Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Sprachgrundlagen ganzheitlich erfassen

    25.04.2014, Paul Kalbhen, Gummersbach
    Beginnt nunmehr auch bei den Sprachwissenschaftlern die partikuläre Erbsenzählerei, indem sie nur die 'Hardware' des Sprachgeschehens betrachten, wie man es bei den Neurowissenschaftlern bezüglich der Gehirnvorgänge gewohnt ist. Zitat: "Menschen verarbeiten nicht qualitativ anders, sondern nur quantitativ" (im Vergleich zum Affen); fehlt nur noch die 'Erkenntnis', dass kein essentieller Unterschied zwischen Mensch und Tier besteht, sondern nur ein gradueller (vgl. SdW H. 4/11). Erfreulich für mich ist der konträre Artikel zur Linguistik "Sprachenvielfalt als natürliches Experiment" (S. 68), der ganzheitlich auch die 'Software' der Sprachgrundlagen erfasst, nämlich den geistigen Hintergrund - Zitat: "Ausnahmen von den Regeln, wie sie der menschliche Geist ... zu entwickeln scheint." Immerhin kristallisiert sich die menschliche Sprache nicht nur in der Literatur, sondern in der Kultur allgemein.
  • Alleinstellungsmerkmal der menschlichen Sprachfähigkeit

    25.04.2014, Jürgen Volkheimer, Brauweiler
    Ein wesentlicher Unterschied zwischen Mensch und Tier ist jedoch, dass jeder (geistig gesunde) Mensch - also auch die Einwohner von Papua-Neuguinea - in der Lage ist, eine Grammatik (wie die deutsche) zu verstehen und zu erlernen. Dem Schimpansen wird das nie gelingen, und dieser Unterschied muss ja irgendwo im Gehirn repräsentiert sein. Demnach gibt es sehr wohl eine Notwendigkeit von einem biologisch basierten Alleinstellungsmerkmal der menschlichen Sprachfähigkeit auszugehen, denn mit einer unterschiedlichen "Gedächtniskapazität" allein lässt sich das nicht erklären.
  • Ozonloch

    23.04.2014, Thorsten Kaluza, Bingen
    Sie schreiben, die Isolation der polaren Luft sei nicht Grund für das Ozonloch, allerdings mitverantwortlich für seine Erhaltung. Meines Wissens ist die Isolation der Luft im polaren Vortex doch [mitunter] einer der Hauptgründe für die Entstehung des Ozonlochs, da die isolierte Luft im Winter stärker diabatisch abkühlen kann, woraufhin sich polare Stratosphärenwolken bilden, in deren Lösungs- und Hydrattröpfchen heterogen katalytisch-ozonzerstörende Substanzen aus ihren Reservoirsubstanzen aktiviert werden. Die unterschiedliche Isolation ist ja auch der Grund für die unterschiedlichen Ausmaße der "Ozonlöcher" auf Nord- und Südhalbkugel.
    Antwort der Redaktion:

    Hier hätte ich in der Tat etwas deutlicher formulieren müssen: Die tiefen Temperaturen tragen natürlich dazu bei, dass Ozon abgebaut wird. Sie sind aber nicht der HAUPTgrund. Denn das sind und bleiben Substanzen wie die FCKW, die weiter in der Atmosphäre vorhanden sind. Ohne diesen Faktor herrschte kein Ozonmangel in diesem Ausmaß über der Antarktis.

    Daniel Lingenhöhl

  • Wirklich so neu?

    22.04.2014, Dr. J. Götz
    Bereits vor rund 30 Jahren sind mir Arbeiten von Fachkollegen bekannt, die aus akustischen, aber auch aus Druck- und Beschleunigungsignalen technischer Systeme - darunter Primärkreisläufe vom Kernreaktoren - Informationen zu gewinnen versucht haben, um auf diese Art und Weise herauszufinden, ob eine Pumpe normal läuft oder etwa ein Lager verschlissen und eine vorbeugende Reparatur angezeigt ist, und zwar mit Erfolg. Wir haben das damals als "Signal-Rausch-Analyse" bezeichnet. Insofern erscheint mir das, worüber hier berichtet wird, als Anwendung von im Grunde Bekanntem mit inzwischen besseren technischen Hilfsmitteln nun auch auf biologische Systeme. Also: was ist so berichtenswert daran?
  • Korrektur zu Mikrowellenhintergrund

    22.04.2014, Jens Kluge
    Stellenweise finde ich die Darstellung von Herrn Unzicker schon ziemlich überzogen. Ist mir schon klar, dass es sich so besser verkauft, als wenn man das Pro und Contra sorgfältig abwägt.
    Zum Beispiel die Supersymmetrie: Sie macht die präzise Voraussage, dass jedes bekannte Teilchen seinen SUSY-Partner hat, und das lässt sich im Prinzip auch nachprüfen. Da werden nicht einfach so willkürlich Parameter eingeführt.

