Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Die Eitelkeiten im PIK

    09.11.2017, Prof. Dr.-Ing. Peter Pushcner
    Lieber Herr Rahmstorf,
    dass Sie ein Renommee zu verlieren haben, bedeutet nicht, dass Ihre Sicht der Dinge und die des Herrn Schellnhuber fehlerfrei und richtig sind. Die Komplexität der Zusammenhänge schließt dies aus. Als Wissenschaftler und Gestalter hochkomplexer technologischer Anlagen zur Führung technischer Prozesse weiß ich um die vielen Fehler, die man auch mit mehr als fünfzigjähriger Erfahrung im Bereich von Rechnerstrukturen und Prozessmodellen machen kann. Und das bei Prozessen mit wesentlich weniger Variablen, von denen jede mit einer Rückbeziehung und in Wechselwirkung zu allen anderen steht, als sie für das Verständnis der Klimaentwicklung angesetzt werden müssten.

    Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied zu meinen Arbeiten und Publikationen: Es kommt irgendwann der Punkt, in dem das Technologiegebilde ans Netz geht und sich in der Regel mit einem lauten Knall wegen der darin enthaltenen Fehler verabschiedet. Und dann geht es darum in Demut die eigenen Fehler zu suchen - und zwar in den eigenen falschen Denkmodellen - und dann Stück für Stück entweder sein Modell zu korrigieren oder vielleicht gänzlich zu verwerfen.

    Beides vermisse ich bei den Publikationen Ihres Instituts, sie zeigen immer ein äußerst ausgeprägtes Sendungsbewusstsein, ohne dass eine echte Prüfung auf Wahrheit stattgefunden hat. Insofern versuchen Sie Ihrem Institut lediglich einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben. Sie sollten sich öfter die Frage stellen, ob Ihre Theorien wirklich so richtig sind, wie Sie sie der Welt darzustellen versuchen.

    Mit freundlichem Gruß von Aachen nach Potsdam,

    Peter Puschner

  • Bin gespannt

    09.11.2017, Sebastian H
    Ihr Artikel hat mich neugierig auf die Nächsten gemacht.
  • Was meinen Sie mit 1 oder mit Gott ?

    09.11.2017, Peter Schneider
    Müssten Sie nicht erst einmal das Objekt, dessen Ursache Sie hinterfragen, definieren? Bei der Zitrone mag sich das erübrigen. Aber bei der Zahl 1? Da wird mancher einen Finger hochheben und für 2 zwei Finger. Aber wie definiert man dann 272437465, z.Bsp.? Die Mathematiker haben eine genaue Definition dieser Objekte und auch wie sie zustande kommen. Und Gott?
  • Ursache<-> Wirkung: Nur ein Konzept, wie alles, was Ergebnis einer Betrachtung ist.

    09.11.2017, Freddy
    Alles Denken findet immer in, mit und durch Konzepte statt. Ohne Konzepte wäre der Mensch gar nicht lebensfähig. Unser Verstand ist ein Werkzeug, um zu überleben; nicht mehr und nicht weniger. Unglücklicherweise gibt es eben auch Rekursionen: Das Denken *über* das Denken ist so eine Rekursion. Interessant ist das Phänomen des menschlichen Geistes immer wieder ein Stück aus dem akuellen Kontext der Betrachtung herauszutreten und damit einen neuen Kontext zu erschaffen.
    Übrigens: Dieser Text hier in seiner Gesamtheit ist auch nur die Darstellung eines Konzepts.

    Eine Frage nervt immer wieder: Was bleibt von der Welt übrig, wenn man jedes Konzept von ihr losläßt?
  • Auch "1" ist Materie

    09.11.2017, Thomas
    in der hier vorliegenden, gedruckten Gestalt als Farbe auf Papier, gesprochen als bewegte Luftmoleküle und selbst in der geringsten Form, als Idee im Gehirn noch immer einige bewegte Elektronen, welche theoretisch nicht masselos sein können.

