Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Äpfel und Kühe vergleichen

    20.04.2007, Gilbert Brands
    Der Denkansatz ist unlogisch, nicht die Physik. Man unterhält sich über Phänomene, die in jeder Skala um mehrere Größenordnungen außerhalb unserer menschlichen Sensorik abspielen und nur durch Messgeräte erfahrbar sind. Für deren Anzeigen haben wir allerdings eine gut funktionierende mathematische Theorie, die aus nahezu frei gewählten Voraussetzungen die Messergebnisse bislang korrekt vorhersagt. In diese Umgebung nun unsere täglichen Erfahrungen als biologischer Mensch hinein zu transferieren, entbehrt jeglicher theoretischer Grundlage und ist der eigentliche unlogische Schritt, entsprechend etwa einer Schlussfolgerung, dass ein Apfel nicht herumlaufen kann und eine Kuh sich nach Transfer dieser Erkenntnis auf die Kuhwelt völlig unlogisch verhält, wenn sie sich bewegt.

    Mehr dazu in meinem Skript "Einführung in die Quanteninformatik", das kostenlos von www.gilbertbrands.de geladen werden kann.
  • Keine Informationsübertragung !

    20.04.2007, Christof Weiss
    Mir scheint, da hat sich ein schwerer Irrtum in Ihrem Artikel eingeschlichen, denn bekanntlich wird beim Experiment mit verschränkten Quantenzuständen KEINERLEI Information übertragen.
    Daher kann man dieses System ja leider auch nicht zur Nachrichtenübertragung verwenden und dieser Widerspruch mit der speziellen Relativitätstheorie löst sich daher in Nichts (oder Wohlgefallen) auf!
    (Was natürlich nichts an anderen Widersprüchen der Quantentheorie mit der Relativitätstheorie wie z.B. dem Gravitationsproblem ändert.)
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Weiß,



    herzlichen Dank für Ihren Leserbrief.



    Das angesprochene Problem ist weniger physikalischer als sprachlicher Natur. In der Physik wird "Information" einschränkend so verwendet, dass ein Sender A einem Empfänger B eine Nachricht übermittelt. Dies kann nach bisherigem Wissen tatsächlich höchstens mit Lichtgeschwindigkeit erfolgen.



    Dennoch geht man in der Quantenphysik gleichzeitig davon aus, dass bei verschränkten Teilchen ein Partner instantan vom Schicksal des anderen erfährt und das System darauf reagiert. Teilchen b "weiß" also sofort, dass Teilchen a gemessen wurde und welches Ergebnis die Messung hatte. Für dieses Wissen gibt es in unserer Sprache kein eigenes Wort, weshalb ebenfalls "Information" verwendet wird.



    Da die Quantenteilchen ihren Zustand zufällig einnehmen und man nicht zwischendurch nachsehen kann, ob das schon passiert ist, ohne das System zu stören, kann aus der quantenphysikalischen, nichtlokalen "Information" keine nutzbare, überlichtschnell gewanderte makroskopische "Information" werden.



    Wikipedia (Stichwort "Quanten-Nichtlokalität") beschreibt dieses Durcheinander so: "Die implizite Antwort der Quantentheorie heißt:
    Der Kollaps der Wellenfunktion erfolgt instantan, ist also nicht- lokal (impliziert daher Fernwirkungen). Genau diesen Umstand bezeichnet man als Quanten-Nichtlokalität. Diese sehr theoretischen Ausführungen kann man jedoch bereits mit so genannten verschränkten Paaren praktisch nachspielen, wo eine quantenmechanische Messung an einem Ort einen Kollaps der Wellenfunktion an einem anderen Ort nach sich zieht. Dabei zeigt sich, dass zwar der Kollaps der Wellenfunktion instantan erfolgt, jedoch keine echten Informationen übertragen werden können, sodass die Kausalität dennoch erhalten bleibt."



    Zugegeben: Das ist verwirrend, weil nicht nur die Theorien, sondern auch die Worte und ihre Bedeutungen hier schlecht zueinander passen.



    Mit freundlichen Grüßen,

    Olaf Fritsche
  • Für eine Bewusstseinsvermutung

    19.04.2007, Jens Philip Höhmann
    Liebe spektrum-redaktion,

    "Andere Wissenschaftler sehen dies allerdings skeptisch: Bislang wisse man nur, dass sich die Hirnaktivitäten der Frau je nach Ansprache änderten und die Aktivitätsmuster denen einer gesunden Kontrollgruppe glichen [2]. Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Willensentscheidung folgen hieraus jedoch leider noch nicht."

