Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Bernhard Tauscher liegt falsch!

    10.07.2014, Sharon
    er meint, dass Flavour der Gesamteindruck eines Geschmacks ist (Erscheinung, Geschmack usw), aber das ist falsch, denn als Flavour im Englischen bezeichnet man grundsätzlich den Geschmack, das Aroma. Z. B. Wasser mit Erdbeergeschmack ist nicht, wie Bernhard Tauscher es meint, "Water with Strawberry Taste" sondern "Water with Strawberry Flavour". Flavour verwendet man auch ausschließlich in Verbindung mit unmittelbarem Geschmack im Sinne von Essen.

    Taste würde ich als Gesamteindruck bezeichnen, den Taste benutzt man in verschiedenster Weise und Bereichen, wie es mit Geschmack im Deutschen auch üblich ist (Literary Taste = Vorliebe einer bestimmten Schreibweise / Genre; Taste in Men / Women = Männer/Frauengeschmack (Liebe). Taste in Clothes = Klamottengeschmack; usw).

    Würde er es umändern, so wäre alles ok, aber so wie er es interpretiert....
  • Jedenfalls verändern Kaiserschnitte die Genetik

    10.07.2014, Dr. Wolfgang Klein
    Das ist keine Wertung sondern einfach nur eine Feststellung. Die Fähigkeit, Babies komplikationsarm zur Welt zu bringen, ist kein Selektionsfaktor mehr. Dadurch sinkt der Selektionsdruck auf die beteiligten Gene (beispielsweise jene, welche die Breite des Beckens der Frau bestimmen oder den Knorpelabbau in der Schwangerschaft steuern).

    Ganz ähnlich werden durch künstliche Befruchtung paradoxerweise bestimmte Formen der Infertilität erblich.

    Ob Kaiserschnitte die Epigenetik ändern ist nett zu wissen, aber nicht wirklich von Bedeutung.
  • Schlimmer Artikel

    09.07.2014, Wolfgang Richter
    Angesichts der Tatsache, dass heutzutage Schwangere von allen Seiten verunsichert werden, halte ich diesen Text für unverantwortlich. Wenigstens hätte erwähnt werden müssen, UM WIEVIEL denn das Risiko z.B. für Fettleibigkeit steigt! Und haben die Forscher vielleicht auch mal bedacht, dass es eine gewisse soziale und biologische Vorauswahl der Frauen gibt, die sich für oder gegen einen Kaiserschnitt entscheiden bzw. einen solchen vornehmen lassen müssen. Solche Effekte sind vermutlich viel eher für Fettleibigkeit und in diesem Zuge auch für Diabetes verantwortlich als eine auch noch gar nicht bewiesene epigenetische Abhängigkeit.
  • Veränderung der Städte

    09.07.2014, Alex. Lokowand
    Neben den großen Windparks verändern auch die privaten Solaranlagen unsere Umwelt: In Zukunft werden große Bäume neben den Häusern seltener werden.

    Zum Kommentar von Dr. Götz: Mit unsinnigen Grundannahmen kann man jedes gewünschte Ergebniss hervorzaubern. 10 TWh Speicherkapazität sind so eine unsinnige Zahl. Wenn Blockkraftwerke verwendet werden, kann die Energie wie bisher chemisch gespeichert sein. Trotzdem könnte die Umweltbelastung massiv verringert werden, indem diese Kraftwerke nur dann laufen, wenn keine alternative Energiequelle zur Verfügung steht.
    Die Grundlast der konventionellen Kraftwerke wird gerade in der Nacht exportiert oder in Pumpspeicherkraftwerken gespeichert, weil keine Nachfrage besteht.
    Politisch gewollt ist seit einigen Jahren das Zurück zum alten Oligopol der 4 Stromkonzerne, obwohl die Mehrheit der Bürger weiter hinter den alternativen Energiequellen steht.
  • Ignoranz

