Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Flucht wohin?

    16.11.2004, Rüdiger Biesold
    Sicher ist der Artikel ein wenig sehr allgemeinsprachlich ausgefallen; aber in diesem Fall ist das trotzdem ganz gut gelungen. Phänomene des Massenverhaltens oder der Massenpsychologie müssen nicht immer nur in schwer verständlicher Fachsprache vermittelt werden, da haben die, die diesem Verhalten besonders unterliegen wenig davon. Diejenigen aber, insbesondere Fachkollegen, die sich im stillen Kämmerlein und gegen beträchtliches Honorar überlegen, wie sich solche Effekte zugunsten von Volksverführern ausnutzen lassen, haben von der Beschränkung auf die Fachsprache sehr viel.
    Schließlich gibt es genügend Beispiele dafür, wie Panik und Freude auf Massenveranstaltungen oder auch nur medial für politische Zwecke mißbraucht werden; das klappt so gut, weil es eben von den Fachkollegen vorbereitet und fachsprachlich analysiert wurde. Wie sonst will man den Sportpalast ("Wollt ihr den totalen Krieg? donnerndes Heil der Massen trotz sichtbar bevorstehenden Untergangs), Parteitage mit dröhnenden Jubelchören in den USA (trotz schlecht rednerisch begabter Spitzenkandidaten und eben nicht die Interessen der Mehrheiten vertretend alle Beide) erklären?
    Da werden doch ganz offensichtlich gezielt Strategien eingesetzt, um auch nur ansatzweises Denken auszuschalten und in Gefühlsstürmen untergehen zu lassen. Wenn man bei solchen Veranstaltungen denkt und sich nicht mitreißen läßt, dann ist Flucht angesagt, die Jubelgarden werden dann nämlich physisch gefährlich.
    Aber schon die alten Römer wußten, daß Brot und Spiele gut gegen das Denken von Massen sind und diese dadurch besser lenkbar und damit verführbar sind. Unsere modernen "demokratischen" Systeme nutzen diese Effekte perfide aus und verhindern damit eine tatsächliche Herrschaft des Volkes zu Gunsten der Machtoligarchie; in diesem Punkt sind sich Parteien und organisierte große Religionsgemeinschaften erstaunlich ähnlich.
    Breiter gestreutes Wissen um solche Vorgänge bietet wenigstens eine bessere Chance sich zu entziehen; ich fürchte nur, daß unserem Jäger/Sammler Hirn (charakteristischerweise sind es ja die "alten" Regionen, die für Massenhysterie ansprechbar sind) da noch ein paar Evolutionsschritte fehlen und deshalb wählen die allerdümmsten Kälber auch ihre Metzger immer noch selber.
  • Sagen, Märchen und schlichter Nonsens

    16.11.2004, Ingo-Wolf Kittel
    Wow, da sind wohl von Anfang an - im Titel schon - Begriffe, Redewendungen auch und manch anderes kunterbunt durcheinander geraten: was dazu die Aktivitäten der Neuronen im Hirn des Referenten wohl 'sagen'?

    Wo auch noch Körpersprache was "sagt", ja sogar "schreit", dann dröhnt solch 'schreiender Unsinn' nur noch!

    Wenn "nüchterne Überlegungen" offenbar gar nicht mehr "gegenlenken" und nicht einmal mehr simpelste Logik 'eine Rolle spielt', kann man in der Tat nur panisch Reissaus nehmen...

    Bitte nicht mehr desgleichen! (Letzte Bitte auf der Flucht...)
  • Bedrohung ist weitergehend

