Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Nylon - Perlon

    14.09.2005, Horst Wetzel
    Nylon und Perlon sind Markennamen ein und desselben Polymers Polyamid. Die 6 zeigt an, daß die Kettenlänge des Monomeren 6 ist. Dann ist in der Regel das Caprolactam mit dem ringförmigen Molekül Ausgangsprodukt der Polymerisation. Die Molekülketten der Polymeren bestehen dann aus hunderten Monomeren.
    Auch sind im Artikel die Begriffe Filament und Faser falsch verwendet. Ich nehme an daß da die Übersetzung aus dem Englischen nicht präzise war. Filament ist eine Einzelfaser eines ersponnen Strangs. Von Fasern wird einerseits im Gegensatz zu Seiden gesprochen, wenn die Länge der Filamente begrenzt ist. Andererseits wird der Begriff Faser auch als Oberbegriff von Fasern und Seiden benutzt.

    Freundliche Grüße
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Wetzel,



    Sie weisen darauf hin, dass es sich bei Nylon und Perlon um Polyamid handelt. Dies stimmt - allerdings gibt es eine ganze Reihe verschiedener Polyamide. Davon sind Nylon und Perlon die wirtschaftlich bedeutendsten. Sie ähneln sich in ihrer chemischen Struktur und ihren Eigenschaften sehr - identisch sind sie jedoch nicht.



    Nylon wird aus zwei Grundbausteinen - oder Monomeren - synthetisiert, nämlich Hexamethylendiamin und Adipinsäure. Beide haben sechs Kohlenstoff-Atome, weshalb Chemiker das fertige Polymer Polyamid 6,6 (PA 66) nennen. Wie Sie betonen und auch im Artikel erwähnt, ist der Grundbaustein für Perlon das Caprolactam - genauer: das ringförmige Epsilon-Caprolactam. Auch dieses besteht aus sechs Kohlenstoffatomen: Das Polymer heißt daher Polyamid 6 (PA 6). Andere Namen sind Polycaprolactam oder auch Nylon-6, denn die Bezeichnung Nylon wird außer im engeren Sinne für PA 66 auch als Oberbegriff für zu Fasern verarbeitbare Polyamide gebraucht.



    Die Grundbausteine von Nylon und Perlon sind also verschieden - wie auch ihre in den 1930er Jahren entwickelten Syntheseprozesse (aus dieser Zeit rühren auch ihre populären Namen). Bei den Polymeren muss man aber schon genauer hinschauen, um den Unterschied zu entdecken. Peter Strohriegel vom Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie der Universität Bayreuth erklärt den Unterschied so: "Bezüglich seiner Amino- und Ketogruppen hat das Perlon-Polymer die Abfolge ABAB, Nylon dagegen AABB." Damit meint er, dass beim Nylon, weil es aus zwei verschiedenen, in abwechselnder Orientierung eingebauten Monomeren besteht, als markante chemische Gruppen im Kohlenstoffrückgrat des Polymers aufeinander folgen: C=O, C=O, N-H, N-H, C=O, C=O, N-H, N-H und so fort. Das Caprolactam des Perlons ist jedoch immer in der gleichen Orientierung eingebaut, die Abfolge daher: C=O, N-H, C=O, N-H, C=O et cetera.



    Die Verwendung des Begriffs "Filament" war in der Tat unpräzise. Ich hatte ihn im wörtlichen Sinne einer fadenförmigen Struktur - wie sie eben ein Polymer darstellt - verwendet.
    In mehreren Fachsprachen hat das Wort jedoch eine engere Bedeutung. In der Textilchemie bezeichnet es die durch Zusammenschmelzen und Erkalten aus den Polymeren gewonnen Fäden. Die missverständliche Stelle im Text wurde geändert. Für den Begriff "Faser" denke ich, dass man mit der allgemeinsprachlichen Bedeutung ohne Missverständnisse durch den Text kommt.



    Vielen Dank für das aufmerksame Lesen und die Hinweise.



