Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Die Nachteile und Gefahren der Kernkraft fehlen

    19.04.2008, Frank Stutzmann, Bonn
    Ich frage mich, welches Ziel der Autor mit diesem Artikel verfolgt. Soll der Klimawandel positiv beeinflusst werden, indem der CO2-Ausstoß weltweit gesenkt wird? Soll nur der CO2-Ausstoß in Deutschland reduziert werden, und geht es dabei um die politische Glaubwürdigkeit oder um wirtschaftliche Interessen, etwa den Verkauf von Technologien der Erneuerbaren Energien oder der Kernkraft?
    Am interessantesten finde ich das Argument der Glaubwürdigkeit. Deutschland müsse die EU-Ziele der CO2-Reduktion einhalten, um politisch glaubwürdig im globalen Handeln zu bleiben. Für mich ist es mit dieser Glaubwürdigkeit nicht weit her, denn die deutsche Regierung hat bei den Grenzwerten der Autoabgase bereits gezeigt, dass es keine allzu niedrigen Grenzwerte geben darf, wenn dann die deutsche Autoindustrie Schwierigkeiten bekommt.
    Auf die fehlende Glaubwürdigkeit der Regierung in Sachen Kernkraft geht der Autor nicht ein. Wie glaubwürdig sind energiepolitische Aussagen einer Regierung, die in Sachen Kernkraft den Ausstieg beschließt – übrigens im Konsens mit den Betreibern der Kernkraftwerke, die nicht einfach verpflichtet wurden, wie der Autor schreibt – dies aber nach wenigen Jahren wieder rückgängig macht?
    Auch alle anderen Nachteile, Schwierigkeiten und Gefahren der Kernkraft lässt der Autor schlicht unerwähnt, außer dem Problem der Endlagerung, dass er kurz im Nebensatz erwähnt, als er über die Problematik einer dauerhaften Lagerung von CO2 unter der Erde spricht. Wieso es in 1-2 Jahrzehnten möglich sein sollte, ein Gas am besten für immer sicher unter der Erde zu lagern, trotz all der Probleme die der Autor aufzeigt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Unter den Tisch fallen auch die anderen Kleinigkeiten wie der Transport des CO2 oder die notwendige Zahl der Lagerstätten.
    Es gibt sehr gute Gründe für den Atomausstieg. Die Gefahr eines Super-GAUs lässt sich nicht mathematisch aus der Welt schaffen und für schlicht zu unwahrscheinlich erklären. Ständig kommt es zu Zwischenfällen und werden weitere Mängel in den Kernkraftwerken bekannt. In Forsmark in Schweden wäre es 2006 beinahe zur Kernschmelze gekommen, da das Notstromsystem nicht richtig funktionierte. Die Notsysteme fallen auch in Deutschland immer wieder durch Mängel auf. Der Autor schlägt die Nutzung der Kernkraft für weitere 50 Jahre vor. Will er die mehr oder weniger unsicheren Reaktoren bis dahin weiter betreiben, die dadurch immer mehr zum Risiko werden? Oder sollen gar neue Kernkraftwerke gebaut werden?
    Hinzu kommt, dass es erwiesen ist, dass Kernkraftwerke im Normalbetrieb zu einer erhöhten Kinderkrebsrate führen. Dies wird von den Befürwortern der Kernkraft wegargumentiert, da die Grenzwerte ja eingehalten würden. Diese liegen aber ganz offensichtlich schlicht zu hoch.
    Ungelöst ist auch die Frage, wo der entstandene Atommüll für Hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden soll, ein für Menschen unvorstellbar langer Zeitraum. Zum Vergleich: Die ersten menschlichen Hochkulturen gab es vor ca. 5000 Jahren. Der Atommüll müsste 100- bis 200-mal so lange sicher verwahrt werden. Bislang weiß immer noch niemand, wie dies funktionieren kann. Das Versuchendlager Asse II säuft gerade ab, bereits nach 40 Jahren! Trotzdem wird unverantwortlich weiter Atommüll produziert.
    Noch zu erwähnen sind die negativen Folgen des Uranabbaus. Die Umwelt wird in diesen Gegenden, z.B. in Australien oder Russland, enorm verschmutzt, mit großen negativen Folgen für die Gesundheit der Bewohner der Gegenden.