    12.11.2004, Rüdiger Biesold
    Von dem Ausdruck "Sportfischer" einmal abgesehen, belegt der Artikel fundiert aber nur wiederholt, was Menschen durch Verbringen von Organismen in fremde Lebensräume anrichten. Dabei müßten solche Organismen eigentlich gut kontrollierbar sein. (Eine völlig unsinnige Quelle solcher Freilassungen sind auch sogenannte Tierschützer, die durch Käfigöffnungen Fremde völlig unkontrolliert freisetzen; meistens sind es glücklicherweise nicht genug, um einen stabilen Bestand aufzubauen.)
    Aber statt aus den vielen Katastrophen (eine Aufstellung füllte Seiten) dieser Art zu lernen, werden solche Vorhaben auch noch epidemieartig verstärkt. Jeder gentechnisch veränderte Organismus ist freigelassen ein Exot und wir wissen absolut nichts über mittel- und langfristige Folgen solcher Aussetzungen. Wie man einen gefährlich werdenden Organismus bekämpfen soll, der sich von anderen per Augenschein nicht unterscheidet, dürfte noch mehr Probleme aufwerfen.
    Die Frage der "wilden" Kreuzungsvermehrung ist nicht geklärt, das wird auch nicht mit der Sterilisation von Pollen zu klären sein. Dabei stellt sich schon die Frage, wie zuverlässig ist die Pollensterilisation und was sind die Folgen dieser Maßnahme. Vermehrung geht aber nur bei einigen Organismen über Pollen, was ist mit dem Rest. Natürlicher horizontaler Gentransfer ist möglich und auch nicht zu unterbinden (schon garnicht zuverlässig). Mutationsraten kommen auch bei gentechnisch veränderten Organismen vor, Ergebnis bestenfalls spekulativ.
    Und dennoch werden Fremdorganismen weiter freigesetzt und der wirtschaftliche und staatspolitische Druck solches zuzulassen wird ständig weiter erhöht und Gegenstrategien werden eingeschränkt.
  • Natur und erzwungene Vorgänge

    10.11.2004, Rüdiger Biesold
    Kein vernünftiger Mensch mit ein wenig Sachkenntnis wird bestreiten, daß es natürlichen artübergreifenden Gentransfer gibt; möglicherweise sind alle Eukaryoten auf solche Mechanismen zurückzuführen.
    Das ist doch aber kein Grund, konstruierten Genomen und deren Potential zu gleicher Übertragung unkritisch gegenüber zu treten. Es ist vielmehr durch die vorliegenden Untersuchungen bewiesen, daß solche Gentranfers vorkommen und augenscheinlich nicht zu verhindern sind. Mit jedem im Labor erzeugten und freigesetzten Organismus wird also die Gefahr erhöht, daß solche Übertragungen in noch höherer Zahl und mit völlig ungewissen Ergebnissen vorkommen.
    Der Artikel verharmlost diese Gefahren, beweist aber deren Existenz.
    Wir sind auch steter natürlicher Radioaktivität und Strahlung ausgesetzt, trotzdem zieht keiner in die Ruinen von Tschernobyl oder Harrisburg um - ist doch auch nur in konzentrierter Form, was ohnehin vorkommt.
  • Brave new world: wer steuert hier?

    04.11.2004, Matthias Paul Scholz
    Damit hat ja nun wohl genau die Entwicklung begonnen, die abzusehen war: nicht "wünschenswerte" Embryonen werden bereits im Frühstadium als lebensunwert "aussortiert".
    Was nicht "wünschenswert" ist, mag im Falle eines erhöhten Krebsrisikos noch vordergründig plausibel erscheinen - hier ist jedoch künftiger Willkür Tür und Tor geöffnet, ist doch gerade aus der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts hinlänglich bekannt, dass dies vollständig im Auge des jeweiligen Betrachters liegt.
    Besonders fragwürdig erscheint mir hier, dass solche Fragen in Großbritanninen offensichtlich von Angestellten in irgendwelchen nachgeordneten Behörden entschieden werden im Verbund mit Wissenschaftlern, deren Wortwahl nicht gerade auf besondere Sensibilität schliessen lässt - eine Kombination von Entscheidungsträgern, deren Kompetenz in Bezug auf die mannigfaltigen, auch ethischen Dimensionen dieses Themas mit Fug und Recht bezweifelt werden darf.
    Es handelt sich hier um einen weiteren Schritt, mit dem die Menschheit auf dem Weg zur beliebigen Verfügbar- und Manipulierbarkeit von frühestem Leben dahinstolpert bzw. vorangetrieben wird.
    Selbst bei solchen Menschen, die solches Tun im Kern für gerechtfertigt halten mögen, sollten spätestens jetzt alle Alarmglocken läuten hinsichtlich der Art und Weise, wie die Entwicklung auf diesem Gebiet von der Gesellschaft gesteuert oder eben gerade nicht gesteuert wird.
  • Nicht nur der Krill ist bedroht

