Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Bitte nicht!

    21.06.2005, Susanne Schoofs
    Könnte es sein, daß "Nano-Kieselerde" evtl. anders verstoffwechselt wird als "normale" ? Ich hoffe, die Frage wird beantwortet, BEVOR dieser Pseudoschaum den Weg in die Biergärten findet.

    Der Spieltrieb der Forscher sei in allen Ehren gewürdigt und vielleicht ist die Schaumforschung noch zu was anderem nütze, aber ICH WILL kein Bier mit getrickstem Dauerschaum.



  • kreationismus

    20.06.2005, goerke
    Kreationismus ist ein religiöser Fundamentalismus mit bigotten Wurzeln in England, der Begriff wird Anfang der 20er Jahre von Harold Clark geprägt. Die Kreationisten sehen den biblischen Schöpfungsglauben durch die Naturwissenschaften bedroht, jeder wahre Christ muss Darwins Evolutionslehre ablehnen. Die ohne Irrtümer und innere Widersprüche überlieferte Bibel ist ewige Wahrheit und göttliche Offenbarung zugleich, ihr Weltbild ist statisch und kann unbegrenzt in die Zukunft projiziert werden. Die Erde ist immobil und flach (Psalm 104:5), Kontinente und Meere waren immer wie heute, Lebewesen und Rassen immer wie von Gott geschaffen. Tiere sind immer nur ausgestorben, eine Evolution durch Anpassung und ein Nacheinander der Arten ist ausgeschlossen.

    Für die katholische Kirche ist dagegen seit 1996 die Evolution mit der Bibel vereinbar, wodurch die Kreationisten einen Zweifrontenkrieg führen. Das zwingt sie zu wissentlichen Falschaussagen, verdrehten Fakten, zu Referenzen von Magazinen die nicht existieren und zu Nennung von Autoren die nie etwas geschrieben haben. Zur gängigen Methodik der Kreationisten gehört in Nebensätzen fragwürdige Fakten als gegeben hinzustellen, logische Folgerungen umzukehren, Behauptungen ohne jede Grundlage aufzustellen, Beweise dazu schuldig zu bleiben und wesentliche Erkenntnisse der Wissenschaft zu leugnen. Die Internetpräsenz der fundamentalistischen Sekten belegt ein lukratives Geschäft mit der Einfalt, zumal weit über 20 fromme Satellitenkanäle nicht gerade billig sind.

    Die Monotheistischen Religionen pflegen das fatale Dogma ausschließlich Gläubige werden gegen Gebühr gute Menschen, alle Anderen sind schlecht und irgendwie auszurotten. Der Religionsfanatiker und Jurist C. Merl aus Augsburg hat 2005 öffentlich verkündet „die Einwohner von Sodom und Gomorra hatten gesündigt, waren für Gottes Experiment nicht mehr zu gebrauchen und deswegen zur Vernichtung freigegeben“. Auf dieser biblischen Tradition basierte unter anderem der Rassenwahn der Nationalsozialisten, wer fest an die Bewegung glaubt ist gut, treu und heldenhaft. Alle Nichtgläubigen sind dagegen als Untermenschen zu vernichten.
    Ein Grippevirus benötigte nur 4 Tage zur Mutation durch Zufall, um gegen den neuen Wirkstoff OSELTAMIVIR resistent zu werden, welcher entwickelt wurde seine Verbreitung zu verhindern. Von allen Primaten ist das Erbgut des Schimpansen dem modernen Menschen am nächsten und unterscheidet sich nur um 1,6 %, das ist deutlich weniger als zwischen Afrikanischen und Indischen Elefanten. Das Erbgut des vor 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertalers weicht um einen höheren Wert ab. Vor etwa 4,5 bis 7 Millionen Jahren gab es nach Funden wie in Mille/Äthiopien und Tansania einen aufrecht gehenden Affenmenschen und davon abstammend mehrere Menschenarten. Das erste heute bekannte Auftreten des modernen Menschen als „Omo 1“ Fossile aus Äthiopien liegt 195.000 Jahre zurück. Die 1997 und 2000 untersuchte mitochondriale DNS des Neanderthalers war vor 0,5 Millionen Jahren noch gemeinsames Erbgut mit dem modernen Menschen. Durch einen vererbten DNA-Kopierfehler auf dem Y-Chromosom der Männer konnte die Abstammung der Europäer, Asiaten und Nordamerikaner über 2.000 Generationen zurück verfolgt werden bis auf einen noch heute in Kirgisen siedelnden Stamm, dessen Wanderung von Afrika zur Behringstraße dort vorzeitig endete und sesshaft wurde.
    Es gab viele Schriften unterschiedlicher Qualität über einen Messias in Aramäisch als internationale Sprache der Zeitenwende wie das Nazaräer Evangelium, das Hebräer Evangelium, das Evangelium der Zwölf oder einzelne Jesus Logien, die alle nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Die Evangelisten haben ab 100 A.C. ihnen bekanntes Material und Hörensagen zusammengedichtet und in ihrem griechischen Text persönliche Akzente gesetzt um für sie Unverständliches zu erklären. Die Auferstehung Christi als zentrales Dogma der Christenheit wurde dazugeschrieben, im ältesten Text wurde von einem leeren Sarg berichtet. So ist es auch mit den heiligen drei Königen und deren namentlicher Nennung. Die Teilung des roten Meeres durch Moses ist ein Übersetzungsfehler, im alten Text ist von einem Schilfmeer die Rede, die Sintflutgeschichte wurde vom sumerischen Gilgamesch Epos abgeschrieben. Bereits der von Papst Damasus I beauftragte Bibel-Verfasser Hieronymus schrieb seinem Auftraggeber, dass in den vielen differierenden Lesarten schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist.

    Nach der Erhebung zur Staatsreligion im Jahr 380 A.C. hat die Kirche in Rom systematisch alte urchristlichen Schriften verbrannt, sofern sie die den jeweiligen Dogmen zuwiderliefen wie etwa die Schriften des „Origenes“ oder die gesamte Bibliothek in Alexandria. Die im Jahr 392 A.C. entstandene „Vulgata“ wurde 1590 wurde unter Papst Sixtus V. als revidierte authentische Bibel „Editio Sixtina“ herausgegeben und kirchenamtlich für „fehlerlos“ erklärt. Sie war voller Fehler, wurde von der Kirche notgedrungen unterdrückt und 1592 A.C. unter Papst Clemens VIII durch die fehlerlose „Editio Clementina“ ersetzt. Auch sie enthielt viele Fehler und wurde erneut ersetzt. Die Rede von einer gefälschten Bibel ist weitaus zutreffender als die kirchliche Behauptung des Gegenteils. Warum die Kirche die Bibel zeitweilig auf den Index der verbotenen Schriften gesetzt und deren Besitz bei Todesstrafe verboten hat, ist mit ewiger göttlicher Wahrheit unvereinbar.

    Besonders in den USA hat religiöser Fanatismus viele Absurditäten produziert wie 1925 den Affenprozess gegen den Lehrer Scopes, der trotz Verbot Darwins Evolutionslehre unterrichtete und zu einem Monatslohn Strafe verurteil wurde. In Kansas verlor Biologielehrer Stan Roth seinen Job, er bezeichnet die kreationistische Erklärung über den Ursprung des Lebens als unwissenschaftlich und weigerte sich es so zu unterrichten. Daraufhin machte die Schülerin Anna Harvey Front gegen den Pädagogen, der nach 40 Jahren Schuldienst gefeuert wurde. In den USA erfolgte 1986 die Trennung von Kirche und Staat mit dem Verbot Religion zu unterrichten. Darauf haben die religiösen Aktivisten die Taktik gewechselt und betreiben „Intelligent Design“ unter dem Deckmantel einer Wissenschaft ohne Reizworte wie Gott oder Schöpfung. Diese Wissenschaft beruht gemäß den Kreationisten auf strengster innerer Redlichkeit, die Herkunft und Entwicklung des Menschen ist durch den „Creator“ zweifelsfrei gegeben und wissenschaftlich nicht nachvollziehbar. Ziel ist es damit den ersten Zusatzartikel der USA-Verfassung zu unterlaufen und Religion als „Wissenschaft“ getarnt im Schulunterricht zu etablieren.

