo
    Wenn man täglich einen Keks (15g) mehr isst, als man an Energie verbraucht, nimmt man in 10 Jahren 30 kg zu. Die Rechnung stimmt natürlich. "Ist es da ein Wunder, dass so viele Menschen übergewichtig sind?" Nein, natürlich wundert das nicht. Mich wundert angesichts dieser Überlegungen allerdings eine andere Sache: Warum gibt es denn überhaupt noch normalgewichtige Menschen? Kein Mensch kann seine Nahrungsaufnahme auf den Keks genau zupassen. Anders herum gilt das natürlich auch, isst man täglich einen Keks weniger, als man verbraucht hat, stirbt man in 10 Jahren an Unterernährung. Es muss da noch andere Regelmechanismen geben, die die Nahrungsaufnahme und -verwertung mit dieser hohen Präzision steuern, zumindest mittelfristig. Was genau passiert da bei einem gesunden, normalgewichtigen Menschen? Interessante Hinweise in diese Richtung finden wir schon in Beitrag Nr. 8 (Jens, Feedbackloops).
  • Antwort zu Aktivität und Sport

    24.10.2017, Robert Stark, Darmstadt
    "Bei Probanden nachweisbar, die für einen Halbmarathon trainieren und ihre Laufzeiten sukzessive von 20 auf 60 Minuten pro Session steigern, also verdreifachen. Das sind eindeutig keine Couchpotatos mehr, sondern schon recht ambitionierte Sportler. "Hier möchte ich doch widersprechen. Ihre Antwort zeigt, dass es dringend einer Definition bedarf, was man unter "ambitioniertem Sport" versteht, wenn man über dieses Thema diskutieren will.

    Klaus Bös und KollegInnen fordern z. B. 800-2000 kcal pro Woche, um die Gesundheit zu fördern (Gesundheitssport), wobei 2000 kcal wünschenswert seien. (z. B. hier http://www.gesundheit-zum-mitmachen.de/downloads/Gesundheitsbroschuere_Bad_Schoenborn.pdf).
    Selbst bei einem Umfang von drei Trainingseinheiten zu je einer Stunde pro Woche bleibt ein Läufer unter diesen 2000 kcal, wenn nicht gezielt auf Tempo gelaufen wird oder weitere Einheiten z. B. Stabilisations- oder Krafttraining dazukommen. Man kann bei den Halbmarathonaspiranten deshalb je nach Trainingsintensität durchaus noch von Gesundheitssportlern sprechen (eine Stunde ist auch keine wirklich lange Einheit. Das hat jeder normalgewichtige Laufeinsteiger nach ein paar Wochen drauf).

    ""trainiert für Halbmarathon" ist daher für sich noch kein Kennzeichen für ambitionierten Sport. Wenn "nur" zirka 1800 kcal durch Training pro Woche dazukommen, dann entspricht das gerade einmal etwa 10% eines Wochenumsatzes (auf Basis von 2500 kcal/Tag). Dass der Körper so eine relativ geringen Belastung durch "Umschichten" kompensieren kann, erscheint nicht überraschend, auch weil es der Alltagserfahrung entspricht. Fast jeder hat Freizeitsportler in seinem Bekanntenkreis, die trotz Bewegung nicht abnehmen. Ich vermute jedoch, dass es eine Schwelle gibt, an der der Körper nicht mehr ausweichen kann. Deshalb erscheint es mir wichtig, sich an dieser Stelle genau auszudrücken, welchen Grad sportlicher Aktivität man meint. Vielleicht kann man den Grad der Ambitioniertheit in Prozent des Grundumsatzes ausdrücken.

    Faszinierend finde ich an dem Thema, dass dieser eigentlich altbekannte Effekt wissenschaftlich noch nicht verstanden ist. Es ist bekannt, dass der "Keks mehr" langfristig zu einer Gewichtszunahme führt. Hier zeigen die Autorinnen, warum das so ist. Warum führt "die Laufrunde mehr" nicht zum umgekehrten Effekt? Wie viel Sport muss man treiben, um sicher einen Effekt zu erzielen?
    Stellungnahme:
    Es scheint so, als ginge die von Ihnen zitierte Gesundheitsbroschüre von anderen Prämissen aus als die Autorinnen des hiesigen Artikels. In der Broschüre wird einfach vorausgesetzt, dass diese oder jene sportliche Betätigung einen zusätzlichen Energieumsatz bedeute, der um so und so viel höher sei. Auf welche konkreten Messungen sich das stützt, ist anhand der Broschüre nicht erkennbar. Der hiesige Artikel verweist auf Messungen mit doppelt markiertem Wasser, die etwas anderes ergeben haben. Wenn Sie an den methodischen Details interessiert sind, ist es wohl das Beste, wenn Sie die verlinkten Studien (unter "Quellen") sowie die von dort aus verlinkten weiteren lesen.