    03.11.2004, Rüdiger Biesold
    Die rasch fortschreitenden Abschmelzprozesse der Antarktis werden auch den Humboldtstrom zum Erliegen bringen, dann wird "el Nino" zum Dauerzustand. Gleichzeitig schmilzt auch die Arktis (wie jüngst auf der einschlägigen Fachkonferenz bekannt wurde), führt zum Aussterben der an diesen Raum angepaßten Tiere und bringt Golf- und Labradorstrom zum Erliegen.
    Der Meeresspiegel wird ansteigen, Nordeuropa wird außer den überfluteten Küsten nahezu unbewohnbar, eine Reihe Inseln wird unter der Meeresoberfläche verschwinden. Das alles in einem Zeitraum von etwa 50 Jahren, mit Glück dauert es 100.
    Und die in vorderster Linie dafür verantwortliche uneinsichtige US-Administration wurde gewählt (ob der gegenkandidat daran wirklich etwas geändert hätte, bleibt unerlebt). So bleibt wenigstens die Chance, daß die Menschheit an kriegerischen Auseinandersetzungen vorher ausstirbt und nicht ganz langsam in den Tod vegetiert.
  • Nur zweimal?

    29.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die Tintenfische sind die dritte Gruppe mit einem hoch entwickelten Auge; dem menschlichen funktional sehr ähnlich aber von anderem inneren Aufbau.
    Es ist durchaus vorstellbar, daß die Zapfen und Stäbchen zuerst vorhanden waren. Die Netzhaut ist letztlich nur eine Ausstülpung des Gehirns. Soweit läßt sich das alles in einem sehr alten Evolutionsschritt zusammenfassen; es ließe sich auch als präadaptive Entwicklung der späteren komplexen Sehorgane ansehen.
    In den verschiedenen Entwicklungslinien (Wirbeltiere, Gliedertiere und Weichtiere) wurde dann die jeweilige Spezialisation "nur" zusätzlich evoluiert. Solche Mehrfach-Entwicklungen sind wohl häufiger, als sich das Lehrmeinungen vorstellen können; genau das hindert uns nur an genauerem Hinsehen. Wir kommen erst garnicht darauf, daß genaueres Hinsehen lohnend ist und scheuen im Zweifelsfall die Auseinandersetzung mit dem zementierten Lehramt. Man kann eben nicht sehen was man weiß, wenn man eigentlich nichts weiß - nichtmal das!
  • Noch mehr Sorgfalt und Forschungsarbeit...

    29.10.2004, Ingo Wolf Kittel
    "Noch mehr Sorgfalt und Forschungsarbeit bleiben demnach das Gebot der Stunde" - das muss man wohl sagen. Mit der an sich erfreulichen zunehmenden internationalen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aller Richtung - einer Art wissenschaftlichen 'Globalisierung'... - sind nämlich leider auch wichtige Kenntnisse und Einsichten, wenn nicht verloren gegangen, so doch in den Hintergrund gedrängt worden, die im Hinblick auf wesentliche Fragen und Probleme, die in dem Artikel angesprochen werden, wichtig sind. (Sie sind vor allem in der psychopathologischen Forschung deutschsprachiger Psychiater in der Nachfolge von Emil Kraepelin und Karl Jaspers erarbeitet worden, an den z.B. einer der bedeutendsten Psychotherapeuten der 20er Jahre, der jüdische Charité-Dozent Arthur Kronfeld angeknüpft hat, der damit eine Brücke von der Psychiatrie zu den Forschungen von Sigmund Freud und Alfred Adler zu bauen versuchte.)

