Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • "Nun sehen wir nur durch einen Spiegel"

    31.01.2005, Matthias Paul Scholz
    Sehr geehrter Herr Biesold,

    Worauf gründet sich Ihre These (ich zitiere: "Für Gläubige besteht die Echtheit der Reliquie hauptsächlich aus der Ähnlichkeit des sichtbaren Antlitzes mit exitierenden Bildern")?
    Ich kann diese Aussage nicht nachvollziehen. Meiner Beobachtung nach spielt in diesem Fall die Ähnlichkeit zu anderweitigen bildhaften Darstellungen für Gläubige überhaupt keine Rolle, da es auch innerhalb des Christenstums mittlerweile durchaus "common sense" ist, dass Christusdarstellungen keinen historizierenden Charakter haben.
    Überhaupt ist die Frage nach Echtheit oder Nicht-Echtheit einer Reliquie für Gläubige keine Frage naturwissenschaftlicher Beweisführung, sondern ein Sprung des Glaubens; selbst die Kirchenväter lehrten schon, dass die Reliquie (analog zur Ikone) nur gleichsam als ein Brennpunkt auf das mit logischem Denken nicht Fassbare dient - "Nun sehen wir nur durch einen Spiegel, dann aber werden wir von Angesicht zu Angesicht schauen", wie der Hlg. Paulus es in gnostischer Tradition sagt.

    Gruß,

    Matthias Paul Scholz
  • Wo bleibt die Logik? Teil II

    29.01.2005, Dr. med. Federico Cardona
    Wenn schon von Logik die Rede ist, dann muss man wissenschaftlich korrekt zur Schlussfolgerung kommen, dass z.Zt. alle Möglichkeiten offen sind.

    Eine Fälschung ist hier gewiss nur eine unter vielen denkbaren Lösungen.
  • Wo bleibt die Logik?

    28.01.2005, Rüdiger Biesold
    Für Gläubige besteht die Echtheit der Reliquie hauptsächlich aus der Ähnlichkeit des sichtbaren Antlitzes mit exitierenden Bildern. Nur sind diese Bilder samt und sonders nicht authentisch. Schon das neue Testament ist von Leuten verfaßt, die den ganzen Ablauf bestenfalls vom Hörensagen her kannten; Bilder aus der Lebenszeit gibt es keine.
    Da die Maler von Jesusdarstellungen (zumindest fast alle) dieses Grabtuch nicht kannten, gebietet schon die Ablauflogik erhebliche Zweifel. Mag sein, daß da mit erheblicher Intelligenz eine Fälschung hergestellt wurde, die sich immerhin nach den handelsüblichen Christusmalereien richtete, aber mehr kann es kaum sein.(Man wußte damals schon, daß man alte Materialien für erfolgreiche Fälschungen verwenden muß.)
  • RE: Bedauerlich II

    27.01.2005, Dr. Susanne Pauly
    Ich stimme Herrn Herbst zu einhundert Prozent zu: Die Universitäten haben zumindest im Bereich Biologie seit jeher nur Grundlagenforscher ausgebildet, wer beruflich etwas anderes machen wollte oder mußte, weil es nur eine endliche Anzahl von Professorenstellen in Deutschland gibt, musste sich um die nötigen Qualifikationen nebenher in Eigenregie kümmern.
    Leider muss ich sagen, dass sich die beschriebene Denkweise der Professoren im Hinblick auf die biologische Ausbildung an Universitäten auch zu "meiner" Zeit, Studium 1992-1997, noch nicht wesentlich geändert hatte. Da hatten die schlechten Arbeitsmarktchancen von Biologen schon lange Tradition und konnten auch nicht mehr mit vorübergehenen Durststrecken erklärt werden.
    Leider denkt im Zusammenhang mit dem Thema Studium in Deutschland fast jeder ausschließlich an die Universitäten. Vielleicht lohnt es sich, den Blick in Zukunft stärker auf die Fachhochschulen und Berufsakademien zu lenken, die in ihren Studiengängen schon seit jeher das Ziel "praxisnahe und schnelle Ausbildung" verfolgen, mit dem sich die "Humboldt"-Universitäten oft so schwer tun.
  • Machos und Frauengene

    26.01.2005, Dominique Boursillon
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    die Zinseszinstheorie ist nur bedingt richtig. Dass Frauen athletische Männer bevorzugen, ist mittlerweile eher ein Zeichen dafür, dass die biologische Evolution mit der kulturellen nicht Schritt halten kann. Traurig ist das vor allem, weil diese Theorie zeigt, wie wenig der Mensch in der Lage ist, sein genetisches Programm zu überwinden. Gerne spricht man von den inneren Werten, aber wehe ein nackter Athlet lustwandelt daher...
    Die Natur zieht Schönheit nicht der Intelligenz oder anderem vor, sie handelt wertfrei. Nur wir Menschen finden Schönheit noch erotischer als z.B. Intelligenz.

