Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Das Problem der Batterien

    22.02.2009, Torsten Danielzik, Bückeburg
    Das größte Problem an einem Elektroauto ist der Energiespeicher (Batterie). Damit Kunden diese Autos kaufen, dürfen diese nicht alleine das Risiko tragen. Die Batterien sollten im Eigentum der Energieversorger bleiben, weil diese davon am meisten profitieren. Damit so ein System funktioniert, sollte die Bauweise der Batterien vereinheitlicht werden (Abmaße, Anschlüsse und Spannungsbereich). Weiterhin sollte eine Möglichkeit gefunden werden, die Batterien einfach zu tauschen. Wenn sie also leer sind, fährt man zu der Tankstelle seines Vertrauens und lässt kurzerhand die leeren gegen volle austauschen. Somit ist auch ein Problem des Ökostroms gelöst. Die tollen Windkraftanlagen haben endlich einen Sinn und können den Strom, den sie produzieren, wenn ihn keiner braucht, in Batterien stecken.
  • Ein faszinierender Artikel!

    21.02.2009, Jakob Thomsen, München
    Die im Artikel beschriebene Theorie finde ich sehr elegant. Sie passt auch zu meiner Erfahrung, dass die emotionale Wirkung von Musik viel zu stark und zu systematisch ist, um durch ein erlerntes (aber eigentlich beliebiges) System ausgelöst zu werden.
  • Rhetorischer Nebel von Canterbury

    21.02.2009, Jakob Thomsen, München
    Was hat der Pseudo-"Beweis" des Anselm von Canterbury (der offensichtlich nicht logisch, sondern nur rhetorisch-vernebelnd ist) in dem ansonsten sehr interessanten Artikel verloren?
    Antwort der Redaktion:
    Er folgt der gleichen Denkfigur wie der ontologische Maximalismus, allerdings mit einer völlig anderen Begründung.

    Sowohl Anselm von Canterburys Gottesbeweis als auch die Axiome der großen Kardinalzahlen sind Willkürakte. Es gibt kein Argument, das mich zwingen könnte, sie zu glauben. Das sahen Anselm und die zahlreichen Zeitgenossen, die ihm folgten, zwar anders, aber das ist deren Problem.

    Die Verfechter des ontologischen Maximalismus verfallen nun nicht in den Fehler, zu postulieren: "was man widerspruchsfrei definieren kann, das muss existieren", sondern argumentieren um Haaresbreite anders: Die Mathematiker sind es gewohnt, alles als existierend zu unterstellen, was man widerspruchsfrei definieren kann. Es ist irgendwie konsequenter, diese Haltung auch gegenüber – zum Beispiel – den großen Kardinalzahlen einzunehmen, als irgendwelche Existenzverbote aufzustellen, die noch willkürlicher wären.

    Aber in der Tat: Diese Sorte Argumentation ist Metamathematik, sie ist auch für die Mathematiker ungewohnt, sie ist alles andere als zwingend – und sie hat einige unverkennbare Ähnlichkeiten mit Anselms Gottesbeweis.

    Christoph Pöppe, Redaktion
  • Mathematik

    21.02.2009, Thomas Arnold, Korbach
    Dieses Buch ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich Menschen, sobald sie einen akademischen Titel erworben haben, von der Wirklichkeit entfernen. Alle Bücher, die sich "verständlich" mit Mathematik befassen, sind es keineswegs. Die Illusion, es gäbe eine Möglichkeit, sich auf diese Weise der Mathematik zu nähern, hält sich hartnäckig. Populär gewordene Mathematikausstellungen überfordern schon Abiturienten, Verkäufer scheitern an 10 Prozent Rabatt Berechnungen, weitere Beispiele möge der Leser im Alltag sammeln.
    Mathematik ist harte Arbeit. Wer hier Leichtigkeit vorgibt, begeht eine Täuschung.
  • Kopernikanische Kränkung aus zeitgenössischer Sicht

    20.02.2009, Jörg Michael, Hannover
    Herr Pauen schreibt auf Seite 57: "Die kopernikanische Kränkung hat es nie gegeben! Das war in Wirklichkeit eine Befreiung!"
    Es könnte sein, dass die Zeitgenossen das damals etwas anders gesehen haben.