    Wie schon in der Zuschrift VORSICHT zu dem Artikel Mehr als nur Traurigkeit angemerkt wurde, ist diese Sorgfalt gerade bei depressiven Syndromen besonders angebracht. Es handelt sich dabei um Symptomzusammenstellungen oder cluster, bei denen die Depressivität (irgendeiner Art und Entstehung) aus irgendwelchen Gründen - vielleicht wegen besonderer Ausprägung, Auffälligkeit oder wegen anderer Gesichtspunkte, vielleicht der Einfachheit halber... - zur allgemeinen Orientierung als sog. Leitsymptom in den Vordergrund gestellt wurde (und worauf sich dann die fachlichen Namensgebungen, also die psychiatrischen Fachausdrücke beziehen).

    Beispielsweise ist die angeführte "schwere Gemütsstörung" oder Gemütskrankheit, die fachlich unter so verschiedenen Bezeichnungen wie 'endogene', psychotische oder 'vitale' Depression, Melancholie, uni- oder monopolare Depression, neuerdings sogar unter majore Depression (von engl. 'major depression') geführt wird, eine Psychose, wie Psychiater die gravierendsten geistig-seelischen Krankheiten nennen, die wir kennen. Sie steht in bekanntem Zusammenhang mit einer anderen Gemütskrankheit, der Manie, in die sie sogar 'umschlagen' kann. (Wenn dies der Fall ist, redet man fachlich von einer bipolaren Psychose, Cyclothymie oder bipolaren affektiven Störung, und fasst alle Erscheinungsformen davon - nicht gerade sehr sprachsensibel - als affektive Störungen zusammen.)

    Die depressive Psychose hat mit anderen Störungsbildern wie dem, das reaktive Depression oder depressive Neurose genannt wird, an sich gar nichts zu tun und noch weniger mit depressiven Reaktionen, die jedermann aus eigenem Erleben kennt, und die bekanntlich von leichter Niedergeschlagenheit z.B. bei Enttäuschungen über mehr oder weniger ausgeprägte Trauer bei Verlusterlebnissen bis hin zu völliger Verzweiflung (bei der Suizidgedanken eher die Regel als die Ausnahme sind) alle Intensitätsgrade annehmen können. 'Schwer wiegende' Störungen dieser Art können ein Ausmaß erreichen, in dem sie dann einer psychotischen Gemütskrankheit 'gleichen', ohne aber mit dieser in allen Symptomen gleich oder - soweit man weiß - sogar 'identisch' zu sein!

    Wegen dieser Gemeinsamkeiten vor allem im 'äußeren' Erscheinungsbild sind Verwechselungen aller Art verständlicherweise leicht möglich, und zwar gerade bei Kindern und Jugendlichen mit ihrer natürlich-kraftvollen Reaktionsstärke. (Nach Auskunft eines Oberarztes von der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg kommen depressive Psychosen bei Kindern und Jugendlichen real überhaupt nur sehr selten vor, und gehen in der Hälfte der Fälle dann sogar in eine noch mehr zu fürchtende schizophrene Psychose über!) Dagegen sind depressive Reaktionen gerade bei impulsiven jungen Menschen besonders leicht und schnell möglich und schon vor daher besonders häufig, wie jedermann sicher schon aus seiner eigenen Kindheit und Jugend weiß und mehr oder weniger auch von anderen Kindern.)

    Vor diesem Hintergrund müsste man alle Studien, die unser sog. Seelenleben oder Innenleben betreffen, unser Denken und Fühlen also, zunächst eigentlich immer auf die Methode hin analysieren, nach der die untersuchten Personen 'diagnostiziert' wurden, wenn und soweit dies aus den Studien überhaupt hervorgeht. Schon das ist die erste und mangels entsprechender Daten meist unüberwindbare Hürde bei der Interpretation von Studien oder gar von statischtischen 'Metaanalysen' einer ganzen Anzahl davon, in denen lediglich oder hauptsächlich 'geratete' Ergebnisse - im günstigsten Fall: gemittelte Testergebnisse, in weniger günstigen Fällen Selbstzuschreibungen von Patienten oder sogar von Fremdbeobachtern... - nach Verabreichung von Psychopharmaka mitgeteilt werden.