    Wenn der Autor argumentiert, diese Uranvorräte würden noch für über 80 Jahre reichen, so ist dabei entscheidend, von welchen Voraussetzungen er ausgeht, und ob es ihm um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Deutschland oder auf der ganzen Welt geht. Denn zum Ersteren würde es reichen, die Kernkraftwerke laufen zu lassen und die gleiche Menge Uran abzubauen wie bisher. Um jedoch global gesehen den CO2-Ausstoß durch den Betrieb neuer Kernkraftwerke ernsthaft zu reduzieren, müssten sehr viele neue Kernkraftwerke gebaut werden, so dass die Uranvorräte deutlich schneller aufgebraucht wären. Denn derzeit werden laut Internationaler Energie Agentur nur 2,5% des weltweiten Stroms durch Kernkraftwerke produziert. Hier zeigt sich, dass es global gesehen eben nicht stimmt, dass sich durch die Kernkraft der CO2-Ausstoß deutlich reduzieren ließe. Selbst die Internationale Atomenergie Organisation IAEA hat im Juni 2004 in einem Bericht eingestanden, dass die Atomenergie sogar unter günstigsten Bedingungen überhaupt nicht schnell genug ausgebaut werden könnte, um den Klimawandel zu begrenzen.
    Erwähnt sei auch noch, dass Kernkraftwerke nicht CO2-frei sind, wie der Autor behauptet. Das stimmt lediglich für den reinen Betrieb. Jedoch wird Energie gebraucht, um aus dem abgebauten Uran Brennelemente herzustellen, und je geringer der Urangehalt des abgebauten Gesteins ist, desto mehr Energie ist dazu notwendig. Irgendwann wird die Energiebilanz negativ. Je mehr Kernkraftwerke auf der Welt gebaut werden, und je größer der Bedarf an Uran wird, wodurch der Preis steigt, desto minderwertigeres Urangestein kann noch wirtschaftlich genutzt werden. Dadurch wird dann noch mehr Energie notwendig sein, bei deren Produktion noch mehr CO2 freigesetzt wird.
    Der Autor meint, die Kohleindustrie und die Kohlekraftwerksbetreiber würden verhindern, dass der Einsatz der Kohle zu stark reduziert würde. Vermutlich auch deshalb wird so viel Geld in Versuche investiert, CO2 abzuscheiden und dauerhaft zu lagern, statt mehr in Erneuerbare Energien zu investieren. Vermutlich erhoffen sie sich hier größere Gewinne. Genauso könnte und sollte man fragen, warum Milliarden in die Erforschung eines Fusionsreaktors investiert werden und warum auf der Nutzung der Kernkraft bestanden wird, trotz oben beschriebener Kritik. Die Antwort wird die gleich sein wie bei der Kohle: wirtschaftliche und politische Interessen. Solange die Interessen der großen Stromproduzenten ein solches Gewicht haben, werden die Gewinne wichtiger bleiben als der Klimaschutz (siehe oben: die Autoindustrie und die Unterstützung der deutschen Regierung)!
    Die energiepolitische Lösung für die Zukunft liegt jedoch in einer dezentralen Energieversorgung, auf die der Autor aber nicht eingeht, ebenso wenig wie auf Blockheizkraftwerke mit einem hohen Wirkungsgrad durch Kraft-Wärme-Kopplung. Auch beim Ausbau der Windenergie wird stattdessen auf große Offshore-Parks verwiesen.
    Kritik kann man auch an den Subventionen für die Erneuerbaren Energien aus dem Artikel herauslesen, die ansonsten deutlich teurer wären. Auch die Kernkraft wurde bei ihrem Ausbau massiv subventioniert, und der Strompreis wird es heute noch, denn das Kostenrisiko für einen GAU zahlen nicht die Betreiber über eine ausreichende Versicherung, das müssten die Steuerzahler im Fall des Falles übernehmen. Bei einer angemessenen Versicherung würde sich der Betrieb eines Kernkraftwerkes nämlich finanziell nicht mehr lohnen. Auch die Kosten für die sehr lange Endlagerung sind in diesem sehr günstigen Strompreis kaum enthalten.
    Erneuerbare Energien sollen erst ab 2050 zur Versorgung ausreichen. Woher stammt diese Zahl? Und wer kann jetzt schon wissen, was in den nächsten 40 Jahren an Geldern investiert und an Forschungsergebnissen erzielt wird? Nur mal zum Vergleich: der Aufbau der Kernkraft hat in Deutschland keine 30 Jahre gedauert.

