Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Deutschland als Spitzenreiter der adulten Stammzellenforschung

    21.11.2007, Gerhard Samulat
    Na endlich kommt Besinnung in die Stammzellen-Debatte. Adulte Stammzellen gelten seit Jahren als ethisch korrekte Variante der Stammzellen-Forschung und Therapie, insbesondere in Deutschland, wo das Klonen embryonaler Stammzellen aus verfassungs- und menschenrechtlicher Bedenken (meiner Meinung nach zurecht!) verboten ist. Doch statt sich auf die Erforschung adulter Stammzellen - also der Stammzellen aus Körperzellen Erwachsener - zu konzentrieren, verloren die deutschen Wissenschaftler offensichtlich viel Zeit damit, um für das Recht zu streiten, Embryonen für ihre Forschung "verbrauchen" zu dürfen ("Verbrauchende Embryonenforschung" gilt als Fachbegriff!!). Nur weil die Arbeit mit adulten Stammzellen technisch etwas schwieriger ist.

    Mein Traum: Deutschland als Spitzenreiter der adulten Stammzellenforschung. Das ist ethisch korrekt und hat nicht den Beigeschmack von Mord an ungeborenem Leben (ein durchaus dialektischer Begriff, der sowohl das Wort "ungeboren" enthält als auch das Wort "Leben", weswegen sich daran die Diskussion entfachen ...).

  • Wo ist die bemerkenswerte Leistung?

    20.11.2007, Dr. Nikolaus Klepp
    Was ist so besonders an einem Verfahren, eine Gerade auf einem rotierenden Schirm zu zeichnen? Sogar Studienanfänger sollten mit den gegebenen Randbedingungen eine optimale Methode realisieren können, das Handwerkszeug lernt man ja schon in der Oberstufe unter Schnitt Gerade mit Kegelschnitt. Es erfordert aber weder 4 Jahre Entwicklungsarbeit, noch ist daran irgendetwas neu. Da bekommt das Wort Trivialpatent eine ganz besondere Bedeutung.

    Wie soll Antialiasing die Auflösung und scheinbare Tiefe beim DepthCube erhöhen? Wenn die Methode so funktioniert wie beschrieben, hat das Display in z-Richtung 20 Voxel Auflösung. Bei 10 cm Tiefe ist ein Voxel ein Stiftchen mit etwa 0,3 x 0,3 x 5 mm. Antialiasing kann dann nur in der xy-Ebene erfolgen. Somit müsste das Bild immer kulissenhaft wirken, es sei denn, das Display stellt keine Vektorgrafik dar, sondern nur halbtransparente Volumina. Dann kann das Gehirn auch relativ einfach durch Markierungen, die ein Objekt bekannter Größe wie einen Würfel darstellen, in der Tiefenwahrnehmung getäuscht werden. Das Display kann z. B. nicht eine Textseite auf einer Kugel ansehnlich darstellen. Liege ich da richtig?
    Antwort der Redaktion:
    Da ich nicht über eigene Erfahrungen mit den beschriebenen Produkten verfüge, kann ich an dieser Stelle nur begründete Vermutungen äußern:


    Auszurechnen, wo auf der rotierenden Schnittebene in jeder Position die Punkte der Geraden liegen müssen, ist in der Tat nicht schwer. Denkbar ist, dass die Gerade, wenn sie ungünstig liegt, in eine Serie von Punkten zu zerfallen oder zu zittern scheint. Dann muss man "Voxel", die nicht zur Gerade gehören, sondern haarscharf daneben liegen, noch als zur Gerade gehörig ansehen und mitbeleuchten, vielleicht etwas weniger als die "richtigen" Voxel. Das wäre eine Variante des Antialiasing.


    Das ist ja beim Antialiasing immer so: Eine gerade Linie sieht schärfer aus dadurch, dass man sie etwas unscharf macht. Anscheinend schärft unser Sehsystem nachträglich das gesehene Bild, wenn der Input – durch Antialiasing – die richtige Struktur hat. Es sieht so aus, als würde das unserem Gehirn auch in der z-Richtung gelingen.
  • Konkretes Beispiel für Erde ohne Menschen

    19.11.2007, Peter Maier, Wien
    Dieser Artikel ist zwar nett, aber warum wird darin nur ein rein fiktives Beispiel wie die Stadt New York "zerfällt" gebracht. Noch dazu, klarerweise, ohne experimenteller Überprüfung, ob die in dem Artikel gemachten Behauptungen über die zeitliche Abfolge auch wirklich so eintreffen mögen.
    Dabei gäbe es ganz konkrete "Untersuchungsobjekte", Stichwort die Katastrophe von Tschernobyl. Aus der benachbarten Stadt Prypjat wurden damals schlagartig alle Menschen evakuiert und es setzte ein entsprechender Verwitterungsprozess der menschlichen Zivilisationsobjekte ein, welcher nun schon über 20 Jahre entsprechend beobachtet werden kann. Man braucht dazu nicht fiktive Beispiele "Was wäre New York ohne Menschen" ausdenken.

