Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Optimal angepasst?

    19.03.2005, W. Schulte-Kramer
    Zu korrigieren ist eventuell auch die Darstellung des Pferdes als Beispiel für optimale Anpassung an das Leben in der Steppe. Ohne die zufällige Existenz der Landbrücke nach Eurasien wäre das Pferd schon seit 10000 Jahren ausgestorben (ob mit oder ohne Mithilfe der Menschen) und würde in den Biologiebüchern auftauchen als ein weiteres Beispiel für eine Tiergruppe, die sich aufgrund von Überspezialisierung in eine evolutionäre Sackgasse entwickelt hat, in der sie u. a. aufgrund des nicht optimal an Grasnahrung angepassten Verdauungsapparates der Konkurrenz durch die wiederkäuenden Paarhufer nicht überleben konnte (oder kennt jemand wiederkäuende Paarhufer, die an Koliken verenden?). Zudem ist auch zu erwähnen, dass auch in Eurasien die Pferde nur in der Obhut des Menschen überleben konnten und lediglich wenige Spezialisten wie Esel und Zebras in extremen Lebensräumen in freier Wildbahn überlebten im Gegensatz zu den vielen freilebenden wiederkäuenden Paarhuferarten. Auch in Amerika konnten die von Haustieren abstammenden Mustangs die Steppen erst dann wieder besiedeln, als die riesigen Büffelherden durch den Menschen dezimiert worden waren.
  • Darwin für Anfänger

    18.03.2005, Dominique Boursillon
    Allmächtiger!
    Muss man denn wirklich überall nach Darwin suchen, und sei es mit vom am weitesten her an den Haaren herbeigezogenen Argumenten?
    Hätten das doch bloß Albert Schweitzer und Mutter Teresa gewusst: Sie hätten Gebühren für ihre Selbstlosigkeit verlangt!!!
    Ich glaube, es ist ein Fehler, in allem in der Natur nach einem hehren Zweck zu suchen, die Natur wird von uns noch gewaltig unterschätzt...
    Aber was soll´s? Der übergeordnete Darwin'sche Zweck klinkt logisch, erfüllt die Erwartungen des einfachen Gemütes und gereicht für eine Publikation in Nature! Und erklärt ganz nebenbei die Notwendigkeit des Sozialabbaus und das Scheitern des sozialen Miteinanders.
    Allmächtiger!
  • das Geschehen ist noch komplexer als Frau

    17.03.2005, Rüdiger Biesold
    Frau hat natürlich nicht auf die Aktivierung eines Teils ihres Genoms verzichtet, das klingt immer so bewußt gesteuert. Außerdem gilt das so eindeutig nur für die Säugetierfrau und deren Mangelmutante Mann. Das Y-Chromosom hat zwar nicht den Reparaturmechanismus durch ein Partnerchromosom, aber es verfügt über eine Reparaturmöglichkeit durch Vergleich mehrfach duplizierter Abschnitte in sich selbst; das mag dazu führen, daß dieses Chromosom in sich stabiler ist.
    Interessant ist aber auch, daß der Vorgang der Entwicklung von Geschlechtschromosomen mindestens 4x im Tierreich vorgekommen sein muß. Krokodile als basisnahe Archosaurier haben keine geschlechtsspezifischen Chromosomen, die immer noch existierenden Vögel als weiterentwickelte Archosaurier haben diese Einrichtung, aber andersherum besetzt als Säuger und wohl auch auf der Basis eines ganz anderen Chromosoms; Preisfrage, wo und wann hat sich das bei diesem Reptilienzweig incl. Vögel entwickelt? Bei den Insekten gibt es ebenfalls beide Einrichtungen und die Variante eines X/0-Mannes.
    Diese Vielfalt läßt eine chromosomale Definition einer Frau folglich nicht zu; die Säuger sind nicht die ganze Biologie oder Genetik.
  • Könnte?