    Also: nicht ganz zu Ende deduziert, Herr Autor, auch die Eins hat aristothotelisch Grund und Ursache.
  • Die Medien

    09.11.2017, Stefan Albrecht
    Jetzt muss ich doch mal was aus den Medien erzählen, was Herrn Kachelmanns These vom überziehen realer Ereignisse in diesen voll und ganz bestätigt und ihm hoffentlich auch etwas Freude bereitet, denn ich bin meinerseits in schallendes Gelächter ausgebrochen.
    Also, ich wohne in Italien, genauer gesagt, im Trentino. Dort habe ich in einem Winter auf dem Corriere della Sera von "Desastro Meteo, due morti" gelesen, was so viel heißt wie "Wetterkatastrophe, zwei Tote". Das war der Titel.
    Es war, wohlgemerkt, Winter, ich glaube Januar. Beim Lesen des Artikels war dann von Schneefall die Rede, aufgrund dessen mehrere, auch ältere, Menschen, zur Schneeschaufel gegriffen haben, um den Hof zu räumen.
    Zwei davon sind an einem Herzinfarkt gestorben. Vermutlich weil sie übertrieben haben und zuvor über Jahre nur mit dem Auto herumgefahren sind und gegessen haben, was das Zeug hält?
    Einfach voll übertrieben, die Sache....
  • Veränderung an sich hat auch keine Ursache

    09.11.2017, Matze
    Der Autor behauptet in dem Artikel, dass "1" keine Ursache hat. Ich gehe in meinen Betrachtugnen einen Schritt weiter und vertrete die Theorie, das Alles keine Ursache hat, bzw. dass es Alles schon immer gibt und verweise hierbei auf den Energieerhaltungssatz. Um das klar zu stellen, jede Veränderung hat natürlich eine Ursache. Die Veränderung hat natürlich dann auch keine Ursache, die gibt es also auch schon immer.
  • Es ist Aufgabe der Politik, Schaden von allen abzuwenden.

    09.11.2017, Nicole
    aha...sehr interessant. Alle anderenen sollen nur Geld verdienen, Spaß haben und gaanz wichtig- um nicht in ihrer Arbeitskraft geschädigt bzw. in ihrem freizeitlichen Tatendrang gestört zu werden-Kachelmannwetter/meteosafe nutzen?

    "Meteorologen sind keine Klimaforscher und umgekehrt. " Genau das sollte sich Herr Kachelmann zu Herzen nehmen. Er glaubt sehr wohl an das, was da auch immer kommen möge und hat sich als Meteorologe frühzeitig und strategisch ausgesprochen klug auf die Spur gebracht.

    Er begann als ARD Wetterfrosch und ließ von Gemeinden mit öffentlichen Geldern sein dichtes Meteomedia-Netz an Wetterstationen finanzieren-Gegenleistung für Stationen und Wetterdaten war eine "werbewirksame" Nennung der Gemeinden im Durchlauftext beim Wetterbericht. http://www.fr.de/rhein-main/alle-gemeinden/main-taunus-kreis/geld-fuer-wetterstation-hofheim-will-kachelmann-anlocken-a-1116464

    Es sei ihm vergönnt, sich so eine respektable Grundlage geschaffen zu haben. Nur ist Schweigen manchmal goldener als so eine effektheischende Rhetorik wie in diesem Interview. Dieses Hauen und Stechen nach allen Seiten macht ihn nicht mir gerade sympatischer...
  • Bitte konkrete, sachliche Argumente

    09.11.2017, Stefan Rahmstorf
    Lieber Herr Kachelmann,

    in meiner Abteilung am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung forschen wir seit vielen Jahren zu den Zusammenhängen von Klimawandel und Wetterextremen. Wir gelten als eine der weltweit renommiertesten Forschungsgruppen zu diesem Thema. Um nur ein Beispiel zu nennen, unser Übersichtsartikel von 2012 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change (http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Nature/Coumou_Rahmstorf_NCC2012.pdf) wurde bislang über 450 mal in der Fachliteratur zitiert und beim Jubiläum dieser Fachzeitschrift als eines der fünf Highlights in ihrer Geschichte herausgestellt.

    Da ich auf diesem Gebiet ein Renommee zu verlieren habe, achte ich bei öffentlichen Äußerungen zum Thema peinlich darauf, dass meine Aussagen dem in der Fachliteratur belegten Stand der Forschung entsprechen. Übrigens kann man (wie wir in dem Artikel auch darstellen) einen Einfluss des Klimawandels auf Wetterextreme nicht auf Statistik reduzieren. Diese ist nur eine von mehreren Argumentationslinien, und auch die Gesetze der Physik sind relevant. Dennoch haben wir in der Fachliteratur auch eine seit 1990 statistisch signifikante weltweite Zunahme der Tagesrekorde bei Niederschlägen dokumentiert. Für Signifikanz braucht man viele Daten – schaut man nur räumliche oder zeitliche Ausschnitte aus den Daten an, sind die Veränderungen meist nicht mit Signifikanz nachweisbar.

