Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Synästhesie und Mehrsprachigkeit

    20.10.2004, Gabriele
    Mir half die Synästhesie schon als Kind. Wenn mir vorgelesen wurde, erkannte ich am Klang/Vokale=Farbe, ob der Vorleser den Text verändert. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn man etwas auswendig zu lernen hat, denn die Farben prägen sich gut ein.
    Habe erst mit über 40 Jahren herausgefunden, dass ich Synästhetikerin bin - war sehr aufgewühlt damals. Ja, und wie viele andere S. erstaunt, dass nicht ALLE Menschen Buchstaben und Zahlen farbig sehen. Die Welt ist so schön, wenn sie bunt ist! Habe meine Farbkarte immer in mir.
    Eine Sache, die ich bisher noch in keinem Untersuchungsbericht erwähnt sah, ist die Mehrsprachigkeit.
    Denn ich lebe jetzt in einem englisch-sprachigen Land und komme manchmal mit den Vokalen und den Farben ins Schleudern, da sie anders geschrieben als gesprochen werden.
  • Wie blockiert man Knoten?

    19.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die mathematische Beschreibung ist keine Lösung. Die zentrale Verteilerfunktion solcher Netzknoten war schon bekannt. Aber die Schlußfolgerung -man müsse nur die Knoten blockieren, das sei effektiver als die Blockade der Hauptverbindungen- ist gelinde realitätsfern. Letztlich ergibt die Blockade der Knoten konsequent durchgeführt auch eine Blockade der Hauptverbindungen und damit den Zusammenbruch des weltweiten Flugverkehrs. Wenn der Knoten nur stillgelegt wird und die Hauptverbindungen nicht, etablieren sich blitzartig Ersatzknoten und das Verteilungsproblem ist das gleiche wie vorher (evtl. etwas zeitverzögert).
    Wie realistisch ist aber die Einstellung des Weltflugverkehrs mit seinen immanent notwendigen Vernetzungen und für welchen Zeitraum?
    Es ist leicht zu sehen, daß das nicht umsetzbar ist.
    Außerdem gibt es noch ein kleines Nebennetzwerk, die militärische ebenfalls weltweite Flugvernetzung. Das fällt insoweit besonders ins Gewicht, weil diese sich damit bewegenden Leute mit geheimen Dingen zu tun haben (z.B. Schutz von obskuren Forschungslaboratorien in fremden Ländern), vorsätzlich kontaminiert werden (manchmal sogar von der eigenen Führung) und sehr vielfältige Kontakte auch sexueller Natur haben. Es gibt auch Ausbreitungswege von Infektionen, die solchen militärischen Bewegungslinien folgen (z.B. der Sprung des HIV von Kongo nach Haiti).
    Dieser Zusammenhang ist insoweit sich selbst potenzierend, weil bei einer ernsten weltweiten Gefahr wohl militärisches Potential eingesetzt würde und die bringen dann sozusagen die 5.Kolonne unsichtbar und noch effektiver gleich mit.
    Dieses Problem mag mathematisch-physikalisch mit Formeln beschreibbar sein, es ist aber ein medizinisches, gesellschaftliches und ethisches; Lösungen müssen daher kommen.
  • Immer diese Übertreibungen!

    18.10.2004, Ingo-Wolf Kittel
    Der als Physiker und Germanist gebildete Autor scheint Liebhaber von Science-fiction und in seiner Begeisterung für die Neurobiologie nachgerade hin- und fortgerissen zu sein, wenn er sich - frei phantasierend, aber ansonsten ganz Physiker, ganz Techniker, ganz Mann mit erkennbar martialischen Neigungen - eine Aufrüstung "junger und gesunder Hirne" vorstellen kann. (An den 'Chefredakteur' ist die Frage zu richten, ob er sich des Beistands und Rates seines wissenschaftlichen Beirates vergewissert hat; denn dessen Mitglied Singer hat mehrfach öffentlich erklärt, er halte unser Gehirn für optimiert und damit für nicht mehr verbesserbar. Abgesehen von der Frage, welche utopisch leistungsfähigen Apparate Herr Könneker da 'im Auge hat': danach können Manipulationen gesunder Gehirne nur Verschlimmbesserungen sein.) Vielleicht zeigt er aber auch nur journalistischen Eifer und übertreibt im Bann seiner Vorstellung von der Hirnforschung als Jahrhundert- und Leitwissenschaft in seiner Propaganda. Sie ist allerdings reichlich irreführend.