    Dies ist mir vor Kurzem durch einen Artikel über Galileo klar geworden (siehe "The Moon, the Telescope, and the Birth of the Modern World", Sky & Telescope, Februar 2009, S. 28). Die Autoren machen Folgendes deutlich:


    Seit Aristoteles war das westliche Weltbild davon ausgegangen, dass Körper der Himmelssphäre nichts mit der irdischen Sphäre zu tun haben. Irdische Dinge waren veränderlich, weil sie aus den vier Grundelementen
    Erde, Luft, Feuer und Wasser zusammengesetzt waren.


    Körper der Himmelssphäre waren im Gegensatz dazu vollkommene und unveränderliche Objekte aus "himmlischer" Substanz (besser bekannt als "Äther"). Der Mond als Bestandteil der Himmelssphäre wurde natürlich
    ebenfalls als vollkommen angesehen und dies beinhaltete insbesondere eine perfekte Kugelform.


    Als Galileo nun entdeckte, dass der Mond Gebirge, Täler und Ebenen hat, also quasi irdische Landschaften besitzt, war sein Weltbild ziemlich erschüttert. Durch Messungen der täglich wechselnden Schattenlängen konnte er sogar nachweisen, dass einige Mondberge mehrere Kilometer
    hoch sind.


    Einige Zeitgenossen konnten sich mit diesen Tatsachen überhaupt nicht anfreunden und versuchten, die Mondgebirge als optische Täuschung wegzudiskutieren. Um die perfekte Kugelgestalt des Mondes zu "retten",
    nahmen sie an, dass der Mond in eine unsichtbare Hülle aus Glas eingebettet sei, die alle Mondgebirge umhüllt.


    Die Entdeckung der Sonnenflecken und der vier größten Jupitermonde hat ähnlich ungläubige Reaktionen hervorgerufen. Es war undenkbar, dass die Sonne
    als Urbild der Reinheit Flecken haben könnte. Und neben dem Erdmond waren weitere Monde ebenfalls nicht vorgesehen.


    Kurz gesagt, aus Sicht der Zeitgenossen war es so, dass der Himmel mit jeder Entdeckung immer mehr in den Dreck gezogen wurde.


    Eine letzte Bemerkung:
    Es dürfte korrekt sein, was man verschiedentlich im Internet nachlesen kann, dass nämlich Kopernikus bei der "Kopernikanischen Kränkung" nur als Namensgeber
    fungiert hat, denn der "Ärger" (aus Sicht der Zeitgenossen) fing eindeutig mit Galileo an.

  • Kritik an Evolutionstheorie seltenst gedruckt

    19.02.2009, Johannes Stempfle, Kirchheim
    Folgt man dem Artikel, so kann Darwin nicht uneingeschränkt als Vater der modernen Evolutionstheorie betrachtet werden. Ob man sich der Deutung des Autors anschließt, ist eine andere Frage. Mich erstaunt immer wieder, dass die Kritiker der Evolutionstheorie zwar häufig erwähnt, der Leser aber nur äußerst selten mit deren Anliegen vertraut gemacht wird.

    Die Aufforderung, die Evolutionstheorie als Tatsache hinzunehmen, spricht für ein sehr eigentümliches Verständnis von wissenschaftlicher Vorgehensweise. Ich habe mir die Mühe gemacht, zu recherchieren, was das Anliegen der Kritiker sei und zweifellos viel Unsinn gefunden. Doch gibt es auch sehr interessante Ansätze darunter, die nicht nur einleuchtend sind, sondern auch wissenschaftlicher erscheinen als manch evolutionstheoretischer Ansatz. Insbesondere die kreativen Deutungsmuster, mit der Forschungsergebnisse immer wieder mit der Evolutionstheorie vereinbar gemacht werden, lässt die Argumentation selbst hartgesottener Sechs-Tage-Kreationisten manchmal kaum dümmer erscheinen. Ich wünschte mir daher eine mehr ausgewogene Berichterstattung, die regelmäßig auch kritische Positionen einbezieht, und es dem Leser ermöglicht, sich selbst ein Urteil zu fällen.

