Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Kalte Kernfusion

    29.03.2005, Karl Bednarik
    Hallo an die Physiker,

    nachdem Deuterium-Kerne aus zwei Teilchen bestehen, sollten sie sich auch wie Bosonen verhalten.

    Meine Frage ist nun, ob es in einem Bose-Einstein-Kondensat aus Deuterium-Kernen durch Tunnelvorgänge zu einer Kernfusion kommen könnte.

    Auch in myonischen Molekül-Ionen kann es durch das Tunneln zur Fusion kommen.

    Mit Dank für die Antwort im Voraus,
    und mit freundlichen Grüßen,
    Karl Bednarik.

  • Nur, wo ist der Spicker?

    24.03.2005, Rüdiger Biesold
    Was neues entdeckt wurde eigentlich nicht. Es treten immer wieder mal Effekte auf, die dann unter Atavismus abgelegt werden. Bisher machte man sich anscheinend wenig Gedanken über die Ursachen. Vermutlich liegen in dem abfällig als Schrott bezeichneten Genmaterial noch eine Menge Geheimnisse, außerdem sind die Chromosomen auch nicht die ganze Vererbung.
    Die entdeckten Effekte bei der Ackerschmalwand sind nun hoffentlich der Anlaß, da etwas genauer zu werden. An Herrn Mendel liegt das aber nicht, woher sollte der wissen, wie kompliziert das werden wird. Der Fehler lag wie so häufig bei den Nachfolgern, es wird aus Lehrsätzen ein Dogma gemacht ohne Rücksicht auf weitere Erkenntnisse; ggf. werden gar neue Erkenntnisse wegen alter Lehrsätze verbogen oder unterdrückt. Der Abriß solcher Denkmauern ist Voraussetzung für neue Erkenntnis, dann kann auch wieder entdeckt werden.
  • eben nicht!

    23.03.2005, Rüdiger Biesold
    Es ist völlig klar und auch weiter unten im Artikel beschrieben, daß auch hier der Planet nicht gesehen wurde. Es wurde aus regelmäßigen Abschwächungen des Infrarot legiglich eine Bestätigung der Vermutung über einen zusätzlichen Körper neben dem Stern geliefert.
    Wenn die Vermutungen so stimmen, müssen nur die Entstehungstheorien von Planetensystemen umgeschrieben werden. Für Gasriesen in unmittelbarer Sonnenähe ist danach kein Raum.
    Die Methoden der Nachweisvermutung sind schon aufregend genug; aber mehr ist es eben nicht!
  • Guter Artikel, nur...

    22.03.2005, Matthias Paul Scholz
    ..wird sich's mit ihm genauso verhalten wie mit allen guten Ratschlägen: die, die ihn lesen, verhalten sich (zumindest wohl zum Großteil) bereits löblich. Und die, die mit ihrem Kaufverhalten den industriellen Massentierwahn am Leben halten, lesen ihn nicht.
  • Sensationserkenntnis

    22.03.2005, Rüdiger Biesold
    Ein Urahn für alle madegassischen Lemuren; der hat dann wohl für mindestens eine Generation die erfolgreiche Selbstbegattung entdeckt, die Nachfolgegeneration entwickelte dann die Sexualität neu. Mir scheint da eine Neuauflage der Genesis erfunden zu sein; Kain und Seth pflanzten sich auch ohne Frauen fort (Eva wurde nur einmal entwickelt und von Inzest ist an dieser Stelle der Bibel/Thalmut/Koran nicht die Rede).
    Aber im Ernst, wie bei vielen endemischen Inselpopulationen so stammen auch die Lemuren von einer kleinen Einwanderergruppe ab; das ist nicht neu, höchstens wieder einmal bestätigt. Vielleicht war eines der beiden Geschlechter nur einmal vertreten, aber selbst das ist ziemlich unwahrscheinlich. Ein derartig enger Genpool mit zwangsläufigem Inzest führt eher zu Mißbildungen und Aussterben, nicht zu erfolgreicher Radiation. Die Insel war vor mehreren 10Mio Jahren außerdem leichter vom Kontinent aus erreichbar.
  • Leserbrief von: Rüdiger Biesold

    22.03.2005, Maria Mayer
    Der letzte Satz hat mir besonders gut gefallen: "Diese Vielfalt läßt eine chromosomale Definition einer Frau folglich nicht zu; die Säuger sind nicht die ganze Biologie oder Genetik."