    Dieser Skeptizismus mag zwar aus wissenschaftlicher Sicht angebracht sein, muss in diesem Sinne aber natürlich auch der Annahme gelten, die Frau sei trotz ihrer Hirnaktivitäten NICHT bei Bewusstsein.
    Sogar in noch verstärkter Form, und zwar aus ethischen Gründen, die sich auf den Umgang mit der Patientin beziehen:
    Geht man davon aus, dass die Patientin bei Bewusstsein ist und auch fähig, die Außenwelt wahrzunehmen, und handelt man nach dieser Überzeugung, so kann man moralisch nichts falsch machen, falls ihr in Wahrheit jegliches Bewusstsein fehlen sollte.
    Lässt man sich aber beim Umgang mit ihr von der Annahme leiten, ihr fehle jegliches Bewusstsein, muss man sich dessen absolut sicher sein (was gar nicht möglich ist), ansonsten wird man zum Folterer, da man der Patientin das Gefühl gibt, lebendig begraben zu sein. Oder wie eine Verschüttete, die die Rettungskräfte kurzerhand für tot erklären und ihrem Schicksal überlassen.
    Von 'schnoddrigen' Bemerkungen oder Lärm, dem Einschalten von Musik, die die Patientin nicht mag und ähnlichen Grausamkeiten aus Gedankenlosigkeit ganz abgesehen. Etwas Schlimmeres - natürlich abgesehen von absichtlicher Folter - kann ich mir kaum vorstellen.
    Daher halte ich das Paradigma, erst an Bewusstsein zu glauben, wenn man es fast schon nachweisen kann, für ethisch und wissenschaftlich nicht haltbar. Es sollte in sein Gegenteil verkehrt werden, eine Art 'Bewusstseinsvermutung', zumindest, was den Umgang betrifft.
    Auch das Wort "leider" in dem Zitat kann ich nicht nachvollziehen, da die Patientin schließlich handlungsunfähig ist. Dies bei vollem Bewusstsein miterleben zu müssen, ist für jemanden, der das nicht miterlebt hat, schon unvorstellbar; es ist zu hoffen, dass sie nicht auch noch dazu verdammt war, von skeptischen Äußerungen von Wissenschaftlern zu erfahren.
  • Fortschritt nicht definiert

    18.04.2007, Jörg Michael, Hannover
    Im Essay von Herrn Voland finden sich leider eine Reihe gravierender Denkfehler.
    So darf man (wie auf S. 111 getan) nicht davon ausgehen, dass die in den USA durchgeführten Zufriedenheitsbefragungen irgend etwas anderes messen könnten, als eben die Lebenszufriedenheit selbst.
    An das Gute (und dazu gehört auch ein technischer, materieller oder sonstiger Fortschritt) kann man sich schließlich schnell gewöhnen. Umgekehrt gilt dies auch und beweist damit lediglich die große Anpassungsfähigkeit der menschlichen Psyche.

    Viel gravierender scheint mir jedoch zu sein, dass Professor Voland nicht genau sagt, was er unter Fortschritt versteht. In meinem Lexikon, welches von 1980 datiert, findet sich als Definition:
    "Ein Fortschreiten nach Höherem, welches zielgerichtet, einseitig und unumkehrbar ist".
    Dieser Satz klingt heutzutage eher wie die Definition des Fortschrittsglaubens im Sinne des Glaubens an einen immerwährenden, unaufhaltsamen und quasi naturgesetzlichen Fortschritt. So naiv dürfte man heutzutage wohl nicht mehr sein. Herr Voland hätte also besser von der Illusion des Fortschrittsglaubens sprechen sollen.

    Was Fortschritt angeht, wird niemand bestreiten können, dass für die ungerichtete Evolution keines der drei in
    obiger "Definition" letztgenannten Attribute zutrifft. Wenn man aber bei Fortschritt nur allgemein von einer wie auch immer
    gearteten Höherentwicklung spricht, hat man auch kein Problem, wenn Fortschritt in einem Bereich mit Rückschritten
    in anderen Bereichen einhergeht.

    So sind mit der Evolution des Auges (wahlweise als Wirbeltier- oder Insektenauge) Strukturen entstanden, die es vorher nicht gab und die auch mehr sind als nur eine "stetige Ausdifferenzierung einiger Merkmale".
    Das gleiche gilt natürlich erst recht für die Entstehung des Lebens selbst.
    Wenn dies keine Beispiele für evolutionären Fortschritt sind, was sind sie dann?

    Wenn Herr Voland zudem (wie auf S. 113 geschehen), scheinbar glaubt, dass ungerichtetes Handeln keinen Fortschritt zu erzeugen vermag, dann übersieht er die Macht der Selektion.
    So haben sich evolutionäre Verfahren in der technischen Optimierung insbesondere bei komplexen Problemen
    schon seit vielen Jahren als sehr erfolgreich erwiesen.

    Herr Voland hat zudem seine Gedanken nicht wirklich zu Ende gedacht. Wenn es nämlich keine Fortschritt gibt, kann es logischerweise auch keinen Rückschritt geben. Völkermorde und andere Kriegsverbrechen wären dann also lediglich die Illusion des Rückschritts. Das Gleiche gilt auch, wenn wir die Folgen des Klimawandels unterschätzen und weite Teile der Erde dadurch unbewohnbar werden.


