Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Als Tiger gesprungen . . .

    21.12.2016, Konrad Lehmann
    . . . und als Bettvorleger gelandet.
    Ich stimme Herrn Turner in seiner Diagnose zu. Ich würde sie nur verkürzen: Bildung ist ungleich Ausbildung. Die sogenannten Bildungsinstitutionen (inkl. Universitäten) vermitteln nur Ausbildung, und das heute mehr denn je. Denn nur die Ausbildung zu einer beruflichen Tätigkeit schafft Humankapital.
    Doch nachdem Herr Turner deutlich herausgestellt hat, dass Schulen keine Bildung im umfassenden Sinne vermitteln können, fordert er abschließend, dass sie genau das tun sollten. Nachdem er festgestellt hat, dass Schulen die soziokulturelle Kluft nicht schließen können, verlangt er, dass sie es tun. Das ist heroisch und wirkungslos.
    Wie so viele Diskussionen der letzten Monate, so führt auch diese unweigerlich letztlich zur Systemfrage. Gesellschaftliche Klassen sind kein Produkt der Bildung, sondern der ökonomischen Verteilung. Solange diese Frage nicht geklärt, ja, nicht einmal laut gestellt wird, sind Lesekanons in Abiturklassen nur Kosmetik.

    @cero: Ihre ungebildete Kulturverachtung bestätigt letztlich Herrn Turner. So haben Sie ja auch nicht verstanden, dass eine gründliche Kenntnis der Religionen und ihrer Symbole nötig ist, um geschichtliche Zusammenhänge und literarische Motive zu verstehen. Religionsunterricht ist, so gesehen, eine gründliche Einführung in die Kultur und Denkwelt einer Region.
  • Ist diese Versuchsanordnung nicht ebenso fragwürdig?

    21.12.2016, Angela Franke
    Auch Menschen halten selten einfach so altruistisch, wenn sie beim anderen nicht eine Not erkennen.
    Wenn der andere Affe letztlich einfach nur da sitzt und nicht in Not ist, stellt sich natürlich die Frage, warum der erste Affe aktiv werden soll. Aussagekräftiger scheint mir da die Versuchsanordnung mit den 2 Ratten zu sein. Da ist die eine in einer engen Röhre gefangen und in einer anderen Röhre gibt es die Lieblingsspeise der Ratten, Schokolade. Man hätte annehmen können, die freie Ratte verspeist alleine die Schokolade und hilft dann der anderen. Das war aber mitnichten so, sie half erst der gefangenen Ratte heraus und dann machten sie sich gemeinsam über die Schokolade her. Das war altruistisch.
  • Faktor Intelligenz

    20.12.2016, Herbert Sax
    Das ist alles richtig was geschrieben wurde. Nur fehlt der Faktor Intelligenz. Familien mit höherem sozialen Status haben zumeist auch einen höheren IQ als die in sozial benachteiligten Schichten. Es ist auch Fakt dass sich Intelligenz zu etwa 70% vererbt. Demzufolge sind Kinder aus niedrigen sozialen Schichten nicht nur durch die niedrige Motivation ihrer Eltern die Kinder zu fördern gehandicapt, sondern auch biologisch durch ihren niedrigeren IQ. Deswegen wird immer ein Unterschied bei der Bildung bleiben trotz aller Bemühungen der Gleichmacherei.
  • Bildung = Goethe+Lessing?

    20.12.2016, cero
    Der Artikel wirkt auf mich sehr unreflektiert. Was ist denn für den Autor Bildung? Was ist "abendländische Kultur"? Doch nicht etwa Faust und Nathan der Weise. Wer glaubt, dass diese Werke zu irgendeinem Kulturverständnis beitragen, lebt in einer anderen Welt.

    Weder jetzt noch vor 50 Jahren konnte einem ein deutscher Durchschnittsbürger den Inhalt von Faust erklären. Literatur ist ähnlich wie bei "Weinkennern" Selbstbeweihräucherung von einer intellektuellen "Elite".

