Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Trapez und Rechteck

    20.05.2008, Karin Vrana
    Ich dachte immer, dass ein Rechteck wegen der vier rechten Winkel eben diesen Namen trägt.
    Ich denke, dass ist auch der typische Unterschied zum Trapez!
    Antwort der Redaktion:
    Ein Rechteck ist ein Viereck mit vier rechten Winkeln – soweit richtig.

    Ein Trapez ist ein Viereck mit zwei parallelen Seiten. Ende der Definition. Es ist nicht verboten, dass es außerdem vier rechte Winkel hat. Also: Ein Rechteck ist ein Spezialfall eines Trapezes. (Umgekehrt natürlich nicht.)

    Anders ausgedrückt: Ein Rechteck unterscheidet sich von irgendeinem Trapez dadurch, dass es vier rechte Winkel hat. Gleichwohl ist es ein Trapez.

    So etwas kommt übrigens auch im täglichen Leben vor. Ein Schwabe unterscheidet sich von irgendeinem Deutschen (unter anderem) dadurch, dass er "fruschdrierd" statt "frustriert" zu sagen pflegt. Gleichwohl ist ein Schwabe ein Deutscher. Nur in der Mathematik kommt einem das irgendwie merkwürdig vor.

    Christoph Pöppe
  • Lieber Bescheidenheit als Aprilscherze

    20.05.2008, Otto Schult, Haubourdinstr. 4, 52428 Jülich
    Kosmische Spekulation oder Wirklichkeit?

    In ihrem Artikel über "Das Kosmische Vergessen" schreiben die Autoren "Doch was in der Physik wirklich zählt, sind natürlich direkte Beobachtungen" und im letzten Absatz "Bescheidenheit scheint in jedem Fall angebrachter als Selbstzufriedenheit". Beiden Aussagen wird der wissenschaftlich interessierte Laie voll und ganz zustimmen. Wie versteht er aber als Relativitätstheorie-Amateur IN KÜRZE, dass sich die Galaxien "schneller voneinander entfernen, als sich das Licht bewegt"? Und, wenn dann "Wissenschaftler in 100 Milliarden Jahren in den Himmel blicken" sollen, drängt sich die Frage auf, wie lange uns die Sonne dazu Zeit lässt.
    Bislang fehlt uns jede direkte Beobachtung außerirdischen Lebens. Warum üben die Autoren dann nicht Bescheidenheit? Oder war ihr Aufsatz ein später Aprilscherz? Spekulation ist etwas für die Börse, aber nicht für die Physik und auch nicht für die Kosmologie! Phantasie, die sich an der Realität orientiert, ist erlaubt. Wann liefern uns die Multi-Universen- Freaks endlich solide Beweise für deren Existenz? Und wo sind solide Beweise im Artikel über das kosmische Vergessen?
    Antwort der Redaktion:
    Zumindest die Frage nach der Möglichkeit, ob sich Galaxien mit Überlichtgeschwindigkeit voneinander entfernen können, sei hier beantwortet: Sie können. Sie bewegen sich zwar nicht entsprechend schnell durch den Raum, das verbietet Einstein. Doch wenn sie nur weit genug voneinander entfernt sind, liegt so viel Raum zwischen ihnen, der sich im Rahmen der kosmischen Expansion ausdehnt, dass sich ihr Abstand ständig vergrößert. (Auch ohne ihr "Zutun" übrigens: Die betrachteten Galaxien müssen dabei keinerlei Eigenbewegung im Raum aufweisen.) Sie bewegen sich also nicht durch den Raum, sondern werden vom expandierenden Raum gewissermaßen voneinander fortgerissen. Dagegen hätte auch Einstein keine Einwände.
  • Madagaskar

    19.05.2008, Ilka
    Endlich wieder mehr Info aus Madagaskar! Es ist so spannend zu lesen, wie die Tage in Kirindy vergehen! Ich hoffe, die Fotsy-Minuten überwiegen ...
  • Oh ja!