  • Roboterkriminalität

    17.04.2007, Dirk Brixius, 40882 Ratingen
    Computer und Internet haben uns neue Formen der Kriminalität beschert.
    Zweifelsohne überwiegt der Nutzen dieser jungen Technologien den Schaden, den Straftäter unter Zuhilfenahme von PC und Internet anrichten.

    Wie wird es in der schönen neuen Welt der Roboter aussehen? Wir sollten nicht so naiv sein, zu glauben, alle Roboter würden nach den drei edlen Gesetzen der Robotik (I. Asimov) programmiert.

    Roboter mit jenen Fähigkeiten, welche Bill Gates ankündigt, werden ganz neue Formen von Verbrechen ermöglichen. Während Computerkriminalität sich meist gegen das Eigentum ihrer Opfer richtet, wird Roboterkriminalität auch Leben und Gesundheit der Betroffenen beschädigen.

    Nicht umsonst wird ein erheblicher Teil der einschlägigen Forschung aus militärischen Beweggründen initiiert! Die Frage, ob wir in 30 Jahren behaupten können, der Nutzen "intelligenter" Roboter sei größer, als der mit ihrer Hilfe angerichtete Schaden, ist meiner Meinung nach offen.
  • Leserbrief des Herrn Enz und Ihre Antwort

    17.04.2007, Dr. Dirk Schlei, Köln
    Ich bin mir nicht sicher, ob Sie Ihre Leserschaft anhand der Zuschriften so einschätzen sollten: Jedenfalls bin ich, Anfang 40 und Jurist, von den ewig ähnlichen populärwissenschaftlichen Büchern/Artikeln zunehmend gelangweilt. Da heutzutage die Meisten (verschüttetes) Abiturwissen mitbringen, kann und sollte dieses auch genutzt (leicht reaktiviert) werden; wer sonst könnte daheim der PISA-Generation zur Seite stehen? Und: Die Freude "echter" Erkenntnis, wenn man etwa die Herleitung einer Formel der Speziellen Relativitätstheorie nachvollziehen kann, ist doch unvergleichlich. Mich jedenfalls hat das animiert, nach der notwendigen Auffrischungskur, meine Mathematikkenntnisse etwa mit so einem zugänglichen und sogar in der ZEIT gelobten Werk wie "Rießinger, Mathematik für Ingenieure" weiterzuentwickeln. Ganz herausragend - und auch ohne jegliches über Abiturkenntnisse hinausgehendes Wissen verstehbar, sind doch auch die weiterführenden Materialien aus Ihrem Hause - unter wissenschaft-schulen.de, z. B. der herausragende Beitrag "Kosmologie für die Schule"; da benötigt man zwar schon mal eine ganze Urlaubswoche zur Durchdringung... M. E. also alles eher eine Frage der Zeit als des Verstehenkönnens. Vielleicht starten Sie dazu mal eine Leserbefragung? Besten Gruß - und großes Lob für Ihre im übrigen überaus gelungene Zeitschrift.
    Antwort der Redaktion:
    Danke – natürlich höre ich die Ermutigung zu "härterem Stoff" gerne.
    Christoph Pöppe
  • Mathematik-Feindlichkeit im Spektrum

    16.04.2007, Markus Enz, CH-4126 Bettingen
    Dieser Artikel ist ein Beispiel für die Behandlung von Themen der Mathematik oder theoretischen Physik im Spektrum der Wissenschaft. Der Artikel berichtet von der Anwendung der Mathematik auf ein praktisches Problem. Dabei wird viel Wert auf die Erläuterung der Anwendung an einem konkreten Beispiel gezeigt. Was aber völlig fehlt, ist die Beschreibung des mathematischen Problems und dessen Behandlung.

    Ist es wirklich unzumutbar zu beschreiben, von welchem Zweig der mathematischen Forschung die Rede ist, welche Sätze bewiesen worden sind, um die Anwendung zu ermöglichen, oder mit welchen Methoden der Beweis erbracht worden ist?

    Dasselbe ist bei der Beschreibung neuer Entwicklungen in der theoretischen Physik oder Kosmologie zu beobachten. Das Objekt einer Theorie ist ein Modell, welches z. B. mit einer Hamilton-Funktion beschrieben werden kann. Oft werden Näherungen verwendet, um das Resultat zu erreichen, oder man transformiert das Problem in einen anderen mathematischen Raum. Das müsste doch einer verständlichen Beschreibung zugänglich sein. Oft kann die Essenz der Theorie an einem einfachen Beispiel wie dem harmonischen Oszillator erläutert werden. Aber im Spektrum sucht man vergeblich nach solchen Erläuterungen.

