Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Philosophenhirn

    28.01.2009, Wolfgang Schaufler, Bad Mergentheim
    Was immer die Hirnforscher an Strukturen und Aktivitäten finden können, ist auch ohne begleitendes Erleben denkbar. Dies ist Peter Bieris Hauptargument gegen eine naturalistische Erklärung des Rätsels Bewusstsein. Des Rätsels Lösung ist dennoch möglich. Dazu sollten Philosophen wie Michael Pauen nicht nur mit Naturwissenschaftlern, sondern auch mit denen kooperieren, die Bewusstseinszustände erforschen, welche über die alltäglichen Wach-, Traum- und Schlafzustände hinausreichen, wie es zum Beispiel in einigen fernöstlichen Traditionen geschieht. Dass umfangreiche neurobiologische Erkenntnisse aus der Dritte-Person-Perspektive einmal erfassen werden, was ich in der ersten Person erlebe, wird den Hirnforschern dann schneller gelingen, weil sie auch ihre Perspektive der ersten Person erweitern,. Eine Lösung des Rätsels Erleben ist erst dann befriedigend, wenn sie in der ersten Person erlebt werden kann, wenn ich also „sehe“, wie der Film all meiner Erlebnisse entsteht.

  • Lamarck Begründer der Evolutionstheorie

    28.01.2009, Prof. Dr. C. Knospe, München
    Berücksichtigt man die Widersprüche und die vielen neuen Erkenntnisse zur Evolution, z.B. die Vererbung erworbener Eigenschaften, müsste man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass nicht Darwin, sondern Lamarck der Begründer der Evolutionstheorie ist. Aber offenbar hat Lamarck bis heute die schlechtere Lobby.
  • Ungleichgewicht

    27.01.2009, H. Sextl
    Den Kode des Lebens erweitern
    Zum Leserbrief von Frau Dr. Oberhoff-Loden
    Das Adjektiv "auskalibriert" im Zusammenhang mit Gleichgewicht braucht man nicht zu kommentieren. Festzuhalten ist aber, dass es in der Natur ein Gleichgewicht nie gegeben hat und nie geben wird. Schon der Urknall hätte nicht stattgefunden. Alle Entwicklung beruht auf Ungleichgewicht.
    Was den Menschen als Teil der Natur von den anderen Spezies unterscheidet ist, dass er die Wirkung seines Tuns in der Natur erkennt und dass auf ihn die Fähigkeit gekommen ist, aktiv evolutionäre Vorgänge zu gestalten.
    Die Frage, ob und in welcher Weise er das tun darf, ist von der Naturwissenschaft nicht zu beantworten, sondern von der Philosophie und letztlich von der Gesellschaft als Ganzes. Die Naturwissenschaft kann Spekulationen (heute in Form von Modellen und darauf basierenden Hochrechnungen) darüber anstellen, wohin die Reise gehen könnte.
  • Almadraba – eine nachhaltige Fischfangmethode

    26.01.2009, Nik Völker, Düsseldorf
    Die beiden Abbildungen auf Seite 73 beziehungsweise deren Untertitel passen leider nicht ganz in den Kontext. Auf den beiden Fotos der "Fischereiflotte vor Südspanien", ist die traditionelle Fangmethode der Almadraba zu sehen.
    Bei dieser jahrtausendealten phönizischen Fangmethode werden im Frühsommer und Herbst weitmaschige Stellnetze vor der Küste Andalusiens installiert. Große Tunfische verirren sich im Labyrinth des Stellnetzes und werden schließlich wie auf den beiden Abbildungen zu sehen aus dem Kopf des Netzes (aus dem Copo) herausgehoben.
    Auch wenn dieser Vorgang archaisch anmutet, so handelt es sich bei der Almadraba doch um eine bestandschonende und nachhaltige Fangmethode, da durch die große Maschenweite und die Position der Netze wenig Beifang generiert wird und nur adulte Tiere über 70 Kilogramm dem Meer entnommen werden.
    Vielmehr befindet sich die Almadraba-Fischerei selbst in einer Krise, da es in den letzten Jahren (wie in Ihrem Artikel geschildert) immer weniger adulte Tunfische gibt.

  • Hilfe für die Orang Utans

    22.01.2009, Petra und Klaus Schädel
    Wir haben am 21. 01. 2009 die Sendung über die Orang Utans gesehen und würden gerne mit einer kleinen Spende helfen. Aufgrund der erschütternden Bilder haben wir leider verpasst die notwendige Bankverbindung zu notieren.
    Es wäre sehr freundlich, wenn Sie uns da helfen könnten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Petra und Klaus Schädel
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Schädel,



