Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Vorsicht bei Beurteilungen

    10.12.2004, Rüdiger Biesold
    Juden und Mohammedaner denken bezüglich des Schutzes sich entwickelnden Lebens sehr ähnlich wie Christen; diese 3 Religionen verehren die gleiche Gottesfigur und stützen sich auf aufeinander aufbauende Quellen (die allerdings sämtlich von Menschen gemacht sind, 7 der 10 Gebote finden sich bereits bei Hammurabi).
    Die gewählten Beispiele Israel und Iran sind nicht typisch für die Religionen. Iran ist eine offenbare Theokratie, Israel ist eine verkappte Theokratie (durchaus zum steten Ärger der nicht orthodoxen ca. 90% der Bevölkerung); in beiden Ländern verbiegen religiöse Kapazitäten die Religion für tatsächliche oder geglaubte Staatsinteressen. Die Haltung bei Christen ist außerdem keineswegs einheitlich, Lehrmeinungen und Kanzelworte sind vom tatsächlichen Tun häufig Lichtjahre entfernt. Als Beispiel diene wieder einmal die USA mit ihrer gegenwärtigen Administration bestehend aus fundamentalistischen Christen. Da wird in der UN ein weltweites Klonverbot für Menschen gefordert, aber absolut nichts gegen die laufende Klonforschung auf diesem Gebiet im eigenen Land unternommen; vermutlich wird nur der Teufel wissen, was da in militärischen Geheimlabors unter US-Regie irgendwo in der Welt abläuft. Die Deutschen verbieten diverse Dinge, aber Experimente mit aus Israel (ausgerechnet!) eingeführten menschlichen Zellen sind erlaubt.
    Das alles hat wohl eher in etwa folgende Grundsätze:
    1. Verboten ist alles für die Anderen
    2. Erfinde Regeln, daß es für uns geht
    3. Staatsnutzen und Geld verdienen hat mit Moral nichts zu tun.
    4. Was gegen die Anderen geht, ist sowieso erlaubt.
    Das scheinen mir jedenfalls die 4 Hauptgebote der tatsächlichen Weltreligion zu sein, passend zu jeder x-beliebigen Gottesfigur (in Einzahl, Mehrzahl, männlich, weiblich, Neutrum).
  • Qualität hat ihren Preis

    10.12.2004, Ilse Raetsch
    Hallo, Herr Zinken!

    Als freie Journalistin, die derzeit nicht gerade im Geld schwelgt, stöhne ich zwar über jede Ausgabe. Aber ich freue mich über Ihre Begründung des kostenpflichtigen Abos! Qualität hat ihren Preis. Und nur, wenn Journalisten für ordentliche Recherche und gute sprachliche Aufarbeitung angemessen bezahlt werden, können sie gut arbeiten.So gesehen sind für mich die Abokosten ein Beitrag zum unabhängigen Journalismus und zur Pressefreiheit. (Aber bitte nicht missverstehen und Preise erhöhen ....)

    Ihnen und Ihrem Team wünsche ich weiterhin gutes Gelingen und wirtschafliche Stabilität!

    Ilse Raetsch
  • Online Kosten für Heft - Abonnenten

    09.12.2004, Dr. Helmut Hudler
    Sehr geehrter Herr Zinken!
    Selbstverständlich kann man akzeptieren, dass ein Internetauftritt einer Wissenschaftszeitung Geld kostet, und als Heft- und Online - Abonnent akzeptiere ich dies auch seit bereits einigen Jahren. Nicht ganz üblich hingegen ist die Vorgangsweise, auch von den Abonnenten der gedrucken Ausgabe noch einmal Gebühren zu verlangen; viele renommierte Zeitschriften tun das nicht. Ins Teffen führen könnten Sie hier natürlich die unterschiedlichen Inhalte sowie die tägliche Aktualisierung des Internetauftrittes (und für Heftabonnenten gibt´s ja auch Rabatt für den Online - Zugang),trotzdem könnte man darüber nachdenken, die beiden Bereiche zusammenzuführen. Ich hätte jedenfalls durchaus Interesse daran, die gedruckte Ausgabe auch im Internet nachlesen zu können, bzw. auch in der Internetseite bzw. im Newsletter direkte Verweise auf Heftartikel zu finden und deren Text auch nachlesen zu können. Für reine Online - Abonnenten könnten man diese Links ja sperren.
    Seit die Festplattengröße derart exorbitant ist, rückt auch ein Home - Archiv sämtlicher Heftartikel im .pdf - Format in den Bereich des Möglichen.
  • Zwei Paar Schuh

    09.12.2004, Dr. Karl-Heinz Klär
    Lieber Herr Zinken,

    Sie haben Recht.