    16.03.2005, Rüdiger Biesold
    Man braucht nur die Erdbebenliste des Gfz-Potsdam anzuschauen, dann ist deutlich zu sehen, daß da sozusagen massenhaft Folgebeben des Sumatrabebens verzeichnet sind. Diese betreffen auch nicht nur die Sundaregion selbst; offensichtlich führte die Erschütterung und kurzfristige Verschiebung der eurasiatischen Platte (die eigentlich keine Platte sondern ein Puzzle ist) auch in entfernteren Regionen zu Beben. Auf der Landkarte ist ein weit gefächerter Keil zu sehen, die Keilspitze ist bei Sumatra, die westliche Seite des Keiles läuft über Iran, Balkan, Riesengebirge bis Spitzbergen, die östliche Seite läuft entlang der asiatischen Pazifikküste bis zu den Aleuten. Ein deutlich schwächer ausgebildeter Keil befindet sich auch südlich davon (möglicherweise war das starke Beben an der australisch/antarktischen Geosynklinale der Auslöser für die Sumatra-Katastrophe). Praktisch ist fast ganz Eurasien durch die Wucht dieses Sumatrabebens destabilisiert worden; es wird noch sehr lange dauern, bis da wieder Ruhe einkehrt. Ein Vorwarnsystem auch im Mittelmeer ist deshalb ebenso dringend; bei den kurzen Laufzeiten im Mittelmeer und angesichts der Küstenbesiedlung dieses Raumes ergäben sich ohne Vorwarnung unvorstellbare Opferzaheln auch bei nur annäherndem Szenario. Subduktionszonen und instabile Gebirge gibt es im Mittelmeer genug.
  • nicht neu, aber nun besser begründet

    16.03.2005, Rüdiger Biesold
    Es gab schon lange Anhaltspunkte dafür, daß Frau in ihrer Genetik komplexer ist als der Mann und damit insgesamt stabiler. Aber die Hämophilie ist keineswegs nur bei Männern auftretend. Da die Medizin inzwischen den mit dieser Krankheit behafteten ermöglicht auch älter zu werden und damit zeugungsfähig, kann der Mann auch sein krankes X-Chromosom weitergeben. Hat er eine mischerbige Partnerin (also nur phänotypisch gesund) sind nicht nur 50% der männlichen sondern auch 50% der weiblichen Nachkommen Bluter.
    Möglicherweise ist das auch schon früher in Einzelfällen geschehen, nur starben dann die Blutermädchen spätestens um den Eintritt der Regelblutung; heute kann auch das verhindert werden und fällt auf. Ein ziemlich drastisches Beispiel, wie moderne Medizin zur Verschlechterung des Gen-Pools beiträgt. Von solchen Anlagen Betroffene sollten auf biologischen Nachwuchs verzichten, wollen sie diesem nicht gleiches Leid zufügen. PID ist aus mehreren Gründen (das würde hier zu umfangreich) kein gangbarer Weg.
  • Da war doch noch einer

    14.03.2005, Rüdiger Biesold
    Die wichtige Funktion eines Herrn Kopper im Rahmen dieser Preisverleihung wurde unterschlagen; dieser hat sich durch besonders menschenfreundliche Kreditvergabe in einem großen Bankinstitut bekannt gemacht und mußte letztlich wegen der "peanuts" gehen. Es ist leicht vorstellbar, in welche Richtung Forschung bei solcher Unterstützung getrieben wird.
    Es ist auch nicht das Hauptproblem, ob nun mit Embryonenzerstörung schon denkendes oder beseeltes menschliches Leben vernichtet wird oder nicht (wobei das schon Problem genug wäre!), das Hauptproblem ist, was daraus gemacht werden wird. Willkürlichen genetischen Veränderungen auch des Menschen werden damit alle Türen und Tore geöffnet. Die Klonierung von Menschen ist auch nicht weltweit geächtet, dieser UNO-Beschluß ist lediglich eine Empfehlung und kann nur durch jeweilige Landesgesetze umgesetzt werden. Die geforderte Ächtung ließ sich wegen des Widerstandes besonders der USA nicht durchsetzen, die USA setzten sich für die unverbindliche Resolution ein und haben bis heute keine verhindernde Gesetzgebung, warum wohl?.
    Den Preis für Forschung mit Mäusen einsetzen zu wollen ist ja nett gesagt, aber wer will denn kontrollieren, wofür die Mäuse des deutschen Steuerzahlers dann in anderen Ländern dienen; aber so bleibt diese Aussage wenigstens richtig - er forscht mit Mäusen!
  • 90-Grad-Drehung zeigt nicht die Rückseite!

    14.03.2005, Susanne Grittner
    "Fliegt zum Beispiel ein Spielwürfel mit nahezu Lichtgeschwindigkeit an einem Beobachter vorbei, dann erscheint er diesem als etwa 90 Grad zur Seite gedreht. Mit anderen Worten: Der Betrachter sieht die Rückseite des Würfels - obwohl dieser auf ihn zufliegt!"

