Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Zerstörungswissen

    09.02.2014, Dierk Meier
    Mein Unmut richtet sich gegen den permanenten Zuwachs an Zerstörungswissen. Aus der Geschichte haben wir allergrößten Raubtiere nichts gelernt. Ist Aufbauwissen etwa nicht so aktionsreich? Generell stellt sich die kritische Frage, wer die wahren Schurken und Terroristen sind. Sind es die Iraner oder z. B. die Raser und Drängler auf den Straßen mit tausenden Verkehrstoten in einem Jahr? Wozu brauchen wir da noch knallharte Kampfszenen? Wir gestalten sie!
  • Autismus und Oxytozin

    08.02.2014, Manfred Gotthalmseder
    Müssten dann nicht Kaiserschnitt-Kinder ungleich häufiger unter Autismus leiden?

    Das wäre zumindest mein logischer Schluss daraus, dass hier geschrieben wird:

    Bei den Betroffenen.. ..versage während der Geburt ein Schalter im Gehirn: Das Hormon Oxytozin, das unter anderem auch die Wehen auslöst, senkt den Gehalt an Chlorid-Ionen in den Hirnzellen während der Geburt drastisch ab.
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Gotthalmseder,

    vielen Dank für Ihre interessante Rückfrage! Die Autoren der Studie machen zu diesem Punkt keine Angaben. Tatsächlich ist die Angelegenheit sogar noch ein bisschen vertrackter: Denn Studien haben gezeigt, dass das Autismusrisiko im Gegenteil sogar *steigt*, wenn Gebärenden Oxytozin verabreicht wird. Das ist mit der Beobachtung der Forscher um Ben-Ari nicht ohne Weiteres vereinbar. Auch eine statistische Häufung von Autismusfällen bei Kaiserschnittbegurten ist meines Wissens nicht bekannt. Man sollte also aus dieser Studie keineswegs den Schluss ziehen, dass solche Geburten gefährlicher sind.

    Ben-Ari und Kollegen gehen davon aus, dass das Oxytozin eine Schutzfunktion gegen Stressfaktoren während der Geburt übernimmt. Eine denkbare Erklärung für den Widerspruch wäre demnach - aber das ist meine private Spekulation -, dass bei einer Kaiserschnittgeburt solche Stressfaktoren nicht auftreten und das fehlende Oxytozin insofern nicht ins Gewicht fällt.

    Mit besten Grüßen, Jan Dönges (Redaktion)

  • Schwarze Löcher

    07.02.2014, Ulrich Ollenschläger
    Mein Verständnis,zur Existens von Schwarzen Löchern im All,erklärt sich wie folgt.
    Unser All,in dem wir anwesend sind,ist eine in sich abgeschlossene Welt.Die Möglichkeit,
    dieses All,zu verlassen,erfolgt durch das sogenannte schwarze Loch. Die Vorstellung,
    eine Himbeere,stark vergrößert,mit den einzelnen Fruchtpunkten,stellt die Welt dar,
    dann wäre das Reisen zwischen den Fruchtpunkten,der Transport durch ,schwarze Löcher
    im All,von einem zum anderen.
  • wer ist denn für *DIESE* Schlußfolgerung verantwortlich !?!?!

    07.02.2014, Hans-Joachim Münch
    den rasant zunehmenden Flächenverbrauch in den Tropen nur der Qualität "Bio" ursächlich zuzuschreiben, ist ja sowas von daneben ... wurde die Arbeit von irgendwelchen Interessengruppen bezahlt ?!? Es kann ja nicht überraschen, daß niedersächsische oder oberbayrische Anbaumethoden und/oder Feldfrüchte der gemäßigten Klimazone nicht unhinterfragt für die Tropen übernommen werden können - ob Bio oder konventionell ist da zweitrangig. Gegen Ende des Artikels wird das ja auch richtig gestellt.

    Grund für den Flächenverbrauch ist die ständig wachsende Nachfrage der Industrie- & Schwellenländer an sich (dabei auch "Bio"), unsere "Geiz-ist-geil" Mentalität zusammen mit der Profitgier der globalen Nahrungsmittelgroßkonzerne; würden wir mehr auf saisonale Produkte, regionale, kleinräumige Anbieter setzen, wäre schon viel gewonnen - wieso muß es zu Weihnachten Erdbeeren geben ?!? Warum müssen tropische Früchte in jedes Müsli ?!? usw. usw.

