Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Aufladen an der Steckdose

    11.01.2007, Hanspeter Maier, Mörfelden
    Immer wieder vermisse ich bei den Stromquellen zur Wiederaufladung von multivalenten Energiespeichern die Erwähnung von Überschüssen aus Windkraftwerken. Die Stromverkäufer führen an, sie hätten dafür keine Verwendung. So, wie die Überschüsse aus den Atomkraftwerken nachts über Grundstromempfänger in die Niedertarifverbraucher geleitet werden, könnte man über eine zweite Frequenz einen noch darunterliegenden Tarif anbieten - zum Aufladen von Autos, Speichern von Solarheizungen, Hochpumpen in die Speicher von Wasserkraftwerken ... Ich wette, wenn ein solcher Tarif einigermaßen attraktiv gestaltet wird, fällt unserer Wirtschaft noch ein Haufen weiterer Möglichkeiten ein. Denken Sie nur, wie schnell die Prozesse umgebaut wurden, als das Beseitigen von Giftmüll nicht mehr kostenlos war. Das Gewinnstreben folgt den Rahmenbedingungen, und die müssen eben richtig gesetzt werden.
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Koautors Dr. Dr. Reinhard Löser:

    Im Prinzip haben Sie Recht, wenngleich in Ihrer Argumentation einiges durcheinander purzelt: „Stromverkäufer“ sind nicht allein die überregionalen Energieunternehmen, sondern auch die Windmüller, die auf Basis der Einspeiseverordnung (Gesetz zur Vergütung erneuerbarer Energien von 2004) ihren Strom abgenommen bekommen. In Spitzenzeiten ist jeder Energiebeitrag willkommen, auch der aus Windkraft. Problematisch wird es dann, wenn dieser Beitrag nicht planbar ist.

    Der in großen Kohle- und Kernkraftwerken anfallende Grundstrom versorgt vor allem nachts zum einen die unternehmenseigenen Pumpspeicherwerke, damit diese für Spitzenbelastungen zusätzliche Energie bereithalten, und zum anderen Privat- und Geschäftskunden zum Nachtstromtarif (seit 1.1.2007 ist mit rund 10 ct/kWh der Kostenunterschied zum Tagstrom allerdings nicht mehr so groß). Der in unserem Spektrum-Beitrag vorgebrachte Vorschlag, Hybridfahrzeuge als Puffer am Netz zu lassen, um dessen Speicherkapazität zu erhöhen, deckt sich mit Ihrem Vorschlag. Im Übrigen liegen Sie mit Ihrer Forderung nach optimalen und verlässlichen Rahmenbedingungen goldrichtig.

  • Glückwunsch!

    07.01.2007, Edith Kleine-Albers, 86938 Schondorf
    Glückwunsch!
    Einer, der es wagt, Aussagen des Papstes offen kritisch zu interpretieren!
    Es wird mir ohnehin immer unverständlich bleiben, wie Millionen von Katholiken einen ehemaligen Angehörigen der Inquisition (später umbenannt, damit es nicht mehr auffällt, inhaltlich das- selbe) als ihr Oberhaupt anerkennen kann.

    Edith Kleine-Albers
  • Wann endete das Mittelalter?

    07.01.2007, Peter Kohler
    "Syphilis wurde aus Amerika eingeschleppt und war eine der gefürchtetsten Seuchen des Mittelalters."

    Haben sich Kulturwissenschaften und Geisteswissenschaften schon so weit auseinander entwickelt, dass Verfasser und Lektoren bei einem populärmedizinischen Artikel das Mittelalter erst mit der Einführung des Fernsehers enden lassen?
    PS: Für mich endet das Mittelalter erst, wenn keiner mehr an Horoskope glaubt.

    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Kohler,



    hoppla, da ist uns tatsächlich ein Fehler durchgerutscht - die Syphilis-Epidemie um 1500 fällt natürlich schon in die Neuzeit. Fraglich allerdings bleibt, ob Kolumbus die Krankheit überhaupt eingeschleppt oder sie den Weg nach Europa schon früher gefunden hat - Skelettfunde in England lassen darauf schließen, dass womöglich bereits die Wikinger den Erreger mitbrachten.



    Danke für Ihren Hinweis, die Textpassage ist entsprechend geändert.


