Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Gottesglaube ist Schwäche

    30.03.2014, W Merkel
    Wir sind wahrscheinlich die einzige Tierart, die sich ihrer Endlichkeit bewusst ist. Der Tod ist eine narzisstische Kränkung, der der Mensch etwas entgegenzusetzen versucht. Eine Möglickeit ist Religion - die Annahme, es gebe einen Gott, der uns liebt und bewahrt und ein Leben nach dem Tode schenkt. Aber das sind alles nur hilflose und verzweifelte Konstrukte der Fantasie, um nicht am Tod zu verzweifeln. Gottesglaube mag deshalb für den Einzelnen tröstlich und hilfreich sein und ihm am Ende das Sterben erleichtern. Aber letztlich zeigt es nur die Schwäche des Gläubigen im Umgang mit der Realität des Todes und des unwiderruflichen Verschwindens. Ich persönlich nehme, als Atheist, aber nicht für mich in Anspruch, bereits eine Strategie im weisen Umgang mit dem gottfreien Universum gefunden zu haben.
  • Die neurotisierte Gesellschaft

    30.03.2014, Bernhard Keim
    Das Thema weist noch einen weiteren Aspekt auf, der oft übersehen wird: die damit einhergehenden, sich immer mehr verbreitenden Neurosen. Hysterien, Hypochondrien, Phobien etc. prägen das Verhalten vieler Zeitgenossen. Durchaus sinnvolles Verhalten - eine Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und anderen - erlebt eine haltlose Übersteigerung. Aus einem Schutzmechanismus wird ein Religionsersatz mit allem, was dazu gehört: der Körper wird zum Heiligtum, die Speisenbereitung zur kultischen Handlung, die Abweichung zum Sakrileg etc.
    Nichts ist gegen eine Lebensweise einzuwenden, die dazu führt, dass man sich besser, glücklicher und ausgeglichener fühlt. Wenn Menschen sich aber auf einmal schlecht fühlen, weil sie einmal ein Glas Wein getrunken haben, das nicht vom Biowinzer stammt, oder irgendwo eine Zigarette riechen, dann stimmt eben etwas nicht mehr. Das Unwohlsein hat dann keine physiologische, sondern eine psychische Ursache. Das Zwanghafte paart sich mit dem Sinnvollen und oft sind die Übergänge fließend, zumal die Schwellen für jeden Menschen variieren, aber dann doch für alle verbindlich sein sollen.
  • Jesus ist nicht Gottes Sohn

    30.03.2014, Hans Kellermann
    "Ausserdem hat ER meine Vergehen an seinem eigenen Sohn, Jesus Christus, bestraft und mich freigesprochen".
    Jesus ist nicht Gottes Sohn, er ist nur einer von 10 wichtigen Propheten, so behaupten es wenigstens die Muslime.
    Selbst wenn es einen Gott geben sollte, der mich erschaffen hat und mir mein Leben und meinen Willen gab, so ist es allein meine Sache, was ich daraus mache. Gott kümmert sich nicht um mich.
    Ich bin für mein Leben selbst verantwortlich.
  • Die immer gleichen Nicht-Argumente von Bildungsfernen

    29.03.2014, Stefan Dewald
    > Jeder, der offene Augen und einen gesunden Verstand hat, kann doch nicht genug staunen über die Vielfalt und die wunderbare Ordnung und Schönheit von Gottes Werken!

    Planloses Rumgestochere wie das menschliche Auge? Wenn ein Ingenieur das konstruiert hätte, würde man ihn zu Recht fristlos entlassen.

    > Wer eine minimale Ahnung von Physik hat, weiss, dass Ordnung NIE von selbst entsteht.

    Aber sicher tut sie das! Atome haben auch persönliche Vorlieben (sog. Affinitäten) - anders als die Schrottteile in dem 747-Vergleich.

    > Noch VIEL WENIGER kann eine komplexe, wunderbar geordnete Zellstruktur, die sich auch noch selbst kopiert, "von selbst" entstehen!

    Ist sie auch nicht. Aber wenn man keine Lust hat, Evolution über 2.9 Mrd. Jahre anzusehen...

    > Das widerspricht doch jeglicher Wissenschaft!

    Nein.

    > Aber trotzdem gibt es viel mehr Menschen, die an das vollkommen Unmögliche glauben (alles sei von selbst entstanden), statt den Schöpfer des Universums und des Lebens zu suchen und zu verehren und ANZUBETEN!