    Die Glaubenskrieger geben nicht auf und erringen eine Reihe von Siegen. Die kalifornische Schulbehörde wird in den 90er Jahren zu 225,000 US$ Schadensersatz verurteilt, weil sie dem „Institute for Creation Research“ die Wissenschaftlichkeit abspricht. 1995 werden Schulbücher in Alabama mit Stickern beklebt, nach denen die Evolution "eine umstrittene Theorie ist, die nicht als Tatsache angesehen werden darf". In Kentucky müssen Buchseiten zum Thema "Urknall" überklebt werden. In Louisiana und Arizona müssen Lehrer vor Lektionen über Darwins Lehre Warnungen verlesen. In Dover County wird moderne Biologie nur noch mit Warnhinweisen verabreicht, die Evolutionslehre sei nur eine mit "Lücken und Problemen" behaftete Theorie. Als besonderer Erfolg zählt 1999 das Verbot durch die Schulbehörde von Kansas im Unterricht Evolution und Urknall in staatlichen Leistungsprüfungen abzufragen oder zu erwähnen.

    Etwa 55% aller Amerikaner glauben fest an die biblische Schöpfung und nur 35% halten die Evolutionslehre für wissenschaftlich fundiert. Bigotte Studenten ausgestattet mit Schmalspurwissen und Aberglauben haben Probleme an den bekannten Eliteuniversitäten. Für Wissenschaftler ist das Leugnen von Fakten und Erkenntnissen fatal für Beruf und Karriere und niemals durch schlichte Einfalt zu kompensieren. Überzeugte Kreationisten wie Glenn Morton, der als Seismologen und Geologen sein Geld verdient, haben schnell den religiösen Unsinn hinter sich gelassen. Kongressmitglieder wie William J. Bryan und Tom Delay behaupten dagegen Darwins Lehre sei schuld am Drogenproblem, der Kriminalität, an 100 Millionen Toten in den Weltkriegen, den Schiessereien in den Schulen und dergleichen mehr. Hingegen steht Kreationismus für gute Regierung, echtes Familienleben und wahre Wissenschaft. Diese Aussage bzw. krasser Unsinn belegt, dass Kreationismus eine Sekte ist mit all den negativen Eigenschaften. Der bekannteste Vertreter der schlichten Einfalt bei reduziertem IQ ist der Präsident Georg W. Bush jun. Sein Vorgänger Ronals Reagan stand ihm in nichts nach, vor wichtigen Entscheidungen suchte er immer einen Wahrsager auf. Mit 135 Millionen US$ an Zuschüssen wurde eine Warnschrift an den US-Schulen verteilt, nach der Mädchen schwanger werden wenn sie Jungen nur in den Schritt fassen, AIDS wird schon durch Berührung übertragen und Kondome führen in 30% der Anwendung zur Schwangerschaft (in Realität sind es unter 2%).
    Große Teile der US-Bevölkerung können nicht zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft unterscheiden. Dies geht aus den „Science and Engineering Indicators 2002“ der „National Science Foundation“ hervor. Obwohl der weitaus größte Teil der Bevölkerung vorgibt sich für Wissenschaft und Technik zu interessieren, ergibt sich daraus keinerlei vertiefte Kenntnis. Nur 54% der Befragten wussten, dass die Erde 1 Jahr benötigt die Sonne zu umkreisen. Nach einer Gallup Umfrage von 2004 glauben 45% aller Amerikaner, dass Gott die Menschen in den letzten 10.000 Jahre zusammen mit den Dinosauriern geschaffen hat. Nur 1/3 der US-Bevölkerung ist fähig die Vorgehensweise einfacher wissenschaftlicher Untersuchungen zu erläutern. Zu diesem Bild der schlichten Einfalt passt auch, dass 7% der Amerikaner totale Analphabeten sind und weitere 8% allenfalls den eigenen Namen schreiben kann. In der Summe an ungebildeten Idioten entspricht das etwa der Bevölkerung von Spanien oder Frankreich oder England.
    Die modernen Datierungen von Fossilien durch den Zerfall von Nukliden mit Halbwertzeiten von 1.000 bis 5 Millionen Jahren, durch Dendrologie, durch Kalkbildung in Sedimenten, durch Nachweis seltener Spurenelemente, durch Röntgen Luminizens, durch Eisbohrkerne aus Grönland und der Antarktis, durch eingeschlossene perfekt erhaltene Insekten und Samen im Bernstein sind für Kreationisten alle falsch. Als pseudowissenschaftliche Begründung muss jede Uhr eine Feder haben, die immer wieder aufgezogen werden kann. Hätte die Erde ein Alter weniger als 10,000 Jahre und nicht 4,5 Milliarden Jahre, dann müssten etwa 40 schnell zerfallende Nuklide in großen Mengen nachgewiesen werden können, aber nichts dergleichen. Die Kreationisten behaupten als Ausweg der radioaktive Zerfall, der mit 2% Genauigkeit bekannt ist, sei nicht konstant.

    Fossilien in geologischen Schichtungen wie die Saurier wurden von Gott angelegt um uns zu verwirren und unseren Glauben zu prüfen. Eine biblische Erwähnung gibt es nicht. Wenn Fossilien von Saurier nur in bestimmten geologischen Schichten gefunden werden, hat das nichts mit deren Aussterben vor 65 Millionen Jahren zu tun, sondern ist nach „EVOLUTION FACTS INC, Tennessee“ darauf zurückzuführen, das sie sich schneller laufend als andere vor der Sintflut in Sicherheit bringen wollten. Versteinerte Fußspuren in Glenn Rose und Antelope Springs beweisen nach Auslegung der Kreationisten die gemeinsame Existenz von Menschen und Sauriern. Saurier, die zufällig die Sintflut überlebt haben, sind danach ausgestorben weil auf Jahrzehnte Vulkanismus jegliche Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche blockierte. Wie die 100 Millionen anderen Arten zusammen mit den Menschen den Vulkanismus ohne Nahrung überdauert haben, das verraten die Kreationisten nicht.

    Das Licht der Milliarden Lichtjahre entfernten Sterne erreichte die Erde sofort nach der Schöpfung, weil Gott es am ersten Tag in Erdennähe schuf. Licht das älter als 6.000 Jahre erscheint, ist nur eine Filmvorführung Gottes. Dr. Russell Humphreys vom ICR (Institut of Creation Research) änderte mit von ihm postulierten „weißen Löchern“ im Universum Einsteins Relativitätstheorie dahingehend, dass die Lichtgeschwindigkeit kein konstanter Wert ist, Millionen Fach größer sein kann und damit darauf basierende Erkenntnisse falsch sind. Wir können das wirkliche Licht ferner Sternen nicht sehen und somit auch nicht untersuchen. Wegen der erdnahen Schöpfung des Lichts gab es bereits Pflanzen auf der Erde bevor die Sonne existierte. Die Krater von Mond und Mars und die Ringe des Saturn sind nach Dr. Henry Morris vom ICR sichtbare Schäden aus dem Kampf zwischen Satan und Erzengel Michael. Das ist Kaffeesatz lesen auf dem geistigen Niveau von Superman und Spiderman. Seitdem das ICR sogar Doktortitel als „Kämpfer für das Christentum“ vergeben kann, ist ein Titel für Dr. Donald Duck möglich geworden, repräsentiert er doch kämpferisch die heile Familie in der US-Gesellschaft.

