Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Nur zweimal?

    29.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die Tintenfische sind die dritte Gruppe mit einem hoch entwickelten Auge; dem menschlichen funktional sehr ähnlich aber von anderem inneren Aufbau.
    Es ist durchaus vorstellbar, daß die Zapfen und Stäbchen zuerst vorhanden waren. Die Netzhaut ist letztlich nur eine Ausstülpung des Gehirns. Soweit läßt sich das alles in einem sehr alten Evolutionsschritt zusammenfassen; es ließe sich auch als präadaptive Entwicklung der späteren komplexen Sehorgane ansehen.
    In den verschiedenen Entwicklungslinien (Wirbeltiere, Gliedertiere und Weichtiere) wurde dann die jeweilige Spezialisation "nur" zusätzlich evoluiert. Solche Mehrfach-Entwicklungen sind wohl häufiger, als sich das Lehrmeinungen vorstellen können; genau das hindert uns nur an genauerem Hinsehen. Wir kommen erst garnicht darauf, daß genaueres Hinsehen lohnend ist und scheuen im Zweifelsfall die Auseinandersetzung mit dem zementierten Lehramt. Man kann eben nicht sehen was man weiß, wenn man eigentlich nichts weiß - nichtmal das!
  • Noch mehr Sorgfalt und Forschungsarbeit...

    29.10.2004, Ingo Wolf Kittel
    "Noch mehr Sorgfalt und Forschungsarbeit bleiben demnach das Gebot der Stunde" - das muss man wohl sagen. Mit der an sich erfreulichen zunehmenden internationalen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aller Richtung - einer Art wissenschaftlichen 'Globalisierung'... - sind nämlich leider auch wichtige Kenntnisse und Einsichten, wenn nicht verloren gegangen, so doch in den Hintergrund gedrängt worden, die im Hinblick auf wesentliche Fragen und Probleme, die in dem Artikel angesprochen werden, wichtig sind. (Sie sind vor allem in der psychopathologischen Forschung deutschsprachiger Psychiater in der Nachfolge von Emil Kraepelin und Karl Jaspers erarbeitet worden, an den z.B. einer der bedeutendsten Psychotherapeuten der 20er Jahre, der jüdische Charité-Dozent Arthur Kronfeld angeknüpft hat, der damit eine Brücke von der Psychiatrie zu den Forschungen von Sigmund Freud und Alfred Adler zu bauen versuchte.)

    Wie schon in der Zuschrift VORSICHT zu dem Artikel Mehr als nur Traurigkeit angemerkt wurde, ist diese Sorgfalt gerade bei depressiven Syndromen besonders angebracht. Es handelt sich dabei um Symptomzusammenstellungen oder cluster, bei denen die Depressivität (irgendeiner Art und Entstehung) aus irgendwelchen Gründen - vielleicht wegen besonderer Ausprägung, Auffälligkeit oder wegen anderer Gesichtspunkte, vielleicht der Einfachheit halber... - zur allgemeinen Orientierung als sog. Leitsymptom in den Vordergrund gestellt wurde (und worauf sich dann die fachlichen Namensgebungen, also die psychiatrischen Fachausdrücke beziehen).

    Beispielsweise ist die angeführte "schwere Gemütsstörung" oder Gemütskrankheit, die fachlich unter so verschiedenen Bezeichnungen wie 'endogene', psychotische oder 'vitale' Depression, Melancholie, uni- oder monopolare Depression, neuerdings sogar unter majore Depression (von engl. 'major depression') geführt wird, eine Psychose, wie Psychiater die gravierendsten geistig-seelischen Krankheiten nennen, die wir kennen. Sie steht in bekanntem Zusammenhang mit einer anderen Gemütskrankheit, der Manie, in die sie sogar 'umschlagen' kann. (Wenn dies der Fall ist, redet man fachlich von einer bipolaren Psychose, Cyclothymie oder bipolaren affektiven Störung, und fasst alle Erscheinungsformen davon - nicht gerade sehr sprachsensibel - als affektive Störungen zusammen.)