    19.05.2008,
    Ach, wie gut kann ich das alles nachvollziehen! Vielen Dank, Lennart, dafür, dass du es verstehst, solche Alltagssituationen inklusive der damit verbundenen Emotionen so punktgenau und nachempfindbar zu schildern!

    Es ist eine wahre Freude, deine Berichte zu lesen; ich warte jedes mal gespannt auf den nächsten!

    Viele Grüße in den Wald
    Janna
  • Die Flüchtigkeit des Glücks

    19.05.2008, Edgar Dahl, Gießen
    Das Glück lässt sich in der Tat nicht objektiv bestimmen. Doch indem man - wie es die Glücksforschung ja auch tut -, Menschen miteinander vergleicht, die von sich behaupten, glücklich zu sein, lässt sich zumindest intersubkjektive Einigkeit daüber erzielen, was zum Glücklichsein gehört.

    Subjektiv betrachtet, ist es natürlich nicht der "Sinn des Lebens" (und sollte es sicher auch nicht sein), sich so erfolgreich wie möglich fortzupflanzen. Es gibt andere, zusätzliche und weit lohnendere Ziele im Leben. Doch objektiv betrachtet, ist es nun einmal der "Zweck des Lebens" aller Organismen, ihre Gene weiterzugeben. Die Anatomie, Physiologie und Ethologie der Lebewesen sind Anpassungen an ihre ökologische Nische, die sowohl ihr Überleben als auch ihre Fortpflanzung sichern sollen. Ja, selbst die Entstehung menschlicher Gefühle lässt sich nur verstehen, wenn man sie unter reproduktiven Aspekten betrachtet: Liebe, Lust und Leidenschaft wie Eifersucht, Neid und Ehrgeiz sind entstanden, weil Menschen mit diesen Gefühlen mehr Nachkommen hinterlassen haben als Menschen ohne diese Gefühle.

    Schon aus biologischen Gründen kann es nur "Momente des Glücks" geben. Dass das Glück, das eine Mutter erlebt, wenn sie ihr gerade geborenes Kind erstmals im Arm hält, nicht ewig andauert, kann dieses Glück schwerlich schmälern. Wer darauf besteht, dass wahres Glück ewig währen muss, wird in diesem Leben kaum glücklich werden.

    Mir geht es nicht darum, die Religionen dieser Welt abzuschaffen. Ich selbst wollte gar nicht in einer Welt ohne Religionen leben. Dies ändert jedoch nichts daran, dass ich die Glaubensaussagen der Religionen für rational unbegründet halte. Und zudem gibt es natürlich einige religiöse Praktiken, denen man in der Tat den Kampf ansagen sollte, wie etwa der Behandlung der Witwen im Hinduismus oder der Behandlung Homosexueller im Christentum und Islam, da sie nur unnötiges Leid hervorbringen. Das Leben ist schwer genug - warum sollte man ihnen ihr Leben noch unnötig schwerer machen?
  • Beschreibung des Atomsprengkopfes

    18.05.2008, Dipl.Ing.Gerd Höglinger, Rosenheim
    Die bildliche Darstellung auf Seite 93 stimmt mit der nebenstehenden Beschreibung im Kasten offenbar nicht überein.
    Nach der Beschreibung befinden sich die Fusionskomponenten Deuterium und Tritium richtig im Sekundär-Sprengsatz. Die Beschriftung der Bilddarstellung versetzt diese 2 Komponenten aber in den Primär-Sprengsatz - das kann doch wohl nicht sein. Im Primärsprengsatz ist doch hauptsächlich U 235.