  • Madagaskar blog

    18.11.2007, V. Sengpiel, Göteborg
    Informativ, unterhaltsam, kurzweilig, und ich muss bei jedem Beitrag schmunzeln oder laut lachen. Einfach herrlich!
  • Versautes Design

    18.11.2007, Stephan Schreyer
    Das muss doch nun die fundamentalen Christen überzeugen, dass sie mit ihrem intelligenten Designer nix werden können. Selbst wenn es den gibt. Oralsex bei Barschen - Gottes Wille kann das doch nun um Gottes Willen nicht sein!
  • Aller guten Dinge sind drei!

    17.11.2007, Dieter Krogmann, Florstadt
    Spiegelt sich in den Forschungsergebnissen nicht das generelle Verhalten einer Gruppe wieder?

    1/3 mag "männlichen" Geruch nicht
    1/3 findet ihn angenehm
    1/3 nimmt ihn nicht wahr

    Übertragen auf Gruppen würde dies bedeuten, es bilden sich letztlich immer 3 Gruppen, ehe es dann zu "konstruktiven Entwicklungen" kommt.

    Ein Drittel opponiert
    Ein Drittel ist der Führung zugetan
    Ein Drittel hat keine Meinung

    Dies wird auch im Vorfeld der Abläufe von politischen Wahlen sehr deutlich. Letztlich geht es immer darum das letzte Drittel an Wählern zu gewinnen, um einer Partei oder einer Meinung zum Sieg zu verhelfen.

    Alle guten Dinge sind Drei!

    Steckt hier tiefenpsychologisch mehr dahinter, als man auf den ersten Blick wahrnehmen möchte?

    Hat dies evtl. etwas mit unserer dreidimensionalen Wahrnehmung und Denken zu tun?

    Jemanden riechen zu können, ist auch ein wichtiger Fakt hinsichtlich unserer Fortpflanzung.

    Es scheint um Tiefgründiges zu gehen!



  • Faszinierendes Weltall

    16.11.2007, Markus Jordi
    Dass die Bezeichnung "astronomisch" im allgemeinen Sprachgebrauch auch noch andere Bedeutungen hat als Sternkunde, zum Beispiel die von "zu kompliziert, nur für Fachleute einsichtig" oder die von "großen, unvorstellbaren Zahlen", zeigt sich in dem kleinen Verschreiber um den Faktor von knapp 10 hoch 13 am Anfang des Artikels:
    "Galaxie NGC 1260, Entfernung rund 240 Millionen Kilometer ..." steht da.

    Wenn dieses Ding in gut anderthalbfacher Distanz von unserer Sonne explodiert wäre, so hätte kein Mensch mehr darüber schreiben können.

    Faszinierend, dieses Weltall, nicht wahr?
    Antwort der Redaktion:
    Liebe aufmerksame Leserschaft,



    in der Tat, faszinierend! Wie gerne würde ich jetzt sagen "weit weg ist weit weg" - nachdem es beim Faktor von knapp 10 hoch 13 aber immerhin um unser aller Existenz oder Nichtexistenz geht, gebe ich lieber einfach meinen ganz privaten, hartnäckigen Lieblingsverschreiber zu. Im Text habe ich ihn jetzt vertuscht.



    Bleibt mir nur meine Flüchtigkeit zu entschuldigen und Dankeschön für alle Zuschriften zu sagen.



    Freundliche Grüße in die Runde

    Jan Osterkamp

    Redaktion spektrumdirekt
  • Zum Glück ...

    16.11.2007, Hans Lindow
    Zum Glück ist die in Ihrem Artikel beschriebene Supernova SN2006gy in der Galaxie NGC 1260 nicht 240 Millionen Kilometer, sondern Lichtjahre von der Erde entfernt. So ließen sich zwar bestimmt genauere Beobachtungen anstellen, jedoch wären die Auswertebedingungen auf der Erde denkbar schlecht.
  • 90 - nicht 120

