Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Atomkraft - Nein Danke!

    16.04.2016, Paul R. Woods
    Anfang 1979 kam es im Reaktor Three-Miles-Island in Harrisburg zu einem schweren Störfall - was die RWE dennoch im Juli 1979 nicht davon abhielt 97 Gewinner eines Preisausschreibens nach Mülheim-Kärlich (auch als "der teuerste Schwarzbau Deutschlands" bezeichnet, genehmigt von der CDU-Landesregierung unter Helmut Kohl als Ministerpräsidenten) einzuladen. Bedenken und Einwände der Gäste (ich war einer davon) wegen Baugleichheit mit Harrisburg wurden beiseite gewischt. Der Reaktor in M.-K. ging allerdings nie ans Netz.
    Zu der Zeit waren Belgien und die Niederlande bereits aus dem Programm für den "Schnellen Brüter" in Kalkar ausgestiegen. Für meine Beteiligung an "Ich bin Gewerkschafter - Und gegen Atomkraft" wurde ich von der Gewerkschaft damals noch mit Ausschluss bedroht. Man erinnere sich: "es wird mehr an Energie produziert als hineingesteckt werden muss" behauptete die RWE - als wenn sie das perpetuum mobile er- oder gefunden hätte.
    Ja, mit Kernenergie wird Strom so billig, dass sich das Ausstellen von Stromrechnungen nicht mehr lohnen würde - so wurde in den 1950ern und 1960ern behauptet. Und die Erde ist eine Scheibe!
  • Korrekturen

    16.04.2016, Cornelia Mayer
    Wenn ich den englischen Beitrag (aus stuff.co.nz) lese, auf den Sie verweisen,
    dann lese ich, dass der Oktopus so groß wie ein Rugby-Ball war, also das Volumen von mindestens zwei Handbällen hatte und dass Inky in der Gefangenschaft drei mal wöchentlich (und nicht dreimal täglich) mit frischem Fisch gefüttert gefüttert wurde.
    Nicht schlecht für einen 200-Wörter-Text in einem Wissenschaftsmagazin...
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben natürlich Recht, danke für dien Hinweis. Zusätzlicher Lerneffekt: Größenvergleiche nur dann anstellen, wenn man weiß, wie groß etwas ist.
  • Von wegen die "Energiewende" ist besser...

    15.04.2016, Guido Scholzen
    ...Niedergang der Kohle... ist noch lange nicht in Sicht!

    Wenn ein großes Kohle-Unternehmen in den USA bankrott anmeldet, dann heisst das lange nicht, dass die Kohle weltweit nicht mehr gefragt ist. Hinzu kommt ja auch noch, dass die USA seit 10 Jahren zunehmend Fracking-Gas als Energielieferant haben.
    In China wird Kohle noch lange die Nummer 1 bleiben. (Unter uns gesagt: Die Chinesen kopieren den Westen, und die sind so schlau und kopieren nur das, was sich auch lohnt. Warum wohl kopieren die Chinesen nicht "unsere" Energiewende? :-)
    In Indien wächst der Kohleverbrauch stetig an und ein Ende ist nicht zu sehen.

    Zu behaupten, dass Kohle keine Chance mehr hat, weil die Energiewende dies bewirkt hat, ist Augenwischerei. Der Strompreis in Deutschland (und in Europa) steigt, weil die Energiewende immer mehr ein Fass ohne Boden wird und ausufert. Aber niemand in Politik+Presse (auch hier nicht bei Spektrum.de) will dies wahrhaben. In deutschen Landen kann man sich diese "energiewende" (=schlechte Stromwende) scheinbar noch leisten, in andern europäischen Ländern wie Belgien und Spanien sind die Konzepte schon vor Jahren zusammengebrochen. In Belgien setzt man wieder mehr auf die Kernenergie; die AE, obwohl genügend Watt-kapazitäten installiert sind, konnten nicht mals einen einzigen Kernreaktor ersetzen.
    Wir brauchen STROM, keine verlogene grüne Öko-Propaganda, wo eine gescheiterte stattliche Planwirtschaft noch als Erfolg verkauft wird.