    Gott, Danke für Lungenkrebs, Bandwürmer, Zecken und Schizophrenie. »Lieb« bist du nicht.


    Honi soit qui mal y pense.
  • Die Logik im universellen und individuellen Sinn des Lebens

    29.03.2014, H.H. Berthold
    Das Universum - der sog. Makrokosmos - wie auch die winzige Welt des Mikrokosmos sind nach neuesten Erkenntnissen der Quantenphysik und-mechanik parallel aufgebaut, eben nur in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und Größenordnungen gestaffelt und damit in allen Strukturen logisch miteinander vernetzt - auch im Geschehen. Alles darin hat seinen speziellen Sinn, auch das Leben des einzelnen Lebens(wesens).
    Sehr schön anschaulich und logisch leicht nachvollziehbar wird das in Hellmut Inzero´s aktuellem Buch "Warum leben wir? Die LOGIVERSUM-Theorie" erklärt.
    Leicht aufzufinden über Google.
  • Vorsicht geboten

    29.03.2014, Roland Mriss
    Ein Gott, der seinen Sohn bestraft, weil ich etwas angestellt habe. Da sollte man doch zur Vorsicht raten, was so einem Gott noch alles einfallen könnte.
  • wie geht das ....,,

    29.03.2014, M. Lemke
    ... Warum kann der eifrig Gottes-Gläubige nicht für sich sein, sondern muss unbedingt jede Meldung eines Atheisten messianisch kommentieren? Ist eine schöne Geschichte um Gott und seinen Sohn, aber halt eine (Menschen gemachte) Geschichte ...
  • Spermiogenese

    27.03.2014, Kinseher Richard
    Die Spermiogenese bei Mäusen dauert ca. 5 Wochen. Wenn sich die Mäuse aber schon nach 10 Tagen (nach der Konditionierung) paaren durften, dann kam ´altes´ Sperma zum Einsatz - welches seine Entwicklung schon fast abgeschlossen hatte.
    Die Ergebnisse der Mäusestudie dürften daher als fragwürdig zu bewerten sein - solange man nicht weiß, wie sich die Entwicklung des Spermas in den letzten 2 Wochen beeinflussen lässt (bei Mäusen)
  • wäre schön wenn ich das auch könnte

    27.03.2014, peter contra
    wenn man das liest frißt einen der neid, wäre doch toll wenn menschen das auch könnten....
  • Diabetes

    27.03.2014, Gottfried Endel
    Hinweise auf den Einfluss von Hunger vor/während der Schwangerschaft auf das Diabetesrisiko finden sich in
    Stefan Thurner doi: 10.1073/pnas.1215626110
    Quantification of excess risk for diabetes for those born in times of hunger, in an entire population of a nation, across a century

  • Mit diesen....

    27.03.2014, M. Eberling
    ...vielen, neuen super Geräten, wird in Zukunft kein Monat vergehen, in dem nicht eine neue wissenschaftliche Entdeckung gemacht werden kann.
    Wir gehen einer sehr interessanten Zeit entgegen.
    Wissenschaftliche Forschung kostet auch viel, aber es ist um Lichtjahre besser, als Kriege führen.
  • auf den Punkt gebracht:

    27.03.2014, Walter Weiss
    Warum sollen äußere Umwelteinflüsse nur auf die sonstigen Körperzellen einwirken, also nicht auch auf die zur Fortpflanzung erforderlichen, beim Menschen also auf Eizellen und Samenzellen? Und wenn solche auch auf Eizellen und Samenzellen einwirkende Einflüsse stattfinden, erben die Nachkommen automatisch die so veränderten Gene.

    Offensichtlich sind Eizellen und Samenzellen extrem gegen derartige Umwelteinflüsse geschützt, denn es ist, wie der Bericht zeigt, extrem schwierig, auf diese Zellen einwirkende Umwelteinflüsse nachzuweisen.

    Das alles hat aber mit dem alten Lamarck doch wohl kaum etwas zu tun, denn der postulierte, Lebewesen könnten ERWORBENE Eigenschaften an ihre Nachkommen weitergeben, sodass die Nachkommen also dieselben Eigenschaften schon von Geburt an hätten.