    Bitte noch einmal überlegen: Bei einer 90-Grad-Drehung und einem auf mich zufliegenden Würfel sehe ich nicht die Rückseite des Würfels.
    Die Rückseite (aus der Zielrichtung betrachtet) sehe ich nur als seitlich stehende Betrachterin, wenn der Würfel an mir vorbeifliegt und ich bei niedriger Geschwindigkeit die entsprechende Seite des Würfels sehen würde.
    (Oder gehen Sie von einem anderen Koordinatensystem aus???)
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Grittner,



    Vielen Dank für Ihre Anmerkung. Zur Erklärung: Wenn der Würfel auf Sie zufliegt und um 90 Grad seitlich gedreht erscheint, dann sehen Sie seine Rückseite in folgender Situation (die auch im Vortrag von Hanns Ruder veranschaulicht wurde):



    Angenommen, eine Kante des Würfels weist - ähnlich einem Pfeil - zu Ihnen. Dann gibt es auch eine Würfelkante, die von Ihnen wegweist und die sich von Ihnen aus gesehen auf der Rückseite des Würfels befindet.



    An die Kante, die zu Ihnen weist, grenzen die Flächen A und B; diese bilden von Ihnen aus gesehen die Vorderseite des Würfels. An die Kante, die von Ihnen wegweist, grenzen die Flächen C und D; diese bilden aus Ihrer Perspektive die Rückseite des Würfels.



    Nun drehe ich den Würfel um 90 Grad. Daraufhin weist die Kante, die eben noch zu Ihnen zeigte, nun zur Seite. Dies hat zwangsläufig zur Folge, dass eine der Flächen C oder D in Ihr Blickfeld gerät - je nachdem, in welche Richtung der Würfel gedreht wurde. Mit anderen Worten: Sie sehen die Rückseite des Würfels oder genauer: Einen Teil seiner Rückseite.
    Würfeldrehung



    Diese Situation, die man sofort erfasst, wenn man sie bildlich dargestellt sieht, habe ich - um mich nicht lange bei geometrischen Erklärungen aufzuhalten - so beschrieben, dass der Betrachter die Rückseite des Würfels sieht, obwohl dieser auf ihn zufliegt. Mit genau diesen Worten hat übrigens auch Herr Ruder die Situation erläutert.



    Viele Grüße aus Heidelberg,

    Frank Schubert



    schubert@spektrum.com
  • Hochwasser ist natürliche Erscheinung

    14.03.2005, Ulrich Honecker
    In Ihrem sicherlich grundsätzlich richtigen Artikel zur "drohenden" Schneeschmelze und der resultierenden Hochwassergefahr kommt mir der Gedanke, dass Hochwasser eigentlich eine überwiegend natürliche Erscheinung ist, etwas zu kurz. Will der Mensch sich die Auen nutzbar machen, dann muss er mit dem Auftreten von Hochwasser rechnen und damit zu leben lernen. Die bisherige anthropozentrische Sichtweise "Hochwasser oder Mensch" hat sicherlich ausgedient und ist vor allem nicht mehr finanzierbar. Hochwasserschaden entsteht nicht durch die Natur und auch nicht in der Natur, sondern durch das durch den Menschen eingebrachte Schadpotenzial. Eine Siedlung in der Aue ist ähnlich gefährdet wie eine Siedlung auf einem Vulkan, nur die mitteleuropäische, gegenwärtige Risikowahrnehmung ist etwas anderes.
  • Nach der Flut ist vor der Flut