    Die depressive Psychose hat mit anderen Störungsbildern wie dem, das reaktive Depression oder depressive Neurose genannt wird, an sich gar nichts zu tun und noch weniger mit depressiven Reaktionen, die jedermann aus eigenem Erleben kennt, und die bekanntlich von leichter Niedergeschlagenheit z.B. bei Enttäuschungen über mehr oder weniger ausgeprägte Trauer bei Verlusterlebnissen bis hin zu völliger Verzweiflung (bei der Suizidgedanken eher die Regel als die Ausnahme sind) alle Intensitätsgrade annehmen können. 'Schwer wiegende' Störungen dieser Art können ein Ausmaß erreichen, in dem sie dann einer psychotischen Gemütskrankheit 'gleichen', ohne aber mit dieser in allen Symptomen gleich oder - soweit man weiß - sogar 'identisch' zu sein!

    Wegen dieser Gemeinsamkeiten vor allem im 'äußeren' Erscheinungsbild sind Verwechselungen aller Art verständlicherweise leicht möglich, und zwar gerade bei Kindern und Jugendlichen mit ihrer natürlich-kraftvollen Reaktionsstärke. (Nach Auskunft eines Oberarztes von der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg kommen depressive Psychosen bei Kindern und Jugendlichen real überhaupt nur sehr selten vor, und gehen in der Hälfte der Fälle dann sogar in eine noch mehr zu fürchtende schizophrene Psychose über!) Dagegen sind depressive Reaktionen gerade bei impulsiven jungen Menschen besonders leicht und schnell möglich und schon vor daher besonders häufig, wie jedermann sicher schon aus seiner eigenen Kindheit und Jugend weiß und mehr oder weniger auch von anderen Kindern.)

    Vor diesem Hintergrund müsste man alle Studien, die unser sog. Seelenleben oder Innenleben betreffen, unser Denken und Fühlen also, zunächst eigentlich immer auf die Methode hin analysieren, nach der die untersuchten Personen 'diagnostiziert' wurden, wenn und soweit dies aus den Studien überhaupt hervorgeht. Schon das ist die erste und mangels entsprechender Daten meist unüberwindbare Hürde bei der Interpretation von Studien oder gar von statischtischen 'Metaanalysen' einer ganzen Anzahl davon, in denen lediglich oder hauptsächlich 'geratete' Ergebnisse - im günstigsten Fall: gemittelte Testergebnisse, in weniger günstigen Fällen Selbstzuschreibungen von Patienten oder sogar von Fremdbeobachtern... - nach Verabreichung von Psychopharmaka mitgeteilt werden.

    Wenn z.B. nur nach Schwere und nicht auch nach Entstehungszusammenhang 'klassifiziert' wird, kann zwischen einer depressiven Psychose, die immer nur an rel. massiven Symptomen überhaupt feststellbar ist, und einer schweren Verzweiflung nicht mehr differenziert werden. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Verabreichung der gleichen Dosis derselben Medikamente bei unterschiedlichen Störungen sich auch mehr oder weniger unterschiedlich auswirkt. Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte erscheint nämlich auch eine ganz andere Interpretation der mitgeteilten Befunde möglich!

    Wenn Kinder, die nach klinischen Feststellungen ja schon weit überwiegend reaktiv-depressiv erkranken, wegen bereits schwerer Depressivität (nur) mit Medikamenten 'behandelt' werden, auch noch Suizidgedanken entwickeln, braucht das gar nichts mit Chemie zu tun zu haben; es könnte auch einfach sein, dass diese Kinder noch mehr verzweifeln: weil sie sich mit Medikamenten wie vertröstet oder abgespeist vorkommen, obwohl sie Zuwendung, Verständnis, Unstützung u.ä. bräuchten; eventuell ist das eine oder andere sogar gerade wegen dieser medikamentösen 'Behandlung' auf den fürchterlichen Gedanken gekommen, es könnte hirnkrank sein, vielleicht sogar unheilbar hirnkrank...