    Das ist jetzt sehr reduktionistisch, weil es alle Frauen über einen Kamm schert, und weil ja auch Erfolg "attraktiv" macht usw. Es spricht allerdings nichts dagegen, Männern mit "Anstand und Moral" den Vorzug zu geben. Auch dies ist zukunftsträchtig - man stelle sich eine Welt ohne Krieg, Neid oder Hass vor... So zeigt uns die Zinseszinstheorie als weiteres Modell, dass wir die Evolution nicht beeinflussen können, weil wir genetisch beschränkt sind...

    Mit den besten Grüßen
  • Es ist nicht nur die Zeit

    26.01.2005, Stefan Pschera
    Die Ontogenese ist die verkürzte Rekapitulation der Phylogenese.
    Die neuronalen Leitungen zeigen eine Differenzierung, welche den ontogenetischen Lernerfolgen unserer Vorfahren entsprechen. Wie soll dies vererbt worden sein? Mutation und Selektion können dies nicht erklären. Es muss eine Vererbung ontogenisch erworbener Fähigkeiten geben.



  • Halbwahr oder Halbverlogen

    25.01.2005, Rüdiger Biesold
    Ein großer Teil der prinzipiellen Gegner von Stammzellforschung beruft sich auf ethische Grundsätze aus religiösen oder pseudoreligiösen Gründen. Dort wird geflissentlich übersehen, daß ein großer Teil dieser Kulturen aus extrauterinen Befruchtungen stammt und vermutlich niemals die Chance zur Weiterentwicklung hat. Diese Leute müßten konsequenterweise auch die Entstehung befruchteter Eizellen außerhalb des Körpers bekämpfen. Nur kämpfen diese Leute meistens gleichzeitig gegen Verhütung und Abtreibung in Gegenden, wo ziemlich sicher ist, daß ein entstehendes Kind als Waise aufwächst, an Krankheiten vorher stirbt oder verhungert. Im Gesamtbild also sehr ethisch.
    Die Seite der Wissenschaftler und Politiker, die die Stammzellenforschung durchsetzen wollen oder wenigstens hinnehmen ist aber nicht besser. Die sprechen nur von Gewinnung von Zellinien aus nicht verwendeten befruchteten Eizellen, obwohl natürlich auch mit abgetriebenen Feten experimentiert wird. Es wird für großartige Resolutionen auf UN-Ebene eingetreten, aber nichts im eigenen Land unternommen. Es wird beständig von der Notwendigkeit der Stammzellenforschung zur Beherrschung bzw. Folgenlinderung insbesondere genetischer Fehler geredet. Die laufende Klonforschung läßt man aber ebenso laufen und distanziert sich bestenfalls halbherzig. Was sonst noch alles gebaut werden kann, wird sowieso schamhaft verschwiegen (mindestens ein tierisch-menschliche Chimäre ist schon gebaut worden). Die Selbstdarstellung als gute Samariter verstellt den Blick auf die Erträge völlig, als ob Geld keine Rolle spielte.
    Die eigentlichen ethischen Probleme scheinen mir aber zu sein, daß mit Hilfe dieser Forschungen Lebewesen erzeugt werden können, die nur für Spezialzwecke da sind (also besonders für das Militär), die Möglichkeiten von sog. Designerbabys und die Verschlechterung des Genpools wegen der Möglichkeit zur Vermehrung gegen die Natur. Eine qualitative Verschlechterung des Genpools ist aber insbesondere bei den hauptsächlich betroffenen Europiden (nur die können sich das derzeit leisten) wegen deren besonders engen Genpool besonders gefährlich. Die Frage, ob wir wirklich alles sollten was wir könnten, wird viel zu wenig gestellt. Deshalb freue ich mich keineswegs nur klammheimlich, daß die Stammzellkiste zumindest erstmal gegen die Wand zu fahren scheint.
    Damit man mich nicht mißversteht, ich hätte persönlich wegen vorhandener genetischer Defekte durchaus etwas davon, wäre diese Forschung erfolgreich und ich habe deshalb auf biologische Nachkommen verzichtet. Aber mir ist die Palette der Risiken bei erfolgreicher Stammzellforschung einfach zu groß.
  • Bezahlter Leichtsinn