    Und was bitte ist der Mehrwert eines (konfessionsgebundenen) Religionsunterrichts? Mit Literaturkenntnissen meinen sie da doch nicht etwa die Bibel?
    Und das mit der "Geschichte" aus dem Religionsunterricht ist ja wohl ein schlechter Scherz, wenn Sie nicht Adam und Eva und die Wiederauferstehung Jesu als seriöse Geschichtswissenschaft betrachten.
  • Nein ist nicht zu tief angesetzt

    20.12.2016, Gast
    Erdoberfläche laut der hypsographischen Kurve (Wikipedia)
    23,2% 4.000m - 5.000m unter NHN
    20,9% 0m - 1.000m über NHN
    16,4% 5.000m - 6.000m unter NHN
    13,9% 3.000m - 4.000m untern NHN

    Da drängt sich der Bereich von 4.000m bis 5.000m Wassertiefe für diese Simulation doch geradezu auf.
  • Messbarkeit sollte nicht das Ziel von Schulbildung sein

    20.12.2016, Mareike
    Herr Turner, ich gebe Ihnen in Ihrer Analyse der aktuellen Lage ja recht. Aber diesen Satz halte ich für eine sehr gewagte These: "Und diese Benachteiligung kann keine auch noch so engagierte Bildungspolitik überwinden."

    Die Bildungspolitik hat sich doch seit der Existenz der öffentlichen Schulbildung kaum geändert, das heißt es gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf.

    Die bundesweiten Standarts die dann gleich im nächsten Absatz gefordert werden (wäre das nicht eine Veränderung in der Bildungspolitik, die ja bisher Ländersache war?) deuten eher auf eine bessere Messbarkeit von Abfragewissen und noch klarere Abgrenzung statt Chancengleichheit.

    Statt Massenabfertigung deutet heute doch alles eher auf individuelle Förderung und Gruppendynamik hin. Schauen Sie doch mal nach Finnland.
  • Täuschung und Vertrauen

    20.12.2016, Laie
    Herr Schmidt,
    Politikverdrossenheit und Misstrauen gegenüber der Werbung haben die gleiche Ursache.
    Die Wähler/Konsumenten fühlen sich getäuscht.
    Die Ursache ist , dass der Kapitalismus eine Elite gebiert, die Menschen nach Dollar und Cent bemisst.
    Die politische Führung und die Wirtschaftsbosse der Nachkriegszeit hatten noch eine Gespür für soziale Verantwortung .
    Die heutige Führungsebene ist von Juristen oder Wirtschaftswissenschaftlern besetzt, wo auf die Bilanzen geschaut wird.
    Ein Werbeslogan ist nur gut, wenn er den Umsatz erhöht. Ob er dumm ist oder einfach nur Täuschung, das wird hingenommen.
    Wie man das ändern kann ??
  • Und am Ende steht doch ein Abschlusszeugnis...

    20.12.2016, Marcus Gröber
    Auch wenn es gut klingt, Bildung nicht mit "Wissen, das man abfragen kann, gleichzusetzen", und die zusätzliche Zeit in der Ganztagsschule zu nutzen, um "Angebote zu machen" - ein Punkt bleibt meiner Meinung nach unberücksichtigt:

    Egal wie sehr es man bestrebt ist, Schülern "Orientierung" in der eigenen Kultur zu ermöglichen und "kultureller Verarmung" entgegenzuwirken - wie will man mit der Tatsache umgehen, dass in der Praxis der zweite Zweck von Schule in unserer Gesellschaft auch eine Entscheidung über die Verteilung von Lebenschancen ist?

    Am Ende steht eben doch ein Abschlusszeugnis mit einer Durchschnittsnote, zum großen Teil berechnet auf der Basis von abfragbarem Wissen und leicht kodifizerbaren Fertigkeiten. Diese Note ist dann nicht nur "Feedback" über den Erfolg des Lernprozesses, sondern auch ganz direkt ein rein numerisches Sortierkriterum, nach dem Schüler von "studierfähig" bis "ausbildungsunfähig" in absteigener Reihenfolge geordnet und zugewiesen werden.