    09.07.2014, Seabstian Müller
    Wer Standardmodelle der Physik mit ihren Dutzenden freien Parametern kritisiert, soll also "Irrlichtern".
    Unüberprüfbare Modelle mit freien Parametern wie in der Modernen Physik, soll dann einwandfreie Wissenschaft sein? Offenbar ist Kritik unerwünscht. Diese Rezension bestätigt Unzicker mit seiner Kritik. Ich habe das Buch gelesen und empfehle es weiter!
  • Anmerkung des Autors

    09.07.2014, Gunther Willinger
    Sehr geehrter Herr Heuvel,

    es liegt mir und den zitierten Forschern fern, einen Graben zwischen Wild- und Honigbienen bzw. besser gesagt zwischen Wissenschaftlern und Imkern aufzutun. Aus diesem Grund steht im Artikel auch explizit: "Tscharntke warnt aber davor, Wildbienen gegen Honigbienen auszuspielen: "Wir brauchen beide Gruppen, denn die besten Ergebnisse erzielen wir da, wo Honigbienen und eine große Vielfalt an Wildbienen leben." Die Forscher empfehlen, verstärkt natürliche oder renaturierte Flächen in die Agrarlandschaft zu integrieren…" Es geht also eher darum auf die bislang unterschätzte Bedeutung der Wildbienen für die Landwirtschaft hinzuweisen. Die hier angemahnten dringend notwendigen Schutzmaßnahmen für Wildbienen, kämen auch der Honigbiene zu Gute. MfG, GW
  • Auswirkung der Bewegung übersehen?

    08.07.2014, Dr. Peter Fleischmann
    Was mir am Artikel auffällt: Bei der genannten Untersuchung wurden den Probanden offensichtlich nur Bilder vorgelegt. Unser Auge und unsere Wahrnehmung sind jedoch sehr wesentlich auf Bewegung ausgelegt! Und die Anlagen werden eben durch die Bewegung der Rotoren auch auf sehr weite Entfernungen auffällig. Ich bin überzeugt, dass die Wahrnehmung und Bewertung der WKA dann deutlich anders ausfallen würde.
  • Honigbienen und Wildbienen - da gibt es keinen Graben zwischen

    08.07.2014, Bernhard Heuvel
    Es hat schon seinen Grund, weshalb Bienenvölker zur Bestäubung herangezogen werden und nicht irgendwelche Hummeln. Bienenvölker überwintern in großer Individuenzahl und sind von Anfang an in großer, schlagkräftiger Anzahl parat, während Wildbienen noch als einzelne Individuen von der Winterstarre auftauen. Und diese Schlagkraft ist bei Honigbienen das ganze Jahr über zuverlässig vorhanden.

    Zum Schluß des Artikels wird aber sehr deutlich, daß die Wildbienen die gleichen Probleme haben, wie unsere Honigbienen und am Ende gehen sie zusammen unter.
    - Cocktails aus Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden.
    - Verlust von Bodenflächen
    - Veränderungen durch die industrielle Landwirtschaft
    - Wiesen und Weiden werden zu früh und zu häufig gemäht

    Und genau diese Punkte müssen angegangen werden. Gemeinsam! Stattdessen wird hier ein Graben zwischen Honigbienen und Wildbienen aufgetan. Das ist weder sehr konstruktiv und noch sehr weit gedacht, die Herren Wissenschaftler...wir sitzen als Imker und Wildbienenliebhaber in einem Boot.
  • Nicht nach dem Aussehen beurteilen, aber...