    Übrigens passt ihm auch nicht, dass man inzwischen wahrscheinlich das Higgs-Teilchen gefunden hat, und deshalb postuliert er nun einfach so, man habe überhaupt nichts gefunden.

    Es ist auch nicht wirklich ein Problem, dass der kosmische Mikrowellenhintergrund ein Bezugssystem definiert. Das Machsche Prinzip ist lediglich ein Ausgangspunkt für Überlegungen, die zur allgemeinen Relativitätstheorie geführt haben, aber es wird durch die ART nicht bewiesen.

    Sicherlich sind manche Theorien wie die Stringtheorie arg spekulativ. Wissenschaftler nähren auch manchmal falsche Erwartungen, wie etwa, dass man ernsthaft vor den Urknall zurückrechnen könnte. Aber deshalb alles in einen Topf zu werfen und durch den Kakao zu ziehen, das halte ich für ziemlich dreist.

    Bei nochmaligem Durchlesen fällt mir auf, dass Sie in der Besprechung möglicherweise selbst sagen, dass Herr Unzicker hier über das Ziel hinausgeschossen sein könnte. In der Tat. Auch wenn es mit dem Machschen Prinzip nichts zu tun hat: der Mikrowellenhintergrund stellt kein Problem für die Relativitätstheorie dar (siehe auch hier: http://www.relativitätsprinzip.info/faq/cmb-ausgezeichnetes-inertialsystem.html). Wenn aber schon hier argumentativ geschlampt wurde, dann kann man nicht davon ausgehen, dass das Buch wirklich so hervorragend ausgearbeitet ist, wie am Anfang der Buchbesprechung behauptet.

    Da man davon ausgeht, dass in der Frühphase des Urknalls die Naturkräfte vereinheitlicht waren, war die Gravitationskonstante wohl nicht immer konstant. Sollte sie sich auch heute noch geringfügig ändern, ist ihre Änderung aber jedenfalls sehr, sehr klein. Die eventuelle Änderung muss nicht unbedingt ein Problem darstellen. Nämlich dann nicht, wenn sie so klein ist, dass sich dadurch effektiv nichts ändert. Wo genau soll hier das Problem liegen? Es wird für mich aus der Besprechung leider nicht deutlich, und dieses polemische Buch zu kaufen möchte ich mir gern ersparen.

  • Die Kreiszahl heißt "Pi"

    22.04.2014, Gebhard Melcher
    und nicht "n". Da ist wohl die Korrekturlesung danebengegangen ;-).
    Antwort der Redaktion:

    Keineswegs! Nur ist in der von uns verwendeten Schriftart der Querstrich, durch den sich das kleine griechische pi vom kleinen (lateinischen) n so unverkennbar unterscheidet, etwas kurz geraten, so dass man genau hinsehen muss. (Zu allem Überfluss läuft das rechte Bein unten nicht in einen krummen Fuß aus, wie man es irgendwie gewohnt ist, sondern ist gerade.) Nicht optimal, aber leider kurzfristig nicht zu ändern.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Römische Städte und deren Weiterentwicklung

    20.04.2014, Paul R. Woods
    Was noch mehr erstaunt, ist die Weiterentwicklung der Städte nach der Auflösung des römischen Reiches. Offensichtlich wurde binnen kurzer Zeit alles vergessen. Wo in Trier (Simeonstraße, von der Porta Nigra ausgehend) oder in Köln (siehe Schildergasse) sind die geraden Straßen geblieben? Den Aufwand, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung auf römisches Niveau zu halten, wurde bis weit ins 19., manchmal sogar bis in 20. Jahrhundert, eingespart.
  • Sammle Beiträge zur Epigenetik

    17.04.2014, Stefan Pschera

    Traumafolgen werden vererbt:

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17451-2014-04-14.html

    Solche Bemerkungen, wie "Glaube ist der Blinddarm des Geistes" sind dumm, oberflächlich.
  • Interessanter Beitrag