    16.11.2007, Thomas Güthner, Trostberg
    Ich habe den abgebildeten ikosaedrischen Körper von Philippe Dubois nachgebaut. Immerhin im dritten Anlauf ist mir das auch gelungen. Beim Zusammenbau waren dann genau 30 Teile übrig - denn es werden nur 90 Teile benötigt, nicht 120 wie angegeben. Ich bin wohl auf denselben Rechenfehler hereingefallen: Der Körper besteht aus 12 Fünfecken (wie Dodekaeder) und 20 Sechsecken (wie Ikosaeder). Jedes Fünfeck wird durch 5 (kürzere) Stäbchen begrenzt, die ein Fünfeck mit einem Sechseck verbinden, also 60 Stück. Jedes Sechseck wird durch abwechselnd durch 3 kürzere und drei längere Stäbchen begrenzt, wobei die längeren jeweils Sechsecke verbinden. D. h., zusätzlich zu den 60 kürzeren kommen noch 30 längere Stäbchen, insgesamt also 90.
    Noch eine Frage: Gibt es ein Rechenschema für die genaue Form der Stäbchen? Mein Körper entstand durch Versuch und Irrtum - übrigens sehr stabil, da in sich verspannt.

    Der Körper ist für Chemiker hochinteressant, quasi ein chirales Fulleren C60.

    Freundliche Grüße

    Thomas Güthner
    Antwort der Redaktion:
    Thomas Güthner hat Recht – es sind nur 90 Stäbe. Der Körper trägt in der "Jerry Slocum Mechanical Puzzle Collection" den Namen ICOF2 120 Burr; da habe ich 120 als die Zahl der Stäbe (miss-)verstanden.


    Meine Hochachtung für den Mut (und die Geduld), dieses komplizierte Ding durch Versuch und Irrtum zu konstruieren! Ich habe aus dem Anblick des Körpers folgendes Rechenverfahren erschlossen: Man nehme einen Ikosaederstumpf aus zwölf Fünfecken und zwanzig Sechsecken (besser bekannt unter dem Namen Fußball) und drehe nach dem beschriebenen Rezept von Robert Lang jede seiner Kanten um die Achse, die durch den Mittelpunkt der Kante und den Körpermittelpunkt geht; alle Kanten mit demselben Drehwinkel.


    Mit welchem Winkel? Nach Langs Rezept so, dass gewisse gedrehte (und geeignet verlängerte) Kanten sich schneiden. Das ist bei Dubois' Konstruktion nicht notwendig. Es genügt, dass gewisse gedrehte Kanten genügend dicht aneinander vorbei laufen. Man hat also bei der Wahl des Winkels eine gewisse künstlerische Freiheit. Dann verdickt man die Kanten zu Balken mit rechteckigem Querschnitt, bis sie sich durchdringen, berechnet die Durchdringungsstellen und sieht entsprechende Aussparungen in den Balken vor.


    Ursprünglich sind die Kanten des Fußballs alle gleich lang. Es kann aber zweckmäßig sein, die eine Sorte Kanten (Fünfeck gegen Sechseck) anders zu behandeln als die andere (Sechseck gegen Sechseck). Vielleicht liegen die Treffpunkte mit den anderen Balken bei der einen Sorte Balken weiter "innen" als bei der anderen, sodass man sie kürzer schneiden kann.


    Wer noch Holz übrig hat und nach noch Größerem strebt, kann sich an einem Körper versuchen, den es bisher nur virtuell gibt: "Nailbanger's Nightmare" von George Hart. Ich schätze, man nimmt einen verallgemeinerten Fußball mit mehreren Reihen Sechsecken zwischen den Fünfecken und dreht dessen Kanten …


    Christoph Pöppe
  • Die bundesdeutsche ideologisierte Biotechnologiepolitik

    16.11.2007,
    Zutiefst zu begrüßen ist die (erneute) FDP-Initiative. Für die fortgesetzte und seit Jahren leider bis dato mit Erfolg betriebene Ideologie basierte (d.h. unwissenschaftliche und Unwissen basierte) Blockierung wichtigster Forschungs- und prospektiver Wirtschaftsfelder (Stammzellen sind nur ein Beispiel) durch die Politik in Deutschland wird die nächste Generation zu zahlen haben. Die Stammzellen orientierte Forschung wandert ab nach Illinois, California, Massachusetts, Indiana, New Jersey, Pennsylvania, Singapore, South Korea, China, England. Aufklärung beginnt in den Schulen: Es ist höchste Zeit für ein Schulfach Biotechnologie.
    Dr. A. Henco, Autor 'International Biotechnology Economics and Policy'
  • Gottes Güte ist nicht von dieser Welt. Antwort an Reiner Vogels

    15.11.2007, Edgar Dahl, Gießen
    Ich bin froh, dass Sie Ihr Schweigen gebrochen haben. Ihr Zugeständnis, dass "der Glaube an einen gütigen Gott mit dem offenkundigen Leid in der Welt logisch unvereinbar" sei, ist alles, was sich Skeptiker, Agnostiker und Atheisten von einem Christen wünschen. Schließlich bestätigt es sie in ihrer Überzeugung, dass der Glaube an "den lieben Gott" vernünftig nicht begründbar und damit - so hart es klingt - irrational ist.

