Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Keine Abfälle?

    16.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die Fusionstechnologie verspricht mit weniger und vor allem fast keinen so langfristig strahlenden Abfällen/Produkten zu laufen, wenn man die Spalt-AKW dagegen hält. Aber völlig problemlos und abfallfrei ist die auch nicht.
    Es werden durchaus Materialien des Bauwerkes radioaktiv und müssen entsorgt werden. Das Hauptproblem dürfte aber der sichere Einschluß von Tritium werden. Das hat zwar eine kurze Halbwertszeit und ist bald verschwunden, aber es hat eben auch dafür eine hohe Strahlungsintensität zu Beginn und ist bei Unglücken durchaus gefährlich. (Es kann dann auch im Wasser vorkommen und leicht inkorporiert werden.) Der Supergau der klassischen AKW kann nicht vorkommen; ein erheblicher Vorteil der Fusion.
    Die Endlagerproblematik für das eigentliche AKW nach Abbau ist ähnlich der der Spalt-AKW (wegen der kontaminierten Bauteile).
    Das sind alles um Größenordnungen geringere Gefahren als bei den bisherigen AKW, aber keine Gefahren sind es nicht.
  • "Unkraut" auf Grundstücken

    14.10.2004, Günther Thiel
    Ich habe sehr ähnliche Erfahrungen mit einem "wilden" Grundstück und den Nachbar gemacht. In anderen Ländern gibt es Konzepte, um Grundstücke im städtischen Bereich artenreicher zu gestalten. Dazu zählen besonders öffentliche Grundstücke, z.B. Schulgrundstücke. So werden auch die Kinder näher an das Thema herangeführt.
  • Schwieriges Grenzgebiet

    13.10.2004, Rüdiger Biesold
    Das Wünschelrutengehen leidet wie viele andere dieser Erscheinungen natürlich auch unter vielen Trittbrettfahrern. Grundsätzlich ist die Erforschung dieser Grenzgebiete aber davon belastet, daß die Versuchsanordnungen nur wenig mit "natürlichen" Bedingungen zu tun haben; zusätzlich beeinflußt die Versuchsanordnung für sich allein das Testobjekt durch Rückkopplung und damit Werte- und Eigenschaftsveränderung.
    Bei (echten) Wünschelrutengängern scheint es so zu sein, daß die auf äußerst schwache Magnetfeldänderungen reagieren, was aber fließende Objekte voraussetzt; ruhende Objekte sind da viel schwächer oder still.
    Ähnliches gilt für Gedankenübertragung. Auch hier scheinen schwache Magnetfelder als Begleitumstand von "Denken" eine Rolle zu spielen. Die beteiligten Magnetfelder entziehen sich wegen der geringen Feldstärken bzw. ungenügend empfindlicher Meßinstrumente der Meßbarkeit und das zu messende Empfangsinstrument Gehirn wird durch angebrachte Meßtechnik stark beeinflußt.
    Zusätzlich tritt die Schwierigkeit auf, daß der zu prüfende Mensch nicht gleichförmig ist (der ist nun mal keine Maschine mit definierten Eigenschaften); der Empfang ist nicht gleichmäßig empfindlich bzw. nicht immer vorhanden und möglicherweise ist auch eine spezielle soziologisch-psychische Abstimmung nötig.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß da etwas ist - aber nicht immer bewußt wird. Ob das jemals meß- und prüftechnisch nachgewiesen werden kann, steht dahin. Glücklicherweise räumt die Wissenschaft inzwischen auch ein, daß der fehlende Nachweis kein Beweis für die Nichtexistenz solcher Effekte sei.
  • Demontage

    13.10.2004, Rüdiger Biesold
    Nicht mal saufen können die genetischen Halbfrauen besser; oh weia! Wenn die Frauen nach wissenschaftlichen Prognosen auch noch schneller laufen, dann ist es wohl ganz zappenduster mit der "Herrlichkeit".
    Aber auch diese Erkenntnis ist nicht revolutionär neu. Jeder halbwegs gute Beobachter weiß, daß im Durchschnitt (eben nicht im Einzelfall) Frauen kontrollierter bleiben bei Alkoholgenuß (auch!). Mit Sicherheit ist dieser Effekt nicht nur körperlich-genetisch begründbar. Eine ganze Reihe soziologischer Faktoren veranlaßt den durchschnittlichen Mann in unseren immer noch männlich dominierten Gesellschaften zu Gehabe eines Platzhahnes samt der darin innewohnenden chronischen Überschätzung seiner tatsächlichen Fähigkeiten. Aber da der moderne Mann evolutionär später auftauchte als die moderne Frau, bestehen ja noch Chancen, daß wir doch noch was lernen.
  • Vielfaltsergänzung

