Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Weiter, immer weiter

    15.03.2015, rüdiger bonk
    "Beate Heinemann, stellvertretende Sprecherin bei ATLAS, einem der vier großen Detektoren auf dem 27 Kilometer langen Beschleunigerring, ist nicht sehr gottesfürchtig. Für sie beginnt jetzt erst die spannendste Phase der Forschung am CERN."

    Diese Aussage ist fundamentaler als jedes Boson. Btw.: was sollte jemand wie Fr. Heinemann (stellvertretende Sprecherin bei ATLAS!) auch sonst sagen? Und, gänzlich beiseite gelassen, ob berechtigt oder unberechtigt: das wird in aller denkbaren Zukunft, so sein. Wissenschaft endet nicht. Nicht qua Erkenntnis und schon gar nicht freiwillig. Oder ist hier jemand imstande, sich vorzustellen, daß die Wissenschaft einst in trauter Einigkeit verkünden wird, daß jetzt alle Arbeit getan sei? Nein, schneller, härter, lauter! Das bleibt die bewährte Rock'n'Roll-Devise. Das Wachtumsprimat der Wirtschaft ist ein absurdes kulturelles Phänomen, aber erst sekundär und abgeschaut vom Wachstumsprimat der Wissenschaft. Beide beliebig volatil aber come scoglio.

    Und wenn es doch dazu käme, "zum jüngsten Tag", zum ultimativen Kulminationspunkt der Erkenntnis, wäre es nur ein theoretisches, temporäres Ereignis. Würde das irgendwer mitbekommen? Nein. Wer sollte das auch sein? Und außerdem: wer bezahlte in der Zwischenzeit die Wohnung, das Auto und den Klavierunterricht für die Kinder? Von der Wissenschaft leben mindestens Hunderte, wenn nicht Dutzende.
  • Weiterleitung - irdisches Wasser

    15.03.2015, Uli B. fuer Hans Merkl
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    das irdische Wasser stammt eher nicht von Kometen schreiben Sie in Heft 2/15 auf Seite 12.
    Damit wird die von vielen Geologen vertretene Theorie wieder aktuell die besagt, dass unser Wasser mit all den anderen Stoffen aus der die Erde gebildet wurde mit auf unseren Planeten kam. Vulkane beförderten es dann als Wasserdampf an die Oberfläche. Dieser kondensierte in Wolken und der entstehende Regen füllte unsere Ozeane.
    Nun besteht die Erdkruste zu 46% aus Sauerstoff, aber sie enthält keinen Wasserstoff. Woher soll denn dann das Wasser stammen?
    Der Hochdruckgeologe Professor Kei Hirose aus Tokyo, Japan kam aufgrund seiner Forschungsergebnisse zu dem Ergebnis, dass das bipolare, schützende Magnetfeld der Erde erst seit weniger als einer Milliarde von Jahren existiert. Davor besaß die junge Erde vermutlich ein sehr starkes multipolares Magnetfeld wie wir es von der Sonne kennen. Die Erde drehte sich ja zu Beginn ihrer Existenz wesentlich schneller als heute. – Nun erzeugt aber ein multipolares Magnetfeld keinen Schutz gegen die ultraviolette Strahlung und gegen den Sonnenwind. Im Gegenteil, die Protonen des Sonnenwindes konnten entlang der senkrechten Feldlinien in die Atmosphäre eindringen. Das Magnetfeld wirkte hier wie ein großer Auffangtrichter für den Sonnenwind. Es gab ja auch noch keine Ozonschicht. Wenn die ultraviolette Strahlung das Kohlendioxid in der Venusähnlichen Ur-Atmosphäre der Erde aufspaltete, konnte sich der freiwerdende Sauerstoff mit den Wasserstoffionen zu Wasser verbinden. Der entstehende Regen fiel zu Boden, kühlte die noch heiße Erdoberfläche ab und bildete unsere Ozeane.
    Dasselbe passierte auch auf unserem Nachbarplaneten Mars aber nicht bei der Venus, da diese kein Magnetfeld besitzt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Merkl



