Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Aprilscherz ?

    28.03.2015, barbara wolff
    Der Pfeifhase sieht ja wirklich "suess" aus, allerdings nicht ganz echt.
    So wird er sich dann wohl auch nicht vermehren - es sei denn: als SteiffTier.
    Antwort der Redaktion:
    Es gibt auch Bewegtbilder des Tiers auf Youtube - insofern lebt er.
  • Naturwissenschaftlich-technische Bildung ohne Sonnenfinsternis

    28.03.2015, Joachim Datko
    Zu 27.03.2015, Heiko Mehring "Statt dessen verbringen/verschwenden unsere Kinder viel Zeit mit Lehrstoff in der Schule und bei den Hausaufgaben, welcher sie später nicht weiterbringt."

    Mich hat mein Fleiß in der Schule weit gebracht. Ich habe während meiner Berufstätigkeit vieles gesehen.

    Joachim Datko - Elektromechaniker, Ingenieur, Physiker, Philosoph

    Lernen ist in der Regel eine anspruchsvolle Tätigkeit und ist für viele Menschen der Einstieg in einen gut bezahlten Beruf.

    Mit einer Schutzbrille bei einer Sonnenfinsternis in die Sonne gaffen, ist geistig anspruchslos.
  • Sehr vage und spekukativ

    27.03.2015, Gunnar Ries
    Was mich an der Meldung mehr als nur irritiert, ist die fehlende Datierung Ohne die erscheint das mehr wie Spekulation, und die verbindung zu irgendwelchen Massensterben ist damit auch nicht möglich. Zum datieren braucht man auch keine Aschewolken, sondern aus der Schmelze neugebildete Minerale. Die sollten doch eigentlich auch zu finden sein, oder?
  • Mehr Eigenverantwortung

    27.03.2015, Holger Casselmann, Odenthal
    Es ist schon erschreckend: aber nicht nur die Tatsache der dramatischen Zunahme, sondern auch die Art und Weise, wie die Wissenschaft im Rahmen des Artikels mit dem Problem umgeht. Dass es sich dabei in fast allen Fällen um eine Erkrankung handelt, die durch eine falsche Lebensweise erzeugt wird und damit auch im Bereich der Eigenverantwortung liegt, wird zwar lobenswerterweise angesprochen, aber auch wieder schnell relativiert mit einer möglichen genetischen Disposition der Betroffenen. Fazit: also Medikamente entwickeln und sich nicht mit der Ursache auseinandersetzen. Dabei ist eine pandemische, genetische Veränderung der Bevölkerung mehr als unwahrscheinlich und kann nicht als Ursache der rasanten Zunahme von Diabetikern (Typ II) gelten. Nach wie vor sind Übergewicht und latent hohe Blutzuckerspiegel die kritischen Faktoren der Erkrankung. Die Insulinrezeptoren der Muskelzellen, die die Glukose in die Zellen einströmen lassen, entwickeln durch dauerhaft hohe Blutzuckerspiegel im Lauf der Zeit Resistenz und es wird immer mehr Insulin erforderlich, um die Glukoseversorgung der Muskeln zu gewährleisten. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Die Senkung des Blutzuckerspiegels ohne Medikamente und Überwindung der Erkrankung muss doch das wünschenswerte Ziel für die Betroffenen sein und nicht die Behandlung der Krankheitssymptome.

    Gegen Ende des Artikels heißt es: "In welchem Maß Menschen... [die] Krankheit durch gesunden Lebensstil vermeiden können, gilt es nun zu erforschen." Das verwundert schon sehr, ist fast lächerlich, da es doch genügend Fälle gibt, in denen Betroffene sich vorrangig durch eine deutlich kohlenhydratreduzierte Ernährung von der Krankheit gänzlich befreien konnten. Der Einfluss der Ernährung auf den Blutzuckerspiegel ist doch mehr hinreichend bekannt (zum Beispiel Glyx-Index), scheint aber in den Köpfen nicht anzukommen. Die über Jahrzehnte proklamierte und als gesund betrachtete Ernährung "kaum Fett, mehr Vollkorn, viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch" ist eher kontraproduktiv. Glücklicherweise scheint sich hier etwas zu bewegen und es gibt neue Ansätze, wie unter anderem die Paleo-Diät. Typischerweise kommen diese nicht aus den Reihen der Wissenschaft, sondern basieren auf den Erfahrungen einzelner Ärzte und Privatpersonen.
  • Falscher Eindruck?