    07.07.2014, Sybille Bernhardt
    ... manche Eigenschaften wären vielleicht doch hilfreich festzustellen, um den Betroffenen z.B. optimal medizinisch zu versorgen, Schmerzempfindlichkeit bei Rothaarigen (Schmerzmittel), interessant auch der Artikel über Hellhäutigkeit, Vitamin D und Anfälligkeit für Tuberkulose. Blutgruppe 0 bzw. Sichelzellenanämie und Malaria. Die Stärke des Menschen ist seine Anpassungsfähigkeit (als Individuum) aber auch die Herausbildung bestimmter Eigenschaften unter schwierigen Lebensbedingungen. So findet man in den verschiedenen Kontinenten unterschiedliche Gesichter, Hautfarben, Größen, Vorlieben für bestimmtes Essen - Toleranzen und Unverträglichkeiten.
    Der Rassismus liegt in der Bewertung der Unterschiede, nicht in deren einfacher Erwähnung.
    Manche Worte sind geradezu verseucht, Hautfarben als rot, schwarz, weiß oder gelb, da sagt man farbig, wobei manche eben hellhäutig, dunkel oder etwas farbiger sind als andere :) - was soll's.
    Sie können aussehen, wie sie wollen, nur wenn das Aussehen über Chancen im Leben entscheidet, dann wird es kritisch. Aber ist es nicht schon bei uns so mit den Alten und Jungen, Schönen und Häßlichen, womit umgibt man sich lieber? Auch so etwas kann sich nachteilig wie evtl. die Hautfarbe auswirken. Die Hautfarbe gerät meiner Meinung nach mehr und mehr in den Hintergrund, da sind eher die Blassen gegenüber den Braungebratenen benachteiligt.
    Aber so lange es verschiedene Menschen gibt, Individualität, Originalität, gibt es auch Unterschiede, die böswillige Mitmenschen dazu benutzen, Wertungen vorzunehmen und Hierarchien aufgrund von Äußerlichkeiten zu erfinden, die unzulässig verallgemeinern und bestimmte Menschengruppen zu Unrecht benachteiligen. Es gibt unendlich viele Kategorien: Geschlecht, Gewicht, Religion, Nasenform, Sprache, Fußgröße, Intelligenzquotient, Raucher/Nichtraucher, Frisur, Kleidung.... Manches ist "In" anderes "Out".
    Und was tut man nicht alles, um irgendwo dazu zu gehören? Anpassung an die heimische Gruppe und Fremdeln bis Ablehnen des Fremdartigen ist wahrscheinlich typisch Mensch.
    Diese Ausgrenzerei ist eben ein Grundübel der Menschheit gegen das man nicht mit Formulierungen, sondern nur durch Veränderung des Bewußtseins wirksam vorgehen kann. Im Grunde hat doch jeder -gut versteckt- irgendetwas, das dazu taugen würde, ihn selbst auszugrenzen und um davon abzulenken, guckt man lieber aufmerksam beim anderen nach...
  • Kompliziertes verständlich gemacht

    07.07.2014, Arno Stein, Schöllkrippen
    Hier hat ein Physiker und Philosoph ein hochkomplexes Thema endlich in verständlicher Weise erklärt. Dafür danke ich!
  • Real sind Eigenschaften

