Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Antwort auf Dr. Thurner

    09.09.2016, Wendi
    "Umsatz und Gewinn darf kein Fetisch zum Nachteil der Impflinge sein."

    In einer Welt, in der medizinische - inklusive operativer und transplantativer - Maßnahmen nicht am Bedarf des Patienten, sondern vermehrt an Umsatzzielen und Herstellerquoten festgemacht werden ... In der leidenschaftliche, idealistische Ärzte lieber aus dem Klinikbetrieb ausscheiden und in den Rettungsdienst gehen "weil sie da noch helfen können" ... In einer Welt, in der sich quasireligiös alles nur um das wirtschaftliche Wachstum dreht? Ich denke über den Punkt sind wir längst hinaus.
  • Interessant.

    09.09.2016, Willibaldus
    Wir (Ölförderung) waren aufgrund der Tatsache, dass Nachbarfirmen nach einiger Zeit H2S in den Bohrungen hatten, von einer Kontamination mit Sulfat Reduzierenden Bakterien ausgegangen die H2S produzieren. Alle oberflächennahen Grundwässer, die für Bohren und sonstige Arbeiten an den Bohrungen herangezogen wurden, enthielten reichlich davon. Trotz regelmässiger Dekontamination sämtlicher Werkzeuge im Bohr und Workover Betrieb bekamen auch wir irgendwann H2S. Die Bakterien hatten wir schon in der Aufbereitung des Öls, weil die Grundwässer zum entsalzen verwendet wurden.
    Nachforschungen ergaben: Keine Bakterien im Testseparator (erster Behälter zum regelmässigen Messen der Fördermengen). Keine Bakterien im Sumpf von Wasserversenkbohrungen, die Kontakt zum Reservoir hatten (nicht geplant aber nachgewiesen). (getestet mit Standard Teststäbchen mit Messgerät auf Basis der Luciferin-Luciferase Biolumineszenz Reaktion auf ATP Anwesenheit). Nicht sehr empfindlich aber zuverlässig.

    Fachübergreifende Gespräche führten dann zur Erkenntnis, dass eine Wasserschicht mit viel H2S sich von aussen durch alle Rohre gefressen hatte und die hatte dann sogar etwas mehr Druck als das Ölreservoir viele hundert Meter tiefer. Viele unwahrscheinliche Ereignisse zusammen. Die Undichtigkeit wurde dann bestätigt und ein kleineres Rohr eingezogen, mit besserem Widerstand gegen H2S.

    Zweites Problem:
    In einem anderen Feld wurde über Umkehrosmose Wasser entsalzen für Trinkwasser und auch Prozess. Die Osmosepatronen blockierten schnell mit einem Schleimfilm. Tests zeigten Bakterienbefall. Das Grundwasser hatte reichlich Sauerstoff. Die Bakterien waren aerob, brauchten also Sauerstoff. Trotz Behandlung mit Sauerstoffbinder wurde es nicht besser. Ein Puffertank davor hatte zur Versiegelung eine Erdgasschicht auf dem Wasser. Mit etwas Literaturstudium und probieren kamen wir zur Erkenntnis, dass die Bakterien sowohl Sauerstoff brauchten als auch sich von Methan ernährten. Austausch des Erdgases durch Stickstoff hat dann geholfen.
    Der Teufel ist echt ein Eichhörnchen.
  • Licht wirkt anziehend?

    09.09.2016, Torsten
    Hab mal in einem Paper gelesen, dass die Tiere nicht angezogen werden von dem Licht, sondern es mit dem Mond verwechseln. Der stellt eine stationäre Lichtquelle dar, d.h. wenn man in einem Winkel zu ihm fliegt und dieser sich nicht ändert, fliegt man immer geradeaus. Bei einer künstlichen Lichtquelle ist es anders, da sie viel näher dran ist. Wenn die Tiere den gleichen Winkel versuchen einzuhalten, fliegen sie in Kurven um die Lichtquelle herum und die Kurven werden immer kleiner, bis sie gegen die Lampe krachen.
  • Man kann nur hoffen

    09.09.2016, Wendi
    Man kann nur hoffen, dass die MS-Forschung gute Fortschritte macht. Für einen meiner besten Freunde ist es vermutlich zu spät, er ist im fortgeschrittenen Stadium. Eine furchtbare Krankheit, für die Betroffenen ebenso, wie für deren Umfeld. Viel Erfolg allen Forschern auf diesem Gebiet.
  • Erinnerungen aus dem Säuglingsalter