    Antwort der Redaktion:
    Tatsächlich ist weder der primäre Sprengkopf eine reine Fissionsbombe, noch ist der sekundäre Sprengkopf eine reine Fusionsbombe. Beide werden durch den jeweils anderen Reaktionstyp "geboosted" (verstärkt), und zwar so:
    Der primäre Sprengsatz arbeitet mit "boosted fission" (etwa: verstärkter Spaltung), wobei im Zentrum des spaltbaren Plutonium-Kerns ein Deuterium/Tritium-Gasgemisch eingeschlossen wird, wie im Bild dargestellt. Die durch die Spaltreaktion im Plutonium-Kern erzeugte Hitze löst in diesem Deuterium/Tritium-Gas Fusionsreaktionen aus, die einen intensiven Ausbruch hochenergetischer Neutronen erzeugen; dadurch wird wiederum die Spaltreaktion im Plutonium-Kern enorm verstärkt.
    Wohlgemerkt, all das findet noch im primären Sprengsatz statt.
    Die von diesem erzeugte intensive Strahlung löst dann im sekundären Sprengsatz die eigentlich bezweckte "große" Fusionsreaktion aus – die nun ihrerseits durch Zugabe von Uran verstärkt wird: Das Uran wird durch die hochernergetischen Neutronen, die bei der Fusion entstehen, gespalten und erzeugt zusätzliche Explosionsenergie. Somit werden beide Sprengstufen "geboosted": die primäre Stufe durch Fusionsreaktionen, die sekundäre Stufe durch Spaltreaktionen.
    Weitere Details der komplizierten Nuklearwaffentechnik finden Sie beispielsweise unter http://nuclearweaponarchive.org/

  • Eindimensional

    18.05.2008, Christian Blome, Mannheim
    Ihren Artikel habe ich als recht eindimensional empfunden. Es wird fast ausschließlich Bezug auf die Stromerzeugung genommen.

    Meiner Überzeugung nach werden drei Dinge in Zukunft wichtig: Die energetische Verknüpfung elektrischer, thermischer und mobiler Energie, Speicherungstechnologien und eine gemeinsame Strategie mit anderen Ländern für erneuerbare Energien. Diese Kombination sorgt für eine Vergleichmäßigung des Energieangebots und ergmöglicht letztlich eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien, auch im Verkehrssektor. Auf dem Weg dorthin sind netzkoppelbare Hybridfahrzeuge (Plug-in Hybrids) und Kraft-Wärme-Kopplung erste Schritte.

    Was elektrische Energie betrifft: Da wurde der Ausbau der Erneuerbaren stets unterschätzt, dies gilt vor allem für die Windenergie. Der BDEW schätzt bereits für 2014 einen Anteil von 30% ab, bei fast linearem Zubau. Es kann jedoch auch mehr werden (zum Beispiel durch die Photovoltaik, die aber in sonnenreicheren Ländern sinnvoller installiert wäre). Falls es nicht so viel wird, kann die Kernergie als Rückfallsicherung akzeptiert werden (von meiner Seite zähneknirschend). Aber es ist gut, für sie Ausstiegspläne in der Schublade zu haben.
  • Rückfrage zu Leserbrief von Dieter Schilde

    16.05.2008, Thomas Kazmierczak D-25785 Sarzbüttel
    "In allen derartigen Artikeln wird postuliert, dass heute das Universum expandiert, da weit entfernte Objekte sich von der Erde entfernen, was natürlich falsch ist."

    Mich würde interessieren, wie Sie zu dieser Behauptung kommen?






  • Zuckerbrot und Peitsche

    14.05.2008, Mag. Janine Rosenkranz
    Macht Geld glücklich?

    Ein sehr guter Bericht, die Selbstliebe fehlt vielen Menschen! Zuckerbrot und Peitsche, das ist Leben!

    Mag.Janine Rosenkranz
  • Alle Lust will Ewigkeit?

