Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Zwar nicht neu, aber gut dargestellt

    22.01.2007, Dr. Holger Kurz, Hamburg
    Mir gefällt dieser Artikel sehr gut. Fortschritt ist hier treffend als Motivation für Menschen erklärt. In der Natur ist Evolution immer heterobathmisch, das heißt, einzelne Aspekte des Individuums entwickeln sich zu einer konkurrenzfähigeren Stufe, andere bleiben auf einer weniger komplexen Stufe. Der Autor verweist ganz richtig darauf, dass ein Mensch nicht weniger komplex ist als eine Maus, nur anders. Eine "primitive" Pflanze am Grunde der heutigen Stammbäume wie die Magnolie hätte im evolutorischen Rennen nicht bis heute überlebt, wenn sie nicht mit Isochinolin-Alkaloiden eine höchst komplexe chemische Abwehr erfunden hätte. "Primitive" Organismen gibt es also heute gar nicht mehr: Sie sind bereits ausgestorben. Jeder bis in die Neuzeit überlebende Organismus hat in bestimmten Bereichen etwas entwickelt, das ihm ein Überleben bis heute ermöglicht hat. Da ihm nicht unbegrenzt Energie zur Verfügung steht, musste er in anderen Bereichen auf einer früheren Stufe stehen bleiben.
    Insgesamt betrachtet, ergibt sich eine mosaikartige Komplexitätszunahme über Jahrmillionen.

    Wenn der Autor aber zu der Schlussfolgerung kommt: "Evolution ist vielleicht Komplexitätszunahme, aber Komplexitätszunahme ist nicht Fortschritt und Fortschritt keine biologische Kategorie", so stellt sich natürlich die Frage nach der Definition von Fortschritt. Das Wort selbst impliziert im biologisch-evolutorischen Zusammenhang wohl nur die Veränderung der Organismen im Wettrennen der Evolution. Mit dem menschlichen Begriff Fortschritt ist dann wohl die Interpretation dieses Wettrennens als Verbesserung für den Einzelnen gemeint. Biologisch betrachtet findet sich die Gesamtheit der Organismen nach einer Zeitspanne auf einem höheren Komplexitätsniveau, ohne dass jedoch Individuen Vorteile im Sinne eines "besseren", das heißt konkurrenzärmeren Lebens erfahren haben.

    Der Autor hat meines Erachtens Recht, dass Fortschritt im Sinne einer Verbesserung des Lebens nur ein Konstrukt unseres Gehirns ist.
  • Dubito ergo sum

    22.01.2007, Margarete Lösch, Völklingen
    Ich schreibe gerade an einem Artikel über meine Kindheit im damaligen Saargebiet und der Übergangszeit zum Wiederanschluss an die heute so genannte Bundesrepublik Deutschland. Da ergeben sich schon Parallelen zu den von ihnen aufgeworfenen Fragen. Welche Zeit war/ist besser: Die unter französischer oder die unter deutscher Verwaltung? Ich regle die Frage lieber an einem Pullover: die kratzigen Pullover der Nachkriegszeit waren weitaus unangenehmer als die flauschigen der Neuzeit. Hier nehme ich das deutsche Wort Fortschritt sehr wörtlich: Es war ein Weg weg (fort) von den kratzigen hin zu den flauschigen Pullovern. Ein Fortschreiten von hin zu. Kein Voranschreiten. Im Übrigen halte ich es schon mit Descartes. Im Original soll er ja gesagt haben: "Dubito ergo sum." Also: "Ich zweifle, also bin ich."


  • Nur gegenwärtige Sichtweise

    22.01.2007, Prof. Dr. H.-W. Vohr, Erkrath
    Ich halte den Artikel schon für sehr gelungen, da er die tägliche Beobachtung widerspiegelt. Allerdings würde ich die Allgemeingültigkeit, wie sie der Autor suggeriert, nicht ganz so einfach sehen. Es besteht doch kein Zweifel darüber, dass sich das menschliche Gehirn in Jahrtausenden evolutionär weiterentwickelt hat, damit eben doch ein Fortschritt eingetreten ist. Allerdings hat zunehmend der Selektionsdruck auf Fortentwicklung des Gehirns nachgelassen. Es ist schon seit Jahrhunderten eben nicht mehr von Vorteil besonders begabt, intelligent, kräftig oder sonstwie am äußeren Rand der Norm zu stehen. Das Gleiche gilt ebenso für die anderen Extreme. Solche besonderen Begabungen erhöhen schon lange nicht mehr die Überlebenschancen. Damit titrieren wir unsere evolutionären Möglichkeiten auf ein Mittelmaß. Und genau das ist, worum es in dem Artikel geht. Der evolutionäre Fortschritt bleibt tatsächlich aus, weil der Selektionsdruck ausbleibt.
  • Es gibt Fortschritt - aber bewerten muss jeder selbst