    Vielleicht ist diese Reduktion auf eine einzige Maßzahl in einer komplexen, arbeitsteiligen Gesellschaft unvermeidlich, aber wie will man mit dem Konflikt zwischen dem Ziel "kulturellen Reichtums" und einer möglichst effizienten Voraussage zukünftiger Erfolgswahrscheinlichkeit umgehen?
  • CPT Grundlage des Äquivalenzprinzips?

    19.12.2016, Nachgefragt
    Es erstaunt, dass die CPT-Invarianz die Grundlage des Äquivalenzprinzips (der Allgemeinen Relativitätstheorie, passive schwere Masse = träge Masse) sein und auch die Lorentz-Invarianz auf CPT basieren soll. Da man Lorentz-Invarianz und Äquivalenzprinzip einführen kann, ohne auf CPT-Invarianz zurückzugreifen (man braucht dabei z.B. überhaupt nicht von einer elektrischen Ladung reden), erscheint es nicht nachvollziehbar, dass erstere auf letzterer basieren.
    Antwort der Redaktion:
    Die Beziehung ist tatsächlich nicht ganz offensichtlich, es gibt aber gute Argumente dafür dass sie gilt. Es gibt Fachleute, die dieser Schlussfolgerung widersprechen, aber wenn ich Geld verwetten müsste, würde ich auf eine enge Verbundung der beiden Invarianzen setzen.
  • Bestätigen ein Naturgesetz?

    19.12.2016, Elmar
    Komisch. Ich dachte, Naturgesetze gelten immer und nur Theorien über Naturgesetzte werden bestätigt (oder widerlegt).
  • PR vs. Käuflichkeit

    19.12.2016, Florian Freistetter
    Das Problem sind nicht nur die unsinnigen Formeln und unkritische Medien die etwas als Wissenschaft verkaufen, was keine Wissenschaft ist. Das Problem ist vor allem die Tatsache, dass sich diese Firmen für ihre PR-Formeln echte Wissenschaftler "einkaufen". Die werden dann bezahlt dafür, dass sie diese Formeln "entdecken" und ziehen so auch die Unis mit in den PR-Sumpf hinein...
  • Wassertiefe ist zu hoch angesetzt

    19.12.2016, Michael Johanning
    Laut Hypsographischer Kurve (Wikipedia) beträgt die mittlere Meerestiefe 3,7 km.
    Die Wassertiefe von 5000 m für die Einschlagssimulation ist also eher unwahrscheinlich.
  • Die Stimmen der "Abgehängten"

