Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Man kann Insekten auch anders anlocken

    10.09.2004, Matthias Paul Scholz
    Komisch eigentlich, dass noch niemand vorher auf die Idee gekommen ist: Roboter gewinnen Energie auf die gleiche Weise wie es auch Animalia tun, nämlich durch das Auffressen anderer Lebewesen.

    Anscheinend funktioniert das Ganze ja sogar schon, zumindest prinzipiell und für ganz kleine mechanische Burschen.
    Dabei haben Insekten gegenüber Pflanzen wohl den (für den Konsumenten) unbestreitbaren Vorteil, dass sie meistenteils recht mobil sind und sich zwecks Veschlungenwerdens zum Roboter begeben können; etwas irgendwo zuverlässig zu finden, ist derzeit ja (noch?) durchaus ein Problem für letzteren. Doch auch hier scheint mir - als nächster logischer Schritt - die Insektenwelt, die ja vor der gleichen Herausforderung steht, dem Auffinden von Nahrung nämlich, als Pate für Lösungsstrategien dienen zu können.

    Allerdings ist die (auch im Originalartikel des Scientist) reißerische Erwähnung von Gestank und Exkrementen wohl mehr von dem (üblichen?) Streben nach öffentlicher Aufmerksamkeit diktiert als von tatsächlichen Notwendigkeiten - schließlich lernt man bereits in der Schule oder erfährt es leidvoll an warmen Sommerabenden, dass es viele Arten gibt, Insekten anzulocken (etwa mittels Pheromonen). Und ich nehme mal an, dass ein Roboter mit der beschriebenen Methode auch anderes Getier verzehren kann als ausschließlich Fliegen...

    Vielleicht nicht außer Acht gelassen werden sollte der Hinweis auf die meines Erachtens vorhandene ethische Dimension solchen Tuns - auch wenn die meisten Menschen offensichtlich kein Problem damit haben, auch hochentwickelte Lebewesen zu eigenem Nutzen (zu) töten (zu lassen) und mehr oder weniger schmackhaft zuzubereiten, so ist es doch zumindest neu, selbst hergestellte "Geschöpfe" zu selbem Behufe auf die belebte Welt loszulassen. Oder etwas griffiger formuliert: was, wenn der Roboter Vegetarier ist?
  • doch Entwurf

    07.09.2004, Rüdiger Biesold
    Wenn man von "sozusagen erster Entwurf" spricht, ist das auch so gemeint. Sprachlich ließe sich nahezu endlos streiten, ob nun alle vorkommenden Mutationen als Entwurf anzusehen sind oder nicht. Ein Plan im menschlichen Sinne steht sicher nicht dahinter, bewährt sich oder bewährt sich nicht; man kann das schon Entwurf nennen.
    Die verbogene Wirbelbrücke gefällt mir aber viel besser, nur wird die eben nicht zum Aufrechtgehen sondern zum Kriechen benutzt, jedenfalls von vielen. Man sollte sämtliche Zugänge zu Institutionen so benennen (Parlamente, Kirchen, Parteihauptquartiere, Managementetagen), da weiß man doch, woran man ist und man kann beruhigt per Superbus in den Bundesadel fahren; dort gibt es warlich genug, die sich mit Gewalt alles passend machen.
  • Erster Entwurf?

    06.09.2004, Gerhard Altenhoff
    Lieber Herr Biesold,
    erlauben Sie mir zu Beginn eine Bemerkung: Die Natur "entwirft" nicht, denn die Natur hat keinen "Plan".
    Ich bin eigentlich dankbar für die Erkenntnis, daß de aufrechte Gang vor rund 6 Mio jahren seinen Anfang nahm. Das paßt nämlich gut in die "Zeitfenter" der menschlichen Evolution. Es gibt in der Evolution des Menschen viele "Seitenzweige", und zwar genausoviele Seitenzweige, wie es Menschen gibt. In der "klassischen" Diskussion um die Evolution des Menschen wird immer wieder übersehen, daß alle Menschen von der ersten Stunde der Menschwerdung ein Merkmal eint: Die verbogene Wirbelbrücke. Diese war es, die dem Menschen den "aufrechten Gang" aufzwang. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, daß die bipede Forbewegungsweise nicht vom Menschen "erfunden" wurde. Bipede Lebewesen gab und gibt es haufenweise. T-Rex lief auch auf zwei Beinen, aber sowohl T-Rex als auch Vögel oder Riesenkänguruhs haben eine vollkommene Wirbelbrücke.
    Orrorin dürfte der falsche Name für das Wesen sein, das damals gelebt hat. Es war ein Australopithecus, wie auch wir Australopithecinen sind, uund zwar vom Stamme des Australopithecus Superbus Procrustes: der überhebliche Südaffe, der sich alles mit Gewalt passend macht. Wegen der weiteren Einzelheiten verweise ich auf www.bundesadel.de
  • Sprache und Bewußtsein