    Genau! Und für mich als nicht eindeutig definierte Intersexuelle ist das ein großer Trost: Mit welchem Recht verlangt man von mir, mich als eindeutig männlich oder weiblich zu definieren?
  • Susanne Grittner hat Recht!

    22.03.2005, Maria Mayer
    Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen: "Die" Rückseite sieht man nicht! Eine Teil der Rückseite ja, okay, aber das gilt nicht. "Die" Rückseite ist die ganze Rückseite.
    Übrigens: Die bildliche Darstellung - die man sofort erfasst - zeigt genau das, was Frau Grittner schreibt: Der Würfel fliegt an der seitlich stehenden Betrachterin vorbei.
    Quod erat demonstrandum.
  • Optimal angepasst?

    19.03.2005, W. Schulte-Kramer
    Zu korrigieren ist eventuell auch die Darstellung des Pferdes als Beispiel für optimale Anpassung an das Leben in der Steppe. Ohne die zufällige Existenz der Landbrücke nach Eurasien wäre das Pferd schon seit 10000 Jahren ausgestorben (ob mit oder ohne Mithilfe der Menschen) und würde in den Biologiebüchern auftauchen als ein weiteres Beispiel für eine Tiergruppe, die sich aufgrund von Überspezialisierung in eine evolutionäre Sackgasse entwickelt hat, in der sie u. a. aufgrund des nicht optimal an Grasnahrung angepassten Verdauungsapparates der Konkurrenz durch die wiederkäuenden Paarhufer nicht überleben konnte (oder kennt jemand wiederkäuende Paarhufer, die an Koliken verenden?). Zudem ist auch zu erwähnen, dass auch in Eurasien die Pferde nur in der Obhut des Menschen überleben konnten und lediglich wenige Spezialisten wie Esel und Zebras in extremen Lebensräumen in freier Wildbahn überlebten im Gegensatz zu den vielen freilebenden wiederkäuenden Paarhuferarten. Auch in Amerika konnten die von Haustieren abstammenden Mustangs die Steppen erst dann wieder besiedeln, als die riesigen Büffelherden durch den Menschen dezimiert worden waren.
  • Darwin für Anfänger

    18.03.2005, Dominique Boursillon
    Allmächtiger!
    Muss man denn wirklich überall nach Darwin suchen, und sei es mit vom am weitesten her an den Haaren herbeigezogenen Argumenten?
    Hätten das doch bloß Albert Schweitzer und Mutter Teresa gewusst: Sie hätten Gebühren für ihre Selbstlosigkeit verlangt!!!
    Ich glaube, es ist ein Fehler, in allem in der Natur nach einem hehren Zweck zu suchen, die Natur wird von uns noch gewaltig unterschätzt...
    Aber was soll´s? Der übergeordnete Darwin'sche Zweck klinkt logisch, erfüllt die Erwartungen des einfachen Gemütes und gereicht für eine Publikation in Nature! Und erklärt ganz nebenbei die Notwendigkeit des Sozialabbaus und das Scheitern des sozialen Miteinanders.
    Allmächtiger!
  • das Geschehen ist noch komplexer als Frau

    17.03.2005, Rüdiger Biesold
    Frau hat natürlich nicht auf die Aktivierung eines Teils ihres Genoms verzichtet, das klingt immer so bewußt gesteuert. Außerdem gilt das so eindeutig nur für die Säugetierfrau und deren Mangelmutante Mann. Das Y-Chromosom hat zwar nicht den Reparaturmechanismus durch ein Partnerchromosom, aber es verfügt über eine Reparaturmöglichkeit durch Vergleich mehrfach duplizierter Abschnitte in sich selbst; das mag dazu führen, daß dieses Chromosom in sich stabiler ist.
    Interessant ist aber auch, daß der Vorgang der Entwicklung von Geschlechtschromosomen mindestens 4x im Tierreich vorgekommen sein muß. Krokodile als basisnahe Archosaurier haben keine geschlechtsspezifischen Chromosomen, die immer noch existierenden Vögel als weiterentwickelte Archosaurier haben diese Einrichtung, aber andersherum besetzt als Säuger und wohl auch auf der Basis eines ganz anderen Chromosoms; Preisfrage, wo und wann hat sich das bei diesem Reptilienzweig incl. Vögel entwickelt? Bei den Insekten gibt es ebenfalls beide Einrichtungen und die Variante eines X/0-Mannes.
    Diese Vielfalt läßt eine chromosomale Definition einer Frau folglich nicht zu; die Säuger sind nicht die ganze Biologie oder Genetik.
  • Könnte?