    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Wir selbst haben die Kontodaten leider auch nicht. Sie finden Sie aber unter:



    http://www.bos-deutschland.de/weristbos/bos_foundation.php



    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel Lingenhöhl

    Redaktion spektrumdirekt
  • Ein weiteres Primzahlproblem

    21.01.2009, Gerd Sonnemann, Kühlungsborn
    Neben dem goldbachschen und dem Primzahlzwillingsproblem gibt es noch ein drittes völlig gleichrangiges Problem, welches als Primzahldifferenzproblem bezeichnet werden könnte: Man zeige, dass sich jede gerade Zahl 2n>2 als Differenz zweier Primzahlen darstellen lässt (2n=p2–p1), wobei die kleinere Primzahl kleiner als 2n sein muss. Beispiele sind 4=7–3 und 6=11–5.
    Der Beweis des goldbachschen Problems führt nicht automatisch dazu, dass auch das Primzahldifferenzproblem gelöst wäre. Es handelt sich im Sinne von Eratosthenes um Probleme, die einer „doppelten Siebung“ unterliegen. Für alle drei Probleme gilt, dass statistisch die Anzahl möglicher Realisierungen der Behauptung proportional zu 1/(ln n)2 ist, wobei der Proportionalitätsfaktor unter anderem von den Primfaktoren von n abhängt.
    Weitere Informationen befinden sich unter www.gerd-sonnemann.de, Link Primzahlen.
  • Durch genaues Hinsehen Fälschung erkennen

    21.01.2009, Jörg Michael, Hannover
    Die beiden Fotos auf Seite 90 und Seite 91 lassen sich auch ohne computergestützte Analyse leicht als Fälschung nachweisen.

    So hängt auf dem Foto von Jan Ullrich das Haar der "Begleiterin" nahezu senkrecht
    herunter. Bei einem echten Foto müsste das Haar wegen der Bewegung aber deutlich im Fahrtwind flattern.
    Und auf dem Foto von Seite 91 sieht man auf dem Hals der hintersten Ente deutlich erkennbar den Schatten des Schnabels. Die Menschen auf dem Foto werfen hingegen
    keinen bzw. nur eine sehr diffusen Schatten. Da kein Beleuchtungswechsel (z.B. "Schattenrand") erkennbar ist, muss es sich ebenfalls um eine Fälschung
    handeln.

  • Kurzsichtige Objektbezeichnungen

    21.01.2009, Herwig Bachler, Öblarn
    Auch die Astronomen, die es gewohnt sind, in "astronomischen" Zeiträumen zu denken, machen manchmal Fehler aus Kurzsichtigkeit. Das Objekt GRB 080319B ist am 19. März 2008 entdeckt worden und trägt als Namensbestandteil das Datum. Nun kennt man die gut für die Annekdotenseite der Presse geeigneten Geschichten von 106-jährigen Menschen, die per Computer zur Schuleinschreibung ausgewählt werden. Bei menschlichen Lebensspannen von durchschnittlich deutlich unter 100 Jahren ist es eine verständliche Erleichterung, das Lebensalter mit nur zwei Stellen anzugeben. Die paar glücklichen Alten, die über 100 werden, können hier gut als Ausnahme durchgehen.

    In der Astronomie ist jedoch das Unter-Hundert-Jahre-Dauernde die Ausnahme und die lange Dauer die Regel. Deshalb fragt sich, ob unsere Nachfahren in 400 Jahren an unseren hinterlassenen Archivdaten große Freude haben werden, wenn nicht erkennbar ist, ob ein Objekt im Jahr 1908, 2008, 2108 oder 2208 entdeckt worden ist. Hier eine bessere Nomenklatur zu etablieren, täte gut.
  • Datum der ersten Zeichnung

    21.01.2009, Rainer Willkomm, Stuttgart
    Ergänzend wäre noch zu bemerken, dass Harriot seine erste Zeichnung noch nach dem Julianischen Kalender datiert hat, da der Mond erst 6 Tage alt ist. Nach dem Gregorianischen Kalender stammt die Zeichnung also vom 5. August 1609.
  • Mittelwert

    19.01.2009, Wolfgang fischer, 4160 Schlägl, Oberösterreich
    Grüß Gott!

    Der dritte Mittelwert auf der Seite 94 ist

    (38 + 42 + 40 + 32)/4 = 38

    und nicht

    (38 + 42 + 40)/4 = 38.

    Die Zahl 32 ist einfach verlorgen gegangen.
    Antwort der Redaktion:
    Der Leser hat natürlich recht. Wir bedauern das Versehen.
  • Ärger mit Kaninchen

    19.01.2009, Hermine Valentin-Fischer, Marienhafe
    Soweit braucht niemand zu reisen. Fahrt doch einfach nach Norderney in Ostfriesland. Dort machen Kaninchen die ganze Insel kaputt.
  • Sichtbares Universum