    Wenn z.B. nur nach Schwere und nicht auch nach Entstehungszusammenhang 'klassifiziert' wird, kann zwischen einer depressiven Psychose, die immer nur an rel. massiven Symptomen überhaupt feststellbar ist, und einer schweren Verzweiflung nicht mehr differenziert werden. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Verabreichung der gleichen Dosis derselben Medikamente bei unterschiedlichen Störungen sich auch mehr oder weniger unterschiedlich auswirkt. Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte erscheint nämlich auch eine ganz andere Interpretation der mitgeteilten Befunde möglich!

    Wenn Kinder, die nach klinischen Feststellungen ja schon weit überwiegend reaktiv-depressiv erkranken, wegen bereits schwerer Depressivität (nur) mit Medikamenten 'behandelt' werden, auch noch Suizidgedanken entwickeln, braucht das gar nichts mit Chemie zu tun zu haben; es könnte auch einfach sein, dass diese Kinder noch mehr verzweifeln: weil sie sich mit Medikamenten wie vertröstet oder abgespeist vorkommen, obwohl sie Zuwendung, Verständnis, Unstützung u.ä. bräuchten; eventuell ist das eine oder andere sogar gerade wegen dieser medikamentösen 'Behandlung' auf den fürchterlichen Gedanken gekommen, es könnte hirnkrank sein, vielleicht sogar unheilbar hirnkrank...

    Die 'schrecklichen Vereinfacher', die psychische Gegebenheiten und Zusammenhänge ungeachtet jeder - auch eigener - Lebenserfahrung überhaupt nur noch soweit kennen oder berücksichtigen, wie sie in irgendwelchen theoretisch entworfenen 'wissenschaftlichen Modellen' vorkommen, sind leider auch in der Heilkunde überall am Werk, besondern in Ländern, in denen es zur pragmatisch genannten Tradition gehört, durch simples 'ausprobieren' herauszufinden, was geht und was nicht. Bekannte oder durch sorgsame Beobachtung und genaue Analyse leicht erkennbare Zusammenhänge werden dabei wie in anderen, etwa politischen Zusammenhängen vergröbert oder einfach ignoriert und übergangen, ebenso wie Einwände dagegen - mit entsprechenden Folgen...


    INGO-WOLF KITTEL Facharzt
    für Psychotherapeutische Medizin
    D-86152 AUGSBURG Frauentorstr. 49
    Tel.: +49-(0)821-349 45 05
    http://www.sgipt.org/gesch/kronf.htm
    http://www.sgipt.org/medppp/krank/iwk1.htm
    http://www.sgipt.org/sonstig/metaph/glaube/iwk_gl.htm
    http://www.kirchenkritik.de/archiv/glauben_ohne_glauben.html
  • unbrauchbare Mixtur

    28.10.2004, Rüdiger Biesold
    Wieso soll für Homo sapiens nicht gelten, was sonst biologischer Standart ist? Homo betrachtet durch eine normale Biologenbrille hätte allein wegen der Hautfarbe zur Aufstellung von Arten geführt; möglicherweise wären die dann später wegen der offensichtlichen fruchtbaren Kreuzbarkeit auf Rassestatus zurückgesetzt worden.
    Man möge sich erinnern; der Streit um Art oder Rassestatus des Neandertalers ist noch keineswegs beendet und schon wird einem verzwergten Deszendenten sofort ein eigener Artstatus zugebilligt. Schließlich ist diese ganze Diskussion sehr abhängig vom Zeitpunkt der Betrachtung eines Stammbaumes, die sehr frühen Glieder einer Neuentwicklung sind kaum voneinander zu unterscheiden, die Endglieder gehören unterschiedlichen Gattungen bis Reichen an (je nach Länge der Betrachtungszeit). Nur für den rezenten homo sapiens soll das alles nicht gelten?
    Wenn damit darauf abgehoben werden soll, daß eine unterschiedliche Rassezugehörigkeit keinerlei Wertunterschied rechtfertigt, dann ist das richtig. Aber diese Wertvorstellungen sind nicht biologisch; eine Amsel und eine Singdrossel sind auch nicht unterschiedlich wertvoll. Hier werden einfach biologische Standarts für die Gattung homo (rezent) ignoriert aus politischen Gründen oder aus Gründen mangelnder Reflektion. Das Ergebnis ist dann so eine Art Negativ-Rassismus von der Art eines Herrn Mugabe, der führt nicht weiter und hat ähnlich fatale politische Ergebnisse wie Rassismus.
    Am Ende wird dann auch noch darauf verwiesen, daß vielleicht ashkenasische Juden einen relevanten Rasseunterschied haben könnten. Da wird die schiefe Geisteshaltung der Autoren endlich deutlich. Beginnend damit, daß Jude ein religiöser Begriff ist, weder ein biologischer noch ein staatspolitischer. Es ist von abgegrenzten Inselpopulationen abgesehen kein Bezug zwischen biologischer und religiöser Zugehörigkeit erkennbar. Es gibt aber einen Anspruch dieser religiösen Gruppe, etwas besonderes zu sein; wird hier etwa versucht diesen religiös begründeten Anspruch biologisch zu unterstützen? Eine höchst fatale Konsequenz. Genau in diesem Sinne ist der Begriff der Rassezugehörigkeit von homo nicht nur unbrauchbar sondern gefährlich. Insoweit widerlegt sich der Artikel selbst.
  • Titel