    07.07.2014, Karl Hostetter, Aadorf (Schweiz)
    Kuhlmann argumentiert für einen Strukturrealismus. Zu Recht, allerdings eine Selbstverständlichkeit, wenn wir das Problem "Erkenntnis" richtig verstehen. Erkenntnis beginnt mit der Betrachtung des je gegenwärtigen, je meinigen Erlebens. Das lässt sich leicht verstehen. Wir nehmen nicht direkt eine Welt wahr, sondern die Wahrnehmung erstellt uns ein (nicht nur visuell zu verstehendes) Bild der Alltagswelt. Wir betrachten dieses Bild. Es enthält zum Teil auch Fehler, zum Beispiel optische Täuschungen. Diese Sache ist klar! Wir betrachten also das Erleben mit seinen Eigenschaften. Wir versuchen seine Eigenschaften zu ergründen. Es geht uns also um die Eigenschaften dessen, was uns als zu ergründen gegenübersteht. Leicht stellen wir fest, dass die Eigenschaften des Erlebens, in ihrem Ablauf betrachtet, nicht einfach ein Chaos bilden. Sie folgen Regeln. Wir können auch von einer Struktur reden, die dem Erleben zukommt. Wir können sie erfassen und beschreiben. Es gibt gute Gedankenexperimente, die zeigen, dass uns kein Vorwissen über das uns jeweils in unserem Erleben Entgegenstehende hinaus gegeben ist. Alles könnte immer anders sein. Schluss: Erforschen des uns in unserem Erleben Entgegenstehenden bedeutet Erforschen von Unbekanntem. Alles könnte immer anders sein. Daher ist es grundsätzlich unmöglich, über Eigenschaften, die über die Beschreibung des je gegenwärtigen Erlebens hinausgehen, etwas beweisbar Wahres auszusagen. Um das uns Entgegenstehende zu erfassen, beschreiben wir nicht einfach Regeln, denen seine Struktur folgt. Wir geben ihm eine zusätzliche Struktur. Zu dieser Struktur gehören zum Beispiel feste materielle Gegenstände. Wir bilden die Vorstellung solcher Dinge im Wesentlichen aus der Vereinigung der Eigenschaften Form, Festigkeit und Masse. In unserer Intuition ist diese Vorstellung stark verankert. Es handelt sich um eine im Alltag zweckmässige Struktur, die uns erlaubt, die Welt in ihren Eigenschaften zu erfassen. Das wird der Grund sein, weshalb zum Beispiel die Ansicht vertreten wird, die Welt bestehe aus materiellen Dingen. Solche Dinge sind aber ganz klar eine Konstruktion unserer intuitiven Wahrnehmung. Wenn es nun um einen Strukturrealismus geht: Auch Teilchen, gleichsam idealisierte materielle Gegenstände, sind eine Konstruktion. Sie sind eine Struktur, die wir selbst erstellen. Dass wir angesichts des Teilchen-Welle-Dualismus überhaupt von Teilchen reden, lässt sich sachlich nicht verstehen. Genau genommen geht es bei der Erkenntnis in allen Bereichen, natürlich auch im Bereich des ganz Kleinen, um die Eigenschaften, die sich uns in dem uns Entgegenstehenden zeigen. Kuhlmann hat mit seinen Ausführungen selbstverständlich Recht. Aber eigentlich sollte uns, was er sagt, selbstverständlich sein. Eine Bemerkung zur Realität: Was wollen wir unter diesem Wort verstehen? Ich würde sagen: Real ist zunächst einmal unser je eigenes Erleben mit seinem ganzen Inhalt: Gefühle, Eindrücke, Gedanken. Denn all dies lässt sich als einmal erlebt nicht mehr aus der Welt schaffen. Wir erschließen aus unserem Erleben aber auch eine Welt (leicht zu begründen), die an sich besteht. Als etwas an sich Bestehendes können wir auch sie mit all ihren Eigenschaften als real betrachten.
  • Kongruente Gedanken

    07.07.2014, Gunter Berauer, München
    Der Idee des Autors, Objekte als Eigenschaftsbündel zu interpretieren, kann ich nur zustimmen. Zu dieser Einsicht bin ich schon vor längerer Zeit gekommen. So ist dieser Objektbegriff auch Basis meines schon im Jahre 2012 im LIT Verlag erschienenen Buchs „Vom Irrtum des Determinismus“. Der Autor verwendet in dem Artikel erstaunlicherweise fast wörtlich dieselben Formulierungen wie ich in meinem Buch (siehe besonders Kapitel 7). Der Gedanke folgt sehr natürlich bereits aus Immanuel Kants Überlegungen zum „Ding an sich“ und zu den „Erscheinungen“ und wird durch die Quantenmechanik sehr schön gestützt. Auch findet sich schon in meinem damaligen Buch dieselbe Sicht wie bei Herrn Kuhlmann, dass man in der Welt auf der einen Seite „Dinge“ (im Sinn von Eigenschaftsbündeln) und auf der anderen Seite „Strukturen“ (oder Relationen) ausmachen kann, die man als basale Konstituenten der „Realität“, wie sie sich uns darstellt, ansehen kann. Wie Kuhlmann habe ich mich auch mit der Frage beschäftigt, ob man nicht mit nur einer der beiden Konstituenten zur Weltbeschreibung auskommt. Beim eher klassisch physikalischen Denken tut man das in der Weise, dass man die „Dinge“ oder Objekte (jetzt aber im Sinn von Eigenschaftsbündeln) als ursprüngliche Größen sieht, die dann Strukturen bilden. Beim strukturalistischen Ansatz werden umgekehrt die Strukturen als Ursprung gesehen, die dann „Dinge“ zur Folge haben. Kuhlmann sieht „Dinge“ und „Strukturen“ als alternative Ansätze, das ganze Sein zu erklären. Ich sehe sie als gleichwertige Kategorien an, die, wenn sie nicht beide als unabhängige Komponenten zur Beschreibung der Welt erforderlich sein sollten, vielleicht äquivalent sind und ineinander umgerechnet werden können, ähnlich wie auch die physikalischen Eigenschaften Masse und Energie. Gedanken dazu finden sich in Kapitel 19.1 meines Buchs. Ein Exemplar desselben habe ich dem Autor bereits zugeschickt.
  • Dasselbe Phänomen unter verschiedenem Blickwinkel