    Regelmässige Lektüre des Spektrums hat mein Verständnis über Molekularbiologie, Genetik oder deren medizinischen Anwendung vermutlich auf „Vordiplom-Niveau“ gebracht. Aber ich bezweifle, dass die Leser im Bereich der Mathematik oder Physik durch die Lektüre des Spektrums auch nur annähernd ein Verständnis zum Beispiel der Quantenmechanik erreichen können, weil der Kern für dieses Verständnis systematisch ausgeblendet wird. Die nebulösen Umschreibungen, mit denen die Leser geschont werden, lassen sich vom Laien kaum von pseudo-wissenschaftlichen Texten unterscheiden.

    Da bewundere ich die Begründer des modernen Schulwesens, welche vor 150 Jahren die Infinitesimalrechnung als Fundament des Weltverständnisses ins Gymnasialkurrikulum gebracht haben. Müsste es sich das Spektrum nicht auch zur Aufgabe machen, solches Wissen wach zu halten, durch Beschreibung der Anwendungen?
    Antwort der Redaktion:
    Sie treffen mit Ihrem Leserbrief auf eine bei uns permanent intern geführte Diskussion: Wie viel Wissenschaft soll man dem Leser zumuten?

    Stand der Diskussion ist: Man darf nicht erwarten, dass die Infinitesimalrechnung, so wie sie in der Schule gelehrt ist, beim Leser so präsent ist, dass man sie schlicht voraussetzen kann.

    Ich fürchte, wir schätzen da den Leser, wie er sich uns in Umfragen und Leserbriefen darstellt, einigermaßen richtig ein. Leserbriefe wir Ihrer sind die Ausnahme. Es gibt einzelne Artikel von mir, die versuchen, mathematische Sachverhalte in klassischer Härte und einigermaßen vollständig darzustellen. Regelmäßig stellte sich dann heraus, dass man zwei Drittel des Textes für einführende Definitionen und derlei Dinge verbraucht, bevor man überhaupt zur Sache kommt. Das ist nichts für den flüchtigen Leser, an den wir uns zu richten gehalten sind.

    Was den konkreten Anlass Ihres Leserbriefs angeht: Ich glaube, da ist Ihnen nicht viel entgangen. Auch in dem Manuskript, das der Autor Friedrich Pukelsheim uns eingereicht hat, war von mathematischen Sätzen, Beweisen und Methoden kaum die Rede.
  • Wann ist eine Empfindung eine Illusion?

    14.04.2007, Dr. Roland Philipp Hofmann, Ostfildern
    Zunächst einmal möchte ich den vielen Lesern zustimmen, die die Illusion, es gäbe keinen Fortschritt, auf das Fehlen einer Definition des Begriffes "Fortschritt" zurückführen.

    Tatsächlich: Fortschritt ist keine biologische Kategorie, deswegen führt auch die Konzentration des Autors auf die Evolutionsbiologie, so verständlich sie bei dem fachlichen Hintergrund des Autors ist, in die Irre. Aber: Fortschritt ist auch keine psychologische Kategorie, jedenfalls nicht nur, nicht einmal hauptsächlich!

    Mir liegt aber nicht daran, Herrn Voland zu wiederlegen, ich finde es nur nicht richtig, einen Artikel über Fortschritt zu schreiben, in dem gar nicht definiert wird, was Fortschritt nach Ansicht des Autors eigentlich ist.

    Aber auch der zweite wesentliche Begriff des Artikels, die "Illusion", ist unzureichend erklärt. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, er ist auf unsinnige Weise gebraucht. Das unterstreichen die Beispiele, die Voland für Illusionen angibt:

    Dass ein Baum grün ist, soll also eine Illusion sein? Dass ich freien Willen habe, auch? Wenn ich behaupte, dass solche Aussagen Unsinn sind, dann nicht aus Borniertheit, nicht, weil ich ein naiver Realist bin, oder meinen gewohnten Standpunkt nicht aufgeben will, sondern, weil die Konzepte, die in solchen Aussagen verwendet werden, höchst hilfreich sind, und nicht an Aussagekraft verlieren, bloß weil man die physikalischen Zusammenhänge dahinter besser verstehen gelernt hat.

    Was bedeutet es denn, dass ein Baum grün ist? Es bedeutet, dass von dem Baum Photonen einer bestimmten Wellenlänge zu unserem Auge gelangt sind, ein Rezeptor für grün in unserer Netzhaut hat darauf reagiert (Ich bin kein Biologe, aber auf die korrekte Beschreibung kommt es hier nicht an). Über Nervenverbindungen hat diese Anregung in unserem Gehirn die Empfindung "grün" ausgelöst. Was ist daran Illusion?

    Als Illusion würde ich es verstehen, wenn wir zwar meinen würden, grün zu sehen, aber ohne, dass die Netzhaut entsprechend angeregt wurde, bzw. ohne dass grünes Licht von den Blättern des Baumes ausgegangen ist.

