Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Schwarz-gelbe Regierungskrise

    07.10.2005, Elischka
    Die jüngere Forschung um Apis melifera melifera meldet uns, dass auch die Völker der europäischen Honigbienenrassen am Jahresende ca. 40% genetisch fremde Arbeiterinnen beinhalten. Die verfliegen sich in fremde Stöcke und bestechen die Wachen mit Nektargaben. (Was natürlich ebenfalls eine erstaunliche Parallele zu unseren "Erste-Welt-Staaten" aufweist)
  • kopf hoch leute

    28.09.2005, warren gröls
    ich glaube ihr solltet eure kraft nicht in die forschung stecken.
    da wird so schnell nichts passieren.
    schaut nach vorne.
    ich bin seit 9 jahren querschnittgelähmt
    und schon damals haben sie einen von heilung versprochen.nichts ist seitdem passiert.gar nichts.macht das beste aus eurer situation



  • Zuerst die Wissenschaft

    27.09.2005, Dominique Boursillon
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    zum Interview mit Herrn Pauen würde ich gerne das Folgende anmerken.

    "Und diese Maßstäbe liefert die Philosophie." Das ist leider falsch!

    Das Einzige was die Philosophie zu leisten hat ist das Menschenbild im Lichte neuer Erkenntnisse zurecht zu rücken. Herr Pauen hätte es gerne umgekehrt, aber damit maßen sich Philosophen zu viel an. Sie können doch nicht ein Menschenbild erdenken, das Ihnen gerade so passt, und dann hoffen, dass die Wissenschaft das so oder ganz ähnlich bestätigt!? Der andere Weg ist der richtige: Sie finden etwas heraus und damit schaffen Sie sich ihr (eventuell verändertes) Menschenbild - auch wenn´s weh tut!


    Es ist tatsächlich so, dass wir (allen voran die Philosophen) an einem nicht mehr haltbaren Menschenbild krampfhaft festhalten und mit Gewalt versuchen, die Erkenntnisse der Neurowissenschaften in die "herkömmliche" Philosophie einzuordnen. Einen Paradigmenwechsel sind wir noch unfähig zu vollziehen. Letztendlich leben wir in einer atheistischen und gengesteuerten Welt. Das ist schon schwer zu akzeptieren oder gar nachzuvollziehen, Herr Plauen erahnt ja auch die Implikationen (im Interview z.B. in Bezug auf das Rechtssystem kurz angerissen).

    Egal wie, es ist noch ein weiter Weg... Eingedenk der wirklich großen Probleme: Schwampel, Pisa, Klima... Ein sehr, sehr, sehr weiter Weg!

    Viele Grüße
  • Sehr erhellend

    27.09.2005, Beate Steinmeyer
    Sehr geehrte spektrumdirekt-Redaktion!

    Vielen Dank für Ihr Interview mit Michael Pauen. Es zeigt, dass der Dialog zwischen Philosophen und Hirnforschern allmählich in Gang kommt und dass man nicht mehr nur aneinander vorbei redet.

    Vor allem die Klärung des Begriffs „Determination“ finde ich als Naturwissenschaftler sehr erhellend.

    Die Diskussion der letzten Jahre zeigt, dass wir immer noch an dem unseligen Dualismus-Denken leiden, und zwar sowohl Naturwissenschaftler als auch Philosophen.

    Man stellt sich den „freien Willen“ als eine Art frei schwebender Chefetage vor. Wenn diese nun nur noch die Vorlagen (Bereitschaftspotentiale) der unteren Ebenen absegnen könnte, wäre er wirklich machtlos wie ein konstitutioneller Monarch, der die Regierungserklärungen des Premierministers vorliest. (Übrigens wäre auch eine Freiheit der Wissenschaft dann Illusion.)
    Die Entstehung dieser „Vorlagen“ (Bereitschaftspotentiale) stellt man sich dagegen als mechanisch-linearen Ablauf in den Nervenzellen vor.

