Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Informeller Narzissmus

    02.09.2005, Matthias Paul Scholz
    Sehr geehrter Herr Zinken,

    ein prima Artikel.

    Die angesprochenen Blogs sind meiner Ansicht nach aber nur die Spitze eines Eisbergs, der mit der zunehmenden Medialisierung unserer Erfahrenswelt immer größer zu werden scheint, nämlich der Verbreitung von Information schlicht um deren Verbreitung willen.

    Dabei scheint es für den Sender im Allgemeinen völlig irrelevant zu sein, ob diese Information für den Adressaten wichtig ist (wichtig in dem Sinne, dass sie die eigene Lebenswirklichkeit in irgendeinem Sinne merklich beeinflußt) - das Internet hat hier bekannterweise ja eine neue Dimension "informellen Narzissmus" aufgestoßen...

    Bei sinnentleerten Handygesprächen in der Straßenbahn oder den angesprochenen Weblogs mag das ja noch nur lästig sein (die muß man ja nicht lesen); führt es aber dazu, dass für mich relevante Information durch einen riesigen Haufen von derartigem Rauschen "zugedeckt" wird, so finde ich das bedenklich.

    Leider ist zu beobachten, dass auch vermeintlich "seriöse" Informationsquellen einem derartigem Trend zu unterliegen scheinen, besteht doch etwa die Tagesschau mittlerweile mindestens ebenso zur Hälfte aus derart reißerischen Bildern und Berichten, zum Beispiel fünfminütigen detaillierten Ausführungen über die Praktiken irgendeiner Kindermörderin in irgendeinem entfernten Teil Deutschlands.
    Warum muß ich das wissen??

    Interessanterweise ist hier eine Rückkopplung zwischen Produzent und Konsument zu beobachten - letzterer glaubt irgendwann tatsächlich, dass er eben genau das wissen muss (der Klassiker ist hier ja schon seit Jahrzehnten der Wetterbericht), ersterer vermutet, dass er aus genau diesem Grund wiederum derartige Informationen liefern muß...

    Der polnische Autor Stanislaw Lem hat ja schon vor vierzig Jahren prognostiziert, dass irgendwann niemand mehr gute Bücher lesen wird; nicht, weil niemand mehr liest, sondern weil man diese Bücher unter dem gewaltigen Haufen von schlechten nicht mehr findet.
    "Bücher" kann man hier mittlerweile getrost durch eine beliebige Art von Informationsquelle ersetzen.

  • Gerade recht

    02.09.2005, Paul R. Woods
    Gerade die Verbindung zwischen Ablehnung von Kyoto und höchstem Pro-Kopf-Energie-Konsum einerseits und den zunehmenden Schlechtwetterkatastrophen (Dürre, Regen, Sturm) scheint Herrn Bush jr. völlig abzugehen.

    Und der Anstieg der Öl- und Benzinpreise kommt doch seinem Klientel (Ölkonzerne und Saudis) doch gerade recht, wenn sie nicht sogar selbst an der Preisschraube drehen.

  • Woher haben die Waldorfschulen ihren Namen?

    30.08.2005, markus
    Sie stellten in der Rubrik "DenkMal" folgende Frage:

    Woher haben die Waldorfschulen ihren Namen?

    a) von einem Unternehmen
    b) von einem Ort
    c) von einer Person

    Eigentlich sind aber alle Antworten indirekt richtig, da der Name der Zigarettenfabrik "Waldorf Astoria" auf Johann Jakob Astor und dessen Geburtsstadt Walldorf (Baden) zurückzuführen ist.

    Gruss Markus
  • Anitdepressivum erhöht Rate von Suizidversuchen

    26.08.2005, Dr. med. Klaus Limpert
    Im Prinzip ist das ein "alter Hut".

