Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Schwefelschirm: Was sind die Nebenwirkungen?

    29.01.2009, Liane Mayer, Wien
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Impfung der Atmosphäre mit Schwefelpulver ganz ohne Nebenwirkungen bleibt. Das ständig nachgefütterte Pulver muss doch irgendwo hinkommen, wo es ohne Atmosphärenimpfung nicht hinkäme - was bewirkt es dort? Hat sich das schon wer überlegt?

    LG, Liane Mayer
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Mayer,



    dazu haben sich in der Tat schon Chemiker und Geowissenschaftler Gedanken gemacht. Und die potenziellen Folgen wirken nicht gerade beruhigend: So könnten Schwefelverbindungen in der Stratosphäre die Ozonschicht schädigen - und damit die Erholung des Ozonlochs verzögern. Nach gegenwärtigem Erkenntnisstand und Beobachtungen von großen Vulkanausbrüchen der jüngeren Vergangenheit ist dieser Effekt bei künstlichen Schwefelinjektionen vernachlässigbar: Die benötigten Schwefelmengen liegen deutlich unter den bei Eruptionen freigesetzten.



    Unklar ist auch, ob sie sich tatsächlich global verteilen und damit weltweit kühlend wirken. Oder ob sie sich regional konzentrieren und nur dort ihre abschattende Wirkung zeigen, während andernorts die Aufheizung rasant voranschreitet. In diesem Zusammenhang von Bedeutung sind jedoch weiterhin regionale Wetterveränderungen, wie Alan Robock von der Rutgers University in New Brunswick und seine Kollegen befürchten. Das könnte bis hin zum Ausbleiben des Monsuns in Asien und Afrika führen, weil die globale Zirkulation durcheinander gerät. Zumindest steigt das Risiko von Dürren in bestimmten Regionen.



    Möglicherweise vergrößerte sich durch die Impfung auch das Problem des "Sauren Regens", wenn die Schwefelverbindungen wieder aus der Atmosphäre ausgewaschen würden. Paul Crutzen, der Nobelpreisträger für Chemie und Vertreter der Schwefelschirmidee, geht allerdings davon aus, dass Injektionen in hohe Atmosphärenschichten nicht zu versauertem Niederschlag führen. Wenig verstanden sind zudem mögliche Veränderungen in der irdischen Lufthülle generell: Forscher prognostizieren eine wärmere Tropopause - dem Übergang zwischen Tropo- und Stratosphäre - sowie eine feuchtere Stratosphäre. Beides könnte wiederum die Ozonschicht beeinflussen.



    Schließlich gibt es noch ästhetische Folgen: Da die Aerosole sehr viel Licht streuen, bleicht der Himmel womöglich aus. Er wirkte blasser oder gar weißlich statt blau. Die Sonnenuntergänge könnten dagegen kräftiger rot ausfallen, wie dies in der Vergangenheit bei Vulkanausbrüchen ebenso der Fall war.



    Abgesehen von diesen Effekten bleibt fraglich, ob die Weltgemeinschaft dieses Projekt finanziell und technisch stemmen möchte: Nach Crutzens Berechnung kostete das Vorhaben zwischen 25 und 50 Milliarden Dollar jährlich - die dafür notwendige Logistik und noch nicht ausgereifte Liefertechnik nicht eingerechnet.



    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöhl


    Redaktion spektrumdirekt
  • Darwins Hauptwerk selten gründlich gelesen

    29.01.2009, Dr. Karl Peter Ohly, Bielefeld
    Für seine Behauptung, dass Darwins "Origin" selten gründlich gelesen wird, liefert Christoph Marty selbst den schlagenden Beweis.

    Auf Seite 50 zitiert er Darwin: "Wenn man zeigen könnte, dass irgendein komplexes Organ existiert, dass nicht durch aufeinanderfolgende, geringfügige Modifikationen gebildet worden ist, würde meine ganze Theorie zusammenbrechen." Marty qualifiziert diese Stelle als Beleg für Darwins selbstkritische Haltung und fügt die Behauptung an, Darwin "vermochte sich zum Beispiel nicht vorstellen, wie sich etwa das Auge durch natürliche Ausleseprozesse entwickelt haben könnte".
    Der Blick in den "Origin" zeigt leicht, wie falsch beide Behauptungen sind. Der dem zitierten Satz über das mögliche Zusammenbrechen seiner Theorie folgende Satz lautet: "Ich vermag jedoch keinen solchen Fall aufzufinden." Offenbar ist Darwin von der Stabilität seiner Theorie fest überzeugt.