    Die 'schrecklichen Vereinfacher', die psychische Gegebenheiten und Zusammenhänge ungeachtet jeder - auch eigener - Lebenserfahrung überhaupt nur noch soweit kennen oder berücksichtigen, wie sie in irgendwelchen theoretisch entworfenen 'wissenschaftlichen Modellen' vorkommen, sind leider auch in der Heilkunde überall am Werk, besondern in Ländern, in denen es zur pragmatisch genannten Tradition gehört, durch simples 'ausprobieren' herauszufinden, was geht und was nicht. Bekannte oder durch sorgsame Beobachtung und genaue Analyse leicht erkennbare Zusammenhänge werden dabei wie in anderen, etwa politischen Zusammenhängen vergröbert oder einfach ignoriert und übergangen, ebenso wie Einwände dagegen - mit entsprechenden Folgen...


    INGO-WOLF KITTEL Facharzt
    für Psychotherapeutische Medizin
    D-86152 AUGSBURG Frauentorstr. 49
    Tel.: +49-(0)821-349 45 05
    http://www.sgipt.org/gesch/kronf.htm
    http://www.sgipt.org/medppp/krank/iwk1.htm
    http://www.sgipt.org/sonstig/metaph/glaube/iwk_gl.htm
    http://www.kirchenkritik.de/archiv/glauben_ohne_glauben.html
  • unbrauchbare Mixtur

    28.10.2004, Rüdiger Biesold
    Wieso soll für Homo sapiens nicht gelten, was sonst biologischer Standart ist? Homo betrachtet durch eine normale Biologenbrille hätte allein wegen der Hautfarbe zur Aufstellung von Arten geführt; möglicherweise wären die dann später wegen der offensichtlichen fruchtbaren Kreuzbarkeit auf Rassestatus zurückgesetzt worden.
    Man möge sich erinnern; der Streit um Art oder Rassestatus des Neandertalers ist noch keineswegs beendet und schon wird einem verzwergten Deszendenten sofort ein eigener Artstatus zugebilligt. Schließlich ist diese ganze Diskussion sehr abhängig vom Zeitpunkt der Betrachtung eines Stammbaumes, die sehr frühen Glieder einer Neuentwicklung sind kaum voneinander zu unterscheiden, die Endglieder gehören unterschiedlichen Gattungen bis Reichen an (je nach Länge der Betrachtungszeit). Nur für den rezenten homo sapiens soll das alles nicht gelten?
    Wenn damit darauf abgehoben werden soll, daß eine unterschiedliche Rassezugehörigkeit keinerlei Wertunterschied rechtfertigt, dann ist das richtig. Aber diese Wertvorstellungen sind nicht biologisch; eine Amsel und eine Singdrossel sind auch nicht unterschiedlich wertvoll. Hier werden einfach biologische Standarts für die Gattung homo (rezent) ignoriert aus politischen Gründen oder aus Gründen mangelnder Reflektion. Das Ergebnis ist dann so eine Art Negativ-Rassismus von der Art eines Herrn Mugabe, der führt nicht weiter und hat ähnlich fatale politische Ergebnisse wie Rassismus.
    Am Ende wird dann auch noch darauf verwiesen, daß vielleicht ashkenasische Juden einen relevanten Rasseunterschied haben könnten. Da wird die schiefe Geisteshaltung der Autoren endlich deutlich. Beginnend damit, daß Jude ein religiöser Begriff ist, weder ein biologischer noch ein staatspolitischer. Es ist von abgegrenzten Inselpopulationen abgesehen kein Bezug zwischen biologischer und religiöser Zugehörigkeit erkennbar. Es gibt aber einen Anspruch dieser religiösen Gruppe, etwas besonderes zu sein; wird hier etwa versucht diesen religiös begründeten Anspruch biologisch zu unterstützen? Eine höchst fatale Konsequenz. Genau in diesem Sinne ist der Begriff der Rassezugehörigkeit von homo nicht nur unbrauchbar sondern gefährlich. Insoweit widerlegt sich der Artikel selbst.
  • Titel

    28.10.2004, Ingrid
    Hallo,
    mein Lebendgefährte ist durch eine Chemotherapie inkomplett querschnittsgelähmt..keiner kann einem so richtig sagen, was man da tun kann....welche Therapien Sinn machen etc....
    bin für jeden Tipp/Rat dankbar
    little_dream12003@yahoo.de

    DANKE!!
    Ingrid
  • Titel

    25.10.2004, Silvia Pham
    Wie sollen Magneten gegen Depression helfen?
    Wir kennen jemanden,der die Kraft des Magnetismus nutzt um sich vor der gefährlichen Strahlung von Handys,Computern usw. zu schützen.
    Macht das Sinn?
  • Die größte wissenschaftliche Herausforderung...