    06.09.2004, Gerhard Altenhoff
    Die Sprache bestimmt die Bewußtseinsinhalte, das meldeten in den letzten Tagen die Gazetten.
    Das aber ist nur bedingt richtig.
    Vor etwa drei Jahren nahm ich an an der Uni Düsseldorf als Proband an einem Experiment zur unbewußten Wahrnehmung teil. Ich mußte auf einen Bildschirm schauen und einen Knopf drücken, sobld ich eine Veranderung des Bildes bemerkte. Einen zweiten Knopf mußte ich drücken, wenn mir aufgefallen war, was sich verändert hatte.
    Im Laufe des Experimentes fiel mir auf, daß es dazwischen eine Art "Bildbewußtsein" gibt, das man im Alltag einfach nicht zuläßt, wohl weil es nicht ins eingeimpfte Weltbild paßt. Ich kann das hier aus Platz- und Zeitgründen nicht näher ausführen.
    Nach meinen tatsächlichen Feststellungen ist die menschliche Wortsprache ein nach dem Baukastenprinzip organisiertes System zur hochauflösenden akustischen Übertragung von Bildern.
    Ich habe das in dem der menschlichen Sprache gewidmeten Kapitel meines Manuskripts "Australopithecus Superbus Procrustes" - Der Mensch - ein Hologramm der Evolution" anhand des Satzes "Herr Ober, der Wein ist zu kalt und schmeckt nach Korken" eingehend dargestellt. Damals war mit Steven Pinkers "Der Sprachinstinkt" unbekannt. Die gegenseitige Abhängigkeit von Wort- und Bildbewußtsein hat Pinker mit sechs Worten auf den Punkt gebracht: "Ich verlasse Dich." - "Wer ist er?"
    Überlegen Sie einmal, auf wieviele Erfahrungswerte sie zum Verständnis der von mit zitierten Sätze zurückgreifen müssen.
    Auf dem Titelbild der deutschen Taschenbuchausgabe von Pinkers "Sprachinstinkt" erscheint folgender Satz;
    YXX CXN XNDXRSTXND WXRDS WXTHXXT VXWXLS". Auf gut Deutsch:
    "DX KXNNST WXXRTXR XHNX VXKXLE VXRSTXHXN"
    Die Möglichkeiten der sprachlichen Manipulation, vor allem die politische Manipulation durch Worwahl waren Konfutius bereits vor mehr als 2.500 Jahren vertraut. Als frischgebackener Regierungschef hätte er nach eigenen Angaben zunächst einmal damit begonnen, die Namen und Begriffe richtigzustellen
    Ich habe erst gestern an die WELT eine Mail geschickt, in der ich von der sogenannten "freien Presse" gefordert habe, sich an die Vorgaben des Konfuzius zu halten. Wer will, kann sie bei mir anfordern.
    Wer mehr über "Australopithecus Superbus Procrustes" oder die manipulativen Möglichkeiten der Sprache erfahren will, kann dies unter www.bundesadel.de tun.
  • Selbsthilfegruppe

    05.09.2004, Frances
    Intersexualität:

    Im deutschsprachigen Raum gibt es die Selbsthilfegruppe der xy-frauen. Näheres unter www.xy-frauen.
  • nicht eindeutige Beweislage