  • Pflichtlektüre

    18.02.2009, Eva Württemberger
    Herzlichen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel. Als Gesanglehrerin im Bereich Pop und Jazz sucht man immer wieder nach geeigneten Methoden, um den Schülern die Wirkungsweise der Stimme zu verdeutlichen. Bisherige Fachliteratur ließ viele tiefergehende Fragen offen und führte zu oft widersprüchlichen Spekulationen der Autoren über die Formulierung des richtigen Tons und reichlich schwammige Handlungsanweisungen. Eine recht unbefriedigende Situation, besonders eben im Bereich Pop und Jazz, da dort oft andere Gesangstechniken als im klassischen Gesang angewendet werden (müssen).
    Dieser Artikel wird nun für meine Schüler zur Pflichtlektüre werden.
  • Finanzkrise schon 2006 vorhergesagt

    17.02.2009, Klaus A. Ronneberger
    Zu Ihrem sehr interessanten Artikel habe ich kürzlich ein Buch gelesen: "Der Schwarze Schwan" von Nassim Nicholas Taleb.
    Er hat es im Jahre 2006 geschrieben und darin die jetzige Finanzkrise vorhergesagt (Er lehnt Prognosen auf Grund vergangener Ereignisse eher ab.).
    Seine Argumente gegen die Wirtschaftswissenschaft usw. sind sehr ähnlich den Ihren.
    Letzlich gibt es schon lange den Volksmund (1. kommt es anders, 2. als man denkt), Murphys Gesetz, Brecht (Erst machst Du einen Plan) usw.
    Im Prinzip sind unerwartete Ereignisse immer zu erwarten.
    Aus diesem Wissen lässt sich letztlich nur lernen, vorsichtig zu sein. Ob's was nützt steht dahin.
  • Zusammenhang Überleben der Viren und Luftfeuchtigkeit

    11.02.2009, Cappius, Berlin
    Lieber Herr Ehrenberg,

    ohne Zweifel ist das Thema spannend und die Ergebnisse verlockend.
    Leider hat sich der Atmosphärenforscher Shaman nicht zu Zusammenhängen mit der Überlebensfähigkeit der Viren und der Luftfeuchtigkeit (relativ oder absolut) geäußert, sondern von seinen Tröpfchenbetrachtungen einen Kurzschluss zu Erkrankungsfällen gemacht.
    Dabei ist die "Schuld" des Opfers mal außen vor geblieben - weil er dazu nicht genug weiß?

    Jedenfalls ist meine Hypothese, dass die Luftfeuchtigkeit die Feuchtigkeit der Nasen- und Mundschleimhäute beeinflusst, die wiederum einen Einfluss auf die Infektiosität eines Virus hat. Zum Beispiel kann man sich Proteine vorstellen, die Viren (humorales Immunsystem) inaktivieren und auf eine gewisse Feuchtigkeit zum Ankoppeln angewiesen sind.

    LEIDER sind auch Wissenschaftsjournalisten nicht auf allen Gebieten so bewandert, solche Kurzschlüsse der Forscher zu erkennen und die Story lockt (zumal ja auch schon von anderen Quellen so publiziert). Nix für ungut, blamiert hat sich in meinen Augen der Forscher.

    Gruß aus Berlin,
    H.-J. Cappius
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Cappius,



    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Sie haben völlig Recht, Shaman und Kohn belegen ihre grundsätzlich ja spannenden Schlussfolgerungen nicht mit Daten sondern spekulieren, zudem recht einseitig. In meinem Text ist dies tatsächlich wohl nicht ausreichend deutlich geworden, dies bitte ich zu entschuldigen. Zumindest die von Ihnen formulierte, nahe liegende Alternativhypothese hätte in einer umfassenden Berichterstattung nicht ganz fehlen dürfen, was ich jetzt entsprechend nachgeholt habe.