    17.04.2014, Paul R. Woods
    Interessant deshalb, weil für mich die Erinnerungen an unterschiedliche Orte auch mit den dort vernommenen oder auch nicht vorhandenen Geräuschen verbunden ist.
    Beispielsweise war auf dem Trollheimstiegen (Möre og Romsdal in Mittelnorwegen) mitunter auf den abgerundeten Bergen absolut nichts zu vernehmen (außer Wind an den Kleidern und dem Rucksack).
    Andererseits war auf einer Insel im Maninjau See (West Sumatra in Indonesien) nachts ein geradezu ohrenbetäubendes Konzert von Fröschen, Grillen und anderem Getier zu vernehmen, das erst am Morgen fast schlagartig verstummte.
    Diese Geräusche auch als Bioindikator zu nutzen finde ich einen guten Forschungsansatz.
  • gefährliches Pflaster

    16.04.2014, D.S.
    Eine neue Technologie und sei sie in der Theorie noch so effizient ist zwar schön und gut, aber wie im Artikel schon beschrieben sehe ich die möglichen Folgen für die Umwelt als zu kritisch an. Siehe Quallenplage in Japan vor einigen Jahren durch überfischung. So lange wir nur einige wenige Prozent der Meere erforscht und verstanden haben sollte man sich dieser Technologie lieber fern halten bzw. nur in kleinen Maßstäben zuwenden.
    Strömungskraftwerke machen zur zeit vllt. mehr Sinn und dürften von der Preisleistung her keine großen Differenzen aufweisen...
  • Wirkungsgrad ist nicht alles

    16.04.2014, Uwe Zimmermann, Ph.D.
    Ein Wirkungsgrad von <8% mag mager erscheinen, im Vergleich zu den 30% eines Verbrennungsmotors. Auch wir Forscher im Bereich Solarzellen werden immer wieder nach dem Wirkungsgrad gefragt, als ob dies der heilige Gral aller Energieumwandlung sei.

    Tatsächlich ist der Wirkungsgrad aber nur einer von vielen Parametern, die letztendlich die Wirtschaftlichkeit einer Technologie bestimmen. Der von OTEC hervorgehobene Vorteil liegt darin, dass die Aufsammlung der Sonnenstrahlung als Primärenergiequelle über eine gigantische Fläche eines kostenlos verfügbaren Mediums verfügt, und auch die Primärenergie selbst wird von der Sonne kostenlos zur Verfügung gestellt.

    Bei Solaranlagen kann man heute aus wirtschaftlichen Berechnungen ableiten, dass man mit einem Wirkungsgrad von unter 10% für die Solarzellen nicht wirtschaftlich sein kann, weil die Nebenkosten des Systems im Verhältnis zu groß werden: Frontglas der Solarmodule, Montage, Verkabelung, Flächenbedarf. Bei einer OTEC-Anlage dagegen entfallen zumindest die flächengebundenen Kosten.

    Ich hatte vor einigen Jahren Gelegenheit, das Informationszentrum der Versuchsanlage auf Hawaii zu besichtigen, außerdem kenne ich die - zugegebenermaßen recht optimistischen - Schilderungen aus dem Kosmos-Bändchen "In hundert Jahren - die künftige Energieversorgung der Welt" (Hanns Günther, 1931).

    OTEC wird kaum nennswert zur Energieversorgung der Welt beitragen können, aber wie im Artikel beschrieben, so könnte es durchaus in den kleinflächigen Inselstaaten in Äquatornähe von Nutzen sein. Ausgerechnet auf Hawaii Big Island, wo sich die Testanlage befindet, scheint natürlich Geothermie eine elegantere Lösung...

    Das nährstoffreiche Tiefenwasser wird in der Testanlage von Hawaii im übrigen zur Verwendung in der Zucht von Algen für pharmazeutische Zwecke und die Nahrungsmittelindustrie untersucht.
  • heisses Eisen?

    16.04.2014, Wolfgang
    Bei der Temperaturspreizung von "Warm" = 300 K und "Kalt" = 277 K ergibt sich nach Carnot ein magerer Wirkungsgrad von < 8% ! Die Konsequenz: der Massendurchsatz muss riessig werden und damit auch die Pumpleistungen. Der einzige Vorteil gegenüber der Geothermie ist die vernachlässigbare Änderung der Löslichkeiten aufgrund des geringen Temperaturhubes.
    Immerhin wird die Vermischungszone der Ozeane vergrößert - was für die Biologen und Ozeanologen ein neues Arbeitsgebiet erschließt.

