Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Pauschalisieren ist auch keine Lösung

    01.11.2005, Andreas Klein
    "Kinder sind keine Gartenzwerge, die nach immer gleicher Norm hergestellt werden"
    (Zitat von: Gerald Hüther)


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wieder einmal ein gutes Beispiel für schlechte Vergleiche.
    Kein Gartenzwerg gleicht dem anderen. Man(n) muß nur genauer hinsehen... Eine Norm ist da nicht zu finden!

    Da Gartenzwerge, insbesondere die Modelle aus gebranntem Ton, ausschließlich von Menschenhand hergestellt werden (Guss, Brand und Bemalung), kann es keine Dupletten geben.

    Darüber hinaus gibt es Wunschgartenzwerge, die als Einzelstücke gestaltet werden und somit absolute Unikate darstellen.


    Also bitte künftig keine schlechten Vergleiche mehr zwischen Gartenzwergen und Kindern.
    Pflegeleichter sind aber unbestritten Gartenzwerge...


    Mit herzlichen Grüßen,
    100% Zwergen-POWER
    Andreas Klein
    Zwergendesigner und Geschäftsführer

  • Persönlichkeitsveränderung, Krankheitsbegriff

    01.11.2005, Dr. Helmut Hudler
    Vielen Dank für diese so eindeutige Stellungnahme, die vor allem im lezten Absatz zum Ausdruck kommt. Das wäre ja ungeheuerlich, wenn jedes Verhalten, das dem "Mainstream" zuwiderläuft, als krankhaft angesehen und anschließend medikamentös wegtherapiert würde. Nicht zuletzt sind es gerade oft die wünschenswerten Eigenschaften, die manche, zum Beispiel hochbegabte Menschen aus der Norm fallen lassen. Mit viel Genuss habe ich dazu das Buch von Andrea Brackmann "Jenseits der Norm - Hochbegabt und hochsensibel?" gelesen, das gerade "Verschrobene", "Sozial auffällige", "Übersensible" und anders Auffällige ganz klar in den Kontext einer außergewähnlichen Intelligenz stellt. In diesem Zusammenhang auch vielen Dank an die Redaktion von Wissenschaft online, denn durch die hier erschienene Rezension bin ich auf dieses Buch gestoßen:
    http://www.wissenschaft-online.de/artikel/787768
    Es wäre eine Katastrophe, wenn jede Verhaltensauffälligkeit von Hochbegabten wegtherapiert würde - da wäre wohl auch die Hochbegabung gleich mit verschwunden.
    Wenn schon die medizinisch anerkannten Indikationen der Schulmedizin für Psychopharmaka generell oft fragwürdig erscheinen, dann erst recht die unkritische und auf Ferndiagnosen oder Vermutungen gestützte Einnahme dieser Substanzen ohne sorgfältige medizinische Diagnose. Internethandel mit diesen Substanzen sollte daher international verboten und unter hohe Strafe gestellt werden.
  • Erwiderung zur Antwort von Herrn R. Zinken

    31.10.2005, Dr. Jürgen Götz
    Sehr geehrter Herr Zinken,

    ich danke Ihnen für die Eröffnung der Diskussion. Ihre Klarstellung der Trennung von spektrumdirekt und Spektrum der Wissenschaft ist angekommen. Nur so viel: Beide sind ja nicht völlig unabhängig voneinander, und ich bin Abonnent, um mein Wissen auf anderen Gebieten aufzubessern. Dabei möchte ich seriös informiert sein. Und das halte ich für das Problem. Ich kann, was das Gebiet Kerntechnik & Strahlenschutz betrifft, Ihre Aussage, dass die Darstellungen gerade nicht tendenziös in eine bestimmte Richtung gehen, so nicht bestätigen. Dies hatte ich an Beispielen festgemacht und möchte ein weiteres benennen: spektrumdirekt vom 6.9.05 "Pandoras Erbe". Herr Lingenhöhl impliziert mit diesem Vergleich etwas Negatives, auch im Text finden sich solche Stellen, die positive Sachverhalte in Frage stellen: "bislang "nur" knapp fünfzig Verstorbene....". Eigentlich hätte die Botschaft des Artikels lauten müssen: Es war ein schlimmer Unfall mit weit reichenden Auswirkungen, aber trotzdem öffnet man mit der Nutzung der Kernenergie nicht die Büchse der Pandora. Ich möchte Ihnen das Angebot machen, Literatur zu einem spektrumdirekt-Artikel zu senden, um im Rahmen dieser Diskussion eine Fehleinschätzung gerade zu rücken.
    Antwort der Redaktion:


    Lieber Herr Dr. Götz,



    der von Ihnen erwähnte Beitrag "Pandoras Erbe" ist für mich ein gutes Beispiel für eine abwägende, aber nicht unbeteiligte Darstellung von Sachverhalten, wie ich sie mir bei spektrumdirekt wünsche.



    Nun aber zu den beiden konkreten Punkten, dem Titel und dem "nur":

    Wenn ein Ereignis in der Neuzeit den Vergleich mit der Büchse der Pandora verdient, dann ist es das Reaktorunglück von Tschernobyl. Denn dort wurde, ganz gemäß dem klassischen Vorbild, etwas in die Welt verbreitet, das Menschen erkranken und sterben lässt. Das Bild aber gilt Tschernobyl, nicht der Kernenergie generell. "Pandoras Erbe" lautet der Titel, weil es um die späteren Folgen, um das Erbe des Unglücks, geht.



    Nun zum "nur".

    Mit Verlaub: Die Tatsache, dass damals deutlich mehr als 50 Tote erwartet wurden, macht aus 50 Toten noch keinen "positiven Sachverhalt". 50 Tote sind 50 Tote, und deshalb kann "nur" nur in Anführungsstrichen stehen. Alles andere wäre menschenverachtend.



    Ob wir einer Fehleinschätzung unterliegen und diese Fehleinschätzung in den Artikel eingeflossen ist, möchte ich also in Frage stellen. Gerne aber können Sie uns natürlich jederzeit Material zusenden.



    Stets lernbereit grüßt herzlich



    Richard Zinken

    Chefredakteur spektrumdirekt

    zinken@wissenschaft-online.de
  • Endlich mal eine vernünftige Ansicht

    27.10.2005, Anja Marohn
    Lieber Herr Zinken,

    vielen Dank für Ihren Artikel "Von Bussen und toten Vögeln": endlich mal eine vernünftige Ansicht bei all dem Gerede (Geschreibe). Ich lese spektrumdirekt regelmäßig und sehr gerne!

    Herzlichen Dank & beste Grüße aus München,
    Anja Marohn
  • Interpretation der Sinneswahrnehmung und Stimmung

    27.10.2005, Dominic Raths
    Sollten sich diese Ergebnisse als richtig erweisen, wie ließe sich dann die Gefühlswahrnehmung, bzw. Stimmungen des Menschen auf bestimmte Farben erklären?
    Es ist ja bekannt, dass bläuliche Farben als kalt empfunden werden. Wenn sich also eine Person in einem Raum mit bläulichen Licht befindet, beschreibt sie ihre Umgebung kälter, als wenn der Raum mit rötlichen "warmen" Farben belichtet wird, bei gleicher Temperatur.
    Dem Artikel zufolge würden also diese Wahrnehmungen ja nur durch die weitergegebenen Erfahrungen anderer Personen entstehen?

    Gruß
    Dominic
  • Bitte an die eigene Nase fassen!

    27.10.2005, Dr. Jürgen Götz
    Lieber Herr Zinken,
    ich gratuliere Ihnen zu der Selbsterkenntnis, dass es gerade die Medien sind (einschließlich desjenigen, welches Sie repräsentieren), die die Angst unter den Menschen schüren. Nun haben Sie das zwar aktuell an der Vogelgrippe festgemacht, doch ich möchte Spektrum an Artikel der jüngeren Vergangenheit erinnern, bei denen Spektrum genau diese Angst kräftig mitgeschürt hat, obwohl es eigentlich das Ziel einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift sein sollte, solchen unberechtigten Ängsten aufklärend entgegen zu wirken! Ich erinnere an die Rezension von Dr. Pöppe zu "Risiken der Technik" von Rolf Krieg in Heft 1/02 oder das Editorial von Dr. Breuer März 03 zu "Schmutzige Bomben als Terrorwaffe". Was mich als Fachkundigen auf diesen Gebieten an Ihren Veröffentlichungen ärgert, ist, dass Sie Abneigungen (Gefühlen) den Vorrang vor gesicherten wissenschaftlich-technischen Erkenntnissen geben. Dies steht für mich im eklatanten Widerspruch zu der Absicht, wissenschaftliche Erkenntnisse verbreiten zu wollen. Ich möchte Sie hiermit öffentlich zu einer ebenso öffentlichen Diskussion auffordern.
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Dr. Götz,