    Schöne Grüße

    Hans-Joachim Münch
  • Katzen mit Kuhpocken infizierten Menschen in BRD

    07.02.2014, Dr. Scheubeck T.
    Als Tierarzt promovierte ich am Institut der Mikrobiologie an der Tierärztlichen Hochschule der LMU München über die Diagnose und Analyse von Pockenviren (1990-1992). Wärhend dieser Zeit wurden in Deutschland mehrere Menschen mit Pockenviren infiziert, flächenhaft über Deutschland verteilt. Einige verstarben leider, bis die Pocken als Ursache erkannt wurden. Insgesamt wurden durch Elisa-Tests (Prof. Czerny, Prof. Mayr) erkannt, dass es sich dabei ursprünglich um Kuhpocken handelte, die als neuen Wirt Katzen infizierten, die bis dahin als pockenfrei galten. Diese Möglichkeit wird in Ihrem Report nur erwähnt und als mögliche genetische Aberration für neue Wirte nur diskutiert, sie sind aber bereits geschehen, 1989 bis 1992 in Deutschland. Die neue Infektion Katzenpocken auf Menschen ereignete sich vor allem bei immunsupprimierten Personen, die im gleichen Haushalt mit den Tieren lebten.
  • unvollständig!

    07.02.2014, Walter Weiss
    Die Äußerungen des Herrn Kleidon sind leider in drei Punkten unvollständig (man kann vielleicht auch sagen: in diesen drei Punkten hätte der Interwiever nachhaken sollen):

    (1) Man kann die bisherige Ausnutzung der Windenergie nicht unabhängig von den jeweiligen Ländern, in denen die Windräder stehen sollen, beurteilen. So verweigert sich ja bekanntlich Herr Seehofer für 'sein' Bayern hartnäckig überhaupt der Aufstellung von Windrädern und tut alles, um weitere Windräder zu verhindert (er bekommt in letzter Zeit sogar Gegenwind deswegen ausgerechnet vom Atom-Kommissar Oettinger). Solange also auch in Bayern nicht entsprechend viele Windräder errichtet sind, fehlt der Gesamtbeurteilung der Situation durch Herrn Kleidon die wesentliche Grundlage.

    (2) Man kann die Erneuerbaren für sich allein niemals beurteilen, sondern immer nur in Gemeinschaft mit ausreichenden Speichern. Das wird überhaupt nicht erwähnt. Dabei sind erkennbar nur dezentrale Speicher zu diskutieren (wie überhaupt die dezentrale Schöpfung und der dezentrale Verbrauch der Erneuerbaren Grundlage sein sollte - dann könnte Bayern auch nicht einfach warten, bis aus dem Norden Erneuerbare zu ihm kommen). Wo aber bleibt die umfassende Förderung der Speicherforschung und -Herstellung durch unsere Bundesregierung? Es bieten sich ja technisch gleich mehrere Wege an - ausgehend von der Herstellung von Wasserstoff und Methan mit Überschußstrom bis zu richtig eingesetzter Biomasse-Verstromung für Zeiten, in denen weder die Sonne scheint, noch der Wind weht.

    (3) Die am Rande erwähnte Erzeugung von Strom aus Biomasse darf auf keinen Fall mehr als Ausgangsprodukte Nahrungsmittel enthalten, sei es in Deutschland gewachsene, sei es eingeführte. Es ist nicht nur ethisch völlig verantwortungslos und verbrecherisch, Mais, Weisen, Palmöl und Raps zu verdieseln, solange ein großer Teil der Weltbevölkerung hungert.
    Wie auch heute noch von der Obrigkeit ein derartiger Energiegewinnungsprozeß geduldet und umfangreich gefördert wird, ist gänzlich unverständlich. - Etwas anderes ist die Erzeugung von Strom durch Vergärung von nicht für die menschliche Ernährung geeigneter Zellulose, also von abgeerntetem Stroh, von Haushaltsabfällen, von Holzresten usw. Diese entscheidend wichtige Differenzierung muß immer wieder betont werden - und wird regelmäßig ausgeblendet.
  • Nicht aus Südamerika

    07.02.2014, Rainer Köthe
    Lieber Herr Lingenhöhl,
    die Banane stammt nicht, wie Sie andeuten, aus Südamerika, sondern wohl aus Asien.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rainer Köthe
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Köthe,

    vielen Dank. Sie haben Recht! Die Banane stammt aus Asien. Ich habe den Fehler ausgebessert.