    27.03.2015, Heiko Mehring
    Zitat 26.03.2015, Joachim Datko:
    "Zumindest geht man keine unnötigen Risiken ein."

    Das ist korrekt!

    Zitat 26.03.2015, Joachim Datko:
    "Ich bin Physiker und hatte keinerlei Bedürfnis in die Sonne zu sehen."

    Das ist zwar schade, aber eben IHRE persönliche Einstellung hierzu. Ich erwarte, dass die Schule unsere Kinder auf das reale Leben vorbereitet. Ohne unsere Sonne wäre auf der Erde kein Leben möglich. Allein schon deshalb find ich es schade, wenn solche Themen im astronomischen Zusammenhang in der Schule nicht ausreichend geleehrt oder gar komplett ignoriert werden. Statt dessen verbringen/verschwenden unsere Kinder viel Zeit mit Lehrstoff in der Schule und bei den Hausaufgaben, welcher sie später nicht weiterbringt. Die Schulbildung bewegt sich zunehmend am realen Leben vorbei ...

    Zitat 26.03.2015, Joachim Datko:
    "Die Überschrift des Artikels
    "Sonnenfinsternis 2015 Meinung: Augen geschont – Bildung zerstört"
    vermittelt einen falschen Eindruck."

    Welchen? Sie haben doch selbst den "gesunden Menschenverstand" zitiert. Wenn man den einsetzt, dann versteht man die Aussage der Überschrift genaus so, wie sie verstanden werden soll.

  • Wer lesen kann ist klar im Vorteil

    27.03.2015, Heiko Mehring
    Hallo Frau L., Sie sollten Sich den Bericht von Herrn Reichert nochmal in Ruhe durchlesen. Da steht nichts von einer Verallgemeinerung und auch nichts davon, dass die Lehrer Schuld sind. Herr Reichert stellt doch ganz klar in Frage, wer hier wohl "versagt" hat. Für mich ist die Frage auch nicht so einfach zu beantworten - Sie sprachen ja auch die Verantwortung der Lehrkräfte an.
    Die Kernaussage von Herrn Reichert ist aber doch die, dass man hier ein selten beobachtbares astronomisches Phänomen hätte ohne aufwendige Hilfsmittel beobachten und den Schülern am praktischen Beispiel näher bringen können. Ich weiß von Schulen, wo das gemacht wurde. Der oben abgebildete Brief ist in seiner Art als gegenteiliges Beispiel aber ein (Armuts)Zeugnis dafür, dass in unserem Bildungssystem einiges völlig falsch UND an der Realität vorbeiläuft. Und daran sind NICHT die Lehrer Schuld, aber vielleicht auch nicht völlig unschuldig? Ich arbeite in der freien Wirtschaft und gestalte meinen Arbeitsplatz und -abläufe mit und trage dadurch zu Erfolg und Mißerfolg des Unternehmens bei. Mann sollte nicht immer alles hinnehmen, was einem geboten oder vorgesetzt wird, sondern auch selbst aktiv werden. Das vermisse ich als Vater zweier schulpflichtiger Kinder (ab Sommer sogar drei) in den Schulen schon hier und da. ...
    Wenn man sich den Brief mal vor Augen hält, dann wundert es ja schon, dass in den vergangenen Jahrzehnten so wenig Menschen während einer Sonnenfinsternis erblindet sind. Aufklärung ist hier natürlich absolut wichtig, wie Herr Reichert ja auch geschrieben hat. Da der Termin der Sonnenfinsternis ja kein plötzlich und unerwartet auftretendes Ereignis war, gab es auch genügend Zeit (Jahrhunderte!) sich auf dieses und andere solche Events vorzubereiten und Lehrkräfte dahingehend zu schulen ... und auch um SoFi-Brillen gut und günstig einzukaufen, gegebenenfalls mit finanzieller Unterstützung der Eltern.
    Die Art und Weise wie hier an manchen Schulen und Kindergärten mit diesem Ereignis umgegangen wurde zeigt mir ganz klar, dass eine gewisse astronomische Grundbildung als fester Bestandteil in die Schule gehört. Sie haben von den Eltern geschrieben, die ihre Kinder nicht mit SoFi-Brillen versorgt haben. Warum war das so? Auch Unkenntnis von und über so ein Ereignis? Dann könnte man etwas dagegen tun, indem man die jetzt heranwachsende Generation entsprechend bildet. Ich erwarte ja kein Schulfach Astronomie, aber Pflichtprogramm sollte es trotzdem werden. Mit ein bisschen mehr Verständnis darüber, dass wir hier in einem durchs All fliegenden "Gefängnis" leben würde VIELLEICHT dafür sorgen, dass die heranwachsenden Generationen bedächtiger mit der Umwelt umgehen ... wir kommen hier nie weg! Und eine SoFi zu beobachten bringt uns "die Welt da draußen" deutlich näher als ein Buch - oder verschlossene Vorhänge ...
  • Die Sonne ist doch immer da