    Mit freudlichen Grüßen

    Volker Weinl
  • Politikersprech

    13.09.2005, Frank Schubert
    Liebe spektrumdirekt-Redaktion,

    die Bundestagswahl steht vor der Tür, und es ist richtig und gut, die Parteien zu befragen, für welches Forschungsprogramm sie stehen. Von der Art und Weise, wie spektrumdirekt dies umgesetzt hat, war ich allerdings enttäuscht.
    Es ist bekannt, dass Politiker häufig zu einer Sprache neigen, die dem normalen Bürger weitgehend unverständlich ist. Wenn ein Journalist einen Politiker befragt, ist es daher seine vordringliche Aufgabe, diesen zu klaren, verständlichen Aussagen anzuhalten. Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass der Interviewer zu einem Stichwortgeber mutiert und dem Politiker ermöglicht, seine unverbindlichen, stereotypen, kryptischen Phrasen zu zelebrieren.
    Genau dies ist, bedauerlicherweise, bei den spektrumdirekt-Interviews zur Bundestagswahl 2005 geschehen. Der Interviewer hat offenkundig nicht einmal versucht, den Befragungen eine klare Kontur abzugewinnen. Nirgendwo ist der Ansatz zu erkennen, die Sprecher der Parteien zu allgemein verwertbaren Aussagen zu bewegen. Stattdessen wird ihnen die Möglichkeit geboten, in aller Breite und Ausführlichkeit am Publikum vorbeizureden (bzw. zu schreiben).
    Wenn ich mir die Interviews anschaue, bin ich mir nahezu sicher, dass etwa die Hälfte der Leser bereits nach der zehnten Zeile ausgestiegen ist. Und das zu Recht, denn lernen kann von den Befragungen im Wesentlichen nur eins: dass Politiker es immer noch hervorragend verstehen, sich in epischer Länge auszudrücken, ohne sich dabei auf irgendetwas festzulegen. Was haben solche Interviews für einen Sinn, außer den Politikern eine außerparlamentarische Plattform zur Selbstdarstellung zu bieten und zusätzliche Verwirrung beim Publikum zu stiften? Technokratensprech hilft den wenigsten Menschen, sich ein Bild von den Parteien zu machen.
  • Wolken der tieferen Atmosphäre

    12.09.2005, M. Leute
    "So entdeckten sie nun dreißig Kilometer unter der normalerweise sichtbaren Hülle der äußeren Atmosphäre des Riesen alle Sorten von Wolken aus Ammoniumhydrosulfid: ringförmig, rund, oval, groß wie klein. Sie bestehen nicht aus Ammoniak wie ihre äußeren Kollegen, sondern aus Wasser und verhalten sich daher anders."

    Woruas besthen die Wolken nun, Ammoniumhydrosulfid (NH3*H2S) oder Wasser (H2O)?
    Antwort der Redaktion:
    Liebe Frau Leute,



    hoppla, da ist uns ein Satzstück verrutscht. Die Wolken der unteren Atmosphärenschichten bestehen aus Wasser oder Ammoniumhydrosulfid - beides kommt vor -, die der äußeren aus Ammoniak. Ich habe den Fehler korrigiert.



    Danke für Ihren Hinweis,

    mit besten Grüßen,




    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Pandoras Erbe

    06.09.2005, Susanne Schoofs
    Teile des Artikels klingen wie abgeschrieben aus einem Sowjetbericht der Katastrophe.

    Schnelle Evakuierung ??

    Das ist eher ein Witz, denke ich. Der Reaktor war schon längst explodiert, da wurde die Bevölkerung in Propyat nicht mal dazu angehalten, in ihren Häusern zu bleiben.

    Es war damals ein schöner Sonnentag, der auf die nächtliche Explosion folgte, und so hielten sich zahlreiche Leute ausgiebig im Freien auf. Soweit ich weiß, wurden sie frühestens am zweiten oder dritten Tag informiert.

    Bezüglich der Mißbildungen: im Museum für Technik und Arbeit befindet sich eine kleine Ausstellung zur Kernenergie mit einem großen Foto eines ziemlich mißgebildeten Säuglings aus der Gegend.
    "Nicht signifikant"....hm..."Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast..."

    Zitat Artikel:
    "Da die sowjetischen Behörden damals relativ schnell die Evakuierung besonders gefährdeter und kontaminierter Gebiete und Städte - vor allem von Pripyat - einleiteten, blieben knapp 400 000 Bewohner im unmittelbaren Umfeld des Kernkraftwerks vor Schlimmerem zumeist bewahrt. So konnten bislang auch keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen oder die Anzahl von Fehlgeburten wie Missbildungen von Säuglingen nachgewiesen werden."