    12.10.2004, Rüdiger Biesold
    Wenn wir dazu noch (zumindest in den Industrieländern) entsprechende Behandlung von Kleingärten und Hausgrundstücken bekämen, wäre das doch ein weiterer nicht zu unterschätzender Fortschritt. Klein-Wimbledon mit Rasen muß wirklich nicht sein.
    Ich wurde persönlich Anfang der 70er-Jahre von Nachbarn "besseren Standes" gefragt, ob mir denn etwa das stark verunkrautete Grundstück (100qm freie Fläche) gehöre; von denselben Leuten wurde ich einige Jahre später beglückwünscht zur frühen Einrichtung einer ökologischen Nische.
    Immerhin sind da in 20 Jahren über 150 Jungvögel mehrerer Arten erfolgreich ausgeflogen und mein Grundstück war bunt von Wildblumen, Schmetterlingen, Wildbienen und sonst noch einiger Natur; außer einigen Rückschnitt-Eingriffen war es auch wenig arbeitsintensiv.
  • Uhr????

    12.10.2004, Rüdiger Biesold
    Die Ausdrücke Uhr und kalibrieren setzen eine Exaktheit voraus, die schlicht nicht gegeben ist. Allenfalls läßt die Genomanalyse eine gute Feststellung von Verwandtschaften zu (wegen Konvergenzen aber auch nicht immer zuverlässig). Aber der Gang der Evolution ist nicht Uhr-ähnlich, er ist holperig und zufällig. Evolution ist nun einmal nicht gezielt, eher ist eine Erbänderung letal oder jedenfalls nicht von entscheidendem Vorteil; selbst wenn man alle diese Fehlschläge kennte, gäbe es keinen regelmäßigen Gang.
    Neben der Zufälligkeit wann sich wo was ändert und dann durchsetzt, gibt es auch noch äußere Einflüsse mit möglicherweise induktiver Wirkung auf die Zusammensetzung des Genoms, wie z.B. Strahlen, Temperatur, Zusammensetzung des umgebenden Raumes (Wasser oder Luft); auch diese sind im Laufe der Erdgeschichte alles andere als konstant. Diese Voraussetzungen lassen grobe Abschätzungen von zeitlichen Abläufen zu, mehr nicht.
    Es scheint immer noch so zu sein, daß ein Teil der Biologen-Zunft unter der im Vergleich zur Physik und Mathematik mangelnden Exaktheit ihrer Wissenschaft leidet, das wird durch solche verkrampfte Zwangs-Jacke für Evolutionsabläufe nicht besser. (Evolution ist auch nicht "beweisbarer" mit exaktem kalibriertem Uhr-Lauf; diese Versuche dienen wegen der widerlegbaren Abläufe eher Gegnern.) Biologie und Genomforschung sind wegen dieses "Defizites" auch nicht weniger wert. Schließlich haben die Physiker auch ihre Unschärferelation und Mathematiker Stufen in der Unendlichkeit und irrationale Zahlen, bei den Geologen läßt die Voraussagegenauigkeit von Erdbeben und Vulkanausbrüchen noch mehr zu wünschen übrig als Wetterprognosen von Meteorologen usw. usf.; die alle tun an manchen Stellen nur so exakt.
  • zusätzliche Begründung bekannter Umstände