    Was das Auge angeht so ist Marty einem verbreiteten Mythos aufgesessen, an dessen Verbreitung die Kreationisten mitgestrickt haben. Im Kapitel 6 "Schwierigkeiten der Theorie" setzt er sich in dem dritten Abschnitt, der die Zwischenüberschrift "Organe von äußerster Vollkommenheit und Zusammensetzung" trägt, mit diesem Problem auseinander. Der Text wird eingeleitet mit der Behauptung: "Die Annahme, dass sogar das Auge mit all seinen unnachahmlichen Vorrichtungen, ... , nur durch natürliche Zuchtwahl zu dem geworden sei, was es ist, scheint, ich will es offen gestehen, im höchst möglichen Grade absurd zu sein." Diese Formulierung wird von Kreationisten aus durchsichtigen Gründen gerne zitiert. Der folgende Abschnitt zeigt jedoch, dass dieser Satz von Darwin rein rhetorisch gemeint ist. Er fährt fort, dass auch die kopernikanische Vorstellung der um die Sonne bewegten Erde zunächst für falsch gehalten worden sei und das "alte Sprichwort 'vox populi, vox dei' ... in der Wissenschaft" nicht gelte. Auf den folgenden zwei Seiten (der Ausgabe, die ich zur Hand habe) erläutert er dann - unter Verweis auf andere Autoren wie Johannes Müller oder Owen - wie die Evolution des Auges in kleinen Schritten zu denken sei.


    Auch bezüglich der Deutung des Begriffs "Kampf ums Dasein" lohnt es, den darwinschen Text zu konsultieren. Zu Anfang des dritten Kapitels "Der Kampf ums Dasein" setzt sich Darwin ausdrücklich mit dem Gebrauch des Ausdrucks "Kampf ums Dasein" auseinander und erläutert: "Ich will hier bemerken, dass ich den Ausdruck "Kampf ums Dasein" in einem weiten und metaphorischen Sinne gebrauche; er bezieht sich auf die gegenseitige Abhängigkeit der Wesen voneinander, und (was wichtiger ist) nicht allein auf das Wesen des Individuums, sondern auch auf die Möglichkeit einer Nachkommenschaft." Als Beispiele führt er an: "... man kann auch sagen, eine Pflanze kämpfe am Rande der Wüste um ihr Dasein gegen die Dürre, obwohl es angemessener wäre zu sagen, sie hänge von der Feuchtigkeit ab" oder bezogen auf die Verbreitung der Samen bei der Mistel " ... man kann metaphorisch sagen, sie (die Mistel) ringe mit anderen Beeren tragenden Pflanzen um die Vögel, die ihre Früchte verzehren und ihre Samen ausstreuen sollen."

    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Ohly,

    in der Tat hat Charles Darwin die Evolution des Auges in den Origin ausgiebig erörtert. Darwins Ausführung - mit ihrem Bezug auf die Ursprünge unseres Sehorgans als Pigmentaugen - ist sogar sehr modern im Sinne der heutigen Biologie.

    Zieht man allerdings historische Quellen hinzu, ergibt sich ein differenzierteres Bild: So schrieb Darwin zum Beispiel noch nach dem Erscheinen der Origin in einem Brief (datiert zum 8.-9. Februar 1860) an den amerikanischen Botaniker Asa Gray über dessen Einschätzung zu Darwins
    Artenbuch:

    "About weak points I agree. The eye to this day gives me a cold shudder, but when I think of the fine known gradations, my reason tells me I ought to conquer the cold shudder." (Originalquelle zu finden unter
    http://www.darwinproject.ac.uk/darwinletters/calendar/entry-2701.html)

    Darwin erkannte die Frage zur Entwicklung des Auges also durchaus als Problem. Zwar meinte er, mit seinen Theorien eine schlüssige Erklärung dafür gefunden zu haben. Doch schien er zugleich auch erstaunt über die so zum Ausdruck gebrachte Schaffenskraft der von ihm postulierten Evolutionsmechanismen. Dass die Natur zu solchen Leistungen im Stande sein soll, vermochte sich Darwin also nur schwer vorzustellen. Und eben dies sollte die von Ihnen kritisierte Textstelle zum Ausdruck bringen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christoph Marty
  • Fermat-Vermutung aus ABC-Vermutung