    Sie möchten, dass ich mir an die eigene, verschnupfte Nase fasse und darüber öffentlich diskutiere, meinen aber die Nase von Spektrum der Wissenschaft. Denn: Ich bin ich, und dieser Kommentar gibt in erster Linie die Meinung von Richard Zinken wieder. Gleichzeitig bin ich natürlich auch Chefredakteur von spektrumdirekt und repräsentiere diese Publikation in Ihrem Sinne. spektrumdirekt aber ist spektrumdirekt und nicht Spektrum der Wissenschaft.


    Ich bin aber fest davon überzeugt, dass die Kollegen von Spektrum der Wissenschaft genauso wenig zur Panikmache neigen wie wir. Wenn also Herr Breuer auf die Gefahr von radioaktivem Material in den Händen von Terroristen hinweist, so tut er dies bestimmt aus innerer Überzeugung und nicht, weil es der Auflage dient. Wobei auch hier zwischen einer Darstellung in einem Editorial, das zum Lesen anreizen soll, und dem eigentlichen Artikel unterschieden werden sollte.



    Sicher kann ich nicht ausschließen, dass auch wir Fehleinschätzungen unterliegen können. Wir werden uns aber weiterhin bemühen, uns nicht von allgemeiner Hysterie anstecken zu lassen.



    Ich wünsche Ihnen noch viel Freude bei der hoffentlich auch künftigen und weiterhin kritischen Lektüre von spektrumdirekt, unserer täglichen Wissenschaftszeitung im Internet, und Spektrum der Wissenschaft, dem Monatsmagazin.



    Mit herzlichen Grüßen



    Richard Zinken

    Chefredakteur spektrumdirekt

    zinken@wissenschaft-online.de
  • Malariawelt

    26.10.2005, H. Sextl
    Bei 550 Mio. Neuinfektionen jährlich (letzter Absatz des Artikels) ist die Weltbevölkerung in rund 11 Jahren durchinfiziert. Nachdem es Malaria schon länger existiert dürften nicht mehr viele Menschen frei davon sein!

    Ist dieser Artikel exemplarisch für die Qualität von Spektrumdirekt?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Sextl,



    ja, dieser Beitrag ist exemplarisch für die Qualität von spektrumdirekt - denn die Zahl stimmt: Die WHO geht in ihrem letzten Malaria-Jahresbericht von mindestens 350 bis 500 Millionen klinischen Fällen von Malaria aus, und auch bei anderen Instituten und Organisationen für Tropenkrankheiten werden Sie auf Zahlen dieser Größenordnung stoßen. Sie beruhen auf Neuinfektionen - die chronische Variante ist nichts anderes als ein ständiger Nachschub des Erregers.
    Drei Milliarden Menschen auf unserem Planeten sind daher akut von einer Infektion bedroht, bis zu drei Millionen sterben jährlich daran, und zwar überwiegend Kinder unter fünf Jahren. Obwohl die Malaria-Bekämpfung zu den wichtigsten Zielen der Vereinten Nationen zählt, gelingt die Eindämmung nicht in nötigem Maße. Dass nicht die gesamte Weltbevölkerung durchseucht ist, liegt schlicht daran, dass sich nicht die gesamte Menschheit in den Tropen tummelt - den Verbreitungsgebieten der Mückenüberträger, und schließlich keine Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt. Aber auch in Europa hat Malaria vor noch gar nicht allzu langer Zeit noch etliche Todesopfer gefordert.