    Mit freundlichen Grüßen



    Antje Findeklee, Redaktion
  • Probleme und ihre Ursachen

    06.01.2007, Jens Coldewey, München
    Diesen Beitrag kann ich nicht unwidersprochen lassen.

    Die von accenture (und nicht, wie im Artikel behauptet von T-Systems) gebaute Internetjobbörse der Bundesagentur für Arbeit hat mit der (von T-Systems als Generalunternehmer verantworteten) Software zur Unterstützung des Arbeitslosengeldes II („Hartz IV“) bis auf den Auftraggeber kaum etwas gemeinsam. Insbesondere zeigten die beiden Projekte jeweils sehr unterschiedliche Problemstrukturen. Üblicherweise reichen diese Probleme von grundsätzlichen Mängeln im europäischen Ausschreibungsrecht über unrealistische Vorstellungen der Auftraggeber und unklare fachliche Vorgaben bis hin zu Kommunikations- und Managementfehlern und handwerklichen Problemen. Der Artikel adressiert stillschweigend nur die letzte Klasse von Problemen, erweckt aber den Eindruck, eine allgemeine Lösung für sicherere Projektabwicklung anzubieten.

    Tiefschichtige Ursachen und nicht reine Konstruktionsfehler oder gar Schlamperei lagen auch dem Absturz der Ariane V zu Grunde. Die geschilderte Ursachenkette für den Absturz unterschlägt, dass das Problem auftrat, weil die neue Rakete auf Grund einer flacheren Flugbahn und geänderter Startprozeduren das erprobte Modul mit völlig neuen Bahnparametern betrieb. Zwar war der geschilderte Überlauf Auslöser für den Absturz, die Ursache lag jedoch in einer unzureichenden Fehlerbehandlung und Lücken im Testverfahren, die ihrerseits auf Zeitdruck und Fehlentscheidungen im Management zurückzuführen waren.

    Die Vorstellung, Programmierer schrieben zunächst den gesamten Quellcode auf, bevor die ersten Tests gemacht werden, stammt aus den siebziger Jahren. Heutige Verfahren arbeiten schon lange mit abgestimmten Stufen von Teiltests, moderne Verfahren sogar mit einem ständigen Wechsel zwischen Konstruktion und Verifikation, zum Teil mehrmals pro Stunde.