    Eine objektive wissenschaftliche Darstellung, wie ich es in Ihrer Zeitschrift erwartet hätte, ist der Artikel für mich nicht, da die Problematik der Energiegewinnung nicht ausgewogen von allen Seiten untersucht und beleuchtet wird. Schwierigkeiten, Probleme und Nachteile der Stromproduktion durch Kohlekraftwerke und Erneuerbare Energie werden dargestellt, jene der Kernkraft aber überhaupt nicht, diese wird einfach als Lösung der Probleme hingestellt. Die berechtigte Kritik an der Kernkraft, die ich oben knapp beschrieben habe, kann aber nicht einfach als Ideologie abgetan und ignoriert werden, sondern muss in die Gesamtbetrachtung und die Lösungsvorschläge einbezogen werden. Das tut der Autor nicht, deshalb müssen auch seine Schlussfolgerung in Frage gestellt werden.
    Bei einer solch einseitigen Darstellung muss der Autor sich übrigens nicht wundern, wenn Menschen vermuten, er sei ein Lobbyist.
  • Grundlegender Wandel nötig

    16.04.2008, Julian Maguhn, Freising
    Wir Menschen haben den Klimawandel mit verursacht, wir werden die Folgen zu spüren bekommen und wir müssen etwas unternehmen, um noch gravierendere klimatische Veränderungen zumindest einzudämmen. Dafür müssen wir insbesondere die Erzeugung und den Verbrauch von menschlich nutzbaren Energieformen überdenken und reformieren.
    Aber anstatt diesen längst überfälligen Wandel hin zu einer nachhaltigen Energiepolitik unmittelbar zu fordern, lässt Herr Kleinknecht die in meinen Augen einzig zukunftsfähigen regenerativen Energien als für die nächsten Jahrzehnte nicht realisierbar und konkurrenzfähig links liegen und erörtert im Folgenden die Nachteile einer modifizierten nicht zukunftsfähigen, konventionellen Erzeugungsform gegenüber einer überholten zweiten nicht zukunftsfähigen Form der Stromerzeugung. Dabei werden ausführlich die Probleme bei der angedachten Deponierung des von Kohlekraftwerken erzeugten Kohlendioxids aufgezeigt, das mindestens genauso ungelöste Problem der Endlagerung von radioaktivem Abfall wird allerdings nicht einmal erwähnt, ganz zu schweigen von der permanenten Bedrohungslage angesichts eines möglichen GAUs in einem AKW, dessen Wahrscheinlichkeit zwar noch so gering sein mag, der aber dennoch unverantwortlich bleibt.
    Des Weiteren erscheint mir die Gegenüberstellung von hochsubventioniertem regenerativ erzeugtem Strom einerseits und billigem Atomstrom andererseits angesichts der enormen Subventionen, die seit 50 Jahren in die Kernkraftindustrie fließen, etwas unfair.

    Natürlich ist ein grundlegender Wandel zu einer nachhaltigen Energieversorgung aus regenerativen Energieformen eine gewaltige Herausforderung, aber angesichts seiner unausweichlichen Dringlichkeit sollte man ihn nicht so einfach kurzfristig über Bord werfen. Es gibt alternative Vorstellungen zu 80.000 Windrädern: Den Energiebedarf durch Einsparungen in allen Bereichen erst einmal heruntergeschraubt, ist eine Versorgung durch einen breit gefächerten Mix aus dezentralen Windkraft-, Geothermie-, Solarthermie-, Biomasse-, Wasserkraft- und Photovoltaikanlagen in Kombination mit kleinen Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung durchaus schon eher vorstellbar.
    Und man sollte bedenken: Jede Investition in eine nicht zukunftsfähige Art der Energieerzeugung – und dazu zählt auch die Laufzeitverlängerung der AKWs – verzögert diesen notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen Versorgung mit 100 % regenerativen Energien.
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors:

    Ich unterstütze den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen; natürlich wird auf ganz lange Sicht dieser Übergang geschehen. Aber was sie falsch verstanden haben: hier geht es um das ganz konkrete von der Politik angesteuerte Ziel, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um 30 % zu senken. Und da stelle ich nüchtern fest, dass dieses Ziel nicht erreicht werden kann, wenn man die Kernkraftwerke abschaltet und ihre Stromerzeugung notwendigerweise aus neuen Kohlekraftwerken beziehen muß, ohne die alten abzuschalten. Denn die erneuerbaren Energien können bis 2020 höchstens 20 % unseres Stroms erzeugen, selbst mit großen Milliarden-Subventionen, und auch wenn Sie die ganze Liste ihrer Vorschläge verwirklichen könnten. Es geht um die konkreten Zahlen, und da wird in den 12 Jahren , die uns bis dahin bleiben, weder die Photovoltaik (jetzt 0,4 %) noch die Geothermie (jetzt etwa 6 Megawatt Leistung, also im Zehntel-Promille-Bereich) noch die Kraft-Wärme-Kopplung etwas ändern können, leider!
    Deshalb brauchen wir als Brückenenergie die Kernenergie für die nächsten 30 Jahre, um den Jahrzehnte dauernden Prozess des Übergangs zu den erneuerbaren möglich zu machen.
    Und zu den Risiken: das Risiko des Klimawandels durch die Endlagerung von jährlich 28 Milliarden Tonnen CO2 in der Atmosphäre ist viel größer als das der Endlagerung von einigen Tausend Tonnen abgebrannter Brennstäbe im Salzstock. Das sehen alle Industrienationen in Europa so, auch die bekanntlich an ihrer Sicherheit sehr interessierten Schweizer, die 50% ihres Stromes in Kernkraftwerken erzeugen. Sind die verantwortungslos?
    Prof. Konrad Kleinknecht
  • Nicht als bare Münze nehmen - weder Parallelwelten noch Paul Davies' "Aliens"