    - Die Bedeutung der "elf bedeutenden Neurobiologen" kann so bedeutend nicht sein und über spezielle oder lokale Bedeutung nicht sonderlich, jedenfalls nicht bedeutend hinausreichen: in dem fast fünfhundert Seiten starken Grundlagenwerk der Neurowissenschaften von Bennett und Hacker werden gerade mal zwei von ihnen erwähnt, der eine als Coautor eines Nobelpreisträgers, der andere, weil die weltbekannten Autoren zu Aussagen von ihm kurz Stellung nehmen - kritisch!
    - In was die Mitglieder dieses Kreises auch noch 'führend' sind oder sein sollen (es müsste sich nach dem erwähnten Beiratsmitglied, der mit gleich mehreren Kollegen dort bemerkenswerterweise auch Mitglied dieses Zirkels ist, eigentlich um 'Gleichgeschaltete' handeln; denn nach ihm legen 'Verschaltungen' uns fest, nicht etwa vernünftig begründete Absprachen, gemeinsame Beschlüsse, freie Vereinbarungen, gezielte Verabredungen oder verschworene Abmachungen): es ist zwar verführerisch zu glauben, aber wohl nicht realistisch anzunehmen, in einem auf die Erforschung neuronaler Prozesse spezialisierten Wissenschaftsbereich könnte man mehr als eben diese Vorgänge klären und manipulieren, jedenfalls soweit man 'wissenschaftlich' bleibt und nicht wissenschaftspolitisch agiert. (In den sachlichen Partien von DAS MANIFEST wird dies an sich auch klar zum Ausdruck gebracht. Etwas sehr anderes ist es, wenn dieser öffentlichen Erklärung, die faktisch einen Zustands- oder Zwischenbericht darstellt, durch einen Titel, der in massiven Grossbuchstaben gesetzt ist und zudem leicht irreführen kann - weil er in der historisch belasteten Bedeutung als Kampf- und Programmschrift einer 'Partei' reichlich ungute Assoziationen verschiedener Art anregt, vor allem, wenn er einem auf dem Cover blutrot entgegendröhnt... - eine in sachlich-wissenschaftlichen Zusammenhängen befremdliche aggressive Konnotation verliehen wird; online wird die Elfergruppe an einer Stelle sogar ganz militärisch als 'Phalanx' bezeichnet! Dabei wird nirgendwo erklärt, zu welchem Anlass und Zweck diese Kundgabe überhaupt verfasst wurde, oder gar, ob eine Notwendigkeit dazu bestand, so dass sich die Frage aufdrängt, was mit dieser eigenartigen Titelgebung einer Deklaration fraglicher Motivation von Seiten der Redaktion - die sie möglicherweise sogar selbst angeregt hat - wiederum 'manifestiert' und demonstriert werden soll bzw. wird: Parteinahme?)
    - Solange Wissenschaftler, wie Bennett und Hacker aufzeigen, glauben und sogar andere glauben machen wollen, alles das, was wir traditionell nun einmal - ob besonders treffend oder nicht - 'geistig' nennen, hätte etwas mit neuronalen Vorgänge im Hirn zu tun, so dass geistreiche Bemerkung oder geistlose Kommentare deswegen geistvoll, uninteressant oder auch falsch sind, weil bei ihrem Aussprechen oder Hinschreiben - man muss schon verblüfft fragen: überraschenderweise? - Gehirnaktivitäten festzustellen sind, und sie deswegen Gehirnphysiologie in Form cerebraler Pseudopsychologie betreiben - und nicht wenige von ihnen Wahrnehmungsforschung sogar mit philosophischer Erkenntnistheorie verwechseln und das sich daraus ergebende 'Bild' von Art und Organisation neuronaler Abläufe in dem Organ, das wir unser Gehirn nennen und 'mit' dem wir denken wie wir 'mit' einer Hand winken, zu einem Menschenbild überhöhen -, drängt sich die Frage auf, wie 'wissenschaftlich' in einem Forschungsbereich gedanklich gearbeitet wird, in dem ein derartiges - geistiges... - Durcheinander herrscht?