    09.10.2004, Rüdiger Biesold
    Bei dieser wie auch bei anderen Katastrophen der Lebensgeschichte auf unserem Planeten ist der Verlauf von verblüffender strategischer Einheitlichkeit. Es beginnt bei Meeresorganismen (besonders Diatomeen und Radiolarien haben da "Bibliotheken" hinterlassen) zunächst schleichend mit zunehmendem Tempo, kulminiert in einer erdgeschichtlich kurzen Zeit und fällt dann steil ab. Zeitlich versetzt hierzu ist das bei Pflanzen und erneut zeitlich versetzt bei Land-Tieren zu beobachten.
    Es ist sehr wenig wahrscheinlich, daß die Ursachen monokausal erklärbar sind. Dennoch spricht vieles dafür, daß die Hauptursache in der Tektonik und Krustenbewegung unseres Planeten liegen. Dadurch werden Klimate großräumig beeinflußt und wenn Platten auseinanderdriften oder zusammenstossen gibt es zunächst kleine sich verstärkende Effekte auf Meeresströmungen und Atmosphäre bis eben ein Durchgang richtig aufgeht oder verschlossen wird und dadurch "der Hauptschalter umkippt". Durch solche Vorgänge werden auch Vulkanausbrüche induziert, die dann ihrerseits wieder Auswirkungen haben und beschleunigend tödlich wirken können. Sonnenaktivitäten und andere extraterrestrische Ursachen mögen in manchen Fällen auch noch verstärkend (oder abmildernd?) einen Anteil haben. Es muß noch viel Forschung zur Aufklärung der Abläufe getrieben werden, das sollte möglichst nicht mit vorgefaßter Meinung über die Ursache geschehen und gilt auch für die vorgestellte Meinung.
  • es "menschelt" ein wenig zu viel

    09.10.2004, Rüdiger Biesold
    Biowaffen sind nicht nur Waffen von Terroristen oder ruchloser Regime; Rheinland-Pfalz war (ist?) mit Bio- und Chemie-Waffen US-amerikanischer Herstellung vollgestopft. Bei aller möglichen Kritik an den USA, in diese Kategorie gehören die nun nicht. Vielmehr ist es wohl so, daß auch bei vielen als "normal zivilisiert" angesehenen Ländern solches verbreitet ist (und die auch kein Problem mit Handel und Export solcher Scheußlichkeiten zu haben scheinen; nur hinterher wenn es bei den "Falschen" ankommt).
    Aber ausschließlich der Mensch entwickelt solche Dinge bewußt, in der Natur entsteht solches durch mehr oder weniger zufällige Ko-Evolution und setzt sich wegen der damit verbundenen Vorteile durch. Sollte es bei dem fraglichen Organismus kein Virus sein sondern ein ehemals selbständiger, dann degenerierter und an spezielle Bedingungen angepaßte Existenz in obligatorischem Parsitismus, dann wäre das nicht der erste Fall in der Geschichte des Lebens auf der Erde. Vieles spricht dafür, daß Eukaryoten ihre Existenz solchen Mechanismen verdanken (Integration ehemals selbständiger Vorläufer von Mitochondrien und Chloroplasten z.B.). Möglicherweise entstammen Viren ganz oder teilweise solchen Vorgängen; deren Ursprung und Entwicklung ist ebenso unverstanden wie deren Zuordnung zum Lebensbereich oder auch nicht; es gibt nur eine Unzahl von Hypothesen.
    Schließlich sind dem Menschen viele solcher Beziehungen völlig unbekannt, wir kennen wohl nicht einmal die Mehrheit von Makroexistenzen, wie sollen wir dann die davon abhängigen Mikroexistenzen kennen? Der von der Schlupfwespe abhängige Organismus muß zudem in dieser Form relativ jung sein; Hautflügler und Schmetterlinge sind mit die jüngsten Insektengruppen. Die Ko-Evolution des Parasiten hatte also vergleichsweise wenig Zeit zur Entwicklung; dies hinwiederum könnte eine Erklärung für seine Größe und Andersartigkeit sein, auch die Entfernung "überflüssiger" Teile braucht evolutionär seine Zeit.
    Perfide ist dennoch nur der Mensch, er entwickelt bewußt, rücksichtslos und gewinnsüchtig. Man sollte solche Eigenschaften nicht auf viel harmlosere Tiere übertragen.
  • Kauen wurde nicht nur von Säugern erfunden

    08.10.2004, Rüdiger Biesold
    Wie ein Säugetier kann T-rex kaum gekaut haben, er hatte kein sekundäres Kiefergelenk.
    Allerdings haben zumindest einige Ornithischier die Schrägstellung von Zähnen entwickelt, die ebenfalls einen Reibevorgang ermöglicht. Diese Technik ist wesentlich effektiver als das reine einfache Zerdrücken oder nur Schlingen, aber mit dem mahlenden Kauvorgang der meisten Säuger nicht vergleichbar.
    Evolution kommt öfter auf unterschiedlichen Wegen zu ähnlichen Ergebnissen aber nur ganz selten zu wirklich gleichen.
  • vermutlich Ko-Evolution

    08.10.2004, Rüdiger Biesold
    Bei dem beschriebenen Verhalten liegt eine genetische Ko-Evolution der beiden Geschlechter nahe.
    Da Paare fester zusammenhalten, wenn sie zeitgleich eintreffen, ergibt sich zwangsläufig ein Selektionsvorteil für ein entsprechendes Gen. Andere Erklärungen für das Verhalten dieser Art sind jedenfalls viel umständlicher, aber natürlich nicht auszuschließen; manchmal macht eben Natur gerade nicht das aus menschlicher Sicht Einfache.
  • Sachlich ist schon mal besser!