    Ich lese wissenschaft-online täglich und habe Spektrum der Wissenschaft seit den Anfängen abonniert, das sind zwei Paar Schuh.

    Und verschonen Sie mich bloß mit Reklame.

    Schönen Gruß!

    Dr. Karl-Heinz Klär
    09.12.2004
  • Nasser Treibsand ist nicht gefährlich !

    09.12.2004, Holger Schöning
    Die Dichte von nassem Treibsand ist größer als die eines Menschen, darum kann man in nassem Treibsand nicht versinken.
    Anders verhält es sich im Moor, dort wird zum Teil die Dichte des Wassers durch organische Schwebeteilchen soweit reduziert, dass sie unter die eines Menschen sinkt. Dort kann ein Mensch versinken.
    Genauso kann bei einem Luft-Sandgemisch die Dichte geringer werden, als die des Menschen, wie es in der Wüste bei frisch aufgewehten Dünen auf der Leeseite sein kann.
    So ist die Szene in Lawrence von Arabien keinesfalls unwahrscheinlich, es sollen schon ganze Autos versunken sein.
  • Verbesserungsvorschlag

    08.12.2004, Karl Bednarik

    Hallo Herr Zinken,

    es ist mir klar, dass eine gute Ware einen guten Preis erzielt.

    Was wäre es mit einer Deluxe oder Kingsize Version die mit einem zwei- oder dreifachen Preis verkauft werden könnte?

    Ich würde gerne etwas mehr dafür bezahlen, wenn an Stelle der lästigen Werbung einfach nur weisse Flächen dargestellt werden würden.

    Dazu würde man das Design der gesamten Internetseite beinahe gar nicht verändern müssen, sondern nur den ganzen Müll abwürgen müssen.

    Inzwischen haben alle Leser schon längst verstanden, dass schöne Frauen reiche Männer lieben (das war ein Originalzitat aus Ihrer eigenen Werbung).

    Naturwissenschaftler bevorzugen den Inhalt eher als das Erscheinungsbild.

    Zum Beispiel befinden sich auf meiner eigenen Internetseite keinerlei Ideologien, Werbungen, Pop-Up-Windows, buntes Geflimmere, verwirrende Knöpfe (Buttons), und was es alles sonst noch gibt.

    Dort findet man nur Schriften in Courier New, Grösse 10, schwarz auf weiss, und vor allem interessante Inhalte.

    Selbstverständlich ist meine Internetseite völlig kostenlos, denn hier wird nichts verkauft.

    Ich hoffe, dass meine Anregungen befruchtend auf Ihre Internetseite Einfluss nehmen.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Karl Bednarik.

    P. S.:
    Meine Internetseite ist hier zu finden:
    http://members.chello.at/karl.bednarik/

  • Problem für Einkommensschwache

    08.12.2004, Rüdiger Biesold
    Der Appell ist an dieser Stelle zwar berechtigt vorzubringen, geht aber an die falsche Adresse. Da wäre auch eine Abstufung in der Abonnementsgebühr ziemlich am Ende der Bedürftigkeit einzustufen. Im Ernst, wie soll man sich das vorstellen und mit welchen Resourcen und finanziellen Aufwendungen soll das ein relativ kleiner Betrieb bewältigen.
    Um beim Brot zu bleiben, der Bäcker gewährt auch keine Rabatte für sozial Schwache.
    Ich übersehe das Problem der Bildungsbenachteiligung für den finanziell weniger gut ausgestatteten Bevölkerungsanteil nicht. Aber das ist über Kindergärten (besser: Vorschulen), Schulen, Bibliotheken und einige gesetzliche Verbesserungen (die allerdings auch finanzierbar sein müssen) besser zu lösen; über die Abonnementsgestaltung von spektrumdirekt sicher nicht.
  • Ich bin ganz Ihrer Meinung

    08.12.2004, David Stadler
    Machen Sie bitte weiter so! Die paar Euro ist mir das gute, unabhängige und werbefreie Online-Angebot wert.
  • Werbefinanziert=gratis?