  • Altgriechische Vernunft und christlicher Glaube

    06.01.2007, Bernd Ehlert, Bad Rodach
    Es lohnt sich, die von Benedikt genannte Synthese zwischen altgriechischer Philosophie und Christentum, auf die er als Zweischwingenthese die Überlegenheit des Christentums gründet, einmal genauer und wissenschaftlich zu betrachten. Bezüglich des Kerns des Christentums, nämlich der endgültigen Definition des christlichen Gottesbildes ca. 300-400 Jahre (!) nach Christus heißt es etwa in dem Buch „Plotin und der Neuplatonismus“ von Jens Halfwassen (München 2004): „Es gehört zu den merkwürdigsten Ironien der Geschichte, dass ausgerechnet der erklärte Christenfeind Porphyrios mit seinem trinitarischen Gottesbegriff, den er aus der Interpretation der Chaldäischen Orakel entwickelte, zum wichtigsten Anreger für die Ausbildung des kirchlichen Trinitätsdogmas im 4. Jahrhundert wurde. […] Es war ausgerechnet Porphyrios, der die rechtgläubigen Kirchenväter gelehrt hatte, wie man die wechselseitige Implikation und damit die Gleichwesentlichkeit von drei unterschiedenen, aber nicht getrennten Momenten in Gott mit der Einheit Gottes zusammendenken kann, wodurch die Gottheit Christi erst mit dem biblischen Monotheismus vereinbar wurde“ (S. 152).
    Befindet sich das Christentum heute gemäß der Zweischwingenthese von Benedikt in bester Übereinstimmung mit der neuplatonischen Philosophie, der es sein Gottesbild zu verdanken hat? Nein, denn Porphyrios lehnte wie sein Lehrer Plotin jede Bestimmung des Absoluten strikt ab, d.h. nicht nur den Glauben an einen personalen Gott, sondern erst recht den an seine Menschwerdung. Der trinitarische Gottesbegriff der griechischen Philosophie stand metaphorisch für den besonderen Erkenntnisprozess des Einen, Absoluten in der menschlichen Seele. Die Christen übernahmen diese Metapher der damaligen Philosophie und Wissenschaft, setzten sie aber mit dem Absoluten gleich und bezogen es auf den Menschen Jesus. Während die dreieinige Gottesvorstellung im Neuplatonismus dazu diente, als reine Metapher „die Übereinstimmung Platons mit der religiösen Weisheit aller alten Kulturvölker, namentlich der indischen Brahmanen, der Juden, der Magier (der Anhänger Zarathustras) und der Ägypter“ (Halfw. S. 149) herzustellen, indem die religiösen Inhalte ihrer mythischen Vorstellungsformen entkleidet und in philosophische Begriffe übersetzt wurden (vgl. Halfw. S. 149), bildeten die Christen aus dieser Metapher eine neue mythische Vorstellungsform, in der sie meinten, das Absolute exklusiv erkannt zu haben und zu besitzen – und machten damit, als sie im Römischen Reich an die Macht kamen, den umfassenden Einigungsversuch von Porphyrios zunichte.
    Was das bis heute bedeutet, verdeutlicht eine Aussage Nikolaus von Kues über die Mohammedaner oder Sarazenen: „Mit diesen bekennen die Juden gleicherweise den Messias als größten, vollkommensten und unsterblichen Menschen, dessen Gottheit sie, durch dieselbe teuflische Blindheit gehindert, leugnen“ (N. v. Kues, Die belehrte Unwissenheit, Buch III, Hamburg 1999, S. 59). Heute wird das nicht mehr offen so gesagt, nur manchmal rutscht es in einer Rede doch heraus. Während die Menschen heute immer noch der anthropomorphen Gottesvorstellung anhängen, die meint, das Absolute in dem jeweiligen Bild exklusiv erkannt zu haben und es sogar mit einem historischen Menschen identifiziert, war das für Porphyrios und Plotin ein „Rückfall in den schon von Platon und dem Vorsokratiker Xenophanes (6.Jahrhundert v. Chr.) bekämpften Anthropomorphismus“ (Halfw. S. 151). Xenophanes, auch Sturmvogel der griechischen Aufklärung genannt, hatte schon 500 Jahre vor Christus gespottet, dass, wenn Pferde Götter hätten, diese wie Pferde aussehen würden.
    Die Zweischwingenthese von Benedikt funktioniert nicht, sondern beinhaltet einen Anachronismus, den die alten Griechen, auf die sich Benedikt mit dieser These beruft, schon lange überwunden hatten. Die Situation im so genannten Heiligen Land der drei abrahamitischen Weltreligionen, die allesamt weiter der anthropomorphen Gottesvorstellung frönen, gibt gut und treffend die letztendlichen Folgen und Konsequenzen dieses Weltbildes wieder.

  • Wie Genies (nicht) denken

    06.01.2007, Wolfgang Gegner
    Der Artikel leistet der Methode der Wissenansanhäufung Vorschub, die uns in das Pisa-Dilemma geführt hat. Schachcomputer erreichen inzwischen großartige ELO-Werte, aber noch keiner hat sich bislang darum bemüht selbst ein Schachprogramm zu schreiben. Während vielfältig über das Wesen der Intelligenz nachgedacht wird, betrachtet der Autor dieses Problem als seit 100 Jahren eindeutig gelöst.

    Dieser Beitrag eignet sich bestens als Schlußbeitrag einer Schachzeitschrift. Die Qualität der Argumentation halte ich jedoch einer Zeitschrift mit dem Anspruch Wissenschaft für nicht würdig; schon gar nicht als Titelbeitrag.
  • Maxwellscher Dämon aus der Nano-Tube gelassen ?

    05.01.2007, Dr. Thilo Weitzel, CH-3037 Herrenschwanden
    Laut Ihrer Meldung hat die Arbeitsgruppe um Prof. Zettl einen "thermischer Gleichrichter" realisiert. Falls dieser tatsächlich in der geschilderten Form thermische Energie zwischen zwei Reservoiren asymmetrisch überträgt, sollten sich demzufolge statistische thermische Fluktuation "gleichrichten" lassen.