    Wie so viele Theologen lassen Sie sich freilich ein Hintertürchen offen. Angesichts unseres beschränkten Urteilsvermögens seien wir nicht in der Lage, über die Gerechtigkeit Gottes zu urteilen. Sowohl unser Verstand als auch unsere Moral müssten angesichts der Unfassbarkeit Gottes kläglich versagen. Es sei daher auch mehr als anmaßend, über Gott den Stab brechen zu wollen. Kurzum: Gottes Güte ist möglicherweise nicht unsere Güte.

    Dies ist nun allerdings ein Einwand, auf den bereits John Stuart Mill treffend antwortete: "Ich werde kein Wesen 'gut' nennen, das nicht das ist, was ich darunter verstehe, wenn ich das Eigenschaftswort auf meine Mitmenschen anwende; und wenn mich ein solches Wesen zur Hölle verdammen kann, weil ich es nicht so nenne, zur Hölle werde ich fahren."

    Zugegeben, Mills Worte sind so pathetisch, dass man annehmen möchte, sie seien Dostojewskijs "Iwan Karamasow" entlehnt worden. Doch der Punkt ist, denke ich, klar:
    Wenn unser moralisches Urteil vor der Größe Gottes versagen muss und sich unsere Begriffe von Gut und Böse einfach nicht anwenden lassen, sind wir weder berechtigt, Gott als "böse" zu bezeichnen, noch ihn als "gut" zu bezeichnen.

    Christen müssen daher folgerichtigerweise noch ein zweites Zugeständnis machen. Sie müssen, ähnlich wie Aljoscha Karamasow, sagen: "Ich bin - entgegen aller Vernunft! - davon überzeugt, dass all das Leid und Elend in dieser Welt einen guten Grund hat, den Gott uns am Jüngsten Tag offenbaren wird."
  • Da will ich mir doch den Hinweis nicht verkneifen...

    15.11.2007, Ingo-Wolf Kittel, Facharzt für Psychoth./Psychosom. Medizin
    ... dass wir gerade wissenschaftlich schon mehr wissen (können), sehr viel mehr! Zum Beispiel ist die Entstehung und Entwicklung – erst später dann so genannter – "religiöser" Vorstellungen psychohistorisch weit gehend geklärt, und das schon seit 1976: als Folge von über Jahrzehntausende naturwüchsig ausphantasierten Spontanerinnerungen früher Menschen an Tote.

    Das ist das schlichte, mit religionshistorischen Fakten übereinstimmende Nebenergebnis von umfangreichen Untersuchungen des verstorbenen Princeton-Psychologen Julian Jaynes zur Entwicklung unseres heutigen, des reflexiven "Bewusstseins". Er hat sie in seinem 1988 auch in deutscher Übersetzung (und 1993 als Rowohlt-Sachbuch Nr. 9529) erschienenen Werk "Der Ursprung des Bewußtseins" entwickelt.

    (Ein als "Einführung" geeigneter Text mit der Darstellung der Thesen von JJ ist über den zweiten Weblink im Eintrag zu Julian Jaynes in der deutschen Wikipedia zu erhalten, über den ersten dort übrigens der gesamte deutsche Text seines Buches.)
  • Durchaus gründlich gelesen

    15.11.2007, Edgar Dahl,Gießen
    Richard Dawkins' "Der Gotteswahn" ist ein ganz ausgezeichnetes Buch. Daran wollte ich in meiner Rezension nie Zweifel aufkommen lassen. Obgleich ich Hoersters Buch "Die Frage nach Gott" argumentativ nach wie vor für besser halte, steht es für mich außer Zweifel, dass Dawkins' Buch weit mehr Leser erreichen und weit eher ein Umdenken bewirken wird.

    Das Leid und Elend dieser Welt ist in der Tat kein Argument gegen die Existenz eines Gottes. Es ist jedoch ein Argument gegen die Existenz eines gütigen Gottes. Das Theodizeeproblem besteht denn ja auch per definitionem darin, die Leiden dieser Welt mit der Güte Gottes zu vereinbaren. Für mich ist es nach wie vor ein Rätsel, weshalb Dawkins nicht Darwin gefolgt ist und vor allem auf das sinnlose und unschuldige Leiden der Tiere hingewiesen hat. Das Leiden der Tiere über Jahrmillionen hinweg war für Darwin zu Recht der stärkste Einwand gegen die Existenz eines gütigen Gottes.