    24.10.2004, Ingo-Wolf Kittel
    "Die größte wissenschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts könnte [eher] sein, die Wiederauferstehung und Propagierung einer schon im 19. Jahrhundert einmal gepflegten G e h i r n m y t h o l o g i e auf höherem [...] Niveau zu erkennen und zu verhindern, gegen die sich [der Psychiater] Karl Jaspers am Anfang des gerade vergangenen schon einmal wenden musste... "

    Aus dem Beitrag "Respekt!" zu dem wissenschaft-online-Forum "Hirnforschung mit Folgen". Es wurde gestartet, als ein Gedankenaustausch zwischen Prof. Dr. Wolf Singer, Frankfurt, und Prof. Dr. Thomas Metzinger, Mainz, in Form eines Interviews durch Herrn Dr. Carsten Könneker - redaktionell unter der irreführenden Rubrik "Streitgespräch" mit dem provokanten Titel "Ein Frontalangriff auf unsere Menschenwürde" versehen - in der Ausgabe 4/2002 von 'Gehirn & Geist' veröffentlicht worden war. Das Gespräch wurde dabei mit der redaktionellen Bemerkung eingeleitet, in der Hirnforschung bahne sich die größte wissenschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts für unsere Gesellschaft an.

    Mittlerweile wurde in G&G 5/2004 mit dem bemerkenswerten Interview von Prof. Dr. Peter M. S. Hacker, Oxford, einem in der angelsächsischen Philosophie weithin bekannten Wittgenstein-Spezialisten, das von ihm und dem renommierten Neurophysiologen Prof. Dr. Maxwell R. Bennett, Sydney, (s. G&G 6/2004, S. 7; im Verlag Blackwell, Oxford 2003) publizierte Buch 'Philosophical Foundations of Neuroscience' vorgestellt. Die beiden Autoren analysieren in diesem umfangreichen Werk alle wesentlichen Voraussetzungen der Wissenschaften, die sich auf die Neurobiologie stützen. Ihre Ergebnisse sind ernüchternd. Wenn davon offenbar vollkommen unbeeindruckt in G&G weiterhin geradezu maßlos überzogen erscheinende Einschätzungen der Tragweite neurobiologischer Forschungen vorgetragen werden, stellt sich die Frage nach der Informationsbasis von Redaktion und Mitarbeitern sowie ihrer journalistischen Unabhängigkeit und vor allem: ihrer Objektivität.
  • Titel

    21.10.2004, Jana
    Hallo Karina,

    mir geht es genau wie Dir. Ich wurde ebenfalls ohne Gebärmutter, oder vielmehr nicht richtig ausgebildete Gebärmutter geboren. Wenn Du willst können wir uns schreiben.