    Wie der Redakteur richtig bemerkt, würde der Effekt damit nach Art des Maxwellschen Dämons den zweiten Hauptsatz verletzen.

    Ein Kühlschrank auf Basis einer Verletzung des zweiten Hauptsatzes !?

    Dieses Thema darf nicht unkommentiert stehen bleiben:
    Entweder findet sich (wie bei allen Versuchen bisher) der untrennbar zugehörige "Gegeneffekt", der eine (makroskopische) Verletzung des zweiten Hauptsatzes unterbindet oder das Thema verdient demnächst ein Sonderheft ....

    Bitte berichten Sie weiter !

  • Der Heilige Gral wurde gefunden !

    04.01.2007, Gunter Blache, Ludwigsburg
    So liest sich dieser Artikel: man muss nur ein bestimmtes Tool einsetzen, und schon hat man fehlerfreie Software. Aber so einfach ist es leider nicht.
    In der gut dreißigjährigen Geschichte der Softwareentwicklung wurde oft und immer über die schlechte Qualität geklagt und eine Vielzahl von Heilmitteln vorgeschlagen, die bis heute kaum Wirkung gezeigt haben (höhere, objektorientierte Programmiersprachen, CASE-Werkzeuge, strenge Prozesse, agile Methodiken usw.). Jeder Fortschritt wurde aufgezehrt durch umfangreichere Funktionen und engere Zeitpläne.

    Bei Softwareverifikation im Speziellen gibt es folgende Probleme:
    * Entwickler müssen in der formalen Spezifikation geschult werden. Hier gibt es teilweise erhebliche Widerstände.
    * Aktuelle kommerzielle Software ist viel zu komplex, als dass verfügbare Werkzeuge den Beweis von Korrektheit in akzeptabler Zeit führen könnten.
    * Die Einführung bedeutet eine erhebliche Investition, die vielerorts politisch nicht durchsetzbar ist (der Abstand zwischen dem Stand der Forschung und der Praxis ist notorisch groß, auch in anderen Bereichen).
    Andere Forscher denken in Zeiträumen von 15-20 Jahren, um diese Technik zu entwicklen, und beginnen mit kleinen Projekten (siehe. Z.B. http://vstte.inf.ethz.ch/pdfs/vstte-hoare-misra.pdf).

  • Verbrauchsvorteile???

    02.01.2007, A. Murr
    Auch das Argument des Verbrauchsvorteils ist m.E. nicht klar erkennbar... es gibt derzeit etliche Serienfahrzeuge auf dem Markt, die ohne den technischen Aufwand eines Hybridfahrzeugs einen Kraftstoffverbauch von unter 5l/100km haben.

  • Eine erfrischende Stellungnahme

    02.01.2007, Dr. Camillo Signor, Wien
    Ich persönlich ziehe für die vom Autor im Abschluss-Statement getroffene Prognose den Ausdruck "Überzeugung" vor, um den Begriff "Glauben" davon besser abzugrenzen und den Religionen vorzubehalten. In diesem Sinne könnte man Glaube definieren als Aufstellung oder Akzeptanz von Behauptungen betreffend die Existenz von Dingen oder Sachverhalten, die ihren Geltungsanspruch nicht aus überprüfbaren Beobachtungen oder Schlussfolgerungen ableiten, sondern unter Berufung auf nicht weiter hinterfragbare Quellen (göttliche Offenbarung, spirituelle Erfahrung etc.). Charakteristisch hierfür ist der Versuch, diese Quellen jeglicher Kritik zu entziehen (z.B. das niedergeschriebene Wort des allwissenden Gottes kann nicht falsch sein – Prinzip der Inerranz). Demgegenüber könnte man Überzeugungen definieren als vorläufig plausibelste Annahmen basierend auf dem momentan zugänglichen Wissensstand (Fallabilität des Wissens).
    Dennoch ist leider zu erwarten dass sich die religiösen Führer auch in nächster Zeit um ihre Anhängerschaft keine Sorgen zu machen brauchen, da für Letztere Religionen ja vorrangig nicht als Welterklärungsmodell dienen sondern vielmehr emotionale Bedürfnisse abdecken (ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits für im Leben erfahrenes Unrecht, Bewältigung der eigenen Sterblichkeit etc.). Und für diese mehrheitliche Klientel ist es leider irrelevant, dass religiöse Weltmodelle den wissenschaftlichen keinerlei zusätzliche Erklärungskraft hinzufügen können und daher, wenn sie auch nicht widerlegbar sind, so nach dem Prinzip der sparsamsten Erklärung (Occam's Rasiermesser) verworfen werden müssten.
    Beiträge, wie dieses Essay von Hrn. Springer (dessen Kolumne ich auch sonst sehr schätze) sehe ich jedenfalls als überaus wertvolle Wortmeldung.
  • Schulfach Schach