    08.12.2004, Tim
    Zusätzlich spricht gegen eine werbefinanzierte Zeitung, dass das Geld der Werbepartnern irgendwo her kommen muss. Nur geht hier noch ein großer Betrag für die Gestaltung der Werbung verloren.
    Insgesamt würde uns alle eine werbefinanzierte Zeitschrift mehr kosten. Nur die Hoffnung, dass nicht nur die Leser die Produkte der Werbepartner kaufen, also das Geld für die Werbeausgaben bereitstellen, lässt einen eine solche Idee für "schlau" erachten.
  • Anmerkungen

    08.12.2004, Beate Steinmeyer
    Sehr geehrter Herr Zinken,
    ich finde es sehr gut, dass Sie die Sache mit den "kostenlosen" Internetangeboten einmal klar stellen.
    Mir gefällt spektrumdirekt sehr gut und ich werde unserem Fachbereich ein Schulabo vorschlagen.
    Zwei Anmerkungen noch:
    Das Lexikon finde ich zu textlastig. Eine Abbildung wäre oft sehr nützlich.
    In der letzten Zeit fällt mir sowohl im Spektrum als auch in spektrumdirekt eine Sprachnachlässigkeit auf, die mich ziemlich stört: Es heißt nicht "dem Mensch" und nicht "am Herz". Auch Naturwissenschaftler sollten sich um korrektes Deutsch bemühen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Beate Steinmeyer
    Dipl. Biol, Bio- und Ek-Lehrerin
  • Tarife für Einkommensschwache

    08.12.2004, Arnim Pohris
    Eine andere Frage, die sich dazu stellt, ist - wer nur wenig hat an Brot zum Essen, und das werden immer mehr, kann dann Wissensangebote immer weniger nutzen. Ein Weg in die Zweiklassengesellschaft, wenn Wissen erwerben zu viel Geld kostet. Warum gibt es nicht Tarife für Einkommensschwache? Ist das ein Problem der Verifizierung? Mir ist im Netz eine Abstufung nach Einkommenslage leider noch nicht begegnet.
  • Brot selbst auswählen, aber auch selbst bezahlen

    07.12.2004, Rüdiger Biesold
    Natürlich muß ein Unternehmen seine Kosten einspielen; wenn das über Abonnements geht (und das hoffe ich doch sehr!), ist das die beste Lösung. Um Werbegelder einzunehmen, entstehen übrigens auch wieder Kosten, man braucht also einen Teil der Werbegelder, um welche zu kriegen. Und natürlich schafft das Abhängigkeiten, besonders wenn größere Einzelspender auftreten; das kann nicht im Interesse von uns Lesern sein und der Redaktion wünsche ich solche manchmal erpresserischen Drücke auch nicht. Denn der schöne alte Satz: "Ich bin zwar nicht Deiner Meinung, aber ich werde dafür eintreten, daß Du sie sagen Kannst!" gilt absolut nicht in der Finanzwelt (und kommt auch anderswo inzwischen viel zu kurz). Und wer gern 2 oder mehr Quellen nutzen will, der muß eben entsprechend viele bezahlen; umsonst ist der Tod, der kostet nur das Leben! In anderen Verlagen gibt es auch keine 2 Produkte für den Preis von einem; vielleicht wäre ja manchem Leser mit einem Kombipreis gedient? Schönen Gruß an die Buchhaltung, aber nur wenn die journalistische Unabhängigkeit bleibt - auf beiden Seiten!
  • Ein Chromosomensatz

    07.12.2004, Oliver Meckes
    Ich bin kein Genetiker- aber wie soll sich eine Eizelle teilen, die nur über einen Chromosomensatz verfügt?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Meckes,



    Ihre Frage ist durchaus berechtigt.

    Die Vorläuferzellen der Eizellen, die so genannten Oozyten, haben jedoch noch nicht die Reifeteilung vollendet, bei der der Chromosomensatz halbiert wird. Die Forscher hatten die Reifeteilung mit Chemikalien verhindert; die Zellen behielten damit ihren doppelten Chromosomensatz.