    13.05.2008, Lothar Michael Muth, Berlin
    Sehr geehrter Herr Dahl,

    ich würde sagen, umgekehrt wird ein Schuh draus. WEIL der Mensch sterblich und durch den Tod das Leid vielfach in der Welt ist, deshalb ist das Glück trotz aller modernen Fortschritte immer noch vorübergehend und begrenzt. Die religiöse Tradition hat, wie von Herrn Vogels dankenswerter Weise noch einmal in Erinnerung gerufen, den Zusammenhang zwischen vollkommenem Glück und Todesüberwindung schon immer hergestellt, wobei die säkulare Moderne dieses Ideal trotz Aufgabe metaphysischer Subjekte und Begründungen indirekt übernommen hat, in dem sie die fortschreitende Verbesserung aller Lebensbedingungen mit der kontinuierlichen Steigerung der Lebenserwartung verknüpft.

    Dass man ein Leben voller Schmerz, Leid und Unglück aber nicht immer weiter fortsetzen will, falls keine Aussicht auf Linderung oder gar grundlegenden positiven Wandel besteht, ist sicher richtig, doch sogar noch der Selbstmörder erhofft sich eine Besserung seiner Lebensumstände, wie es in einem Text zu einer Theaterpremiere unter dem bezeichnenden Titel „Glück für alle" letzte Woche am Schauspiel Frankfurt heißt, einem Gedanken Pascals folgend.

    Über Zeit und Ort Ihres Ablebens könnten Sie nur dann tatsächlich selbst und frei bestimmen, wenn Sie wesentliche Todesursachen wie insbesondere Krankheit und den Alterungsprozess überwunden hätten, während man ansonsten anhand Ihres Lebensalters jetzt schon zumindest Ihre durchschnittliche „Restlebenszeit" angeben kann (minus im Schnitt 5 Jahre für die durchschnittliche GESUNDE Restlebenszeit, die mit der glücksfähigen enger korrelieren dürfte). Die vielfältigen modernen Projekte zur Lebensverlängerung zielen letztlich auf eine permanente Ausdehnung der menschlichen Freiheitsspielräume, und wenn Glück immer nur im aktuellen Prozess der partiellen Grenzverschiebung erfahrbar ist (während man sich an das je erreichte neue Niveau relativ schnell und glücksneutral gewöhnt), dann ist der relative Glückshorizont der Moderne - paradoxerweise durch die Aufgabe absoluter traditionell-religiöser Heils- und Glücksversprechen - unendlich! Schließlich ist die geistig-soziale Anpassung an wechselnde äußere Umstände durch das lernende Gehirn beim Menschen tendenziell adaptiver als die so viel trägere Weitergabe variierender genetischer Informationen durch sexuelle Reproduktion, wodurch sich die „survival machine" bloß für die Gene (Richard Dawkins Begriff für den körperlichen Organismus) immer weiter in eine „Überlebensmaschine" für das menschliche Individuum verwandelt.
  • "Expansion" des Universums

    13.05.2008, Dipl.-Ing. Dieter Schilde, A-2380 Perchtoldsdorf
    Ich habe bereits 2004 darauf hingewiesen, dass diese Schlussfolgerung falsch ist. Hubble hat vergessen zu sagen, dass weit entfernte Objekte zur damaligen Zeit - also vor 10 Milliarden Jahren - sich rasch von unserer derzeitigen Position entfernten. Nähere Objekte - auch zeitlich näher - nähern sich unserer derzeitigen Position. Seite 28 "Die Apokalypse des Wissens". Richtig muss Hubbles Aussage daher lauten: "Vor 10 Milliarden Jahren expandierte das Universum rasch, in neuerer Zeit zieht es sich zusammen! In allen derartigen Artikeln wird postuliert, dass heute das Universum expandiert, da weit entfernte Objekte sich von der Erde entfernen, was natürlich falsch ist. Falsch sind daher auch alle darauf beruhenden Aussagen wie "Das kosmische Vergessen" oder die Suche nach dunkler Materie, welche das Universum aufblähen soll.
  • Der Wert von Medizin