    19.12.2016, Katja Ellbrunner-Thieme
    Die Ursache der Abweichungen der von den Meinungsforschern vorhergesagten Ergebnisse bei "Brexit und Trump-Sieg" können sicher auf die genannten Ursachen zurückgeführt werden. Aber es lässt sich sicher noch mindestens einen weiteren Grund dafür feststellen/erkennen. Die Menschen der Mittelschicht sind nicht selten überfordert von ihrem Lebensalltag, von dem Einsatz den sie meinen bringen zu müssen, um ihren Status halten zu können. Sie haben Angst sonst in die "Brexit und Trump-Sieg" wählende Gesellschaftsschicht zu rutschen und sie befürchten, die Selbstbestätigung, die sie durch Kommunikation in den sozialen Netzwerken haben, zu verlieren. Also: den gesellschaftlich scheinbar gestellten Anforderungen zu entsprechen ist ein überlebensnotwendiges MUSS.
    Der Preis für diesen hohen privaten und gesellschaftlichen Einsatz ist permanente Überforderung. Dies wiederum hat zur Folge, dass stark differenziert wird, was ansonsten noch als wichtig eingestuft, was ernst genommen wird.
    Den meisten Menschen ging es bis dato wirtschaftlich relativ gut, sie sehen zwar die dunkle Wolke des möglichen Abstiegs am Himmel, glauben aber mit genügend hohem Einsatz solche persönliche Folgen vermeiden zu können.
    Wem es gut geht, der sieht keine Veranlassung etwas zu ändern. Zur politischen Wahl zu gehen ist aufwändig. Erstens sollte man sich laufend informieren, um sich eine Meinung bilden zu können. Zweitens muss man sich entscheiden. Man muss, wenn auch anonym, eine Position beziehen, durch die Entscheidung bei der Wahl eine Meinung vertreten, das ist anstrengend, und weiter ist es heute zu Zeiten der "like-it"-Button-Gesellschaft oft gar nicht so einfach, wenn man auf seine geäußerte Meinung keine Resonanz erfährt! Weiter muss man drittens entweder am Wahltag das Wahlbüro aufsuchen, um seine Stimme abzugeben oder die Vorbereitungen am Rechner treffen, um elektronisch zu wählen.
    Dass diese Stimmabgabe für die Bürger nicht wichtig genug war, sieht man an der jeweils geringen Wahlbeteiligung bei der Brexit-Abstimmung und bei der Präsidentenwahl in den USA. Wie gesagt, nur wer etwas ändern will, geht zur Wahl, und ändern wollen die in dem Artikel angesprochenen "Abgehängten", aber nicht die "Etablierten". Und Erstere gehen zur Wahl. Damit umfassen die Stimmen der "Gegner" natürlich einen höheren Prozentsatz!
    Kann man den Beweis dieser Theorie in dem Ausgang der Wahl des Bundespräsidenten in Österreich sehen, als unterstützt durch eine hohe Wahlbeteiligung van der Bellen von den Grünen und nicht Hofer von den Rechten die Wahl gewann?
  • F = M + b^2

    19.12.2016, Dominique Boursillon
    F steht für Freistetter, b steht für beleidigt und M steht für Mimose. Da kann man nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen, dass einer wegen so eines Unsinns die Hände über den Kopf zusammenschlägt. Was ist denn daran so schlimm, dass ein Kaufhaus eine pfiffige Idee hat und damit kostengünstig Werbung schaltet? Das ist das Wesen der freien Marktwirtschaft. Ein Erdogan muss Spaß verstehen, wenn aber Freistetters Mathematikgefühle verletzt werden, dann holt er mitsamt den "Unkritischen" von SdW zum Rundumschlag aus. Das ist nicht gut - denn immer dann wenn einer daherkommt mit der Behauptung, er wüsste es besser, fürchte ich um die Grundrechte... Aber das ist ein anderes Thema! Wenn Herr Freistetter aber wirklich glaubt mit der Mathematik sei etwas im Argen, dann sollte er das Bildungssystem anprangern und die Niveaulosigkeit offenlegen mit der unsere Schüler nach zwölf (wie auch dreizehn) Jahren aus der Schule entlassen werden. Das wäre konstruktiv - und nach vollbrachter Mission würde auch jeder Bürger hierzulande den mathematischen Werbegag durchschauen und sich an ihm erfreuen. N. B. Nichts für ungut, hoffe ich ;-)
  • Redordverdächtig? Durchschnitt!

    19.12.2016, Ronnie König
    Wellen im Atlantik gelten in dieser Grössenordnung als durchschnittlich, ist es im Ärmelkanal üblich bei relativ ruhigem und schönen Wetter Wellen von etwa 3m anzutreffen! Eher gross war die Welle vor Jahrzehnten im Nordatlantik mit etwa 30m, offiziell gemessen. Seemänner berichteten schon von noch grösseren Wellen, gerne auch Kaventsmann genannt. Übrigens auch ein Grund warum in der Antike (und später) eher die Küstengewässer befahren wurden, nebst der Angst, dass die Erde eine Scheibe sei.