    Dabei handelt es sich hier um einen hoch komplexen Prozess, der durch viele Determinanten beeinflusst wird, z.B. durch die Persönlichkeit, die Stimmung und eben den „freien Willen“.
    Es ist ja schon lange bekannt, dass unser Gehirn die Wahrnehmung von Sinneseindrücken steuert und dass man dies trainieren kann. Man kann z.B. Schmerz oder Hunger „ausblenden“.
    Die Hirnforschung macht ja wirklich beindrucksvolle Fortschritte. Sie sollte jedoch in ihren Schlussfolgerungen etwas bescheidener sein, denn sie kennt bis jetzt nur einen winzigen Ausschnitt der Vorgänge im Gehirn.

    Schön, dass es nun Philosophen gibt, die sich auf Forschungsergebnisse einlassen und sich auch für einen Naturwissenschaftler verständlich ausdrücken können. Davon können beide Seiten nur profitieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Beate Steinmeyer
  • Explosionen - Toba

    24.09.2005, Paul R. Woods
    Der Toba-See ist auch heute noch sehenswert und die Menschen dort - die Toba-Batak - freuen sich über jeden Besucher.

    Ihr Chorgesang ist es ebenfalls wert beachtet zu werden - Tapanuli-Gesang ist einfach großartig.
  • was wird in diesem Feld erwartet?

    24.09.2005, F. Kronberg
    Was leider in keinem Artikel, der sich auf grüne Gentechnik bezieht, erwähnt wird, ist die unbestreitbare Tatsache, daß sie seit Jahrtausenden praktiziert wird, denn was ist Züchtung anderes als Gentechnik? Der einzige Unterschied zur modernen Gentechnik besteht darin, daß die heutigen Methoden einfacher sind und vor allem schnellere Resultate liefern. Die Ängste der Gegner sind irrational. Was allerdings ein entscheidender Gesichtspunkt ist, ist die Möglichkeit, sich Saatgutmonopole aufzubauen, aber das ist mit entsprechender Gesetzgebung in den Griff zu bekommen. Das Argument, die Verbraucher lehnten diese Produkte ab, ist ziemlich albern. Wen man eine im wesentlichen wissenschaftlich ungebildete Bevölkerung jahrelang mit Angstpropaganda überzieht, ist das Ergebnis klar. Im Übrigen muß auch von Grünen und sonstigen selbsternannten Naturschützern verlangt werden können, daß sie sich an Recht und Gesetz halten.
  • Nylon - Perlon

    14.09.2005, Horst Wetzel
    Nylon und Perlon sind Markennamen ein und desselben Polymers Polyamid. Die 6 zeigt an, daß die Kettenlänge des Monomeren 6 ist. Dann ist in der Regel das Caprolactam mit dem ringförmigen Molekül Ausgangsprodukt der Polymerisation. Die Molekülketten der Polymeren bestehen dann aus hunderten Monomeren.
    Auch sind im Artikel die Begriffe Filament und Faser falsch verwendet. Ich nehme an daß da die Übersetzung aus dem Englischen nicht präzise war. Filament ist eine Einzelfaser eines ersponnen Strangs. Von Fasern wird einerseits im Gegensatz zu Seiden gesprochen, wenn die Länge der Filamente begrenzt ist. Andererseits wird der Begriff Faser auch als Oberbegriff von Fasern und Seiden benutzt.

    Freundliche Grüße
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Wetzel,



    Sie weisen darauf hin, dass es sich bei Nylon und Perlon um Polyamid handelt. Dies stimmt - allerdings gibt es eine ganze Reihe verschiedener Polyamide. Davon sind Nylon und Perlon die wirtschaftlich bedeutendsten. Sie ähneln sich in ihrer chemischen Struktur und ihren Eigenschaften sehr - identisch sind sie jedoch nicht.



    Nylon wird aus zwei Grundbausteinen - oder Monomeren - synthetisiert, nämlich Hexamethylendiamin und Adipinsäure. Beide haben sechs Kohlenstoff-Atome, weshalb Chemiker das fertige Polymer Polyamid 6,6 (PA 66) nennen. Wie Sie betonen und auch im Artikel erwähnt, ist der Grundbaustein für Perlon das Caprolactam - genauer: das ringförmige Epsilon-Caprolactam. Auch dieses besteht aus sechs Kohlenstoffatomen: Das Polymer heißt daher Polyamid 6 (PA 6). Andere Namen sind Polycaprolactam oder auch Nylon-6, denn die Bezeichnung Nylon wird außer im engeren Sinne für PA 66 auch als Oberbegriff für zu Fasern verarbeitbare Polyamide gebraucht.