    16.03.2005, Rüdiger Biesold
    Man braucht nur die Erdbebenliste des Gfz-Potsdam anzuschauen, dann ist deutlich zu sehen, daß da sozusagen massenhaft Folgebeben des Sumatrabebens verzeichnet sind. Diese betreffen auch nicht nur die Sundaregion selbst; offensichtlich führte die Erschütterung und kurzfristige Verschiebung der eurasiatischen Platte (die eigentlich keine Platte sondern ein Puzzle ist) auch in entfernteren Regionen zu Beben. Auf der Landkarte ist ein weit gefächerter Keil zu sehen, die Keilspitze ist bei Sumatra, die westliche Seite des Keiles läuft über Iran, Balkan, Riesengebirge bis Spitzbergen, die östliche Seite läuft entlang der asiatischen Pazifikküste bis zu den Aleuten. Ein deutlich schwächer ausgebildeter Keil befindet sich auch südlich davon (möglicherweise war das starke Beben an der australisch/antarktischen Geosynklinale der Auslöser für die Sumatra-Katastrophe). Praktisch ist fast ganz Eurasien durch die Wucht dieses Sumatrabebens destabilisiert worden; es wird noch sehr lange dauern, bis da wieder Ruhe einkehrt. Ein Vorwarnsystem auch im Mittelmeer ist deshalb ebenso dringend; bei den kurzen Laufzeiten im Mittelmeer und angesichts der Küstenbesiedlung dieses Raumes ergäben sich ohne Vorwarnung unvorstellbare Opferzaheln auch bei nur annäherndem Szenario. Subduktionszonen und instabile Gebirge gibt es im Mittelmeer genug.
  • nicht neu, aber nun besser begründet

    16.03.2005, Rüdiger Biesold
    Es gab schon lange Anhaltspunkte dafür, daß Frau in ihrer Genetik komplexer ist als der Mann und damit insgesamt stabiler. Aber die Hämophilie ist keineswegs nur bei Männern auftretend. Da die Medizin inzwischen den mit dieser Krankheit behafteten ermöglicht auch älter zu werden und damit zeugungsfähig, kann der Mann auch sein krankes X-Chromosom weitergeben. Hat er eine mischerbige Partnerin (also nur phänotypisch gesund) sind nicht nur 50% der männlichen sondern auch 50% der weiblichen Nachkommen Bluter.
    Möglicherweise ist das auch schon früher in Einzelfällen geschehen, nur starben dann die Blutermädchen spätestens um den Eintritt der Regelblutung; heute kann auch das verhindert werden und fällt auf. Ein ziemlich drastisches Beispiel, wie moderne Medizin zur Verschlechterung des Gen-Pools beiträgt. Von solchen Anlagen Betroffene sollten auf biologischen Nachwuchs verzichten, wollen sie diesem nicht gleiches Leid zufügen. PID ist aus mehreren Gründen (das würde hier zu umfangreich) kein gangbarer Weg.
  • Da war doch noch einer

    14.03.2005, Rüdiger Biesold
    Die wichtige Funktion eines Herrn Kopper im Rahmen dieser Preisverleihung wurde unterschlagen; dieser hat sich durch besonders menschenfreundliche Kreditvergabe in einem großen Bankinstitut bekannt gemacht und mußte letztlich wegen der "peanuts" gehen. Es ist leicht vorstellbar, in welche Richtung Forschung bei solcher Unterstützung getrieben wird.
    Es ist auch nicht das Hauptproblem, ob nun mit Embryonenzerstörung schon denkendes oder beseeltes menschliches Leben vernichtet wird oder nicht (wobei das schon Problem genug wäre!), das Hauptproblem ist, was daraus gemacht werden wird. Willkürlichen genetischen Veränderungen auch des Menschen werden damit alle Türen und Tore geöffnet. Die Klonierung von Menschen ist auch nicht weltweit geächtet, dieser UNO-Beschluß ist lediglich eine Empfehlung und kann nur durch jeweilige Landesgesetze umgesetzt werden. Die geforderte Ächtung ließ sich wegen des Widerstandes besonders der USA nicht durchsetzen, die USA setzten sich für die unverbindliche Resolution ein und haben bis heute keine verhindernde Gesetzgebung, warum wohl?.
    Den Preis für Forschung mit Mäusen einsetzen zu wollen ist ja nett gesagt, aber wer will denn kontrollieren, wofür die Mäuse des deutschen Steuerzahlers dann in anderen Ländern dienen; aber so bleibt diese Aussage wenigstens richtig - er forscht mit Mäusen!
  • 90-Grad-Drehung zeigt nicht die Rückseite!