    27.03.2015, Bernhard Schmidt
    Es ist doch nicht so, dass die Sonne nur zur Sonnenfinsternis zu sehen wäre , sondern immer. Kinder können permanent auch ohne Erlaubnis in die Sonne schauen. Und mit bloßem Auge hätte man sowieso nichts gesehen. Schulen verbieten Kindern also etwas an der Schule, was außerhalb uneingeschränkt verfügbar ist. Dämlich, finde ich. Abgesehen davon, dass dieses Ereignis schon seit Jahrzehnten vorherberechnet worden ist. Wie langsam denkt unser Schulwesen eigentlich???
  • Liebe Fr. L

    27.03.2015, Tom
    Sicherlich hätten die Eltern die 10€ für die Brille locker gemacht und sicherlich ist es nicht Schuld der Lehrkräfte, aber dennoch eigtl. ein Armutszeugniss, dass den Kindern ein beobachten von vorne herein untersagt wurde.. Wäre ich Vater, wäre mein Kind an diesen Tag nicht zum Unterricht erschienen sondern hätte dieses tolle Phänomen beobachten dürfen.. Zwecks Bildung und verstehen von einfachen Zusammenhängen..

    "Die meisten wussten nicht mal, dass es passiert. DAS hinterfragt mal wieder keiner. "

    Ich bitte Sie, in den Mainstreammedien lief das hoch und runter, sowohl im TV als auch auf bpsw. Facebook..

    "Warum haben nur zwei (!) meiner Schüler, in vielen Klassen kein/e einzige/r SchülerIn, eine Brille besessen?"

    Weil es Aufgabe der Schule ist, entprechend zu informieren (im Vorfeld, nicht einen Tag vorher). Es klappte scheinbar ein Schreiben an die Eltern zu schicken, mit dem Inhalt das keiner hinsehen darf, aber mal nen Monat vorher an,- oder umzufragen ob man Brillen besorgen soll, war wohl nicht drin.. So eine Sonnenfinsternis lässt sich ziemlich präzise vorhersagen, denke ich...

    Da passiert etwas seeehr seltenes am Himmel und wir sehen weg..
    Das spricht doch für sich..

  • Pantoffeltierchen sind anders

    27.03.2015, Richard Scholz
    Das Bild auf Seite 85 zeigt kein „Pantoffeltierchen“ (Paramecium), sondern Blepharisma japonicum.

    Blepharisma ist ein Vertreter der Heterotrichida, Paramecium gehört zu den Hymenostomata.
    In der Anordnung der Wimpern(reihen), auf die der Artikel abhebt, unterscheidet sich Blepharisma deutlich von Paramecium.
  • Die Sonne als Feindbild?

    27.03.2015, Roland Schmiermund
    Die Sonne, die wortwörtlich das Augenlicht ist, wird von menschlicher Angst zum Feind des Auges erklärt.
    Ohne die Sonne hätte sich niemals evolutionär das Auge entwickelt.

