Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Ein Chromosomensatz

    07.12.2004, Oliver Meckes
    Ich bin kein Genetiker- aber wie soll sich eine Eizelle teilen, die nur über einen Chromosomensatz verfügt?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Meckes,



    Ihre Frage ist durchaus berechtigt.

    Die Vorläuferzellen der Eizellen, die so genannten Oozyten, haben jedoch noch nicht die Reifeteilung vollendet, bei der der Chromosomensatz halbiert wird. Die Forscher hatten die Reifeteilung mit Chemikalien verhindert; die Zellen behielten damit ihren doppelten Chromosomensatz.



    Mit freundlichen Grüßen



    Andreas Jahn

    Redaktion spektrumdirekt
  • Wo und wie ist der "Königsweg"

    07.12.2004, Rüdiger Biesold
    Natürlich können Forscher nicht effektiv streiken, weil es keine unmittelbaren Auswirkungen außerhalb des Forschungs- und Lehrbetriebes hätte; keine Wirkung - kein Effekt.
    Es sollte aber nicht vergessen werden, daß die Intention für befristete Arbeitsverhältnisse aus gleichen Quellen stammt. Auch da hieß es, wir wollen hier forschen, können aber nicht, weil alle Stellen (deren Zahl ist begrenzt, auch bei mehr Geld!) durch "alte Säcke" (bei den eigentlichen Professorenstellen ist das Problem geblieben) blockiert werden. Da die Rechtsprechung zu Kettenarbeitsverträgen die Befristung erschwerte, wurde es noch problematischer. Grundsätzlich bieten Befristungen mehr Möglichkeiten zu Wechsel und Förderung, das geht zu Lasten der sozialen Sicherheit und darf auch nicht übersehen werden. Das nächste Problem besteht in der Entscheidung über Förderungen mit entsprechender Beschäftigungspolitik. Die Abhängigkeitsstrukturen im Wissenschaftsbereich (und noch einigen anderen, z.B. in der Kunst) sind erheblich und werden durch wie auch immer ausgestaltete Befristungen nur noch verschärft; die "Protestierer" verweisen zu Recht auf den Umstand, daß die eigentliche Arbeit vielfach von Assistenten gemacht wird. Dabei wird bis zur Übereignung geistigen Eigentums gegangen, indem der Professor den Vertrag unterschreibt, den eigentlichen Verfasser nicht erwähnt und sowohl Ruhm wie Tantiemen kassiert (nicht alle, aber genug!). Der auf die Befristung angewiesene Mensch schweigt ergrimmt; schließlich entscheidet der "Verfasser" über die weitere Karriere eben nicht nur nach Können sondern auch nach Wohlverhalten. Wie soll da eine wirklich qualifizierte neutrale Entscheidung herbeigeführt werden?
    Die reine Drittmittelfinanzierung löst das Problem in keiner Weise; die Abhängigkeitsstrukturen werden dadurch nicht besser und die Forschungsvorhaben werden dadurch auch nicht transparenter.
    Sind diese Vorgaben schon komplex genug, kommt auch noch die völlig unübersichtliche Entscheidungsstruktur hinzu. Die Professorenschaft mit ihren diversen Organisationen bis hin zur DFG möchte am liebsten alles nach ihrem Gusto und allein entscheiden. Da vieles vom Tarifrecht abhängt, entscheiden aber Gewerkschaften und Arbeitgeber mit oder ohne professorale Ebene. Wobei die Arbeitgeber das gleiche Strukturptoblem haben wie der Gesetzgeber, nämlich die förderale Zusammensetzung; dort ist es häufig genug wichtiger eigene Zuständigkeiten zu verteidigen als der Sache dienlich zu sein. Dieser ganze Wust unterliegt dann der Rechtsprechung, die womöglich bestimmte Dinge ganz anders interpretiert als gedacht oder sich hinter Formalismen versteckt - das ist nämlich der einfachste Weg und erspart konstruktive Gestaltung.
    Die Findung des "Königsweges" ist unter solchen Voraussetzungen nobelpreisverdächtig.
  • Befruchtet zu Recht in Anführung