    Gruß Jana
  • kompliziertes Gehirn

    21.10.2004, Rüdiger Biesold
    Außer den Synästhetikern gibt es auch Leute, die Bilder mit Tönen assoziieren, es wäre interessant, ob diese Version in ähnlichen Hirnregionen zu finden ist. Bisher war noch nichts darüber zu lesen, daß sowohl Farben wie Töne bei einem Menschen gleichzeitig eine Rolle spielen.
    Bei der Spracherlernung hängt es nach bisherigen Untersuchungen vom Alter ab, wo die zweite Sprache gespeichert wird, als Kind können wir offensichtlich 2 Muttersprachen in der gleichen Gehirnregion speichern, damit dürfte dann die Übersetzung in Farben oder Bilder für beide Sprachen weniger schwierig sein; müßte aber auch untersucht werden. Bei späterer Erlernung wird die zweite (oder n-te) Sprache in einer anderen Region abgespeichert als die Muttersprache, es scheint fast zwangsläufig, daß dann der Farb/Tonübersetzer nicht in gleicher Weise funktionieren kann. Bei Englisch wird das alles noch komplizierter, weil diese Sprache unter Berücksichtigung des Schriftbildes sozusagen für jedes Wort eine eigene Ausspracheregel hat; deshalb haben Untersuchungen bei Muttersprachlern auch ergeben, daß englisch-sprachige etwa dreimal langsamer lesen als Italiener oder Spanier; diese Sprachen haben viel eindeutigere und durchgehende Regeln der Aussprache und ganz wenige Ausnahmen. Möglicherweise hilft es, wenn ein Synästhetiker bei der Benutzung einer spät erlernten Fremdsprache das Schriftbild "vergißt". Ich selbst gehöre zu den Akustikern, mir hilft das; ich muß aber auch nicht in einer fremden Sprache schreiben und kann für diesen seltenen Fall Wörterbücher benutzen. Im Deutschen wirkt sich das auch aus, weil da die Dehnungsschreibung mit Vokalverdoppelung, e oder h auch kompliziert ist, (von der schwierigen Groß/Kleinschreibung ganz zu schweigen) das ist in einem akustischen Gedächtnis schlecht darstellbar (und führte in jedem Schulaufsatz zu mindestens einem Fehler, der Computer merkt das inzwischen).
    Aber es wird wohl noch dauern, bis wir auch nur einen vergleichsweise so kleinen Komplex unserer Hirnfunktion wirklich verstehen.
  • Synästhesie und Mehrsprachigkeit

    20.10.2004, Gabriele
    Mir half die Synästhesie schon als Kind. Wenn mir vorgelesen wurde, erkannte ich am Klang/Vokale=Farbe, ob der Vorleser den Text verändert. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn man etwas auswendig zu lernen hat, denn die Farben prägen sich gut ein.
    Habe erst mit über 40 Jahren herausgefunden, dass ich Synästhetikerin bin - war sehr aufgewühlt damals. Ja, und wie viele andere S. erstaunt, dass nicht ALLE Menschen Buchstaben und Zahlen farbig sehen. Die Welt ist so schön, wenn sie bunt ist! Habe meine Farbkarte immer in mir.
    Eine Sache, die ich bisher noch in keinem Untersuchungsbericht erwähnt sah, ist die Mehrsprachigkeit.
    Denn ich lebe jetzt in einem englisch-sprachigen Land und komme manchmal mit den Vokalen und den Farben ins Schleudern, da sie anders geschrieben als gesprochen werden.
  • Wie blockiert man Knoten?

    19.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die mathematische Beschreibung ist keine Lösung. Die zentrale Verteilerfunktion solcher Netzknoten war schon bekannt. Aber die Schlußfolgerung -man müsse nur die Knoten blockieren, das sei effektiver als die Blockade der Hauptverbindungen- ist gelinde realitätsfern. Letztlich ergibt die Blockade der Knoten konsequent durchgeführt auch eine Blockade der Hauptverbindungen und damit den Zusammenbruch des weltweiten Flugverkehrs. Wenn der Knoten nur stillgelegt wird und die Hauptverbindungen nicht, etablieren sich blitzartig Ersatzknoten und das Verteilungsproblem ist das gleiche wie vorher (evtl. etwas zeitverzögert).
    Wie realistisch ist aber die Einstellung des Weltflugverkehrs mit seinen immanent notwendigen Vernetzungen und für welchen Zeitraum?
    Es ist leicht zu sehen, daß das nicht umsetzbar ist.
    Außerdem gibt es noch ein kleines Nebennetzwerk, die militärische ebenfalls weltweite Flugvernetzung. Das fällt insoweit besonders ins Gewicht, weil diese sich damit bewegenden Leute mit geheimen Dingen zu tun haben (z.B. Schutz von obskuren Forschungslaboratorien in fremden Ländern), vorsätzlich kontaminiert werden (manchmal sogar von der eigenen Führung) und sehr vielfältige Kontakte auch sexueller Natur haben. Es gibt auch Ausbreitungswege von Infektionen, die solchen militärischen Bewegungslinien folgen (z.B. der Sprung des HIV von Kongo nach Haiti).
    Dieser Zusammenhang ist insoweit sich selbst potenzierend, weil bei einer ernsten weltweiten Gefahr wohl militärisches Potential eingesetzt würde und die bringen dann sozusagen die 5.Kolonne unsichtbar und noch effektiver gleich mit.
    Dieses Problem mag mathematisch-physikalisch mit Formeln beschreibbar sein, es ist aber ein medizinisches, gesellschaftliches und ethisches; Lösungen müssen daher kommen.
  • Immer diese Übertreibungen!