    14.03.2005, Susanne Grittner
    "Fliegt zum Beispiel ein Spielwürfel mit nahezu Lichtgeschwindigkeit an einem Beobachter vorbei, dann erscheint er diesem als etwa 90 Grad zur Seite gedreht. Mit anderen Worten: Der Betrachter sieht die Rückseite des Würfels - obwohl dieser auf ihn zufliegt!"

    Bitte noch einmal überlegen: Bei einer 90-Grad-Drehung und einem auf mich zufliegenden Würfel sehe ich nicht die Rückseite des Würfels.
    Die Rückseite (aus der Zielrichtung betrachtet) sehe ich nur als seitlich stehende Betrachterin, wenn der Würfel an mir vorbeifliegt und ich bei niedriger Geschwindigkeit die entsprechende Seite des Würfels sehen würde.
    (Oder gehen Sie von einem anderen Koordinatensystem aus???)
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Grittner,



    Vielen Dank für Ihre Anmerkung. Zur Erklärung: Wenn der Würfel auf Sie zufliegt und um 90 Grad seitlich gedreht erscheint, dann sehen Sie seine Rückseite in folgender Situation (die auch im Vortrag von Hanns Ruder veranschaulicht wurde):



    Angenommen, eine Kante des Würfels weist - ähnlich einem Pfeil - zu Ihnen. Dann gibt es auch eine Würfelkante, die von Ihnen wegweist und die sich von Ihnen aus gesehen auf der Rückseite des Würfels befindet.



    An die Kante, die zu Ihnen weist, grenzen die Flächen A und B; diese bilden von Ihnen aus gesehen die Vorderseite des Würfels. An die Kante, die von Ihnen wegweist, grenzen die Flächen C und D; diese bilden aus Ihrer Perspektive die Rückseite des Würfels.



    Nun drehe ich den Würfel um 90 Grad. Daraufhin weist die Kante, die eben noch zu Ihnen zeigte, nun zur Seite. Dies hat zwangsläufig zur Folge, dass eine der Flächen C oder D in Ihr Blickfeld gerät - je nachdem, in welche Richtung der Würfel gedreht wurde. Mit anderen Worten: Sie sehen die Rückseite des Würfels oder genauer: Einen Teil seiner Rückseite.
    Würfeldrehung



    Diese Situation, die man sofort erfasst, wenn man sie bildlich dargestellt sieht, habe ich - um mich nicht lange bei geometrischen Erklärungen aufzuhalten - so beschrieben, dass der Betrachter die Rückseite des Würfels sieht, obwohl dieser auf ihn zufliegt. Mit genau diesen Worten hat übrigens auch Herr Ruder die Situation erläutert.



    Viele Grüße aus Heidelberg,

    Frank Schubert



    schubert@spektrum.com
  • Hochwasser ist natürliche Erscheinung

    14.03.2005, Ulrich Honecker
    In Ihrem sicherlich grundsätzlich richtigen Artikel zur "drohenden" Schneeschmelze und der resultierenden Hochwassergefahr kommt mir der Gedanke, dass Hochwasser eigentlich eine überwiegend natürliche Erscheinung ist, etwas zu kurz. Will der Mensch sich die Auen nutzbar machen, dann muss er mit dem Auftreten von Hochwasser rechnen und damit zu leben lernen. Die bisherige anthropozentrische Sichtweise "Hochwasser oder Mensch" hat sicherlich ausgedient und ist vor allem nicht mehr finanzierbar. Hochwasserschaden entsteht nicht durch die Natur und auch nicht in der Natur, sondern durch das durch den Menschen eingebrachte Schadpotenzial. Eine Siedlung in der Aue ist ähnlich gefährdet wie eine Siedlung auf einem Vulkan, nur die mitteleuropäische, gegenwärtige Risikowahrnehmung ist etwas anderes.