    Mit den besten Grüßen, d. Red.
  • HAHAHA

    24.10.2017, Dr. T. Kuhnert
    Ja, ja, ja wenn es nach den Verlautbarungen von Forschern ginge hätten wir AIDS schon geheilt, Hungersnöte komplett aus der Welt geschafft ect. pp. Das wird nicht funktionieren und wennd er Autor auch nur einen Funken Sachverstand hätte würde er es wissen, ansonsten würde es nicht Publiziert werden sondern Patentiert. Aber immer wieder gut unseren weltfremden Ökos neue Märchen aufzutischen.
    Stellungnahme:
    Gut, dass es Menschen wie Sie gibt, die mit Sachverstand gesegnet sind.

    MfG
    Janosch Deeg
  • Grundumsatz - Leistungsumsatz

    24.10.2017, kopfrechner
    [Ein gesunder, erwachsener, durchschnittlich großer und normalgewichtiger US-Amerikaner benötigt täglich etwa 10 500 Kilojoule (2500 Kilokalorien), um sein Körpergewicht zu halten. Bei einer gesunden, erwachsenen und normalgewichtigen Durchschnittsamerikanerin sind es zirka 8400 Kilojoule (2000 Kilokalorien). ...
    Volk Männer Frauen
    Amerikaner 2500 2000
    Hadza 2600 1900
    Jakuten 3100 2300
    Aymara 2650 2340
    zusammengefasst]

    Was mir ein bisschen fehlt, ist die Aufschlüsselung bei den anderen Völkern nach Grundumsatz und Leistungsumsatz. Wenn z. B. der Jakute den gleichen Grundumsatz von 1700 kcal hat, wie der Amerikaner, dann hat er ja 1400 vs 800 kcal Leistungsumsatz, was ja schon fast das Doppelte ist, und was man durchaus mit mehr Bewegung/körperlicher Aktivität/Sport erklären kann. Er kann also 12 Kekse pro Tag mehr essen. Bei den anderen Völkern ist das sicher nicht ganz so krass, ich bin aber auch nicht im Bilde, wie viel z. B. die Hazda denn tatsächlich pro Tag umherlaufen.

    Jetzt steht im Prinzip im Artikel, dass Sport zur Gewichtsreduktion nicht sehr viel bringt. Könnten Sie aber mal ein Beispiel bringen, wie viel das denn tatsächlich z.B. bei Freizeitsportlern ausmacht? Also um wie viel der Leistungsumsatz steigt (in Zahlen), wenn ich z. B. zwei- bis dreimal pro Woche 90 min trainiere (oder auch Bergwandern o. Ä.)? Ich weiß, dass es schwierig ist, die Aktivität zu berechnen. Vielleicht können Sie eine Tätigkeit nehmen, die standardisiert ist (Laufband Fitnessstudio mit kcal Anzeige z. B.).

    Der Hintergrund der Frage ist, dass sich die Aussage, dass Sport kaum zur Gewichtsreduktion beiträgt, sich nicht mit meiner Erfahrung deckt. Ich kenne relativ viele Freizeitsportler aller Altersklassen und aller möglichen Sportarten (Ausdauer-, Ball-, Schnellkraft- ...). Es gibt da kaum Übergewichtige. Und die meisten von denen achten auch nicht besonders auf die Nahrungszusammensetzung (werde ich in den nächsten Wochen mal erfragen). Und praktisch alle Übergewichtige, die ich kenne, sind bewegungsfaul.

    Es wäre schön, wenn Sie noch ein paar Zahlen insbesondere mit dem Zusammenhang definierte körperliche Aktivität-Leistungsumsatz hätten. Vielen Dank.
    Stellungnahme:
    Mehr Zahlen (TEE abhängig von Laufzeit etc.) finden Sie in den verlinkten Studien ("Quellen") und den von dort aus weiterverlinkten.

    Anekdotische Berichte ("Ich kenne...") sind oft nicht sehr aussagekräftig. Zum einen, weil sie eine spezifische Situation wiedergeben, die nicht zwangsläufig repräsentativ sein muss. Zum anderen, weil sie oft Korrelation und Kausalität durcheinanderbringen. Im Fall Ihres Beispiels: Übergewichtigen dürfte es in der Regel schwerer fallen als Schlanken, Sport zu treiben - etwa wegen größerer Gelenk- und Rückenprobleme, aber vermutlich auch, weil es mehr Selbstüberwindung erfordert. Es wäre daher nicht überraschend, wenn die Merkmale "übergewichtig" und "sportlich wenig aktiv" korreliert wären. Daraus lässt sich aber nicht der kausale Zusammenhang ableiten, dass Sport dünn macht.

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.