    28.01.2009, Klaus Lange, Mahlow
    Die ABC-Vermutung ist für jeden Polynomring über einem Körper schon bewiesen worden (Masons Theorem). Daraus wurde auch auf gerade mal drei Seiten die Fermat-Vermutung bewiesen, siehe Michael Rosen: Number Theory in Function Fields.
    Antwort der Redaktion:
    Die genannte Aussage folgt aus der im Artikel zitierten Aussage, dass die Höhenvermutung über Funktionenkörpern richtig ist. Leider war es nicht möglich, diese Zusammenhänge in dem beschränkten Raum des Artikels ausführlicher darzulegen. Näheres findet sich in
    • R. C. Mason: Equations over Function Fields, in: Number Theory, Noordwijkerhout, Lecture Notes in Mathematics 1068, Springer, Heidelberg 1984, S. 149–157
    • G. Frey: Galois representations attached to elliptic curves and diophantine problem, in: M. Julia, T. Metsänkylä (eds.): Number Theory. De Gruyter, Berlin 2001, S. 71–104

    Gerhard Frey, Universität Duisburg-Essen
  • So einfach ist es nicht

    28.01.2009, Prof. Dr. Michael Bredol, FH Münster - FB Chemieingenieurwesen
    Die Erklärungen zum "Lesen im Kaffeefleck" auf Seite 30 sind leider unvollständig und in einigen Teilen falsch. Bei Kontakt einer Flüssigkeit mit einem Festkörper stehen am Rand drei (und nicht zwei) Phasen miteinander im Gleichgewicht (Flüssigkeit, Festkörper, Gasphase), daher sind auch drei Grenzflächenspannungen zu berücksichtigen (Young-Gleichung) und nicht nur zwei "Grenzflächenenergien".

    Im eingestellten Kräftegleichgewicht bildet die Flüssigkeit daher vielmehr einen festen "Kontaktwinkel" (Tangente im Dreiphasenpunkt) zum Festkörper aus. Bei Verdunstung des Tropfens zieht sich die dadurch definierte Kontaktlinie nur deshalb nicht zurück, weil auf einer gewöhnlichen Tischoberfläche chemische Inhomogenitäten die Kontaktlinie "festhalten"; man unterscheidet in der Oberflächenmesstechnik daher auch zwischen "vorwärtsschreitendem" und "zurückziehendem" Kontaktwinkel und nutzt diese Differenz (Hysterese) zur Charakterisierung der Oberflächenbeschaffenheit.

    Diese Inhomogenitäten können dabei durchaus auch durch Stoffe verursacht werden, die aus der Flüssigkeit auskristallisieren. Der Rand im Kaffeefleck ist daher die Folge eines kinetischen Effekts, und keineswegs ein Gleichgewichtsphänomen, wie im Artikel suggeriert wird. Auf den bekannten Lotusblättern und ähnlichen Oberflächen ohne Kontaktwinkelhysterese wird es daher auch keine Kaffeerandflecken geben ...
    Antwort der Redaktion:
    Der Autor Prof. Dr. H. Joachim Schlichting antwortet selbst: "Vielen Dank für Ihre ergänzenden Bemerkungen. Ich habe die von Ihnen angesprochenen Aspekte bewusst weggelassen. In dem Bemühen, ein alltägliches aber physikalisch anspruchsvolles Problem auf begrenztem Raum so zu beschreiben, dass es für gebildete Laien lesbar und verständlich bleibt, habe ich mich nach reiflicher Überlegung für diese vereinfachte Darstellung entschieden.

    Oberstes Prinzip ist dabei die 'Anschlussfähigkeit' der Erklärung. Damit meine ich die Möglichkeit, bei zunehmendem physikalischem Hintergrundswissen der Adressaten auf dieser Erklärung ohne umzulernen aufbauen zu können. Für Leser mit Spezialkenntnissen habe ich auf die angegebene Fachpublikation verwiesen. Die Alternative darf meines Erachtens nicht sein, auf eine Beschreibung des Phänomens für Laien zu verzichten.


    Der von Ihnen erwähnte Lotuseffekt wäre indessen ein weiteres für Laien interessantes Beispiel."
  • Märkte - kybernetische Netzwerke

    28.01.2009, Dr. Ulrich Grob, Hamm am Rhein
    Herr Dr. Springer weist in seinem Einwurf "Wanted: Theorie für wilde Märkte" völlig zu Recht darauf hin, dass die Ökonomie nur begrenzt als Wissenschaft akzeptiert werden kann, da die verschiedenen Zweige dieser Lehre keine konsistenten Modelle der Realwelt liefern können.