    22.01.2007, Peter Artmann
    Meine Großmutter wurde mit 83 Jahren an die Dialyse angeschlossen. Ein Fortschritt? Sicher, denn vor wenigen Jahren gab es diese Technologie noch nicht. Ob die Dialyse allerdings geholfen hat, ist schwer einzuschätzen. Denn nur ein Jahr später ist sie an Herz- Kreislaufversagen verstorben. Möglicherweise hat sie also ein Jahr gewonnen, aber ist sie in diesem Jahr glücklich gewesen? Die neue Technik hat sich erst einmal sehr breit gemacht in ihrem Leben. Drei Tage die Woche ging es für viele Stunden ins Krankenhaus. Sie musste ihre Ernährung weit gehend umstellen und auf Getränke verzichten. Ihre Lebensqualität hat objektiv betrachtet eher abgenommen und ihre Augenschwäche ist nicht besser geworden (sondern weiter vorangeschritten). Fortschritt ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert. In der medizinischen Versorgung ist er definitiv präsent und extrem hilfreich in der Intensivmedizin. Aber wer keinen Unfall hatte, sollte zweimal überlegen, ob er sich damit etwas Gutes antut.
  • Der Mensch - die dümmste Biomasse, die es gibt?

    22.01.2007, Hans Tappeiner, I-39021 Latsch (Südtirol)
    Der Mensch sei die dümmste Biomasse, die es gibt! Dieser Ausspruch stammt von einem Apfelbaum, dem ich die Frage stellte, was der Mensch in seinen Augen sei. Er behauptete dass es sie, die Apfelbäume waren, die vom Großen Geist den Auftrag bekommen hätten, ein gieriges Wesen hervorzubringen, das die Kohlenwasserstoffe befreien soll, die in der Perm (vor ca. 250 Millionen Jahren) zu Massen verstorben und verschütt gegangen sind - dem besagten Großen Geist muss wohl ein Fehler unterlaufen sein. Es sei gar nicht schwierig gewesen, sagt der Apfelbaum. Sie mussten nur rote Äpfel hervorbringen.
    Damit haben sie dann die Aufmerksamkeit von der süßen Wonne, die das Geschlechtsorgan verspricht, mit süßen Äpfeln befriedigt. Tatsächlich hatte sich ein Tier gefunden, das irgendwann auch nach höheren Früchten strebte und in die Bäumen zu klettern begann. Damit erfuhr das Begreifen einen Fortschritt, der Rest ist bekannt, und die Bäume kichern unbemerkt im Hintergrund und freuen sich am Treibhaus.

    Es ist mir nicht gelungen diesen Ausspruch zu falsifizieren, und der Artikel von Prof. Eckart Volant scheint diese These noch zu bestärken.

    Der biologische Fortschrittswunsch steckt meiner Meinung nach in jeder Zelle. Es geht um Ökonomie, bei der Zelle um Energieökonomie. Ein kleiner Energievorrat (Zugewinn) erhöht die Energiebeschaffungschancen. Wenn aber die Energiebeschaffung - vielleicht aus Mangel an Reserve, die die Grundlage zur Anpassungsfähigkeit bietet - mehr Energie verbraucht, als sie bringt, so führt das in die Pleite, egal ob in der Zelle oder einem Wirtschaftsbetrieb.
  • Es gibt Gegenpositionen und -argumente

    22.01.2007, Ingo Bading, M.A., Frankfurt am Main
    Dass es keinen Fortschritt in der Evolution gäbe, ist ein Gedanke, der vor allem von Stephen Jay Gould vertreten und popularisiert wurde. Richard Dawkins hat in seinem neuen Buch "Ancestors Tale" (letztes Kapitel und andere Kapitel des Buches) dazu inzwischen einen erheblich differenzierteren Standpunkt eingenommen. Er beruft sich dabei vor allem auch auf Simon Conway Morris' gewaltiges Buch "Life' Solution". Auch andere letzthin in "Nature" rezensierte Autoren verwerfen das Konzept von Gould inzwischen weit gehend.