    Die Stoffgruppe der Serotonin- Antagonisten hat die Eigenschaft, zunächst die Antriebshemmung zu beseitigen und dann, deutlich später, die Stimmung aufzuhellen. Ein schwer depressiver Mensch sieht sich selber schon lange im Abgrund, fühlt sich aber zu sehr gelähmt, um daraus die (tödliche) Konsequenz zu ziehen. Es erstaunt, daß Standardwissen Gegenstand einer Untersuchung wird. Eine ketzerische Frage: Wieviele der untersuchten Probanden waren denn mit ihren Selbstmord- Versuchen erfolgreich? Man braucht schon ein sehr strapazierfähiges Gemüt, um so mit seinen Mitmenschen umzugehen.
  • Urinbetriebene Batterie

    17.08.2005, Dr. Werner Kohl
    Der Titel urin"betriebene" Batterie klingt gut als Aufmacher. Er ist aber physikalisch-chemisch gesehen falsch: Urin wirkt hier nur als Elektrolyt und nicht als Energiequelle. Letzere ist der in der Batterie enthaltene Magnesiumstreifen. In der englischsprachigen Originalveröffentlichung heißt es deshalb auch richtigerweise urine-"activated" battery.
  • Fehler durch Sonneneinstrahlung - nachts?

    15.08.2005, Sven Ederer
    Es erscheint mir bereits recht merkwürdig, dass der systematische Fehler durch eine 20 jährige Weiterentwicklung von Meßgeräten eine lineare Tendenz exakt verdecken kann. Der Meldung nach ist der Fehler bedingt durch fehlerhafte Berücksichtigung der Sonneneinstrahlung. Dann sollte ja eine Differenz der Tendenzen zwischen Tag und Nacht-Messungen zu beobachten sein. ist das in 20 Jahren niemanden aufgefallen?
  • ... oder doch eher ein PR-Desaster?

    15.08.2005, Erik Geibel
    Die Thorie vom inszenierten Abschied ist nicht unplausibel. Schließlich würden durch eine Einstellung des Shuttle-Programms viele Mittel für die Entwicklung eines neuen bemannten Transportsystems frei. Die ISS würde dann zwar niemals ein leistungsfähiges Orbitallaboratorium werden, aber als (dann schon alternde) Ausgangsbasis für die Rückkehr zum Mond taugte sie vielleicht gerade noch. Den hochfliegenden Plänen der US-Regierung ("zurück zum Mond und weiter zum Mars"), bei denen wissenschaftliche Effizienz eh nicht an erster Stelle steht, täte dieses Szenario also keinen Abbruch.



    Dennoch war der Discovery-Flug auch eine mediale Peinlichkeit: Nicht einmal das Basisproblem, der von Aussentank abfallende Schaumstoff, wurde in den zweieinhalb Jahren seit dem Columbia-Unglück gelöst. Die umfassende Videoüberwachung des Startes und des Fluges hat zwar viele spektakuläre Bilder geliefert, aber der interessierten Öffentlichkeit auch demonstriert, mit wie vielen "Kinderkrankheiten" die betagten Shuttles noch immer zu kämpfen haben. Auch konnte man den Eindruck gewinnen, die verantwortlichen Ingenieure trauten dem Hitzeschild der Fähre nicht mehr weit über den Weg - schließlich beruht das Ergebnis der Untersuchung zum Columbia-Unfall, dieser sei von einem Stück abgelösten und vereisten Schaumstoff ausgelöst worden, lediglich auf Indizien. Bedenklich doppelbödig zeigte sich die NASA aber bei der Entscheidung, einen riskanten Aussenbordeinsatz zu wagen, um zwei überstehende Schnipsel zu entfernen, die es wohl bei den meisten Shuttleflügen gab und die wahrscheinlich keinerlei Bedrohung darstellen. Es kann nicht weit her sein mit "safety first", wenn für diese schon fast glossenhafte Inszenierung die Sicherheit eines Astronauten gefährdet wird. Meine Empfehlung: Mit den Russen zur ISS fliegen und mit dem gesparten Geld ein Dutzend leistungsfähiger interplanetarer Sonden oder Weltraumteleskope bauen. Ein Shuttle sollte nur noch einmal fliegen: Zur Reparatur von Hubble, dass sich wesentlich besser bezahlt gemacht hat als Shuttle und ISS.
  • bitte nicht schon wieder...