    21.01.2005, Rüdiger Biesold
    Die Vorstellungen eines Institutsdirektors über die Sicherheit vor Nichtverbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen sind gelinde gesagt haarsträubend. "Weil nicht alle Samen aufgehen" und "Weil wildwachsende keimlinge entfernt werden" sei eine Verbreitung nicht möglich. Vermutlich sind deshalb auch die Weinstöcke der angrenzenden Weinberge entfernt worden.
    Wie will denn dieser Herr sicher stellen, daß Vögel Samen nicht viel weiter verbringen und diese dort zuverlässig entfernt werden; so eine gentechnisch veränderte Pflanze kann ja jeder sofort erkennen und entfernen.
    Mit genau solcher Hirnakrobatik setzen die Gentechnik-Fanatiker ihren Wahn durch und werden die Welt auf Dauer verseuchen. Wie sagte doch die zuständige Kommissarin der EU: Wenn etwas in der Welt ist, kommt es schwerlich wieder heraus. Hoffentlich folgen dem auf EU-Ebene auch hinreichende Taten und legen solchen Institutsdirektoren das Handwerk und hoffentlich ist es bis dahin nicht schon in Teilgebieten zu spät.
  • "Inselpopulation"

    19.01.2005, Rüdiger Biesold
    Die Europiden haben eine deutlich engeren Genpool als Afrikaner; schon deren Genpool ist bezogen auf andere Arten relativ eng. Wäre der Mensch z.B. ein Gepard mit ebenfalls sehr engem Genpool müßte man sich wegen der geringen Variabilität Gedanken um das Fortbestehen dieser Art machen; vielleicht sind wir als Art aber deshalb so anfällig für Pandemien. Nach Brian Sykes (die 7 Töchter Evas) gehen alle Europiden auf 7 Frauen zurück (lediglich die Basken nur auf 6), die sich auf die Stufen 3 und 1 zurückführen lassen. Biologisch sind die Europiden also eine klassische Inselpopulation, da können sich relativ leicht zufällig vorhandene und sonst möglicherweise sogar ungünstige schon lang vorhandene Merkmale durchsetzen. Möglicherweise sind die europiden Vorfahren sogar dem Druck der für ihr Biotop genetisch besser angepaßten (was noch zu beweisen wäre) ausgewichen und fanden so mehr oder weniger zufällig das für ihre Ausstattung besser geeignete Biotop.
  • Schwieriges Problembewusstsein

    19.01.2005, Rüdiger Biesold
    Es ist wohl weniger die Frage, was die Gerichtsmediziner und Vaterschaftstester derzeit tun bzw. welche Abschnitte sie benutzen. Wie so häufig muss auch hier die Frage gestellt werden, was sonst noch alles mit solchen Techniken möglich ist, dort liegt das tatsächliche Problem. Wie wir alle wissen (oder wissen sollten) werden Staaten nicht nur von intelligenten Menschenfreunden regiert; das ist auch in formellen Demokratien so. Vergessen wir nicht, dass ein Herr Hitler jedenfalls demokratisch durch Wahl an die Macht kam. Wer will solche Entwicklung irgendwo ausschließen. Was glauben denn die Testgläubigen, was ein solches System und andere Grundsatzfundamentalisten mit solchen Möglichkeiten und elektronisch gespeicherten Gen-Daten eines ganzen Volkes anstellen? Häufig genügt auch nur eine ausgewiesene mittelmäßige Perspektivlosigkeit in den Führungsetagen, um darunter unkontrolliert dem Missbrauch Tor und Tür zu öffnen.
    Allein mit diesen Vaterschaftstests werden garantiert viel mehr Familien und insbesondere Kinder unglücklich gemacht. Da müsste die Gesellschaft incl. politischer Leitung und Justiz viel mehr soziologisch als biologisch denken; die Ähnlichkeit von Genen allein begründet jedenfalls keine Beziehung und schon gar nicht Liebe. Ausgerechnet die Fundamentalreligiösen stützen ihren diesbezüglichen Propagandateil und ihr verlogenes Gesellschaftsmodell ständig auf die biologischen Zusammenhänge und verbieten oder verdammen gleichzeitig die Evolution.
    Schließlich bleibt noch der Fall Verbrechensbekämpfung. Da wird wieder vorgegeben, dass jeder Straftäter mal klein angefangen hat. Da sind die Grenzen nun sehr fließend und deshalb beliebig änderbar. Wenn jetzt mit z.B. Taschendieben angefangen wird, kann ich das auch leicht auf Steuerschummler und Parkplatzsünder und mehr ausdehnen. Da bleiben außer Diplomaten und raffgierigen Berufspolitikern nicht mehr viele unerfasst. Insoweit hat auch der aktuelle Mordfall/Totschlag (an dem sich die Diskussion wieder mal hochzog) ein 'Gschmäckle'. Der Täter hatte freiwillig eine Speichelprobe abgegeben und war deshalb aus dem Verdachtsfall ausgeschieden. Warum sind dann die Daten noch in den Polizeicomputern? Bei richterlicher Anordnung gibt es Löschungsfristen, Straftäter sind nach Fristabläufen frei und nach weiteren Fristen auch mit makellosem Strafregister (was ich keineswegs immer gut finde!); gilt das alles bei Freiwilligkeit nicht? Oder ist der behördlichen Sammelwut sowieso jetzt schon nichts heilig? Die Stasi lässt grüßen! An diesen Punkten kollidiert jedenfalls das Schutzinteresse des Bürgers mit sich selbst; er kann und soll vor Kriminellen geschützt werden, aber er muss auch vor einem übermächtigen Staat (s. 1984 von Orwell)geschützt werden.
  • Danke.