  • Was ist mit Ko-Infektionen und weiteren durch Zecken übertragenen Erregern?

    15.04.2014, Heinz Joachim Mensing
    Ich frage mich schon lange, was den sehr unterschiedlichen Verlauf der FSME-Infektion von "still", d.h. ohne Krankheitserscheinungen, bis tödlich bedingt.
    Zecken können mehr als ein Dutzend Erreger übertragen, also keineswegs nur die beiden genannten. Also wäre es doch vordringlich zu klären, was bei Ko-Infektionen mit mehr als beispielsweise nur dem FSME-Virus passiert.

    Wenn bis zu 30% der Zecken mit Borrelien infiziert sind, ist ja zwangsläufig nicht gerade selten mit Doppelinfektionen zu rechnen. Könnte es sein, daß die schweren Verläufe darauf zurückzuführen sind?
    Und wenn wir jetzt weitere Erreger wie etwa Bartonellen hinzunehmen, die hier nicht erwähnt werden, wird die Fragestellung komplizierter - aber ich vermisse das nötige Interesse an der Klärung, an entsprechender intensiver Forschung. (Bartonellen kommen gerade erst ins Blickfeld, etwa hier mit 5-10% infizierten Zecken in Hannover:
    http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/18/10/12-0390_article.htm
    Zitat: "... possibility of an infection with zoonotic Bartonella spp. after a tick bite (3,4). B. henselae, the predominantly identified species, has been associated with cat scratch disease, peliosis hepatis, and bacillary angiomatosis in humans. Eskow et al. (3) also connected chronic symptoms of Lyme disease to co-infections with Borrelia burgdorferi and B. henselae. B. grahamii has been associated with neuroretinitis and ocular artery thrombosis in humans (9,10). ...")

    100.000 Borreliose-Infektionen pro Jahr (es gibt durchaus noch höhere glaubwürdige Schätzungen) sollten eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen. Daß kaum mehr als ein Prozent der Infizierten krank wird, die Infektion gar meist spontan ausheile, wie immer wieder zu hören, ist völlig absurd! Das kann nur behauptet werden, wenn etwa die sehr gründlichen Untersuchungen des Top-Experten PD Dr. Dieter Hassler (Uni Heidelberg) ignoriert werden, beispielsweise seine Arbeit in der DMW 1992, also vor immerhin 22 Jahren.

    Ebenfalls in Heidelberg wurden bereits vor mehr als 80 Jahren vom damaligen Neuropathologen Prof. Gabriel Steiner in MS-Krankheitsherden Spirochäten nachgewiesen, morphologische wohl Borrelien. Und bereits 1922 belegte G.Steiner in einer umfangreichen Übersichtsarbeit zur MS die Übertragung durch Zecken so gut wie sicher: Wann endlich wird die Zeckenborreliose mit ihrem verheerenden Schadenspotential insbesondere im ZNS anerkannt?
    Ich verweise auch auf das Neurologie-Kapitel in Weber / Burgdorfer, "Aspects of Lyme Borreliosis" 1993 von Roland Martin, heute Ordinarius an der ETH Zürich. Es besteht der dringende Verdacht, daß die (Neuro-)Borreliose als mögliche Ursache vieler ätiologisch unklarer Krankheiten heruntergespielt wird.
  • Meine Ernährung ist richtig.

    14.04.2014, Ludwig Späth
    Dieser Artikel ist super. Damit ist meine Ernährung, die ich tagtäglich, zu mir nehme richtig.
    Esse jeden Tag morgens nüchtern 3 Mandelkerne und dann zum Tee 3 Tostbrote mit sehr wenig Butter darauf und selbst gemachte Marmelade. Zu Mittag gibt es meistens pflanzliche Kost, aber ab und zu mal etwas Hühnerfleisch und selten Wurst. Abends gibt es eine Banane oder einen Apfel.
    Mein Stuhlgang ist regelmässig, meistens in der früh gleich 3x. Werde in 4 Monaten 74 und ausser,
    nun schon lange nicht mehr, Rythmusstörungen nichts Bewegendes. Fahre fleißig Rad (auch größere Touren), wandere sehr viel und bin im Winter öfters mehre Tage beim Alpin-Skifahren. Habe nie Bauch- oder Magenschmerzen und ich fühle mich sehr wohl in meiner HAUT:
  • Gipsköpfe

    14.04.2014, Berthold Arndt
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Menschen, die alles relativieren, haben keine Wahrheiten in sich.