    Jedenfalls ist es eine höchst hilfreiche Abkürzung, wenn ich sagen kann: "Der Baum ist grün." statt sagen zu müssen: "Die Neuronen 2.332.745 bis 2.332.862 in meinem Gehirn wurden bis zu einem Niveau von 17 Einheiten für einen Zeitraum von 875 Mikrosekunden angeregt."

    Im Fall des freien Willens ist es zugegebenermaßen etwas schwieriger, das Argument zu formulieren. Aber man versuche es nur einmal, freien Willen so zu definieren, dass er sich nachher als Illusion herausstellt! Man wird bald feststellen, dass die Möglichkeit einer solche Definition, wenn sie wissenschaftlichen Kriterien standhalten soll, selbst eine Illusion ist!

    Kurzum: Die Aussage "Fortschritt ist eine Illusion" in diesem Artikel ist ungefähr so viel Wert wie die Aussage "Die Pfnuris haben gemörpselt!".

    Schöne Grüße
  • Jenseits der irdischen Nacht

    14.04.2007, Harry Schloßmacher, Düren


    Welch eine Kraft!
    Welch eine Macht! -
    die alles erschaffen hat.

    Sie darf uns einfach nicht vergessen,
    jenseits der irdischen Nacht,
    in welcher ein Mensch
    seine Augen hat zugemacht.

    Wie dem auch sei:
    Viele Stoffe und Gesetze,
    Sterne und Planeten,
    mussten entstehen.
    Äußerst komplizierte wie langwierige
    kosmische
    chemische und
    biologische
    Evolutionen geschehen.

    All dies war Grundlage
    auch für menschliches -
    für unser Leben.
    Viele möchten bestimmt
    einen großen Dank
    dafür weitergeben.

    Zwischen den Sternen
    wird noch so vieles geschehn,
    was wir nicht können verstehn,
    oder uns je zu erträumen haben gewagt.

    Lassen wir uns einfach überraschen,
    sehen eher Hoffnung und Licht
    bei jener kosmischen Supermacht
    jenseits der irdischen Nacht...



  • Eine postmoderne Satire

    13.04.2007, Dr. Andreas Beyer, Helgolandring 122, 45149 Essen.
    Zum geglückten Aprilscherz – dem Beitrag von Eckart Voland, „Die Forschrittsillusion“ – möchte ich SPEKTRUM gratulieren. Diese Glosse auf postmodernes Geschwätz ist hervorragend gelungen. Leider aber dermaßen gut gelungen, dass es fundierter Kenntnisse in Philosophie, Evolutionsbiologie und Wissenschaftstheorie bedarf, um den Scherz als einen solche zu erkennen – im Beitrag mischt sich in genialer Zusammenstellung Wahrheit, Halbwahrheit und Unfug. Es tut daher Not, zu benennen, was unzutreffend ist.

    1.) Herrlich karikiert ist die interne Unlogik postmoderner Wissenschaftskritik. Voland behauptet immer wieder unsere angebliche Erkenntnisunfähigkeit – was er wiederum mit modernen, wissenschaftlichen Erkenntnissen belegen will („Alle Kreter sind Lügner“, so sagte der Kreter Epimenides).

    2.) Ebenso schön karikiert ist die (vorsichtig ausgedrückt) definitorische Unschärfe, mit deren Hilfe der postmoderne Wissenschaftskritiker versuchen, Kapital zu schlagen: Der Begriff „Fortschritt“ wird von Voland gar nicht definiert, sondern absichtlich und in satirischer Intention auf vollkommen unterschiedlichen Bedeutungsebenen verortet: Der Erkenntnisfortschritt in der Wissenschaft hat nun mal rein gar nichts zu tun mit der Entwicklung der gefühlten Lebenszufriedenheit der Bürger eines Landes.

    3.) Ein Großteil der Aussagen über Evolution ist schlichtweg falsch – „survival of the fittest“ heißt nun mal ganz und gar nicht „Überleben des Fittesten“ und Evolution bedeutet noch nicht einmal in einer Primitivdefinition „Höher, Schneller, Weiter“. Die Frage der Komplexität eines Organismus und die dem zugrunde liegende Genetik kann und darf man selbstverständlich nicht in 2 Sätzen abhandeln, dabei kommt dann nur Nonsens heraus. „Es wird allzu oft vergessen, dass Homo sapiens keineswegs als höher entwickelt gelten kann als seine Primaten-Verwandten oder gar als andere Säuger“ – einer der wenigen derart offenkundig unsinnigen Aussagen, an denen man die Satire erkennen könnte, würde sich nicht auch hier Unfug mit Fakten mischen: Die Genetik, Physiologie und Biochemie des Menschen ist in der Tat nicht „höher entwickelt“ (nach welchen Kriterien eigentlich?) als die aller anderen Säuger; was jedoch scharf gegen unsere geistigen Fähigkeiten kontrastiert.