    18.10.2004, Ingo-Wolf Kittel
    Der als Physiker und Germanist gebildete Autor scheint Liebhaber von Science-fiction und in seiner Begeisterung für die Neurobiologie nachgerade hin- und fortgerissen zu sein, wenn er sich - frei phantasierend, aber ansonsten ganz Physiker, ganz Techniker, ganz Mann mit erkennbar martialischen Neigungen - eine Aufrüstung "junger und gesunder Hirne" vorstellen kann. (An den 'Chefredakteur' ist die Frage zu richten, ob er sich des Beistands und Rates seines wissenschaftlichen Beirates vergewissert hat; denn dessen Mitglied Singer hat mehrfach öffentlich erklärt, er halte unser Gehirn für optimiert und damit für nicht mehr verbesserbar. Abgesehen von der Frage, welche utopisch leistungsfähigen Apparate Herr Könneker da 'im Auge hat': danach können Manipulationen gesunder Gehirne nur Verschlimmbesserungen sein.) Vielleicht zeigt er aber auch nur journalistischen Eifer und übertreibt im Bann seiner Vorstellung von der Hirnforschung als Jahrhundert- und Leitwissenschaft in seiner Propaganda. Sie ist allerdings reichlich irreführend.

    - Die Bedeutung der "elf bedeutenden Neurobiologen" kann so bedeutend nicht sein und über spezielle oder lokale Bedeutung nicht sonderlich, jedenfalls nicht bedeutend hinausreichen: in dem fast fünfhundert Seiten starken Grundlagenwerk der Neurowissenschaften von Bennett und Hacker werden gerade mal zwei von ihnen erwähnt, der eine als Coautor eines Nobelpreisträgers, der andere, weil die weltbekannten Autoren zu Aussagen von ihm kurz Stellung nehmen - kritisch!
    - In was die Mitglieder dieses Kreises auch noch 'führend' sind oder sein sollen (es müsste sich nach dem erwähnten Beiratsmitglied, der mit gleich mehreren Kollegen dort bemerkenswerterweise auch Mitglied dieses Zirkels ist, eigentlich um 'Gleichgeschaltete' handeln; denn nach ihm legen 'Verschaltungen' uns fest, nicht etwa vernünftig begründete Absprachen, gemeinsame Beschlüsse, freie Vereinbarungen, gezielte Verabredungen oder verschworene Abmachungen): es ist zwar verführerisch zu glauben, aber wohl nicht realistisch anzunehmen, in einem auf die Erforschung neuronaler Prozesse spezialisierten Wissenschaftsbereich könnte man mehr als eben diese Vorgänge klären und manipulieren, jedenfalls soweit man 'wissenschaftlich' bleibt und nicht wissenschaftspolitisch agiert. (In den sachlichen Partien von DAS MANIFEST wird dies an sich auch klar zum Ausdruck gebracht. Etwas sehr anderes ist es, wenn dieser öffentlichen Erklärung, die faktisch einen Zustands- oder Zwischenbericht darstellt, durch einen Titel, der in massiven Grossbuchstaben gesetzt ist und zudem leicht irreführen kann - weil er in der historisch belasteten Bedeutung als Kampf- und Programmschrift einer 'Partei' reichlich ungute Assoziationen verschiedener Art anregt, vor allem, wenn er einem auf dem Cover blutrot entgegendröhnt... - eine in sachlich-wissenschaftlichen Zusammenhängen befremdliche aggressive Konnotation verliehen wird; online wird die Elfergruppe an einer Stelle sogar ganz militärisch als 'Phalanx' bezeichnet! Dabei wird nirgendwo erklärt, zu welchem Anlass und Zweck diese Kundgabe überhaupt verfasst wurde, oder gar, ob eine Notwendigkeit dazu bestand, so dass sich die Frage aufdrängt, was mit dieser eigenartigen Titelgebung einer Deklaration fraglicher Motivation von Seiten der Redaktion - die sie möglicherweise sogar selbst angeregt hat - wiederum 'manifestiert' und demonstriert werden soll bzw. wird: Parteinahme?)
    - Solange Wissenschaftler, wie Bennett und Hacker aufzeigen, glauben und sogar andere glauben machen wollen, alles das, was wir traditionell nun einmal - ob besonders treffend oder nicht - 'geistig' nennen, hätte etwas mit neuronalen Vorgänge im Hirn zu tun, so dass geistreiche Bemerkung oder geistlose Kommentare deswegen geistvoll, uninteressant oder auch falsch sind, weil bei ihrem Aussprechen oder Hinschreiben - man muss schon verblüfft fragen: überraschenderweise? - Gehirnaktivitäten festzustellen sind, und sie deswegen Gehirnphysiologie in Form cerebraler Pseudopsychologie betreiben - und nicht wenige von ihnen Wahrnehmungsforschung sogar mit philosophischer Erkenntnistheorie verwechseln und das sich daraus ergebende 'Bild' von Art und Organisation neuronaler Abläufe in dem Organ, das wir unser Gehirn nennen und 'mit' dem wir denken wie wir 'mit' einer Hand winken, zu einem Menschenbild überhöhen -, drängt sich die Frage auf, wie 'wissenschaftlich' in einem Forschungsbereich gedanklich gearbeitet wird, in dem ein derartiges - geistiges... - Durcheinander herrscht?