  • Kleine Korrektur

    14.03.2015, Uwe Springfeld
    1. Meines Wissens nennt man das Higgsboson nicht deshalb "Gottesteilchen", weil es das letzte nchzuweisende im Standardmodell der Elementarteilchen war. Sondern weil ein Physiker in Gods own country (USA) einmal sagte: "It's God damn hard to find." Flüche mit Bezug auf Gott sind in den USA jedoch nicht gern gesehen, woraufhin abgekürzt wurde: Gottesteilchen.
    2. De Entdeckung des Higgsbosons mit einem Gottesbeweis gleichzusetzen ist eine philosophische Panne: warum dieses Teilchen und kein anderes Stück Materie, beispielsweise ein Quark, oder makroskopisch eine Uhr? Konsequent weitergedacht führt der Weg zu den Kreationisten ("die wunderbare Maschine 'Mensch' braucht einen Ingenieur") un das ist, unhilosophisch gesprochen, nur blöd. MIt anderen Worten: gedanken zu, um oder mit Gott haben in den Naturwissenschaften nichts zu suchen.
  • "Heile Welt"?

    13.03.2015, Fry
    Zitat Marie: "die " Heile Welt" ist schon lange kaputt."

    Aha. Dann können Sie mir sicherlich zumindest einen groben Annäherungswert liefern, wann diese von Ihnen angeführe "Heile Welt" noch intakt war, und welche Qualitäten ihr zu Eigen waren?
  • Das wirklich Interessante...

    13.03.2015, Schmidt
    an dieser Meldung ist, dass wir sie der chinesischen Raumfahrt zu verdanken haben. Das sollte den europäischen Agenturen zu denken geben, ob sie die richtigen Programme fördern und wie weit China in machen Teilbereichen Europa bereits voraus ist.
  • Eine Petition muss her!

    13.03.2015, Liane Mayer
    Wenn ich solche Nachrichten lese, möchte ich gern sofort wenigstens eine kleine Aktion setzen. Daher: Wo gibt es eine passende Petition, die man unterschreiben kann?
  • hat der autor eigtl ahnung wie stromerzeugung und verteilung funktioniert?

    13.03.2015, Michael M.
    "Und im Zweifelsfall ließen sich auch nachhaltige Kraftwerke wie Wind- oder Solaranlagen rasch herunterregeln oder vollständig abschalten. Derlei Schritte sind aber bisher nicht geplant. "

    ist dem autor zb bewusst, das der große anteil der PV-zufallsstromerzeuger vom netzbetreiber NICHT abgeschalten werden kann?
    ist dem autor bekannt, das die viele WKA auch heuto noch per telefonanruf 'abgeregelt' werden müssen?
    und was passiert eigtl bei einer flaute? da ist nix mit abregeln...

    für ein wissenschaftsmagazin ist dieser artikel ein super beispiel, wie man ein thema nicht erklären sollte

    traurig... und dabei zeigt spektrum bei themen, die nicht mit dem glauben an eine weltenrettung verbunden sind, immer wieder wie es geht!
  • nachfolgende studie sollte evtl. mit berücksichtigt werden:

    12.03.2015, Michael M.
    Francesca de Châtel (2014): The Role of Drought and Climate Change in
    the Syrian Uprising: Untangling the Triggers of the Revolution, Middle Eastern Studies, DOI:
    10.1080/00263206.2013.850076

    “Drought forms a structural part of this (semi-)arid climate, with cycles of wet and dry years. Over the last 50 years, from 1961 to 2009, Syria experienced nearly 25 years of drought, which represents over 40 per cent of the period. On average, the droughts lasted around four and a half years each, though a drought in the 1970s lasted ten consecutive years. A number of droughts of two or more years had a significant impact on agricultural production and livestock in the country’s north-east: a drought in 1961 resulted in the loss of 80 per cent of the camel population and 50 per cent of sheep. In the 1998–2001 drought, 329,000 people (47,000 nomadic households) had to liquidate their livestock assets, suffered food shortages and required urgent food assistance, which was ‘not an exceptional occurrence’.”