    Daher möchte ich mit einem Mahnruf schließen: WENN schon Aprilscherze, dann nicht mit derart brisanten Themen, das könnte ein Bumerang werden. Der Diskussion sensibler Fragen in unserer Gesellschaft ist so etwas jedenfalls nicht zuträglich

    Dr. Andreas Beyer, Essen.
  • Eine postmoderne Satire

    13.04.2007, Dr. Andreas Beyer, Helgolandring 122, 45149 Essen.
    Zm geglückten Aprilscherz – dem Beitrag von Eckart Voland, „Die Forschrittsillusion“ – möchte ich SPEKTRUM gratulieren. Diese Glosse auf postmodernes Geschwätz ist hervorragend gelungen. Leider aber dermaßen gut gelungen, dass es fundierter Kenntnisse in Philosophie, Evolutionsbiologie und Wissenschaftstheorie bedarf, um den Scherz als einen solche zu erkennen – im Beitrag mischt sich in genialer Zusammenstellung Wahrheit, Halbwahrheit und Unfug. Es tut daher Not, zu benennen, was unzutreffend ist.

    1.) Herrlich karikiert ist die interne Unlogik postmoderner Wissenschaftskritik. Voland behauptet immer wieder unsere angebliche Erkenntnisunfähigkeit – was er wiederum mit modernen, wissenschaftlichen Erkenntnissen belegen will („Alle Kreter sind Lügner“, so sagte der Kreter Epimenides).

    2.) Ebenso schön karikiert ist die (vorsichtig ausgedrückt) definitorische Unschärfe, mit deren Hilfe der postmoderne Wissenschaftskritiker versuchen, Kapital zu schlagen: Der Begriff „Fortschritt“ wird von Voland gar nicht definiert, sondern absichtlich und in satirischer Intention auf vollkommen unterschiedlichen Bedeutungsebenen verortet: Der Erkenntnisfortschritt in der Wissenschaft hat nun mal rein gar nichts zu tun mit der Entwicklung der gefühlten Lebenszufriedenheit der Bürger eines Landes.

    3.) Ein Großteil der Aussagen über Evolution ist schlichtweg falsch – „survival of the fittest“ heißt nun mal ganz und gar nicht „Überleben des Fittesten“ und Evolution bedeutet noch nicht einmal in einer Primitivdefinition „Höher, Schneller, Weiter“. Die Frage der Komplexität eines Organismus und die dem zugrunde liegende Genetik kann und darf man selbstverständlich nicht in 2 Sätzen abhandeln, dabei kommt dann nur Nonsens heraus. „Es wird allzu oft vergessen, dass Homo sapiens keineswegs als höher entwickelt gelten kann als seine Primaten-Verwandten oder gar als andere Säuger“ – einer der wenigen derart offenkundig unsinnigen Aussagen, an denen man die Satire erkennen könnte, würde sich nicht auch hier Unfug mit Fakten mischen: Die Genetik, Physiologie und Biochemie des Menschen ist in der Tat nicht „höher entwickelt“ (nach welchen Kriterien eigentlich?) als die aller anderen Säuger; was jedoch scharf gegen unsere geistigen Fähigkeiten kontrastiert.

    Daher möchte ich mit einem Mahnruf schließen: WENN schon Aprilscherze, dann nicht mit derart brisanten Themen, das könnte ein Bumerang werden. Der Diskussion sensibler Fragen in unserer Gesellschaft ist so etwas jedenfalls nicht zuträglich

    Dr. Andreas Beyer, Essen.
  • Einfluß der Sonne auf Wolkenbedeckung wird ignoriert

    13.04.2007, Gerd Zelck; Fachenfelder Weg 129, 21220 Seevetal
    Der Artikel hebt sich wohltuend von der momentan in den Medien herrschenden Klimahysterie ab und beleuchtet das Problem neutral von mehreren Seiten. Allerdings wäre noch darauf hinzuweisen, dass die etablierte Klimawissenschaft sich beharrlich weigert, eine Abhängigkeit zwischen Sonnenwind, globaler Bewölkung und Oberflächentemperatur zur Kenntnis zu nehmen. Weil rund 13% der ankommenden Solarstrahlung durch Wolken reflektiert werden, wirkt sich eine Änderung der globalen Bewölkung (2004 betrug sie 66%) fast linear auf den zur Erdoberfläche gelangenden Solaranteil aus. Die etablierte Klimawissenschaft berücksichtigt dagegen nur eine Änderung der Solarkonstante, die hierbei sehr klein ausfällt. Dadurch erhöht sich dann automatisch der Einfluss des Treibhausgases CO2, was wohl auch beabsichtigt ist.