    Man kann die alten Bibeltexte von Genesis und Sintflut nur im Kontext mit dem jeweiligen Weltbild sehen. Die Erdenscheibe schwimmt auf dem Urmeer, darüber sind die Firmamente wie Käseglocken gestülpt und die Himmelskörper daran aufgehängt. Zur Sintflut hat Gott die Bodenventile der Erdenscheibe geöffnet und sie ist tief im Urmeer versunken. Danach ist sie wieder aufgetaucht und alles Leben auf der Erde ausgenommen das in der Arche Noah war vernichtet. So erklären die Kreationisten auch die Milliarden an Versteinerungen von Meerestieren in den Wüsten und auf Bergen wie auf dem 700 m hohen Zentralplateau von Saudi Arabien, die alle während der 10 Sintflutmonate entstanden sein sollen und nicht in Realität als Meeresboden bis vor etwa 15 Millionen Jahren.

    Der Grieche Erathostenes (275 – 194 B.C. aus Kyrene) hatte recht genau den Umfang der runden Erde berechnet, einen Kosmos mit Kugeln als Planeten postuliert und einen Sternenkalender mit 675 Positionen erstellt. Er war der dritte Bibliothekar der von Ptolemaios gegründeten Bibliothek in Alexandria. Die Verbreitung derartiger Erkenntnisse war mangels Druck- und Kopierverfahren extrem gering, nur ganz wenige Menschen konnten lesen, noch weniger konnten schreiben und kaum jemand hatte genug Vermögen sich sehr teure Abschriften zu leisten. Vieles von dem wenigen Wissen ging durch den Brand der ersten Bibliothek in Alexandria im Jahre 48 B.C. verloren. Die wieder aufgebaute Bibliothek wurde 391 A.C. endgültig von den Christen der Amtskirche in Rom zerstört.

    Ob seine Sprache überhaupt zwischen diversen Dingen unterscheiden kann, bestimmt offensichtlich wie der Mensch die Realität seiner Umwelt wahrnimmt und wiedergibt. Keine Sprache kennt Begriffe für Dinge, die in der Umwelt und Mythologie nicht vorkommen. Wenn Nostradamus in seinen Alpträumen wirklich Flugzeuge, Panzer und Raketen gesehen hat, mit welchen Worten hätte er das seinen Mitmenschen erklären können ohne der geistigen Kontrolle unangenehm aufzufallen. Die heilige Inquisition hätte ihn sofort auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die belgischen Flamen haben eine Kommissionen gegründet, um ihren alten holländischen Dialekt durch Erfindung neuer Kunstworte etwa für Atomspaltung, Computer und Relativitätstheorie auf „modern“ zu trimmen. Es gibt heute noch Indianerdialekte wie den der Piraha, die keine Zahlworte kennen und in deren Begriffswelt Vergleiche wie „mehr als“, „weniger“ und dergleichen unbekannt sind.

    Menschen und Tiere auf der Unterseite einer Kugel mit dem Kopf nach unten hängend, so etwas gibt es nicht. Was kann ein schreibender religiöser Eremit im Zweistromland über Ebbe und Flut wissen, über Seebeben, Zyklone, Gletscher, die Eiskappen der Pole, die langsame Versalzung von Kulturland usw. Was könnte er schreiben über die Berge des Himalaja und der Anden, die ohne künstliche Beatmung langfristig nicht zu besteigen sind oder die Biotope des Regenwaldes im Amazonasdelta, welche ohne jeden Humus trotz immenser Regenmengen Millionen von Tierarten und einzigartige Lebensräume hervorbringen. Typische Vertreter sind Hunderte von Kolibriarten, die mit speziellen Schnabelformen auf wenige Blüten als Nahrung angewiesen sind. Sie sind unfähig im Körper Energievorräte für mehr als einen Tag anzulegen und verhungern ohne ihre ständig verfügbare Spezialnahrung umgehend.

    Die Verfasser der Bibel hatten keine Vorstellung über die Dauer der Menschwerdung, die extrem langsame Entwicklung von Kulturen und Techniken und kannten keine zuverlässige Zeiteinteilung. Bis zum heutigen Verständnis des Vulkanismus galten zum Beispiel die exakten Aufzeichnungen von Plinius dem Jüngeren über den Vesuvausbruch im Jahre 79 A.C. als reine Phantasie, weil die genaue Beschreibung phyroplastischer Ströme nicht nachvollziehbar war. Im Mittelmeerraum hat es damals keine Äpfelbäume gegeben, die von Eva im Paradies im Paradies gereichte Frucht der Erkenntnis war – wenn überhaupt - eine Feige. Zur bekannten Welt der Bibelverfasser gehörten wenige Tiere einer Halbwüste wie Ziege, Schaf, Esel, Kuh, Kamel, Hund, Katze, Huhn und einige Vögel. Adam und Eva kamen bekleidet aus dem Paradies, haben ihren Bauernhof bewirtschaftet und mit Ochsen die Felder bestellt. Ihre Kinder bauten bereits feste Häuser oder wohnten in Zelten aus gewebten Stoffen, spielten Flöte und Zither, haben Erze und Eisen geschmiedet und kannten gemäß ägyptischer und babylonischer Artefakte die Schrift. Die komplexe menschliche Zivilisation ist in nur einer Generation buchstäblich vom Himmel gefallen.

    In Realität haben die Frühmenschen Millionen Jahre als nomadisierende Clans von Jägern und Sammlern überlebt, haben Raubtieren die Beute abgejagt, in Höhlen Schutz gesucht, wurden als Fischer sesshaft, haben erste Laubhütten gebaut, begannen Feldfrüchte und Wildtiere zu domestizieren, haben erste Siedlungen befestigt und sind mit Erfindungen wie Feuer, Rad, Pflug, Keule, Speer, Pfeil mit Bogen, Schleuder und Keramik sowie der Vorratshaltung in der Jungsteinzeit angekommen. Erste Steinwerkzeuge aus Gona in Äthiopien sind bereits 2,6 Millionen Jahre alt. Auf dem sehr langen Weg gab es hoch entwickelte Kulturen, wie die Felsenmalereien in Südfrankreich, Spanien und der Sahara belegen. Die frühesten menschlichen Siedlungen in Palästina mit noch ungebrannter Keramik sind weit über 12.000 Jahre alt. Auf die Steinzeit folgte die Kupferzeit, die Bronzezeit mit der Sintflut, die Eisenzeit und die Moderne mit Altertum, Mittelalter und Neuzeit. Eine so lange Entwicklung ist nicht in Einklang zu bringen mit den 77 biblischern Generationen zwischen Schöpfung und Messias, deren Lebenszeit auf über 900 Jahre gestreckt wurde. Spielereien mit der Zahl 7 sind mythischer Klimbim der monotheistischen Religionen. Der Tiroler Ötzi ist etwa 3300 B.C. als „Zeitgenosse“ von Adam, Kain und Abel an einem Pfeil gestorben, war winterfest in Leder und Pelz bekleidet und besaß Geräte wie Kupferaxt und Kupfermesser. Seine Existenz und die seiner Zeitgenossen und Mörder 4000 km vom Paradies entfernt sprengt das biblische Weltbild ebenso wie die steinzeitliche Besiedlung der Gegend um den Vesuv 3 m unter der historischen Schicht von Pompeji.