    Auch der Deutsche Wetterdienst hat sich übrigens zu Extremregen erheblich differenzierter geäußert als Sie hier in diesem Interview, siehe https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/warum-die-globale-erwaermung-mehr-extremregen-bringt/

    Kerry Emanuel vom MIT ist nach Ansicht Vieler der weltweit führende Hurrikanexperte, und da wir nicht selbst zu Tropenstürmen forschen stehe ich in regelmäßigem Austausch mit ihm und konsultiere ihn, bevor ich mich zum Thema Klima und Tropenstürme äußere. Er sieht die Dinge völlig anders als Sie sie hier darstellen, siehe seinen Artikel in der Washington Post mit dem Titel Why it’s time to stop calling these hurricane disasters ‘natural’.
    https://www.washingtonpost.com/news/energy-environment/wp/2017/09/19/why-its-time-to-stop-calling-these-hurricane-disasters-natural/

    Sicher kann man in der Gewichtung und Interpretation in der Wissenschaft unterschiedlicher Meinung sein, und wenn Sie eine konkrete Aussage von mir nicht korrekt finden, dann bitte ich um spezifische, sachliche Kritik daran – ich diskutiere gerne darüber. Pauschale Verunglimpfungen, wie Sie sie in diesem Interview äußern, verbitte ich mir aber. Sie tragen weder zu einer sachlichen Diskussion noch zum Erkenntnisgewinn bei.

    Ihr Stefan Rahmstorf
  • Vorschlag

    09.11.2017, Gast
    Man sollte bei der Namensgebung unbedingt darauf achten, dass er möglichst kurz ist und man ein -i dranhängen kann. Die Medien werden den Namen sonst gnadenlos abkürzen. Und das Knutsche-i kommt in jeden Fall dran. Ob sie das wollen oder nicht.
  • Bitte konkrete, sachliche Argumente

    09.11.2017, Stefan Rahmstorf
    Lieber Herr Kachelmann,

    in meiner Abteilung am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung forschen wir seit vielen Jahren zu den Zusammenhängen von Klimawandel und Wetterextremen. Wir gelten als eine der weltweit renommiertesten Forschungsgruppen zu diesem Thema. Um nur ein Beispiel zu nennen, unser Übersichtsartikel von 2012 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change (http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Nature/Coumou_Rahmstorf_NCC2012.pdf) wurde bislang über 450 mal in der Fachliteratur zitiert und beim Jubiläum dieser Fachzeitschrift als eines der fünf Highlights in ihrer Geschichte herausgestellt.

    Da ich auf diesem Gebiet ein Renommee zu verlieren habe, achte ich bei öffentlichen Äußerungen zum Thema peinlich darauf, dass meine Aussagen dem in der Fachliteratur belegten Stand der Forschung entsprechen. Übrigens kann man (wie wir in dem Artikel auch darstellen) einen Einfluss des Klimawandels auf Wetterextreme nicht auf Statistik reduzieren. Diese ist nur eine von mehreren Argumentationslinien, und auch die Gesetze der Physik sind relevant. Dennoch haben wir in der Fachliteratur auch eine seit 1990 statistisch signifikante weltweite Zunahme der Tagesrekorde bei Niederschlägen dokumentiert. Für Signifikanz braucht man viele Daten – schaut man nur räumliche oder zeitliche Ausschnitte aus den Daten an, sind die Veränderungen meist nicht mit Signifikanz nachweisbar.

    Auch der Deutsche Wetterdienst hat sich übrigens zu Extremregen erheblich differenzierter geäußert als Sie hier in diesem Interview, siehe https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/warum-die-globale-erwaermung-mehr-extremregen-bringt/

    Kerry Emanuel vom MIT ist nach Ansicht Vieler der weltweit führende Hurrikanexperte, und da wir nicht selbst zu Tropenstürmen forschen stehe ich in regelmäßigem Austausch mit ihm und konsultiere ihn, bevor ich mich zum Thema Klima und Tropenstürme äußere. Er sieht die Dinge völlig anders als Sie sie hier darstellen, siehe seinen Artikel in der Washington Post mit dem Titel Why it’s time to stop calling these hurricane disasters ‘natural’. https://www.washingtonpost.com/news/energy-environment/wp/2017/09/19/why-its-time-to-stop-calling-these-hurricane-disasters-natural/

    Sicher kann man in der Gewichtung und Interpretation in der Wissenschaft unterschiedlicher Meinung sein, und wenn Sie eine konkrete Aussage von mir nicht korrekt finden, dann bitte ich um spezifische, sachliche Kritik daran – ich diskutiere gerne darüber. Pauschale Verunglimpfungen, wie Sie sie in diesem Interview äußern, verbitte ich mir aber. Sie tragen weder zu einer sachlichen Diskussion noch zum Erkenntnisgewinn bei.