    Das aufgeworfene Problem liegt erkennbar anders: dort werden die auf Keimzellen einwirkenden Umwelteinflüsse zwar uU auf die Nachkommen übertragen - welchen INHALT dann aber solche Änderungen der Erbsubstanz haben, hat mit dem Verhalten der Elterntiere, das durch dieselben Umwelteinflüsse ausgelöst worden ist, gar nichts zu tun, sondern betrifft ganz andere Folgen - wie die verschiedenen Beispiele zeigen.
  • Die Kunst des logischen Denkens

    27.03.2014, Rainer Ostendorf
    Vielen Dank für den Buchtipp! Die Kunst des klaren Denkens, die Kunst des klugen Handelns, die Kunst kein Egoist zu sein - diese Bücher habe ich gelesen und jetzt werde ich auch noch die Kunst des logischen Denkens lesen.

    Schöne Grüsse aus der Freidenker Galerie
    Rainer Ostendorf (http://www.freidenker-galerie.de)
  • Grundannahme richtig?

    27.03.2014, Robert Orso
    Ich bin nur ein interessierter Laie mit zu wenig mathematischer Begabung um viele meiner Überlegungen ordentlich zu begründen. Deshalb halte ich mich mit wilden Spekulationen üblicherweise zurück.

    Das Problem der Informationsvernichtung entstammt ja Hawking's Theorie der "Hawking Strahlung", die mit der Zeit dazu führt, dass sich das schwarze Loch langfristig auflöst. Eine ganze Weile schienen mir die Erklärungen dazu auch schlüssig. Im Moment überzeugen sie mich aber nicht mehr.

    Alles beginnt doch damit, dass das Vakuum offenbar nicht statisch leer ist sondern dynamisch Quantenfluktuatiuonen aufweist bei denen spontan Teilchen/Antiteilchen Paare entstehen und wieder verschwinden. Das ist ein Nullsummen Spiel und wird erst zu einem Problem, wenn ein solches virtuelles Teilchen über die Messerschneide des Ereignishorizonts fällt und sein Partner als "Hawking Strahlung" entweicht. Diese Energie wird also dem schwarzen Loch entzogen?

    Ich kann das nicht rechnen, aber so kann das nicht stimmen. Es ist ein Teilchen mit positiver Masse in das schwarze Loch gefallen und hat dessen Masse sogar noch vergrößert. Zusätzlich ist im restlichen Universum ein Masseteilchen aufgetaucht, das vorher nicht da war. Es wurde also 2x Masse bzw. Energie erzeugt. Diese Energie stammt aber nicht aus dem schwarzen Loch sondern wurde von der "Vakuumenergie" geborgt. So lange die beiden Partner virtuell sind entsteht bei der Annihilation derselben ja auch kein Lichtquant wie bei "realen" Teilchen. Würde das entkommene Teilchen abgelenkt und auf einer Bahn ebenfalls in das SL gezogen um dort vielleicht wieder mit "seinem" Partner zusammenzutreffen - müßte nach allen Regeln die Quantenfluktuation sich ohne Erzeugung eines Lichtquanten einfach auflösen und wieder ein "neutraler" Zustand eintreten. 2x Masse wieder verschwunden, der alte Zustand wiederhergestellt. Wenn sie die beide NICHT treffen, hätte das SL in dem Fall sogar zwei reale Teilchen selbst erzeugt und sich ohne äußeres Zutun um 2 Teilchen vergrößert. Selbst in einem völlig leeren Universum ohne Strahlung würde so ein SL in einem fort an der Grenze Teilchen erzeugen, die es auf lange Sicht auch BEIDE verschlucken wird und in Summe immer noch größer werden anstatt kleiner. Das klingt auch nicht richtig.

    Die Verquickung von Quantenphänomenen und klassischer Relativitätstheorie am Ereignishorizont - speziell in diesen Größenskalen in denen sich das abspielen soll ist ohnehin unglücklich. Ich wage als Laie die Prognose, dass Heisenberg hier ein gutes Wort mit zu reden hat und sich die virtuellen Teilchen keinen Deut darum kümmern, ob zwischen ihnen der Ereignishorizont durch läuft oder nicht. Sie werden einfach durchtunneln. Das würde so nebenbei sicherstellen, dass die allgemeine Relativitätstheorie und die bekannten Naturgesetze am Ereignishorizont nicht spontan ungültig werden.

    Wir sprechen auch immer von den universellen Erhaltungsgesetzen. Energie und Information kann also demnach niemals, unter keinen Umständen erzeugt oder vernichtet werden.