    Tatsächlich sieht es vielmehr danach aus, als sollten vor der lautstarken Ausrufung der Hirnforschung zu einer 'Leitwissenschaft' und ihrer Überhöhung zur Jahrhundertwissenschaft im Jahre IV eben dieses Jahrhunderts besonders ihre eifrigsten 'Vertreter' erst einmal die Konsequenzen aus der Feststellung ziehen, die ein anderes Mitglied der Elfergruppe - offenbar in Unkenntnis des Buches von Bennett und Hacker, aber auch anderer einschlägig relevanter Literatur (wie etwa die von Engel und König, die 'seit Ende des 20. Jahrhunderts' vorliegt, psst, real: seit sechs Jahren...und den Untertitel trägt: "Eine kritische Bestandsaufnahme"!) - soeben in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie gemacht hat: "Die Hirnforschung hat, anders als Physik und Chemie, für sich bisher keine grundlegende Methoden- und Begriffskritik durchgeführt."

    Es könnte allerdings auch sein, um selbst ein wenig zu phantasieren, dass die elf (wohin?) führenden Professoren, intelligent, wie sie sind, und zum Teil offensichtlich geschäftstüchtiger als kritisch, sich DAS MANIFEST ausgedacht haben, oh pardon, nein, der eben Zitierte diktiert es in jedes erreichbare Mikrophon: dass ihre Hirne es sind, die es - wie alle gehaltvollen, aber auch unsinnigen Behauptungen... - 'konstruiert' haben und also dann ihre elf Träger dazu gebracht haben es zu 'äußern'.

    Um darüber dann die Gleich(ver)schaltung anderer Gehirne wie solcher von Journalisten zu erreichen, damit diese wiederum Propaganda zur Gleichschaltung weiterer Hirne betreiben - möglicherweise ja ganz simpel zur H e b u n g der imposanten Bedeutung der, wie noch bei aller Politik bisher, auch mit Bild und Personalien groß hervorgehobenen FührerInnen?

    Wer wen hier führt und leitet, das ist hier die Frage - ob in die Irre oder sonst wohin...


    INGO-WOLF KITTEL Facharzt
    für Psychotherapeutische Medizin
    D-86152 AUGSBURG Frauentorstr. 49
    Tel.: +49-(0)821-349 45 05
  • Keine Abfälle?

    16.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die Fusionstechnologie verspricht mit weniger und vor allem fast keinen so langfristig strahlenden Abfällen/Produkten zu laufen, wenn man die Spalt-AKW dagegen hält. Aber völlig problemlos und abfallfrei ist die auch nicht.
    Es werden durchaus Materialien des Bauwerkes radioaktiv und müssen entsorgt werden. Das Hauptproblem dürfte aber der sichere Einschluß von Tritium werden. Das hat zwar eine kurze Halbwertszeit und ist bald verschwunden, aber es hat eben auch dafür eine hohe Strahlungsintensität zu Beginn und ist bei Unglücken durchaus gefährlich. (Es kann dann auch im Wasser vorkommen und leicht inkorporiert werden.) Der Supergau der klassischen AKW kann nicht vorkommen; ein erheblicher Vorteil der Fusion.
    Die Endlagerproblematik für das eigentliche AKW nach Abbau ist ähnlich der der Spalt-AKW (wegen der kontaminierten Bauteile).
    Das sind alles um Größenordnungen geringere Gefahren als bei den bisherigen AKW, aber keine Gefahren sind es nicht.
  • "Unkraut" auf Grundstücken