    15.04.2008, Prof. Paul Kalbhen, Gummersbach
    Man muss den Leserbriefschreibern Dr. Reisinger und R. Vogels dankbar dafür sein, klar gemacht zu haben, dass Hugh Everetts "Parallelwelten" reine Hypothesen darstellen, die nur auf mathematischer Modellierung basieren und nicht als 'bare Münze' zu nehmen sind. Doch sind sie 'spekulative Waisenkinder' im Vergleich zu Paul Davies' "Aliens" (in Spektrum der Wissenschaft, April 2008), dessen Abhandlung eigentlich in reinstem Konjunktiv geschrieben sein müsste!
  • Blick über den Tellerrand

    14.04.2008, Hubert Kreft, Berlin
    Hallo liebe Leute vom Spektrum d. W.,

    die Zeitung bedeutet für mich den Blick über den Tellerrand in andere Wissenschaften,
    tschüs und auf die nächsten 30 Jahre!

    Hubert Kreft
  • Klimapläne fernab der Realität

    14.04.2008, Georg-Ernst Weber, Schleiz in Thüringen
    Ich bin Laie. Doch die Darstellungen befriedigen mich nicht. Sie bieten keine Lösung. Trotz Effektivitätssteigerung bei Stromerzeugung und bei Stromverbrauchern bleiben die Belastungen für unsere Lebensgrundlagen zu hoch.
    Die „billigen Erzeugungskosten“ aus Kohle- und Kernkraftwerken bezweifle ich, sie enthalten nicht alle vorgeschalteten und nachgeschalteten Kosten, so auch nicht die Kosten für die Sanierung für die Umweltschäden, die gleichbedeutend sind mit Schäden an der Lebensqualität des Menschen auch nachfolgender Generationen. Die Sanierungsaufwände für den Uranbergbau oder die Rekultivierung der riesigen Landstriche im Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlengebiet dürften nicht in den Betriebskosten enthalten sein (wie auch die Schäden der Erdölindustrie von der Allgemeinheit zu tragen sind).
    Die Endlagerung von CO2 und Kernbrennstäben ist noch ungeklärt. Biomasse, die in nutzbare Wärme- und Stromenergie umgewandelt werden kann, steht nicht hinreichend zur Verfügung.
    Verfügbarkeit! Warum wird nicht prinzipiell der Energiebedarf hinterfragt? Überlebt die Menschheit mit niedrigem oder hohem Energieverbrauch? Die Liste der Verschwendung ist unendlich! Verbrauchssteigerung als „Fortschritt“, Investitionen, die unwiederbringlich Energie und Material „versenken“, Sinnlostransporte, Vernichtung klimaneutraler Regenwälder und Umwandlung in CO2-freisetzende Biomasseproduktionsflächen, exzessiver Fleischkonsum, Mobilität … es wäre viel zu „reformieren“.
    Marktwirtschaft vernichtet täglich durch Ressourcenverbrauch und Verdrängungswettbewerb Zukunftschancen. Es gibt zu wenig Wettbewerb um die nachhaltigste Lösung für die Zukunft, sondern überwiegend Wettbewerb um die höchsten Gewinne heute für wenige.
  • Hochspekulative Vermutungen

    14.04.2008, Prof. Dr. Wolf-Michael Weber, Münster
    Der Artikel von Paul Davies könnte kaum unwissenschaftlicher sein. Es gibt keinerlei Hinweise für die puren Vermutungen des Autors, die er folgerichtig ausschließlich im Konjunktiv präsentiert. So wimmelt der Artikel von „könnte, müsste, sollte, würde etc.“, dass es einem naturwissenschaftlich orientierten Leser übel werden könnte. Für die Existenz von wie auch immer gearteten Zellen, die durch andere molekularen Mechanismen gesteuert werden als die uns heute bekannten, ist kein seriöser Beleg in der fachwissenschaftlichen Literatur zu finden. Das hindert den Autor aber nicht daran, mit seinen hochspekulativen Vermutungen hausieren zu gehen.
    Alle seriösen Versuche, die von Davies propagierten „Aliens“ aufzuspüren, sind fehlgeschlagen. Experimente mit umgekehrten Chiralitäten (Händigkeiten) von Aminosäuren, Kohlehydraten und Nukleotiden widersprechen bis heute diesen zellulären „Aliens“.
    Ebenfalls unerträglich: Auf der Titelseite prangt die Schlagzeile „Relike der 2. Urzeugung könnten noch existieren“. Das ist barer Unsinn, da das irrige Konzept der Abiogenese spätestens seit den Arbeiten von Louis Pasteur widerlegt ist und heute sicherlich ausgeschlossen werden kann.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Professor Weber,


    danke für Ihre kritischen Anmerkungen!