    Die Grundbausteine von Nylon und Perlon sind also verschieden - wie auch ihre in den 1930er Jahren entwickelten Syntheseprozesse (aus dieser Zeit rühren auch ihre populären Namen). Bei den Polymeren muss man aber schon genauer hinschauen, um den Unterschied zu entdecken. Peter Strohriegel vom Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie der Universität Bayreuth erklärt den Unterschied so: "Bezüglich seiner Amino- und Ketogruppen hat das Perlon-Polymer die Abfolge ABAB, Nylon dagegen AABB." Damit meint er, dass beim Nylon, weil es aus zwei verschiedenen, in abwechselnder Orientierung eingebauten Monomeren besteht, als markante chemische Gruppen im Kohlenstoffrückgrat des Polymers aufeinander folgen: C=O, C=O, N-H, N-H, C=O, C=O, N-H, N-H und so fort. Das Caprolactam des Perlons ist jedoch immer in der gleichen Orientierung eingebaut, die Abfolge daher: C=O, N-H, C=O, N-H, C=O et cetera.



    Die Verwendung des Begriffs "Filament" war in der Tat unpräzise. Ich hatte ihn im wörtlichen Sinne einer fadenförmigen Struktur - wie sie eben ein Polymer darstellt - verwendet.
    In mehreren Fachsprachen hat das Wort jedoch eine engere Bedeutung. In der Textilchemie bezeichnet es die durch Zusammenschmelzen und Erkalten aus den Polymeren gewonnen Fäden. Die missverständliche Stelle im Text wurde geändert. Für den Begriff "Faser" denke ich, dass man mit der allgemeinsprachlichen Bedeutung ohne Missverständnisse durch den Text kommt.



    Vielen Dank für das aufmerksame Lesen und die Hinweise.



    Mit freudlichen Grüßen

    Volker Weinl
  • Politikersprech

    13.09.2005, Frank Schubert
    Liebe spektrumdirekt-Redaktion,

    die Bundestagswahl steht vor der Tür, und es ist richtig und gut, die Parteien zu befragen, für welches Forschungsprogramm sie stehen. Von der Art und Weise, wie spektrumdirekt dies umgesetzt hat, war ich allerdings enttäuscht.
    Es ist bekannt, dass Politiker häufig zu einer Sprache neigen, die dem normalen Bürger weitgehend unverständlich ist. Wenn ein Journalist einen Politiker befragt, ist es daher seine vordringliche Aufgabe, diesen zu klaren, verständlichen Aussagen anzuhalten. Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass der Interviewer zu einem Stichwortgeber mutiert und dem Politiker ermöglicht, seine unverbindlichen, stereotypen, kryptischen Phrasen zu zelebrieren.
    Genau dies ist, bedauerlicherweise, bei den spektrumdirekt-Interviews zur Bundestagswahl 2005 geschehen. Der Interviewer hat offenkundig nicht einmal versucht, den Befragungen eine klare Kontur abzugewinnen. Nirgendwo ist der Ansatz zu erkennen, die Sprecher der Parteien zu allgemein verwertbaren Aussagen zu bewegen. Stattdessen wird ihnen die Möglichkeit geboten, in aller Breite und Ausführlichkeit am Publikum vorbeizureden (bzw. zu schreiben).
    Wenn ich mir die Interviews anschaue, bin ich mir nahezu sicher, dass etwa die Hälfte der Leser bereits nach der zehnten Zeile ausgestiegen ist. Und das zu Recht, denn lernen kann von den Befragungen im Wesentlichen nur eins: dass Politiker es immer noch hervorragend verstehen, sich in epischer Länge auszudrücken, ohne sich dabei auf irgendetwas festzulegen. Was haben solche Interviews für einen Sinn, außer den Politikern eine außerparlamentarische Plattform zur Selbstdarstellung zu bieten und zusätzliche Verwirrung beim Publikum zu stiften? Technokratensprech hilft den wenigsten Menschen, sich ein Bild von den Parteien zu machen.
  • Wolken der tieferen Atmosphäre

    12.09.2005, M. Leute
    "So entdeckten sie nun dreißig Kilometer unter der normalerweise sichtbaren Hülle der äußeren Atmosphäre des Riesen alle Sorten von Wolken aus Ammoniumhydrosulfid: ringförmig, rund, oval, groß wie klein. Sie bestehen nicht aus Ammoniak wie ihre äußeren Kollegen, sondern aus Wasser und verhalten sich daher anders."