    Immerhin haben Shaman und Kollegen ihren Kurzschluss nicht völlig aus der Luft gegriffen: Im angesprochenen Vorgängerpaper (Lowen et al.: Influenza Virus Transmission Is Dependent on Relative Humidity and Temperature, Plos Pathogens, 2007) diskutieren die Autoren von der Mount Sinai School of Medicine in diese Richtung. Sie hatten die in ihren Meerschweinchenexperimenten entdeckte Abhängigkeit der Infektionseffizienz von der relativen Luftfeuchte mit Daten aus einer Publikation von 1976 verglichen. Darin war die Stabilität des Influenza-Virus in Aerosolen tatsächlich untersucht worden, wobei sich eine Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchte zeigte. Beide Abhängigkeitsmuster ähnelten sich stark, so dass Lowen und Co kurzschließen konnten, dass die Transmissionseffizienz auch bei den Meerschweinchen von der Virusstabilität auf dem Transportweg und nicht von mit der Luftfeuchte variierenden Immunantworten im nasalen Mucus bestimmt wird. Shaman und Kohn haben diese Interpretation der bloßen Korellation bei ihrer Neuauswertung unkommentiert übernommen.



    Vielen Dank für Ihr aufmerksames Mitlesen.



    Mit freundlichen Grüßen



    Nils Ehrenberg

    Redaktion spektrumdirekt
  • Antarktis

    11.02.2009, Diane de Reynier, 85649 Brunnthal
    Wir waren vor einem Jahr und jetzt wieder mit der MS BREMEN in der Antarktis. Auf diesem Schiff sind Universitätsprofessoren sowie Fachkräfte, die auf den Forschungsstationen mitgewirkt haben, als Lektoren tätig. Es wurde klar gesagt, "ganz gleich was Sie in der Presse lesen, die Antarktis schmilzt nicht".

    Bei wärmerem Klima würde sich die Feuchtigkeit erhöhen, so dass mehr Schnee auf dem Kontinent fällt, und dies gleicht die Eiserosion am Rande auf.

    Vor einen Jahr, auf der Antarktischen Halbinsel sahen wir wie Pinguine auf Schnee statt Felsen ihre Nester hatten, wobei die Nester bis zu einem Meter versanken und die Brut ertrank - noch nie Gesehenes für unsere Biologen.
    Heuer konnten wir das Ross-Meer nicht erreichen, weil die Eisbarriere nicht wie üblich geschmolzen war, und die See selbst war mit mehr Eis bedeckt als üblich.

    Aber selbstverständlich hat es nie ein statisches Klima gegeben, es pendelt zwischen Eiszeit und Wärmeperiode. Und Methan ist als Treibhausgas noch viel gefährlicher als CO2.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau de Reynier,



    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Natürlich haben Sie beziehungsweise Ihre Dozenten auf dem Schiff Recht mit der Aussage, dass bei wärmeren Temperaturen die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, die letztlich als Schnee in der Antarktis wieder ausfällt. Nur zeigen neue Datenreihen, dass dieser Schneefall offensichtlich nicht ausreicht, um die Eisverluste an den Rändern auszugleichen - netto schmilzt also das Eis der Antarktis, wie zum Beispiel in diesem Artikel lesen können:



    http://www.wissenschaft-online.de/artikel/979553



    Deutlich zu erkennen ist der Gletscherschwund auf der von Ihnen angesprochenen Antarktischen Halbinsel, die zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde zählt:



    http://www.wissenschaft-online.de/artikel/777989



    Zudem haben sich hier in den letzten Jahrzehnten viele Eisfelder aufgelöst, was Sie im ersten der beiden Artikel nachlesen können.