    04.09.2004, Rüdiger Biesold
    Im Artikel wird ausgeführt, daß die Einordnung von Orrorin schwierig und umstritten ist, die Überschrift weist in die andere Richtung.
    Die Knochenstruktur mag beweisen, daß damit ein aufrechter Gang möglich gewesen wäre, mehr beweist es nicht. Nach genetischen Analysen, liegt die Trennung zwischen Mensch und seinen nächsten Verwandten viel kürzer zurück, als das Alter von Orrorin beträgt. Gut, die Evolutionsuhr tickt keineswegs gleichmäßig und die daraus abgeleiteten Zeiten sind ziemlich unzuverlässig; aber ein Fehler von 100% wäre doch etwas viel.
    Es könnte durchaus sein, daß Orrorin ein früher Seitenzweig in Richtung Mensch war (sozusagen der erste Entwurf) und anschließend folgenlos ausstarb. Es liegen bisher keinerlei schlüssige Erkenntnisse vor, die eine Lücke von ca. 3 Mio. Jahren schließen ließen. Möglich wäre auch, eine präadaptive Struktur für das spätere aufrechte Gehen; in diesem Fall gehörte Orrorin wenigstens zum ersten Vertreter des Tier-Mensch-Übergangsfeldes bei bleibender Fossillücke.
    Die Einordnung von Orrorin als erstes menschennahes Wesen ist mindestens verfrüht.
  • Sprüche und Wissenschaft

    04.09.2004, Rüdiger Biesold
    Was einem Werbesender oder der Bilderpresse nachgesehen werden mag, sollte in einer Wissenschaftszeitung nicht zu lesen sein.
    Die Frage nach der Henne und dem Ei ist geklärt, das Ei wurde von den Reptilien "erfunden", lange vor der Henne. Leider ist das mit der Entwicklung des Lebens nicht so einfach. Aber vielleicht kommt da einer mal mit einem "Quantensprung von Erkenntnis" und übersieht ebenso geflissentlich, daß das die kleinste mögliche Entfernung ist. Selbst führende Physiker geben bisweilen solch Dummerhaftigkeiten von sich; keine Entschuldigung für seriöse wissenschaftliche Arbeit oder Berichte darüber.
  • Flach und zu kurz macht dumm

    02.09.2004, Rüdiger Biesold
    Eingangs fällt mir die provokante Frage ein, ob da ein Gutachten für westdeutsche Behörden erstellt wurde, um "Buschzulagen" von 5.000 Euro zu rechtfertigen.
    Die sogenannte Wiedervereinigung fand in den Köpfen nicht statt; es wurde ja auch fast nichts vorbereitet und organisiert. Die Verträge zwischen BRD und DDR wurden sozusagen zwischen Chefs (westdeutsche CDU) und abhängigen Wendehälsen (ostdeutsche CDU) ausgehandelt. Den Menschen im Osten wurden irrsinnige nicht zu finanzierende Versprechungen gemacht und den Westdeutschen wurden alle Folgekosten verschwiegen. Letzteres war leicht, weil von den Verantwortlichen keiner Zahlen sehen wollte. Die westdeutschen Konzerne erkannten ihre Chancen noch am schnellsten. Sie kauften für wenig Geld oder gar mit überhöhten Zuschüssen die ostdeutschen Betriebe auf, schafften die Kundenkarteien in den Westen, ließen den ausgeplünderten Betrieb für eine Schamfrist bzw. bis zum Ende der Frist für die Unverfallbarkeit der Zuschüsse bestehen, schafften die in den Osten delegierten Leute (fast sämtliche Leitungsfunktionen waren westdeutsch besetzt) wieder zurück und machten den Laden zu. Als Begründung wurde dann angegeben, daß der Betrieb schrottreif und nicht auf Dauer sanierungsfähig sei, die Märkte seien weggebrochen (klar, die wurden inzwischen vom westdeutschen Stammbetrieb bedient) und generell seien die Ostdeutschen unfähig sich auf die gewandelte Situation einzustellen.
    Nun haben wir die Situation, daß die Westdeutschen noch mehr als vorher glauben, ihr mühsam verdientes Geld werde für Ostschmarotzer aus dem Fenster geworfen und die Ostdeutschen sehen blühende Landschaften im Werbefernsehen. Vor solchem Hintergrund können Leute eigentlich nur depressiv oder agressiv werden. So ist die Teilung in den Köpfen erheblich verfestigt worden. Wenn diese psychologisch und ökonomisch völlig verfahrenen Situation nicht grundlegend angegangen wird und statt dessen weiter an dekorativen aber nicht wirtschaftlichen Großprojekten (wie war das mit den potemkinschen Fassaden?) gebastelt wird, dann wird es eine Totaldepression geben, nicht nur psychologisch. Ich weiß den Königsweg auch nicht, aber was sich jetzt als Partei (incl. der "Ostpartei") oder leitendes Management daran versucht ist mit Sicherheit ungeeignet dafür.
  • nochmal von vorn - Entdeckung?