    “The link between climate change and drought in the Eastern Mediterranean region and in Syria has been highlighted in a number of studies based on climate models, which predict that the effects of climate change will lead to more frequent and harsher droughts, higher temperatures and lower and more unpredictable precipitation levels. However, other analysts point out that there is very little solid evidence to date of such changes. ‘The only available evidence that global warming will lead to more extreme weather events relies on modeling. Data do not really sustain this hypothesis so far.’”

    “Data collected in Syria shows that the overall frequency of droughts had not increased over the last 20 years, except in one of Syria’s five agricultural zones. Yet farmers and Bedouins in affected areas perceived an increase in droughts. ‘One possible explanation is that the impacts of droughts may have become more severe due to higher population densities and groundwater depletion.”

    “The Syrian uprising that started in March 2011 was sparked by a series of interrelated social, economic and political factors. While it is tempting to include ‘drought’ and ‘climate change’ in this list of triggers, it is important to keep a clear view of the correlations between the different causes and effects of events: 50 years of resource mismanagement and overexploitation caused the depletion of resources, which in turn led to growing disenfranchisement and discontent in Syria’s rural communities. The 2006–10 drought exacerbated an already existing humanitarian crisis. The government’s failure to adequately respond to this crisis was one of the triggers of the protests that started in March 2011, along with a host of political, economic and social grievances.”

    “The possible role of climate change in this chain of events is not only irrelevant; it
    is also an unhelpful distraction. In the context of the future of water management in
    Syria, it distracts from much more tangible and real problems; in the context of the
    uprising, it strengthens the narrative of the Assad regime that seizes every opportunity
    to blame external factors for its own failings and inability to reform.”
  • Kapazität der deutschen Pumpspeicherkraftwerke reicht nicht

    12.03.2015, Dr. J. Götz
    Den Beiträgen von Kudwien (und der redaktionellen Erwiderung von Herrn Lingenhöhl), dem Argonautiker, Lollipop und Stefan muss man leider Naivität bzw. Unkenntnis über die Funktionsweise der Stromübertragung bescheinigen.
    Die Kapazität aller deutschen Pumpspeicherkraftwerke liegt bei 6,5 GW.
    Der Leistungseinbruch - ungünstige Variante - bei Eintritt der Finsternis beträgt rund 13 GW. Insofern stimmt es nicht, dass - wie von Herrn Lingenhöhl erwidert -
    die deutschen PSW den Leistungseinbruch kompensieren könnten. Richtig ist aber, das in Verbindung mit Kohle-, Gas- , Kern- und anderen Kraftwerken sowie Importen der Leistungsabfall der Solaranlagen kompensiert werden kann. Ausserordentlich unterschätzt wird von den o.g. Kommentatoren aber der Leistungsanstieg bei der ungünstigen Variante am Ende der Sonnenfinsternis: dies wird an die Operatoren in den Schaltzentralen der Übertragungsnetze sehr hohe Anforderungen stellen. Insofern kann es (vor allem beim ungünstigen Fall) wegen des Gradienten und des Betrages der Änderung durchaus zu Abschaltungen kommen.
  • Protestaktionen starten

    12.03.2015, Marie
    bei soviel Mord darf doch keiner zusehen. Warum werden solche Länder nicht zur Verantwortung gezogen? Warum verzichten viele Urlauber nicht auf diese Länder? Wir sind verpflichtet unseren Kindern und Enkeln wenigstens noch etwas Natur zu hinterlassen, die " Heile Welt" ist schon lange kaputt. Sind genug Vögel getötet kommt die Giftspritze gegen das Ungeziefer, die natürlich Feinde, den Vogel, hat der Mensch beseitigt.
    Können wir nicht stolz auf uns sein, was wir so alles erfunden habe und die vielen Erleichterungen? Alles davon ob nützlich oder nicht zu lasten der Natur und keiner von uns ist unschuldig,
  • Sonnenfinsternis ist nicht dasselbe wie die Nacht