    Das steht nicht im Widerspruch zu Ihren Beobachtungen: Die starken Schneefälle können zum Beispiel von den eingangs erwähnten höheren Temperaturen ausgelöst worden sein. Und es ist auch nichts Ungewöhnliches, dass das Meereis in manchen Jahren stärker ausfällt als in anderen: Dafür können Sonderfaktoren verantwortlich sein, wie periodische Verlagerungen von Meeresströmungen oder der kühlende Einfluss von La Niñ, die 2008 weltweit die Temperaturen leicht gesenkt hat. Langfristig zeigt der Trend jedoch eine deutliche Abnahme der Eisbedeckung und -dicke in großen Teilen der Antarktis.



    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöhl


    Redaktion spektrumdirekt
  • Kosmische Strahlung, GZK-Effekt und Quantengravitation

    11.02.2009, Thomas Stör, Nürnberg
    Vor einigen Jahren wurde in der Forschung die Theorie der sogenannten „doppelten speziellen Relativität“ (DSR) diskutiert, in der neben der Lichtgeschwindigkeit eine weiter invariante Größe, nämlich eine elementare Länge (üblicherweise gleich der Planck-Länge) auftrat. Aus der Theorie ergaben sich Korrekturen bzw. Deformationen der bekannten Gleichungen der speziellen Relativitätstheorie, die erst auf der Planck-Skala (Planck-Länge, Planck-Zeit usw.) sichtbar wurden, während für uns vertraute Längen- bzw. Energieskalen diese Effekte unmerklich klein sein sollten; d.h. die DSR reproduziert hier die vertraute SR.

    Ein weiterer Effekt war die Deformation der relativistischen Energie-Impuls-Beziehung (E² = p²+m²), der sich bei der Planck-Energie bemerkbar machen sollte. Interessant in diesem Zusammenhang ist nun, dass in einigen Arbeiten zur DSR aufgrund der Korrekturen zur Energie-Impuls-Beziehung eine Modifizierung bzw. ein Verschwinden des GZK-Effektes vorhergesagt wurde, ähnlich den Ergebnissen, wie sie die AGASA-Gruppe vor einiger Zeit publiziert hatte, die aber in den Experimenten AUGER und HiRes nicht bestätigt werden konnten.

    Außerdem gab es einige Arbeiten zu der Fragestellung, ob sich die DSR als effektive Theorie für große Längenskalen aus einer fundamentalen Theorie zur Quantengravitation ableiten ließe. Wäre dies der Fall, so hätte man über die Modifizierung des GZK-Effektes eine direkte Vorhersage der Quantengravitation auf komischen (und damit experimentell zugänglichen) Längenskalen gefunden. Die Ergebnisse von AUGER und HiRes würden dann die jeweiligen Theorien zur Quantengravitation widerlegen.

    Soweit ich diese Themen verfolgen konnte, gab es zur DSR sowie zu ihrer Ableitung aus einer Theorie der Quantengravitation jedoch keine breite Übereinstimmung unter den Forschern.

    Es wäre schön, wenn Herr Dr. Wolschin hinsichtlich der Bedeutung des GZK-Effektes sowie zu makroskopischen Effekten der Quantengravitation etwas Licht ins Dunkel bringen könnte.
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors:



    Der Hinweis auf theoretische Modelle, in denen
    die Lorentz-Invarianz gebrochen wird (wie DSR),
    ist zutreffend. Auch erweiterte Feldtheorien, bei
    denen die Einführung einer elementaren Längenskala ebenfalls
    eine Verschiebung des GZK-Limits bewirkt (ohne
    notwendigerweise die Lorentz-Invarianz zu brechen),
    sind in letzter Zeit vorangetrieben worden.



    Mein Beitrag konzentriert sich jedoch wesentlich auf die
    neueren Beobachtungen, und hier sprechen sowohl die
    HiRes-Daten (Nordhemisphäre) als auch die Auger-Daten
    (Südhimmel) deutlich für das GZK-Limit im erwarteten Energiebereich.