  • Toll, einfach nur toll!

    05.09.2005, Martin Stroh
    Hallo,

    Eure Seite ist einfach nur wunderbar! Seitdem ich diese Seite durch Zufall kennengelernt habe, bin ich interessiert an Mythologie, Zeitgeschichte, Wissenschaft und allem anderem Lesenswertem und Interessantem! Es ist zwar etwas komisch, dass ich mich als 18-Jähriger dafür interessiere, aber es ist einfach nur spannend und interessant, so viele alte und neue Erfindungen, Wörter, Sätze, Erfinder und historische Momente kennenzulernen! Viele dieser Sachen erfährt man im "normalen" Alltag nicht, dabei ist es eigentlich sehr wichtig, dass Menschen die "Geschichte der Welt" (sozusagen) wissen sollten...

    Ich hoffe, euer "Wissenstest" geht noch längere Zeit und wird täglich ausgebaut!! Respekt!!! Macht weiter so!!

    Martin Peter Stroh aka Martin da joschi, Saarbrücken 05.09.2005
  • Machen Sie weiter so!

    04.09.2005, Florian Modler
    Hallo Spetrumdirekt,
    Ich möchte mit dieser E-Mail ein Lob an das gesamte "Spektrumdirekt" - Team aussprechen.
    Jeden Tag wird meine Wissbegierde und Neugierde im Bereich "Wissenschaft" mit einer ausführlichen, verständlichen und sehr anschaulichen Ausgabe von "Spektrumdirekt" gestillt.
    Machen Sie weiter so.

    So verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Sarstedt

    Florian Modler
  • Querschnittlähmung 2005

    03.09.2005, Maria Tolasch
    Hallo,

    ich bin seit März 2005 durch eine Wirbelsäulenoperation querschnittsgelähmt. Dazu habe ich viele Schmerzen. Etwas anzunehmen, was gar nicht da ist. Ich sehe meine Beine, fühle sie aber nicht. Ich empfinde meine eigenen Körper, als etwas fremdes. Trauig ist aber, dass wir, die querschnittgelähmt sind, uns nicht zusammen tun, und etwas gegen diese wirklich gravierende Behinderung nichts unternehmen. Wie kann man etwas auf die Beine bringen, wenn man sich nicht zusammen tut? Schon im Steinzeitalter sind die Menschen als ein Team zu Jagen gegangen. Mein größter Wunsch ist, dass wir uns als eine Einheit verbinden, und sich endlich dafür einsetzt, dass sich Medizin´und oder die Operationen für Rückmarksverletzten in der Forschung immer weiter und schneller fortschreiten. Es gibt doch bestimmt auch Ärzte, die an einer Querschnittslähmung leiden. Da frag ich mich: warum sind wir in BRD. was die Rückenmarksverletzung angeht, so weit zurück sind?
    Wenn jemand Interesse hat, etwas aufzubauen bitte ich um einen Anruf: 0170/9444475 oder Mail: Maria.Tolasch@web.de
    Ich würde mich sehr freuen.
    Liebe Grüße

    Maria Tolasch :-)
  • Informeller Narzissmus

    02.09.2005, Matthias Paul Scholz
    Sehr geehrter Herr Zinken,

    ein prima Artikel.

    Die angesprochenen Blogs sind meiner Ansicht nach aber nur die Spitze eines Eisbergs, der mit der zunehmenden Medialisierung unserer Erfahrenswelt immer größer zu werden scheint, nämlich der Verbreitung von Information schlicht um deren Verbreitung willen.

    Dabei scheint es für den Sender im Allgemeinen völlig irrelevant zu sein, ob diese Information für den Adressaten wichtig ist (wichtig in dem Sinne, dass sie die eigene Lebenswirklichkeit in irgendeinem Sinne merklich beeinflußt) - das Internet hat hier bekannterweise ja eine neue Dimension "informellen Narzissmus" aufgestoßen...

    Bei sinnentleerten Handygesprächen in der Straßenbahn oder den angesprochenen Weblogs mag das ja noch nur lästig sein (die muß man ja nicht lesen); führt es aber dazu, dass für mich relevante Information durch einen riesigen Haufen von derartigem Rauschen "zugedeckt" wird, so finde ich das bedenklich.

    Leider ist zu beobachten, dass auch vermeintlich "seriöse" Informationsquellen einem derartigem Trend zu unterliegen scheinen, besteht doch etwa die Tagesschau mittlerweile mindestens ebenso zur Hälfte aus derart reißerischen Bildern und Berichten, zum Beispiel fünfminütigen detaillierten Ausführungen über die Praktiken irgendeiner Kindermörderin in irgendeinem entfernten Teil Deutschlands.
    Warum muß ich das wissen??

    Interessanterweise ist hier eine Rückkopplung zwischen Produzent und Konsument zu beobachten - letzterer glaubt irgendwann tatsächlich, dass er eben genau das wissen muss (der Klassiker ist hier ja schon seit Jahrzehnten der Wetterbericht), ersterer vermutet, dass er aus genau diesem Grund wiederum derartige Informationen liefern muß...

    Der polnische Autor Stanislaw Lem hat ja schon vor vierzig Jahren prognostiziert, dass irgendwann niemand mehr gute Bücher lesen wird; nicht, weil niemand mehr liest, sondern weil man diese Bücher unter dem gewaltigen Haufen von schlechten nicht mehr findet.
    "Bücher" kann man hier mittlerweile getrost durch eine beliebige Art von Informationsquelle ersetzen.

  • Gerade recht

    02.09.2005, Paul R. Woods
    Gerade die Verbindung zwischen Ablehnung von Kyoto und höchstem Pro-Kopf-Energie-Konsum einerseits und den zunehmenden Schlechtwetterkatastrophen (Dürre, Regen, Sturm) scheint Herrn Bush jr. völlig abzugehen.

    Und der Anstieg der Öl- und Benzinpreise kommt doch seinem Klientel (Ölkonzerne und Saudis) doch gerade recht, wenn sie nicht sogar selbst an der Preisschraube drehen.

  • Woher haben die Waldorfschulen ihren Namen?

    30.08.2005, markus
    Sie stellten in der Rubrik "DenkMal" folgende Frage:

    Woher haben die Waldorfschulen ihren Namen?

    a) von einem Unternehmen
    b) von einem Ort
    c) von einer Person

    Eigentlich sind aber alle Antworten indirekt richtig, da der Name der Zigarettenfabrik "Waldorf Astoria" auf Johann Jakob Astor und dessen Geburtsstadt Walldorf (Baden) zurückzuführen ist.

    Gruss Markus
  • Anitdepressivum erhöht Rate von Suizidversuchen

    26.08.2005, Dr. med. Klaus Limpert
    Im Prinzip ist das ein "alter Hut".

    Die Stoffgruppe der Serotonin- Antagonisten hat die Eigenschaft, zunächst die Antriebshemmung zu beseitigen und dann, deutlich später, die Stimmung aufzuhellen. Ein schwer depressiver Mensch sieht sich selber schon lange im Abgrund, fühlt sich aber zu sehr gelähmt, um daraus die (tödliche) Konsequenz zu ziehen. Es erstaunt, daß Standardwissen Gegenstand einer Untersuchung wird. Eine ketzerische Frage: Wieviele der untersuchten Probanden waren denn mit ihren Selbstmord- Versuchen erfolgreich? Man braucht schon ein sehr strapazierfähiges Gemüt, um so mit seinen Mitmenschen umzugehen.
  • Urinbetriebene Batterie

    17.08.2005, Dr. Werner Kohl
    Der Titel urin"betriebene" Batterie klingt gut als Aufmacher. Er ist aber physikalisch-chemisch gesehen falsch: Urin wirkt hier nur als Elektrolyt und nicht als Energiequelle. Letzere ist der in der Batterie enthaltene Magnesiumstreifen. In der englischsprachigen Originalveröffentlichung heißt es deshalb auch richtigerweise urine-"activated" battery.
  • Fehler durch Sonneneinstrahlung - nachts?

    15.08.2005, Sven Ederer
    Es erscheint mir bereits recht merkwürdig, dass der systematische Fehler durch eine 20 jährige Weiterentwicklung von Meßgeräten eine lineare Tendenz exakt verdecken kann. Der Meldung nach ist der Fehler bedingt durch fehlerhafte Berücksichtigung der Sonneneinstrahlung. Dann sollte ja eine Differenz der Tendenzen zwischen Tag und Nacht-Messungen zu beobachten sein. ist das in 20 Jahren niemanden aufgefallen?
  • ... oder doch eher ein PR-Desaster?

    15.08.2005, Erik Geibel
    Die Thorie vom inszenierten Abschied ist nicht unplausibel. Schließlich würden durch eine Einstellung des Shuttle-Programms viele Mittel für die Entwicklung eines neuen bemannten Transportsystems frei. Die ISS würde dann zwar niemals ein leistungsfähiges Orbitallaboratorium werden, aber als (dann schon alternde) Ausgangsbasis für die Rückkehr zum Mond taugte sie vielleicht gerade noch. Den hochfliegenden Plänen der US-Regierung ("zurück zum Mond und weiter zum Mars"), bei denen wissenschaftliche Effizienz eh nicht an erster Stelle steht, täte dieses Szenario also keinen Abbruch.



    Dennoch war der Discovery-Flug auch eine mediale Peinlichkeit: Nicht einmal das Basisproblem, der von Aussentank abfallende Schaumstoff, wurde in den zweieinhalb Jahren seit dem Columbia-Unglück gelöst. Die umfassende Videoüberwachung des Startes und des Fluges hat zwar viele spektakuläre Bilder geliefert, aber der interessierten Öffentlichkeit auch demonstriert, mit wie vielen "Kinderkrankheiten" die betagten Shuttles noch immer zu kämpfen haben. Auch konnte man den Eindruck gewinnen, die verantwortlichen Ingenieure trauten dem Hitzeschild der Fähre nicht mehr weit über den Weg - schließlich beruht das Ergebnis der Untersuchung zum Columbia-Unfall, dieser sei von einem Stück abgelösten und vereisten Schaumstoff ausgelöst worden, lediglich auf Indizien. Bedenklich doppelbödig zeigte sich die NASA aber bei der Entscheidung, einen riskanten Aussenbordeinsatz zu wagen, um zwei überstehende Schnipsel zu entfernen, die es wohl bei den meisten Shuttleflügen gab und die wahrscheinlich keinerlei Bedrohung darstellen. Es kann nicht weit her sein mit "safety first", wenn für diese schon fast glossenhafte Inszenierung die Sicherheit eines Astronauten gefährdet wird. Meine Empfehlung: Mit den Russen zur ISS fliegen und mit dem gesparten Geld ein Dutzend leistungsfähiger interplanetarer Sonden oder Weltraumteleskope bauen. Ein Shuttle sollte nur noch einmal fliegen: Zur Reparatur von Hubble, dass sich wesentlich besser bezahlt gemacht hat als Shuttle und ISS.
  • bitte nicht schon wieder...

    13.08.2005, Peter Mayer
    "... gut zehnmal größer als..." Das ist hier eine Wissenschaftszeitung und kein Käseblatt. Korrekte deutsche Grammatik solte da eigentlich selbstverständlich sein. Also bitte "... gut zehnmal so groß wie..."
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Mayer,



    vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie machen ganz richtig darauf aufmerksam, dass "zehnmal größer als ..." und "zehnmal so groß wie ..." sachlich unterschiedliche Aussagen sind. (Grammatikalisch korrekt sind übrigens beide).



    Im konkreten Fall ergäben sich streng genommen aus der zunächst angenommenen Größe der Galaxie von 10 000 Lichtjahren unterschiedliche exakte Erkenntnisse: Die "zehnmal größere" Galaxie wäre 110 000 Lichtjahre, die "zehnmal so große" 100 000 Lichtjahre groß.



    Tatsächlich wollten die Forscher allerdings im konkreten Artikel keine ganz exakten Daten sondern nur ungefähre Schätzungen präsentieren. Sie spekulieren im Orginalartikel wenig praxisrelevant sogar darüber, ob die Grenzbereiche von Galaxien nicht ohnehin ad infinitum auslaufen, also überlappen. Eine ganz konkrete - auch sprachliche - Festlegung erscheint für die vorliegende, eher vage Schätzung also wohl nicht unbedingt angebracht.



    Fälle, bei denen englische Ausdrücke wie "two times as big" etwa mit "zweimal größer" falsch übersetzt werden, sollten natürlich vermieden werden - wir bemühen uns weiterhin darum.



    Mit freundlichen Grüßen

    Ihre spektrumdirekt-Redaktion