Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Was sagt mir dieser Artikel?

    16.04.2015, Schmieso
    Der Titel suggeriert eine Abhängigkeit zwischen Tierfleisch und aggressiven Bakterienstämmen. Diese "These" wird im Text widerlegt und ganz klar verneint! Sogar der Grund (Antibiotikagabe) wird offen und belegt genannt. Ich habe "Die Zeit" als eine seriöse Zeitung in Erinnerung und nicht als Sensationsblatt mit aktuellen Fehlinformationen, damit Leser aufmerksam werden. Gerade solche Themen sollten Ernst recherchiert und an den Leser weitergegeben werden. Der Artikel ist doch informativ und interessant geschrieben! Warum so einen Sensationstitel?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Pierenkämper,

    der Titel suggeriert nichts: Es entspricht den Tatsachen, dass sich ein "Problemkeim" entwickelt. Sie beziehen sich also wohl auf den Vorspann. Die Forschung selbst stellt sich in Teilen die Frage, ob man sich über den Verzehr von Fleisch mit Clostridien anstecken kann, was Studien aus Nordamerika andeuten (Passage unterhalb des Darmbildes) - es handelt sich also mitnichten um eine Fehlinformation, sondern um eine berechtigte Frage - die von unterschiedlichen Experten unterschiedlich beantwortet wird. Die Antibiotikagabe fördert die Entwicklung dieser aggressiven Bakterienstämme, erklärt aber noch nicht, wie sie auf Menschen übertragen werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Dunkle Materie vs. Theorie eines gefalteten Universums

    16.04.2015, Wolfgang Macherey
    Mir als Laie erschliesst sich in der Diskussion um die dunkle Materie nicht, warum alternativen Erklaerungsversuchen wenig Platz eingeraeumt wird. So erscheint mir beispielsweise die Theorie eines gefalteten Universums wesentlich plausibler: Gemaess dieser Theorie kann man sich das Universum wie ein gefaltetes Blatt Papier vorstellen, bei dem sich Licht nur auf der Oberflaeche bewegen kann, waehrend massereiche Objekte gravitativ durch die Oberflaeche des Papiers hindurch miteinander wechselwirken koennen. Eine solche Wechselwirkung wuerde bereits beobachtbar sein lange bevor das Licht des einen massereichen Objektes das andere massereiche Objekt (oder einen Beobachter) erreicht hat. Diese Idee wurde auch in http://pulsar.sternwarte.uni-erlangen.de/wilms/teach/cosmosemi/eibofner1.pdf geauessert und ist somit durchaus bekannt.

    In diesem Zusammenhang wuerde mich daher interessieren, welche Daten und Erkenntnisse dazu gefuehrt haben, dass Kosmologen dunkle Materie bislang als die wahrscheinlichere Erklaerung postulieren. Oder ist damit zu rechnen, dass sich dunkle Materie als der "Aether der Kosmologie" herausstellen koennte?
  • Ohne Zeitfortschritt keine Energie

    15.04.2015, Günter von Quast
    Der Autor Lee Smolin hat Recht, die Zeit sollte man nicht verbiegen oder sogar in der Singularität verschwinden lassen. Albert Einstein wird leider von den Kosmologen falsch interpretiert. Seine Raumzeit ist nichts anderes als ein mathematischer Trick, um eine Dimension im Raum, einen Weg durch die Zeit zu ersetzen. Das rechnet sich leichter, denn Weg ist ja Geschwindigkeit mal Zeit und als Geschwindigkeit wird die Lichtgeschwindigkeit gesetzt. Somit erscheint in den Formeln nur noch c*t also der krumme Weg ist weg! Jetzt ist dafür die Zeit krumm bis zur Singularität. Nach der Energiefeld-Theorie kommt die Zeit aus der Unendlichkeit und schreitet hin in die Unendlichkeit und geht linear voran. Ohne fortschreitende Zeit keine Energie und somit kein Universum, das im Prinzip nur aus Energie besteht! Quelle: Die Energiefeld-Theorie und die Nukleonen-Theorie.
    Günter von Quast
  • Alter der Steinwerkzeuge oder Alter der Steine?