    02.01.2007, Jochen Krehnke, Bad Münder
    Endlich, endlich ein Artikel, der das Schachspiel für das Denken-Lernen in den Vordergrund stellt.

    Sicherlich ist Ihnen bekannt, dass dieser Sport - es ist sogar mehr als eine Sportart - in unserer Gesellschaft nicht die Aufmerksamkeit erhält, die ihm von seiner Bedeutung zusteht.

    In dem Artikel werden fast ausschließlich als Grundlagen amerikanische Untersuchungen genommen. Ich darf zu bedenken geben, dass in den USA im Vergleich relativ wenige Großmeister entstanden sind.

    Immer noch an der Spitze - und hier auch als Volkssport - steht das Schachspiel in Osteuropa. Genau dort gehört das Schachspiel - immer noch - zum Schulunterricht. Hier ist es also ein Zusammenspiel von Talent-Förderung und gesellschaftlicher Anerkennung. Ein ausgeprägt geförderter Breitensport bringt automatisch auch viele Spitzenspieler hervor.

    Doch so sieht es bei uns leider nicht aus: In der deutschen
    Schach-Bundesliga dominieren naturgemäß Spieler aus Osteuropa.



    Noch etwas zum Erlernen des Schachspiels:

    1) So früh wie möglich anfangen, also schon mit 4 Jahren.
    Wir haben hier in Springe gerade in einem Kindergarten
    mit dem Schachspiel angefangen.

    2) Beim Anfängertraining muss hervorgehoben werden,
    dass die Strukturen erkannt werden und das Besetzen
    von Feldern und nicht in erster Linie die Eroberung von
    Material.
    s. hierzu: www.bangiev.de

    3) Unseren Kultusministern (16) müsste wieder beigebracht
    werden, dass ein wissenschaftlich nachgewiesener
    Zusammenhang besteht zwischen dem Denken beim
    Schachspiel und den mathematisch-naturwissenschaftlichen Denkmehoden.
    Genau dies kann trainiert werden.


    Konzept zum Erlernen des Schachspiels:

    Kinder lernen nicht so, wie wir Erwachsene es oft wünschen und erwarten.
    Kinder selbst probieren Neues (neue Wege) aus, und lernen natürlich besonders durch Fehler.

    Dies muss auch ein Schachlehrer berücksichtigen. Die Kinder versuchen häufig zunächst die einfachste Strategie (direktes Erreichen). Sie wiederholen und machen mehrere Versuche, aber ohne die gleiche Strategie zu wiederholen.
    Der Wechsel der Strategie ist ein klares Anzeichen für zielgerichtetes Problemlösungsverhalten (s. Oerter / Montada; Entwicklungspsychologie, Weinheim 1998).

    Das Schachspiel selbst hat einen wesentlichen Motivations–Vorteil, es übt auf Kinder eine starke Faszination aus.
    Hier sehen und begreifen sie zunächst einmal das Schachbrett selbst, den regelmäßigen Wechsel der schwarz-weißen Felder. Ein Kind versucht, diese 64 Felder strukturmäßig zu erfassen, u. U. auch teilweise. Die dazugehörigen Figuren sind dabei die Mittel zum Zweck.
    Und: Mit den 2 x 32 Feldern lässt sich nicht nur Schach spielen.