    Ich persönlich bin allerdings nicht über die aktuellen und die in den letzten Jahren stattgefundenen Marktgeschehnisse überrascht, ja habe solche erwartet. Alle Märkte, ob lokal oder global, sind kybernetische Netzwerke und unterliegen damit auch den fundamentalen Gesetzmäßigkeiten der Kybernetik und der Physik. Die Antriebsenergie für alle Märkte erwächst aus Potenzialunterschieden und alle Märkte bestehen aus rückgekoppelten Regelkreisen. Nun hat die Globalisierung massive Veränderungen in allen Marktsystemen bewirkt. Alle Marktteilnehmer (Produzenten wie Konsumenten, Manager wie Kleinabnehmer) haben sich extrem erfolgreich bemüht, einen wesentlichen Hemmschuh des (kurzfristigen) Wachstums aus allen Systemen zu eliminieren: Die zeitliche Verzögerung.


    Geschäfte, Transaktionen, ja selbst der Warentransport haben sich in den letzten vierzig Jahren extrem beschleunigt. Jede Information über alles ist ohne zeitliche Verzögerung an jedem Punkt des Planeten verfügbar. Die Aktienkurse in Tokyo sind für mich genau so schnell zugänglich wie für den Broker vor Ort. Die zeitliche Verzögerung ist in den Märkten allerdings ein wesentliches Dämpfungselement. Wenn man nun, wie geschehen, aus einem Regelkreis die Dämpfung fast vollständig eliminiert, so besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das System anfängt über das normale Maß hinaus zu schwingen. Solche Systeme verzeichnen eine Steigerung bei Frequenz wie Amplitude. Und genau das beobachten wir mit dem Globalmarkt. Die Indikatoren sind recht trivial die Aktienindizes der Welt: Dow Jones, DAX, etc. Die Kursverläufe der letzten zehn bis zwanzig Jahre sind erhellend wie erschreckend zugleich. Die Ausschläge nach oben wie unten sind verstärkt vorhanden (Amplitude) und die Häufigkeit von Höhen und Tiefen steigt (Frequenz).


    Dieser fundamentale Eingriff in das Regelkreissystem Weltwirtschaft lässt für mich persönlich nun einige Schlüsse zu. Ohne korrigierende Eingriffe erwarte ich eine relativ zügige Aufwärtsbewegung der Kurse, und zwar über den bisherigen Höchststand hinaus. Diese Hochphase wird aber nicht mehr so lange wie die letzte Boomphase andauern, nur um abrupt und verstärkt in eine weitere Abwärtsphase zu münden, die durchaus heftiger sein kann als die aktuelle Rezession. Wohlgemerkt: Ich denke nicht, dass man prognostische Aussagen über die detaillierten Gründe der Auf- und Abbewegung der Märkte machen kann. Aber die fundamentalen Gesetzmäßigkeiten der Kybernetik gelten, auch wenn die Marktteilnehmer diese nicht kennen, nicht kennen wollen oder ignorieren. Die möglichen schlimmsten Szenarien solcher in unkontrollierbare Schwingungen versetzter Systeme sind in vielen Bereichen der Wissenschaft bekannt. Nicht selten führen sie zur vollständigen Zerstörung des Gesamtsystems (plastisches Beispiel: Durch Wind zu Schwingungen angeregte Brücken). Meiner Meinung nach kann dies für die Weltwirtschaft durchaus nicht ausgeschlossen werden. Aber welche positiven Schlüsse könnte man denn jetzt ziehen? Ich denke, dass man dem System in irgendeiner Weise wieder mehr Dämpfung zufügen muss. Es muss nicht notwendigerweise die zeitliche Verzögerung sein. Die leicht hektischen und unkoordinierten Bemühungen der verschiedenen Staaten haben kybernetisch eine ähnliche Wirkung. Neue Spielregeln (von staatlicher Stelle herausgegeben) erfordern eine Anpassung an die veränderten Bedingungen und wirken dämpfend. Dies sagt allerdings nichts über den Sinn oder Unsinn solcher Direktiven und Eingriffe aus!


    Es täte der Ökonomie gut, sich intensiv mit dem Regelverhalten komplexer Systeme auseinanderzusetzen. Niemand behauptet, dass dies eine triviale Nachmittagsbeschäftigung ist - aber es könnte den Planeten vor dem wirtschaftlichen Kollaps bewahren.