    13.03.2005, Rüdiger Biesold
    Die Bausünden entlang der Flüsse und die "Flußautobahnen" sind in der Tat augenfällig. An existierenden Großstädten läßt sich vermutlich wenig ändern, wenn auch hier langfristig Möglichkeiten bestünden; man kann weitere Bauten verhindern und auch bestimmte Zonen mit Erhaltungsverboten belegen. Aber was nach den letzten Fluten in den Aufbau flutzerstörter Gebäude gesteckt wurde, ist unglaublich. Es gibt da eine Menge von Gebieten, wo auf die erneute Zerstörung gewartet werden kann. Aber da Hochwasserschutz und Bildungssystem föderal organisiert sind, reichen die Denkfähigkeiten eben nicht über die Landesgrenzen hinaus.
    Es langt auch nicht, nur Auen frei zu halten oder der Landwirtschaft zu überlassen. Diese Auen müßten mit Auwäldern renaturiert werden, und einige alte Flußschleifen müßten dem Fluß wieder zurückgegeben werden, das ergibt nun keinen absoluten Hochwasserschutz, aber eine erhebliche Verlangsamung von Hochwasserspitzen.
    Daneben wäre auch noch Sprachpflege notwendig. Die journalistischen Übertreibungen mit Jahrhundert- oder Jahrtausend-irgendetwas (so etwas wird nicht nur in Verbindung mit Flut mißbraucht) gehören auf den Index. Angesichts unseres tollen föderalen Bildungsstandards erzeugt das nahezu zwangsläufig den Irrglauben, das entsprechende Ereignis käme erst in der übernächsten Generation wieder. Aber Ereignisse wie Fluten, Erdbeben oder Atomunfälle entziehen sich solchen Statistiken; es gibt aber schon genug Experten (auch aus den Reihen der Wissenschaft), die sich solcher Ausdrucksweisen nicht entblöden. Schließlich denkt ein erheblicher Anteil der Bevölkerung auch bei dem Ausdruck Halbwertszeit, daß nach zwei Halbwertszeiten (1.Hälfte, 2.Hälfte, alles weg) nichts mehr an Radioaktivität übrig sei. Die Masse unserer Politiker (auf allen Ebenen) ist eben nicht naturwissenschaftlich vorgebildet, und die wenigen Ausnahmen sind durch das Tagesgeschäft und Jubelumfeld verbogen oder dem Machterhalt mehr verpflichtet als der Erkenntnis. Medien sind wegen der Werbeeinnahmen auch von Wirtschaft und Gewinnstreben abhängig und nahezu kritikunfähig (von Sendungen nachts um 3 Uhr abgesehen). Die notwendige Aufklärung hat es da sehr schwer.
  • Informationen über Gobale Erderwärmung

    10.03.2005, Manuel
    Was ist das und welche Folgen hat sie? Was kann man dagegen tun?
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Manuel,



    in unserem Dossier Klima findest Du viele Artikel zum Thema.



    Herzliche Grüße,



    Antje Findeklee, Redaktion
  • Verantwortung in der Wissenschaft

    09.03.2005, Rüdiger Biesold
    Immerhin ein Nobelpreisträger, der sich dazu bekennt und die Verbindung von Naturwissenschaft, Gesellschaft und Politik sieht. Das ist nicht nur ein Problem von Physikern, denn das betrifft andere Naturwissenschaften in gleicher Weise. Auch auf diesen Seiten sind bisweilen Stellungnahmen zu lesen, die andere Meinungsäußerungen wegen "politischer" Verbindungslinien ablehnen.
    Aber eine neutrale oder unabhängige wertfreie Wissenschaft gibt es streng genommen nirgendwo. Die diversen politischen Ebenen nehmen entweder direkt Einfluß oder sie tun das über die Verteilung von Fördergeldern. Auch die Besetzung von Gremien wird von politischen Ebenen beeinflußt oder gesteuert. Wissenschaft insgesamt und der einzelne Wissenschaftler insbesondere stehen stets vor der Verantwortung, von wem nehme ich für welchen von diesem beabsichtigten Zweck Geld und was kann aus den Produkten meiner Forschung gemacht werden. Diese Zusammenhänge sind nicht immer leicht erkennbar, Tarnkappenbomber gibt es in der Politik und Finanzwelt massenweise und auch an wissenschaftlichen Erfüllungsgehilfen mangelt es leider nicht. (Ein Mensch wird nicht dadurch ein besserer ebensolcher wegen einer wissenschaftlichen Ausbildung oder Tätigkeit!)
    Schwierig wird es besonders dann, wenn Zusammenhänge gewichtet werden müssen. Man kann positiver Aspekte bei der Gentechnik herausstellen und Mißbrauchs- und negative Veränderungsaspekte auf die Artenvielfalt unterdrücken oder umgekehrt. Bei der Klimaforschung und bei Schadstoffemissionen ist das Konfliktfeld ähnlich; durch die Herausstellung von ähnlichen Ereignissen in der Vergangenheit wird eine mögliche Verharmlosung heutiger Vorgänge unterstützt - und auch hier haben die USA eine Schlüsselstellung.
    Neutralität und unpolitische Haltung im klassischen Sinn ist heute nicht mehr möglich (auch ein Globalisierungseffekt!). Wer versucht, sich einer Stellungnahme zu entziehen, überläßt den Handelnden (also der Politik) das Feld, also unterstützt einer mit dieser Haltung das aktuelle Geschehen. Mit einer solchen Haltung haben viele Wissenschaftler und wissenschaftliche Organisationen (auch z.B. die Kirchen) diktatorische Zeiten zu überstehen versucht (besonders im Dritten Reich und in der Sowjetunion), denen wird nicht zu Unrecht besonders aus den USA vorgeworfen, sie hätten damit ihre Regime letztlich unterstützt. Für die aktuellen Fehlentwicklungen in den USA gilt das aber ebenso und der Vorwurf ist da ebenso berechtigt.
  • sehr schwierig und widersprüchlich