    06.12.2004, Rüdiger Biesold
    Die Natur kennt das Prinzip schon lange, wir wissen nur noch nicht genau wie es geht. Ob wir es für Menschen auch anwenden müssen, ist noch eine andere Frage und sehr sorgfältig zu diskutieren.
    Bei den Hautflüglern jedenfalls funktioniert die Eiteilung mit einem haploiden Chromosomensatz einwandfrei, so entstehen männliche Bienen, Ameisen und Wespen.
    Mit hoher Wahrscheinlichkeit können die gleichen Insekten auch aus unbefruchteten Eizellen weibliche Tiere erzeugen, indem sie entweder den Reduktionsschritt in der Reifeteilung umgehen oder zwei haploide Eizellen zum diploiden Chromosomensatz wieder zusammenfügen.
    Daneben gibt es noch einige Tiere die zeitweise oder immer durch die sogenannte Parthenogenese (eine Eidechsenart z.B.) ebenfalls aus unbefruchteten Eizellen weibliche Nachkommen mit vollem diploiden Chromosomensatz erzeugen; bei einigen davon tauchen ab und an männliche Tiere auf, es gibt ein sexuelles Zwischenspiel und dann geht es parthenogenetisch weiter (Wasserflöhe z.B.). Auch das ist nicht umfassend genug untersucht.
  • Was ist da besonders grausig?

    04.12.2004, Rüdiger Biesold
    Ein sehr gut informierender Artikel; nur was soll dieser Seitenhieb auf die unbekannten Menschenrechte? Sollen damit die kulturellen Leistungen nicht-europiden Ursprungs gemindert werden?
    Man kann schon in Frage stellen, ob das individualistisch-christianistische Menschenrechtsbild der Weisheit letzter Schluß ist; aber frühere Kulturen waren alle weit von diesem Bild entfernt.
    Es wird doch auch nicht bei jedem Fund aus römischer und früheren Kulturepochen darauf verwiesen, daß das nur auf der Grundlage von Sklavenhaltersystemen möglich war. In seiner Eigenschaft als Sklave war ein Mensch kein Mensch sondern eine Sache und konnte lange Zeit ebenso beseitigt werden wie überflüssige Strohmatten. Keine Pyramiden, kein Parthenon, keine Aquädukte und keine Demokratie ohne Sklaven. Alle diese Dinge werden gefeiert als Wurzel des christlichen Abendlandes, kein Wort über die Grundlagen; aber bei Indianern muß darauf verwiesen werden.
    Schließlich wird auch heute allzu häufig nur dann auf Menschenrechte verwiesen, wenn es denn der westlich orientierten Wirtschaft und Politik nutzt. An das Verhalten vieler im konkreten Einzelfall (Unterbezahlung und miese Unterbringung illegaler Arbeiter, sexueller Mißbrauch von Frauen und Kindern) muß auch erinnert werden. Folter mit gelegentlicher Todesfolge ist auch noch weit verbreitet, nicht nur bei militärischen Unternehmungen und nicht nur in nicht christlich orientierten Gesellschaften.
    Was nutzen Menschenrechte auf dem Papier und nur für die "Oberen".
  • Streifschuß und noch mehr Fragen

