Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Welche Bedeutung für die Gravitation der Galaxien hätte das?

    12.10.2017, Gert Weigelt
    Braucht man damit noch Dunkle Materie zur Erklärung des Bewegungsverhalten von Galaxien?
    Stellungnahme:
    Ja, das kosmologische Standardmodell braucht weiterhin einen großen Anteil an dunkler Materie.

    Viele Grüße
    Janosch Deeg
  • Es gibt noch tausende andere schutzbedürftige Arten

    12.10.2017, Harald von Canstein
    Was ist die Ursache für den Rückgang wild lebender Arten? Der Mensch und seine immer größer werdenden Siedlungsflächen, die den Lebensraum wild lebender Tiere reduzieren und zerschneiden. Folge: wo Menschen sind, ist wenig Platz für wilde Tiere.
    Außer im Zoo. Zoo heißt, wilde und für den Menschen potenziell gefährliche Tiere in die Welt der Menschen zu holen – unter kontrollierten Bedingungen. Holen wir Wölfe in besiedelte Gebiete, so entspräche dies einer Art Zoo – aber nicht einem Mehr an Natur. Wir wollen aber nicht mehr Zoo, sondern mehr Natur.
    Stattdessen sollten wir die menschlichen Siedlungsflächen eindämmen und mehr Korridore zwischen natürlichen Gebieten sowie eine Artenvielfalt fördern.
    Naturschutz kostet Geld und ist kein Selbstläufer. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden, also sollte mit dem vorhandenen Budget ein maximaler Nutzen erzielt werden. Millionen Euros für Schutzzäune sind kontraproduktiv, wenn damit eine einzige Art neu angesiedelt wird. Zudem zerschneiden sie noch mehr die Landschaft; die Ansiedlung des Wolfs könnte sich also negativ auf andere wild lebende Arten auswirken.
    Besser sind Prämien für Flächenstilllegungen oder diverseren Anbau. Ankauf von Flächen, Bau von grünen Brücken für Korridore. Wiederherstellung diverser Lebensräume, denn die Ansiedlung funktioniert nur für Arten in den dazu passenden Lebensräumen.
    Es gibt tausende von tierischen, pflanzlichen oder pilzlichen Arten, die für den Menschen harmlos sind und daher mit einem geringeren Kostenbedarf angesiedelt werden können als die eine tierische Art „Wolf“. Der Wolf – wahrlich ein Prestigeobjekt. Ähnlich wie der Erhalt der Pandas. Statt Milliarden in Zucht und Zoos zu stecken, hätte China mit dem Geld hunderte Quadratkilometer unter Schutz stellen können. Vielleicht wäre der Panda dennoch ausgestorben – aber in den Schutzgebieten hätten tausende andere Arten überlebt, die zwar keinem Kindchenschema entsprechen, aber genauso einzigartig und wertvoll sind.
  • Die Wiederbesiedlung durch den Wolf entfernt die Bevölkerung weiter von der Natur.

    12.10.2017, Ralph-Ole Fannkuck
    Die Wölfe in Italien leben in sehr dünn besiedelten Gebieten wie den Abruzzen. Und ohne Bewaffnung geht dort niemand in den Wald.

    Dazu wird es auch in Deutschland kommen, und das vergisst der Artikel zu erwähnen. Unsere Vorfahren waren nicht dumm sondern haben ihre Lebenswelt sehr genau gekannt. Sie haben sie kennen müssen, um einzig mit dem, was die häufig karge eigene Scholle hergab, überleben zu können. Der Wald wird wieder zu dem unheimlichen Schreckensraum werden, der er vor der Ausrottung des Wolfes jahrundertelang war. Er ist es schon jetzt wieder geworden für die Bewohner von Wolfsgebieten. Ihr Leben ist schwieriger geworden, die Freude am Aufenthalt in der Natur ist Beklommenheit gewichen. Es braucht Überwindung, in den Wald zu gehen, und immer weniger machen es. Freies Spiel gar und Entdecken der Natur durch den Nachwuchs ist undenkbar geworden.

    Die Attraktivität des ländlichen Lebensraumes wird so geschwächt und damit eines der grundlegenden Probleme unserer Gesellschaft, die Landflucht mit der einhergehenden Verödung ganzer Regionen, weiter verstärkt.

    Und gerade die ökologische Landwirtschaft wird durch den Wolf in besonderem Maße bedroht, da für sie die Weidehaltung von Nutztieren vorgeschrieben ist.

    Im Übrigen hat die Ausbreitung des Wolfes in Deutschland nichts mit Naturschutz im Sinne von Erhaltung oder Reaktivierung naturnaher Lebensräume zu tun. Wölfe sind hoch anpassungsfähig, keineswegs in ihrem Artbestand gefährdet und weltweit überall dort verbreitet, wo sie nicht konsequent bejagt werden.
  • Eukalyptus als Option?

    12.10.2017, WolfgangL.
    Ich erinnere mich an einen Bericht ich glaube auf ARTE, in dem Ökologen in Südost Afrika die Verdrängung von Teilen der einheimischen Flora durch Eukalyptusbäume beklagten. Auch saugten diese das Grundwasser sehr viel schneller auf als andere Arten und förderten dadurch die Aridisierung.

    Weiß da jemand mehr zu?
  • Wann lernen wir endlich?

    12.10.2017, Joeg B.
    Ich werde sicher keine Partei wählen, die nur für einen kleinen Vorteil bereit ist, den Abschuß einer so schönen Tierart freizugeben. In anderen Ländern scheint es auch zu gehen, dass man sich mit den Wildtieren arrangiert. Warum hier nicht?
  • Schön! Und vielleicht ein angenehmer Nebeneffekt der Wirtschaftskrise.

    12.10.2017, Konrad Lehmann
    "Ist aber in unserer kurzlebigen Zeit langweilig, weil die Erfoge Zeit brauchen", schrieb Herr Rott.
    Das bringt mich auf den Gedanken, dass der zunehmende Erfolg von Aufforstungsbemühungen (über den ich als Wald-Mensch mich sehr freue) vielleicht auch eine Folge des seit Jahren niedrigen Wirtschaftswachstums und Zinsniveaus ist.
    Jede Investition wird stets dort getätigt, wo sie die höchste Rendite verspricht. Daher schneiden Investitionen in die Umwelt meistens schlecht ab, weil etwa das Wachstum eines Waldes recht langsam ist und hundert Jahre braucht, ehe man ernten kann. Bei gut laufender Wirtschaft kann man auf andere Weise mehr Profit erwirtschaften - nicht zuletzt, indem man vorhandenen Wald rodet.
    Wenn aber Zinsen und damit Renditemöglichkeiten sich unterhalb der Wachstumsrate des Waldes bewegen - dann lohnt es sich, Bäume zu pflanzen. Es könnte sein, dass wir das gerade erleben.
    Und wenn es endlich gelänge, ein Geld- und Wirtschaftssystem zu etablieren, dass von Wachstumszwang frei ist und auch bei Nullwachstum alle Bedürfnisse erfüllt, dann könnte die kurzsichtige Ausbeutung der Umwelt ganz enden.
  • Ergebnis für Deutschland

    12.10.2017, Christian
    Ich habe mir mal die zur Studie gehörende Excel Datei runtergeladen, um sich die Daten pro Land anzuschauen. Das "Maximum Residue Level (MRL) authorised in the EU" ist unter allen über 200 Werten - neben einmal für Polen - nur für Deutschland (von zwei Proben) über 100% (genauer 104,59%)! Schade... Die Probe kam aus Bayern, soweit ich es sehen kann.
    Stellungnahme:

    Hallo Christian,

    das ist korrekt, die auffälligen Proben stammen aus Deutschland und Polen. Allerdings lassen sich aus der Studie keine Aussagen über die Belastung deutscher Honige ziehen, das war nicht das Ziel der Autoren, dafür hätten sie deutlich mehr Proben pro Region ziehen müssen. Dieses Ergebnis kann also auch zufallsbedingt sein. Vor allem aber haben die Forscher ihre Proben ab dem Jahr 2012 gesammelt, diese beiden Honige könnten also noch aus einer Zeit stammen, als die Benutzung von Neonikotinoiden in der EU noch weniger stark eingeschränkt war. In der Studie fehlen, soweit ich das erkennen kann, Angaben darüber, welche Probe aus welchem Jahr stammt.

    Beste Grüße (und sorry für die späte Antwort)

    jd/Redaktion


  • Tendenziöser Artikel

    12.10.2017, Matthias
    Guten Tag,
    wenn hier noch einmal solch ein tendenziöser Artikel erscheint, der nur die Absicht hat, die AfD in den Dreck zu ziehen, bin ich als Leser von spektrum.de weg.

    Weder in den USA haben „Internet-Bots“ die Wahl entschieden, noch in DE war das der Fall. Niemand wählt eine Partei, weil irgendwo "Internet-Bots aktiv sind", solch ein hirnrissiger Zusammenhang ist doch an Schwachsinnigkeit nicht mehr zu überbieten.

    Viele Menschen wollen keine Masseneinwanderung von muslimischen Sozialfällen aus aller Welt und die wählen dann AfD, weil das die einzige Partei ist, die das verhindern und auch wieder rückgängig machen will, so einfach ist das.

    Wer da etwas von „Internet-Bots“ faselt, weiß nicht wovon er redet oder derjenige betreibt gezielte Propaganda, mit dem Ziel seine Leser für dumm zu verkaufen.
  • Sehr merkwürdig

    11.10.2017, Christian Woldig
    In der neuen Star Trek Serie "Discovery" gibt es einen Spore-Drive, der über quantenmechanische Verschränkung funktioniert. Und jetzt findet man Materie überall... Wenn das mal kein Zufall ist?
  • Schon im Alten Testament

    11.10.2017, J.Rott
    ...steht geschrieben in Moses 1, 33
    Abraham aber pflanzte Bäume zu Beer-Seba und predigte daselbst von dem Namen des HERRN, des ewigen Gottes.
    Aufforstung ist das A und O, wie die Menschheit die Erde beeinflussen kann. Ist aber in unserer kurzlebigen Zeit langweilig, weil die Erfoge Zeit brauchen.
  • Der intelligente bösartige Designer

    11.10.2017, Ernst Sauerwein
    @E. Bergdorfer: Genau. ich denke mir immer, in der Denkeise der Anhänger des 'Itelligent Design' (ID) müssen die ewigen Kabelknoten und -knäuel doch ein schlagender Beweis für die Existen eines 'Intelligenten bösartigen Designers' (gemeinhin auch 'Teufel' genannt) sein!? Wieviel Anstrengung und Nachdenken ist nötig, diese immer wieder zu entwirren! -
    Aber das zeigt nur, dass solche 'Theorien' wie ID keine wirklichen Theorien (mit ableitbaren Voraussagen bitteschön!) sind, sondern nur schlicht das Nicht-Vorhandensein einer Theorie. Oder anders gesagt: die Verweigerung des (wissenschaftichen) Denkens oder Nachdenkens; eine Kapitulation davor.
    Ich weiß nicht ob die Knotentheorie bereits heute eine Erklärung hat für die Komplexität der Kabelknäuel. Wenn nicht, dann wette ich: Sie wird kommen!
  • Re: 1. Vage Risiken gegen konkreten Nutzen?

    11.10.2017, M. Winter
    Lieber Herr Gröber,

    selbstverständlich respektiere ich Ihre Meinung zu den im Artikel aufgeworfenen datenschutzrechtlichen Aspekten. Bitte erlauben Sie mir dennoch folgenden Kommentar zu Ihrem Beitrag: Ich wünsche Ihnen sehr, dass Ihnen Ihre (Entschuldigung, ist nicht böse gemeint) Naivität und Ihr Vertrauen in die _wirkliche_ Respektierung der Privatsphäre und des Datenschutzes durch Firmen und andere Nutzer der erzeugten Daten nicht irgendwann Leid tun wird. Die Häufigkeit der Nennung dieses "Ich habe nichts zu verbergen"-Arguments lässt sich leider gar nicht mehr zählen und ist m.M.n. unter anderem deswegen so erschreckend.

    Noch mal: Nichts liegt mir ferner, als Ihnen Ihre Einschätzungen nicht zuzugestehen. Aber die beinahe täglich publik werdenden, bewussten (!) Missachtungen des Datenschutzes durch Firmen und andere Institutionen haben mich bewogen, an dieser Stelle eine deutlich kritischere als Ihre und damit den Autor des Artikels unterstützende Sicht auf diese Aspekte zu äußern. In diesem Sinne vielen Dank an Spektrum und Herrn Lobe für die klaren Worte.
  • Polygone durch Kristallisation

    11.10.2017, Peter Lemmen, Oberschleißheim
    Als Chemiker, der langsame Kristallisationen aus unterkühlten Schmelzen beobachtet hat, habe ich immer wieder resultierende hexa- oder pentagonale Strukturen wie bei Basaltsäulen gesehen. Spannungsrisse traten bei konstanter Temperatur dabei nicht auf.
    Wenn man eine zögerliche Kristallisation beobachtet (in durchsichtigen organischen Schmelzen kann man das ja), sieht man: Von zufällig gebildeten Kristallkeimen in der unterkühlten Schmelze breitet sich ein Konglomerat von Kristallen in alle Richtungen aus. Wenn diese in der Ebene zunächst kreisförmigen Kristalldomänen aneinanderstoßen, ergeben sich natürlich polygonale Strukturen. Unterstützend ist dabei sicherlich, dass Verunreinigungen nicht in die Kristalle eingebaut werden und so von der sich bildenden Kristallmasse vor sich her geschoben werden (ein Prozess, der beim Reinigen von Substanzen durch Zonenschmelzen ja auch technisch genutzt wird). So entstehen schmale Zonen größerer Verunreinigung und Inhomogenität in der zuletzt erstarrenden Restschmelze an den Grenzen der Polygone. Diese sind dann sicherlich auch besonders anfällig für anschließende Spannungsrisse.
    Den von Ihnen dargestellten Übergang von rechtwinkligen Spannungsrissen zu diesen polygonalen Säulen würde man in der Sprache der Chemiker als Übergang von einer kinetisch zu einer thermodynamisch kontrollierten Erstarrung beschreiben: Nahe der Oberfläche kühlt die Lava schnell ab und ist bald eine weit unterkühlte Schmelze, in der sich viele Kristallkeime bilden. Das führt zu einem schnellen und ziemlich homogenen Erstarren mit den von Ihnen beschriebenen Spannungsrissen. In der Tiefe jedoch und bei guter Wärmeisolation haben wenige Kristallkeime in der Schicht mit der gerade richtigen Unterkühlung ausreichend Zeit, zu diesen polygonalen Domänen zusammenzuwachsen, die sich bei weiterer Abkühlung nach unten fortsetzen. Ihrem thermodynamischen Argument fügt dieser Gedankengang einen Mechanismus hinzu.
  • Aufforstung allein reicht nicht

    11.10.2017, Friedrich K.
    "Kleinbauern wie Aster Tantu aus den äthiopischen Humbo-Bergen profitieren direkt von der Renaturierung. Die Mutter von sechs Kindern sagt: "Durch die Bäume haben wir mehr zu essen, wir können die Kinder zur Schule schicken, und es ist sogar kühler geworden."
    Forstexperte Winterbottom meint: "Das Ergrünen Afrikas kann ein wichtiger Faktor bei der Lösung der europäischen Flüchtlingskrise sein."
    Wenn die Kinder und deren Kinder wieder sechs Kinder bekommen, ist alles für die Katz.
  • Das stimmt nur teilweise

    11.10.2017, Gottfried Heumesser
    Im Neolithikum wurden zunächst die besten Böden durch Brandrodung genutzt. Waren diese Rodungen nach etwa einer Generation ausgelaugt legte man eine weitere Rodung an und gab die alte auf. Wobei die relativ lichten Laub- und Mischwälder zur Viehhaltung genutzt wurden. Bergbau fand meist in agrarisch wenig interessanten Gegenden statt, und dort wurde der Wald zur Brennholzgewinnung genutzt. So ist etwa in Früh-Neuzeitlichen Darstellungen von Hallstatt so gut wie kein Baum zu erkennen, daher wurde auch die Sudhütte nach Ebensee verlegt. wo die Brennholzversorgung besser funktionierte. Für Bau- und Schiffsbauholz eigenen sich die geradewüchsigen Nadelbäume besser, auch diese wachsen eher in bergigen Gegenden und größerer Höhe. Erst durch den Übergang zu fossilen Brennstoffen konnten sich die Wälder wieder erholen. Und in jüngster Zeit werden Ackerbauflächen aus ökonomischen Gründen aufgegeben und wieder bewaldet.