  • Philosophenhirn

    28.01.2009, Wolfgang Schaufler, Bad Mergentheim
    Was immer die Hirnforscher an Strukturen und Aktivitäten finden können, ist auch ohne begleitendes Erleben denkbar. Dies ist Peter Bieris Hauptargument gegen eine naturalistische Erklärung des Rätsels Bewusstsein. Des Rätsels Lösung ist dennoch möglich. Dazu sollten Philosophen wie Michael Pauen nicht nur mit Naturwissenschaftlern, sondern auch mit denen kooperieren, die Bewusstseinszustände erforschen, welche über die alltäglichen Wach-, Traum- und Schlafzustände hinausreichen, wie es zum Beispiel in einigen fernöstlichen Traditionen geschieht. Dass umfangreiche neurobiologische Erkenntnisse aus der Dritte-Person-Perspektive einmal erfassen werden, was ich in der ersten Person erlebe, wird den Hirnforschern dann schneller gelingen, weil sie auch ihre Perspektive der ersten Person erweitern,. Eine Lösung des Rätsels Erleben ist erst dann befriedigend, wenn sie in der ersten Person erlebt werden kann, wenn ich also „sehe“, wie der Film all meiner Erlebnisse entsteht.

  • Lamarck Begründer der Evolutionstheorie

    28.01.2009, Prof. Dr. C. Knospe, München
    Berücksichtigt man die Widersprüche und die vielen neuen Erkenntnisse zur Evolution, z.B. die Vererbung erworbener Eigenschaften, müsste man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass nicht Darwin, sondern Lamarck der Begründer der Evolutionstheorie ist. Aber offenbar hat Lamarck bis heute die schlechtere Lobby.
  • Ungleichgewicht

    27.01.2009, H. Sextl
    Den Kode des Lebens erweitern
    Zum Leserbrief von Frau Dr. Oberhoff-Loden
    Das Adjektiv "auskalibriert" im Zusammenhang mit Gleichgewicht braucht man nicht zu kommentieren. Festzuhalten ist aber, dass es in der Natur ein Gleichgewicht nie gegeben hat und nie geben wird. Schon der Urknall hätte nicht stattgefunden. Alle Entwicklung beruht auf Ungleichgewicht.
    Was den Menschen als Teil der Natur von den anderen Spezies unterscheidet ist, dass er die Wirkung seines Tuns in der Natur erkennt und dass auf ihn die Fähigkeit gekommen ist, aktiv evolutionäre Vorgänge zu gestalten.
    Die Frage, ob und in welcher Weise er das tun darf, ist von der Naturwissenschaft nicht zu beantworten, sondern von der Philosophie und letztlich von der Gesellschaft als Ganzes. Die Naturwissenschaft kann Spekulationen (heute in Form von Modellen und darauf basierenden Hochrechnungen) darüber anstellen, wohin die Reise gehen könnte.
  • Almadraba – eine nachhaltige Fischfangmethode

    26.01.2009, Nik Völker, Düsseldorf
    Die beiden Abbildungen auf Seite 73 beziehungsweise deren Untertitel passen leider nicht ganz in den Kontext. Auf den beiden Fotos der "Fischereiflotte vor Südspanien", ist die traditionelle Fangmethode der Almadraba zu sehen.
    Bei dieser jahrtausendealten phönizischen Fangmethode werden im Frühsommer und Herbst weitmaschige Stellnetze vor der Küste Andalusiens installiert. Große Tunfische verirren sich im Labyrinth des Stellnetzes und werden schließlich wie auf den beiden Abbildungen zu sehen aus dem Kopf des Netzes (aus dem Copo) herausgehoben.
    Auch wenn dieser Vorgang archaisch anmutet, so handelt es sich bei der Almadraba doch um eine bestandschonende und nachhaltige Fangmethode, da durch die große Maschenweite und die Position der Netze wenig Beifang generiert wird und nur adulte Tiere über 70 Kilogramm dem Meer entnommen werden.
    Vielmehr befindet sich die Almadraba-Fischerei selbst in einer Krise, da es in den letzten Jahren (wie in Ihrem Artikel geschildert) immer weniger adulte Tunfische gibt.