    Eine Landschaft 10 Monate lang Tausende Meter unter Salzwasser ist auf Jahre unfruchtbar. Grundwasser und Quellen sind ungenießbar und alle im Süßwasser lebende Tiere tot. Außer dem Albatros können Vögel nicht Monate über Wasser im Flug leben und schlafen, sie verhungern oder ertrinken. Was nach der Flut auf dem Land wächst, ernährt allenfalls Schafe. Das die Luft ein Gasgemisch ist, nur begrenzt Wasserdampf lösen kann und dafür erhebliche Energiemengen notwendig sind, wurde nicht einmal geahnt. Die Welt bestand aus den Elementen Erde, Feuer und Wasser. Also waren Sturm, Donner, Blitze, Regen und Nebel ein göttliches Ereignis und zugleich Strafe oder Belohnung. Mond- und Sonnenfinsternisse, Kometen und Asteroiden waren Strafen Gottes für menschliches Fehlverhalten, welches die Priester definierten. Es gab in allen Glaubensgemeinschaften viele 100% sichere Endzeitszenarien, keine ist je eingetroffen. Das Nachsehen hatten immer nur die Idioten wie etwa bei den „Zeugen Jehovas“, die willig ihr gesamtes Hab und Gut dem Endzeitverkünder überlassen haben.

    Biologische Populationen brauchen zur gesunden Vererbung einen breiten Genpool, ein einzelnes Paar hat durch Inzucht viele geschädigte Nachkommen. Kain kann seine biblischen Kinder nur mit einer Schwester oder seiner Mutter Eva gezeugt haben, gemäß Moses eine schwere Sünde. Erste Kulturen haben bereits Rituale und Tabus entwickelt, durch welche Inzucht innerhalb der Familie vermieden wurde. Im Mittelalter gab es in den Alpentälern sehr häufig behinderte Inzuchtkrüppel. Jede Population braucht in der Vererbung 3% bis 12% an Mutationen. Bei zu wenig stirbt sie mangels Anpassungsfähigkeit an immer neue Bedingungen aus, bei zu viel geht die Identität der Rasse verloren. Eine Entwicklung aller Tiere und Menschen aus jeweils nur einem Paar funktioniert nicht, zumal es auch einige Tiere gibt die ihr Geschlecht ändern.

    Nach dem irischen Bischof Ussher um 1650 A.C. war die göttliche Schöpfung am 28. Oktober 4004 B.C. vollendet und die Sintflut fand 1490 B.C. statt. Ein Rabbi Schwarz nennt in seinem Werk „Torah Views on Science and its Problems“ das Schöpfungsjahr 3773 BC., andere „Experten“ haben unterschiedliche Ergebnisse berechnet. Alle berufen sich auf eine willkürlich zusammengestoppelte Bibel als absolute Quelle, denn Gott lügt nicht. Seit der Schöpfung wachsen die Gebirge jährlich um etwa 2 Meter und haben erst in der Neuzeit damit aufgehört, sonst hätte Noahs Arche auf einer 9 km hohen Flutwellen schwimmen müssen. Die religiösen Fanatiker um Herrn Morrison suchen bereits mit der 13.ten Expedition nach der Arche Noah am Berg Ararat. Die dort von Dr. Charles Willis gefundenen eindeutigen Beweise mit genauen Photos der biblischen Arche konnten später zurück verfolgt werden auf einen Aprilscherz der „Kölnische Illustrierte Zeitung“ vom 1. April 1933.

    Erdbeben und Flutwellen treten im östlichen Mittelmeer häufiger auf wie 1628 B.C. die Insel Santorin und Kreta mit dem Untergang der Minoischen Kultur, danach 1430 B.C. wieder Kreta, dann 440 B.C. Sparta, um 300 A.C. Alexandria, 79 A.C. der Vesuv und 1556 A.C. Konstantinopel mit Vernichtung der Osmanischen Flotte - um nur einige zu nennen. Die Dendrologie zeigt für zehn Jahre nach der Katastrophe von Santorin kein Wachstum der Bäume, derart kalt war das Klima und die Ernten entsprechend schlecht. Die Gegend um das Tote Meer in Verlängerung des ostafrikanischen Grabenbruchs ist geologisch besonders instabil, der Ort Numera am östlichen Ufer wurde um 2350 B.C. von einem Erdbeben total zerstört. Mit der Klimaverschlechterung bis 2216 B.C. gab es weltweit große Kälte und geringe Niederschlägen, in Folge sind in Nubien zwischen Sudan und Ägypten riesige Grassteppen zu Wüsten vertrocknet und lokale Kulturen untergegangen. Diese Katastrophe fällt zusammen mit dem Untergang der 6.ten Dynastie der ägyptischen Reiche, aus dieser Zeit wurden im Norden Ägyptens Gräberfelder mit Tausenden von Hungertoten gefunden. In der Bibel findet sich keinerlei Erwähnung, obwohl die Verhältnisse im östlichen Mittelmeerraum nach Funden in Israel überall gleich schlecht waren und auch dort ganze Landstriche durch Hunger und Elend entvölkert wurden.

    Das Mittelmeerklima der letzen 13.000 Jahre war wechselhaft und ähnelt einer auslaufenden Schwingung mit Rückkopplung. Das hat sich bis heute fortgesetzt mit warmen Perioden bei der Besiedlung Grönlands oder der kleinen Eiszeit vor 250 Jahren. Wenn gemäß den Kreationisten Gott den Bibeltext seinen bronzezeitlichen Schreibern in die Feder diktiert hat, wieso bleiben diese fatalen Ereignisse mit großem Einfluss ohne jede Erwähnung. Was möchte Gott vertuschen?

    In der Zeit der Römer und Karthager hatte sich die Technik des Schiffbaus gegenüber der Sintflutzeit erheblich entwickelt, man konnte Galeeren von 40 m Länge und 5,50 m Breite bis zu 200 t Verdrängung zimmern. Die Decks hatten um 200 kg/m Tragfähigkeit wie im modernen Eigenheim. Die Deckbohlen waren zur Lastverteilung mangels Technik nicht mit Nut und Feder verschränkt, sondern nur ausreichend dick und schwer. Die Fugen wurden mit Hanf kalfatert, der Teer dazu als Erdpech am Toten Meer gewonnen. Je nach Ausbau und Aufbauten waren für eine römische Galeere bis zu 2.000 Bäume als Schnittholz notwendig, der größte Teil davon endete als Holzkohle. Manch antike Schlacht wurde mit bis zu 600 Galeeren geführt, dazu wurden wie in Spanien ganze Landstriche abgeholzt. Das technische Problem war die kraftschlüssige und biegesteife Verbindung von tragenden Holzbalken ohne Metall bei Längen über 5,50 Meter oder dem längsten gewachsenen Stamm. Selbst 3.000 Jahre später in den Loire Schlössern des Mittelalters sind die großen Räume noch unter 6 m breit und haben tragende Deckenbalken in einem Stück. Größere Säle wie der in Versailles und Schönbrunn haben dagegen sehr hohe Deckengewölbe und darunter nur eine extrem leichte abgehängte Decken.