    14.10.2004, Günther Thiel
    Ich habe sehr ähnliche Erfahrungen mit einem "wilden" Grundstück und den Nachbar gemacht. In anderen Ländern gibt es Konzepte, um Grundstücke im städtischen Bereich artenreicher zu gestalten. Dazu zählen besonders öffentliche Grundstücke, z.B. Schulgrundstücke. So werden auch die Kinder näher an das Thema herangeführt.
  • Schwieriges Grenzgebiet

    13.10.2004, Rüdiger Biesold
    Das Wünschelrutengehen leidet wie viele andere dieser Erscheinungen natürlich auch unter vielen Trittbrettfahrern. Grundsätzlich ist die Erforschung dieser Grenzgebiete aber davon belastet, daß die Versuchsanordnungen nur wenig mit "natürlichen" Bedingungen zu tun haben; zusätzlich beeinflußt die Versuchsanordnung für sich allein das Testobjekt durch Rückkopplung und damit Werte- und Eigenschaftsveränderung.
    Bei (echten) Wünschelrutengängern scheint es so zu sein, daß die auf äußerst schwache Magnetfeldänderungen reagieren, was aber fließende Objekte voraussetzt; ruhende Objekte sind da viel schwächer oder still.
    Ähnliches gilt für Gedankenübertragung. Auch hier scheinen schwache Magnetfelder als Begleitumstand von "Denken" eine Rolle zu spielen. Die beteiligten Magnetfelder entziehen sich wegen der geringen Feldstärken bzw. ungenügend empfindlicher Meßinstrumente der Meßbarkeit und das zu messende Empfangsinstrument Gehirn wird durch angebrachte Meßtechnik stark beeinflußt.
    Zusätzlich tritt die Schwierigkeit auf, daß der zu prüfende Mensch nicht gleichförmig ist (der ist nun mal keine Maschine mit definierten Eigenschaften); der Empfang ist nicht gleichmäßig empfindlich bzw. nicht immer vorhanden und möglicherweise ist auch eine spezielle soziologisch-psychische Abstimmung nötig.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß da etwas ist - aber nicht immer bewußt wird. Ob das jemals meß- und prüftechnisch nachgewiesen werden kann, steht dahin. Glücklicherweise räumt die Wissenschaft inzwischen auch ein, daß der fehlende Nachweis kein Beweis für die Nichtexistenz solcher Effekte sei.
  • Demontage

    13.10.2004, Rüdiger Biesold
    Nicht mal saufen können die genetischen Halbfrauen besser; oh weia! Wenn die Frauen nach wissenschaftlichen Prognosen auch noch schneller laufen, dann ist es wohl ganz zappenduster mit der "Herrlichkeit".
    Aber auch diese Erkenntnis ist nicht revolutionär neu. Jeder halbwegs gute Beobachter weiß, daß im Durchschnitt (eben nicht im Einzelfall) Frauen kontrollierter bleiben bei Alkoholgenuß (auch!). Mit Sicherheit ist dieser Effekt nicht nur körperlich-genetisch begründbar. Eine ganze Reihe soziologischer Faktoren veranlaßt den durchschnittlichen Mann in unseren immer noch männlich dominierten Gesellschaften zu Gehabe eines Platzhahnes samt der darin innewohnenden chronischen Überschätzung seiner tatsächlichen Fähigkeiten. Aber da der moderne Mann evolutionär später auftauchte als die moderne Frau, bestehen ja noch Chancen, daß wir doch noch was lernen.
  • Vielfaltsergänzung

    12.10.2004, Rüdiger Biesold
    Wenn wir dazu noch (zumindest in den Industrieländern) entsprechende Behandlung von Kleingärten und Hausgrundstücken bekämen, wäre das doch ein weiterer nicht zu unterschätzender Fortschritt. Klein-Wimbledon mit Rasen muß wirklich nicht sein.
    Ich wurde persönlich Anfang der 70er-Jahre von Nachbarn "besseren Standes" gefragt, ob mir denn etwa das stark verunkrautete Grundstück (100qm freie Fläche) gehöre; von denselben Leuten wurde ich einige Jahre später beglückwünscht zur frühen Einrichtung einer ökologischen Nische.
    Immerhin sind da in 20 Jahren über 150 Jungvögel mehrerer Arten erfolgreich ausgeflogen und mein Grundstück war bunt von Wildblumen, Schmetterlingen, Wildbienen und sonst noch einiger Natur; außer einigen Rückschnitt-Eingriffen war es auch wenig arbeitsintensiv.
  • Uhr????