    02.10.2004, Rüdiger Biesold
    Aber das sollte dann nicht nur in der Überschrift stehen. Weizen ist eben nicht nur Selbstbefruchter (sonst ließe sich dessen Zusammensetzung nicht herleiten und fast alle mehr oder weniger starken Selbstbefruchter haben auch Fremdbestäubung). Das Problem besteht natürlich nicht, wenn immer nur in günstigsten Varianten gedacht wird und nur günstige Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Befürworter der Gentechnik verhalten sich in diesem Punkt ebenso wie Pharmaziefirmen, die auch nur die günstigen Ergebnisse veröffentlichen; kein Wunder, daß dieses Verhalten Mißtrauen erzeugt.
    Grenzen sind sehr wohl von Menschen erdacht. Da gibt es z.B. Feldgrenzen und Staatsgrenzen usw. usf. und weder Biene noch Wind hält sich an so etwas. Was soll der Einwand, die Mutationsrate sei nicht anders wegen eines Transgens? Das ist genau so eine triefende Totschlagshaltung mit pseudowissenschaftlicher Verbrämung. Ich hatte auch nicht behauptet, daß die Mutationsrate eine andere sei. Aber es geht eben genau um dieses eine oder auch mehrere eingeschleuste Gene. Die unterliegen auch der Mutation. Da sie in eine fremde Umgebung verpflanzt wurden, könnte der Mutationsdruck darauf durchaus höher sein.
    Das Leben insgesamt ist sozusagen ein Risiko. Nur ist das absolut kein Grund für zusätzliche vermeidbare Risiken; die müssen sachlich bewertet und eben nicht nur ignoriert werden.
    Der gesetzliche Grenzwert ist nicht haltbar, auf EU-Ebene wird das immerhin diskutiert. Eine gentechnisch veränderte Pflanze mit zumindest zunächst besseren Durchsetzungseigenschaften und gepflegt vom Menschen wird sich verbreiten (Das Kaninchen, Kartoffelkäfer und Springkraut das auch ohne Gentechnik aber mit menschlicher Hilfe geschafft haben ist kein Argument für die Gentechnik, nur ein Hinweis auf die Gefährlichkeit unseres Tuns!), in der Folge müssen die Grenzwerte nach oben gesetzt werden, es wird nichts besseres mehr geben. Auch da hat der Gesetzgeber auf vielen Ebenen bereits genügend viele Beispiele geliefert.
    Und ich sage nochmals, das alles muß nicht gegen Gentechnik sprechen; aber eine sachliche Gefahrenabwägung unter Berücksichtigung der negativen Aspekte ist dringend geboten. Schönredner mit wissenschaftlicher Hochnäsigkeitsattitüde (das auszuführen würde hier auch zu weit führen) brauchen wir nicht nur bei der Gentechnik nicht.
  • Zweifel ja; aber neu?

    02.10.2004, Rüdiger Biesold
    Mit den Klimamodellen ist das wie mit anderen Gebieten. Die Befürworter von immer mehr Industrialisierung und ungezügelter Menschenausbreitung bewerten nicht humane Faktoren (auch noch unter Titel "Natürlich") einfach höher und erniedrigen so den anthropogenen Faktor. Natürlich gibt es auch das Gegenmodell, wo genau entgegengesetzt verfahren wird. Da Klimamodelle kompliziert vielschichtig und schon deshalb nicht sehr zuverlässig sind (siehe Wetterprognosen), ist die Bewertung auch schwierig. Man muß schon wissen, welcher Schule und welchem Gehaltssystem die Ersteller angehören.
    Sachliche vorurteilsfreie Bewertung ist anscheinend nicht gefragt, wird deshalb nicht bezahlt und ist deshalb selten.
    Den (möglichen!) Schaden aus diesem Verhalten bezahlen auch hier spätere Generationen. (Wie war das mit der Osterinsel?)
  • Sachlich bleiben!