    28.10.2004, Ingrid
    Hallo,
    mein Lebendgefährte ist durch eine Chemotherapie inkomplett querschnittsgelähmt..keiner kann einem so richtig sagen, was man da tun kann....welche Therapien Sinn machen etc....
    bin für jeden Tipp/Rat dankbar
    little_dream12003@yahoo.de

    DANKE!!
    Ingrid
  • Titel

    25.10.2004, Silvia Pham
    Wie sollen Magneten gegen Depression helfen?
    Wir kennen jemanden,der die Kraft des Magnetismus nutzt um sich vor der gefährlichen Strahlung von Handys,Computern usw. zu schützen.
    Macht das Sinn?
  • Die größte wissenschaftliche Herausforderung...

    24.10.2004, Ingo-Wolf Kittel
    "Die größte wissenschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts könnte [eher] sein, die Wiederauferstehung und Propagierung einer schon im 19. Jahrhundert einmal gepflegten G e h i r n m y t h o l o g i e auf höherem [...] Niveau zu erkennen und zu verhindern, gegen die sich [der Psychiater] Karl Jaspers am Anfang des gerade vergangenen schon einmal wenden musste... "

    Aus dem Beitrag "Respekt!" zu dem wissenschaft-online-Forum "Hirnforschung mit Folgen". Es wurde gestartet, als ein Gedankenaustausch zwischen Prof. Dr. Wolf Singer, Frankfurt, und Prof. Dr. Thomas Metzinger, Mainz, in Form eines Interviews durch Herrn Dr. Carsten Könneker - redaktionell unter der irreführenden Rubrik "Streitgespräch" mit dem provokanten Titel "Ein Frontalangriff auf unsere Menschenwürde" versehen - in der Ausgabe 4/2002 von 'Gehirn & Geist' veröffentlicht worden war. Das Gespräch wurde dabei mit der redaktionellen Bemerkung eingeleitet, in der Hirnforschung bahne sich die größte wissenschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts für unsere Gesellschaft an.

    Mittlerweile wurde in G&G 5/2004 mit dem bemerkenswerten Interview von Prof. Dr. Peter M. S. Hacker, Oxford, einem in der angelsächsischen Philosophie weithin bekannten Wittgenstein-Spezialisten, das von ihm und dem renommierten Neurophysiologen Prof. Dr. Maxwell R. Bennett, Sydney, (s. G&G 6/2004, S. 7; im Verlag Blackwell, Oxford 2003) publizierte Buch 'Philosophical Foundations of Neuroscience' vorgestellt. Die beiden Autoren analysieren in diesem umfangreichen Werk alle wesentlichen Voraussetzungen der Wissenschaften, die sich auf die Neurobiologie stützen. Ihre Ergebnisse sind ernüchternd. Wenn davon offenbar vollkommen unbeeindruckt in G&G weiterhin geradezu maßlos überzogen erscheinende Einschätzungen der Tragweite neurobiologischer Forschungen vorgetragen werden, stellt sich die Frage nach der Informationsbasis von Redaktion und Mitarbeitern sowie ihrer journalistischen Unabhängigkeit und vor allem: ihrer Objektivität.
  • Titel

    21.10.2004, Jana
    Hallo Karina,

    mir geht es genau wie Dir. Ich wurde ebenfalls ohne Gebärmutter, oder vielmehr nicht richtig ausgebildete Gebärmutter geboren. Wenn Du willst können wir uns schreiben.