    07.07.2014, Thomas Mielke, Dortmund
    Die beiden Artikel »Was ist real?« und »Sehen, Riechen, Orientieren« in derselben Ausgabe von SdW betrachten aus zwei ganz unterschiedlichen Blickwinkeln dasselbe Phänomen: den Verlust der Eindeutigkeit unserer Erkenntnis der Welt. Während der Naturwissenschaftler feststellt, dass die Dinge, je tiefer man ihnen auf den Grund geht, immer weniger noch etwas mit »Dingen« zu tun haben, stellt der Sprachforscher fest, dass bereits unser zur Beschreibung dieser »Dinge« erforderliches erkenntnistheoretisches Werkzeug, nämlich die Sprache selbst, in ihren Grundeinstellungen alles andere als a priori »eindeutig« ist. Wie in »Sehen, Riechen, Orientieren« beschrieben, ist sie vielmehr ein evolutionäres, in Wechselwirkungen mit und auf unsere jeweilige Umwelt und Kultur hin optimiertes »Zufallsprodukt«. Unsere »weird«-Kultur, die auf den (zunehmenden) »Besitz« von »Dingen« spezialisiert ist, hat vornehmlich Sprachen hervorgebracht, die es ermöglichen, die Welt in eindeutig räumlich und zeitlich definierte Entitäten zu unterteilen (Dinge, Land, Geld, Personen, Körperschaften, Nationen, Götter, Ideen …), welche eindeutig definierten Individualitäten (Personen, Körperschaften, Nationen, Götter …) sowie einer eindeutig definierten Erbfolge zugeordnet werden können. Und nun stößt diese unsere Sprache, je mehr wir versuchen, die Eindeutigkeit der Begrenzung (= Definition) dieser Entitäten zu steigern, selbst an ihre Grenzen. Weder schafft sie es, den Raum als ein Nichts mit unendlicher, richtungsloser Ausdehnung, noch die Zeit als vierte, ebenfalls unendliche, jedoch »irgendwie« gerichtete Ausdehnung dieses Nichts noch die in diesem Raumzeit-Nichts erscheinenden Dinge in der Unendlichstelkeit als anscheinendes Nichts unserem Vorstellungsvermögen begreiflich zu machen. Möglicherweise ist das Ringen um die Frage nach »Objekten« und »Eigenschaften« nur Ausdruck einer sprachlich-begrifflichen Sackgasse. Und vielleicht können uns eines Tages Kulturen weiterhelfen, die das »panta rhei« in ihrer Sprache ganz anders verinnerlicht haben als wir, zum Beispiel indem sie ganz auf Objekte (Substantive) verzichten und die Welt allein über einen Gesang aus Verben und sich zueinander relativierenden Eigenschaftswörtern abbilden - und so den in »Was ist real?« beschriebenen »Kräuselungen von Wellen« viel näher kommen. Vielleicht finden sich auch Kulturen, deren Sprache anders mit den Zeitformen umgeht oder auf die Trennung von Raum und Zeit ganz verzichtet, so als wäre das Raumzeit-Dinge-Universum eine Art vierdimensionaler Gallertklumpen, der dazu neigt, Fäden zu ziehen. Wobei nicht der Gallert einen Raum oder eine Zeit ausfüllt, sondern der Gallert die Raumzeit IST, und die Fäden nichts anderes sind als die darin geronnenen oder gesponnenen Lebenswege von Dingen, Personen und anderen Entitäten - wie lineare vierdimensionale »Kristalle«, die sich nach gewissen Gesetzmäßigkeiten, Dekohärenzzwängen oder auch Wahrscheinlichkeiten als »bedingt gerichtete« Funktion von t darstellen lassen. Bedingt gerichtet - denn weil t in dem Gallert nur eine von vier (künstlich, menschlich willkürlich definierten) Ausdehnungsmöglichkeiten wäre, könnten einzelne Teilchenfäden auch senkrecht zu t liegen oder auf derselben t-Koordinate mehrfach den x-y-z-Raum durchstoßen und zum Beispiel solche Erscheinungen wie »spukhafte Fernwirkungen« hervorrufen. So wie die Sprache der Jahai dem Riechen einen ganz eigenen, uns ¹weirds' unbekannten Begriffsraum gibt, oder wie in der Sprache der Pitjantjatjara das Eigenschaftswort »grün« als »etwas, das heraussticht«, ein ganz anderes kategorisches Vorstellungsfeld hervorruft als in den weird-Sprachen, so muss man möglicherweise also erst einmal grundsätzlich die durch Sprache verursachten Vorstellungs-, Begriffs- und Denkbeschränkungen erkennen, um sie überwinden zu können.
  • uneffektive Flächenverschandelung wird abgelehnt