    12.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die Ausdrücke Uhr und kalibrieren setzen eine Exaktheit voraus, die schlicht nicht gegeben ist. Allenfalls läßt die Genomanalyse eine gute Feststellung von Verwandtschaften zu (wegen Konvergenzen aber auch nicht immer zuverlässig). Aber der Gang der Evolution ist nicht Uhr-ähnlich, er ist holperig und zufällig. Evolution ist nun einmal nicht gezielt, eher ist eine Erbänderung letal oder jedenfalls nicht von entscheidendem Vorteil; selbst wenn man alle diese Fehlschläge kennte, gäbe es keinen regelmäßigen Gang.
    Neben der Zufälligkeit wann sich wo was ändert und dann durchsetzt, gibt es auch noch äußere Einflüsse mit möglicherweise induktiver Wirkung auf die Zusammensetzung des Genoms, wie z.B. Strahlen, Temperatur, Zusammensetzung des umgebenden Raumes (Wasser oder Luft); auch diese sind im Laufe der Erdgeschichte alles andere als konstant. Diese Voraussetzungen lassen grobe Abschätzungen von zeitlichen Abläufen zu, mehr nicht.
    Es scheint immer noch so zu sein, daß ein Teil der Biologen-Zunft unter der im Vergleich zur Physik und Mathematik mangelnden Exaktheit ihrer Wissenschaft leidet, das wird durch solche verkrampfte Zwangs-Jacke für Evolutionsabläufe nicht besser. (Evolution ist auch nicht "beweisbarer" mit exaktem kalibriertem Uhr-Lauf; diese Versuche dienen wegen der widerlegbaren Abläufe eher Gegnern.) Biologie und Genomforschung sind wegen dieses "Defizites" auch nicht weniger wert. Schließlich haben die Physiker auch ihre Unschärferelation und Mathematiker Stufen in der Unendlichkeit und irrationale Zahlen, bei den Geologen läßt die Voraussagegenauigkeit von Erdbeben und Vulkanausbrüchen noch mehr zu wünschen übrig als Wetterprognosen von Meteorologen usw. usf.; die alle tun an manchen Stellen nur so exakt.
  • zusätzliche Begründung bekannter Umstände

    09.10.2004, Rüdiger Biesold
    Bei dieser wie auch bei anderen Katastrophen der Lebensgeschichte auf unserem Planeten ist der Verlauf von verblüffender strategischer Einheitlichkeit. Es beginnt bei Meeresorganismen (besonders Diatomeen und Radiolarien haben da "Bibliotheken" hinterlassen) zunächst schleichend mit zunehmendem Tempo, kulminiert in einer erdgeschichtlich kurzen Zeit und fällt dann steil ab. Zeitlich versetzt hierzu ist das bei Pflanzen und erneut zeitlich versetzt bei Land-Tieren zu beobachten.
    Es ist sehr wenig wahrscheinlich, daß die Ursachen monokausal erklärbar sind. Dennoch spricht vieles dafür, daß die Hauptursache in der Tektonik und Krustenbewegung unseres Planeten liegen. Dadurch werden Klimate großräumig beeinflußt und wenn Platten auseinanderdriften oder zusammenstossen gibt es zunächst kleine sich verstärkende Effekte auf Meeresströmungen und Atmosphäre bis eben ein Durchgang richtig aufgeht oder verschlossen wird und dadurch "der Hauptschalter umkippt". Durch solche Vorgänge werden auch Vulkanausbrüche induziert, die dann ihrerseits wieder Auswirkungen haben und beschleunigend tödlich wirken können. Sonnenaktivitäten und andere extraterrestrische Ursachen mögen in manchen Fällen auch noch verstärkend (oder abmildernd?) einen Anteil haben. Es muß noch viel Forschung zur Aufklärung der Abläufe getrieben werden, das sollte möglichst nicht mit vorgefaßter Meinung über die Ursache geschehen und gilt auch für die vorgestellte Meinung.
  • es "menschelt" ein wenig zu viel