    Tatsächlich sieht es vielmehr danach aus, als sollten vor der lautstarken Ausrufung der Hirnforschung zu einer 'Leitwissenschaft' und ihrer Überhöhung zur Jahrhundertwissenschaft im Jahre IV eben dieses Jahrhunderts besonders ihre eifrigsten 'Vertreter' erst einmal die Konsequenzen aus der Feststellung ziehen, die ein anderes Mitglied der Elfergruppe - offenbar in Unkenntnis des Buches von Bennett und Hacker, aber auch anderer einschlägig relevanter Literatur (wie etwa die von Engel und König, die 'seit Ende des 20. Jahrhunderts' vorliegt, psst, real: seit sechs Jahren...und den Untertitel trägt: "Eine kritische Bestandsaufnahme"!) - soeben in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie gemacht hat: "Die Hirnforschung hat, anders als Physik und Chemie, für sich bisher keine grundlegende Methoden- und Begriffskritik durchgeführt."

    Es könnte allerdings auch sein, um selbst ein wenig zu phantasieren, dass die elf (wohin?) führenden Professoren, intelligent, wie sie sind, und zum Teil offensichtlich geschäftstüchtiger als kritisch, sich DAS MANIFEST ausgedacht haben, oh pardon, nein, der eben Zitierte diktiert es in jedes erreichbare Mikrophon: dass ihre Hirne es sind, die es - wie alle gehaltvollen, aber auch unsinnigen Behauptungen... - 'konstruiert' haben und also dann ihre elf Träger dazu gebracht haben es zu 'äußern'.

    Um darüber dann die Gleich(ver)schaltung anderer Gehirne wie solcher von Journalisten zu erreichen, damit diese wiederum Propaganda zur Gleichschaltung weiterer Hirne betreiben - möglicherweise ja ganz simpel zur H e b u n g der imposanten Bedeutung der, wie noch bei aller Politik bisher, auch mit Bild und Personalien groß hervorgehobenen FührerInnen?

    Wer wen hier führt und leitet, das ist hier die Frage - ob in die Irre oder sonst wohin...


    INGO-WOLF KITTEL Facharzt
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  • Keine Abfälle?