    Peabody-Energy ist bankrott? Ja, so was kann passieren, das Unternehmen pleite gehen. Wenn die keinen Reibach mehr mit Kohle machen, dann eben andere auf dem Markt. Mal sehen, wer sich die Konkursmasse unter den Nagel reißen wird.
  • Einseitig

    14.04.2016, Frank Svoboda
    Es soll auch vorkommen, dass eine Frau Geschlechtsverkehr mit mehreren Männern hat. Es gab (oder gibt?) ja schließlich auch Matriarchate. Wenn man den Geschlechtsakt betrachtet, muss man feststellen, dass ein Mann i.d.R. eher zum Orgasmus kommt als eine Frau. Möglicherweise ist das von der Natur so vorgesehen, damit eine Frau mit mehreren Männern Geschlechtsverkehr hat. Denn wenn nicht feststeht, wer der Vater eines Kindes ist (damals gab es ja noch keine Vaterschaftstest), fühlen sich mehrere Männer für die Kinder verantwortlich, was letzlich den Zusammenhalt und die Entwicklung einer Gruppe stärkt. Die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten muss so gravierend gewesen sein, dass sich die Monogamie letzlich durchgesetzt hat, obwohl die Polygamie evolutionär vorteilhafter ist. In früheren Zeiten wurde eine Krankheit schließlich auch als Strafe Gottes betrachtet, weshalb sich wahrscheinlich auch viele Religionen die Monogamie auf die Fahnen geschrieben haben.
  • Auch wenn der Titel des Artikels natürlich ironisch gemeint ist...

    14.04.2016, Thorsten
    ... musste ich doch meinen Ekel überwinden ihn überhaupt anzuklicken. Naja, wenigstens gibt der Inhalt Anlass zur Freude :)

    Dann gibt es neben Ad-Blockern demnächst auch noch Click-Bait-blocker (oder auch alles in einem Plugin) und/oder Google kürzt die Werbeerträge für entsprechende Seiten. Ich würde es jedenfalls begrüßen.
  • meppl

    14.04.2016, Johannes Nordhoff
    Es ist schön auch Bilder zeigen zu können. Allerdings habe ich ein Problem mit dieser Bildbeschreibung:

    > Blühendes Death Valley
    > Dank El Niño fiel im Tal des Todes so viel Regen, dass zahllose Blumen blühten.

    Blumen blühen nach längerem Regen nicht einfach so. Dafür braucht es Samen. Nun könnte es natürlich sein, dass zufällig viele Samen durch den Wind ins Death Valley geweht werden, die dann normalerweise alle dem Tode geweiht wären, wenn es nicht durch eine Anomalie mal irgendwann in 1000 Jahren zu ausgiebigem Regenguss käme.
    Wahrscheinlicher aber ist, dass es sich um ein periodisches Phänomen handelt - Wikipedia sei dank: https://de.wikipedia.org/wiki/Death-Valley-Nationalpark#Hidden_Valley

    Das hat mich gleich an „SPIEGEL ONLINE” und andere Zeitungen erinnert. Diese schrieben, dass die Natur wegen des Klimawandels verrückt spiele - gezeigt wurden bspw. blühende Kirschbäume zur Winterzeit. Na Baumschule-Horstmann sei dank, weiß ich, dass es soetwas schon lange gibt, und zwar in Gärten hier in der Bundesrepublik: https://www.baumschule-horstmann.de/shop/exec/product/729/53/Schneekirsche-Winterkirsche-Japanische-Bluetenkirsche-Autumnalis.html

    Bilder von Blumen sind trotzdem schön ;)
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Nordhoff,

    natürlich ist es ein periodisches Phänomen: Die Samen stammen von Blütenpflanzen, die im Death Valley vorkommen. Wenn die Bedingungen stimmen (ergiebige Niederschläge), keimen sie und es kommt zur Massenblüte. Die Samen können dabei sehr lange im Boden verbleiben, bis erneut die Bedingungen passen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Ins Schwarze getroffen

    14.04.2016, Hr. S. Schmidt
    Vorliegender Artikel fällt in den Themenbereich, aus dem sich die Leser von Spektrum.de einen Zuwachs an Artikeln wünschen. Dies sind Themen, die das Interesse der Leser am ehesten treffen.

    Schmidt
  • Eine Null zu wenig?