    18.01.2005, Claus Pulina
    Kurz und bündig: Danke - dieser Beitrag war mehr als notwendig.
  • Wie kann das sein?

    18.01.2005, Tauri
    Ich bin sicherlich absoluter Laie im Wissenschaftssektor, nichtsdestotrotz stellt sich mir bei dem o.g. Artikel folgende Frage:

    Wenn die Gattung Homo nach herrschender Lehrmeinung vor ca. 2,5 Millionen Jahren aus Afrika heraus den Planeten erobert hat, wie kann es dann sein, dass diese Inversion - laut Ihrem Artikel nach Schätzung der Genetiker vor ca. 3 Millionen Jahren entstanden - bei Europäern am häufigsten auftritt?!

    Ich meine, wenn diese Inversion noch vor Erscheinen des anatomisch modernen Menschen entstanden ist, wie kann Sie dann im "Ursprungskontinent" der Menschheit kaum vorhanden sein? Spricht dies nicht eher für eine Mutation jüngeren Datums?

    Antwort der Redaktion:
    Sie haben Recht, dass die Vorfahren der Menschen erst sehr viel später - vermutlich vor noch nicht einmal 100 000 Jahren - den afrikanischen Kontinent verlassen haben. Es genügen jedoch wenige Individuen, die zufällig bestimmte Mutationen mit nach Europa genommen haben - was unter Genetikern als "Flaschenhalseffekt" bekannt ist.



    Die Autoren schließen auch nicht aus, dass die Mutation von anderen Homo-Arten, wie H. heidelbergensis oder H. erectus, erst später übernommen worden ist.



    Mit freundlichen Grüßen



    Andreas Jahn

    Redaktion wissenschaft-online
  • Licht

    16.01.2005, Claudia Wolter
    Ich wundere mich über die Helligkeit, die die Bilder vom Titan haben. Ich frage mich, ob die wohl nachträglich aufgehellt wurden, denn woher sollte denn auf den Titan das Licht kommen? Die Sonne ist nur noch ein sehr heller Stern und Saturn selbst ist ein Planet. Mich würden aber die tatsächlichen Licht verhältnisse auf Titan interessieren. Die ersten Bilder, die vom Mars kamen, zeigten deutlich, wie dunkel es auf dem Mars ist und logischerweise auch sein muß. Ein Umstand, der alle irdischen Pflanzen-Träume unmöglich machen müßte.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Wolter,



    auf Titan ist es wirklich recht dunkel. Wie etwa unsere Kollegen in der aktuellen Ausgabe von Astronomie Heute vorrechnen, empfängt der Saturnmond etwa hundertmal weniger Licht als die etwa zehnmal sonnennähere Erde (um ganz genau zu sein: 1,1 Prozent). Zudem gelangt durch die dichte Atmosphäre des Mondes noch einmal zehnmal weniger Licht - und so herrscht auf Titan auch mittags nur ein Tausendstel der irdischen Taghelle. Das allerdings ist immer noch etwa 500 Mal mehr als in einer irdischen Vollmondnacht - Licht genug für gute Aufnahmen mit höherer Belichtungsdauer.