    Auch schon allein wenn man sich die Humanevolution auf dem Wissen der gegenwärtigen Zeit ansieht, könnte es sich herausstellen, dass Fortschritt KEINE Illusion ist. So scheint es doch offenbar seit 200 000 Jahren eine IQ-Evolution zu geben von einem durchschnittlichen IQ von etwa 65 (heutige Buschleute) zu einem durchschnittlichen IQ von etwa 115 (heutige aschkenasische Juden) mit einer Fülle von Zwischenstufen, die grob mit einem geographischen Nord-Süd-Gradienten korrelieren. (Siehe: www.gnxp.com/blog/2006/02/ world-of-difference-richard-lynn-maps.php )

    Dass es solche gewichtigeren Gegenpositionen und -argumente GIBT, sollte zumindest im Artikel genannt werden.
  • Menschen als Erpressung festgehalten...

    22.01.2007, Wolfgang Bastian, Lauterbach
    Ja, Herr Breuer hat Recht. Hoffentlich lassen sich die EU-Staaten von Libyen nicht erpressen. Zu wünschen wäre, dass die EU mit einer Stimme spricht und handelt. Ghadaffi, bis hierher und nicht weiter! Hoffentlich ziehen die USA mit?

    Meiner Auffassung nach hilft nur eines: Abbruch aller diplomatischen Beziehungen im politischen und im wirtschaftlichen Bereich. Totaler Boykott. Ausweisung aller libyschen Botschafts- und Konsularangehörigen. Abzug aller Vertretungen aus Libyen. Boykott aller Fluglinien, Postverkehr und Telefonverbindungen. Und vieles andere mehr.

  • Ernsthaftes Bemühen, eine Verbindung herzustellen

    18.01.2007, Carlo von Ah, Hünenberg (Schweiz)
    Dem Suchenden nach tieferen Wahrheiten machen es die Hüter der „reinen Lehre“ auf der Seite der Religion und des Glaubens – zum Beispiel der Papst – nicht einfach. Jene des „reinen Verstandes“ auf Seiten der Wissenschaft – zum Beispiel Michael Springer – nicht weniger. Beide verfügen über gute Argumente, aber auch über eine ganze Historie von Irrtümern im eigenen Revier. Dass nur das eine oder das andere im Sinne des Allein-selig-Machenden gelten soll, ist gelinde gesagt unbefriedigend. Ebenso die verlegene Toleranz eines Lebens in zwei Welten, die nichts miteinander zu tun haben wollen, und dies gerade in einer Zeit, in der die Physiker nach einer vereinheitlichten Theorie suchen. Wahrscheinlich führen uns da „Grenzgänger“ weiter, die den Beweis wissenschaftlichen Denkens längst erbracht haben, jedoch mit ernsthaftem Bemühen eine Verbindung in ein Terrain herzustellen suchen, dessen Existenz sie mindestens vermuten und dem sie mit ihrer Methodik nicht beikommen. Ich verweise auf die Beiträge im Buch, das Prof. Hans-Peter Dürr, der Leiter des Max-Planck-Institutes für Physik, unter dem Titel „Physik und Transzendenz“ herausgegeben hat. Des Weiteren jene des Astrophysikers Prof. Arnold Benz, des Physikers Paul Davies, des theoretischen Physikers (und nun anglikanischen Theologen) John Polkinghorne und andere mehr.
  • Ist es der Sonnentag oder der Sterntag?