    13.08.2005, Peter Mayer
    "... gut zehnmal größer als..." Das ist hier eine Wissenschaftszeitung und kein Käseblatt. Korrekte deutsche Grammatik solte da eigentlich selbstverständlich sein. Also bitte "... gut zehnmal so groß wie..."
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Mayer,



    vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie machen ganz richtig darauf aufmerksam, dass "zehnmal größer als ..." und "zehnmal so groß wie ..." sachlich unterschiedliche Aussagen sind. (Grammatikalisch korrekt sind übrigens beide).



    Im konkreten Fall ergäben sich streng genommen aus der zunächst angenommenen Größe der Galaxie von 10 000 Lichtjahren unterschiedliche exakte Erkenntnisse: Die "zehnmal größere" Galaxie wäre 110 000 Lichtjahre, die "zehnmal so große" 100 000 Lichtjahre groß.



    Tatsächlich wollten die Forscher allerdings im konkreten Artikel keine ganz exakten Daten sondern nur ungefähre Schätzungen präsentieren. Sie spekulieren im Orginalartikel wenig praxisrelevant sogar darüber, ob die Grenzbereiche von Galaxien nicht ohnehin ad infinitum auslaufen, also überlappen. Eine ganz konkrete - auch sprachliche - Festlegung erscheint für die vorliegende, eher vage Schätzung also wohl nicht unbedingt angebracht.



    Fälle, bei denen englische Ausdrücke wie "two times as big" etwa mit "zweimal größer" falsch übersetzt werden, sollten natürlich vermieden werden - wir bemühen uns weiterhin darum.



    Mit freundlichen Grüßen

    Ihre spektrumdirekt-Redaktion
  • War der Gärtner tatsächlich der Mörder?

    07.08.2005, Peter Osterwald
    Hätte die Redakteurin ihre Recherchen ordentlich gemacht, würde sie auf den Fall Peter Hankin (03/2003) im Mordfall Annalisa Vincentini (2002) gestoßen sein. Ein Fall bei dem bis heute nicht klar ist, warum die DNA-Probe überstimmt, der vermeintliche Täter zum Tatzeitpunkt aber definitiv nicht am Tatort sein konnte. Folglich ziehe ich die Aussage des Artikel, dass man der DNA-Probe trauen könnte, doch arg in Zweifel. Zumal eben diese auch nur auf Wahrscheinlichkeiten beruht, wie der Fingerabdruck.
    MfG
    P. Osterwald
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Osterwald,




    es war keinesfalls meine Absicht zu behaupten, eine DNA-Anlyse sei absolut sicher. Sie unterscheidet sich vom Fingerabdruck und anderen Methoden jedoch dadurch, dass die Irrtumswahrscheinlichkeit relativ genau bekannt ist und auf einen sehr kleinen Wert reduziert werden kann - doch auch der lässt natürlich Raum für Fehler. So bedeutet eine Genauigkeit von 99,9999 Prozent nicht mehr, als dass unter 1 000 000 getesteten Personen mit einer Übereinstimmung ihres genetischen Fingerabdrucks mit der Vergleichsprobe zu rechnen ist. Eine nach wissenschaftlichen Standards durchgeführte Analyse wird nie ergeben, ein DNA-Test habe mit absoluter Sicherheit eine Übereinstimmung zweier Proben ergeben.




    Der Vorteil der DNA-Analyse gegenüber beispielsweise dem Fingerabdruck liegt jedoch darin, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit bekannt ist. Es könnte sogar sein, dass der Fingerabdruck tatsächlich einzigartiger ist als ein DNA-Test. Solange jedoch behauptet wird, eine Methode sei zu 100 Prozent sicher und die tatsächliche Fehlerquote auf Grund fehlender Untersuchungen nicht berechnet werden kann, ist jede Methode unglaubwürdig.