    01.09.2004, Rüdiger Biesold
    Es kann alles mögliche mehr oder weniger eindeutig gemutmaßt werden, je nach Deutung der Indizien. Entdeckt wird jedoch, wenn es erstmals gesehen wird bzw. eindeutige Spuren hinterläßt. Bei bisher allen extrasolaren Planeten handelt es sich um mehr oder weniger eindeutige Mutmaßungen, nicht um Entdeckungen. (Eine Ausnahme gibt es möglicherweise durch eine Aufnahme mit Hubble, das ist aber noch nicht abschließend geklärt.)
    Es ist nicht seriös, solche Meldungen über "Entdeckungen" auch noch mit Bildern zu begleiten, die eben keine Aufnahmen sind sondern Animationen oder Zeichnungen. Wenn dann diese Bildeigenschaft verschwiegen wird, rückt solches Tun ziemlich nahe an Fälschung.
    In Meldungen aus anderen Quellen ist gar zu lesen, "neue Planeten erspäht" und es wird gleich eine "neue Klasse extrasolarer Neptunplaneten" erfunden.
    Als Entdecker von Neptun und Pluto gelten (zu recht) diejenigen, die diese erstmals sichtbar identifizierten; eben nicht die Mutmaßer, deren Mutmaßung wurde durch die Entdecker bestätigt. (Das Paradoxon ist, daß sich die damaligen Mutmaßungen unter heutigen technischen Bedingungen nicht halten lassen; das sollte aber eher zu noch mehr Zurückhaltung führen!)
    Die Jagd nach Geld für den Betrieb der Wissenschaft (insbesondere nach sogenannten Fremd- oder Drittmitteln) darf weder bei Wissenschaftlern noch bei wissenschaftlichen Journalisten zu seifenopernmäßigem Werbeverhalten führen; auch das Imponiergehabe von Kampfläufern, Großtrappen oder Schimpansen ist da unpassend.
  • Lärmschutz aus Stangen

    01.09.2004, A. Held
    Ein Bild und eine geometrische Anordnung würde ich gerne sehen, damit ich eine Lärmschutzwand planen kann.
    Gibt es da Links oder so?

    Besten Dank
    A. Held
    Schweiz
  • Wo sehen wir uns?

    31.08.2004, Rüdiger Biesold
    Es ist sehr zu begrüßen, daß die europäische Wissenschaft beginnt, sich von der US-amerikanischen Bevormundung zu lösen. Wieso muß dann so ängstlich betont werden, daß dies keine Konkurrenz zu US-amerikanischen Veranstaltungen sei; angeblich belebt doch Konkurrenz das Geschäft! Die Wissenschaft außerhalb der USA (nicht nur in Europa) hat genügend eigene Leistungsfähigkeit, es muß nicht nur darauf gewartet werden, daß ein US-amerikanischer Nobelpreisträger den nächsten US-Amerikaner vorschlägt (Logenprinzip mit nationalistischer Brille!).
    Nur, wenn München als nächster Veranstaltungsort vorgesehen ist, dann sollte das mindestens in deutschsprachigen Texten auch in der Überschrift so heißen. Ich kenne keine deutsche Stadt mit Namen Munich, ich kenne auch keine US-amerikanische Stadt namens Neff-Jork. Besonders paradox wird das, wenn eine deutsche Großstadt in englischer Verballhornung in der Überschrift steht und gleichzeitig eine französische Stadt in der ehemaligen deutschen Schreibweise. Wirkliche Souveränität fängt in den Köpfen mit solchen Sachen an.
  • informativ

    30.08.2004, Hartl Johann, Hofangerstr. 5 84101 Obersüßbach
    Ihr v. wissensch.-online seid sehr informativ. So gute Inform. hab ich noch nie bek. Mein Beruf: Masch.-bauer, Erzieher, Heilpädagoge. Auf Eure Inform. über Schadst. in unserer Umwelt, denke ich, daß unser gewinnmaxi-
    mierendes Wirtschaftssys.
    äußerst fragwürdig wird.
    Ich glaube, daß nur beden-
    kenloses Gewinnstreben einen solch bedenkenlosen
    Umgang mit so gefährlich-
    en Stoffen und damit so schwerwiegenden Konsequenzen mit sich bringen. Dieses System ist, so wie es läuft, weder bezahlbar, noch tragbar, noch verantwortbar! Auch hinsichtlich der Zustände in der dritten Welt! Es ist an der Zeit, daß wir uns was anderes einfallen lassen.