    Eine von den Kreationisten erträumte Arche soll 135 * 23 * 13 Meter (Länge * Breite * Höhe) gehabt haben und stützt sich auf biblische Angaben. Das zeigt totale Unkenntnis in der Statik und von Holz als Werkstoff ohne Stahl. Um dieses Schiff mit Tieren bis 6 Meter Höhe und 5 Tonnen Gewicht zu beladen, gäbe es höchsten 2 Decks mit maximal 7,000 m² Stellfläche. Das steht im Gegensatz zu den 3 Etagen der biblischen Arche. Damit die schweren Tiere ins unterste Deck laufen können, ist eine begehbare Rampe von 15% Steigung mit etwa 100 m Länge notwendig. Bleiben die schweren Tiere dagegen auf dem oberen Deck und bewegten sich, dann kentert die Arche sofort, zumal ein Schiff ohne Antrieb hilflos Wind und Wellen ausgeliefert ist. Die Stürme auf dem Mittelmeer sind nicht zu unterschätzen, sie haben manche Yacht in fester Kunststoffverbundbauweise zu Kleinholz zerlegt und viele große Fährschiffe bei Maschinenausfall wie etwa in Livorno direkt vorm sicheren Hafen versenkt.

    Noah hat im Alter von 600 Jahren mit 3 Söhnen und Frauen auf göttliche Weisung die Arche gebaut, in der 100 Millionen Tierarten aus der ganzen Welt Platz fanden, ganz abgesehen davon dass 99% aller Arten nur in den tropischen Regenwäldern vorkommen. Die religiösen Fanatiker haben nur 21.600 Tierarten gezählt, die nach der Bibel in 7 Tagen mit 2 Minuten je Art in die Arche verladen wurden. Ein Volumen von weit über 50,000 m³ Holz bei Deckenlasten bis 2,000 kg/m² wären für diese Arche notwendig, der Bau hat aber nur wenig Zeit beansprucht. Allein fällen, transportieren und zuschneiden von über 25,000 harten Zedern hätte Noahs 600 Jahre komplett ausgefüllt. Natürlich hatte die Arche genug Futter und Trinkwasser für Tiere und Menschen um 320 Tage autark auf See zu überleben. Das göttliche Urmeer hatte Salzwasser, Skorbut, Fäulnis, Vitaminmangel, Pilz- und Bakterienbefall hat Gott verboten, da man viele Tausend m³ Vorräte weder konservieren noch nachzüchten konnte. Und er hat dafür gesorgt, das die großen Tiere nicht in Panik ihre Holzverschläge zerlegen und übereinander herfallen. Kein schweres Tier oder schneller Läufer kann ohne gesundheitliche Dauerschäden an Gelenken und Kreislauf 10 Monate im engen Käfig eingepfercht bleiben.

    Allein die 8 Elefanten in 4 Arten, Deinotherium, Stegodon, Mastodon, Mammut, Nilpferde, Nashörner, Wollnashorn, Höhlenbär usw. brauchen für die Reise täglich über 3 Tonnen Grünfutter oder etwa 1,000 Tonnen in 500 Ochsenkarren und produzieren etwa 300 Wagenladungen Mist. Tausende Huftierarten wie Wildpferde, Giraffe, Okapi, viele Gnuarten, diverse Antilopenarten, Lama, Alpaka, etwa 120 Känguruarten, Diprotodon, diverse Büffelarten, Steppenbison, tibetanischem Jack, Bison, Wisent, Wapiti, arktische Moschusochsen, Karibu usw. brauchen täglich weit über 25 Tonnen Heu oder Blattwerk, wobei nicht jede Art jede Pflanze frisst bzw. viele Tiere sehr spezielle Pflanzen wie etwa Renntiermoos brauchen. Das sind vielfach Pflanzen für die es in der Sprache der Bibelschreiber nicht einmal Namen gab. Diese Futtermengen in einer Halbwüste zu ernten und zu bevorraten, in der allenfalls Ziegen und Kamele mühsam ihre Nahrung finden, ist unmöglich und auch in Jahrzehnten mit vielen Ernten nicht zu schaffen.

    Die Koalas in der Arche haben von Noah nur frischen Eukalyptus bekommen, die Seidenraupen nur frische Maulbeerblätter und die Pandas nur frischen Bambus, das Futter wird bei einer Lagerung länger als 3 Tage ungenießbar und die Tiere verhungern. Beides wächst nicht im Mittelmeerraum und wurde von Noah-Airlines direkt aus Fernost eingeflogen zusammen mit dem Futter für andere schwer zu haltende Tiere, wie etwa diverse Affenarten aus Madagaskar, Neu-Guinea usw., die nur von tropischen Früchten und Nüssen leben. Mit Hilfe von Noah-Airlines wurden auch die 1200 Schmetterlingsarten von Costa Rica vor Ort eingefangen, versorgt und direkt zur Arche geflogen, erfreuen doch deren Nachklommen noch immer die Menschen.

    Andere Kreationisten wie etwa Kenn Hamm vom ICR beweisen mit Bibeltexten zweifelsfrei mit innerster Redlichkeit, dass auch die Dinosaurier in der Arche waren und zeigen das in einem eigens dafür gebautem Museum. Wie diese vielen Rassen mit etwa 45 Pflanzenfressern und 59 Fleischfressern in Einzelfällen bis zu 50 m Länge, 15 m Höhe und 80 t Gewicht bei weit über 6,000 t Gesamtgewicht in ein Holzschiff von etwa 250 t Tragfähigkeit passen, bleibt ein göttliches Wunder. Der schwerste Dinosauriers würde nicht einmal in das größte Schiff der Charthager nach 1,000 Jahren weiterer Entwicklung im Schiffbau passen. Es zerbricht unter dem Gewicht nur eines Dinos wie eine Streichholzschachtel unter einem Fuß.

    Für Tiere mit 20 Tonnen Gewicht je Fuß und 40 Tonnen beim Laufen wäre es heute noch schwierig statisch ausreichende Leimholzbinder für die Schiffdecks zu fertigen. Noah verfügte über keine elektrischen Hobelmaschinen, Leimpressen und Kräne. Für Dinosaurier ausreichende Deckenbinder würden bei 8 m Spannweite weit über 6 Tonnen/Stück wiegen, davon wären für die Arche der Kreationisten etwa 200 Stück erforderlich. Diese Phantasiearche hätte mit einem Deckengewicht von über 2000 Tonnen Holz einen viel zu hohen Schwerpunkt und wäre wie das schwedische Flagschiff „VASA“ 1628 A.C. in Stockholm vor der ersten Reise im Hafen gekentert. Außerdem hätte diese Arche bereits ohne Nutzlast mehr als 5 Meter Tiefgang gehabt und geleckt wie ein Sieb. Die notwendige Arche für 100 Millionen Arten hätte die Größe eines Supertankers, für den Zedernbedarf würde der ganze Libanon der geschichtlichen Vorzeit nicht ausreichen. Ohne Stahl würde ein Holzschiff dieser Größe im Sturm zerbrechen und wegen der Undichtigkeiten durch einsickerndes Wasser untergehen. Von den Problemen eine so großen Schiffskörper zu belüften, zu beleuchten und innen ausreichend trocken und warm zu halten noch gar nicht zu reden.

    Die großen Raubtiere wie Löwe, diverse Tiger, Säbelzahnkatzen, Steppenlöwe, Panther, diverse Leoparden, Geparde, Pumas, diverse Krokodilarten, Alligatoren, Varane, Bären, Eisbär, tasmanischer Teufel, Wölfe usw. fressen täglich über 4 Tonnen Frischfleisch. Mangels Kühltechnik ist für die Versorgung für fast ein Jahr ohne Dinosaurier an Bord eine Herde von 6.000 Schlachtrindern notwendig bei bis zu 20 Schlachtungen täglich, die das Platz- und Futterproblem nochmals gravierend verschärfen. Ein sehr reicher Bauer zu Noah’s Zeiten besaß vielleicht 2 Rinder. Die Raubtiere haben nach der Sintflut nicht sofort begonnen die noch existierenden zwei Exemplare der Grasfresser jeder Art aufzufressen, sondern haben weit über 10 Generationen auf ausreichenden Nachwuchs bis zur Herdenbildung als Jagdbeute gewartet und auf dem Heimweg nach Asien, Australien und Amerika durch salzige Schlammwüsten und Ozeane göttlichen Kohldampf geschoben ohne dabei mangels Süßwasser zu verdursten. Einige Tiere bewegen sich extrem langsam, sie wären heute noch mit dem Rückweg beschäftigt.