    Wir verstehen uns als ein Magazin, das neben faktengestützten Artikeln gelegentlich auch aktuelle spekulative Themen aufgreift, sofern ernst zu nehmende Forscher sich damit beschäftigen – was hier durchaus der Fall ist. Viele Leser freuen sich, wenn sie über neue Entwicklungen informiert werden, selbst wenn die Inhalte noch nicht in allem abgesichert sind. Wir haben speziell zu diesem Artikel von Wissenschaftlern auch positive Kommentare erhalten. Dass Wissenschaft nicht nur aus der Verkündigung endgültiger Wahrheiten besteht, sondern bisweilen auch aus Debatten und Experimenten über manchmal auch gewagte Hypothesen, haben unsere Leser immer mit großem Interesse verfolgt.


    Forschung über außerirdisches Leben wird seit Jahrzehnten betrieben. Darüber hat unser Magazin immer wieder berichtet. Üblicherweise sind es ja Radioastronomen, die jede Teleskopzeit zur Suche nach Außerirdischen für vergeudet halten, weshalb die SETI-Suche heute ja überwiegend privat finanziert wird. Interessant war für uns nun der Ansatz, auch auf der Erde nach bisher unbekannten Lebensformen zu suchen. Es gibt ja seriöse Wissenschaftler, die behaupten, Hinweise auf dergleichen vorlegen zu können. Ob sie damit recht haben oder ihre Befunde sich eines Tages als Artefakte erweisen werden, muss die Zukunft zeigen. Wir können – und möchten – das nicht entscheiden. Dabei ist wie immer der Nachweis besonders schwierig, ob etwas nicht der Fall ist.




    Fundiert dürfte an dem Artikel zumindest sein, dass sich die Vorstellungen über die Lebensentstehung in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt haben. Dazu gibt es inzwischen ja verschiedene biochemische Modelle, von denen mehrere auch plausibel erscheinen.


    Wir werden Ihren Brief gerne zur Diskussion stellen.



    Mit den besten Grüßen


    Reinhard Breuer

  • Entscheidendes Argument fehlt

    14.04.2008, Heinrich Willy Rautenhaus, Marburg
    Leider finde ich in Ihrem Artikel das m.E. entscheidende Argument gegen Everetts Hypothese nicht: Bei jeder Verzweigung würde sich die Gesamtenergie des Systems vervielfachen. Jeder Zweig der Wellenfunktion nähme die gesamte Systemenergie in die Parallelwelt mit. Das gleicht der Anlagestrategie der "Hedge Fonds", mit der ja das Welt-Finanzsystem derzeit gewisse Probleme hat!

    John Wheeler ist ja dann auch offensichtlich in den Neunzigerjahren von Everetts Theorie vollkommen abgekommen und hat seine informationstheoretischen Deutung der Quantenmechanik entwickelt. "It from Bit" lautete seine Devise. In seiner Schrift "Information, Physics, Quantum - The Search for Links", Princeton 1990 findet sich eine sehr umfassende Literaturliste zu diesem Thema (beginnend mit Johannes Kepler und Robert Fludd (179 Quellen), Everett wird nicht einmal erwähnt!

    Es ist übrigens bewundernswert, wie sehr der verehrte Großmeister der amerikanischen theoretischen Physik damals an der deutschen Wiedervereinigung begeistert Anteil nahm!
  • Universalienrealismus

    13.04.2008, Reiner Vogels, Swisttal
    Fasziniert hat mich an dem im übrigen hervorragenden Leserbrief von Dr. K.J. Reisinger, daß die von ihm aufgezeigten Alternativen eine Vorschichte im jahrhundertelangen Universalienstreit des Mittelalters haben.

    Die von Reisinger Hugh Everett zu Vorwurf gemachte Denkstruktur, die "das logische Vermögen des Bewußtseins absolut real als Gesetzmäßigkeit des Seins" setzt, ist ja nichts anderes als eine neue Formulierung für den Universalienrealismus des Mittelalters. Der Universalienrealismus lehrte nämlich im Gefolge der platonischen Philosophie, daß allein die Universalien, also die Ideen bzw. die Begriffe, real seien, während die Phänomene der Erscheinungswelt ihr Sein lediglich als Abbilder dieser Ideen hätten. – In der Formelsprache des Avicenna: "universalia ante rem - Die Universalien sind eher als die Sache."

    Das Beharren auf dem induktiven Charakter jeder Naturwissenschaft, für das Reisinger eintritt, entspricht dagegen mehr dem Universaliennominalismus. Dieser lehrte ja, daß die Universalien lediglich "Namen", also von den konkreten Erscheinungen abgeleitete begriffliche Abstraktionen, seien. Avicenna: "universalia sunt post rem – Die Uiversalien kommen nach der Sache".