    Gerade um in Fällen wie dem von Peter Hamkin ein gerechtes Urteil fällen zu können, müssen dem Gericht so viele glaubwürdige Indizien wie möglich vorliegen - und genau deswegen sollten alle verfügbaren Beweismittel wie beispielsweise Fingerabdrücke und Haare nach Standards untersucht werden, um ihnen Glaubwürdigkeit auf einer wissenschaftlichen Grundlage und nicht auf Grund von nicht überprüfbaren Behauptungen zu verleihen.




    Mit freundlichen Grüßen




    Carola Häring
  • Wissenschaft ratlos wie die Politik

    03.08.2005, Stefan Pschera
    Ist der Artikel nun Wissenschaft oder ein Bildzeitung oder Freenet.de-Bericht ? Wir leben in der Spassgesellschaft. Und Quoten sind wichtig.

    Meiner Meinung ist es oberflächlich, was da "erforscht" wurde. Das mathematische Modell enthält Fehler und damit auch das Ergebnis!

    Das Leben besteht aus Details und diese sind täglich anders. Und der Mensch, auch die Frau, hat die Fähigkeiten, dies dank Sinnesorgane und Gehirn zu erkennen. Also kann es sein, das ein handgepflückter Blumenstrauss heute wirkt, morgen nicht.

    Als allgemeine Aussage ist die Quintessenz des Artikels höchstens kulturzeitlich nützlich. Wir leben in einer, dank materiellen Wohlstand, flachen Welt. Höchste Zeit zur Änderung. Die Zeichen sind gut in Deutschland.



  • Das Messwertproblem

    03.08.2005, Dr. Gilbert Brands
    Widersprüchliche Ergebnisse im medizinischen Bereich kann man zu allen möglichen Themen beobachten. Das Problem dabei ist, dass es sich hierbei vorgeblich um Langzeitstudien handelt, die aber gar nicht angefertigt wurden. Durch die Digitalisierung von Krankenakten steht immer mehr statistisches Material zur Verfügung, dass zwar mathematisch-korrekt ausgewertet wird, die Relevanz der Datenbasis in Bezug auf die gesuchte Aussage aber meist völlig unklar ist (z.B. kann Krankenhausmaterial ausschließlich von einem bestimmten Patientenkreis stammen und damit überhaupt nicht repräsentativ für die normale Bevölkerung sein). Meist lässt sich das nicht einmal ermitteln, aber für die Wissenschaftler ist eine Veröffentlichung eben eine Veröffentlichung und die Medien berichten überwiegend das Ergebnis, ohne nach dem woher zu fragen (auch wenn sie dabei dem eigenen Artikel der letzten woche widersprechen).
  • Bitte mit Salz

    03.08.2005, Manfred Görner
    Ich glaube, dass die Hausärzte, die ihre Patienten betreuen, immer noch am besten wissen, ob und wieviel Kochsalz für den jeweiligen Körper jeweils verträglich oder sogar nötig sind.
    Deshalb sollte man auch bei diesem Thema, so meine ich, mit Verallgemeinerungen "vorsichtig" sein.
    Im Übrigen ein ganz großes DANKESCHÖN an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses so ausgezeichneten Online-Dienstes, dessen eMails morgens als Erstes geöffnet werden. Wissenschaft-online gehört zum Frühstück wie das Ei "aber bei mir "bitte mit Salz".
  • Eizellen aus transplantierten Knochenmarkstammzellen?

    30.07.2005, Dr. Helmut Hudler
    Wenn das alles so stimmt, dass müßte bei einer kleinen Zahl von Frauen, die vor einer Geburt eines Kindes eine Bluttransfusion erhalten haben, ein Kind aus einer Spenderzelle, die zur Eizelle wurde, nachzuweisen sein, was mit diversen Methoden des Vaterschafts- ("Mutterschafts-") Nachweises abklärbar wäre.
  • Ist Ihr Artikel auf dem aktuellsten Stand?!?