    Woruas besthen die Wolken nun, Ammoniumhydrosulfid (NH3*H2S) oder Wasser (H2O)?
    Antwort der Redaktion:
    Liebe Frau Leute,



    hoppla, da ist uns ein Satzstück verrutscht. Die Wolken der unteren Atmosphärenschichten bestehen aus Wasser oder Ammoniumhydrosulfid - beides kommt vor -, die der äußeren aus Ammoniak. Ich habe den Fehler korrigiert.



    Danke für Ihren Hinweis,

    mit besten Grüßen,




    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Pandoras Erbe

    06.09.2005, Susanne Schoofs
    Teile des Artikels klingen wie abgeschrieben aus einem Sowjetbericht der Katastrophe.

    Schnelle Evakuierung ??

    Das ist eher ein Witz, denke ich. Der Reaktor war schon längst explodiert, da wurde die Bevölkerung in Propyat nicht mal dazu angehalten, in ihren Häusern zu bleiben.

    Es war damals ein schöner Sonnentag, der auf die nächtliche Explosion folgte, und so hielten sich zahlreiche Leute ausgiebig im Freien auf. Soweit ich weiß, wurden sie frühestens am zweiten oder dritten Tag informiert.

    Bezüglich der Mißbildungen: im Museum für Technik und Arbeit befindet sich eine kleine Ausstellung zur Kernenergie mit einem großen Foto eines ziemlich mißgebildeten Säuglings aus der Gegend.
    "Nicht signifikant"....hm..."Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast..."

    Zitat Artikel:
    "Da die sowjetischen Behörden damals relativ schnell die Evakuierung besonders gefährdeter und kontaminierter Gebiete und Städte - vor allem von Pripyat - einleiteten, blieben knapp 400 000 Bewohner im unmittelbaren Umfeld des Kernkraftwerks vor Schlimmerem zumeist bewahrt. So konnten bislang auch keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen oder die Anzahl von Fehlgeburten wie Missbildungen von Säuglingen nachgewiesen werden."

  • Toll, einfach nur toll!

    05.09.2005, Martin Stroh
    Hallo,

    Eure Seite ist einfach nur wunderbar! Seitdem ich diese Seite durch Zufall kennengelernt habe, bin ich interessiert an Mythologie, Zeitgeschichte, Wissenschaft und allem anderem Lesenswertem und Interessantem! Es ist zwar etwas komisch, dass ich mich als 18-Jähriger dafür interessiere, aber es ist einfach nur spannend und interessant, so viele alte und neue Erfindungen, Wörter, Sätze, Erfinder und historische Momente kennenzulernen! Viele dieser Sachen erfährt man im "normalen" Alltag nicht, dabei ist es eigentlich sehr wichtig, dass Menschen die "Geschichte der Welt" (sozusagen) wissen sollten...

    Ich hoffe, euer "Wissenstest" geht noch längere Zeit und wird täglich ausgebaut!! Respekt!!! Macht weiter so!!

    Martin Peter Stroh aka Martin da joschi, Saarbrücken 05.09.2005
  • Machen Sie weiter so!

    04.09.2005, Florian Modler
    Hallo Spetrumdirekt,
    Ich möchte mit dieser E-Mail ein Lob an das gesamte "Spektrumdirekt" - Team aussprechen.
    Jeden Tag wird meine Wissbegierde und Neugierde im Bereich "Wissenschaft" mit einer ausführlichen, verständlichen und sehr anschaulichen Ausgabe von "Spektrumdirekt" gestillt.
    Machen Sie weiter so.