    Für viele religiöse Fanatiker waren die Fleischfresser von der Schöpfung übers Paradies bis kurz nach der Sintflut nur Grasfresser, selbst viele der unterdrückten Bibelbeiträge weisen den Messias und seine Jünger als Vegetarier aus und die Mönche des Mittelalters haben den Biber als Fisch erklärt um die öde Fastenzeit zu bereichern. Nach der Sintflut hat Gott den Tieren neue Gebisse, Verdauungsapparate, Instinkte und Stoffwechsel gegeben und quasi neu geschaffen. Wieso er dabei die fossilen Fleischfresser der Dinosaurier übersehen hat, ist eines der Rätsel des „Intelligent Design“. Gleichfalls hat Gott nach der Sintflut fast alle Pflanzen und Süßwassertiere neu geschaffen, ganz wenige Samen überstehen eine derart lange Lagerung im Salzwasser. Über diese zweite Schöpfung schweigt die Bibel, es wäre an der Zeit für weitere Nachdichtungen ganz im Stil der römischen Kirche.

    Natürlich ist den Kreationisten die Problematik der Futterversorgung auch schon aufgefallen. Deswegen ersann man den Ausweg, das Gott alle Tiere in den Winterschlaf versetzt hat. Dieser Zustand ist eine hormonell gesteuerte Reduzierung des Stoffwechsels, sie funktioniert nur wenn der Organismus die notwendigen Vorraussetzungen hat. Unabdingbar ist jedoch die Ansammlung von Körperfett weit über 50% des normalen Gewichts. Fast alle Grasfresser auf den Steppen und Savannen sind Fluchttiere, jedes Kilo überflüssiges Fett bedeutet langsamer laufen und sichere Beute der Raubtiere. Die sehr großen Grasfresser haben kaum Feinde, wie die Elefanten haben sie eine extrem schlechte Futterverwertung von nur 45% und fressen deswegen täglich 16 Stunden. Um 50% Fettreserven anzulegen, müssten sie täglich 30 Stunden fressen. Die Raubtiere sind fast alle Beutegreifer, überflüssiges Gewicht bedeutet langsamer laufen und sehr schnell gibt es keinen Jagderfolg mehr. Ein Löwe, Gepard oder Leopard mit 50% Übergewicht könnte kaum noch stehen, geschweige denn laufen.

    Die Tiere können nicht zu Fuß durch Kontinente laufen und über Hochgebirge und Ozeane ins Zweistromland kommen. Ein riesiger Zoo mit 100 Millionen Tierarten braucht Millionen von Tierpflegern, für Noah mit 600 Lebensjahren und seinen 3 Söhnen war das kein Problem. Unabhängig von Höhe und Dauer der weltweiten Sintflut haben zur gleichen Zeit die „Könige fremder Länder“ in Ägypten, die Chang-Dynastie in China und die Jömon Kultur in Japan ohne nasse Füssen regiert. Die Caral Kultur in Peru an der Pazifikküste bestand bereits seit 1000 Jahren, blieb von der Flut verschont und kein Bibelschreiber hat jemals davon etwas gehört. Ebenso sind im Norden Europas und Amerikas die Nomaden wie Eskimos und Indianer weiter auf die Jagd gegangen, die Eiskappen der Pole und die 3 km dicken Gletscher sind nicht im Wasser geschmolzen und aufgeschwommen. Das Reich der Hethiter mit Hattusa als Hauptstadt 150 km östlich von Ankara existierte in der Zeit von 1800 B.C. bis 1200 B.C., hat die Sintflut unbeschadet überlebt und lag als Verbündete der Pharaonen im gleichen geopolitischen Raum.

    Nach der Sintflut sind die gigantischen Salzwassermengen spurlos verschwunden, was bei einer Erde als Kugel nur Gott durch ein Wunder bewirken konnte. Nach den Kreationisten sind die Wasser der Sintflut aus dem Grundwasser emporgestiegen und wieder dahin verschwunden, mithin müsste im Erdmantel etwa eine 15 km starke Schicht Salzwasser von über 150°C bei mehr als 100 bar Druck existieren. Die von Noah ausgeschickte Taube kam nach wenigen Tagen mit einem frischen Olivenzweig zurück, offensichtlich der schnell wachsende Baum, der anstelle von Jahren nur 5 Tage braucht. Obwohl auf den verschlammten Salzböden der Erde auf Jahre nur Schafgarbe und Strandhafer wachsen kann, haben Millionen von Tieren den Heimweg über Kontinente und Weltmeere bewältigt und sind nicht verhungert oder verdurstet.

    Dazu kommen alle unsere festen Zeitwerte und Bezugspunkte ins Wanken. Die Sonne mit 1,3 Millionen km Durchmesser in 150 Millionen km Entfernung strahlt gigantische 4,2 Millionen Tonnen pro Sekunde ins Weltall und zieht gleichzeitig stellaren Staub an, die Bahnen der Planeten ändern sich minimal. Die Rotation der Erde wird durch Reibung von Luft und Wasser langsamer, wenn auch nur um etwa 1,5 Millisekunden in 100 Jahren. In der Frühzeit des Devon hatte ein Erdentag um 21 Stunden bei weit über 400 Tagen im Jahr. Unser Mond vergrößert die 384.400 km Erdentfernung jährlich 38 mm, in der Frühzeit stand er doppelt so groß am Himmel, in ferner Zukunft wird er bei einem 40 Stunden Erdentag nahezu fest am Himmel stehen. Gezeiten gibt es dann nicht mehr und die Erde ist nicht mehr fast rund. Nach dem Ende der Kernverschmelzung von derzeit 73% Wasserstoff im Sonnenofen wird diese in etwa 4,5 Milliarden Jahren zum roten Riesen, dehnt sich bis weit über die Erdenbahn hinaus aus, bevor sie zusammen mit einigen ihrer Planeten als weißer Zwerg mit unvorstellbarer Dichte endet.

    Exakte Frühzeitdatierungen sind schwierig, man kann nicht einfach wie Bischof Ussher in einem falschen Kalender zurückblättern um Frühgeschichte zeitlich einzuordnen. Damals hatte jede Kultur ihren eigenen Kalender, selbst die von Sparta und Athen unterschieden sich gravierend um bis zu einem Monat pro Jahr und wurden willkürlich angepasst. Die Einordnung von Zeitangaben alter Dokumente ist nur sinnvoll, wenn der Ort der Aufzeichnung mit dem jeweiligen Kalender bekannt und diese willkürliche Zeitskala an astronomischen oder zeitlich sicheren Fakten zu eichen ist. Jesus kam lange vor dem Jahre 4 B.C. vor seiner biblischen Geburt zur Welt, sein Lebensweg passt nicht in die Regentschaft des Herodes unter Kaiser Augustus. Die endet mit dem Tod 4 B.C. (siehe Matthäus 2:1). Sein Sohn Herodes-Antipas regierte danach als „tetrarch“ Gallilea und die Westbank bis zu seiner Verbannung nach Lyon in Gallien im Jahr 37 A.C. Etwa um 34 A.C. heiratet er seine verwitwete Schwägerin Herodias, deren Intrigen ihm den Thron kosten. Der dritte Sohn Archelaus wird nur nationaler Führer (ethnarch) von Samara und Judäa mit Bethlehem als Geburtsort des Messias und wird wegen Unfähigkeit schon im Jahr 6 A.C. nach Vienne in Gallien verbannt. Anders als in der Bibel sind die Zeitangaben römischer Quellen wie etwa die von Flavius Josephus relativ zuverlässig.