    09.10.2004, Rüdiger Biesold
    Biowaffen sind nicht nur Waffen von Terroristen oder ruchloser Regime; Rheinland-Pfalz war (ist?) mit Bio- und Chemie-Waffen US-amerikanischer Herstellung vollgestopft. Bei aller möglichen Kritik an den USA, in diese Kategorie gehören die nun nicht. Vielmehr ist es wohl so, daß auch bei vielen als "normal zivilisiert" angesehenen Ländern solches verbreitet ist (und die auch kein Problem mit Handel und Export solcher Scheußlichkeiten zu haben scheinen; nur hinterher wenn es bei den "Falschen" ankommt).
    Aber ausschließlich der Mensch entwickelt solche Dinge bewußt, in der Natur entsteht solches durch mehr oder weniger zufällige Ko-Evolution und setzt sich wegen der damit verbundenen Vorteile durch. Sollte es bei dem fraglichen Organismus kein Virus sein sondern ein ehemals selbständiger, dann degenerierter und an spezielle Bedingungen angepaßte Existenz in obligatorischem Parsitismus, dann wäre das nicht der erste Fall in der Geschichte des Lebens auf der Erde. Vieles spricht dafür, daß Eukaryoten ihre Existenz solchen Mechanismen verdanken (Integration ehemals selbständiger Vorläufer von Mitochondrien und Chloroplasten z.B.). Möglicherweise entstammen Viren ganz oder teilweise solchen Vorgängen; deren Ursprung und Entwicklung ist ebenso unverstanden wie deren Zuordnung zum Lebensbereich oder auch nicht; es gibt nur eine Unzahl von Hypothesen.
    Schließlich sind dem Menschen viele solcher Beziehungen völlig unbekannt, wir kennen wohl nicht einmal die Mehrheit von Makroexistenzen, wie sollen wir dann die davon abhängigen Mikroexistenzen kennen? Der von der Schlupfwespe abhängige Organismus muß zudem in dieser Form relativ jung sein; Hautflügler und Schmetterlinge sind mit die jüngsten Insektengruppen. Die Ko-Evolution des Parasiten hatte also vergleichsweise wenig Zeit zur Entwicklung; dies hinwiederum könnte eine Erklärung für seine Größe und Andersartigkeit sein, auch die Entfernung "überflüssiger" Teile braucht evolutionär seine Zeit.
    Perfide ist dennoch nur der Mensch, er entwickelt bewußt, rücksichtslos und gewinnsüchtig. Man sollte solche Eigenschaften nicht auf viel harmlosere Tiere übertragen.
  • Kauen wurde nicht nur von Säugern erfunden

    08.10.2004, Rüdiger Biesold
    Wie ein Säugetier kann T-rex kaum gekaut haben, er hatte kein sekundäres Kiefergelenk.
    Allerdings haben zumindest einige Ornithischier die Schrägstellung von Zähnen entwickelt, die ebenfalls einen Reibevorgang ermöglicht. Diese Technik ist wesentlich effektiver als das reine einfache Zerdrücken oder nur Schlingen, aber mit dem mahlenden Kauvorgang der meisten Säuger nicht vergleichbar.
    Evolution kommt öfter auf unterschiedlichen Wegen zu ähnlichen Ergebnissen aber nur ganz selten zu wirklich gleichen.
  • vermutlich Ko-Evolution

    08.10.2004, Rüdiger Biesold
    Bei dem beschriebenen Verhalten liegt eine genetische Ko-Evolution der beiden Geschlechter nahe.
    Da Paare fester zusammenhalten, wenn sie zeitgleich eintreffen, ergibt sich zwangsläufig ein Selektionsvorteil für ein entsprechendes Gen. Andere Erklärungen für das Verhalten dieser Art sind jedenfalls viel umständlicher, aber natürlich nicht auszuschließen; manchmal macht eben Natur gerade nicht das aus menschlicher Sicht Einfache.
  • Sachlich ist schon mal besser!