    18.01.2007, Thomas Eigenheer, CH-Obergerlafingen
    Immer wieder liest man, dass sich die Erde in 24 Stunden um 360° dreht, so auch beispielsweise in der Ausgabe Aug/06 Seite 113. Entweder ist diese Aussage falsch oder ich mache einen Denkfehler:

    Von Sonnenhöchststand zu Sonnenhöchststand dauert es definitionsgemäß exakt 24 Stunden. Nehmen wir einmal an, ein Punkt auf der Erde sieht die Sonne im Zenit, d. h., es ist Mittag. Wenn sich nun die Erde exakt einmal um die eigene Achse dreht, dann hat sie sich aber auch etwa ein Grad in der Umlaufbahn um die Sonne bewegt (360° / 365.6...). Damit unser Punkt auf der Erde wieder die Sonne im Zenit sieht, muss dieser Fehler korrigiert werden. Wenn sich die Erde im gleichen Drehsinn um die eigene Achse dreht wie die Bewegung ihrer Umlaufbahn um die Sonne, dann muss sie sich zusätzlich um etwa 1° drehen, im anderen Fall könnte sie sich 1° Drehung sparen. Folglich dreht sich die Erde während 24 Stunden um etwa 361° (oder etwa 359° je nach Drehsinn).

    Antwort der Redaktion:
    Thomas Eigenheer hat Recht. Die Aussage des Autors Henning Genz ist an dieser Stelle zu präzisieren.

    Sie wird richtig, wenn man "Tag" als "Sternentag (siderischer Tag)" liest; das ist der Zeitraum, nach dem ein ferner Fixstern für den irdischen Beobachter an derselben Stelle des Himmels steht wie zuvor. Der siderische Tag ist ungefähr 4 Minuten kürzer als der Sonnentag (Zeitraum zwischen zwei Sonnenhöchstständen), mit dem wir die Zeit zu messen pflegen. Von einem sonnenfesten (oder besser: fixsternhimmelfesten) Bezugssystem aus gemessen, dreht sich die Erde daher in 24 Stunden um etwa 361 Grad.

    Das ist auch das Bezugssystem, das für das Foucault'sche Pendel maßgebend ist.

    Ausführliche Darstellungen finden sich in der Wikipedia unter den Stichwörtern "Sonnentag" und "siderischer Tag".

    Die Redaktion
  • Problem Missmanagement

    18.01.2007, Thomas Leichner, München
    Der Artikel beschreibt sehr schön, wie sich sehr kurze Stücke Software mit automatisierten Verfahren testen lassen.
    Viele Softwareentwickler benutzen bereits solche Verfahren - Stichwort Unit Tests. Die Krux dabei ist nur, ein komplexes Progamm aus kleinen Teilen aufzubauen, die sich isoliert testen lassen. Das erfordert erstens ein gewisses Geschick, das leider nicht jeder Entwickler hat und zweitens genügend Muße, die es in den meisten Firmen nicht gibt. Man will so schnell wie möglich zumindest die Vorstufe zu einem fertigen Produkt sehen. Das erzeugt einen immensen Druck, der für gründliches Softwaredesign und umfangreiches Testen keine Zeit lässt.
    Das Problem in der Softwarebranche sind also nicht fehlende Tools oder schlechte Programmiersprachen - in den letzten 10 Jahren hat sich auf diesem Gebiet ernorm viel getan -, sondern Missmanagement.
    Es gibt Unmengen guter Bücher über Projektmanagement in der Softwareentwicklung. Sie werden aber leider meist nur von Entwicklern, nicht von Projektleitern und anderen Führungskräften gelesen. Es ist heutzutage normal geworden, dass man als Entwickler ein besseres Fachwissen hat als der Vorgesetzte. Da nutzen die besten Tools nichts, wenn sie gar nicht oder falsch eingesetzt werden, weil die Führungskräfte nicht auf dem neuesten Wissensstand sind.

  • Vergleich zu künstlicher Auslösung von Lawinen?

    17.01.2007, Markus Jordi
    Sei es, dass eine große Energiemenge in Form des Gewichts einer labilen Schneeansammlung vorliegt oder ob sie sich in Form von Spannungen im Untergrund darbietet: Die sich plötzlich freisetzende Energie kann äußerst gefährlich sein.