    Die 27 von Auger gefundenen Ereignisse jenseits von 5,7x1019 eV
    sind vermutlich aus vergleichsweise nahen Quellen - AGNs
    in geringerer Entfernung als 100 Mpc - und widersprechen insofern
    nicht der Existenz des Limits.



    Unter den beteiligten Wissenschaftlern gibt es demnach weitgehende
    Übereinstimmung, dass die vorliegenden Daten das GZK-Limit im
    theoretisch erwarteten Energiebereich bestätigen:



    http://uhecr.uchicago.edu/pdf/uhecr-wp.pdf



    Insofern finden Modelle wie DSR oder erweiterte Feldtheorien
    (mit elementarer Länge) derzeit keine Basis in den Daten.
    Dennoch sind die theoretischen Untersuchungen wichtig
    und interessant. Vielleicht können zukünftige Messungen
    des GZK-Limits mit wesentlich besserer Statistik Aussagen
    über die Quantennatur der Raumzeit ermöglichen.
  • Physikalisch-Chemische Erklärung unabgeschlossen

    09.02.2009, Elmar Schwidde, Schwelm
    Aufmerksam geworden bin ich auf Ihren Artikel erst durch den Leserbrief von Herrn Dietrich Hahn im aktuellen SdW-Heft. Dieser hat mich neugierig gemacht und so habe ich den Artikel, gesucht, gefunden und auch mit Vergnügen gelesen.

    Mir ist klar, dass es hauptsächlich um die Darstellung der historischen Abläufe ging und dieser Aspekt macht dann auch das Lesevergnügen aus. Aber der Absatz zu den physikalisch-chemischen Grundlagen der Kernspaltung stoppte mich mit seinem letzten Satz im Lesefluss. Vermutlich deshalb, weil die Darstellung der allgemein hohen Kernbindungsenergie und der speziellen Eigenschaften des Urankerns, die seine Spaltbarkeit erleichtern, nicht so klar getrennt sind. Zudem bleibt der Aspekt "Wieso ist Kernspaltung von Uran-Atomen möglich" meinem Eindruck nach unabgeschlossen.

    Um das aber nochmal klar zum Ausdruck zu bringen, ansonsten war ich von Ihrem Artikel begeistert.
  • Gen-zentrierter Selektionsansatz erklärt Befunde ebenso gut

    06.02.2009, Prof. Dr. Andreas Beyer, Gelsenkirchen/Recklinghausen
    Der an sich sehr interessante Beitrag von Wilson & Wilson über evolutive Selektionsebenen kann nicht unkommentiert bleiben. Vorab: Es ist sicher sinnvoll, auch solch "etablierte" Begriffe wie die Selektion immer wieder zu hinterfragen und sich dabei auch nicht zu scheuen, alte, verworfene Konzepte neu zu überdenken. Es scheint aber, dass dabei wichtige Aspekte unberücksichtigt geblieben sind. Insbesondere ist zu konstatieren, dass die Befunde, auf die sich der Bericht stützt, mit dem Gen-zentrierten Selektionsansatz ebenso gut und konzeptionell sauberer zu erklären sind.

    Beispiel Staatsqualle: Jede der Einheiten des Verbunds leistet einen Beitrag zum Überleben des Ganzen, und zwar durch die erfolgte Arbeitsteilung effizienter, als dies bei viel kleineren Einzelorganismen möglich wäre. Dabei reproduzieren auf Grund der hohen genetischen Übereinstimmung im Verband alle ihre eigenen Gene, ob sie nun selber an der Fortpflanzung beteiligt sind oder nicht. Das hat mit "Gruppenselektion" ebenso wenig zu tun wie die Tatsache, dass all meine Körperzellen zu Grunde gehen werden, "lediglich" um den zwei meiner Keimzellen zum Überleben zu verhelfen, denen meine beiden Kinder entstammen. Dass die Wilsons hier u.a. als Gegenargument anführen, die betreffenden Zellen seien ja auf Grund aufgetretener Mutationen nicht mehr identisch, zeigt, dass sie an dieser Stelle die kausalen Zusammenhänge falsch beurteilen, wie man sich leicht vergegenwärtigen kann: Wenn eine meiner Körperzellen (eine der Zellen der Staatsquallen) mutiert, sollte sie sich dann beleidigt aus der organismischen Kooperation verabschieden, weil ihre genetische Information ja nicht mehr dieselbe wie die der Keimzellen ist? Nein, bei Mutationen kann und wird die Selektion logischerweise erst ab der nächsten Generation greifen.