    18.01.2009, Christian Müller
    In dem Artikel wird erwähnt, dass 7,5 Milliarden Lichtjahre "mehr als halb so viel wie der Radius des beobachtbaren Universums" wären. Laut SdW Mai 2005, Artikel "Urknall - Mythos und Wahrheit", Missverständnis Nr. 5, erstreckt sich das beobachtbare Universum aber nicht über 14 Millarden Lichtjahre, wie es sich direkt aus dem Alter ergeben würde, sondern über 46 Milliarden Lichtjahre.
    Antwort der Redaktion:
    Wir danken Herrn Müller, der Spektrum offenbar genauer im Kopf hat als wir selbst, für die Richtigstellung. Noch einmal zur Klarheit: Der Radius des Universums (nicht der Durchmesser) beträgt etwa 46 Milliarden Lichtjahre.
  • Weitere Ausnahmezahlen

    18.01.2009, Martin Fuchs
    In den Artikel hat sich eine kleine Ungenauigkeit eingeschlichen: Der Satz "So behauptete Goldbach in einem späteren Brief an Euler, jede ungerade Zahl lasse sich als die Summe aus einer Primzahl und dem Doppelten einer Quadratzahl schreiben" sollte korrekterweise lauten "... jede ungerade, zusammengesetzte Zahl ...". Denn noch unterhalb der beiden Zahlen 5777 und 5993 findet man die so genannten Stern-Primzahlen 17, 137, 227, 977, 1187 und 1493, die sich ebenfalls nicht als Summe aus einer kleineren Primzahl und dem Doppelten einer Quadratzahl darstellen lassen.

    Ich habe spasseshalber ein kleines Programm geschrieben, das den Sachverhalt bis zur Zahl 231-1 prüft - und dabei tatsächlich keine weiteren Ausnahmen findet, die der angeführten Vermutung von Goldbach widersprechen.
    Antwort der Redaktion:
    Null ist auch eine Quadratzahl, nämlich das Quadrat von 0. Offensichtlich hat Goldbach (ebenso wie Euler) die Null unter die Quadratzahlen gezählt; es ist kaum vorstellbar, dass ihm ansonsten die "Ausnahme" 17 entgangen wäre.


    Christoph Pöppe, Redaktion
  • Grundlagenforschung-Stopp

    17.01.2009, Hans Christian Falkenberg, 63533 Mainhausen
    Grundlagenforschung ist hier wichtig.

    Georg Bush stoppt Klimaforscher, "Intelligent Design" bekämpft die Evolution und der WWF die deutsche Forschungsmission? Klar ist auch Wissenschaft nicht unangreifbar. Aber hier geht es nicht um so genannten "wissenschaftlichen" Walfang.

    Hans Christian Falkenberg
  • Insektenmangel durch Autobahnen?

    16.01.2009, Prof. Dr. med. Dieter Tausch
    Was mich in diesem Zusammenhang schon lange interessiert: Gibt es einen "verkehrsbedingten" relevanten Rückgang von Insekten in Autobahnbereichen ?

    Waren die Frontpartien aller Autos zum Beispiel in den 1960ern Jahren (als ich meinen Führerschein erworben hatte) und natürlich auch noch später von toten Insekten übersät, so finden sich heute nur wenige. Es läge doch nahe, den millionenfachen, flächendeckenden Autoverkehr für eine Dezimierung der Insekten verantwortlich zu machen.
    Antwort der Redaktion:



    Sehr geehrter Herr Prof. Tausch,



    ob es explizite Studien zum Insektentod an Autobahnen in Deutschland gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. In den Vereinigten Staaten und in Großbritannien hat es jedoch jeweils mindestens eine Untersuchung zum Thema gegeben. George McGavin vom Oxford University Museum of Natural History wollte wissen, wie sich die Zahl der Insekten in verschiedenen englischen Grafschaften über die letzten Jahrzehnte verändert hat. Sie hat dramatisch abgenommen - sowohl die Vielfalt als auch die Quantität.



    McGavin und sein Team hatten gleichzeitig nachgeforscht, wie viele Insekten tödlich an Autos verunglücken und dazu Klebestreifen an Fahrzeuge verteilt. Anschließend zählten sie die Opfer - deren Zahl erstaunlich gering ausfiel: Pro fünf Meilen Fahrstrecke verunglückte nur ein Insekt auf der Karte. Ein Trend lässt sich damit natürlich nicht feststellen, sondern nur der Istzustand - Vergleichszahlen aus den 1960er Jahren etwa gibt es nicht, allenfalls Anekdoten.



    Gerhard Eisenbeis von der Universität Mainz und Peter Berthold von der Vogelwarte Radolfzell stellen allerdings einen anderen Zusammenhang her: Demnach brachen in den letzten Jahrzehnten die Insektenpopulationen hierzulande dramatisch ein, weil die Kerfe zu Milliarden jede Nacht an der grellen Beleuchtung von Städten und Industrieanlagen verenden, statt sich zu vermehren. Teilweise beobachteten sie bis zu 90 Prozent Abnahme an Insekten. Die Lichtverschmutzung dürfte daher der Hauptgrund sein, dass viele nachtaktive Insekten stark an Zahl abgenommen haben.



    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöhl