Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Erklärungsnotstand

    25.08.2008, Günter M. Ziegler, Berlin
    Sind es die Theoretiker der Astrophysik, die da offenbar in Erklärungsnotstand sind und sich verteidigen müssen, oder eher die Journalisten, die gelegentlich den Mund zu voll nehmen - und "Weltformel" und "Erklärung für alles" propagieren, wo bisher einfach keine konsistente Theorie vorliegt, und "ruhig weiterarbeiten" der bessere Ratschlag gewesen wäre. Oder wird der Hype von den Presseabteilungen von LHC & Co. geschürt, um die großen Maschinen zu rechtfertigen?

    Dabei finde ich die theoretische Physik-Grundlagen-Arbeit wichtig und spannend (und habe Verständnis, dass das alles kompliziert ist, und das Aussortieren der Ansätze Zeit braucht). Und gründlich nachdenken und nachrechnen und ein bisschen Spekulieren ist allemal sinnvoller und sehr viel billiger als den nächsten Even-Larger-Supercollider (ELC) zu projektieren, der dann Milliarden verschlingt, ohne evtl. halbgare Theorien zu bestätigen oder auch zu widerlegen...
  • Der Faktor Phantasie

    25.08.2008, Hans-Georg Wenke
    Gut, dass Wissenschaftler in der Regel keine Kriminalkommissare sind. Sie würden nur wenige Fälle aufklären. Ein Mörder wäre für sie nur einer, wenn er bereit wäre, den Mord beliebig oft zu wiederholen.

    Wir wissen es doch längst: Nicht das Universum ist kompliziert. Unsere Phantasie, es zu begreifen, ist eingeschränkt. Wer sie trainiert, macht Fehler. Wer sie nicht trainiert, noch viel mehr.

    Was also ist die Alternative zu purer Spekulation? Beschränktheit des Wissens aus freien Stücken.
    Irgendwie doof, oder?
  • Abbildung S. 64

    24.08.2008, Andreas Beyerlein, Sulzbach-Rosenberg
    Stellen die 6 Säulen die verschiedenen Zusammensetzungen der Mikrobenpopulationen der Unterarme von 6 verschiedenen Personen dar? Die Beschriftungen ("erster Test", "zweiter Test", "insgesamt") passen nicht dazu.
    Antwort der Redaktion:
    Die sechs Säulen stellen nicht die Ergebnisse für die sechs Versuchspersonen dar, sondern jeweils die Mittelwerte bei den sechs Probanden für den ersten und zweiten Test am linken und rechten Unterarm sowie an beiden Unterarmen.
  • Ohne spekulative Theorien kein Fortschritt

    24.08.2008, Rolf Wroblewski, Bremen
    Manchmal verstehe ich die Menschen nicht - nämlich immer dann, wenn es um Neugier und theoretische Weiterentwicklungen geht. Ohne beides würde die Menschheit entweder noch auf den Bäumen rumturnen oder längst ausgestorben sein!

    Und selbst wenn es so nicht wäre, gäbe es vieles nicht: CD/DVD-Laser gehen auf Gedankenakrobatik von Einstein zurück; um nur ein Beispiel zu nennen! Oder Satellitennavigation würde ohne Berücksichtigung relativistischer Effekte nicht funktionieren - auch Einstein...

    Die Liste moderner Anwendungen ließe sich beliebig fortsetzen. Selbst bei äußerst kritischer Betrachtung vieler Umsetzungen (z.B. Kernkraftwerke und Endlagerung) will doch sicherlich kaum ein Mensch auf aktuelle Technik verzichten - und die gibt es nun mal nur deswegen, weil es Menschen gab und gibt, die die vorgegebenen Pfade verlassen haben und spekulativ denken! Und hoffentlich nicht nur in der Technik, sondern auch gesellschaftswissenschaftlich und politisch! Weiter so. Oder um mit Wigald Boning (TV-Wissensshow "Clever") zu sprechen: Neugierig bleiben!
  • Anmerkungen zur EST eines Herausgebers der Anthologie

    24.08.2008, Werner Hahn Gladenbach
    Als einer der Herausgeber der Anthologie möchte ich darauf hinweisen, dass man eine „saubere Definition“ dessen, was im Buch mit „Symmetrie“ („Evolutionärer Symmetrietheorie“) gemeint ist, im Vorwort und besonders in meinem Beitrag des Buches „Evolutionäre Symmetrietheorie und Universale Evolutionstheorie. Evolution durch Symmetrie und Asymmetrie“ dargestellt findet. Eine Dokumentation dieses Essays aus der heute vergriffenen Anthologie (Seiten 255 bis 284 mit 11 mehrteiligen Abbildungen aus dem Buch) findet man auf meiner Homepage in www.art-and-science.de im Link PDF EST. Die Rezension im Internet gibt leider nicht eine erklärende Abbildung des Autors zur EST wider, die in SdW gedruckt erschienen ist (S. 122 - „Ars evolutoria“ von Werner Hahn). Die zitierte Definition „Ein Gegenstand ist symmetrisch, wenn es eine Transformation gibt, die ihn unverändert (invariant) lässt. Die einfachsten Symmetrietransformationen sind Verschiebung, Drehung und Spiegelung“ entspricht nicht der im Buchtitel gemeinten dynamischen evolutionären Symmetrie-Auffassung. In der EST sind Transformationen gemeint und dargestellt, deren Resultate gerade nicht (!) „unverändert-invariant“ sind, sondern Veränderung (Evolution) aufzeigen. Dass der Begriff der EST auf Erkenntnissen in meinem Werk von 1989 „Symmetrie als Entwicklungsprinzip in Natur und Kunst. Königstein“ (Gladenbach: Art & Science, 1995) fußt, sollte man wissen. Wichtiger Anstoß und Anreger für das Symposion EST (1993 – Städelsches Kunstinstitut Frankfurt) und die Anthologie 1996 war eine Rezension des Physikers, Mathematikers und Chaosforschers Siegfried Großmann in den Physikalischen Blättern (12/1990, S. 498) - eine Rezension zu meinem Symmetrie-Buch von 1989, das übersetzt ins Englische in erweiterter Form 1998 publiziert worden ist (Singapur). Großmann resümierte ebenda, dass das Buch „den gewaltigen Schatz an in der Natur und in der Kultur Gefundenem auf wenige dahinterliegende strukturelle Prinzipien zurückführt". So werde eine „Idee, die eine neue Dimension eröffnet" vorgestellt: „die Demonstration einer übergreifenden Hypothese, gewonnen als experimenteller und theoretischer Forschungsertrag: Symmetrie als umgreifendes, leitendes, strukturierendes, verursachendes Element der Evolution, als die Idee hinter Natur und Kultur". Man könnte das „Vorhaben einer evolutionären Symmetrietheorie“ nicht besser umreißen als mit dem Helmholtz-Satz: „Möglicherweise wird dieses Buch in der Zukunft von hohem Wert sein als Leitfaden zur Entdeckung neuer allgemeiner Charaktere der Naturkräfte“, lobt übrigens Prof. Bremer die Anthologie.
  • Schiffswracks erhöhen Biodiversität

    22.08.2008, Holger Schoening
    Biodiversität bedeutet grob Artenvielfalt.
    Je unterschiedlicher der Lebensraum, desto mehr ökologische Nischen und desto mehr Arten. Solange nicht der ganze Meeresboden mit Wracks bedeckt ist, bedeutet ein Wrack eine Insel der Andersartigkeit, die Arten Raum bietet, die sonst im weiterem Umfeld keinen Platz hätten. Klar gehen dann die Arten, die vorher da waren, zurück, aber die gibt es ja auch überall sonst auch. Wobei die neuen Arten um das Wrack herum wahrscheinlich seltener sind. Auf einem Riff ist das vielleicht nicht so offensichtlich, aber auf offenem Sand oder Schlammflächen um so mehr.
  • Nicht der kleinste

    22.08.2008, Bernd Gertens, Hamburg
    Hallo,

    die Überschrift ist leider falsch.

    Trichoplax wird einige Millimeter groß, ist also mit bloßem Auge durchaus sichtbar.

    Viele Vielzeller, beispielsweise Rotiferen, sind deutlich kleiner.

    Grüße
    Bernd Gertens
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Gertens,



    vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die Überschrift korrigiert.



    Mit freundlichen Grüßen



    Christian Wolf
  • Falsche Erinnerungen

    21.08.2008, Laura Schneider
    Also wenn Ihre Meldung aus dem Jahr 2005 stimmt, dann ist der gravierende Unterschied, dass beim Erdbeereis kurzfristige Verhaltenseffekte gezeigt wurden. Häufig beeinflussen Laborexperimente Verhalten über Sekunden oder Minuten. Wenn man zeigen kann, dass solche Effekte monatelang anhalten, ist das sehr wohl ein gravierender Unterschied! V.a. wenn man tatsächlich darüber nachdenkt, das Ganze als Diätstrategie zu nutzen: Das wird bekanntlich nichts, wenn man nicht länger als ein paar Tage bei der Stange bleibt.
  • Hilfreiches Vitamin D

    21.08.2008, Claudia Polzin
    Mit großem Interesse habe ich den Artikel über die segensreiche Wirkung von Vitamon D gelesen. Meine Mittagspause werde ich zukünftig seltener im Cafe und öfter im Freien verbringen. Einen ganz kleine Berichtigung hätte ich zu machen: bei der multiplen Sklerose handelt es sich nicht um eine Muskeldegeneration, sondern um eine Nervendegeneration. Als solche wird es auch im weiteren Text richtig beschrieben.
  • Facharbeit über Nationalparks in Kenia

    20.08.2008, Christoph Kautz München
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich schreibe meine Facharbeit über das Thema "ökologische, ökonomische und sozio-ökonomische Einflüsse der Nationalparks in Kenia". Im Moment bin ich noch auf der Suche nach Informationen (dieser Artikel war sehr hilfreich). Vielleicht haben sie Erfahrungen oder Infomaterial dass sie mir schicken könnten.

    Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christoph
  • Orang-Utans

    18.08.2008, Ihr Name, Wohnort
    Habe mit großem Interesse Ihren Filmbericht gesehen. Mir liefen die Tränen nur so über das Gesicht. Was für perverse Menschen es doch gibt. Wie können sich Menschen sexuell an solchen Tieren vergehen?
    Es ist alles nur zum Heulen.
    Ich lasse Ihnen eine kleine Spende zu kommen. Schwelge selber nicht in Reichtümern aber vielleicht können ein paar Euro helfen.
    Weiterhin viel, viel Glück bei Ihrer Arbeit und großen Dank an Johannes Jähnicke für seine Unterstützung.

    Edeltraud-Dewitt-Stürken
  • Liebe zum Buch

    17.08.2008, Familie Reuters, Gelsenkirchen
    "... glücklicherweise noch immer weit verbreiteten Liebe zum gedruckten Buch ..."
    Das sehen wir genau so. Danke für den Artikel mit Herz. Schön, dass Internetexperten sich so um den Erhalt alter Bücher bemühen. Wenn sie auch möglicherweise Profit daraus schlagen, dass weltweit umsonst für sie gearbeitet wird. Aber es ist ja zum Besten.

    Herzlich
    Familie Reuters
  • Die lang gesuchte Kohlenstoffsenke

    15.08.2008, Karl Bednarik
    Sinken abgestorbene Algen auf den Meeresboden, werden sie von Bakterien zersetzt. Dabei wird Sauerstoff verbraucht, und der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt.

    Solange noch Sauerstoff vorhanden ist, verarbeiten die Bakterien alle Kohlenstoff-Verbindungen zu Kohlendioxid, so dass die photosynthetische Arbeit der Algen völlig vergeblich war.