    08.09.2016, Christine L.
    Ohne Zweifel erinnere ich mich an diverse Szenen aus meinem Säuglingsalter, und daran, was ich dabei mit eigenen Augen gesehen, gefühlt oder gedacht habe - sei es mit Worten oder emotional gedacht. Ganz banale Dinge wie Lautspiele, die meine Mutter mit mir machte, wenn ich im Stubenwagen lag. Oder wie es sich anfühlte, zahnlos auf den Fingern herumzubeißen. Wie unser Hund von der Sofalehne heruntersprang - da sah ich ihn wohl zum ersten Mal bewußt, wohlgemerkt aus dem Stubenwagen! Wie plötzlich mehrere Köpfe sich zur Öffnung des Kinderwagens (!) runterbeugten, um mich zu begaffen und mit "Dididi dadada" anfingen. Da dachte oder fühlte ich: sind die bescheuert? Ich weiss sogar noch, wo genau wir da mit dem Kinderwagen unterwegs waren. Niemand sonst kann das wissen. Ich könnte die Aufzählung noch verlängern...
    Es war mir selbst immer unverständlich, warum sich andere Menschen nicht an ihre frühe Kindheit erinnern können, wo sie diese doch selbst erlebt haben.
  • Zwingend notwendige Randbedingung: Speicher

    07.09.2016, Ulrich Hörnlein, Braunschweig
    Gern möchte ich H. Mathieu beipflichten, dass intelligente Beobachtung und Vorhersage der Wetterrandbedingungen keinesfalls allein das zentrale Problem lösen können: Die nicht synchron auftretenden Werte für Bedarf und Angebot an "momentan verfügbarer" Energie (Windstrom, Solarstrom, Solarwärme) können insgesamt nur über Speicher ausgeglichen werden.

    Die Möglichkeit, mittels Statistik für kleine Zellen und größere Verbünde geringere Lastspitzen zu erreichen, kann zusätzlich dazu beitragen, dass der Speicherbedarf reduziert werden kann.
    Jedoch bleibt - so wie mit den zeitlich begrenzt verfügbaren "Speicher"-Technologien fossile Energie/ Nuklearenergie - die Notwendigkeit bestehen, eine sichere Versorgung zu erzielen.

    Nun mein Einwurf: Seit sehr langer Zeit wird genau dieser zentrale Anspruch nur sehr ungenügend verfolgt. Die bestehenden Speichermöglichkeiten sind entweder ausgereizt (Pumpspeicher) oder schlichtweg um Größenordnungen zu klein.

    H. Mathieus Ansatz "Power to Gas" sehe ich als einen tatsächlich erreichbaren Weg zur Versorgungssicherung in notwendiger Größenordnung. Sollte hier ein Durchbruch geschehen, könnte lawinenartig die Performance von Solar- und Windstrom gesteigert werden. Dies macht bisher noch keinen Sinn, da für den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken sogar Windräder abgeschaltet werden!

    Auf dem Gebiet der Speicherforschung wird zurzeit leider hartnäckig ausgebremst, sicher nicht zuletzt durch massiven Widerstand der Kohle- und Nuklearlobbys.

    Sehr gern würde ich auch das Speicherthema öfters in SdW vorfinden.
  • Vergleichsfotos Alpengletscher

    07.09.2016, Simon Oberli
    Auf der Website www.GletscherVergleiche.ch zeigen div. Vorher-/Nachher-Fotovergleiche die Entwicklung verschiedener Alpengletscher (u.a. Rhonegletscher, Gornergletscher und Oberaaargletscher) seit ca. 2007. In diesem kurzen Zeitraum haben die Gletscher teilweise dramatisch an Länge und Masse verloren.
  • Verleser des Tages...

    07.09.2016, Gunnar
    Mein Verleser des Tages: "Oft sind Senioren in Unfälle mit Altersgenossen verwickelt,..."

    OK, man kann ka manchmal den Eindruck bekommen, dass auch andere Primaten an Lenkrädern sitzen, aber bislang ging ich immer davon aus, dass immer in H. sapiens dahinter sitzt...