    01.10.2004, Dr. Bernhard Saal
    Herrn Biesolds angeführte "Fakten" sind falsch! Das ist ganz einfach zu widerlegen (anscheinend kennt er nicht den Unterschied zwischen Roggen und Weizen): Weizen ist kleistogam (d.h. die Befruchtung findet innerhalb der Blüte statt) und deshalb Selbstbefruchter. Das heisst, es kommt nur in seltensten Fällen zur Fremdbefruchtung, und wie alle bisherigen Studien belegen, ist in 100m Entfernung kaum noch Auskreuzung nachweisbar. Ganz im Gegensatz zu Roggen: Der ist Fremdbefruchter, weil er genetisch selbstinkompatibel ist (Erklärung würde an dieser Stelle zu lange dauern). Für Roggenpollen sind weite (mehrere Kilometer) Transportstrecken nachgewiesen.
    Diese beiden Beispiele zeigen also, dass man nicht alle Kulturpflanzen über einen Kamm scheren darf. Das Risiko für das "Wahrscheinlichkeitsereignis" Auskreuzung viel niedriger einzuschätzen. Und für alle anderen potenziellen Gefahrenquellen muss dieses Risiko ebenfalls spezifisch quantifiziert werden. Hier bin ich mit Herrn Biesold durchaus einer Meinung: das Risiko darf nicht verharmlost werden. In anderen Punkten muss ich ihm aber widersprechen: 1. Die Grenzen sind nicht vom Menschen "erdacht". Diese werden gemessen, um zu einer Gefahrenabschätzung zu kommen. 2. Die Mutationsrate einer GVO-Sorte ist nicht anders, nur weil sie neben 25000 "normalen" Genen zusätzlich noch 1(!) Transgen trägt.
    Ein Null-Risiko, wie es Herr Biesold anscheinend haben will, gibt es übrigens nicht (wie in vielen Bereichen des menschlichen Lebens). Wichtig ist für den Verbraucher, dass der gesetzlich festgeschriebene Grenzwert von 0,9% unterschritten wird.
  • Kursänderung

    01.10.2004, Karl Bednarik

    Hallo an alle,

    wenn Toutatis in der vierfachen Erde-Mond-Entfernung an der Erde vorbei gekommen ist, dann hat er ungefähr ein sechzehntel jener Gravitationsbeschleunigung abbekommen, wie der Mond.

    Das sollte eigentlich eine deutliche Änderung seiner Flugbahn bewirkt haben.

    Nach dem Toutatis alle vier Jahre an der Erde vorbei kommt, wobei sich seine Flugbahn immer wieder ändert, wäre es doch denkbar, daß er die Erde vielleicht irgendwann doch noch trifft.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Karl Bednarik.

    P. S. :
    Flieg zu den Planetoiden, bevor die Planetoiden zu Dir fliegen.

  • Was ist "jung"?

    30.09.2004, Rüdiger Biesold
    Das mathematische Modell hat ein paar Aussageprobleme. Es kann kaum sein, daß der gemeinsame Vorfahr der Menschen zu einer Zeit auftrat, als entferntere Gebiete wie z.B. beide Amerika und Australien bereits durch moderne Menschen besiedelt waren. Bisher spricht nichts dafür, daß diese Besiedlungen durch andere Menschentypen geschahen, die dann hätten aussterben und durch modernere Typen ersetzt werden müssen.
    Wenn man Bryan Sykes (Die 7 Töchter Evas) folgt, liegt die gemeinsame Uroma für außerhalb Afrika bei um 250.000 Jahre, der Uropa ist etwas jünger; daß ist beim Alter des Lebens auf diesem Planeten auch noch ziemlich jung. Die Ur-Australier wurden dort nicht untersucht, aber vermutlich differieren die im Alter nicht wesentlich. Bei der afrikanischen Bevölkerung incl. der Koi-San und Nama ohne die Völker nördlich der Sahel-Zone liegen die Verhältnisse komplizierter, deren Gen-Pool ist wesentlich breiter gestreut als der der anderen rezenten menschlichen Bevölkerung. Es scheinen auf mehreren Stufen der Entwicklung von homo jeweils nur Kleingruppen ihr Ursprungsgebiet verlassen zu haben, von denen ist genetisch nur die letzte Gruppe erhalten geblieben mit geringer Durchmischungsrate der jeweiligen Zweige von Abstammungslinien.
    Bei aller Problematik der Bestimmung der Ganggeschwindigkeit genetischer Uhren, die Fristen bei Sykes sind zumindest logischer als die Ergebnisse des mathematischen Modells.
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