    02.10.2004, Rüdiger Biesold
    Aber das sollte dann nicht nur in der Überschrift stehen. Weizen ist eben nicht nur Selbstbefruchter (sonst ließe sich dessen Zusammensetzung nicht herleiten und fast alle mehr oder weniger starken Selbstbefruchter haben auch Fremdbestäubung). Das Problem besteht natürlich nicht, wenn immer nur in günstigsten Varianten gedacht wird und nur günstige Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Befürworter der Gentechnik verhalten sich in diesem Punkt ebenso wie Pharmaziefirmen, die auch nur die günstigen Ergebnisse veröffentlichen; kein Wunder, daß dieses Verhalten Mißtrauen erzeugt.
    Grenzen sind sehr wohl von Menschen erdacht. Da gibt es z.B. Feldgrenzen und Staatsgrenzen usw. usf. und weder Biene noch Wind hält sich an so etwas. Was soll der Einwand, die Mutationsrate sei nicht anders wegen eines Transgens? Das ist genau so eine triefende Totschlagshaltung mit pseudowissenschaftlicher Verbrämung. Ich hatte auch nicht behauptet, daß die Mutationsrate eine andere sei. Aber es geht eben genau um dieses eine oder auch mehrere eingeschleuste Gene. Die unterliegen auch der Mutation. Da sie in eine fremde Umgebung verpflanzt wurden, könnte der Mutationsdruck darauf durchaus höher sein.
    Das Leben insgesamt ist sozusagen ein Risiko. Nur ist das absolut kein Grund für zusätzliche vermeidbare Risiken; die müssen sachlich bewertet und eben nicht nur ignoriert werden.
    Der gesetzliche Grenzwert ist nicht haltbar, auf EU-Ebene wird das immerhin diskutiert. Eine gentechnisch veränderte Pflanze mit zumindest zunächst besseren Durchsetzungseigenschaften und gepflegt vom Menschen wird sich verbreiten (Das Kaninchen, Kartoffelkäfer und Springkraut das auch ohne Gentechnik aber mit menschlicher Hilfe geschafft haben ist kein Argument für die Gentechnik, nur ein Hinweis auf die Gefährlichkeit unseres Tuns!), in der Folge müssen die Grenzwerte nach oben gesetzt werden, es wird nichts besseres mehr geben. Auch da hat der Gesetzgeber auf vielen Ebenen bereits genügend viele Beispiele geliefert.
    Und ich sage nochmals, das alles muß nicht gegen Gentechnik sprechen; aber eine sachliche Gefahrenabwägung unter Berücksichtigung der negativen Aspekte ist dringend geboten. Schönredner mit wissenschaftlicher Hochnäsigkeitsattitüde (das auszuführen würde hier auch zu weit führen) brauchen wir nicht nur bei der Gentechnik nicht.
  • Zweifel ja; aber neu?

    02.10.2004, Rüdiger Biesold
    Mit den Klimamodellen ist das wie mit anderen Gebieten. Die Befürworter von immer mehr Industrialisierung und ungezügelter Menschenausbreitung bewerten nicht humane Faktoren (auch noch unter Titel "Natürlich") einfach höher und erniedrigen so den anthropogenen Faktor. Natürlich gibt es auch das Gegenmodell, wo genau entgegengesetzt verfahren wird. Da Klimamodelle kompliziert vielschichtig und schon deshalb nicht sehr zuverlässig sind (siehe Wetterprognosen), ist die Bewertung auch schwierig. Man muß schon wissen, welcher Schule und welchem Gehaltssystem die Ersteller angehören.
    Sachliche vorurteilsfreie Bewertung ist anscheinend nicht gefragt, wird deshalb nicht bezahlt und ist deshalb selten.
    Den (möglichen!) Schaden aus diesem Verhalten bezahlen auch hier spätere Generationen. (Wie war das mit der Osterinsel?)