    Mit freundlichen Grüßen,

    Antje Findeklee, Redaktion
  • Braune Zwerge

    24.10.2005, Gero Rupprecht
    Dass Braune Zwerge Planeten haben, konnte man schon vor einem Jahr sehen, als das erste Bild (Direktaufnahme!) eines Exoplaneten gelang: Das ESO VLT lichtete ihn mittels adaptiver Optik als Begleiter eines Braunen Zwerges ab, und die Identifikation wurde inzwischen bestätigt: http://www.eso.org/outreach/press-rel/pr-2005/pr-12-05.html
  • Kein Hai, aber ziemlich großer Fisch

    23.10.2005, Markus Hartung
    Zum Artikel von Volker Weinl, 22.10.2005.

    Ich will mich nicht als Literaturkritiker aufschwingen. Das steht mir nicht zu. Allerdings fände ich es nett, in Zukunft auf solche blumige Umschreibungen und den diversen Metaphern innerhalb des Artikels zu verzichten. Herr Weinl mag es mir verzeihen, wenn ich diese Art des Stils weder komisch noch anregend finde. Im Gegenteil: Das Lesen ist anstrengend, und bei nicht immer vollständiger Kenntnis der deutschen Sprache wird das Verständnis des Inhalts drastisch erschwert. Denn der Text muss nicht nur übersetzt, sondern wie gesagt auch dann verstanden werden. Also meine Bitte: Konzentrieren Sie sich mehr auf die Fakten.
    Ich danke für Ihr Verständnis.
    Mit freundlichen Grüßen
    Markus Hartung
  • Denk Mal: Flummi

    21.10.2005, Rolf Schauder
    Liebe Redaktion,

    In der Denk-Mal-Frage vom 15. Oktober erläutern Sie, dass eine Stahlkugel, nicht die Gummikugel, am höchsten springt, wenn sie auf eine harte Unterlage stößt. Das widerspricht doch der Erfahrung, dass Flummis in der Regel aus Gummi und nicht aus Stahl sind - zumindest habe ich noch keine Stahlflummis gesehen. Wie erklärt sich das? Handelt es sich hierbei um einen elastischen Stoß?
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Schauder,



    beim Flummi handelt es sich um einen inelastischen Stoß. Dabei geht immer ein Teil der Bewegungsenergie verloren - meist in Wärme. Flummis sind - im Gegensatz zu vielen anderen Gummiprodukten, die beispielsweise als Stoßdämpfer Verwendung finden - aber daraufhin optimiert, dass möglichst viel Bewegungsenergie wieder in den Rückstoß zurückgelangt. Das erhöht den Spielspaß. Effektiver wäre es aber in der Tat, Flummis aus Eisen herzustellen. Doch hätten wohl viele Eltern etwas dagegen - nicht nur wegen des größeren Lärms, den derartige Kugeln verbreiten, sondern insbesondere wegen der möglichen Schäden, die ein solches Eisenspielzeug verursachen könnte. Das hat mit Spielvergnügen dann nur noch wenig zu tun.



    Physikalisch gilt zumindest: Je elastischer ein Stoß ist, desto höher springt eine Kugel wieder zurück. Ein weiteres gutes Beispiel sind Billardkugeln, die ja auch nicht aus Gummi bestehen. Lassen Sie einfach mal eine Billardkugel auf einen Steinboden fallen (ohne dass der Spielkasinobesitzer Sie dabei erwischt), und Sie werden sich wundern, was die für Sprünge macht. Vielleicht finden Sie ja noch einen Flummi in ähnlicher Größe, dann könnten Sie das ganze experimentell direkt vergleichen.



    Ich hoffe, das Prinzip ist klar geworden, und wünsche viel Spaß bei den Experimenten.



    Mit freundlichen Grüßen

    Gerhard Samulat für spektrumdirekt

  • Super geschrieben

    19.10.2005, Holger Schoening
    Kompliment an den Autor
    sehr informativ und gut geschrieben :-)
  • Schwarz-gelbe Regierungskrise

    07.10.2005, Elischka
    Die jüngere Forschung um Apis melifera melifera meldet uns, dass auch die Völker der europäischen Honigbienenrassen am Jahresende ca. 40% genetisch fremde Arbeiterinnen beinhalten. Die verfliegen sich in fremde Stöcke und bestechen die Wachen mit Nektargaben. (Was natürlich ebenfalls eine erstaunliche Parallele zu unseren "Erste-Welt-Staaten" aufweist)
  • kopf hoch leute

    28.09.2005, warren gröls
    ich glaube ihr solltet eure kraft nicht in die forschung stecken.
    da wird so schnell nichts passieren.
    schaut nach vorne.
    ich bin seit 9 jahren querschnittgelähmt
    und schon damals haben sie einen von heilung versprochen.nichts ist seitdem passiert.gar nichts.macht das beste aus eurer situation



  • Sehr erhellend

    27.09.2005, Beate Steinmeyer
    Sehr geehrte spektrumdirekt-Redaktion!