    Wann sollen Kinder anfangen Schach zu spielen ?
    So früh wie möglich, also i.d.R. mit 4 – 6 Jahren. (s. Jean Piaget, ein Schweizer Lernpsychologe in seinen Untersuchungen:
    1) Die Entwicklung des Erkennens
    a) Das mathematische Denken
    b) Das physikalische Denken
    2) Die Entwicklung des räumlichen Denken beim Kinde)

    Und hier setzt die Lern-Methode des internationalen Meisters (IM) Alexander Bangiev an, der auf der Grundlage dieser Entwicklungs- und Lernpsychologie für das Erlernen des Schachspiels ein eigenes Lern- und Denkkonzept
    entwickelt hat.
    Kinder lernen spielerisch, schrittweise und probieren aus.

    Beim Schach ist es das Erkennen von „Felder – Strukturen“. Es ist damit lediglich eine bestimmte „Denktechnik“ oder „Denkmethode“ gemeint.
    Ein Schach AG-Leiter muss für diese „Denkmethode“ gar kein guter Schachspieler sein. Lehrer, Eltern, Jugendliche, die kein Schachspielen können, können aber mit dieser Methode Kindern das Schachspielen beibringen.
    Der Lernprozess wird für Kinder vereinfacht.

    IM Alexander Bangiev nennt dieses Erkennen von Strukturen auf dem Schachbrett die „Felderstrategie": Es geht in erster Linie nicht um die Eroberung von Material (Figuren), sondern die Ziele sind die „Eroberung von Feldern“.
    Wie schreibt Bangiev auf seiner Homepage:
    An Hand dieser neuen Methode sollen Sie richtiges Denken, genauer gesagt, richtiges Schach–Denken, kennen lernen.
    Sie sollen nicht mehr Eröffnungen auswendig lernen, keine Schachtheorie über das Mittelspiel, keine Endspielstudien büffeln; stattdessen sollen sie die Denktechnik selbst, d.h. die Technik des richtigen schachlichen Denkens begreifen und anwenden lernen. Denn diese Denktechnik ist in allen Phasen des Spiels dieselbe; hat man sie einmal begriffen, kann man sich ihrer immer und überall bedienen.


    Die Schulschachakademie möchte mit dieser Denkmethode nicht nur neue Wege gehen, sondern das Schachlernen bei Kindern vereinfachen.
    IM Bangiev als methodisch–didaktischer Leiter der Schulschachakademie wird uns hier entscheidend beraten.

    Kurt Lellinger, der vor 10 Jahren die Schulschachstiftung gegründet hat, greift einschlägige Untersuchungen auf und sagt über das Schachspiel bei Kindern:
    Schach ist persönlichkeitsbildend. Das Spiel mit König, Dame, Turm und Bauer regt räumliches und systematisches Denken ebenso an wie das Kombinations- und Konzentrationsvermögen.
    Im Primarbereich lernen die Schüler, den ersten Schritt vor dem zweiten zu tun. Sie müssen sich beim Schachspielen eigenverantwortlich festlegen und korrigieren. Dadurch müssen sie logisch denken, denn Fehler werden sofort bestraft.
    Der Verstand wird geschärft und vernetztes Denken gefördert.




    Schulschachakademie am Deister e.V.
    Ernst-Busse-Str. 6
    D - 31832 Springe

    Pressemitteilung

    Schulschachakademie in Springe gegründet

    Die Stadt Springe ist der Sitz der ersten Schulschachakademie Deutschlands. Im Sommer wurde der Trägerverein „Schulschachakademie am Deister e.V.“ gegründet; in diesen Tagen nimmt die Akademie mit ersten Veranstaltungen ihre Arbeit auf.

    Den Anstoß zur Gründung der Akademie gab der langjährige Schulschachbeauftragte der ehemaligen Bezirksregierung, Jochen Krehnke (62). Sein Ziel ist es, Schulschach insbesondere in Springe und Nachbarstädten – zunächst vor allem Bad Münder und Barsinghausen – weiter zu fördern. „Die Schulschachakademie soll die Aktivitäten der Schach-AGs in den Schulen bündeln und zwischen Schule und Schachvereinen eine Mittlerrolle einnehmen,“ so Krehnke. Die Akademie will unter anderem Leiter von Schulschach-AGs ausbilden, sowohl Erwachsene als auch Jugendliche. Ziel ist es außerdem, möglichst bald auch ein Angebot für Kindergärten zu machen. Auch ein deutsch-polnischer Schachaustausch nimmt bereits konkrete Formen an.