    ;o)
  • Nord-Ausrichtung

    06.09.2016, PP
    Wer sich die Karte im Navi immer in Fahrtrichtung drehen läßt, kann nicht wissen, wo er einmal landet. Für die Orientierung ist die stabile Nordausrichtung ein Vorteil, dann weiß man, in welche Himmelsrichtung man fährt und kann auch umliegende Orte geografisch richtig einordnen.
    So bedeutet das Navi Komfort, dümmer macht es sicher nicht! Es sei denn, man bringt die Anlage zum Dümmerwerden per se mit.
  • Erinnerungen

    05.09.2016, Tina Tanner
    Ein spannender Artikel. Meine frühesten Erinnerungen stammen aus der Zeit um meinen zweiten Geburtstag. Von einer etwas späteren Episode weiss ich, dass sie mir niemand aus meiner Familie erzählt haben kann, weil keiner dabei war: meine erste Nacht im Kinderheim. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich nicht schlafen konnte, an das gedämpfte Licht und dass eine Pflegerin mich an der Hand nahm und mir die (noch kleineren) Babys zeigte, die friedlich in ihren Bettchen schliefen. Danach ging ich dann auch schlafen. Ich dachte, ich sei etwa zweieinhalb Jahre gewesen damals. Jahrzehnte später habe ich die Rechnung des Heims gefunden: ich war zwei Jahre und neun Monate alt.
  • Vielen Dank

    05.09.2016, Bernhard Stettner
    Diesen Artikel zur Technik-Geschichte habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich wurde dadurch in alte Zeiten zurückversetzt und daran erinnert, dass ich zu Beginn meiner Berufstätigkeit (in den 60er Jahren!) gelegentlich noch mit alten Rechenmaschinen gerechnet habe, die offenbar auf den Prinzipien der Leibniz’schen Entwürfe beruhten. Bei einigen musste man noch mit der Hand kurbeln (und die Umdrehungen selber mitzählen), und bei Multiplikationen musste ich die Stellen-Verschiebungen selber aktiv “von Hand” durchführen. Es gab aber auch sehr komfortable Ausführungen, wo alles “automatisch” mit Elektromotoren ablief.

    Ich war also grundsätzlich schon etwas mit der Funktionsweise solcher Maschinen vertraut, als ich den Artikel las. Allerdings hatte ich mir damals keine großen Gedanken gemacht, wie denn z. B. der Zehnerübergang genau funktionierte. Diese Kenntnis verdanke ich nun dem Artikel, und ich kann nur mit staunender Bewunderung auf die geniale Lösung hinschauen, die G. W. Leibniz hierfür gefunden hat.

    Vielen Dank für diesen anschaulichen und lehrreichen Artikel!
  • Die ZEIT!

    05.09.2016, Walter Weiss
    Mutationen, die vielleicht evolutionäre Schritte oder gar Sprünge in Richtung besserer Anpassung an die Umwelt darstellen, gibt es mit Sicherheit - schließlich leben wir ja nicht in der Tiefsee, wo mutagene Faktoren praktisch ausgeschlossen sind, sondern im Gegenteil in einer modernen Umwelt, die zusätzlich zu den natürlichen zahllose, auch schärfere Mutagene enthält.

    Aber: damit eine 'günstige' Mutation sichtbar wird, muß in der gerade beim Menschen sehr zeitaufwendigen Geschlechterfolge die Anzahl der Individuen mit dieser neuen Eigenschaft gegenüber der Anzahl ohne sie zunehmen - sonst versinkt die gute neue Eigenschaft im milliardenfachen Genpool der Menschheit. Mit anderen Worten: es braucht sehr viel Zeit, damit sich die günstige Mutation durchsetzen kann, und wegen der inzwischen ungeheuren Menge an Menschen wird selbst eine grundsätzliche Durchsetzung praktisch nichts bewirken.

    Ist in einer übersehbar kleinen Gruppe von Menschen bei einem Individuum die Malariaresistenz als Mutation aufgetreten, kann sie sich höchstwahrscheinlich bald durchsetzen - lebt der eine Mensch aber in einer Millionenstadt, wird aus der Verbreitung der guten Eigenschaft wohl kaum etwas.

    Außerdem hat unser Haupt-Erfolgs-Organ, das Gehirn, ja offenbar schon vor mindestens 500.000 Jahren die Fähigkeit entwickelt, mit sich ändernden Umgebungen sehr schnell erfolgreich fertig zu werden - demgegenüber ist kaum noch eine Steigerung denkbar, sodass der Selektionsdruck schlicht fehlt. Ebenfalls hat der Mensch seit sehr langer Zeit Erfahrungen und Kenntnisse, auch Einzelner, gesammelt und überliefert - auch dies mindert den Selektionsdruck beträchtlich. Wir brauchen einfach keine Verbesserung der Eigenschaften unseres Gehirns mehr.