    Beispiel Gruppenselektion beim Menschen: Ja, ganz sicher gibt es eine Gruppenselektion – aber beim Menschen gibt es neben der genetischen Evolution eben noch die kulturelle, und gerade die dürfte für solche Effekte maßgeblich sein: Selektiert werden hier kulturelle Eigenschafen (Dawkins’ "Meme", wenn man so will), und deren "Organismus" ist nun mal eher die Gemeinschaft und weniger das Individuum.

    Beispiel der züchterischen Selektion produktiverer Hennen: Im angeführten Experiment von W. Muir hingen die Züchtungsergebnisse davon ab, ob für die Weiterzucht nur die produktivsten Individuen oder aber die produktivsten Gruppen (= alle Käfiggenossinnen) verwendet wurden. Völlig zutreffenderweise führen die Autoren dies darauf zurück, dass im ersten Fall die aggressivsten Hennen selektiert und damit "angereichert" wurden, im zweiten Fall erfolgte ein solch starker Anreicherungseffekt aber nicht. Mit anderen Worten. Die (individuellen!) Selektionsbedingungen waren in beiden Fällen ganz unterschiedlich – kein Wunder also, das die Ergebnisse verschieden waren; nichts anderes hätte man auf dem Boden einer Individualselektion erwartet.

    Etliche, weitere Unstimmigkeiten ließen sich noch anführen; und bei alldem gehen die Wilsons der eigentlichen Frage aus dem Weg: Wenn es tatsächlich eine Gruppenselektion sensu stricto gibt, auf welche Weise würde sie sich auf den Genpool auswirken? Nach welchen Gesetzmäßigkeiten würden sich die Frequenzen welcher Allele ändern? Solange hier keine wirklich belastbaren, mathematischen Modelle vorliegen, die erklärungsmächtiger sind als die bisherigen und gut bestätigten, sind Gruppenselektions-Modelle nicht überzeugend.

    Damit kein falscher Eindruck entsteht: Der von den Wilsons vorgetragene Ansatz ist wertvoll, die aufgeworfenen Fragen sind interessant, die Kritik befruchtet den Diskurs. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
  • Lernhilfe

    05.02.2009, Evi Spillner, Gießen
    Danke für die Information. Ich werde beim Lernen für meine Prüfungen den Hintergrund meines Computers auf rot stellen, wenn eine große Prüfung am nächsten Tag bevorsteht und auf blau, wenn ich ein neues Fach angehe. Mal sehen, ob sich meine Leistung so steigern lässt!
  • Erfinder der Wärmepumpe

    05.02.2009, Dipl.-Ing. Hermann Pichler
    Erfinder der Wärmepumpe, d. h. der Erste, der das Prinzip nicht nur zum Heizen oder Kühlen, sondern für beides gleichzeitig angewendet hat, war Peter Ritter von Rittinger, der 1855 in der Saline Bad Ischl/Österreich den Energieverbrauch der Salzerzeugung aus Sole vermindern wollte. Im praktischen Einsatz ist er allerdings gescheitert, da damals das Problem der Kesselsteinbildung an den Wärmetauschern noch nicht gelöst war.

    Bei der Salzerzeugung ist der hocheffiziente Einsatz der Wärmepumpe heute Standard, wobei des besseren Wirkungsgrades wegen die Sole unter Vakuum verdampft wird, wodurch Prozesstemperaturen unter 50°C erreicht werden.
    Gegenüber der alten Sudpfannentechnik ergibt sich dadurch eine Effizienzsteigerung von mehr als Faktor 20.

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