    03.12.2004, Rüdiger Biesold
    In der Tat steht die Frage nach dem Grund der relativ scharfen Kuiper-Gürtel Begrenzung schon lange "im Raum". Ein möglicher Streifschuß (bei einem richtigen Zusammenstoß wäre die Entwicklung wohl beendet gewesen) ist da auch keine Erklärung; ohne Wachhund (siehe die sog. Schäferhundmonde der Saturnringe) bleibt so eine scharfe Begrenzung nicht lange. Das ganze System ist bekanntlich nur kurzfristig als stabil zu betrachten, bei einigen Millionen Jahren sind die Umlaufbahnen chaotisch und nicht vorhersagbar. Die Begrenzung des Sonnensystems auf 50 AE ist auch nicht zu halten; wenn Sedna einen deutlich größeren Bahnhalbmesser hat und wirklich regelmäßig umläuft, dann ist das System bzw. der Einfluß des Zentralkörpers Sonne eben zumindest mit dem größten Halbmesser von Sednas Umlaufbahn anzusetzen.
    Sedna ist auch keineswegs der einzige Körper, der da theoretische Problem macht. Pluto/Charon passen zwar besser als Sedna, aber auch nicht richtig; manche fragen sich auch bei diesen, ob das wirklich ein Planet mit Mond ist und ursprünglicher Bestandteil des Sonnensystems. Die Bahn ist nach Sedna die außergewöhnlichste eines größeren Objektes und die Zusammensetzung entspricht eher den inneren als den äußeren Planeten. Bei der Betrachtung der bisher aus Sternbewegungen erschlossenen möglichen extrasolaren Planeten paßt nahezu nichts auf unser System. Die Voyager- und Pioneer-Sonden zeigen auch "unpassende" Flugdaten.
    Wir haben eben nur ganz gute auf unser Planetensystem zugeschnittene Theorien; die reichen aber nur bis zum Neptun. Dahinter tappen wir im Finsteren. Mangels Kenntnissen sollte deshalb besser von Hypothesen gesprochen werden.
  • Da habe ich meine Zweifel...

    03.12.2004, L. Klingenfuß
    Mich stört der Begriff "genetisch veranlagt".
    Das ist doch wirklich die Frage, ob man sich so leicht aus der Verantwortung stehlen kann und die Ursache in einer "Veranlagung" sucht.
    Meine Beobachtung ist eher diese, daß - lapidar gesagt - nichts heraus kommt, was vorher nicht schon drin war.
    Drogen oder auch andere für die Person signifikante Ereignisse bringen Störungen eher zum Vorschein. Man müsste die Studie aber im Detail kennen. Wie war das soziale Umfeld (ab Geburt), welche Störungen haben in der Familie bereits da schon (unreflektiert) bestanden?
    So einfach ist der Sacheverhalt nicht.
  • Sprache und Erkenntnis

    03.12.2004, Rüdiger Biesold
    Die Erkenntnis über die drei Nachwuchslinien bei Ameisen ist toll, die sprachliche Behandlung ist leider ein Opfer unserer Sagen, Mythen und Religionen. "Jungfräulich" wird nichts gezeugt; gezeugt wird sexuell (also nicht jungfräulich) und daneben gibt es eben asexuelle Vermehrung. Es gibt einige Organismen, die sich ausschließlich oder über längere Zeiträume asexuell vermehren.
    Das bei einigen Hautflüglern neben der asexuellen Erzeugung von männlichen Tieren auch asexuell erzeugte weibliche Tiere möglich sind, ist eine sehr spannende Erkenntnis. Es stellt sich sofort die Frage, wie sich das entwickelt hat. Wenn es bei Bienen und Ameisen vorkommt, könnte auch so etwas komplexes mehrfach entstanden sein; ein stammesgeschichtlich altes Merkmal wird es kaum sein. Die Erklärung für die asexuelle Erzeugung weiblicher Tiere "paßt" auch nur für Ameisen mit dem beschriebenen Verhalten (Paarung ohne großen Ausflug und Koloniegründung in kurzer Entfernung), bei Bienen mit längeren Hochzeitsflügen und Schwarmverhalten versagt diese Erklärung. Bei der untersuchten Ameisenart wäre außerdem noch klärungsbedürftig, ob die einheitlich auf die Mutter zurückweisende genetische Zusammensetzung bei der Tochter möglicherweise auch auf Inzucht zurückzuführen ist. Bei Paarung in unmittelbarer Nestnähe könnte der Partner durchaus ein "Bruder" sein, der hat in keinem Fall einen Vater und kann daher nur Gene der Mutter weitergeben. Die asexuell erzeugte Tochter läßt sich von einer Inzuchttochter nicht unterscheiden.
    Da muß noch ein wenig mehr geklärt werden.
  • Lizenzgebühren ?

    02.12.2004, Christof Weiss
    Muss ich jetzt an die US-Firma Human Genome Sciences Lizenzgebühren zahlen weil ich das Gen in meinem Körper ja verwende ?
  • Annahmen...