    14.04.2016, Thomas Pruß
    "Auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet sollte es demnach unter den rund 100 000 Einwohnern Judas mehrere hundert Schreibkundige gegeben haben."
    Das klingt mir aber nicht, wie im Text dargestellt, nach einer allgemeinen Verbreitung des Schreibens und Lesens unter den Einwohnern. Ist Ihnen beim Schreiben evtl. eine Null abhanden gekommen?
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Pruß,
    nein, die Angabe ist so gemeint. Worauf die Autoren hinauswollen, ist meiner Ansicht nach, dass nicht nur eine kleine exklusive Gruppe, z.B. die Priesterschaft, des Lesens und Schreibens mächtig war, sondern darüber hinaus auch andere Bevölkerungsteile aus ganz anderen Aufgabenbereichen, eben militärische Befehlshaber oder Beamte beispielsweise. Mit anderen Worten: Die Oberschicht konnte schreiben, nicht nur die (oder "eine") Elite.
    Beste Grüße, jd/Red

  • Was sau cool wär:

    14.04.2016, Michael
    habt ihr den Link zu dem Spiel? würde das Spiel auch gern mal ausprobieren. 10.000 Gamer haben die Lösung gebracht, aber ich glaube für andere wäre das Spiel auch interessant. würde bestimmt spaß machen, vor allem mit dem Wissen, dass es wissenschaftlich ist. Vielleicht könnt ihr ja ne Rubrik machen mit solchen Spielen.
    Antwort der Redaktion:
    Google ist dein Freund, lieber Michael... Hier der link zu Quantum Moves: https://www.scienceathome.org/games/quantum-moves/game
  • 10 absolut unglaubliche Dinge, die Sie garantiert noch nicht über Clickbait wussten

    13.04.2016, Rainer Zufall
    http://www.der-postillon.com/2016/03/10-unglaubliche-dinge-die-sie-noch.html
  • Erwiderung

    13.04.2016, Dr. J. Götz
    Sehr geehrte Redaktion, der Schluss, den Sie mir unterstellen, lässt sich aus meinem Kommentar nicht ableiten. Es ist aber richtig, dass ich das mit dem Reinigen des Grills mit der Drahtbürste verbundene Risiko in Kauf nehme. Es mag bestehen, ist aber so gering, dass es unter den alltäglichen Risiken, denen wir ausgesetzt sind - oder uns auch sehr freiwillig wie beim Grillen - aussetzen eine absolut untergeordnete Rolle spielt. Einen Anhaltspunkt dafür liefert der Katalog der Risiken von Dirk Proske, Eigenverlag Dresden, 2004, ISBN 3-00-014396-3. Herr Proske setzt sich darin mit Risiken und Ihrer Darstellung auseinander. Bei den Sterbehäufigkeiten (aufgrund verschiedener Ursachen und verschiedener Datenquellen ca. 140) taucht das in Rede stehende Risiko nicht auf. Bei der Betrachtung nach Tagen verlorener Lebenstage für verschiedene Aktionen und Situationen ist es der Kategorie "Gebratenes Fleisch" zuzuordnen. Dort ist es mit 0,125 verlorenen Tagen Lebenserwartung angegeben und nimmt in der Reihenfolge die 119. Position ein. Entscheidend ist aber nicht die Rangnummer, sondern die Reihenfolge, also nach welchen anderen Risiken es einzuordnen ist. Und da schlagen viele alltägliche Ursachen - z.B. Haushaltunfälle - oder Aktivitäten wie Wandern mit höheren Risiken zu Buche. Bedeutet: Grillen stellt kein Risiko dar, welches die Sicherheit unserer Gesundheit bzw. unseres Lebens nennenswert beeinträchtigt. Der kritisierte Artikel ist nichts anderes als Alarmismus, den brauchen wir nicht. Fazit: die Sicherheit wurde nicht ignoriert.
    Ich freue mich auf das nächste Grillen - natürlich mit Thüringer Rostbratwürsten!
  • Mauersegler vergessen?