    Bei der etablierten Wissenschaft an vorderster Front verbreitet das „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“ (PIK) die Katastrophenszenarien. Es wurde 1992 mit staatlichen Mitteln aus der Taufe gehoben, als der erste UN-Klimagipfel in Rio stattfand. Das Institut verkündet nur mögliche negative Auswirkungen einer globalen Erwärmung. Ich habe noch nie von möglichen positiven Auswirkungen wie z.B. einer Zunahme der Agrarflächen auf der Nordhalbkugel zur Ernährung der weiter wachsenden Menschheit gehört. Was soll schlecht daran sein, wenn in Südgrönland wieder Ackerbau und Viehzucht möglich wird wie zur Zeit vom „Erik den Roten“ während des Klimaoptimums im Mittelalter? Auch, dass die in den kalten Zonen wohnenden Menschen weniger Heizenergie aufwenden müssen, ist bei den knapper werdenden Energieressourcen doch wohl positiv zu werten. Ebenso das Zurückziehen des Polareises für die Schiffahrt. Was wäre, wenn wir uns in einer Phase des Klimaabschwungs befänden und einer neuen kleinen Eiszeit zusteuern würden (kommt auch wieder)? Wäre das wünschenswerter?

    Die Erde ist ein so genannter Wasserplanet mit selbstregulierenden Prozessen (negativen Rückkopplungen) in einem weiten Schwankungsbereich bei der Oberflächentemperatur. Hierbei spielt der Latentwärmetransport des Wasserdampfes von der Erdoberfläche weg in größere Höhen der Troposphäre eine wichtige Rolle. Wasser in allen seinen drei Aggregatzuständen ist hierbei der größte Strahler im Infrarot-Bereich und CO2 spielt eine nur untergeordnete Rolle.

    Ein Erkennen der Zusammenhänge beim Klima halte ich für möglich. Es sollte deshalb weiter geforscht werden, allerdings nach wissenschaftlichen Kriterien ergebnisoffen und zweckfrei. Eine Interpretation darf nur auf der Grundlage von nachprüfbaren Meßergebnissen erfolgen. Scholastische Denk- und Handlungsweisen müssen aus der staatlich bezahlten Forschung herausgehalten werden.
  • Was aber begrenzt den Schaden?

    13.04.2007, Reiner Vogels, Swisttal-Odendorf
    Herr Haid fordert Schadensbegrenzung. Mit dieser Forderung fängt das Problem aber erst an. Welche Maßnahmen sind denn geeignet, Schaden zu begrenzen? Ist angesichts der Tatsache, daß die beiden Absorbationsbänder von CO2 bei der heutigen CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre gesättigt sind, eine Reduzierung der CO2-Emission wirklich ein erfolgversprechender Weg zur Schadensbegrenzung? Sollte man die Milliarden nicht besser in die direkte Bekämpfung von Armut und Unterentwicklung stecken?

    Im übrigen hat Herr Tietz bei der Aufzählung der Interessen, die die Klimakatastrophenszenarien anheizen, eine wichtige, vielleicht die entscheidende Gruppe vergessen: Es sind die politischen Eliten überall in den westlichen Demokratien, die auf diese Weise ein wohlfeiles Argument zur Einführung aller möglichern neuen Steuern (aktuell z.B. Flugbenzinsteuer) finden und dankbar aufgreifen.
  • Frühstudium auch in Berlin erfolgreich

    13.04.2007, Dr.Uta Dobrinkat-Otte, Berlin; TU-Studienberatung
    Das von Dr. Halbritter initiiertete Modell des Frühstudiums, das wir an der Technischen Universität Berlin als Projekt "Studieren ab 16" seit dem Wintersemester 2006/07 als Angebot für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in Berlin und Brandenburg in die Tat umgesetzt haben, fand ein erstaunliches Echo. Zum Wintersemester wurden 55 Schülerinnen und Schüler von ihren Schulen gemeldet, von denen etliche das Semester mit respektablen bis sehr guten Leistungen abschließen konnten. Das Interesse bei Schülern, Eltern, aber auch bei vielen Lehrern ist steigend.

    Wir können die Wirksamkeit dieses Modells der Begabtenförderung nur bestätigen: die Möglichkeit, die Schule zeitweilig mit dem Campus zu vertauschen, ist u. a. eine Chance für Leistungsstarke und Hochbegabte, durch sinnvolle Herausforderungen der Karriere als Underachiever zu entgehen. Die zahlreichen Anmeldungen von zum Teil sehr jungen Schülern ("zwei Klassen übersprungen, und schon langweilt sie sich wieder") sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Gute Schüler machten bisher in Berlin traditionsgemäß wenig Schlagzeilen und wurden von Politik und Presse eher stiefmütterlich behandelt, das Projekt "Studieren ab 16" ist da hoffentlich ein deutliches Signal in die andere Richtung!