    30.11.2004, H. Schiller
    Ein Schließen von der Anzahl der Blattöffnungen auf die Höhenlage nimmt implizit an, dass die CO2-Konzentration entweder konstant oder in ihrem örtlich-zeitlichen Verlauf aus anderen Quellen bekannt ist. Gleichzeitig will man aber mit der Methode Rückschlüsse auf Klimaveränderungen ziehen - ist das nicht ein selbstreferentieller Ansatz?
  • Es gibt mehr

    28.11.2004, Stefan Pschera
    Eigentlich weiß dies schon jeder. Die Darwinsche Evolution (Mutation, Selektion) kann nur ein Teil der "Evolutionskräfte" sein.
  • Klima-Umschwung

    27.11.2004, Peter Altreuther
    So ganz neu war das nicht, dass Wasserdampf das beste Klimagas darstellt, viel wirksamer als Kohlendioxid oder Methan. Interessant wäre nur, woher der Wasserdampf gekommen ist; etwa aus vulkanischen Ereignissen?
    Übrigens werfen solche Erkenntnisse Zweifel auf an den geltenden Theorien. Wasserdampf kommt in den üblichen Klima-Rechnungen nicht durchweg vor. Andererseits ist die inkriminierte Kohlendioxidkonzentration schon seit Jahrhunderten ausreichend, um die vom Erdboden ausgehende Strahlung in seinem Spektralbereich fast vollständig zu schlucken. Sie ist gesättigt, was bedeutet, dass eine weitere Erhöhung keine weitere Erwärmung mehr bewirkt (in bodennahen Schichten, vielleicht nicht in 10 km Höhe).
    Fazit: Es wird wärmer, soviel ist sicher. Aber aus welchem Grund, das weiss kein Mensch...

  • Titel

    26.11.2004, Michael Stanzer
    zunächst verweise ich auf die vorangegangene diskussion zu diesem thema
    /www.wissenschaft-online.de/sixcms/detail.php?id=715866

    wiedenholen möchte ich, dass es immer eine vielzahl von komplexen gründen gibt, die ein "aussterbe-phänomen" bewirken

    die koinzidenz mit dem heutigen "büffel-artikel" (ob nun bewusst oder aus zufall sei dahingestellt), zeigt auf, dass sogar großsäuger (vegetarier) in dem gleichen zeit und in einem vergleichbaren habitat ausgestorben sind -
    in diesem zusammenhang weise ich nochmals insbesondere auf die eigenart der schneidezähne der neanderthaler aus krapina (museum zagreb) hin, die deutlich machen, dass es sich bei dieser europäischen neanderthal-species vorwiegend um vegetarier gehandelt haben muss, weil mit solchen abgeflachten (selbst bei kindern) bleistift-zähnen kein fleischverzehr möglich sein kann - vielmehr deutet die zahn-morphologie dieser neanderthaler auf reine pflanzenfresser/esser hin

    da diese neanderthaler/heidelberg mensch nur in zentral und südeuropa, nicht aber in nordeuropa lebten, ergibt sich daraus ein weiteres indiz, weil man eben im norden nur mit fleischverzehr länger überleben kann -
    auf die untersuchungen von kurt lewin
    ("genidentitäten") möchte ich in diesem zusammenhang hinweisen

    wie wir heute nahezu sicher wissen hat der homo sapiens mit dem neanderthaler gleichzeitig in europa gelebt, da sie jedoch unterschiedliche nahrungsquellen hatten, war ihre konkurrenz offensichtlich auch nicht besonders groß, was deren relativ "friedliches" nebeneinanderleben - einige jahrtausende hindurch - erklären könnte

  • Kunst oder Keule...

    26.11.2004, Dominique Boursillon
    Warum fällt es uns so schwer anzuerkennen, dass andere Rassen etwas geschaffen haben könnten, das nur wir für uns beanspruchen wollen? Eitelkeit? Bedenkt man, dass der moderne Mensch rücksichlos seine Umwelt ausbeutet und ohne Skrupel Leben ausrottet, so würde es mich nicht verwundern, wenn dieser moderne Mensch auch den Neandertaler ausgerottet hätte. Was, wenn der Neandertaler nett und sanftmütig gewesen wäre, und wir die Bestie, die ihm den Garaus machte?
    Das würde sicherlich einiges erklären, könnte sich aber vermutlich nur langsam und schwer durchsetzen...