    Obwohl ich kein Naturwissenschaftler bin, gebe ich Reisinger insofern recht, als ich in der Tat den Eindruck habe, daß manche Theorien der modernen theoretischen Physik - nicht nur die Viele-Welten-Theorie, sondern auch die String-Theorien, nichts anderes sind als universalienrealistische Hypothesen, die von einer geradezu platonischen Auffassung der Mathematik herkommen und meinen, was mathematisch zwingend sei, müsse irgendwie auch real sein.
  • Quelle der Inspiration

    13.04.2008, Norbert Schrenk, Nürnberg
    Ich weiß nicht mehr, wie lange ich Spektrum schon Monat für Monat lese. Es muss wohl seit 1981, evtl. auch 1983 sein. Es ist schön, dass man im Laufe der Jahre des Lesens und des Mehrfachschmökerns seinen Kindern im Grunde alles erklären kann, bis ins Kleinste.

    Nun ja, der Zeitgeist verlangt, dass man schnell auf den Punkt kommt, zum einen bei den Erklärungen, die man als Spektrumleser geben kann, und zum anderen in dieser Mitteilung: Vielen vielen Dank an alle, die bisher an diesem Magazin gewirkt haben. Ihr habt viel bewirkt!
  • Frage an die Wissenschaft!

    13.04.2008, Norbert Schrenk Nürnberg
    Wie jeder Leser der schon sehnsüchtig am Bahnhofskiosk nach dem neuen Spektrum sucht, habe auch ich die Angewohnheit, die Dinge zu verstehen. Im Laufe der Jahre sieht man Theorien kommen und gehen. Was bleibt ist die Neugierde auf eben das Neue. Ich möchte eine Frage an die Wissenschaft stellen. Evtl. ist sie dumm oder wirr, aber es ist eine Frage die es verdient beantwortet zu werden.

    Sie lautet: Wie groß ist der Informationstraffic eines Raumzeitpunktes? Kann wirklich beliebig viel Information durch einen doch sehr kleinen Punkt in einem definierten Zeitintervall weitergeleitet werden?
  • AKW-Laufzeitverlängerung ist nur eine Option

    13.04.2008, Peter Silberg, Dortmund
    Vielen Aussagen von Prof. Kleinknecht kann ich uneingeschränkt zustimmen. So ist der Bau neuer Kohlekraftwerke, wenn auch mit höherem Wirkungsgrad als die bestehenden Altanlagen, kontraproduktiv im Hinblick auf die Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Auch die vielfach diskutierte Abscheidung und Sequestrierung des in den fossilen Kraftwerken produzierten Kohlendioxids wird mittelfristig (bis ca. 2020 - 2030) das Problem nicht entschärfen.
    Doch wie lassen sich die ehrgeizigen Reduktionsziele für CO2 erreichen? Ist die Laufzeitverlängerung der bestehenden Atomkraftwerke wirklich die Lösung? Gewiss ließen sich kurzfristig Treibhausgasemissionen vermeiden, sollten die Laufzeiten verlängert werden. Doch stellen sich - neben der Entsorgungsfrage für den radioaktiven Abfall - diverse Fragen zur praktischen Umsetzung: Wie lange sollen die Laufzeiten verlängert werden? Wie passt eine Laufzeitverlängerung in das Bild einer erhöhten Bedrohung durch internationale Terrorgruppierungen, wie hoch werden die Versicherungsprämien ausfallen? Wie bekommt man das Problem der Reaktorkühlung in den Griff, wenn die Sommer immer heißer und die Flusspegel niedriger werden? Wie hoch werden die Instandhaltungskosten sein, wenn die Laufzeiten um 10 bis 20 Jahre verlängert werden? Was passiert mit den steuerfreien Rückstellungen für den Rückbau der AKW, derzeit immerhin ca. 40 Mrd. EUR?
    Und eine wesentliche Frage, wenn es darum geht, die Laufzeitverlängerung der AKWs zum verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien zu nutzen: welche Summe werden die Betreiber wohl bereit sein, zu "spenden"? Welche Kosten werden sie für den Betrieb veranschlagen, welchen Gewinn werden die Betreiber öffentlich eingestehen?

    Die von Prof. Kleinknecht aufgezeigten Szenarien stellen nur einen kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten zur CO2-Minderung im Stromerzeugungssektor dar. Leider wurde in seinem Artikel mit keinem Wort die dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung erwähnt, deren Ausbau gemäß der Beschlüsse von Merseburg von derzeit ca. 12 % auf ca. 25 % bis 2020 angestrebt wird. Hier schlummert ein beträchtliches Potential zur Treibhausgasreduktion, zumal aktuell Mini-BHKW im Leistungsbereich von ca. 1kW el. auf Basis von Stirling- und konventionellen Verbrennungsmotoren kurz vor der Markteinführung stehen, die großflächig und verbrauchernah Strom und Wärme mit hohem Wirkungsgrad produzieren können.