    Nur wem Gott seine Erleuchtung als Gnade gewährte, der kann genaue Kenntnis erlangen. Wegen Interpretationen einer endlos manipulierten Bibel, fahrlässigem Umgang mit Fakten und Naturgesetzen sowie der Ausgrenzung aller Nichtgläubigen ist die Pseudowissenschaft des „Intelligent Design“ nichts als ein Wettbewerb absurder Spinnereien. Die Anzahl verschiedener kreationistischer Thesen und Dogmen ist nur begrenzt durch die Anzahl der teilnehmenden Spinner. Allerdings behält sich auch die Kirche die letzte Auslegung von Fakten vor und vermeidet auf diese Weise für sie gefährliche Fragen und Diskussionen.
  • Warum nicht kostenlos?

    09.06.2005, jochen weigelt
    Liebe Redaktion,
    ich bin jedesmal aufs Neue von der Tatsache fasziniert, dass eine Rubrik, die "kurz und knapp" heißt, nur über ein Abonnement zugänglich ist. Ist das nicht doch ein kleines bisschen zuviel Snobismus? Sich jedesmal umständlich einloggen zu müssen, um vielleicht mit einem 10zeiler abgespeist zu werden, ist schon ziemlich lächerlich. Zumal es die gleichen Meldungen anderswo ja sowieso umsonst gibt...
    Ist da nix zu machen?
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Weigelt,



    unser Abonnement umfasst ja nicht nur die Rubrik "kurz und knapp", sondern auch längere Berichte, Kommentare, Interviews, Knobeleien, Antworten auf Leserfragen, ... - eben alles, was eine Wissenschaftszeitung ausmacht. Und ist zusätzlich gespickt mit von uns ausgewählten weiterführenden Links, Zugriff auf Einträge unserer Online-Lexika und Archivartikel, Bilder, Film- und Tondateien - das, was uns das Medium Internet ermöglicht.



    So, wie man eine Tageszeitung am Kiosk nur als Ganzes bekommt und es nicht ein paar kostenlose Seiten zum Herausnehmen gibt, sehen auch wir spektrumdirekt als ein Ganzes. Und dieses Rundumangebot kostet knapp 40, für Schüler, Studenten, Referendare oder Abonnenten von Spektrum der Wissenschaft sogar nur 30 Euro im Jahr.



    Da uns diese Frage aber häufiger gestellt wird, haben wir unsere Antwort mal zusammengefasst:

    Wes Brot ich ess, ...



    Mit besten Grüßen,



    Antje Findeklee, Redaktion
  • Früher Schulbeginn macht Teenager zu schlechteren Schülern

    07.06.2005, Peter Bützer
    Man kann das Schlafbedürfnis auch abdecken, wenn man früher ins Bett geht - nicht nur wenn man später aufsteht!
  • Trauer auch beim Verlust eines noch lebenden Freundes

    07.06.2005, Mechtild Stevens
    Auch Scheidung kann den 'Tod' eines geliebten Menschen bedeuten. Solche geschiedenen Menschen dürfen ihre Trauer noch nicht mal bei der Grabrede des Pfarres zeigen. Find Dich mit Deinem Schicksal ab, sagen die Mitmenschen. Warum darf ein geschiedener Mensch nicht auch traurig über den Verlust seines Partners sein?

    Tod kein Thema in der Gesellschaft der Hinterbliebenen. Du bist depressiv.

    Wie Ihr Artikel zeigt, ist zumindest der physische Tod eines geliebten Menschens für manche Menschen ein Thema.

    Eine Bitte an diese Menschen: Vergesst nicht die vielen Menschen, die traurig über den Verlust eines noch lebenden Freundes sind.

    Mit freundlichen Grü0en
    Mechtild Stevens
  • Ist das starke doch das schwache Geschlecht?

    02.06.2005, Maria Mayer
    Das ist interessant und ein weiteres Indiz für die Vermutung, dass das schwache Geschlecht in Wirklichkeit das männliche ist. Kürzlich hat ja sogar mal jemand berechnet, dass es in 50 Generationen keine Männer mehr geben wird, weil das Y-Chromosom immer mehr degeneriert. Wir hätten dann eine rein weibliche Menschheit, die von der Gentechnik am Leben erhalten wird. Schöne neue Welt?
  • Lamarck lässt grüßen

    01.06.2005, Willi Schulte-Kramer
    'Aus diesem Grund kommt die Mutation zu HBAS in Gebieten häufig vor, in denen die Brvölkerung lange Zeit der Malaria ausgesetzt war.' Dies soll doch wohl (hoffentlich!) nicht bedeuten, dass Malaria die Häufigkeit der Mutation des Hämoglobins erhöht. Vielmehr ist doch wohl eher davon auszugehen, dass in Gebieten mit Vorkommen von Malaria die wahrscheinlich nur ein einziges Mal aufgetretene Mutation (ein ganz spezifischer Basenaustausch auf der DNA im sechsten Triplett des Gens für die b-Kette des Hämoglobins mit der Folge eines bestimmten Aminosäureaustausches) sich besser in der Bevölkerung ausbreiten konnte, da die Träger dieser Mutation im Vergleich zu den homozygot gesunden Trägern des unmutierten Allels einen Fitnessvorteil besaßen und mehr Nachkommen zeugen konnten als die häufiger an Malaria leidenden homozygot gesunden.
  • Widersprüchliche Angaben

    01.06.2005, R. Wachter
    Was nun: längeres Leben durch weniger Eiweiß und Fett oder durch weniger Kohlenhydrate - bei in jedem Fall insgesamt weniger Kalorien?
    Der Artikel ist diesbezüglicher leider widersprüchlich!
    Um Erleuchtung wird gebeten!

    Gruß R. Wachter
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Wachter,


    Sie haben recht - die Informationen im Artikel waren unstimmig: Es hätte "hefearme Diät" und nicht "Hefediät" heißen müssen. Der Fehler ist inzwischen verbessert.


    Die Forscher hatten im Futter entweder den Kohlenhydrat- oder den Protein- und Fettgehalt jeweils um die gleiche Kalorienmenge reduziert. Ein lebensverlängernder Effekt zeigte sich nur, wenn sie weniger Hefe - also Proteine und Fette - verfütterten. Entscheidend war demnach nicht der Verlust der Nahrung an Quantität, sondern der Verlust an Qualität.



    Herzlichen Dank für den Hinweis.



    Mit freundlichen Grüßen,

    Volker Weinl, Redaktion
  • Warum Entwicklungsländer?