    Eine Überlegung ist es dennoch Wert, oder?
  • Lobby-Gutachten

    26.11.2004, Rüdiger Biesold
    Das erste Problem stellt der Versuch mit Mais dar, natürlich fliegen schwere Pollen nicht so weit wie leichtere. Dennoch wird sofort auf die grundsätzliche Ungefährlichkeit geschlossen. Das gleichwohl auch bei entfernteren Pflanzen Spuren festgestellt wurden, wird unter den Grenzwert gekehrt; der ist nur genau deswegen nicht zu halten.
    Die Gutachten und Untersuchungen werden aber ausschließlich von Instituten vorgenommen, die sich von Anfang an für die Realisierung eingesetzt haben. Wird da wirklich mit genügend kritischer Distanz gearbeitet? Ebensogut könnte ein Gutachten über die Schädlichkeit des Autofahrens bei VW und Mercedes bestellt werden.
  • Folgenreicher Eurozentrismus

    26.11.2004, Rüdiger Biesold
    Der Neandertaler hatte offensichtlich Bestattungsriten, die sich ohne komplexere Sprache und transzendentales Bewußtsein sonst nicht erklären lassen. Er hatte auch mehr Gehirnmasse als der homo sapiens.Als Träger einiger Kulturstufen inzwischen (widerwillig) anerkannt, wird ihm die Fähigkeit zur letzten Kulturstufe seiner Lebenszeit nicht zugetraut. Eines der klassischen Felder, wo Wissenschaftler Opfer ihrer gesellschaftlichen Soziologie werden. Es muß um jeden Preis an der Überlegenheit des modernen Europäers gegenüber allem anderen festgehalten werden, das andere hat gefälligst primitiv zu sein. Dieser Keim zu letztlich völlig ungerechtfertigtem Rassismus für die eigene Gruppe wurde im Talmuth angelegt, in Bibel und Koran "verbessert", von Nazis und Geistesverwandten bis zur Hybris mißbraucht und von heutigen Fundamentalisten aller möglichen Richtungen zur Rechtfertigung vorgebracht. Der Neandertaler als Gegner kann sich nicht mehr wehren und verstößt schon durch seine Existenz gegen die monotheistischen Lehren; deshalb wurde ihm zu Beginn seiner Entdeckung sogar sein Status als homo... abgesprochen.
    Als letzter Rest darf er keine größeren kulturellen Leistungen vollbracht haben und mußte selbstverständlich der "überlegenen Art" (nämlich wir) weichen. Dummerweise läßt sich die Überlegenheit mit nichts beweisen. Größere kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den beiden Arten scheint es nicht gegeben zu haben, kulturell hat mit größerer Warscheinlichkeit homo von neandertalensis profitiert; der effektivere (nicht umweltschonendere) Jäger war neandertalensis offensichtlich auch.
    Am Klimawandel kann der neandertalensis kaum gescheitert sein, er hatte während der zurückliegenden mindestens 200.000 Jahre größere Klimaänderungen überstanden. Möglicherweise hat sapiens Krankheiten mitgebracht, die einen erheblichen Teil der Art neandertalensis infizierte und umbrachte, bevor diese Art eine Immunantwort evoluieren konnte. Der überlebende Rest (ein gewisser Prozentsatz hat ja längere Zeit überlebt) ging dann möglicherweise einfach in der sapiens-Einwanderungswelle unter. Wenn sich die beiden Arten untereinander unfruchtbar kreuzten (d.h. falls es Kreuzungsprodukte gab - wofür es Anhaltspunkte gibt - , dann waren diese unfruchtbar), dann führte das sehr schnell zum Ende der Reste von neandertalensis. Wir sollten endlich unsere religiös und rassistisch vernebelte Brille bei dem Neandertalerproblem ablegen und der Schwesterart gerecht werden.
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