    Erster Vorsitzender des Trägervereins der Schulschachakademie ist Uwe Lampe. Der Springer hat sich für die Krehnkes Idee begeistern lassen und will den Aufbau der Akademie vorantreiben. Als fachlicher Betreuer wurde der Internationale Schach-Meister Alexander Bangiev gewonnen. Der in der Ukraine geborene, hochkarätige Schachspieler hat in den vergangenen zehn Jahren eine eigene Methode zum Erlernen des Schachspiels entwickelt, die so genannte Feldertheorie. Sie eignet sich nach Bangievs Auffassung insbesondere für Kinder und Jugendliche und verzichtet ganz auf das im Schach sonst übliche Auswendiglernen standardisierter Varianten und Spielzüge. Im Mittelpunkt der Bangiev-Methode steht vielmehr das selbstständige Denken, das er vor allem bei Kindern fördern will. „Denkstrukturen und Verhaltensweisen, die Kinder im Rahmen der Feldertheorie erworben haben, lassen sich auf andere Gebiete übertragen. Diese einmal erworbenen Fähigkeiten kann ihnen keiner mehr nehmen“, erklärt Bangiev. Sein Ziel ist es, Schach leichter erlernbar und breiteren Schichten zugänglich zu machen.

    Auch Jochen Krehnke ist von den positiven Auswirkungen des Schachspiels für Schulkinder zutiefst überzeugt. „Es fördert Denkvermögen und Konzentration“, so der passionierte Lehrer. Rund 2000 Kinder haben in den vergangenen zehn Jahren allein in Springe an Schulschach-AGs teilgenommen. Auch die sportlichen Erfolge sind beachtlich: So haben es Mannschaften der Grundschule am Ebersberg zweimal ins Landesfinale der besten vier Grundschulteams in Niedersachsen geschafft. Schachmannschaften der ehemaligen OS Süd haben gleich viermal das Landesfinale erreicht. Das Otto-Hahn-Gymnasium, auch regelmäßig auf Landesebene erfolgreich, hat sogar im vergangenen Jahr eine Mädchen-Mannschaft ins Bundesfinale geschickt. Für eine Kleinstadt, so Jochen Krehnke, sind solche Erfolge „einmalig“.

    Die Schulschach-Akademie soll diese Erfolge auch künftig ermöglichen. Dazu müssen immer neu Leiter von Schulschach-AGs ausgebildet werden. Und das nicht nur für Springe: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Mannschaften, die im Bezirk Hannover an Schulschachturnieren teilnehmen, von 170 auf 330 nahezu verdoppelt.

    Mittelfristig soll die Akademie auch ein eigenes Haus erhalten. Geplant ist, das Springer Wohnhaus Krehnke zum „Haus des Schachs“ werden zu lassen. Bereits heute hat die Schulschachakademie Gastrecht im Obergeschoss des Hauses, die ersten Veranstaltungen haben bereits dort stattgefunden. Bei entsprechender Entwicklung des Trägervereins ist es das Ziel Krehnkes, sein Haus ganz der Schulschach-Akademie zur Verfügung zu stellen.

































  • Ethik besser als Religionen

    02.01.2007, Dipl. Ing. Maurus Candrian, St. Gallen, Schweiz
    Michael Springer deutet es am Schluss seines Essays an: Die naturwissenschaftliche Vernunft widerspricht einer Gottes-Existenz. Wir leben im 3. Jahrtausend, über 300 Jahre nach Beginn des Aufklärungszeitalters. Wenigstens die naturwissenschaftlich gebildete Bevölkerung sollte langsam öffentlich dazu stehen, dass die Religionen, ob nun christliche, muslimische, jüdische, hinduistische, buddhistische oder welche auch immer, allesamt auf Irrglauben beruhen (vgl. hierzu auch Artikel "Der heisse Ursprung des Lebens" im selben Heft).

    Dennoch haben offenbar sehr viele Leute das Bedürfnis nach "nichtmateriellem Halt". Wenn nun die Religionen als Lebensphilosophie-Fundament wegbrechen, womit dann das Vakuum auffüllen? Mit einer einfachen Grundethik: Wir sollten danach streben, dass es allen Menschen weltweit und auch der Natur mindestens einigermaßen gut geht. Dann gäbe es keine Kriege mehr, keine extremen Wohlstandsunterschiede, keine grossen Umweltzerstörungen mehr. Die Welt wäre eine bessere.