    In den Alpen ist die künstliche Auslösung von Lawinen eine bewährte Vorgehensweise, um bedrohliche Schneeansammlungen ohne Gefährdung von Gut und Leben zu Tal zu bringen.
    Dort hilft natürlich die unmittelbare Reaktion der labilen Schneemassen auf die Erschütterung durch die künstliche Explosion, sodass der Lawinenabgang auf eine günstige Tageszeit geplant werden kann.
  • Mehrteilige algebraische Flächen

    15.01.2007, Ulysse Keller, Zürich
    Algebraische Flächen, die aus zwei Teilen bestehen, gibt es nicht erst ab dem Grad 3. So wie in zwei Dimensionen die Hyperbel xy–1=0 in zwei Äste zerfällt, besteht das zweischalige Hyperboloid x^2 + y^2 - z^2 + 1 aus zwei (unendlich ausgedehnten) Schalen.
  • Besser Denken=besser lernen

    15.01.2007, Kristine Pews, Frankfurt (Oder)
    Ein herzliches Dankeschön an Phillip E. Ross für diesen Artikel.
    Sehr gut finde ich die Betonung, dass es weniger auf Talent, sondern auf das Training, die Motivation, ankommt. Ich bin Schachtrainerin und weiß, wenn ein Kind leuchtende Augen beim Anblick von Schachfiguren bekommt, dann birngt jedes Schachtraining etwas. Egal, ob es mal ein Großmeister wird oder ein begeisterter Vereinsspieler.

    Die Schüler, die durch das Schachtraining wirklich das Denken lernen - das sind bei weiten nicht alle - haben es auch beim Erlernen des Unterrichtstoffes leichter. Bei einem Mädchen in der Altersklasse U12 konnte ich das sehr gut beobachten. Sie hatte eine leichte Lese-, Rechtschreibschwäche und holte bei Diktaten Zensuren zwischen 3 und 5. Durch das Schachtraining und intensive Betreuung bei Turnieren kam sie im Jahr 2006 auf eine DWZ von 1420 (etwa 1550 Elo) und in Rechtschreibung auf 1.

    Ich persönlich erlebte diesen Effekt auch in meiner Jugend, im Alter von 15-18 Jahren. Wenn ich mich intensiv mit Schachproblemen und Eröffnungstheorie beschäftigte, lernte ich auch schneller Vokabeln und anderes.


    Dieser Artikel bringt mir einen richtigen Motivationsschub.


  • Glücklicher landen

    15.01.2007, K. Hiltmann
    Vielen Dank für das Thema Laufschuhe in spektrumdirekt.
    Ein ähnlicher Artikel "Fersenstoß und Abrollhilfe" erschien in Spektrum der Wissenschaft 2/2001, S. 81, und konstatiert, wenn ich mich richtig erinnere, dass der beste Schuh "kein Schuh" sei. Zu einem ähnlichen Schluss kommt z.B. M. Marquardt in einem Test barfuß gegen Adidas Marathon TR und Nike Shox (Triathlon 19. Oktober 2003).

    Bei der Darstellung der biomechanischen Abläufe beim Laufen und der Darstellung, was moderne Schuhe leisten können und was nicht, hätte es auch hier nahe gelegen, auf die Alternative barfuß laufen hinzuweisen. Ein gewisses Training vorausgesetzt, entstehen hiermit gar nicht erst die Probleme, die die Sportschuhindustrie mühsam wegzukonstruieren versucht.
  • Einseitig atheistische Darstellung

    12.01.2007, Prof. Dr. Jürgen Schnack, Osnabrück
    Seit einigen Ausgaben geben Sie Herrn Michael Springer in Ihrer Zeitschrift breiten Raum, seine atheistische Meinung zur Religion darzustellen. Ich muss sagen, dass mich die Auslassungen bisweilen bitter an den Unterricht über den dialektischen und historischen Materialismus erinnern, den ich in der DDR genießen durfte.
    Herr Springer wählt in seinen Darstellungen die Tatsachen so aus, dass sie in sein Argumentationskonzept passen.
    Die christliche Kirche sei stets hemmend und Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen gewesen. Hier muss natürlich sofort Galilei herangezogen werden, wie natürlich auch nicht verschwiegen werden darf, dass Kardinal Ratzinger quasi die historische Verlängerung der Inquisition ist.
    Dass über Jahrhunderte die Ausbreitung von Schrift, Literatur und Kunst nur über die Klöster erfolgte, braucht in so einer Argumentation natürlich nicht weiter beachtet zu werden.
    Im weiteren Verlauf sind nicht alle Gedanken schlecht, aber eben stark mit Polemik verwoben. Der Spott von Ernst Haeckel über Gott als gasförmiges Wirbeltier ist einfach nur beleidigend und hätte in einem seriösen Artikel nichts zu suchen.