    12.03.2015, Stefan
    @Argonautiker

    Nachts sinkt Produktion und Verbrauch. Bei einer Sonnenfinsternis sinkt nur die Produktion aber nicht der Verbrauch. Das ist Problem.
  • Über Ideen längst hinaus

    12.03.2015, Eduard Kirschmann, Hannover
    Die Aufgabe der Paläoanthropologie beruht längst nicht mehr darin immer neue Ideen zu sammeln, sondern darin, die menschliche Evolution zu rekonstruieren, wobei alle bekannten Fakten - und deren gibt es inzwischen sehr viele - berücksichtigt werden müssen. Es geht nicht darum, wie es theoretisch gewesen sein könnte, sondern wie es tatsächlich war. Und hier kommen die inzwischen nachgewiesenen Anpassungen an das Werfen ins Spiel, bei denen es sich eben nicht mehr um Ideen handelt, sondern um Fakten, die berücksichtigt werden müssen, von Ian Tattersall aber nicht berücksichtigt wurden.
    Bei der Aussage dagegen, dass kulturelle Innovationen unseren Vorfahren Selektionsvorteile brachten, die wiederum das Gehirnwachstum vorantrieben, handelt es sich tatsächlich nur um eine Idee, die nicht zum archäologischen Befund passt und nach meiner Einschätzung unter Berücksichtigung der Anpassungen an das Werfen komplett überflüssig ist.
    Bei dieser Einschätzung handelt es sich wiederum nicht um eine Idee, sondern um eine falsifizierbare Hypothese, die es zu überprüfen gilt. Man muss dazu nur gründlich erforschen, wie das Gehirn beim Werfen funktioniert. Anfangen kann man mit der Überprüfung meiner Annahme, dass es eine Korrelation zwischen Gehirngröße und Leistungsfähigkeit beim gezielten Werfen gibt. Man müsste hierzu nur die Gehirngrößen der besten Werfer beim Baseball vermessen und mit einer geeigneten Kontrollgruppe vergleichen.
  • Es muss doch eine Lösung geben!

    12.03.2015, Lollipop
    Wir sind der Meinung, dass es eine Lösung für dieses Problem bei der Stromversorgung geben müsste. Die Sonnenfinsternis findet auch nicht sehr lange statt und es gibt doch jede Menge Stromreserven. Außerdem gibt es wenige Haushalte, die ausschließlich ihren Strom durch Fotovoltaik gewinnen.
  • Wer's glaubt

    12.03.2015, Argonautiker
    Soso, die Netze können eine Sonnenfinsternis nicht verkraften, weil die plötzliche fehlende Energie der Photovoltaiks zu extremen Schwankungen führt.

    Darf man da mal fragen, was die Netze machen, wenn es jeden Abend dunkel wird, wo ganz besonders viel Energie gebraucht wird, weil es dann jeder mit Strom hell haben will? Und am Morgen wird es dann auch ganz plötzlich wieder hell. Wer hätte das gedacht. Und zwar so plötzlich, wie es halt nun mal hell wird, also langsam. Und eine SoFi findet rechnerisch zwar zu einem Zeitpunkt statt. Sichtbar ist die jedoch vor Ort immer zu einer anderer Zeit, das heißt, der Kernschatten wandert langsam über die Erde hinweg, sodaß genau daß, was hier proklamiert wird, faktisch nie auftreten wird, also daß alle Anlagen zur gleichen Zeit nicht mehr einspeisen werden.

    Wenn es da also zu Ausfällen kommt, dann sicherlich nicht weil die Einspeisung der Photovoltaiks nicht beherrschbar wäre, sondern weil man das so will. Warum auch immer. Das kann natürlich sein, daß man das will, warum auch immer.

    Schönen Gruß aus Bremen
  • Unsinn

    11.03.2015, Kudwien
    Wikipedia stellt fest, dass diese Produktionsschwankung problemlos durch unsere Pumpspeicherkraftwerke wegegsteckt werden kann.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Kudwien,

    das steht auch so im Text.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl