Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Bitte konkret und sachlich argumentieren!

    28.04.2005, Dr. Henrik Ullrich
    Braucht "Die Wissenschaftszeitung im Internet" verbale Gefühlsausbrüche, schauerliche Parallelisierungen oder warnende Gruselszenarien, um die Thematik "ID" und Kreationismus in einen siegreichen Griff zu bekommen?
    Ich denke nicht, Herr Jahn!

    Werden Sie doch an einem Beispiel konkret und erläutern Sie daran die Überlegenheit der Evolutionstheorie über das "ID" Argument!

    An Ansatzpunkten für eine erfolgreiche Auseinandersetzung sollte es der Evolutionstheorie ja nicht mangeln. Denken wir da nur an das Seepferdchen, an die Fledermaus oder an Hallucigenia aus dem Burges Shale. Oder doch?

    Wissenschaftliche Oberflächlichkeit und pauschalisierte Vernichtungsschläge weisen beide Seiten leider in gewohnter Beharrlichkeit einander zu.

    Davon sollten sich die absetzen und vernünftig mit einander streiten, denen es wirklich "um das Kratzen" an der Wahrheit geht.

    Irren werden wir uns alle dennoch weiter -lebenslang!
    Und dieses Irren gestehe ich deshalb anderen gerne zu.

  • 1737 Leukämiefälle bei 10.000 Kindern?

    26.04.2005, Dr. Helmut Hudler
    Das würde heißen, das (Jugend-) Lebensrisiko für ALL in Großbritannien geborener Kinder wäre 17,4 Prozent !!! - in einer Schulklasse mit 30 Kindern daher bis zum Ende der Schulzeit etwa 5 Kinder!

    Wäre das wirklich so, dann hätte Großbritannien längst den nationalen Notstand ausgerufen.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Hudler,



    die Zahlen sind schon richtig: Im Rahmen der UKCCS-Studie wurden die Daten von über 10 000 Kindern gesammelt, von denen 1737 an Leukämie erkrankt waren, weitere 2101 litten an einer anderen Krebserkrankung, die verbleibenden Kinder waren gesund. Es handelt sich dabei aber nicht um einen repräsentativen Querschnitt, deshalb lässt dies nicht auf das Leukämie-Risiko insgesamt schließen. In Deutschland erkrankt etwa eines von2000 Kindern an ALL.



    Mit besten Grüßen
    Antje Findeklee
  • Das stimmt so nicht

    23.04.2005, Alexander Weigand
    Zitat: "Schmelzen die Polkappen, würde der Meeresspiegel dramatisch steigen und Mensch und Natur der Küstenregionen gefährden."

    Das ist falsch. Die verdrängte Wassermasse der heutigen Schelfeisstücke entspricht genau derjenigen Menge an Wasser, die frei werden würde, wenn diese schmelzen. Der Meeresspiegel würde konstant bleiben. Der Grund ist anderer: Das Wasser erwärmt sich im Durchschnitt um 0,5 -1 Grad Celsius. Wie wir aus Physik/Chemie noch wissen, hat wärmeres Wasser eine größere Dichte, somit steigt der Meeresspiegel. Dieser Effekt würde 97 Prozent ausmachen. Die anderen 3 Prozent sind die Gletscherschmelze.

    Mit freundlichen Grüßen, A. Weigand
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Weigand,

    bei den Eismassen in den Polarregionen handelt sich nicht nur um Schelfeis, sondern auch um Eismassen wie Gletscher auf dem Festland. Ihr Abschmelzen würde den Meeresspiegel daher durchaus beeinflussen.

    Mit freundlichen Grüßen, Jens A. Funk
  • Vervierung

    18.04.2005, H. Sextl
    Die Art, wie in der Öffentlichkeit der irrtümliche Versand dieser Grippeviren diskutiert wird, impliziert den Verdacht, dass in den beteiligten Labors ziemlich fahrlässig mit pathogenen Keimen umgegangen wird. Die Labors sollten sich solche Unterstellungen nicht gefallen lassen.
  • Es geht auch logischer

    15.04.2005, Dominique Boursillon
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    erneut wurde die einfache, aber logische Erklärung für den Erhalt des Draufgängertums geliefert! Aber halt: Ist es wirklich so simpel? Oder gibt es gar weitere Logiken?

    Was wäre eine Welt ohne Draufgänger? Wäre die Risikofreude ausgestorben, dann würde es schlicht keinen Fortschritt mehr geben. Hätten die Einsteins, Mendels und Newtons die Was-Geht-Es-Mich-An-Einstellung anderer bewahrt, so wäre die Welt doch um einiges ärmer. Auch in der Wirtschaft braucht es Draufgängertum und Mut zum Risiko, denn ohne solche gäbe es keine Multimilliardäre! Und Geld macht bekanntlich sexy, so dass Draufgängertum durchaus sehr attraktiv macht für das schwache Geschlecht...
    Draufgängertum ist also nicht wegen der Konkurrenzrangeleien nicht ausgestorben, sondern weil nur so gesellschaftlicher Fortschritt möglich wurde, war und ist. Natürlich hat dies auch negative Seiten, denn dies führt auch zu Neid, Missgunst, soziale Ungerechtigkeit oder Krieg... und auch ein Bisschen von der im Artikel mitgelieferten Begründung. Das ist eben doch nicht ganz so einfach und simpel... Und führt zu dem Schluss, dass die Welt der Regungen sehr chaotisch verläuft. Die Natur hat es wohl noch nicht geschafft, Draufgängertum und "Vernunft" so zu entkoppeln, dass die negativen Folgen wegfallen! Ist dies überhaupt möglich?

    Viele Grüße
  • Wüstenkrokodile

    15.04.2005, Martin Latz
    Wieso sind "ungewöhnliche Amphibienfossilien" Wüstenkrokodile? Amphibien und Krokodile, die man zu den Reptilien zählt, sind doch wohl sehr verschiedene Wirbeltierklassen. Dann werden die Fossilien mit anderen säugetierähnlichen Reptilien verglichen! Säugetierähnliche Reptilien haben mit Amphibien, also Frösche und Schwanzlurche, wenig zu tun. Dem Autor ging da wohl einiges durcheinander.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Latz,

    völlig richtig: Reptilien und Amphibien sind nicht dasselbe. Doch wenden wir unsere Blicke zurück in die Vergangenheit, in das obere Paläozoikum. Hier ist es durchaus legitim, Vergleiche anzustellen. Denn immerhin entwickeln sich die Reptilien aus den Amphibien. Hier besonders interessant: Ein hochentwickelter Kieferapparat, wie der von N. ricqlesi, einer der beiden Temnospondyli - eine Frühform moderner Amphibien -, ist vor allem auch ein Merkmal von Reptilien.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jens A. Funk
    Redaktion wissenschaft-online
  • Eines von wievielen?

    12.04.2005, Rüdiger Biesold
    Leider ist nicht beschrieben, welcher rheumatoide Formenkreis in die Untersuchungen einbezogen wurde. Ein möglicher Zusammenhang von Autoimmunkrankheiten (deren Formenkreis auch noch strittig ist) mit Erkrankungen des Kreislaufsystems wurde schon lange wegen statistischer Zusammenhänge vermutet. Höchstwahrscheinlich sind aber mehrere Gene an der Entstehung von Autoimmunkrankheiten beteiligt, das macht die Forschung nicht einfacher. Daneben verfolgen viele Forscher (ein Fluch der immer weitergehenden Spezialisierung) nur einzelne Teilaspekte des Formenkreises, die Zusammenführung fehlt nahezu komplett.
    Es scheint dringend geboten einen Gesamtansatz zu entwickeln, um so die Chance auf besseren Einsatz der begrenzten Forschungsmittel zu erreichen. Das sollte dann auch zu besseren Behandlungsmöglichkeiten führen und vielleicht ebenfalls zu rationellerem Finanzeinsatz.
    Ich habe vermutlich nahezu die gesamte Autoimmunliteratur in meinem Körper, nur lesen kann die bisher keiner; aber genetische Bastelei will ich bestimmt nicht!
  • Nicht vereinbare Ansätze

    12.04.2005, Rüdiger Biesold
    Es ist nicht so, daß ein Cluster auffällt, weil ein Chemiewerk, eine Atomanlage, eine Mülldeponie oder sonst etwas potentiell gefährliches in der Nähe liegt. Schon diese Formulierung ist Teil der Abwehrstrategie. Cluster bestehen einfach, sie lassen sich negieren oder durch andere Grenzziehung verwässern. Da auch Wissenschaftler Teil der Gesellschaft mit vorgeprägten Einstellungen sind und einige sich auch für die Abwehr von Verdachtsmomenten bezahlen lassen, scheitern solche Gremien häufig schon an der Formulierung der Fragestellung. Neben Krümmel ist auch Sellafield ein berühmtes Beispiel, auch da werden eingehende Untersuchungen durch der Atomindustrie und/oder der Regierung nahestehende Wissenschaftler-Kreise hintertrieben. Das Resultat ist eine Verschleierung tatsächlicher Probleme und der Effekt ebenso, wie er vom Westen immer dem Osten vorgeworfen wurde.
    Natürlich ist die Ursachenforschung häufig für sich allein genommen sehr schwierig und komplex (was den Verneblern die Arbeit sehr erleichtert), aber das Interesse von Staat und Eigentümern an der Verhinderung von Ursachenforschung (und sei es nur, um Regreßforderungen zu entgehen) ist unübersehbar. Diese Seite verfügt aber über die finanziellen Mittel, die zur Aufklärung notwendig wären. Das kann für die "Aufklärer-Fraktion" nur im Frust enden.
  • "Die Mär vom Wasserstoff"

    12.04.2005, Florian Richter
  • Auch noch wortgleich!

    11.04.2005, Rüdiger Biesold
    "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!"; so heißt das Original.
    Bei der sogenannten Bildungspolitik kann man/frau zwar nur verblöden (unabhängig von den Parteibüchern); aber um solche Parallelen zu vergessen, braucht es schon schwer demente Zustände. Manchmal erscheint das fast beneidenswert, spielt doch solch unwürdiges (verlogenes?) Gezeter dann wenigstens keine bewußte Rolle mehr.
  • Zweifel

    11.04.2005, Maria Mayer
    Ulbricht:
    "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen"

    Merkel:
    "Niemand hat die Absicht, das BAföG abzuschaffen"

    Sie gestatten, dass ich zweifle?
    Antwort der Redaktion:
    Natürlich gestatten wir!

    Die Redaktion
  • Falscher Druck

    08.04.2005, Karl Bednarik
    Hallo an die Redaktion,

    Zitat:
    Das entspricht dem 2000fachen des Luftdrucks oder den Druckverhältnissen in einer Wassertiefe von 200 Metern.


    Nachdem pro 10 Metern Wassertiefe nur rund 1 bar hinzukommt, kann das so nicht stimmen.

    Außerdem bildet sich Methanhydrat erst ab etwa 500 Metern Wassertiefe, was einem Druck von mehr als 51 bar entspricht, sofern die Temperatur nicht höher als 4 Grad Celsius ist.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Karl Bednarik.


    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Bednarik,



    Sie haben vollkommen Recht. Der Autor hat den Dreisatz falsch angewendet. 2000 bar entspräche einer Wassertiefe von 20 000 Metern! Diesen Druck benötigt aber das von den Wissenschaftlern untersuchte Klathrat aus Wasser und Wasserstoff auch.



    Methanhydrat (das Klathrat aus Wasser und Methan) bildet sich dagegen in der Tat bereits bei Temperaturen von 2 bis 4 Grad Celsius und etwya 50 bar, was einer Wassertiefe von gut 500 Metern entspräche. Dieses Klathrat wurde aber vom Forscherteam nicht weiter untersucht, offenbar weil Methan in dieser Einschlussverbindung als Wasserstoffquelle weniger ergiebig ist als der "pure" Wasserstoff.



    Wir bitten die Irritation zu entschuldigen und haben den Fehler verbessert.



    Mit freundlichen Grüßen



    Gerhard Samulat

    (Der Autor)
  • Schimpansisches Haudrauf

    07.04.2005, Rüdiger Biesold
    Es ist nicht einmal so richtig klar, ob denn die Trennung Mensch/Menschenaffe biologisch haltbar ist. Dafür ist um so klarer, daß die Trennung zwischen den beiden Richtungen mit dem Alter des Fossils immer schwieriger wird.
    Selbst wenn dieser Sahel-Mensch/Affe eher mehr menschliche Merkmale hat, muß er deswegen noch lange kein Urahn von Homo sein. Ein früh ausgewanderter und im Verfolg steriler Seitenast ist bis zum Beweis des Gegenteils wohl die realistischere Variante.
    Ruhmessucht und Veröffentlichungsdruck sind immer weniger gute wissenschaftliche Paten, beide verhindern seriöses Arbeiten und Wägen.
  • Theorie?????????

    05.04.2005, Rüdiger Biesold
    Theorie sollte man diese Vermutungen nicht nennen. Die immer mehr um sich greifenden Computersimulationen (statt richtiger Forschung) leiden extrem darunter, daß die Vorgaben solcher Programme vom Erfinder abhängen; die Ergebnisse sind dann eher eine Selbstbestätigung aber keine Stütze für irgend etwas anderes.
    Es mag sein, daß der Neandertaler keinen Handel trieb; vielleicht liegt der Grund dafür aber weniger in mangelnden Fähigkeiten als vielmehr in der geringen Bevölkerungsdichte und in Kaltzeiten noch schwierigeren Transportbedingungen. Andere Schwesterarten bei den Primaten treiben auch keinen Handel und existieren. Wenn die denn ausgerottet werden sollten, dann bestimmt nicht wegen dieses Mangels.
    Es ließ sich bisher auch nicht nachweisen, daß es größere kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Sapiens und Neandertaler gab. Es wäre aber wohl davon auszugehen, daß die Erkenntnis des "Handelsvorteils" zu solchen Auseinandersetzungen geführt hätte.
    Es sollte nachdrücklicher als bisher nach möglichen Krankheitserregern gesucht werden, die von Sapiens auf Neandertaler übergesprungen sein könnten und so zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang führten. Es könnten dabei durchaus Erreger in Frage kommen, die bei Sapiens jedenfalls keine Krankheit erzeugten/erzeugen und dennoch bei Neandertaler lethal waren.
    Wenn sich die kleinen Neandertaler-Restgruppen dann aus Not und unfruchtbar mit Sapiens mischten, ergäbe sich ebenfalls ein kurzfristiges Aussterbeszenario.
  • Titel

    30.03.2005, Hartl Johann, Erzieher und Heilpädagoge. Arb.lo
    Einerseits, Kosten entstehen überall, denn Geld regiert die Welt. Leider! Andererseits, daß nur Zahlungsfähige in den Genuß dieser doch sehr wertvollen und auch wichtigen Inform. von Spektrumdirekt kommen sollen, halte ich für fragwürdig. Bei ehrlichem Bemühen aller Beteiligten müßte es möglich sein, in einer "SOZIALEN" Marktwirtschaft einen gangbaren Weg auch für finaziell weniger Bemittelte zu finden. Leider sind Solidarität und Ehrlichkeit wenig gefragt. Leider!