    Über diese kleinen Nuancen der Logik machen sich einige Protagonisten keine Gedanken. Unterrichten Gedankenlose unsere Kinder? Sollte uns diese Folgerung Angst machen?
  • falsch - soso

    26.03.2015, shumil
    sie meinen vermutlich den fund in der wonderwerk-höhle in afrika

    sicherlich von menschenhand erzeugte reste, aber:

    erstens ist die direkte datierung in so grossem zeitabstand nicht möglich, nur durch die umgebungsmaterialien, und da bestehen unzählige faktoren, die man nicht berücksichtigen kann

    und zweitens ist es mal wieder völlig unhaltbar, darauf zu schliessen, diese menschen hätten das feuer benutzt um zu KOCHEN

    wissenschaft sollte wissen schaffen ...
  • Mit eigenen Sinnen erleben!

    26.03.2015, Alexander Schwald
    Vorab: Als Lehrer einer Mittelschule in Neu-Ulm konnte ich zusammen mit meiner Klasse, bestehend aus Sechstklässlern im Alter von jeweils 11 bis 12 Jahren, völlig frei und ungehindert die Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 auf einer Wiese vor der Schule in voller Länge beobachten! Es gab keinerlei Anweisungen des Ministeriums oder der Schulleitung, lediglich die üblichen und sicher notwendigen Warnhinweise. Leider tragen aber auch (manchmal zum Stammtischhaften neigende) Simplifizierungen nicht zu einer sachgerechten Situationsbeurteilung bei. W e n n die Sonne von Kindern beobachtet werden soll, trägt letzten Endes der Lehrer (oder die Lehrerin) die v o l l e Verantwortung für alle eventuellen daraus resultierenden Schadensfolgen, weil er die Kinder zur Beobachtung anleitet und pflichtgemäß die Aufsicht zu führen hat. Kaum vorstellbar die physischen und psychischen Dimensionen für Kind, Eltern und Lehrer, wenn ein Kind einen Augenschaden erlitte. Kaum vorstellbar der Aufschrei in der Öffentlichkeit. Und wer wäre haftbar? Natürlich die Lehrer. Nein, ganz so einfach, wie es scheint, ist die Sache doch nicht! Und diese Feststellung treffe ich als absolut begeisterter Hobbyastronom und jahrzehntelanger Abonnent von "Sterne und Weltraum".

    Nun aber zur anderen Seite. Mit solchen Situationen habe ich als Lehrer fast täglich umzugehen, beispielweise bei Schulausflügen( Verkehrgefahren), offenen Fenstern im Klassenzimmer etc. An kaum einem Tag kann die absolute Sicherheit gewährleistet werden. Wichtig ist, dass Aktivitäten immer in die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen eingebunden werden, aber nicht gänzlich zum Erliegen kommen. Die Schüler müssen mit allen wichtigen Regeln intensiv vertraut gemacht werden und Eltern sollten von Fall zu Fall durch Unterschrift bestätigen, dass auch sie über die jeweilige Instruierung ihrer Kinder Bescheid wissen.

    Insgesamt 4 Unterrichtsstunden setzte ich ein, um über die Vorgänge bei einer Sonnenfinsternis an sich zu informieren und den Kindern die wichtigsten Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen bei der Beobachtung einzuprägen. Zum Schluss wurde alles handschriftlich notiert und den Eltern per Unterschrift zur Kenntnis gebracht. Alle Schüler waren mit großer Begeisterung dabei und zeigten durch die Vorbereitung große Vorfreude.