    So verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Sarstedt

    Florian Modler
  • Querschnittlähmung 2005

    03.09.2005, Maria Tolasch
    Hallo,

    ich bin seit März 2005 durch eine Wirbelsäulenoperation querschnittsgelähmt. Dazu habe ich viele Schmerzen. Etwas anzunehmen, was gar nicht da ist. Ich sehe meine Beine, fühle sie aber nicht. Ich empfinde meine eigenen Körper, als etwas fremdes. Trauig ist aber, dass wir, die querschnittgelähmt sind, uns nicht zusammen tun, und etwas gegen diese wirklich gravierende Behinderung nichts unternehmen. Wie kann man etwas auf die Beine bringen, wenn man sich nicht zusammen tut? Schon im Steinzeitalter sind die Menschen als ein Team zu Jagen gegangen. Mein größter Wunsch ist, dass wir uns als eine Einheit verbinden, und sich endlich dafür einsetzt, dass sich Medizin´und oder die Operationen für Rückmarksverletzten in der Forschung immer weiter und schneller fortschreiten. Es gibt doch bestimmt auch Ärzte, die an einer Querschnittslähmung leiden. Da frag ich mich: warum sind wir in BRD. was die Rückenmarksverletzung angeht, so weit zurück sind?
    Wenn jemand Interesse hat, etwas aufzubauen bitte ich um einen Anruf: 0170/9444475 oder Mail: Maria.Tolasch@web.de
    Ich würde mich sehr freuen.
    Liebe Grüße

    Maria Tolasch :-)
  • Informeller Narzissmus

    02.09.2005, Matthias Paul Scholz
    Sehr geehrter Herr Zinken,

    ein prima Artikel.

    Die angesprochenen Blogs sind meiner Ansicht nach aber nur die Spitze eines Eisbergs, der mit der zunehmenden Medialisierung unserer Erfahrenswelt immer größer zu werden scheint, nämlich der Verbreitung von Information schlicht um deren Verbreitung willen.

    Dabei scheint es für den Sender im Allgemeinen völlig irrelevant zu sein, ob diese Information für den Adressaten wichtig ist (wichtig in dem Sinne, dass sie die eigene Lebenswirklichkeit in irgendeinem Sinne merklich beeinflußt) - das Internet hat hier bekannterweise ja eine neue Dimension "informellen Narzissmus" aufgestoßen...

    Bei sinnentleerten Handygesprächen in der Straßenbahn oder den angesprochenen Weblogs mag das ja noch nur lästig sein (die muß man ja nicht lesen); führt es aber dazu, dass für mich relevante Information durch einen riesigen Haufen von derartigem Rauschen "zugedeckt" wird, so finde ich das bedenklich.

    Leider ist zu beobachten, dass auch vermeintlich "seriöse" Informationsquellen einem derartigem Trend zu unterliegen scheinen, besteht doch etwa die Tagesschau mittlerweile mindestens ebenso zur Hälfte aus derart reißerischen Bildern und Berichten, zum Beispiel fünfminütigen detaillierten Ausführungen über die Praktiken irgendeiner Kindermörderin in irgendeinem entfernten Teil Deutschlands.
    Warum muß ich das wissen??

    Interessanterweise ist hier eine Rückkopplung zwischen Produzent und Konsument zu beobachten - letzterer glaubt irgendwann tatsächlich, dass er eben genau das wissen muss (der Klassiker ist hier ja schon seit Jahrzehnten der Wetterbericht), ersterer vermutet, dass er aus genau diesem Grund wiederum derartige Informationen liefern muß...

    Der polnische Autor Stanislaw Lem hat ja schon vor vierzig Jahren prognostiziert, dass irgendwann niemand mehr gute Bücher lesen wird; nicht, weil niemand mehr liest, sondern weil man diese Bücher unter dem gewaltigen Haufen von schlechten nicht mehr findet.
    "Bücher" kann man hier mittlerweile getrost durch eine beliebige Art von Informationsquelle ersetzen.

  • Gerade recht

    02.09.2005, Paul R. Woods
    Gerade die Verbindung zwischen Ablehnung von Kyoto und höchstem Pro-Kopf-Energie-Konsum einerseits und den zunehmenden Schlechtwetterkatastrophen (Dürre, Regen, Sturm) scheint Herrn Bush jr. völlig abzugehen.

    Und der Anstieg der Öl- und Benzinpreise kommt doch seinem Klientel (Ölkonzerne und Saudis) doch gerade recht, wenn sie nicht sogar selbst an der Preisschraube drehen.

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