    Ihr Stefan Rahmstorf
  • Keine Lamellenpilz

    09.11.2017, Thomas Pruß
    Die Krause Glucke ist kein Lamellenpilz wie z. B. ein Täubling. Systematisch wird er in die Ordnung der Stielporlingsverwandten gestellt, die keine Lamellen, sondern enge Poren besitzen. Wohl aber ist die KG ein Ständerpilz oder Basidiomycet, der seine Sporen auf speziellen Zellen, den Basidien, bildet.
  • Jetzt ist woanders

    09.11.2017, Dirk
    Auf einem Stern in 150mio LJ Entfernung existieren die Dinosaurier auf unserer Erde. In ihrem JETZT. Allerdings wissen die versierten Beobachter, dass sie JETZT auf unserer Erde vermutlich nicht mehr existieren, weil die Beobachtung 150mio Jahre alt ist.
    Wenn wir ins All schaun, sehen wir die Anordnung der Sterne im JETZT. Allerdings stehen die dort real nicht mehr, wenn man in Nullzeit hinfliegen und nachschaun könnte.
  • Schweröl?

    09.11.2017, Dirk
    Es wird zwar im Nachtrag andeutungsweise erwähnt, aber zählt die _Verbrennung_ von Schweröl als zwingendem Nebenprodukt der Treibstoffproduktion auch zur Bilanz?
    Man liest horrende Zahlen, nachdem zehn Grossschiffe so viel Schadstoffe ausstossen wie die gesamte Fahrzeugflotte der Welt - das hiesse (auch nur angenähert), dass die CO2-Bilanz erheblich zu Ungunsten der Fossilen kippen würde.

    Nicht nachvollziehen kann ich den Strommix: wenn ich als Verbraucher grünen Strom buche und zu Hause lade, dann ist das 100% grüner Strom. Von der eigenen PV-Anlage allemal. Wenn öffentliche Ladestellen schmutzigen Strom anbieten sind die E-Fahrer eher unschuldig.

    Unfair ist (wie oben auch schon erwähnt) dass man bei E-Fahrzeugen den worst case annimmt: "mit schmutzigem Strom betankt", und das in Vergleich zieht mit sparsamen Fossilfahrzeugen. Hier müsste man strenggenommen auch einen worst case, also z.B. einen 30 Jahre alten Commodore ansetzen.
    Im Übrigen haben gerade E-FahrerInnen vermutlich grösstenteils grünen Strom gebucht.
  • Hebeanlage?

    08.11.2017, Dirk
    Ich halte es für wahrscheinlich, dass sich hier der Grund für die Grosse Gallerie wiederholt: dass beide eine Hebeanlage waren, mit deren Hilfe man die Steinblöcke nach oben gezogen hat.
    Beispielsweise mit einer Art "Hamsterrad" (deswegen die sehr hohe Raumhöhe und die erhöhten Ränder, auf denen dann eine hölzerne Ablaufvorrichtung ähnlich einer Zahnstange gelegen hat), das abwärts lief und an Seilen zog.
    Oder eine hydraulische bzw. andere Gewichtsbetätigung, z.B. Sand, welches unten durch den kleinen Gang entsorgt wurde. Wasser könnte einfach ablaufen durch die anderen vorhandenen merkwürdigen Gänge - oder wurde zur Bewässerung genutzt. Angeblich gibt es Hinweise für eine Art Klappenverschlüsse der Gänge? Gezielte Wasserführung?
    Die neue Kammer würde auch erklären, wie die sehr schweren und grossen Steinplatten über der Königskammer an ihrn Platz gekommen sind, dann würde der neue Gang nämlich genau darüber enden - ideal zum Heben schwerer Lasten.
    Beide Gänge enden (2ter: vermutlich) genau mittig zur Pyramide, wären also symmetrisch für alle Seiten platziert.
    Mit einem grossen Hamsterrad kann man auch mit wenigen Menschen hohe Lasten ziehen - und das Rad auch wieder nach oben trampeln.
    Die identische Fortführung dieser Kammer nach unten in einen schmaleren Gang ist ja auch gleich mit nachgewiesen worden.
    Möglicherweise wurden die Hamsterräder auch von aussen mit langen Seilen unterstützt und als Übersetzung genutzt. Dann kann man Zugtiere ziehen lassen. Oder wassergefüllte "Schlitten" weiter unten.