    Mit besten Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Pflichtlektüre für Politiker

    06.02.2014, Bonni
    Diese Ewigkeitsschäden gelten für den Braunkohlenabbau ebenso. Leider werden diese riesigen Summen gerne verschwiegen, weil sie letztendlich der Steuerzahler
    ( wir, unsere Kinder, Kindeskinder usw. ) bezahlt. Diese Wahrheiten sollten unseren Politikern als Pflichtlektüre verabreicht werden. In der Lausitz sind durch den Braunkohleabbau schon 20 % der Fläche abgebaggert worden, 136 Orte sind für immer verschwunden und weitere sollen folgen. Das bedeutet unwiederbringliche Landvernichtung mit Wäldern, Ackerflächen, Wiesen, Moore, Dörfern usw. Es ist der totale Raubbau an der Natur. Auf den aufgefüllten Kippenflächen
    ( Rekultivierung ) kann sich kein Mensch mehr ansiedeln, nur noch die Wolfsrudel. In dem umgebuddelten aufgefüllten Boden hält sich nicht einmal ein Regenwurm auf. Überall stehen Schilder: Betreten verboten - Lebensgefahr ( Rutschungsgefahr ), auch auf Flächen, die vor mehr als 30 Jahren aufgeschüttet wurden. Die gefluteten Restlöcher haben total saures Wasser ( tonnenweise wird Kalk reingeschüttet ), unsere Bäche und Flüsse sind durch das freigesetzte Eisenoxyd verschlammt und dadurch rostbraun. Wenn man all diese Summen zusammen rechnet, ist der Kohlestrom vermutlich am teuersten. Es gibt für die Zukunft nur eine Alternative - die erneuerbaren Energien. Die Finanzierung der fehlenden Stromtrassen sind gegen diese Unsummen des Kohlebergbaues nur verschwindend gering.
  • Bedürfnis nach Distanz und Unverbindlichkeit

    06.02.2014, Jörg Bernig
    Nicolas Aurays Artikel beleuchtet eine Vielzahl von Auswirkungen oder Erscheinungen der "Internet-Kultur", was ich sehr >anregend fand. Die Auffassung, dass erst durch Facebook & Co bestimmte Verhaltensweisen bei Menschen entstanden sind, teile ich allerdings nicht. Facebook erfüllt meines Erachtens ein Bedürfnis nach Distanz und Unverbindlichkeit bei Menschen, die sich scheuen, Kritik, Verletzungen und Verlusten ausgesetzt zu sein. Die eben aus diesen Gründen keine bedeutungsvollen und verantwortlichen Beziehungen eingehen wollen. Für diesen "Markt" wurde Facebook erfunden. Welche sozialen und zivilisatorischen Faktoren diese Bedürfnisse derart gefördert haben, dem wäre in feldübergreifenden kulturellen Studien nachzugehen.

    Analog erfüllen Computerspiele und -simulationen den gleichen Zweck, wo man sich ohne Gefahr und unumkehrbare Konsequenzen in alle erdenklichen Situationen begeben kann. Die eigene Selbstdarstellung - also die Möglichkeit, sich so zu zeigen wie man sein möchte, nicht, wie man ist -, richtet sich demzufolge nach einem Wunschbild, welches geprägt wird von in Andere projizierten Erwartungen, sicherlich auch von der Werbung.

    Selbst das Phänomen des Multitasking oder eben auch der "Hyperaufmerksamkeit" kann als Ausdruck dieses Bedürfnisses nach Flüchtigkeit gedeutet werden. Die vom Autor festgestellte "angenehme Abwechslung" bei einer Tätigkeit durch zum Beispiel Pop-ups oder E-Mails bestärkt meiner Meinung nach den Eindruck, dass der "Internet-Mensch" sich möglichst keiner Aufgabe oder Beziehung konsequent und evtl. unter Eingehen eines Risikos hingeben will.
  • Buddhas Lebenszeit lässt sich rekonstruieren