    15.04.2015, Pete321
    "Datiert wurden die Funde mit Hilfe von Magnetostratigraphie. Eine paläomagnetischen Messung erlaubte dabei eine zeitliche Zuordnung in der Abfolgen der häufigen Wechseln der Polarität des Erdmagnetfelds."

    Was wird mit dieser Magnetostratigraphie eigentlich datiert? Das Alter der Steine oder wann sie vermutlich bearbeitet wurden? Wie ist es möglich, einen Bearbeitungszeitpunkt bei Steinen zu messen?
    Antwort der Redaktion:

    Liebe(r) Leser(in), datiert werden in diesem Fall die Sedimente, in denen die Steine eingebettet waren. Das Gestein, aus dem sie bestehen, ist möglicherweise viel älter.

    Beste Grüße, jd/Red

  • Und nochmal Kinn!

    15.04.2015, Ulrich Heemann
    Ich stimme grundsätzlich der allgemeinen Vermutung auf Basis von Kopf-Formänderungen zu. Letztlich müsste aber zur Verifikation noch geklärt werden, warum das Kinn an dieser Tendenz nicht teilhaben konnte.
    Waren das genetische Grenzen? Das ist nicht unmöglich, wäre aber doch erstaunlich und nachzuweisen.
    Oder führen relative Veränderungen zu dem vermuteten harmloseren Eindruck. Dann sollten die Kinder (aller höheren Tiere) diese relative Formänderung auch schon in früheren Zeiten aus Gründen des notwendigen Selbstschutzes doch schon vorweggenommen haben. Auch diese Argumentation erscheint mir somit nicht stichhaltig und zumindest überprüfenswert.
    Aber ich wundere mich, dass der folgende Satz: "Versuchspersonen, die die stärkste Belastung im Kieferbereich zeigten, hatten sogar tendenziell das kleinste Kinn." offensichtlich vom Autor und auch obigen Lesern nicht logisch richtig erfasst wird. Wenn ein kleines Kinn tendenziell mit größerer Belastung verbunden ist, sollte doch diese Belastung auch evtl. zu evolutionärem Nachteil gereichen. Menschen mit größerem Kinn wären also belastbarer und könnten zur Not vielleicht auch mal besonders harte Kost verarbeiten. Ein Überlebensvorteil!
    Die Frage ist hier, ob dieser Vorteil wirklich so stark ist, dass er sich in wenigen Jahrzehntausenden auswirkt. Das vermag ich nicht abzuschätzen, aber vielleicht die Autoren.
    Nur, warum trifft das nicht auch auf andere Menschenarten (z.B. den berühmten "Nussknacker") zu? Gibt es vielleicht einen Schwellwert für die Größe des Kinns, ab dem es sich überhaupt erst hilfreich bemerkbar macht, so dass es lediglich ein genetischer Zufall war, der das Kinn entstehen und resistent werden ließ?
  • Es hat zu allen Zeiten

    15.04.2015, NiLaterne
    philosophische Ansätze zum Verstehen der Welt gegeben. Vor wieviel tausend Jahren entdeckten Philosophen das Atom und sprachen über dessen Teilbarkeit obwohl sie es nicht einmal ahnen konnten,dass es mal nachgewiesen werden könnte und sogar eine Waffe werden würde?
    Es IST wissenschaftlich, ob durch Philosophen, Physiker oder Mathematiker (und Innen) darüber zu forschen, WAS es denn ist, das unsere Welt zusammen hält, WAS es ist und WO es ist, das Auseinanderdriften in etwas oder an etwas...
    Keine Idee,vielleicht nicht einmal die verworfenen darf nicht Nichtmehr beachtet werden.
    Das Atom haben wir inzwischen schon auf Bildern festgehalten....
  • Wann kapiert der Homo Sapiens endlich