    Lassen Sie mich abschließend etwas Reklame in eigener Sache machen. Lesen Sie das von mir herausgegebene Buch "Brauchen wir Gott?", das neben Beiträgen von Norbert Hoerster, Hans Albert, Gerhard Vollmer und vielen anderen mehr auch einen Artikel von Richard Dawkins enthält und damit auch einen Beweis meiner Hochachtung für den Oxforder Aufklärer liefert.
  • Reiselust geweckt!

    14.11.2007, Ilonka
    Seit einiger Zeit verfolge ich nun die Nachrichten aus Madagaskar und finde dies sehr spannend und berreichernd!
    Gerade als Laie im Gebiet der Biologie ist es für mich sehr interessant, auf diese Weise mehr über Flora und Fauna des "achten Kontinents" zu erfahren! Doch auch die Kultur des Landes kommt nicht zu kurz, was ich sehr wichtig finde. Durch diese subjektive Art des Schreibens bekomme ich einen sehr guten Eindruck vom Leben und Forschen in diesem faszinierenden Land. Es fällt mir nicht schwer, mich einzufinden in den vielen Erlebnissen und Abenteuern des Autors. Ich fieber mit! Danke und bitte mehr!
  • Zur Theodizeefrage

    12.11.2007, Reiner Vogels
    Lange habe ich gezögert, mich in die Diskussion einzuschalten, da "Spektrum der Wissenschaft" eigentlich keine philosophische oder gar theologische Zeitschrift ist und da die Bibliotheken voll sind mit einschlägigen Büchern aus vielen Jahrhunderten.

    Da ich jedoch den Eindruck habe, dass sowohl in Artikeln im Heft als auch in Leserbriefen mit erstaunlicher Selbstsicherheit die Meinung vorgetragen wird, daß die Theodizeefrage ein Beweis gegen den christlichen Gott sei, möchte ich als pensionierter ev. Pfarrer doch Flagge zeigen.

    Ich tue das, obwohl und gerade weil ich den Ernst der Frage aus unzähligen seelsorgerlichen Gesprächen mit Trauernden, chronisch Kranken, Behinderten und Sterbenden kenne. Wer diesen Zugang zur Frage nicht hat, sei auf einen Text verwiesen, der m. E. am eindrücklichsten und überzeugendsten diese Frage vorträgt, nämlich auf den Bericht über das Leiden unschuldiger Kinder in Dostojewskis "Brüder Karamasow", den Iwan Karamasow seinem frommen Bruder Alescha gibt.

    Zur Sache selbst: Der Mensch und seine Vernunft haben keine Antwort auf die Theodizeefrage. Rein logisch ist in der Tat der Glaube an einen gütigen Gott mit dem offenkundigen Leid und Unrecht in der Welt - nicht nur in der Menschenwelt, sondern schon in der Welt der Tiere, wie Dawkins zu Recht betont - unvereinbar.

    Die Frage ist nur, ob der Mensch und seine Vernunft wirklich über die Kompetenz verfügen, über die "Gerechtigkeit" Gottes (das heißt ja "Theodizee") bzw. über Gott selbst urteilen zu können. Diese Frage ist nun allerdings entschieden zu verneinen. Noch viel weniger als ein Hund im Haus begreifen kann, warum z. B. die Kinder des Hauses zur Schule gehen, kann der Mensch begreifen, warum Gott die Dinge so und nicht anders regelt.

    Wenn es um den Glauben an den christlichen Gott geht, dann ist als Tor zum Glauben menschliche Demut hinsichtlich seines eigenen Verstandes und seines eigenen Urteilsvermögens gefragt. Eigentlich sollte solche Demut gerade Naturwissenschaftlern, die wissen, dass ihr Wissen über die Welt nur eine kleine Insel im Meer der nach wie vor ungelösten und wohl oft auch unlösbaren Rätsel ist, nicht schwer fallen.

    Demut im Denken heißt: "Ich sehe ein, dass ich Gott nicht erfassen und beurteilen kann, aber ich maße mir auch nicht an, über ihn zu Gericht zu sitzen." Der christliche Glaube geht allerdings noch ein Stück weiter. Angesichts der Theodizeefrage bekennt der Glaube: "Ich habe keine Antwort, aber ich vertraue darauf, dass Gott die Antwort hat. Und ich verlasse mich auf die Verheißung Jesu, der seinen Jüngern in der Stunde des Abschieds gesagt hat: 'An dem Tage werdet ihr mich nichts fragen' (Joh 16, 23)."

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