    Sobald aber kein freier Sauerstoff mehr vorhanden ist, gibt es nur noch die anaerobe Gärung, bei der sich immer mehr wasserstoffreiche und sauerstoffarme Kohlenstoff-Verbindungen am Meeresgrund ablagern und von Sedimenten bedeckt werden.

    Im tiefen, kalten Ozean wird das entstehende Methan als festes Methan-Hydrat gebunden.

    Nur auf diese Weise kann man das Kohlendioxid dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.

    ******

    Wenn man Wälder anpflanzt, um das Kohlendioxid zu binden, dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem Holz?

    Natürlich darf man das so gewonnene Holz niemals verbrennen, und ebenso darf man dieses Holz auch niemals verrotten, verfaulen, oder sonstwie verstoffwechseln lassen.

    Bei der Herstellung von Bauteilen und Chemieprodukten aus diesem Holz riskiert man, dass nach einiger Zeit obgenanntes dann doch noch passiert.

    Am besten wäre es, das Holz möglichst tief zu vergraben, eventuell erst nach einer Umwandlung zu Holzkohle, die man dann zu Briketts presst, um ihr Volumen zu verringern.

    Irgendwie erinnert mich das an die alten Kohlelagerstätten. Vielleicht könnte man die Braunkohle-Tagebaugruben damit auffüllen.

    Spätere Generationen könnten dann mit diesen neuen Kohlelagerstätten unseren Fehler wiederholen.
  • Was kann ich tun?

    14.08.2008, Beate Händel, C. Santa Catalina Thomas 14, 07141 Pont D`Inca
    Hallo Willie und BOS-Team,

    gestern habe ich Eure zutiefst berührende und zugleich schockierenden Reportage über die bedrohliche Situation der letzten verbleibenden Orang-Utans gesehen. Ich hatte sofort den Wunsch, auch etwas zu tun für diese so liebevollen Wesen und für unsere Natur.

    Meine Frage an Euch: Wie könnte ich mich engagieren? Was gibt es für Möglichkeiten? Eine tolle Idee fände ich, nach Indonesien zu reisen und mit bei Eurem Projekt zu helfen.

    Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen.

    Lieben Gruß

    Beate
  • Meine 28 Jahre mit Spektrum der Wissenschaft

    14.08.2008, Karl Eitzenberger
    Herzlichen Glückwunsch an das Team von Spektrum der Wissenschaft!

    30 Jahre, ein respektables Jubiläum und davon immerhin 28 Jahre mit mir.

    Mein erstes Heft ist vom November 1978, das Abonnement habe ich mir ab 1980 geleistet. Damals war ich in der Ausbildung im 3. Lehrjahr und erhielt eine monatliche Vergütung von 355 DM.

    Es war keine leichte Kost, durch manche Artikel musste ich mich durchquälen. Trotzdem kam es für mich nie infrage, auf alternative "wissenschaftliche" Zeitschriften umzusteigen.

    Nachhaltig beeindruckt hat mich aber ein "einfacher" alltäglicher Artikel: Im Februarheft von 1984 wurde die Aerodynamik von Muskelkraft-Fahrzeugen behandelt. Ausgehend von diesem Beitrag habe ich mich weiter mit diesem Thema und Solarfahrzeugen beschäftigt.

    Aus Ihren Buchrezensionen habe ich die schönsten und interessantesten Bücher in meinem Bücherregal. Es gibt Artikel, die habe ich inzwischen mehrfach gelesen, aber es gibt auch Hefte, die habe ich nur kurz durchgeblättert.

    Mehrfach wollte ich schon das Abonnement kündigen, aber mittlerweile gehören bereits meine Kinder zu den Lesern. Und wie zu Beginn ist das Geld knapp, der Hausbau und das Studium der Kinder kosten Zeit und Geld.

    Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf die Jubiläumsausgabe.

    Viele Grüße an das Team,

    Karl Eitzenberger