    06.02.2014, Peter Kosek, Gütersloh
    Bis etwa 1980 wurde Buddhas Geburt auf etwa 556 v. Chr. angesetzt ("Buddha", rororo 980 S. 17, 1958). Im "Handbuch Buddhismus" (Diederichs Verlag, S. 7, 2000), wird zwar das Jahr 563 v. Chr. genannt, jedoch auf neuere Forschungen verwiesen, wonach dies auch 100 Jahre später gewesen sein könnte. Unstrittig ist jedoch, dass Buddha 80 Jahre alt wurde. Gemäß Überlieferungen fand das 1. buddhistische Konzil drei Jahre nach Buddhas Tod statt und das 2. Konzil etwas mehr als 100 Jahre später um 363 v. Chr. Knapp 100 Jahre nach dem 2. Konzil - und nicht zur gleichen Zeit - bestieg Kaiser Asoka den Thron. Das war nachweislich 272 v. Chr. Somit ist das eine Zeitspanne von ziemlich genau 280 Jahren nach Buddhas Geburt. Überlieferte Daten und einfache Rechenkunst erklären so, dass Buddha Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. geboren sein muss, sonst wären alle geschichtlichen Daten zum frühen Buddhismus Makulatur.
  • Autsch.

    05.02.2014, Falko
    Namen googlen kann doch ein jedes Kind. Dass man das Nature-Magazin nicht kennt, finde ich schon recht merkwürdig, wenn man von "seriösen Zeitungen" redet.

    Wenn man das sich angeeignete Wissen untermauern will, was man ja stets tun sollte, dann kann man das auch selbst. Man muss doch als erwachsener Mensch nicht jedes Wort in den Mund gelegt bekommen.
  • Oh, mächtig, mächtig! - Wirklich?

    05.02.2014, howetzel

    Wie groß ist den das Problem wirklich im Vergleich mit anderen aktuellen?
    Nehmen wir mal die Energiewende. Hier wird immer die nicht vorhandene Speicherfähigkeit von Strom als Mangel angesehen.
    Kann da nicht das abzupumpende Wasser für den Aufbau eines virtuellen Speichers genutzt werden?
    Vom Prinzip ja, aber was sind 70 MW zu 70 GW, die dafür vielleicht gebraucht werden? Selbst das größte deutsche Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal mit 1060 MW ist da reichlich klein!
  • Das ist ja grauenhaft!

    05.02.2014, Walter Weiss
    Wenn der Artikel - woran ich nicht zweifle - die Dinge richtig und vollständig darstellt, betragen die Folgekosten der Steinkohleindustrie ja noch viel mehr als die der Atomindustrie (und gleiches würde dann noch einmal für die Braunkohle gelten).

    Bevor ich mir ein genaues Bild über die Verantwortlichkeiten machen kann - gerade auch zur Gegenüberstellung zur Energiewende und den Kosten der Erneuerbaren - wäre es sehr hilfreich, noch zu erfahren, wer sich hinter den Institutionen/Stiftungen verbirgt, die den ganzen riesen Nachaufwand der Steinkohleindustrie stemmen sollen. Sind das private Unternehmen/Gelder - oder doch wieder letztenendes die öffentliche Hand, also der Steuerzahler?

    Für eine entsprechende Ergänzung des Artikels wäre ich dankbar.
  • Gibt es noch das Preisgeld für die Enträtselung des Mpembaeffekts?

    05.02.2014, Harald
    Meiner Ansicht nach gibt es 2 Ursachen. Eine der Ursachen dürfe korrekt enträtselt worden sein und die Konvektion ist dabei entscheidend. Das Preisgeld von 1000 Euro war dafür sicherlich berechtigt.
    Doch es gibt noch eine 2. Ursache, welche eher zum Tragen kommt, wenn man das heiße Wasser z.B. aus dem Fenster schleudert.
  • Kleinkindbetreuung in Deutschland?