    Soweit die Epigenetik (deren Funktionieren wohl immer noch nicht ganz verstanden ist) ins Spiel gestellt wird, ist die Einschaltbarkeit, die hauptsächliche Eigenschaft der Epigenetik, offenbar auch nichts weiter als eine genetisch verankerte Eigenschaft...
  • Völlig unbelegte Zweckbehauptung

    05.09.2016, L.schaber
    Zu folgendem Zitat aus der Rezension:
    "Und man kann ihm zugutehalten, dass seit der Aufklärung das Wirken des Bösen in der Welt nicht ab-, sondern eher zugenommen hat. Gerade in der vermeintlich so aufgeklärten Moderne ist das Böse – etwa Hitler mit seiner ungebrochenen Faszination, dem der Autor ein Kapitel widmet – in kaum noch zu überbietender Weise präsent..."

    Dass seit der Aufklärung "das Böse" nicht ab-, sondern zugenommen habe, gehört zu den jahrhundertealten Propagandabehauptungen der religiös- Antiliberalen "Reaktion." Zunächst von Seiten der vatikanischen Gegenaufklärung und heute auch aus den Reihen der Evangelikalen aller Schattierungen. Dass das voraufgeklärte Böse trotz Aufklärung nicht abgenommen hat, erklärt sich allein schon dadurch, dass die aufklärerische Vernunft und ein mit ihr oftmals verbunderner Humanismus nicht auf ganzer Linie gesiegt haben, sondern dass es nach langen Kämpfen in Europa lediglich zu einr Art von Waffenstillstand mit der antiliberalen "Reaktion" gekommen ist. Thron und Altar herrschten hierzulande bekanntlich (mindestens) bis 1918.

    Und es ist ein seit 1945 verbreitetes Märchen, dass das "hitlersche" Böse durch den ontologischen oder mittelalterlich schwefelhaltigen "Gottseibeiuns" über die vorher so reinen Deutschen gekommen sei. (Praktisch wars aber schon, denn damit war man nämlich fast von jeder möglichen Schuld befreit.) Tatsache ist aber, dass Hitler lediglich den schon seit fast hundert Jahren (Kolonialismus) vorhandenen (nicht nur britischen) sozialdarwinistisch- biologischen und vor allem christlich -antijudaistischen Rasssismus zu einer weiteren Blüte verholfen hat. Und daran ist gar nichts teuflisch, sondern es ist alte menschliche Tradition, Mitmenschen zur Duchsetzung eigener Machtinteressen mit menschenfeindlichen Ideologien zu infizieren. Neben den Religionen trifft das natürlich vor allem auch auf die meisten Schattierungen des Nationalismus zu.

    Eine solche Betrachtungsweise "relativiert" überhaupt nichts und verharmlost auch keine Schuld. Den nur eine unideologische unvoreingenommen- faktische Betrachtung der Vergangenheit kann zukünftiges "Böses" nachhaltig verhindern.
  • Faszinierendes Thema!

    05.09.2016, Jim Knopf
    Unsere Familie ist häufig umgezogen, die ersten 9 Lebensjahre 4x. Möglicherweise begünstigen diese Umgebungsschnitte ein Erinnern, weil der Überlagerungseffekt nicht zu stark werden kann. Das neue Kinderzimmer z.B. schützt die früheren Erinnerungen an das alte. Dennoch habe ich nur ziemlich isolierte Situationen abrufbar als z.B. 3-Jähriger. Etwa eine verstaubte Ernie-Fingerpuppe auf der Treppe zum Keller. Oder der letzte Legoklotz auf das Dach meiner Wunschvilla. Krokusse & Schneeglöckchen im Garten. Ich weiß, diese Details sind überflüssig. Aber vielleicht auch nicht.
  • Bewährte Methode

    05.09.2016, Elvenpath
    Der Buchautor benutzt eine seit Jahrtausenden bewährte Methode: FUD.
    Fear, uncertaintify and doubt. Angst, Unsicherheit und Zweifel sähen. Schon immer haben Priester diese Methode genutzt. "Wenn ihr nicht an unseren Gott glaubt, wird es ganz, ganz schlimm enden." Blablabla ...