Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Dieser Artikel ist Teil des Problems

    28.12.2017, Harald Berenfänger
    Es wäre völlig ausreichend gewesen, im Beitrag das Für und Wider abzuwägen. Einschübe wie "Es ist schade, wenn" oder "Ich finde diese Haltung übertrieben,..." sind dagegen überflüssig, denn nun muss ich als Leser wieder trennen zwischen Argument und (fremder) Meinung, um mir meine eigene Meinung bilden zu können. Lästig. Meinungen und Bewertungen gehören aus gutem Grund ein eigene Formate wie Glosse oder Kommentar – wer als Leser einen Bericht lesen will, hat den Journalisten nicht um dessen persönliche Meinung gebeten sondern um seriöse Recherchearbeit und deren Aufbereitung.
    Stellungnahme:
    Sehr geehrter Herr Berenfänger,

    der Artikel ist eine personalisierte Kolumne und darf daher Meinungen bzw. Bewertungen aufweisen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Die Redaktion
  • SFR (Sodium-Cooled Fast Reactor) Hatten wir so was Ähnliches nicht schon mal?

    28.12.2017, Thomas S.
    Also wenn ich Sodium-Cooled Fast Reactor höre, muss ich unweigerlich an eine der größten deutschen Investitionsruinen denken, und zwar an den schnellen Brüter in Kalkar am Niederrhein. Der wurde trotz jahrelanger Proteste zwar komplett fertiggestellt, ging aber nie ans Netz und wurde 1991 endgültig stillgelegt. Trotz anderer Technik haben Tschernobyl und seine Wolke über Deutschland diese Entscheidung wohl beeinflusst.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Kalkar

    Damals hat man wegen Sicherheitsbedenken (Bethe-Tait-Störfall) usw. den Gegenwert von heute 6 Milliarden Euro in den Sand gesetzt, obschon er laut Aussagen der Befürworter, eine moderne "Eier legende Wollmilchsau" sein sollte. Stichwort wiederaufbereiteter Brennstoff aus konventionellen Leichtwasserreaktoren.

    Die Naturkatastrophen-/Terror-/Endlagerfrage (Schachtanlage Asse) ist nach nunmehr 60 Jahren Kernkraft noch immer nicht gelöst, genauso wie die Gefahr besteht, das aus dem Abfall Waffen (auch schmutzige) hergestellt werden können. Und der Begriff Ewigkeitskosten sollte ja bereits aus dem Bergbau bekannt sein.

    Auch wenn ich die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit gGmbH (GRS) für eine seriöse Organisation halte, finde ich diesen Artikel viel zu unkritisch. Wer einen Teich austrocknen will, sollte nicht ausschließlich die Frösche fragen. Was für Großprojekte mit wesentlich kürzerer Laufzeit gilt (Einheitskosten, AGENDA 2010, BER, Stuttgart21), gilt erst recht bei der Kernkraft. Da geht es bei der Endlagerung um Zeiträume von mehreren tausend Jahren und man nenne mir nur einen Staat der annähernd solange existiert hat. Oder sind vielleicht die Pyramiden von Gizeh ein antikes Endlager? Dann sollten wir aber tunlichst keine Löcher zu Forschungszwecken bohren.

    Der Mensch hat diese und ähnliche Technik derzeit einfach nicht im Griff und ich stehe ausnahmsweise voll und ganz hinter einer der wenigen richtigen Entscheidungen unserer Bundesregierung in der vergangenen Dekade: Dem verspäteten Atomausstieg nach Fukushima!
  • Das ist nicht alles Zukunftsmusik

    28.12.2017, Ralph Fischer
    Der BN-800 läuft schon seit 3 Jahren in Russland. Der ist Klasse III+, man könnte sogar darüber streiten ob er schon Klasse IV ist.

    Der Reaktor läuft zwar noch konventionel mit Brennstäben, aber er arbeitet mit schnellen Neutronen. Das ist so wichtig, weil unser hochgefährlicher langlebiger Atommüll nicht so gefährlich ist, weil er lange strahlt, sondern weil er teilweise aus dem gifitgen Plutonium besteht, das einfach nur ewig braucht, bis es zerfällt.

    Bisher gab es keinen Atomreaktor der im Regelbetrieb Plutonium spalten konnte und deshalb ist der BN-800 ein wichtiger Durchbruch.

    Unsere Bundesregierung will 2 Milliarden Euro für die Suche und das Finden eines Endlagers für Atommüll ausgeben. Dann ist das Zeug noch nicht weg, sondern nur ein Platz gefunden, andem man es für ca. 30 Milliarden Euro verstecken kann.