    04.02.2014, Bernhard Verbeek, Hagen
    Die Studie über die psychische Entwicklung rumänischer Heimkinder aus der Ceausescu-Zeit ist ebenso interessant wie erschreckend. Die Ergebnisse sind im Kerngehalt nicht wirklich neu, aber mit modernen Methoden eine glänzende Bestätigung der älteren „zumeist kleineren Studien … ohne saubere Kontrollgruppen“. Zumindest René Spitz hätte erwähnt werden können. Auch Erfahrungen mit nichtmenschlichen Primaten und evolutionspsychologische Überlegungen weisen darauf hin, dass das Säugetier Mensch nicht für eine Individualentwicklung in Aufzuchtanstalten geschaffen ist. Dort verkümmert es bis in die neuronalen Strukturen&nbp;– wie eine Pflanze ohne Wasser und Sonne. Das bestätigen auch die traurigen Ergebnisse aus (Waisen-)Kinderheimen im Nachkriegsdeutschland, die nun endlich aufgearbeitet und einer betroffenen kirchlichen und weltlichen Öffentlichkeit bewusst werden. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass von Seiten der Wissenschaft kein medienwirksamer Widerstand aufkommt gegen die einzig „politisch korrekte“ Ansicht, die Lebenschancen der Säuglinge würden zerstört, wenn sie nicht möglichst innerhalb der entscheidenden ersten zwei Jahre den Familien entzogen und zumindest tagsüber einer öffentlichen Erziehung zugeführt werden. Natürlich gab und gibt es immer auch Privatverhältnisse, in denen Kindern aus psychischen, sozialen oder wirtschaftlichen Gründen keine adäquate Umgebung geboten werden kann. Da müsste der Staat in angepasster Weise helfen. Da braucht es vielleicht auch Kitas für Unter-Zweijährige, dann aber möglichst niedrig in der Quantität und möglichst hoch in der Qualität. Einfach die Gruppen größer machen, damit dem gesetzlichen Anspruch auf Verwahrplatz genüge getan wird, ist kaum im Sinn des Kindeswohls. Worum geht es wirklich? Der hier diskutierte Aufsatz über „Die entscheidenden zwei Jahre“ beginnt: „Um die Produktivität der Wirtschaft Rumäniens zu beflügeln verfügte Staatspräsident Nicolae Ceausescu 1966, das „Humankapital“ müsse gesteigert werden.“ Aber er hatte die Rechnung ohne die Natur gemacht. Und wir?
    Ich möchte jedoch weder "Kita-Eltern" noch engagierte Erzieherinnen beschimpfen. Aber: "Gruppen möglichst klein" ist ein weiter Begriff, wenn die öffentlichen Mittel notorisch knapp sind. Und: Arbeitsrecht mit geregelter Dienstzeit, Urlaubsvertretung und Kündigungsrecht sind sehr wichtig, aber bezüglich der Kinderaufzucht nicht von der Evolution "vorgesehen".
    Was ich sehr bedenklich im Hinblick auf eine "artgerechte Menschenhaltung" finde (ich erlaube mir hier mal diese zoologische Diktion), ist das geringe Sozialprestige von Erziehungsberufen für die frühe Kindheit (in unserer Gesellschaft abzulesen vor allem an der Bezahlung) und auch verbreitete denunziatorische Ausdrücke wie "Herdprämie" usw. sowie das oft an Mobbing grenzende Echo auf Promifrauen, die eine längere Kinderpause einlegen.
    Das Thema ist sehr komplex, emotions- und vergangenheitsbelastet (Männermacht) und zukunftsbezogen (Kindermangel gerade bei den intelligentesten Frauen). Zu weit darf sich aber keine Kultur von der sie tragenden Natur entfernen. Das wird nicht lange funktionieren. Eine einfache Lösung kenne ich leider auch nicht. Gibt es wahrscheinlich auch nicht. Jeder Einzelfall, auch jedes Kind ist anders. Das Thema wird uns jedenfalls noch lange erhalten bleiben.

    Antwort der Redaktion:
    In Ihrem Brief äußern Sie sich, wenn ich Sie richtig verstehe, kritisch gegenüber der grassierenden Haltung zur frühen Kindheit und der Tagesunterbringung von Kleinkindern. Sicherlich wäre das Für und Wider zu überlegen, aber es gibt ja auch einige Beobachtungen, die für die Ausweitung der Betreuung in Kindergarten und Kita sprechen – nicht nur bei schwierigen Familienbedingungen. Kitakinder haben ja eine Familie und dort feste Bezugspersonen. Haben Kinder früher bei einer großen Geschwisterschar wirklich so viel persönliche Zuwendung erhalten?
    Ich glaube, das Bewusstsein ist heute doch ein ganz anderes als noch vor einigen Jahrzehnten. Auch die Möglichkeiten haben sich entschieden gewandelt. Meines Wissens werden gerade sehr kleine Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen herausgenommen werden müssen, sehr schnell in Pflegefamilien gegeben und nicht in Kinderheime. Auch bei größeren Kindern wird dies versucht.
    Gefährden Kitas Kleinkinder wirklich in ihrer Entwicklung? Meines Wissens versuchen die Betreuer und sind auch dafür geschult, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Schon deswegen sind die Gruppen möglichst klein.Und im Kindergartenalter lieben viele Kinder die Abwechslung und das gemeinsame Spielen. Manche Mütter berichten das auch schon von Zweijährigen.