    Mit freundl. Grüßen Johann Hartl
  • "Sport"-Fischer

    29.08.2004, Rüdiger Biesold
    Schon diese Bezeichnung ist ein Hohn auf die Natur und gehört auf den Index bzw. in die Sammlung von Unwörtern.
    Immerhin wird das Problem in den USA wenigstens - wenn auch nur halbherzig - ein wenig aus der Anonymität herausgezogen. Ich kenne eine ganze Reihe von Freizeitanglern, die sich damit brüsten x-Kilo Fisch aus dem Wasser gezogen zu haben, ohne daß diese einer Kontrolle unterliegen oder auch nur wenigstens einer Verwendung zugeführt würden.
    Man sollte nicht vergessen, daß auf anderem Gebiet solche Freizeit-"Sportler" zur Vernichtung einer ganzen Tierart führten, die wegen ihres zahlreichen Vorkommens als nicht ausrottbar galt. Die Wandertaube fiel "Sport"-Schützen zum Opfer.
  • Und die Konsequenz?

    29.08.2004, Rüdiger Biesold
    Da dämmert ein Fünkchen Erkenntnis herauf. Nur was nutzt das, wenn keinerlei Umsetzung in praktisches Verhalten folgt. Wird hier nur etwas Offensichtliches zugegeben, um vielleicht auch in dieser Ecke noch eine Wahlstimme einsammeln zu können?
    Ähnliche Manöver sind in Sachen Verstöße gegen Menschenrechtskonventionen zu beobachten. Auch hier hat die US-Regierung bis hinauf zu Herrn Rumsfeld eingeräumt, Verantwortung zu tragen (insoweit ist das sogar weitergehend als das Zugeständnis bei der Verursachung von Klimaschäden).
    Strukturelle Maßnahmen zu künftiger Verbesserung bleiben an beiden Stellen aus. Folglich sind das Manöver nach dem Muster "ich trage Veranwortung, na und?". Im Strafrecht wird eine vorsätzliche Tat bzw. das billigende In-Kauf-Nehmen härter geahndet. Es darf dabei nicht übersehen werden, daß dies weder ein Spezifikum der derzeitigen US-Regierung noch auch nur der USA ist. Es ist nur in den USA unter den besonderen Bedingungen der momentanen Administration besonders deutlich. Wer ahndet hier?
  • Mehr Sorgfalt bitte

    25.08.2004, Dr. Thomas Schäfer
    Es ist heutzutage leider Mode geworden, auch in wissenschaftlichen Artikeln nicht nur die schlichten Fakten zu publizieren, sondern diese Daten in Stimmungsbildern zu verpacken. Vermutlich dient dies dazu, die für mancherlei Geschmack zu spröden Sachverhalte interessanter zu machen, als sie es für sich selbst genommen schon sind.

    Unglücklicherweise gerät bei solchen Aufmachern zuweilen die Wahrheit unter die Räder. So auch hier anläßlich der Betrachtungen über die Wirkung des Erdmondes und deren Abhängigkeit von dessen Albedo.

    Der Autor vermittelt den Eindruck, der Erdmond erscheine dem Menschen deshalb so hell, weil jener eine hohe Albedo aufweise; andernfalls wäre der Mond selbst für scharfe Augen kaum auszumachen.

    Das trifft so nicht zu. Die Mondoberfläche ist mit einer durchschnittlichen Albedo von 0,07 (astronomiefernere Angaben liegen bei 0,12) sehr dunkel und gilt als nur wenig heller als Ruß. Die Albedo von Ruß wird mit ca. 0,04 - 0,05 angegeben. Wäre der Mond also mit reinem Ruß überzogen, würde er nur ca. die Hälfte seiner Helligkeit einbüßen, und wäre somit immer noch das dominierende Objekt des Nachthimmels (und auch für schlechte Augen gut erkennbar).

    Zu einem wissenschaftlichen Artikel hege ich andere Erwartungen als beispielsweise zum Feuilleton. Wenn um des Effektes willen nicht auf Stimmungsbilder verzichtet werden soll, so sollten diese nicht nur in emotionaler Hinsicht „stimmig“ sein.