    Für das Geld könnte man auch ein paar BN-800 kaufen und mit denen den Müll zerstören.
  • Schlecht recherchiert

    28.12.2017, Ralph Fischer
    Der Flüssigsalzreaktor (MSR) lief ziemlich lange, wurde dann aber nicht mehr weiterentwickelt, weil die "normalen" AKW als sicher und effektiv galten.

    Ausserdem hatte er (aus damaliger Sicht) noch einen anderen entscheidenden Nachteil: Wenn er optimal läuft, dann kann man daraus keine grossen Mengen waffenfähiges Plutonium gewinnen, weil, er dazu neigt, Plutonium zu spalten.
    Normalerweise arbeiten MSR nämlich mit schnellen Neutronen.

    In ihrem Artikel steht aber, das er mit Graphit moderiert wird - was sich bei Tschernobyl als fatal erwiesen hat und sowieso keinen Sinn macht, denn damit bekommt man keine schnellen Neutronen. Ihre Quellen sind also nicht sehr aktuell.

    Ausserdem gibt es kein Ventil das schmelzen soll, sondern eine Stelle im Rohrsystem wird künstlich gekühlt, wodurch sich ein fester Stopfen bildet. Im Störfall wird der heiss und flüssig. Dann läuft die Salzlösung in ein unkritisches Sammelbecken.

    Ich schlage vor sie lesen sich mal die Seite vom Dual Fluid Reaktor durch um zu sehen, wie man einen MSR am besten baut.
    https://dual-fluid-reaktor.de/
  • und die Hetze geht weiter

    27.12.2017, YesSir
    erst die Raucher, jetzt die Böllerköppe....spaltet die Gesellschaft NOCH weiter. Bravo.
  • Sehr optimistisch geschrieben

    27.12.2017, Stefan Lehmacher
    Der Beitrag ist sehr oberflächlich und viel zu optimistisch. Bei genauerer Betrachtung der vier Konzepte stellt sich nämlich heraus, dass die Reaktortypen entweder mit derart korrosiven Stoffen betrieben werden, dass sie sich quasi selbst zersetzen. Materialtechnisch liegt bislang nichts adäquates vor, dass diesen Belastungen gewachsen wäre. Andere Reaktoren müssten hingegen mit so hoch angereichertem Uran gefahren werden, dass der Stoff zum Bombenbau taugte. In weiteren Reaktoren der Generation IV wird zudem Plutonium erbrütet, was bedeutet, dass man in den Plutoniumkreislauf einstiege. Das ist alles nicht sehr ermutigend und auch in den 2020er Jahren nicht lösbar.
  • Der Artikel ist eher Werbung als ein wissenschaftlicher Artikel

    27.12.2017, Dirk
    Der Artkel stellt Behauptungen auf, die dann nicht im Geringsten mit Zahlen untermauert werden mit.
    „Deutschlands nichtnuklearen Sonderweg gehen wohl nur die wenigsten Länder mit. Im Gegenteil, anderswo entwickelt man mit Hochdruck die Atomkraft der nächsten Generation.“ „Denn nicht nur in Kanada sieht es nach einer strahlenden Zukunft für neue Kernkraftwerke aus“
    Als Beleg nennt er, dass 9 Länder sich zu einer Forschungsgemeinschafft zusammengetan haben (inzwischen + 4), die 6 neue Konzepte entwickelt haben, die aber oft gar nicht neu sind, sondern Jahrzehnte alt.
    Wieviele Länder gibt es? Ca. 200. Damit sind 13 wohl nicht die meisten. Und wieviel dieser neuen Reaktoren sind inzwischen gebaut und wieviel werden in den nächsten Jahren gebaut? Wohl irgendwas in der Gegend von 0-2. Um wieviel sind sie günstiger als Sonnen- und Windenergie? Gar nicht. Hat man mit den neuen Reaktoren das Abfallproblem gelöst? Nein.
    Wie teuer werden diese neuen Reaktoren sein? Werden Sie überhaupt wirtschaftlich sein können, ohne dass es wieder Milliarden an Subveuntionen gibt?
    Keine Antworten auf diese Fragen in diesem Artikel. Was mich noch interessieren würde: In welcher Beziehung steht Herr Hummel zur Nuklear-Industrie und wie kommt ein solcher Artikel in Spektrum, eine Zeitschrift, die sonst seriöse Artikel enthält.
  • Die Aufgabe der Journalisten