    Mit freundlichen Grüßen



    Andreas Jahn

    Redaktion spektrumdirekt
  • Wo und wie ist der "Königsweg"

    07.12.2004, Rüdiger Biesold
    Natürlich können Forscher nicht effektiv streiken, weil es keine unmittelbaren Auswirkungen außerhalb des Forschungs- und Lehrbetriebes hätte; keine Wirkung - kein Effekt.
    Es sollte aber nicht vergessen werden, daß die Intention für befristete Arbeitsverhältnisse aus gleichen Quellen stammt. Auch da hieß es, wir wollen hier forschen, können aber nicht, weil alle Stellen (deren Zahl ist begrenzt, auch bei mehr Geld!) durch "alte Säcke" (bei den eigentlichen Professorenstellen ist das Problem geblieben) blockiert werden. Da die Rechtsprechung zu Kettenarbeitsverträgen die Befristung erschwerte, wurde es noch problematischer. Grundsätzlich bieten Befristungen mehr Möglichkeiten zu Wechsel und Förderung, das geht zu Lasten der sozialen Sicherheit und darf auch nicht übersehen werden. Das nächste Problem besteht in der Entscheidung über Förderungen mit entsprechender Beschäftigungspolitik. Die Abhängigkeitsstrukturen im Wissenschaftsbereich (und noch einigen anderen, z.B. in der Kunst) sind erheblich und werden durch wie auch immer ausgestaltete Befristungen nur noch verschärft; die "Protestierer" verweisen zu Recht auf den Umstand, daß die eigentliche Arbeit vielfach von Assistenten gemacht wird. Dabei wird bis zur Übereignung geistigen Eigentums gegangen, indem der Professor den Vertrag unterschreibt, den eigentlichen Verfasser nicht erwähnt und sowohl Ruhm wie Tantiemen kassiert (nicht alle, aber genug!). Der auf die Befristung angewiesene Mensch schweigt ergrimmt; schließlich entscheidet der "Verfasser" über die weitere Karriere eben nicht nur nach Können sondern auch nach Wohlverhalten. Wie soll da eine wirklich qualifizierte neutrale Entscheidung herbeigeführt werden?
    Die reine Drittmittelfinanzierung löst das Problem in keiner Weise; die Abhängigkeitsstrukturen werden dadurch nicht besser und die Forschungsvorhaben werden dadurch auch nicht transparenter.
    Sind diese Vorgaben schon komplex genug, kommt auch noch die völlig unübersichtliche Entscheidungsstruktur hinzu. Die Professorenschaft mit ihren diversen Organisationen bis hin zur DFG möchte am liebsten alles nach ihrem Gusto und allein entscheiden. Da vieles vom Tarifrecht abhängt, entscheiden aber Gewerkschaften und Arbeitgeber mit oder ohne professorale Ebene. Wobei die Arbeitgeber das gleiche Strukturptoblem haben wie der Gesetzgeber, nämlich die förderale Zusammensetzung; dort ist es häufig genug wichtiger eigene Zuständigkeiten zu verteidigen als der Sache dienlich zu sein. Dieser ganze Wust unterliegt dann der Rechtsprechung, die womöglich bestimmte Dinge ganz anders interpretiert als gedacht oder sich hinter Formalismen versteckt - das ist nämlich der einfachste Weg und erspart konstruktive Gestaltung.
    Die Findung des "Königsweges" ist unter solchen Voraussetzungen nobelpreisverdächtig.
  • Befruchtet zu Recht in Anführung

    06.12.2004, Rüdiger Biesold
    Die Natur kennt das Prinzip schon lange, wir wissen nur noch nicht genau wie es geht. Ob wir es für Menschen auch anwenden müssen, ist noch eine andere Frage und sehr sorgfältig zu diskutieren.
    Bei den Hautflüglern jedenfalls funktioniert die Eiteilung mit einem haploiden Chromosomensatz einwandfrei, so entstehen männliche Bienen, Ameisen und Wespen.
    Mit hoher Wahrscheinlichkeit können die gleichen Insekten auch aus unbefruchteten Eizellen weibliche Tiere erzeugen, indem sie entweder den Reduktionsschritt in der Reifeteilung umgehen oder zwei haploide Eizellen zum diploiden Chromosomensatz wieder zusammenfügen.
    Daneben gibt es noch einige Tiere die zeitweise oder immer durch die sogenannte Parthenogenese (eine Eidechsenart z.B.) ebenfalls aus unbefruchteten Eizellen weibliche Nachkommen mit vollem diploiden Chromosomensatz erzeugen; bei einigen davon tauchen ab und an männliche Tiere auf, es gibt ein sexuelles Zwischenspiel und dann geht es parthenogenetisch weiter (Wasserflöhe z.B.). Auch das ist nicht umfassend genug untersucht.