    Licht dürfte also irdischen Pflanzen keine Sorgen machen. Grünzeug könnte allerdings Albträume wegen der frostigen Außentemperatur haben ...



    Mit freundlichen Grüßen,

    Jan Osterkamp,

    Redaktion
  • Mehr Vorsicht bei der Interpretation!

    14.01.2005, W. Schulte-Kramer
    Hier könnte man berechtigterweise auf den letzten Artikel dieser Ausgabe verweisen: 'Mehr Vorsicht bei der Interpretation von Daten gefordert'! Durch welche Untersuchungen konnte etwa der im Leserbrief von Frau Pauly geäußerte Verdacht, dass familiäre Umstände das häufigere und frühere Auftreten von Depressionen fördert, ausgeräumt werden, zumal kaum ein Mechanismus vorstellbar ist, der eine genetische Disposition - und um eine solche kann es sich ja nur handeln - von Generation zu Generation verstärkt. Gerade bei einer solchen emotional belastenden Aussage sollten die Aussagen doppelt abgesichert werden, um einer Verstärkung der Depression der Betroffenen und in der Gesellschaft auszuschließen.

  • welche Zeit stimmt nun?

    14.01.2005, Helmut Meißner
    "Erdzeit 10.06 Uhr MEZ, 1270 Kilometer über Titan-Normalnull - Eintritt in die Atmosphäre "

    So beschreiben Sie in Ihrer Internetausgabe die Eintrittszeit Huygens in die Titanatmosphäre. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass einige Redakteure verschiedener wissenschaftlicher Artikel nicht vertraut sind mit der Weltzeit und der Umrechnung in MEZ.
    Während in einigen Zeitungen die Rede ist von 11.00 Uhre MEZ,(«Huygens» soll am Freitag um 11.00 Uhr in die Atmosphäre des Saturn- Mondes eintreten und rund zweieinhalb Stunden lang Daten sammeln. Aachener-Zeitung.de) schreiben andere, wie auch Sie von 10.00 MEZ.
    Als langjähriger Abonnent von Spektrum vertraue ich eher den Angaben Ihrer qualifizierten Redakteure.
    Ich finde es traurig, dass gerade bei solchen Angaben, wie UT und MEZ, oder Millionen und Milliarden, regelmäßig gravierende Fehler in Fachartikeln gemacht werden, und so die meist fachlich nicht so versierten Leser
    noch mehr verunsichert und verwirrt werden. Gerade die Redakteure wissenschaftlicher Artikel sollten zur Vermeidungung solch ärgerlicher Vertauschungen und Aufklärung der Leser beitragen, als durch eigene Unwissenheit, oder unzureichende Recherche, noch weiter zur Verunsicherung beizutragen
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Meißner,



    Oh ja - der Zeitangaben-Mischmasch nimmt gerade bei den verschiedenen Stundenplänen der Huygens-Mission recht verwirrende Züge an. Die in unserem Artikel avisierten Zeitpunkte stimmen allerdings - zumindest nach Lage der Dinge von heute morgen am 14. Januar.



    Allerdings möchte ich einige schreibende Kollegen in Schutz nehmen: Besonders Tageszeitungen oder gar nur wöchentlich oder monatlich erscheinenden Zeitschriften, die sich mit dem Thema Huygens beschäftigten, mussten sich auf die mehr oder weniger "vorläufigen" Angaben verlassen, die von der Missionsplanung der Esa vorab bereitgestellt wurden. Diese Zeiten stimmten eigentlich erstaunlich genau, waren allerdings nicht völlig exakt.



    Zudem trägt die Esa ein amüsantes Schmankerl zur Verwirrung bei: Sie führt neben der MEZ (beziehungsweise der CET, Central European Time), eine eigene Zeitrechnung, die 'Earth Received time'. Diese Spielart bezeichnet Zeitpunkte, bei denen die 67 Minuten, welche eine Nachricht von Saturn zur Erde benötigt, zur MEZ addiert werden.



    Bei dem Huygens-Stundenplan auf spektrumdirekt
    ist stattdessen die "echte" mitteleuropäische Winter-Erdzeit angegeben.



    Mit freundlichen Grüßen (und gespannt auf den Ausgang der Huygens-Mission),

    Jan Osterkamp,

    Redaktion