    Vielen Dank für Ihr Interview mit Michael Pauen. Es zeigt, dass der Dialog zwischen Philosophen und Hirnforschern allmählich in Gang kommt und dass man nicht mehr nur aneinander vorbei redet.

    Vor allem die Klärung des Begriffs „Determination“ finde ich als Naturwissenschaftler sehr erhellend.

    Die Diskussion der letzten Jahre zeigt, dass wir immer noch an dem unseligen Dualismus-Denken leiden, und zwar sowohl Naturwissenschaftler als auch Philosophen.

    Man stellt sich den „freien Willen“ als eine Art frei schwebender Chefetage vor. Wenn diese nun nur noch die Vorlagen (Bereitschaftspotentiale) der unteren Ebenen absegnen könnte, wäre er wirklich machtlos wie ein konstitutioneller Monarch, der die Regierungserklärungen des Premierministers vorliest. (Übrigens wäre auch eine Freiheit der Wissenschaft dann Illusion.)
    Die Entstehung dieser „Vorlagen“ (Bereitschaftspotentiale) stellt man sich dagegen als mechanisch-linearen Ablauf in den Nervenzellen vor.

    Dabei handelt es sich hier um einen hoch komplexen Prozess, der durch viele Determinanten beeinflusst wird, z.B. durch die Persönlichkeit, die Stimmung und eben den „freien Willen“.
    Es ist ja schon lange bekannt, dass unser Gehirn die Wahrnehmung von Sinneseindrücken steuert und dass man dies trainieren kann. Man kann z.B. Schmerz oder Hunger „ausblenden“.
    Die Hirnforschung macht ja wirklich beindrucksvolle Fortschritte. Sie sollte jedoch in ihren Schlussfolgerungen etwas bescheidener sein, denn sie kennt bis jetzt nur einen winzigen Ausschnitt der Vorgänge im Gehirn.

    Schön, dass es nun Philosophen gibt, die sich auf Forschungsergebnisse einlassen und sich auch für einen Naturwissenschaftler verständlich ausdrücken können. Davon können beide Seiten nur profitieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Beate Steinmeyer
  • Zuerst die Wissenschaft

    27.09.2005, Dominique Boursillon
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    zum Interview mit Herrn Pauen würde ich gerne das Folgende anmerken.

    "Und diese Maßstäbe liefert die Philosophie." Das ist leider falsch!

    Das Einzige was die Philosophie zu leisten hat ist das Menschenbild im Lichte neuer Erkenntnisse zurecht zu rücken. Herr Pauen hätte es gerne umgekehrt, aber damit maßen sich Philosophen zu viel an. Sie können doch nicht ein Menschenbild erdenken, das Ihnen gerade so passt, und dann hoffen, dass die Wissenschaft das so oder ganz ähnlich bestätigt!? Der andere Weg ist der richtige: Sie finden etwas heraus und damit schaffen Sie sich ihr (eventuell verändertes) Menschenbild - auch wenn´s weh tut!


    Es ist tatsächlich so, dass wir (allen voran die Philosophen) an einem nicht mehr haltbaren Menschenbild krampfhaft festhalten und mit Gewalt versuchen, die Erkenntnisse der Neurowissenschaften in die "herkömmliche" Philosophie einzuordnen. Einen Paradigmenwechsel sind wir noch unfähig zu vollziehen. Letztendlich leben wir in einer atheistischen und gengesteuerten Welt. Das ist schon schwer zu akzeptieren oder gar nachzuvollziehen, Herr Plauen erahnt ja auch die Implikationen (im Interview z.B. in Bezug auf das Rechtssystem kurz angerissen).

    Egal wie, es ist noch ein weiter Weg... Eingedenk der wirklich großen Probleme: Schwampel, Pisa, Klima... Ein sehr, sehr, sehr weiter Weg!

    Viele Grüße