    Gruß Jana
  • kompliziertes Gehirn

    21.10.2004, Rüdiger Biesold
    Außer den Synästhetikern gibt es auch Leute, die Bilder mit Tönen assoziieren, es wäre interessant, ob diese Version in ähnlichen Hirnregionen zu finden ist. Bisher war noch nichts darüber zu lesen, daß sowohl Farben wie Töne bei einem Menschen gleichzeitig eine Rolle spielen.
    Bei der Spracherlernung hängt es nach bisherigen Untersuchungen vom Alter ab, wo die zweite Sprache gespeichert wird, als Kind können wir offensichtlich 2 Muttersprachen in der gleichen Gehirnregion speichern, damit dürfte dann die Übersetzung in Farben oder Bilder für beide Sprachen weniger schwierig sein; müßte aber auch untersucht werden. Bei späterer Erlernung wird die zweite (oder n-te) Sprache in einer anderen Region abgespeichert als die Muttersprache, es scheint fast zwangsläufig, daß dann der Farb/Tonübersetzer nicht in gleicher Weise funktionieren kann. Bei Englisch wird das alles noch komplizierter, weil diese Sprache unter Berücksichtigung des Schriftbildes sozusagen für jedes Wort eine eigene Ausspracheregel hat; deshalb haben Untersuchungen bei Muttersprachlern auch ergeben, daß englisch-sprachige etwa dreimal langsamer lesen als Italiener oder Spanier; diese Sprachen haben viel eindeutigere und durchgehende Regeln der Aussprache und ganz wenige Ausnahmen. Möglicherweise hilft es, wenn ein Synästhetiker bei der Benutzung einer spät erlernten Fremdsprache das Schriftbild "vergißt". Ich selbst gehöre zu den Akustikern, mir hilft das; ich muß aber auch nicht in einer fremden Sprache schreiben und kann für diesen seltenen Fall Wörterbücher benutzen. Im Deutschen wirkt sich das auch aus, weil da die Dehnungsschreibung mit Vokalverdoppelung, e oder h auch kompliziert ist, (von der schwierigen Groß/Kleinschreibung ganz zu schweigen) das ist in einem akustischen Gedächtnis schlecht darstellbar (und führte in jedem Schulaufsatz zu mindestens einem Fehler, der Computer merkt das inzwischen).
    Aber es wird wohl noch dauern, bis wir auch nur einen vergleichsweise so kleinen Komplex unserer Hirnfunktion wirklich verstehen.
  • Synästhesie und Mehrsprachigkeit

    20.10.2004, Gabriele
    Mir half die Synästhesie schon als Kind. Wenn mir vorgelesen wurde, erkannte ich am Klang/Vokale=Farbe, ob der Vorleser den Text verändert. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn man etwas auswendig zu lernen hat, denn die Farben prägen sich gut ein.
    Habe erst mit über 40 Jahren herausgefunden, dass ich Synästhetikerin bin - war sehr aufgewühlt damals. Ja, und wie viele andere S. erstaunt, dass nicht ALLE Menschen Buchstaben und Zahlen farbig sehen. Die Welt ist so schön, wenn sie bunt ist! Habe meine Farbkarte immer in mir.
    Eine Sache, die ich bisher noch in keinem Untersuchungsbericht erwähnt sah, ist die Mehrsprachigkeit.
    Denn ich lebe jetzt in einem englisch-sprachigen Land und komme manchmal mit den Vokalen und den Farben ins Schleudern, da sie anders geschrieben als gesprochen werden.
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