    05.03.2005, Rüdiger Biesold
    Natürlich ist der erste Impuls, die armen Kinder und die armen Eltern. Das nächste Problem, wie kann man dazu Stellung nehmen, ohne in unpassende Schubladen wie Nazi-Euthanasie oder Rassismus geschoben zu werden.
    Gleichwohl ist die hohe Kindersterblichkeit nicht allein zu sehen und ein sehr vielschichtiges Problem.
    Es geht nicht darum, als Europäer sozusagen die Vorherrschaft der Europiden abzusichern. Aber es muß möglich sein, die demographischen Folgen zu bedenken; es muß bei wünschenswert besserer Vorsorge und Abbau der Kindersterblichkeit auch und gleichzeitig um Absenkung der Geburtenrate gehen. Die Gattung Homo vermehrt sich sonst in noch kürzeren Zeiten selbst zu Tode. Bei noch schneller ansteigender Menschenzahl als ohnehin schon werden die Ressourcen noch schneller erschöpft, Kriege deswegen noch selbstverständlicher und die schlichte Ernährung samt Verteilungsmöglichkeit funktioniert auch nicht mehr.
    Was also macht es für einen Sinn, jetzt Kinder überleben zu lassen und Eltern Leid zu ersparen, die sich dann in absehbarer Zeit auf mehr oder weniger menschliche Art umbringen oder anders nahezu pandemisch verdursten und verhungern und natürlich eine unglaubliche Menge von Artgenossen "mitziehen". Das kann man nicht erst fragen, wenn es zu spät ist. In manchen Teilen der Welt ist es bereits zu spät, denn dort sind die Verteilungskriege samt Völkermord bereits Tagesgeschäft.
  • Tod ist nicht vermeidbar!

    05.03.2005, Dr. Ekkard Brewig
    ... sondern kann nur aufgeschoben werden. Es ist heute eine Frage des Wollens und Könnens geworden, dies zu tun. Dies bürdet uns ethische Entscheidungen auf, die wir bei zunehmender Weltbevölkerung nicht mehr leisten können. Die Kinder, die wir heute "retten", treten in der nächsten Generation mit noch mehr Kindern in Erscheinung, die zu "retten" sind. Familienplanung und Trauerarbeit mögen für viele in diesem Zusammenhang ein Reizthemen sein, aber sie sind unvermeidbare Konsequenz von all jener Retterei, die in den vergangenen 100 Jahren stattgefunden hat bzw. stattfindet.
  • Mutig, aber nur die halbe Wahrheit

    05.03.2005, Rüdiger Biesold
    Es ist für einen Wissenschaftler in den heutigen USA sehr mutig, gegen die Regierungspolitik zu protestieren. Er muß befürchten, von der Zuteilung weiterer Forschungsgelder noch mehr ausgeschlossen zu werden; ein sehr großer Anteil von Forschungsmitteln der USA sind verdeckte Militärquellen (auch die NASA lebt zu erheblichen Teilen davon). Leute mit oppositioneller Grundhaltung kommen da leicht auf den Index; auf den Index von Sicherheitsdiensten kommen sie mit Sicherheit auch noch. Es darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, daß auch versucht wurde Einstein aus den USA zu vertreiben, dessen Eigenständigkeit war schon zuviel.(Von der Herstellung des Massenvernichtungsmittels Atombombe hielt man ihn aus gleichen Gründen sowieso fern.)
    Aber auch dieser anerkennenswerte Mut ist nicht konsequent genug. Die geförderte Forschung für Milzbrand und ähnliches wird nicht (abgeschwächt: nicht nur) zur Abwehr von Bioterrorismus betrieben, da werden Biowaffen entwickelt. Alle bisher in den USA entdeckten Anschläge mit Anthrax enthielten Keime aus militärischen Forschungslabors eben der USA. Das beim Namen zu nennen und im Namen der US-Forschung dagegen zu protestieren wäre der notwendige Schritt.
  • Veranstalter?

    04.03.2005, Hubertus Feldmann
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    es wäre nett, wenn Sie zu solchen Artikeln wie dem o.g. auch einen Link zu dem Veranstalter plazieren könnten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hubertus Feldmann
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Feldmann,



    den Link auf die Veranstaltung und damit auch den Veranstalter finden Sie in der linken Spalte unter "Im Internet":



    Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.



    Mit besten Grüßen,



    Antje Findeklee, Redaktion