  • Hilfe für die Orang Utans

    22.01.2009, Petra und Klaus Schädel
    Wir haben am 21. 01. 2009 die Sendung über die Orang Utans gesehen und würden gerne mit einer kleinen Spende helfen. Aufgrund der erschütternden Bilder haben wir leider verpasst die notwendige Bankverbindung zu notieren.
    Es wäre sehr freundlich, wenn Sie uns da helfen könnten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Petra und Klaus Schädel
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Schädel,



    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Wir selbst haben die Kontodaten leider auch nicht. Sie finden Sie aber unter:



    http://www.bos-deutschland.de/weristbos/bos_foundation.php



    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel Lingenhöhl

    Redaktion spektrumdirekt
  • Ein weiteres Primzahlproblem

    21.01.2009, Gerd Sonnemann, Kühlungsborn
    Neben dem goldbachschen und dem Primzahlzwillingsproblem gibt es noch ein drittes völlig gleichrangiges Problem, welches als Primzahldifferenzproblem bezeichnet werden könnte: Man zeige, dass sich jede gerade Zahl 2n>2 als Differenz zweier Primzahlen darstellen lässt (2n=p2–p1), wobei die kleinere Primzahl kleiner als 2n sein muss. Beispiele sind 4=7–3 und 6=11–5.
    Der Beweis des goldbachschen Problems führt nicht automatisch dazu, dass auch das Primzahldifferenzproblem gelöst wäre. Es handelt sich im Sinne von Eratosthenes um Probleme, die einer „doppelten Siebung“ unterliegen. Für alle drei Probleme gilt, dass statistisch die Anzahl möglicher Realisierungen der Behauptung proportional zu 1/(ln n)2 ist, wobei der Proportionalitätsfaktor unter anderem von den Primfaktoren von n abhängt.
    Weitere Informationen befinden sich unter www.gerd-sonnemann.de, Link Primzahlen.
  • Durch genaues Hinsehen Fälschung erkennen

    21.01.2009, Jörg Michael, Hannover
    Die beiden Fotos auf Seite 90 und Seite 91 lassen sich auch ohne computergestützte Analyse leicht als Fälschung nachweisen.

    So hängt auf dem Foto von Jan Ullrich das Haar der "Begleiterin" nahezu senkrecht
    herunter. Bei einem echten Foto müsste das Haar wegen der Bewegung aber deutlich im Fahrtwind flattern.
    Und auf dem Foto von Seite 91 sieht man auf dem Hals der hintersten Ente deutlich erkennbar den Schatten des Schnabels. Die Menschen auf dem Foto werfen hingegen
    keinen bzw. nur eine sehr diffusen Schatten. Da kein Beleuchtungswechsel (z.B. "Schattenrand") erkennbar ist, muss es sich ebenfalls um eine Fälschung
    handeln.

  • Kurzsichtige Objektbezeichnungen

    21.01.2009, Herwig Bachler, Öblarn
    Auch die Astronomen, die es gewohnt sind, in "astronomischen" Zeiträumen zu denken, machen manchmal Fehler aus Kurzsichtigkeit. Das Objekt GRB 080319B ist am 19. März 2008 entdeckt worden und trägt als Namensbestandteil das Datum. Nun kennt man die gut für die Annekdotenseite der Presse geeigneten Geschichten von 106-jährigen Menschen, die per Computer zur Schuleinschreibung ausgewählt werden. Bei menschlichen Lebensspannen von durchschnittlich deutlich unter 100 Jahren ist es eine verständliche Erleichterung, das Lebensalter mit nur zwei Stellen anzugeben. Die paar glücklichen Alten, die über 100 werden, können hier gut als Ausnahme durchgehen.

    In der Astronomie ist jedoch das Unter-Hundert-Jahre-Dauernde die Ausnahme und die lange Dauer die Regel. Deshalb fragt sich, ob unsere Nachfahren in 400 Jahren an unseren hinterlassenen Archivdaten große Freude haben werden, wenn nicht erkennbar ist, ob ein Objekt im Jahr 1908, 2008, 2108 oder 2208 entdeckt worden ist. Hier eine bessere Nomenklatur zu etablieren, täte gut.
  • Datum der ersten Zeichnung

    21.01.2009, Rainer Willkomm, Stuttgart
    Ergänzend wäre noch zu bemerken, dass Harriot seine erste Zeichnung noch nach dem Julianischen Kalender datiert hat, da der Mond erst 6 Tage alt ist. Nach dem Gregorianischen Kalender stammt die Zeichnung also vom 5. August 1609.
  • Mittelwert

    19.01.2009, Wolfgang fischer, 4160 Schlägl, Oberösterreich
    Grüß Gott!

    Der dritte Mittelwert auf der Seite 94 ist

    (38 + 42 + 40 + 32)/4 = 38

    und nicht

    (38 + 42 + 40)/4 = 38.

    Die Zahl 32 ist einfach verlorgen gegangen.
    Antwort der Redaktion:
    Der Leser hat natürlich recht. Wir bedauern das Versehen.