    28.05.2005, Ekkard Brewig
    Viel mehr Einsparungen sind in den industriell entwickelten Ländern möglich, weil hier der Energie-Umsatz um Größenordnungen größer ist.
    Es sollte auch nicht verschwiegen werden, dass die sehr kleinen Lichtquellen die Gefahr von Blendungen beinhalten, wie wir sie beispielsweise von einem zu langen Blick in die Sonne kennen.
    Zum Schluss noch ein Blick über den Tellerrand der Beleuchtung: Warum wird ausgerechnet bei der Beleuchtung Einsparpotential ausgemacht, wo der Moloch Individual-Verkehr nochmals einige Größenordnungen mehr Energie umsetzt (euphemistisch ausgedrückt).
  • Intelligent Design

    23.05.2005, Hermann J. Soentgerath
    Empfehlenswerte Literatur zu diesem komplexen Thema:
    Bernhard Philberth:Der Dreieine;Benz: Die Zukunft des Universums;Guitton+
    Bogdanov: Gott und die Wissenschaft;
    Wolfgang Kuhn:Darwin im Computerzeitalter;
    Basilea ;Schlink:Realitaeten;Karl Philberth:Geschaffen zur Freiheit;
    Max Thuerkauf: Liebe-Ohnmacht des Allmaechtigen;
    Josef Niklaus Zehnder:Dr. Alexis Carrel's Reise nach Lourdes;
    Ernst Frankenberger:Gottbekenntnisse großer Naturforscher;
  • Variantenfuelle des Schachspiels

    23.05.2005, Hermann J. Soentgerath
    Wer kennt eine Formel fuer die Ermittlung der Variantenfuelle des Schachspiels ?
  • Intelligent design? was steckt dahinter?

    23.05.2005, Don MIguel
    In einer heutigen Zeit trotz "Demokratie" und "Meinungsfreiheit" ist es da fast verboten, eine andere Ansicht über die Dinge der Welt zu haben, als es die Masse vorgibt???
    Ich frage mich: Welche "Herrscher" fürchten da um ihren "Thron" (Lehrstuhl), WENN es sich wissenschaftlich erweisen sollte, dass die Evolutionstheorie zu viele nichtwissenschaftliche Annahmen hat, die nicht belegt sind? Was dann? Würden wir es annehmen?
    Was ist gefährlich daran, wenn man versucht, die Schöpfungs-Theorie mal wissenschaftlich zu untersuchen?
    Warum werden Leute, die der Schöpfungstheorie anhängen, verfolgt, in deutschen Zeitschriften ihre Ansichten verschmäht und über sie gelästert?
    Da füge ich mal ein Zitat von Kurt Biedenkopf an, der mal sagte: "Über Politik schimpfen ist leicht, es besser machen, das ist gefragt".
    Ebenso in der Wissenschaft: Neue Theorien haben es sehr schwer, den Weg zur wissenschaftlichen Akzeptanz zu finden. Das gilt auch für die Schöpfungstheorie. Werden neue Theorien aufgestellt, so müssen sie den langwierigen Weg der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit gehen. Das tun leider nur die wenigsten.
    Ich glaube, dass jeder Wissenschaftler niemals von sich behaupten kann, dass seine Theorie "der letzte Stein der Weisheit" sei. Die letzte "große Überraschung" erlebten Physiker beim Aufkommen der Relativitätstheorie gegenüber der klassischen Physik.
    Und? Wurde die Newton'sche Physik verworfen? Nein !!
    Was ich sagen will: Falls es noch große Theorien geben sollte, die unsere heutige physikalische Erkenntnis bei weitem erweitern, so wird die klassische Physik und die Relativitätstheorie nicht etwa als "falsch" dargestellt, sondern wird viel eher erweitert werden zu einer noch allgemeineren Theorie, welche womöglich alle Kräfte des Universums durch einen Formalismus zu beschreiben vermag.
    Eines erachte ich für unumstößlich:
    Sollten die Schöpfungstheoretiker, mal angenommen, Recht haben, und die Evolutionstheorie eben nicht, dann bedeutet das nicht gleichzeitig, dass die Erkenntnisse der heutigen relativistischen Physik falsch sind oder gar die Grunderkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung stellarer Körper, sie werden vielmehr ergänzt und erweitert werden, was auch die Evolutionstheorie betrifft.
    Wir verbauen aber der heranwachsenden Jugend , die sich für Wissenschaft begeistern soll, den Weg, wenn wir in so renommierten Zeitschriften wie dieser gerade die Thematik "Evolution" oder "intelligent Design" auf unterster Ebene vulgär abhandeln, als es besser auf wissenschaftliche Weise zu tun. Das wirkt einfach glaubhafter, Leute !!!
  • Kein Radar unter Wasser

    20.05.2005, Martin Knapmeyer
    Im Artikel über die Bilder von der Meeresbodentopografie ist ständig davon die Rede, diese seien mit Radar aufgenommen worden. Das kann ich nicht glauben, da Radarwellen von elektrisch leitendem Meerwasser abgeschirmt werden. Ich vermute daher stark, dass es sich um Sonarbilder handelt, d.h. mit Schallwellen nach dem Echolotprinzip aufgenommene Reliefdaten.

    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Knapmeyer,




    Sie haben vollkommen recht: Es handelt sich um Sonarbilder. Ich bitte den Fehler zu entschuldigen und habe den Text entsprechend korrigiert.




    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöhl
  • müsste es nicht...

    11.05.2005, Beate Steinmeyer
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    den Artikel finde ich sehr erhellend. Allerdings hat mich ein Satz ziemlich verwirrt, weil er der Überschrift widerspricht:
    "Dabei zogen Schwule den Geruch von Männern gleicher Neigung und den von heterosexuellen Frauen vor."
    Müsste es nicht statt "und den" "dem" heißen???

    Mit freundlichen Grüßen Beate Steinmeyer
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Steinmeyer,

    Sie haben Recht, da konnte leicht Verwirrung aufkommen. Die Überschrift war aber bewusst neutral gehalten und sollte aussagen, dass Menschen verschiedener sexueller Orientierung sich in ihrer Vorliebe für die Duftnoten ihrer Mitmenschen unterscheiden. Dies bedeutet jedoch noch nicht, dass sie fehlerfrei nur auf den Geruch der von ihnen anvisierten Menschengruppe anspringen.



    Speziell war die Duftliebe der homosexuellen Männer aber dennoch, da sie - zumindest in diesem Experiment - den Geruch von Schwulen und den von heterosexuellen Frauen vorzogen - und zwar gegenüber dem von heterosexuellen Männern und lesbischen Frauen.
    Völlig "richtig" reagiert haben die homosexuellen Männer übrigens in der PET-Studie, indem bei ihnen - wie auch bei heterosexuellen Frauen - nur eine Komponente aus Männerschweiß für Stimulation im Hypothalamus sorgte.



    Die Befunde beider Untersuchungen laden sicher reichlich zu Spekulationen ein. So könnte man beispielweise in der Unattraktivität des Homosexuellenschweißes unter anderem für heterosexuelle Frauen eine Vorkehrung sehen, dass sich diese nicht in Schwule verlieben.
    Sicher wird in den nächsten Jahren aus dem Forschungsgebiet rund um die mutmaßliche menschliche Duftkommunikation noch einiges zu hören sein.



    Mit freundlichen Grüßen,

    Volker Weinl, Redaktion
  • Energiebedarf für die Herstellung von Methanol

    06.05.2005, Matthias Paul Scholz
    "Der Energiebedarf für die Herstellung von Methanol ließe sich etwa durch Atomkraftwerke, Solarenergie, Windkraftwerke oder Geothermie decken."

    Nun gut - an dieser Stelle fragt sich der Leser dann doch, was dann mit dem Einsatz von Methanol gewonnen ist. Auch den heutigen Energiebedarf koennte man wohl mit dieser Kombination decken, falls man skrupellos genug ist, hinreichend viele Atomkraftwerke zu bauen.
    Sinnvoll ware die Methanol-Geschichte doch wohl nur, wenn besagter "Energiebedarf für die Herstellung von Methanol" im Vergleich zum erwarteten Geasmt-Energiebedarf vernachlaessigbar ist. Ist dem so? Einige Zahlen (falls vorhanden?) hatten hier dem Artikel sicher gut getan.

    Mit freundlichem Gruss,