    Am Tag X selbst stand ein von mir gestellter Liegestuhl auf der Wiese vor der Schule bereit und die Schüler durften wechselweise durch zwei Sonnenfiltervorsätze für mein Fernglas, allerdings nur mit bloßem Auge, blicken. Die Sonne leuchtete darin in einem warmen orangefarbenen Licht. Allein die mehrfachen Ausrufe "Voll schön!!" bestätigen die Qualität der Erlebnisse. Überhaupt: Das direkte, unmittelbare Natur- und auch Himmelserlebnis ist durch
    N i c h t s ersetzbar, durch keine theoretische Erklärung und auch nicht durch einen Livestream. W i r k l i c h l i v e und ohne Anleitung von außen bemerkten die Schüler den Wandel vom gleißenden Morgenlicht zur fahlen Finsternisbeleuchtung und auch den Temperaturabfall. Zwischen den Beobachtungsphasen wurde herumgerannt und gespielt und sogar ein von den Schülern selbst organisiertes Picknick auf der Decke abgehalten. Ü b r i g e n s: Ohne dass auch nur ein einziges Mal jemand ungeschützt in Sonne gesehen hätte! Auch die Filterbeobachtungen erfolgten trotz der sonst nicht immer einfachen Kinder absolut diszipliniert und konnte aufgrund der einzeln wechselnden Reihenfolge kontinuierlich beaufsichtigt werden. Trotz der Einzelbeobachtungen war genügend Zeit, dass jeder so oft drankam, wie er nur wollte. Alle waren begeistert, keiner langweilte sich, und das fast drei Stunden lang, wohlgemekt bei 11 bis 12jährigen Kindern.

    Und n o c h ein Plädoyer für die Unersetzbarkeit des unmittelbaren Naturerlebnisses. Einer meiner aufmerksamsten Schüler brach während seiner Sonnenbeobachtung in helle Aufregung aus, als er bemerkte, dass die Sonne nach rechts lief. Er hatte die vielfach theoretisch besprochene Spiegelung der Erdrotation nicht bloß kopfmäßig erfasst, sondern tiefemotional erlebt.
    Nachdem der Mond das letzte Stückchen Sonne wieder freigegeben hatte, erklärte mir derselbe Schüler, nun müsse der Mond doch Seite an Seite links neben der Sonne stehen.

    Welch einen Reichtum schenken solche Erlebnisse! Und wie fragwürdig ist es, sie unnötigerweise zu verhindern!

  • Daher...

    26.03.2015, Horst Esberg
    auch die Bezeichnung "blue movie" für Pornofilme in den USA!
  • in der objektiven Sackgasse

    26.03.2015, Wolf Polzin
    « Der Grund dafür, dass unser fühlendes, wahrnehmendes und denkendes Ich in unserem naturwissenschaftlichen Weltbild nirgends auftritt, kann leicht in fünf Worten ausgedrückt werden: Es ist selbst dieses Weltbild. »

    Erwin Schrödinger: Das arithmetische Bewusstsein
  • ...immer diese Verallgemeinerungen.

    26.03.2015, Frau L.
    Auch an unserer Schule ging ein solcher Elternbrief nach draußen. Allerdings nicht, weil Unwissen herrschte, sondern weil man trotz Aufklärung nicht sicher sein kann, dass alle SchülerInnen sich an die Vorgaben halten. Wenn etwas passiert, dann sind grundsätzlich die Lehrkräfte schuld und das möchte verständlicherweise keiner. (Übrigens: Gardinen schützen bekannterweise nicht nur gegen Strahlung von außen, sondern in dem Fall vor allem davor, dass SchülerInnen direkt in die Sonne schauen können.)
    Der Brief impliziert allerdings keinesfalls, dass die Türen abgeschlossen wurden und Schülerinnen, welche eine Brille besitzen nicht vor die Türe durften.
    In unserem Fall wurde sich mit den vorhandenen Brillen abgewechselt und die Erkenntnisse an der Tafel festgehalten.
    Klar, man hätte Brillen besorgen können. Ja, einige Schulen/LehrerInnen hätten sich mehr informieren können. Wer hätte die Brillen denn bezahlt? Ich wage zu bezweifeln, dass sich der Staat dazu bereit erklärt hätte. Und was ist mit den Eltern? Warum haben nur zwei (!) meiner Schüler, in vielen Klassen kein/e einzige/r SchülerIn, eine Brille besessen? Die meisten wussten nicht mal, dass es passiert. DAS hinterfragt mal wieder keiner.
    Schuld sind immer die Lehrer. Danke für diese engstirnige Verallgemeinerung. Ich unterrichte eigentlich gerne, aber sowas macht mich wütend. Ein wenig mehr Achtung wäre schön.