    Da stellt sich mir doch die Frage woher all die Energie und Information eigentlich kommt, die nun offenbar nicht mehr vernichtet werden kann. Wie wir leicht erkennen können, ist tatsächlich ja von Beidem reichlich vorhanden. Die Antwort, dass das "vorher schon vorhanden war" ist allerdings keine echte Lösung des Problems.

    Wenn aber das ganze Universum, wie es eine Theorie fordert, aus einer überbordenden Quantenfluktuation entstanden ist, dann ist der gesamt Energie- und Informationsgehalt des Universums in Summe exakt Null. Man kann in dem Fall nicht von einer Vernichtung von Energie oder Information sprechen, sondern diese wird unter Umständen lediglich auf ihren ursprünglichen Wert "null" annihiliert. Eine lokale Auflösung der Fluktuation.

    Ich gestehe aber, dass ich mir ein dynamisches Vakuum, aus dem man durch Anwendung von brutaler Kraft Teilchen "kondensieren" kann nicht wirklich vorstellen kann. Die erzeugten Teilchen würden ja ein ebenso großes "Minus" ins Vakuum reißen, wie auch immer man sich das vorstellen mag. Das sollte zu einem entsprechend starken "Sog" führen der danach trachtet, die Teilchen wieder zu vernichten. Oder müsste ich mir an der Stelle vorstellen dass nicht zwei reale Teilchen sondern nur ein reales und und eins mit "negativer Masse" entsteht. Würde dieses dann einen negative Gravitation erzeugen?

    Wie auch immer, die ganze Grundidee ergibt für mich aktuell kein stimmiges Ganzes mehr. Ich liege natürlich falsch, komme aber nicht drauf wo. Diese Überlegungen sind an sich ja trivial und sicher von den Profis lange schon als Unsinn verworfen worden. Ich wäre für einen kurzen Tip aber empfänglich, worin meine Denkfehler liegen.
  • Das Bessere ist der Feind des Guten

    26.03.2014, Robert Orso
    Beweise gibt es nicht für gar nichts. Endgültige Gewissheit gibt es nur für eine einzige Erkenntnis:

    Ich denke, also bin ich.

    Bereits die Existenz einer Welt außerhalb von mir ist nur eine Theorie, wenngleich auch eine in sich recht schlüssige und konsistente. Ich könnte mir allerdings das ganze Universum um mich nur ausgedacht haben um in der Einsamkeit nicht wahnsinnig zu werden. Der Einfachheit halber halte ich jetzt aber einmal an dieser Theorie fest dass ein Universum existiert. Diese Vorstellung ist doch bedeutend interessanter als die Alternative.

    Zum Glück gibt es Menschen die versuchen zu ergründen wie diese Welt funktioniert, Menschen die Wissen schaffen. Sie versuchen herauszufinden welche Regeln das Werk am Laufen halten, selbst wenn es vielfach nur darum geht es zu WISSEN. Die Suche nach Wissen ist Nahrung für den Geist. Das ist das Einzige was Menschen von Tieren unterscheidet.

    Hätten unsere frühen Vorfahren die Theorie, dass ein gerader Stock sich gut zum Jagen eignen würde für unnütze Verschwendung von Lebenszeit gehalten, würden wir immer noch nackt durch die Savanne streifen. Zeiten in denen die Menschen freiwillig oder unter Zwang aufgegeben haben neue Fragen zu stellen und alte Gewissheiten gegen neue Ideen einzutauschen waren in der Menscheitsgeschichte immer sehr dunkle Zeiten.

    Für manche mag die Erfüllung der primären Grundbedürfnisse nach Nahrung, Kleidung und Wohnung schon genug sein. Es sind vielfach Menschen die von der Komplexität der Welt überfordert sind und die sich möglichst einfache, leicht zu verstehende Regeln wünschen und die unversöhnlich gegen alle kämpfen, die an diesen Gewissheiten rütteln wollen.

    Einzugestehen, dass man jahrelang leider einer scheinbar doch nicht funktionierenden Sache nachgespürt hat und sich freudig auf die neue Chance zu stürzen ist ein Zeichen von wahrer Größe. So funktioniert Wissenschaft. Im Gegensatz zur Religion ist hier eine Gewissheit nur so lange gewiss, bis sie durch neue Erkenntnisse überholt wird. Alles darf hinterfragt werden und jede Kleinigkeit muss sich immer wieder als "immer noch gültig" beweisen.
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