    12.05.2008, Dr. C. Monnerjahn, Magdeburg
    Das Entscheidende ist die Frage am Schluß: Kann es passieren, daß billigere Arzneimittel - z.B. Generika - nicht wirken, weil der Patient rein aus Kostengründen nicht daran glaubt? Klare Nachweise von solchen psychologischen Effekten unabhängig von den üblichen Bioäquivalenz-Studien dürften allerdings ziemlich schwierig sein. Die Generika-Industrie verkauft ihre Produkte ja gerade mit dem Argument "gleiche Qualität - geringerer Preis" und ist damit auch erfolgreich. Somit bleibt die Frage, ob das Ergebnis dieser Studie wirklich allgemeingültig ist.
    Eigentlich sollte man vermuten, daß die Sparsamkeit der Menschen gegen eine solche Tendenz spricht. Allgemein dominiert in der Werbung das Argument der geringen Kosten und hat vor allem im Lebensmittel-Bereich in Deutschland den Siegeszug der Billig-Discounter begündet. Gelten bei Lebensmitteln andere Regeln als bei Medikamenten? Oder eher bei Status-Effekten: Ich kann (muß?) mir ein teures Medikament leisten, also hilft es auch - ähnlich wie: Dieser Wein kostet 100 Euro, der muß aber gut sein!?
  • Zukunft

    09.05.2008, Leo Allmann, Augsburg
    Zu "Die Zukunft des Universums werden wir nicht mehr erleben." (von Hermann Schultze, Frankfurt - Leserbrief in Spektrum der Wissenschaft vom 6.5.2008)

    Heute können selbst die schlauesten Schlaumeier nicht wissen, wie wir uns in den nächsten Jahrtausenden und Jahrmillionen weiter entwickeln werden. Noch weniger als die Geistesgrößen des Altertums wissen konnten, wie die menschliche Welt von heute aussieht.

    Also bevor in soundsoviel Jahrmilliarden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die einen oder anderen "Lichter ausgehen", ist noch reichlich Luft für sehr Unwahrscheinliches. Das möchte ich allzu voreiligen Nihilisten zu bedenken geben.
  • Kampf den Zecken

    07.05.2008, Steffen Tobisch
    Liebe Redaktion,

    vielen Dank für Ihren informativen Beitrag zum Thema Zecke, die durch diese übertragenen Krankheiten und die interessanten - aber noch im Forschungsstadium befindlichen - Ansätze zur Bekämpfung des Vektors! Da nun die Zeckensaison auch wieder in den Medien beginnt, ist es wichtig, gut recherchierte und sachlich richtige Artikel in den Medien lesen zu können. Leider wurde in den letzten Jahren und sicher auch wieder in der neuen "Kampagne" oft nicht klar zwischen den beiden durch Zecken übertragenen Krankheiten FSME und Borreliose unterschieden. Überschriften in großen Lettern wie zum Beispiel "Zeckenimpfstoff ist knapp ..." tragen zur Verunsicherung der Bevölkerung bei und sind nach unserer Meinung nicht hilfreich, da hier dem weit verbreiteten Irrtum, gegen Zecken kann man sich doch impfen lassen, Nahrung gegeben wird. Mit dieser Meinung werden wir auf unseren Infoveranstaltungen zur Borreliose leider immer wieder konfrontiert.

    Es gibt keinen "Impfstoff gegen Zecken" - wohl aber gegen FSME! Für Menschen, die in Nicht-Risikogebieten wohnen und auch keine Reisen in die vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Gebiete planen, besteht auch nach Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts keine Notwendigkeit zur Impfung. Die leider auch durch die in den Medien falsch dargestellte Situation führt zu einer stark übertriebenen "Impfhysterie" der - doch sonst so impfmüden - Deutschen!

    Da man sich gegen Borreliose nicht impfen lassen kann, sind hier entsprechende Schutz-und Verhaltensmaßnahmen das Mittel des Prävention. Auf der Homepage der Borreliose-Initiative Berlin-Brandenburg (www.borreliose-initiative-berlin-brandenburg.de) können diese neben weiteren Informationen zur Borreliose heruntergeladen werden. Wir sind eine interdisziplinäre Interessengemeinschaft von Medizinern und Naturwissenschaftlern, die sich jeder auf seinem Fachgebiet schon seit vielen Jahren mit dem Thema Borreliose intensiv auseinandersetzen.