    Interessenten finden Näheres unter http://www.tu-berlin.de/zuv/asb/schueler/ab16.html.
  • Definition

    12.04.2007, Katja Ellbrunner-Thieme
    Ob Fortschritt evolutionär begründet werden kann, scheint mir von der Definition abzuhängen, von der Definition von Evolution. Auch wenn der Biophilosoph Michael Ruse meinte „Evolution geht ziemlich langsam nirgendwo hin“, scheint mir das doch mit dem eigentlichen Inhalt, der eigentlichen Bedeutung wenig zu tun zu haben.
    Wenn ich mir vergegenwärtige, was wir mit Evolution beschreiben, so ist es doch der Vergleich eines (willkürlich) gesetzten Anfangs mit einem (ebenso willkürlich) gesetzten Ende – oder einer Zwischenstation. Und dabei ist Evolution die verbesserte Anpassung an die gegebenen Bedingungen. Oder?
    Und was ist Fortschritt? Die verbesserte Anpassung an gegebene Bedingungen.
    Der Unterschied: bei der Evolution, die ohne Einfluss des Menschen passiert, geht es um den Fortbestand oder den Niedergang einer Art, auch eventuell auf Kosten einer anderen Art. Und beim Fortschritt geht es um die Verbesserung der Situation des Individuums oder einer bestimmten Gruppe auch möglicherweise auf Kosten von anderen Individuen/Gruppen. Ob dies gut ist, gebilligt werden sollte oder nicht, ist hier nicht das Thema.
    Natürlich können wir unser Leben nur in den Grenzen, die dem begrenzten Ausschnitt, der uns durch die menschlichen Sinne – direkt oder indirekt – zugänglich ist, erfahren.
    Es ist müßig über den freien Willen zu spekulieren. Ist der Wille frei, dann ist es so. Ist er nicht frei, werden wir es nie erfahren. Denn was bewahrt uns vor der Illussion, dem Trugschluss, uns könnte weis gemacht werden, wir hätten einen freien Willen! Mein unfreier Wille kann derart gesteuert sein, dass ich annehme, er sei frei.
    Das System des freien Willen – sein Vorhandensein genauso wie sein Nicht-Vorhandensein – kann sich selbst nicht prüfen, nicht als Teil des Systems. Früher führte man Gottesbeweise, bei dem mit mehr oder weniger schlüssigen Argumenten seine Existenz bewiesen werden sollte. Davon ist man nun doch schon ein Stück entfernt; aber den freien Willen glaubt man noch beweisen oder widerlegen zu können ...
    Ich denke, das sind Dinge, sind Fragen mit denen zu leben wir lernen müssen. Auch dieser Herausforderung gilt es sich zu stellen. Und das scheint mir in der heutigen Zeit eine der schwierigsten Aufgaben zu sein: Akzeptieren, dass es Dinge gibt, die außerhalb des menschlichen Erfahrungsbereichs liegen.
    Wenn die Menschen zu unterschiedlichen Zeiten (seit 1958 in den USA) nach ihrer Lebenszufriedenheit fragt, darf man diese Zahlen nicht kommentarlos nebeneinander stellen, da sie eine Gesamtheit beschreiben. Lebenszufriedenheit hängt ganz sicher nicht allein vom Fortschritt ab, dieser allein macht ganz sicher nicht glücklich!
    Nach der „Logik des biologischen Imperativs“ ist die Grundvoraussetzung für Glück ein ständiger Zuwachs. Ist es dabei aber nicht so, dass wir bei einer solchen Einstellung unser eigenes Denken hinterfragen sollten. Der Wunsch nach mehr löst, wenn wir nicht alles erreichen (können), auch eine gewisse Unzufriedenheit aus. Zeigen dies nicht auch die Umfragewerte nach der Lebenszufriedenheit seit 1958?
    Natürlich lässt sich Glück an sich nicht konservieren. Aber muss es stets das Ziel sein, sich in einem Glückstaumel zu befinden? Müssen wir ständig von einem Höhepunkt zum nächsten springen? Ein Beispiel:
    Eine Zweierbeziehung beginnt fast immer mit Verliebtheit und damit verbundenen Glücksgefühlen. Nach einer gewissen Zeit weichen diese Glücksgefühlen etwas anderem, stabileren gefestigten, sofern die Beziehung von Dauer ist. Man gewinnt gegenseitiges Vertrauen, auch Gewohnheit stellt sich ein, es entwickelt sich im Idealfall Liebe zum Partner.
    Und damit ist ein Zustand der Zufriedenheit erreicht, der sehr wohl über längere Zeit andauern kann und keineswegs einen ständigen Kick braucht, um akzeptabel zu bleiben. Dieser Zustand kann Jahre überdauern.
    Wenn wir Menschen aber nur dann gut leben können, wenn wir ständige Höhepunkte und Glücksmomente suchen, dann ist es dringend nötig, dass wir unsere Lebenshaltung überdenken.
    Wir sehen Fortschritt nicht, „weil unser Gehirn dafür konstruiert ist“, wir sehen Fortschritt, weil wir gelernt haben, so zu denken. Nicht bewahren sondern die Suche nach Neuem ist unser Ziel. Nur dürfen wir dieses Ziel nicht über alles andere stellen und dabei die Lebensqualität vergessen.

    So long
    Katja Ellbrunner-Thieme
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