    Ein wesentlicher Punkt wird sein, ob die zukünftige Stromerzeugung weiterhin zentral oder dezentral strukturiert sein wird. Hier spielt die Ertüchtigung des deutschen und europäischen Stromnetzes auch im Hinblick auf den verstärkten Ausbau dezentraler Energien die zentrale Rolle. Der Transport von Strom aus Kraftwerken, die mit Hilfe von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse über ganz Europa verteilt Strom erzeugen, ist keine Zukunftsmusik. Die derzeit in Angriff genommenen großen Windpark- und Parabolrinnenkraftwerksprojekte in Südeuropa belegen dies. Bei steigenden Strompreisen wird die ohnehin degressiv angelegte Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien weiter sinken und diese Technologien schnell konkurrenzfähig machen. Der Autor verweist mit Recht auf die Förderung Erneuerbarer Energien, leider fehlt im Beitrag ein Vergleich mit den Subventionen der fossilen und atomaren Kraftwerke.

    Wenn ich die Ausage von Prof. Kleinknecht bzgl. der Bedeutung regenerativer Energieerzeugung bis 2050 richtig interpretiere, ist der Neubau von AKW mittelfristig erforderlich, da Laufzeitzerlängerungen von 40 Jahren wohl kaum realistisch sind.

    Meines Erachtens ist nur die Nutzung aller verschiedenen Emissionsminderungsoptionen geeignet, um die anvisierten Klimaschutzziele zu erreichen. Die Laufzeitverlängerung der bestehenden AKW ist nicht der Königsweg. Erheblich verstärkte Anstrengungen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind gesellschaftlich akzeptiert und damit zielführender. Hier ist neben der Energiewirtschaft jeder einzelne gefordert, sich klimabewusst zu verhalten.
  • Hyperbolische Ornamente in Echtzeit – das ist neu

    12.04.2008, Martin von Gagern, Neustrelitz
    Herr Herfort hat in seinem Leserbrief auf sein Programm aus dem Jahre 1997 hingewiesen, das hyperbolische Ornamente darstellen kann. In diesem Sinne ist mein im Artikel erwähntes Programm tatsächlich keine Neuerung, was der Artikel übrigens auch nicht behauptet.

    Dennoch gibt es Unterschiede in der Zielsetzung wie in den Ansätzen. So geht es bei meinem Programm tatsächlich um das Zeichnen eines hyperbolischen Ornamentes mit der Maus in Echtzeit, was einen wesentlich intuitiveren Zugang zu hyperbolischen Ornamenten bietet als die Konstruktion und anschließende Berechnung eines IFS. Gerade die hochqualitative Echtzeiterstellung hyperbolischer Ornamente ist eine sehr speicherplatzintensive Aufgabe und hätte 1997 mangels Arbeitsspeicher keine große Chance gehabt.
  • Genfehler leitet Zugvögel in die Irre

    11.04.2008, Dr. rer. nat. Manfred Roth
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    in dem genannten Artikel vom 11. April wird kein positiver Beweis dafür genannt, dass es sich um einen Gendefekt handelt, der das flache Zugverhalten bedingt. Gibt es einen solchen, oder nimmt man nur an, dass eine genetische "Falschprogrammierung" vorliegt?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Dr. Roth,



    nein, es gibt leider keinen positiven Beweis, dass es sich tatsächlich um einen Gendefekt handelt. Das Zugverhalten basiert allerdings auf einem genetischen Programm, weshalb die Wissenschaftler Abweichungen auf einen Fehler im Ablauf dieses Programms zurückführen - gerade bei häufiger auftretenden Irrgästen aus Asien. Sie tauchen immer wieder unabhängig von Extremwetterlagen auf, weshalb andere Gründe eine Rolle spielen müssen.


    Um tatsächlich erbliche Merkmale festzustellen, müssten nach Meinung von Robert Brandl von der Universität Marburg, Mitautor der Studie, Zuchtversuche mit Irrgästen angestellt werden, um zu sehen, ob sich dieses Verhalten auf den Nachwuchs überträgt. Doch dafür treten die Fehlzügler zu selten auf.



    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöhl


    Redaktion spektrumdirekt
  • Immer auf dem Laufenden sein

    11.04.2008, Christina Albus, Bonn
    Für mich als Studentin der Biologie war und ist es immer wichtig, gerade in der schnelllebigen Bio-Wissenschaft neue Verfahren und neue Kenntnisse zu erwerben. Einen Teil dieser Informationsgier lässt sich mit Sicherheit über den Besuch von Seminaren und Vorlesungen bewerkstelligen, in denen die aktuellsten Forschungsergebnisse Gegenstand von Vorträgen sind.

    Nun kann ein Student, nicht alle Seminare besuchen, die ihn interessieren. Zudem werden nicht immer Seminare angeboten, welche das Steckenpferd bedienen. So sehe ich es für mich als beste Lösung an eine Zeitschrift zu abonnieren, die mir Monat für Monat aktuelle Erkenntnisse aus vielen naturwissenschaftlichen Bereichen auf den Küchentisch bringt.