    07.07.2014, Dr. J. Götz
    Von meinem Wohnhaus aus kann ich die ca. 40 km entfernten Windräder auf dem Erzgebirgskamm sehen: kein schöner Anblick. Wenn ich auf der Autobahn fahre, sehe ich -zig Hektar große Solaranlagen: Das sind nicht nur die uneffekltivsten Stromerzeugungsanlagen, sie verschandeln die Landschaft in dieser Größenordnung nachhaltig.
    Energieerzeugung ist notwendig, aber warum sollen gerade Wind und Solaranlagen unsere Stromversorgung sicher stellen? Moderne konventionelle und Kernkraftwerke sind in Bezug auf Wirkungsgrade, Kosten, Wirtschaftlichkeit, Flächenverbrauch und Zuverlässigkeit der Stromerzeugung den Wind- und Solaranlagen klar überlegen. Und keiner sollte vergessen, dass wegen der stark schwankenden Einspeisung aus der so genannten "Erneuerbaren" die konventionellen und die Kernkraftwerke weiter betrieben und hoch- und runtergefahren werden müssen, um die Stabilität der Stromversorgung zu gewährleisten. Diese "Schattenkraftwerke" sind zur Unwirtschaftlichkeit verdammt. Alles in allem haben wir in Deutschland ein unwirtschaftliches Energieerzeugungssytem, weil die "Erneuerbaren" zwar politisch gewollt sind, praktisch aber keine grundlastfähige und zuverlässige Stromversorgung gewährleisten können. Deswegen müssen die konventionellen und Kernkraftwerke - die zwar nachweislich eine wirtschaftliche und zuverlässige Versorgung gewährleisten können, politisch aber nicht sollen - weiter vorgehalten werden. Was für ein sinnloses Doppelsytem - auch, was den Flächenverbrauch anbetrifft. Es soll bitte nicht vergessen werden, dass Speicher in der erforderlichen Größenordnung von 10 TWh nicht in Sicht sind. Gegenwärtig stehen etwa 0,04 TWh zur Verfügung.
  • Flughunde?

    07.07.2014, Jutta Paulus
    Es gibt Untersuchungen, dass Flughunde und Fledermäuse das natürliche Reservoir darstellen könnten: http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1471-2334-9-159.pdf, http://www.plospathogens.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.ppat.0020090.
    Das hilft in der momentanen dramatischen Situation natürlich nicht weiter. Die Fragen sind vielmehr: Warum war es bei den bisherigen Ausbrüchen nie zu einer so drastischen Ausweitung des Epidemiegebietes gekommen - wie kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden?
    Wie kann schnell und umfassend über den Umgang mit Kranken aufgeklärt werden?
    Zumindest die zweite Frage können nur die beantworten, die mit der Kultur vertraut sind: wie verbreitet sind Mobiltelefone, können Massen-SMS gesendet werden? Wären Priester/Muezzine ein Informationsweg?
    Ansonsten kann man nur hoffen.
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