  • Zu wenig Genies in Deutschland

    02.01.2007, Name und Wohnort sind der Redaktion bekannt
    Seit über 2 Jahrzehnten lese ich Ihre Zeitschrift und unterrichte als Lehrer Naturwissenschaften und Sport. Nach Ihrem Artikel muss ich davon ausgehen, dass meine Vorgesetzten, die über die neuen(!) Bildungsstandards entschieden haben, damit meine ich auch die jetzige Bundesministerin für Bildung und Forschung, bekannte und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse nicht lesen müssen, oder nicht verstanden haben, oder eben nicht danach entscheiden.
    Zudem werde ich als informierter Lehrer gezwungen, entgegen meinem besseren Wissen nur noch Prinzipien zu unterrichten, die nicht auf “bedeutungshaltige Muster basieren„ dürfen.
    Eine noch größere Sorge bereitet mir das lückenhafte und kaum durchdachte Konzept der Ganztagesschule. Der talentierte Schüler, der motiviert ist, mehr können zu wollen als andere, und das besonders, wenn dies auf einem für ihn speziell zugeschnittenem Gebiet ist, kann dies nicht mehr machen, weil ihm keine Zeit dazu gelassen wird. Eine Schachgroßmeisterin zu werden, die von ihrem Vater 6 Stunden täglich trainiert wird, ist in unserem neu geschaffenen und zu schaffenden Schulsystem leider nicht mehr möglich.
    Meine eigenen Töchter werden ihr Talent im Turnen bald aufgeben müssen, weil sie keine Zeit durch Nachmittagsunterricht und späte Hausaufgaben haben werden, nur um das zu lernen, was nach Ihrem Artikel sowieso weder im Sport noch auf geistigem Gebiet zu großen Leistungen führt.
    Auch als Lehrer muss ich immer mehr Zeit in der Schule absitzen, nur um meine schiere Anwesenheit zu bezeugen. Ich werde also auch bald keine Zeit mehr haben meine Ansprüche im Unterrichten zu steigern, indem ich Ihre Zeitschrift aufmerksam lese, „meine Leistung daraufhin analysiere, Lehren daraus ziehe und meinen Unterricht verbessere“.
    Das passiert in einer Bildungslandschaft eines Landes, das angewiesen ist auf das geistige Potenzial seiner Staatsbürger.
  • Vorhersagbarkeit

    02.01.2007, H. Schiller / Hannover
    Es wirkt doch irgendwie hochmütig, wenn in dem Artikel bzw. in den ihm zu Grunde liegenden Quellen mit Penetranz und wider direkt thematisiertes besseres Wissen von "unvorhersehbarem" Nahrungsreichtum gesprochen wird.

    Das Verhalten der "Hörnchen mit Weitblick" zeigt, dass es Anzeichen für reiche Ernten geben muss. Nur weil Homo sapiens sapiens diese noch nicht wissenschaftlich isoliert hat, wird die Vorhersagbarkeit zumindest verbal schlichtweg geleugnet.

    Könnten manche der geheimnisvollen Anzeichen evtl. darin bestehen, dass einer großen Ernte zum Beispiel eine große Blütenfülle und/oder ein dem Insektenflug förderliches Klima vorausgeht?
  • Köpfchen anstatt Gigaflops

    30.12.2006, R. Marti , Arlesheim CH
    Beim Lesen des Abschnitts "Zu Tisch mit Romeo und Julia" ist mir bewusst geworden, dass offenbar bei heutigen Dozenten der Informatik nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass sie ausreichende Kenntnisse der Kombinatorik haben. Die Schwindel erregende Zahl von 10^20 möglichen Sitzordnungen kann man nämlich von vornherein auf höchstens 20! reduzieren (also immerhin um einen Faktor von 41). Weitere Nebenbedingungen kann man ebenfalls durch recht elementare Kombinatorik berücksichtigen. Es braucht nicht immer revolutionär neue Software-Design-Techniken, um Rechenzeiten drastisch zu reduzieren - oft würde wohl ein Blick in die Schulbücher der Mutter oder des Grossvaters genügen!
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