    Mit besten Grüßen

    Dr. Steffen Tobisch
    (Borreliose-Initiative Berlin-Brandenburg)
  • Sex, Glück und Ewigkeit

    06.05.2008, Reiner Vogels, Swisttal
    An und für sich entzieht sich die Frage nach dem Glück einer objektiv-wissenschaftlichen Behandlung. Die Antwort wird wohl immer von den Wertentscheidungen und Erfahrungen der einzelnen Subjekte abhängig sein. Daher kann ich zu den Leserbriefen von Edgar Dahl nur eine subjektive Antwort versuchen.

    1. Daß die Aufgabe des Menschen in dieser Welt vor allem unter dem biologischen Gesichtspunkt der Fortpflanzungsaufgabe zu bestimmen sei und daß "Mutter" Natur (eine für einen religionskritischen Philosophen erstaunlich mythologisierende Redeweise!) uns mit Glücksgefühlen zum Sex ködere, was dann wegen der Schwierigkeiten der Familiengründung, wie Eifersucht, Konkurrenz mit Nebenbuhlern etc. auch mit Unlusterfahrungen verbunden sei, ist m.E. eine allzu sehr verkürzte Sicht des Menschen.

    Der Mensch ist ein freies Wesen. Er hat es nicht nötig, sich den von irgendeiner anonymen Natur diktierten Lebenszielen zu verpflichten. Oder mit Sartre: Die Existenz geht der Essenz voraus. Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt.

    Wegen dieser existentiellen Grundsituation des Menschen wird irdisches Glück - wenn überhaupt! - nicht in der Befriedigung natürlicher Triebe zu finden sein, sondern im Erreichen der Ziele, die der selbstbestimmte, freie Mensch sich setzt. Kein Glück ohne Freiheit! Wer sich der Natur unterwirft, unterwirft sich einem anonymen und gegenüber dem eigenen menschlichen Geschick vollkommen gleichgültigen Konglomerat von Naturgesetzen. Ich jedenfalls bin ein freier Mensch, und wenn ich mich unterwerfe, dann nicht den blinden Mächten der Natur, sondern dem Willen Gottes, und zwar freiwillig.

    2. Im Gegensatz zu Dahl halte ich daran fest, daß es kein wirkliches Glück geben kann ohne das Wissen um seine Dauer. Ein junger Mensch mag das noch nicht in aller Schärfe und Bitterkeit empfinden, Ältere wissen das sehr wohl. Dahl selbst zitiert die richtige Erkenntnis Nietzsches: "Alle Lust will Ewigkeit." Der Mensch kann nicht einfach zukunftslos im schönen Augenblick ("Verweile doch, du bist so schön") leben und glücklich sein wie der Fisch im Wasser.

    Das liegt nicht nur daran, daß er, auch wenn es ihm selbst gut geht, mitleidet mit den Leidenden und Unterdrückten dieser Erde und von dem unübersehbaren Elend dieser Welt nicht absehen kann, sondern das hat einen sehr viel tiefer liegenden anthropologischen Grund: Der Mensch wird in seinem Leben niemals satt. Er ist immer aus auf mehr. Selbst wenn er alles erreicht hat, wenn er zu Wohlstand gekommen ist, in einer fröhlichen Familie lebt, wenn er Ansehen bei den Menschen gewonnen hat, Freunde hat und gesund ist, wird er sich fragen: "Ist es das? Ist das alles?" Dieses nimmerruhende Fragen erlaubt ihm kein wirkliches Glücklichsein. Der Mensch ist ein einziger Verweis über sich selbst hinaus, und deshalb wird es Dahl und seinen Mitstreitern nicht gelingen, die Religion abzuschaffen.
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