    27.12.2017, Bernhard Knoll
    wäre ja gerade, zu einem Thema alle relevanten Fakten zu recherchieren und umfassend zu informieren. Ich beobachte aber oft, wie zu einem Ereignis X in verschiedenen Zeitungen durch Weglassen von Informationen, Ausdrucksweise, emotionale Assoziationen etc. ein völlig unterschiedliches Bild erzeugt wird. Meist auch mit systematischen Färbungen in verschiedenen (europäischen) Ländern. Damit habe ich folgende Probleme:
    1. Aus wie vielen Quellen muss ich mich informieren, wie viel Zeit und Geld muss ich investieren, um ein ausgewogenes Bild zu erhalten (und wozu ist dann noch der Journalist als Zwischenstufe gut?)
    2. Was, wenn die Mehrzahl der Medien einer Meinung ist und gewisse Fakten damit unter den Tisch fallen?
    3. Der Bestechung wird Tür und Tor geöffnet.
    4. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn als Folge von schlechten Meinungen Schaden entsteht? Sicher nicht die Journalisten.
    Wer unbedingt eine Meinung vertreten will, sollte doch lieber gleich in die Politik gehen.
  • Eben Aktionismus...

    27.12.2017, Karl Müller
    Hier ist ohnehin schon wenig über die Norm zu erreichen. Der Anteil an illegaler Pyrotechnik nimmt quasi explosionsartig zu, auch wenn es so noch leicht übertrieben formuliert ist.
    Sozusagen viel Lärm um nichts, weil schon aktuell die Norm nach Belieben umgangen wird und der Handel mit illegaler Pyrotechnik nur noch mehr aufblühen wird.
    Die denn auch wegen der deutlich größeren NEM und auch wegen eines anderen Umsetzungscharakters aufgrund der höheren Sprengleistung reichlich Feinstaub, auch sekundären, generieren.
  • Der MSR und der LCFR

    27.12.2017, ulrich Hammerla
    könnten zudem erheblich dazu beitragen, das Entsorgungsproblem zu lösen. Wie beim komplizierteren SFR besitzen diese Reaktoren keine Brennelemente, die ausgetauscht und aufbereitet werden müssen. Das gesamte Spaltmaterial befindet sich im Primärkreislauf, langlebige Isotope die (hauptsächlich) das Entsorgungsproblem verursachen, werden durch die schnellen Neutronen rasch zerstört - diese Reaktortypen könnten radioaktiven Müll unter Energiegewinnung "recyceln". Zudem arbeiten sie im Primärkreislauf drucklos, was eine Menge Sicherheitsprobleme von vorneherein ausschließt.
    Bis die Kernfusion überhaupt wirtschaftlich betrieben werden kann, werden noch Jahrzehnte vergehen - und mögliche Sicherheitsprobleme sind womöglich noch nicht einmal bekannt.
  • Privater Gebrauch von Feuerwerken muss untersagt werden

    27.12.2017, Susan Ville
    Schließe mich dem/der VorkommentatorIn an, und gehe sogar noch einen Schritt weiter: Wir können von unseren Kindern nicht verlangen, dass sie den Wert unseres Planeten und der Natur schätzen lernen, sie von einem fahrlässigen Umgang letzter Generationen mit der Umwelt überzeugen, wenn wir zeitglich allen Wildtieren zumuten, diesen Unsinn an nachkriegsfreudigem Brauchtum so weit zu treiben, dass uns der offensichtliche Schaden heute kalt lässt.
    Dieser Schaden lässt sich nicht nur in Emission messen, sondern auch in Dezibel, denn über das Netz werden Artikel verschoben, die weitaus lauter explodieren, als erlaubt, aber wer kann das schon kontrollieren, wenn Ware in den Handel kommt, die aus Substanzen besteht, die keiner kennt, ohne Deklaration und vorgeschriebene Warmhinweise?
    Böller werden zudem nicht nur an Silvester gezündet, sondern bereits Wochen vorher, obwohl es eine Ordnungswidrigkeit darstellt.
    Wen kümmert es, wenn eine ahnungslose Katze ein Knalltrauma erfährt, oder Vögel in Panik ihren Futterplatz aufkündigen?

    Längst sind Raketen und Böller lauter als das Gesetz es mal vorgesehen hat, durch den Schwarzmarkt sind schadhafte, chem. verunreinigte oder falsch deklarierte Artikel im Umlauf.
    Wie soll man das je kontrollieren?
    Gar nicht. Es muss ein Verbot her!
    In vielen Metropolen Europas, ist privates Knallen längst untersagt, so wie in London am New Year's Eve nur ein städtisches, von Profis kontrolliertes, sicheres Feuerwerk gezündet wird. Unkontrolliertes, privates Zünden von Knallern wäre viel zu gefährlich, angesichts der dichten Menge von Touristen, und ist im Zeitalter der Anschlagsgefahr und des Aufenthaltes von Kriegsflüchtigen auch ethisch bedenklich.