    27.07.2005, Damian Vollmert
    Spektrum Direkt steht für mich seit ich Mitglied bin für aktuellste Wissenschaftliche Nachrichten. Bei diesem Artikel jedoch muss ich staunen. Ihr Eingangssatz, "Zuviel Salz im Essen gilt als eine der Hauptursachen von Bluthochdruck und damit auch von Herz- Kreislauf- und Nierenerkrankungen." scheint mir nicht auf der Höhe der wissenschaftlichen Zeit und Erkenntnis angekommen.

    Da ich mich nicht nur online über wissenschaftliche Themen informiere, sondern auch gerne (zugegebener Maßen teils populär-)wissenschaftliche Sendungen im TV verfolge, kann ich nicht umhin anzumerken, dass sich kürzlich im WDR die Sendung "Quarks & Co" mit dem Thema Salz beschäftigte. Dort wurde vehement der These entgegengetreten, dass Kochsalz den Blutdruck erhöhe. Laut aktueller (und auch älterer) Studien ist es laut "Quarks & Co" nicht erwiesen, dass Kochsalz den Blutdruck erhöht. Es wurde darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Lebensnotwendigkeit von Natriumchlorid für den Körper unverantwortlich sei, dies unter Ärzten immer noch zu propagieren.

    Was ist denn nun korrekt? Ein Statement hierzu würde mich doch brennend interessieren.

    Beste Grüße
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Vollmert,



    die Antwort lautet: Man weiß es nicht genau. Es gibt Studienergebnisse, denen zufolge Kochsalz den Blutdruck erhöht, und solche, die keinen Effekt erkennen lassen.



    Klar ist jedoch inzwischen, dass es Menschen gibt, die erheblich empfindlicher auf Salz reagieren als viele andere - für diese kann Salz wirklich zum Problem werden. Dementsprechend empfehlen immer noch viele Ernährungswissenschaftler und Organisationen, vorsichtshalber maßvoll mit Salz umzugehen. Sie warnen aber gleichzeitig davor, dass gerade ältere Menschen beispielsweise unter Salzmangel leiden können. Im Zweifelsfall sollte daher jeder für sich mit seinem Arzt die angepassten Ernährungsgewohnheiten abstimmen.



    Beste Grüße,



    Antje Findeklee, Redaktion
  • Nicht dafür ist nicht dagegen

    25.07.2005, Heemann
    Wie?
    "Doch bewerteten die, die angegeben hatten, für einen Kandidaten zu sein, ihn nun deutlich negativer als die Gegner des anderen."
    Sind nicht - trotz aller feinen Unterschiede, auf die hier abgehoben werden soll - die Befürworter des einen nicht auch die Gegner des anderen? Das ist doch letztlich sogar die Quintessenz dieses Artikels.
    Was mit obigem Satz gemeint ist, kann man m.E. nur erahnen, nicht verstehen.
    Ist eine Korrektur unter gleichem Link möglich, um alles wirklich besser zu verstehen?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Heemann,




    Sie haben natürlich völlig Recht damit, dass die Befürworter des einen Kandidaten zugleich Gegner des anderen sind. Allein der zugegeben subtile Unterschied in der Frage nach der Präferenz ("Sind Sie für A?" statt alternativ "Sind Sie gegen B?") entschied darüber, wie sehr später zusätzliche Informationen eine Meinung beeinflussen konnten - andere Unterschiede gab es nicht.



    Die Quintessenz ist somit, dass sich der Kontext (also in diesem Fall die leicht unterschiedliche Art der Fragestellung) völlig unabhängig von Informationen (denn die waren für alle gleich) auf die Konsistenz einer Meinung auswirken kann. Anders gesagt: Für die Meinungsinhaber ist es eben doch ein feiner (wenn auch unbewusster) Unterschied, ob sie für einen Kandidaten oder gegen dessen Gegner waren.



    Mit freundlichen Grüßen,



    Carola Häring