    12.04.2016, Florian Mengedoht
    Mauersegler starten im August vom Nest in Europa, fliegen bis Südafrika und kehren Ende April wieder zum Nest zurück. Ohne Zwischenlandung wenn alles normal läuft. Das heißt geflogen wird von August bis April, auch in der Nacht!!
    Und hat man den Vöglen ihr Nest kaputtrenoviert, so kreisen sie auch von Mai bis August unnunterbrochen über dem früheren Nistplatz, bis es wieder nach Süden geht oder sie tot vom Himmel fallen..
    Antwort der Redaktion:
    Der Mauersegler ist natürlich auch ein Hochleistungstier - ich musste mich leider auf zehn beschränken ;-)
  • Konklusion steckt schon in der Prämisse

    12.04.2016, Andreas Leue, Hamburg
    Wie im Artikel zu Recht kritisch angemerkt, ist die Prämisse, dass ein einzelner "Verrat" ausreicht, um das Zusammenbrechen der Verschwörung herbeizuführen, nicht gesichert. Ich würde noch weitergehen: Die Modellierung lässt schon im Ansatz kein anderes Ergebnis zu, als dass die Sache irgendwann auffliegt – auch wenn es sehr lange dauert. Nun ist es aber nicht nur so, dass sich professionelle Verschwörer darum bemühen werden, den Kreis der Vertrauten klein zu halten und die Verratswahrscheinlichkeit zu minimieren, sondern ein ganzes Arsenal anderer Geschütze auffahren werden, die nicht in der Zerfallsformel vorkommen, wie Gegeninformationen, Abstrafung oder Verwirrung. Da selbst schon im Umgang mit ganz harmlosen Wahrheiten (Galileo Galilei, Biedermann und die Brandstifter, das "Zwischenlager" Gorleben, Verbesserungen in Unternehmen usw.) die Verbreitung auf erheblichen Widerstand stoßen kann, ist die Frage, ob eine realistischere Modellierung nicht viel weitergehend Elemente der Mem-Konkurrenz, -Evolution usw. enthalten müßte, und ob unter diesem Blickwinkel die sichere Falsifizierbarkeit von Verschwörungstheorien eben doch wieder (leider) in weite Ferne rückt (bei der Mondlandung würde ich aber tendenziell auf Ihrer Seite stehen). Weiter gedacht stellt sich die Frage der Wahrheitsfindung im Informationszeitalter: "Aufklärung 2.0". Dem Experiment der Version "1.0" wäre dann vielleicht ein Trust-basiertes Reporter-Netzwerk mit pgp-signierten Nachrichten gleichzusetzen?
  • Scheinriese

    12.04.2016, Mathilde
    "Manchmal ist die Wissenschaft ein Scheinriese: Je näher man herankommt, desto schneller schrumpft sie auf Normalmaß."
    So scheinen mir auch viele journalistische Artikel zu wissenschaftlichen Nachrichten aufgebaut zu sein (nicht dieser). Zu diesem Thema war das auch so: Erst kommt der Trommelwirbel und dann die Enttäuschung/Erleichterung? für den Leser. Aber wer trägt da zu dick auf?
  • Altbewährte Methode oder "Wissenschaft"?

    12.04.2016, Dr. Bernd Krause
    "Die Idee, durch Einsatz von medizinischem Gewebeband Blasen zu verhindern, ist nicht neu. Sie wird in der Szene der Marathonläufer bereits länger diskutiert und erprobt. Dabei kommen Klebebänder unterschiedlichster Machart zum Einsatz."

    ... aber nicht nur unter Marathonläufern: Das Abkleben empfindlicher bzw. blasenanfälliger Hautstellen an den Füßen gehört schon seit Jahrzehnten zu den "Tricks", mit denen zahlreiche "Fußgänger" vertraut sind, die längere Wege per pedes zurückzulegen haben. Bereits in meiner Schulzeit (1970er Jahre) überstand ich so eine mehrtägige Bergwanderung, und während meiner Wehrdienstzeit war es weit verbreiteter Usus, vor Märschen die gefährdeten Fußpartien abzukleben. In der Regel war die Blasenbildung damit nicht nur um 40% (wie oben angegeben), sondern bis zu 100% reduziert. Noch heute benutze ich gelegentlich einfaches Heftpflaster(-band), um neue Schuhe einzulaufen.

    "Nun schlagen Wissenschaftler um Grant Lipman von der Stanford University eine vergleichsweise einfache Methode vor, um die Blasenbildung schon im Vorfeld zu verhindern: hautfreundliches Gewebeband... "

    Dazu bedarf es angesichts oben genannter Erfahrungwerte, die sicher nicht die meinigen allein sind, keiner Wissenschaft. Heute mag das Klebeband ein anderes und beim Entfernen vielleicht weniger schmerzhaft sein - das Prinzip jedoch ist nicht neu. Die hier vorgestellte Studie liefert meiner Meinung nach keine neuen Erkenntnisse.