    Außerdem: gerade während der Wintermonate, gibt es unzählige Beschreibungen von Autofahrern in Metrropolregionen, wie dem Ruhrgebiet, über solch extreme Nebelbildung, dass man die Stadtautobahnen nicht befahren konnte (ab 2006 u.f.).

    Das millionenfache Verpulvern von Sprengstoffen ist also nicht nur in Form des Feinstaubs ein gesundheitliches Risiko, es gefährdet Kinder und Tiere, und die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern.

    Was spricht FÜR das private Abbrennen von Knallkörpern?
    Nichts.
    Jede größere Gemeinde kann ein Feuerwerk mit Pyrotechnikern organisieren, welches man Kilometer weit sehen kann, sogar meist wesentlich eindrucksvoller, als wenn jeder willkürlich einzelne Raketen abfeuert.
    Kein vernünftiger, umweltbewusster Bürger braucht Böller oder Raketen!
    Missbrauch durch Sachschäden nicht einmal mit eingerechnet.
  • Klingt sehr toll oder " Alter Wein in neuen Schläuchen"?

    27.12.2017, Detlev Röhle
    Drei offene Fragen:
    1. Was ist mit dem Atommüll, Wo und wie wird der Atommüll gelagert und Wer garantiert für Lagerung während der nächsten 2000 Jahre?
    2. Was passiert mit diesen Atomkraftwerken im Kriegsfall? Reicht dann schon eine konventionelle Bombe, um eine radioaktive Katastrophe auszulösen.
    3. Konventinelle AKW des Typ II wurden uns in den 70 - und 80ziger Jahren mit den gleichen Argumenten verkauft. Erst Jahre später gab die AKW-Industire zu, dass die verwendeten Matreialinen der radioaktiven Strahlung nicht standhalten und permant eine Gefahr von AKWs ausgeht. Gibt es Materialinen für diese höheren Strahlungswerte und höheren Temperaturen?
    Frage 4
    Alter Wein in neuen Schläuchen?
  • Stromerzeugung ist falsche Zielsetzung

    27.12.2017, Joachim Falken
    Für die preiswerte Stromerzeugung kann man die Kernfusion nutzen und die Energie mit Solarmodulen in das Stromnetz einbringen. Viel billiger als Kernenergie. Allenfalls für die Zeiten ohne Sonne und Wind könnte man Kernspaltung theoretisch nutzbringend verwenden, wenn man speicherbare Energie herstellen würde und nicht schlecht speicherbaren Strom.

    Im übrigen hat Deutschland 1% der Wetbevölkerung und 2% der Anzahl Kernkraftwerke. Wir sind in bester Gesellschaft von vielen anderen Ländern, die lieber ohne Kernenergie auskommen.

    Die Gretchenfrage bei der Kernenergie lautet aber generell:
    Warum gibt es keine Versicherung der Schadenssummen? Warum haben die FIrmen die Entsorgung an den Steuerzahler "weggedrückt"?
  • Es wird Zeit:

    27.12.2017, deesnider
    Jetzt müssen endlich verbindliche, in realistischen Testverfahren nachzuweisende und zu dokumentierende, maximal zulässige Feinstaubwerte für Böller her, eine Deckelung des Böllerverkaufs pro Kopf und ein Feuerwerksverbot speziell bei Inversionswetterlage (inkl.Rückkauf der wegen des Verbots nicht genutzten Feuerwerksartikel).
    15% der Jahresfeinstaubmenge des Straßenverkehrs (Abgas, Reifen, Bremsen) an einem einzigen Kalendertag sollte uns etwas Aktionismus und Konsumverzicht wert sein!
  • Wer definiert, was GUT ist?

    27.12.2017, Werner Barth
    Schon der Titel beinhaltet ein Problem. Wer definiert, was GUT ist? Der jeweilige Journalist? Die aktuelle Regierung? Der Zeitgeist? Eine objektive Nutzen/Schaden-Analyse? Ich fürchte, damit ist sogar die Philosophie überfordert. Ist das GUT, was niemandem schadet? Kann es das überhaupt geben?
    Manche vertreten die Meinung, die Bombe auf Hiroschima war gut, weil sie den Krieg (wahrscheinlich) beendete, das gilt auch für die Bombardierung von z.B. Danzig.
    Es ist immer gefährlich, als Journalist den Pfad der Objektivität zu verlassen, um etwas zu befördern, das man für GUT hält.