    Zudem bietet einem die Zeitung Spektrum der Wissenschaft die Möglichkeit, die Fahrt zu den Eltern sinnvoll zu gestalten, auch wenn die Bahn etwas länger braucht. Ich kann jedem Studenten der Naturwissenschaften nur empfehlen, sich eine solche Zeitschrift öfter mal zu kaufen, um über den Tellerrand des Universitätsstoffes hinwegschauen zu können.
  • Einseitige Darstellung

    11.04.2008, Dr.-Ing. Ludger Siepelmeyer, Burscheid
    Subventionen für alternative Energiekonzepte - ja was glauben Sie denn, warum Atomstrom so billig ist, doch nur weil der Staat seit mehr als 30 Jahren gigantische zweistellige Milliardensummen in diese Technik steckt und die Abfallsicherstellungskosten (Atommüll) über Tausende von Jahren aus dieser Kostenbilanz elegant verschwunden sind.

    Warum muss das aus den Abgasen entfernte CO2 eigentlich Millionen Jahre gesichert gelagert werden? Und warum vergisst Herr Kleinknecht bei dieser Gelegenheit zu erwähnen, dass die Reste der Atomwirtschaft (Atommüll) Zehntausende von Jahren gesichert gelagert werden müssen - gesichert nicht nur gegen einfaches Freisetzen, sondern auch gesichert gegen unerlaubtes Manipulieren bzw. kriminelle Verwendung?

    Im Szeanrio B ist die Emmissionsminderung durch Gebäudesanierung auf einmal zu teuer, im Szenario A nicht: wieso das denn? Und im Szenario C taucht die Gebäudesanierung überhaupt nicht mehr auf?

    Wo bleiben eigentlich die Möglichkeiten der Energie- bzw. CO2-Einsparung im Verkehrsbereich: warum wird Flugbenzin nicht besteuert bzw. warum muss man zum "Taxipreis" von Hamburg nach Rom fliegen können? Warum müssen LKW von Bayern nach Italien fahren, um aus Milch Käse herzustellen?

    Ich muss in einem Punkt Herrn Kleinknecht zustimmen: wenn die Atomkraftwerke schon mal da sind, dann wäre es schon sinnvoll, diese bis zum Ende ihres sinnvollen und relativ ungefährlichen Lebensendes zu betreiben; dieses ist jedoch eine politische / gesellschaftspolitische Entscheidung, welches Risiko höher einzustufen ist: Klimawandel oder Atomgefahren.

    Letzten Endes muss man leider festhalten, dass die Qualifikation als Teilchchenphysiker nichts mit der Qualifikation als Klimaforscher zu tun hat und leider auch nicht gegen einseitige Darstellungen bewahrt. Da nützt es auch nichts, wenn er im Editorial hoch gelobt wird!

    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors:

    Sie haben völlig Recht: es geht um die Abwägung zweier Risiken, und da ist die mit 100% Sicherheit eintretende Klimakatastrophe als globales Phänomen sicher gefährlicher als die lokale Endlagerung von ein paar tausend Tonnen Uranrückständen an einem sicheren Ort im Salzstock (für deren Finanzierung die Stromkonzerne Rücklagen gebildet haben). Ihr Schluss ist ja auch richtig: dann soll man die sicheren Kernreaktoren doch weiterlaufen lassen, um Zeit und Geld (!) für den beschleunigten Aufbau der erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen, anstatt das Land mit neuen Kohlekraftwerken zuzubetonieren.
    Meine 3 Szenarien berücksichtigen alle CO2-Einsparungen durch Gebäudesanierung und Ausbau der erneuerbaren Energien, die bei der Laufzeitverlängerung für KKW größer sind, weil durch die abgeschöpften Milliarden-Gewinne größere Investitionen möglich sind.
    Unrecht haben sie mit dem immer wieder angeführten Argument der früher geförderten Entwicklungsarbeit für Kernenergienutzung; das ist bei der Windkraft und der Photovoltaik nicht anders: wir subventionieren die in 20 Jahren mit mehr als 50 Milliarden (Wind) bzw. 20 Milliarden Euro (PV) durch das EEG. Die Rechnung zahlt jeder Verbraucher über die erhöhten Stromkosten, auch der Hartz4-Empfänger in Castrop-Rauxel.
    Zur Endlagerung: das CO2 muss genauso lange gelagert werden wie die Uranrückstände, denn der Treibhauseffekt tritt ja auch ein, wenn das CO2 in 100 Jahren aus der Erde austritt.
    Und zum Flugverkehr: der trägt mit 2% zum CO2-Ausstoß bei, eine Besteuerung scheitert leider (noch) an der internationalen Konkurrenz.
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