    16.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die Fusionstechnologie verspricht mit weniger und vor allem fast keinen so langfristig strahlenden Abfällen/Produkten zu laufen, wenn man die Spalt-AKW dagegen hält. Aber völlig problemlos und abfallfrei ist die auch nicht.
    Es werden durchaus Materialien des Bauwerkes radioaktiv und müssen entsorgt werden. Das Hauptproblem dürfte aber der sichere Einschluß von Tritium werden. Das hat zwar eine kurze Halbwertszeit und ist bald verschwunden, aber es hat eben auch dafür eine hohe Strahlungsintensität zu Beginn und ist bei Unglücken durchaus gefährlich. (Es kann dann auch im Wasser vorkommen und leicht inkorporiert werden.) Der Supergau der klassischen AKW kann nicht vorkommen; ein erheblicher Vorteil der Fusion.
    Die Endlagerproblematik für das eigentliche AKW nach Abbau ist ähnlich der der Spalt-AKW (wegen der kontaminierten Bauteile).
    Das sind alles um Größenordnungen geringere Gefahren als bei den bisherigen AKW, aber keine Gefahren sind es nicht.
  • "Unkraut" auf Grundstücken

    14.10.2004, Günther Thiel
    Ich habe sehr ähnliche Erfahrungen mit einem "wilden" Grundstück und den Nachbar gemacht. In anderen Ländern gibt es Konzepte, um Grundstücke im städtischen Bereich artenreicher zu gestalten. Dazu zählen besonders öffentliche Grundstücke, z.B. Schulgrundstücke. So werden auch die Kinder näher an das Thema herangeführt.
  • Schwieriges Grenzgebiet

    13.10.2004, Rüdiger Biesold
    Das Wünschelrutengehen leidet wie viele andere dieser Erscheinungen natürlich auch unter vielen Trittbrettfahrern. Grundsätzlich ist die Erforschung dieser Grenzgebiete aber davon belastet, daß die Versuchsanordnungen nur wenig mit "natürlichen" Bedingungen zu tun haben; zusätzlich beeinflußt die Versuchsanordnung für sich allein das Testobjekt durch Rückkopplung und damit Werte- und Eigenschaftsveränderung.
    Bei (echten) Wünschelrutengängern scheint es so zu sein, daß die auf äußerst schwache Magnetfeldänderungen reagieren, was aber fließende Objekte voraussetzt; ruhende Objekte sind da viel schwächer oder still.
    Ähnliches gilt für Gedankenübertragung. Auch hier scheinen schwache Magnetfelder als Begleitumstand von "Denken" eine Rolle zu spielen. Die beteiligten Magnetfelder entziehen sich wegen der geringen Feldstärken bzw. ungenügend empfindlicher Meßinstrumente der Meßbarkeit und das zu messende Empfangsinstrument Gehirn wird durch angebrachte Meßtechnik stark beeinflußt.
    Zusätzlich tritt die Schwierigkeit auf, daß der zu prüfende Mensch nicht gleichförmig ist (der ist nun mal keine Maschine mit definierten Eigenschaften); der Empfang ist nicht gleichmäßig empfindlich bzw. nicht immer vorhanden und möglicherweise ist auch eine spezielle soziologisch-psychische Abstimmung nötig.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß da etwas ist - aber nicht immer bewußt wird. Ob das jemals meß- und prüftechnisch nachgewiesen werden kann, steht dahin. Glücklicherweise räumt die Wissenschaft inzwischen auch ein, daß der fehlende Nachweis kein Beweis für die Nichtexistenz solcher Effekte sei.
  • Demontage

    13.10.2004, Rüdiger Biesold
    Nicht mal saufen können die genetischen Halbfrauen besser; oh weia! Wenn die Frauen nach wissenschaftlichen Prognosen auch noch schneller laufen, dann ist es wohl ganz zappenduster mit der "Herrlichkeit".
    Aber auch diese Erkenntnis ist nicht revolutionär neu. Jeder halbwegs gute Beobachter weiß, daß im Durchschnitt (eben nicht im Einzelfall) Frauen kontrollierter bleiben bei Alkoholgenuß (auch!). Mit Sicherheit ist dieser Effekt nicht nur körperlich-genetisch begründbar. Eine ganze Reihe soziologischer Faktoren veranlaßt den durchschnittlichen Mann in unseren immer noch männlich dominierten Gesellschaften zu Gehabe eines Platzhahnes samt der darin innewohnenden chronischen Überschätzung seiner tatsächlichen Fähigkeiten. Aber da der moderne Mann evolutionär später auftauchte als die moderne Frau, bestehen ja noch Chancen, daß wir doch noch was lernen.
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