    15.04.2015, Ni Laterne
    Er ist nicht der Einzige auf der Welt,der Werkzeuge herstellen kann. Chimpansen,Bonobos Orangh Uthans, Elstern, Raben, Tintenfische...sie alle stellen Werkzeuge her und noch mehr aus der tierischen Welt.
    Wer also,außer den uns bekannten Vorfahren bereits Werkzeuge herstellen konnte,braucht uns nicht zu wundern. Es sollte uns in Staunen versetzen, wie lange Homo oder Nicht-Homo das bereits konnte. Hier im Artikel hieß es ja wenigstens mal nicht primitives Werkzeug. Denn damals war es nicht primitiv, auch ist das Werkzeug eines (zBs)Oranghs nicht primitiv. Ich erhoffe mir, dass dieses Wort endlich nicht so aus dem englischen übernommen wird, sondern korrekter weise mit "einfach" übersetzt würde.
  • Knochenwachstum

    15.04.2015, O.M.
    Ja aber warum wird dann das Kinn bei Viel-Käuern kleiner? Das wiederspricht Ihrer Aussage!
    Offensichtlich ist das Kinn bei der Kaubelastung nur sekundär von Bedeutung...
    Antwort der Redaktion:

    Ja, ich denke, das wollten die Forscher mit ihrer Studie zeigen: Das Kinn entwickelte sich nicht in Reaktion auf besondere Kräfte, sondern entstand als Nebenprodukt von Umformungsprozessen.

  • Kinnwachstum

    15.04.2015, O. Meckes
    Ähm. Der Wissenschaftler hat selbst erklärt warum sich unser Kinn ausbildet:

    "Versuchspersonen, die die stärkste Belastung im Kieferbereich zeigten, hatten sogar tendenziell das kleinste Kinn."
    Seit sich homo sapiens domestiziert hat, muss er nicht mehr so viel kauen. Vielkäuer: Kleines Kinn, Gar-Essen- Käuer: Grosses Kinn wegen Nicht-belastung. Oder?
    Ich bin kein Anthropologe, versuche nur zu denken....

    An die Red: Überlegen Sie sich das mit den Freischaltungen der Leserbriefe mal. Wäre einfacher, der Text wurde gleich eingestellt! Dann wird hier vielleicht auch mal ein bisschen diskutiert!
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Meckes,

    danke für Ihre Zuschrift. Ihren Einwand halte ich aber für nicht berechtigt. Knochen wächst normalerweise, um einer Belastung zu begegnen - das heißt, an den Stellen, an denen höhere Kräfte auftreten, wird Material angelagert. Nach Ihrer Logik müsste man auch erwarten, dass Menschen ein knöchernes Horn auf der Stirn tragen, da dort ja ebenfalls eine "Horn-Nicht-Belastung" auftritt.

    Mit besten Grüßen, jd/Red

  • *seufz*

    15.04.2015, Ralf
    "Zuerst einmal schmeiße nicht nicht ich die synthetischen Cannabinoide mit klassischem Rauchkraut zusammen. Sie tauchen in meinem Artikel nicht auf."

    Doch, ganz genau das haben sie getan, nur eben unwissentlich. Zitat: "In den letzten fünf bis zehn Jahren haben schwere psychische Probleme und Sucht sehr stark zugenommen". Und genau in den dieser Aussage zugrunde liegende Zahlen tauchen RC auf, denn diese beinhalten eine unbekannte, weil nicht aufgeschlüsselte, Anzahl von Konsumenten von RC.

    Zum EMCDDA Bericht hinsichtlich der Verbreitung: Zunächst gibt er mir hinsichtlich der Relevanz ja gleich im ersten Satz recht: "Synthetic cannabinoids represent the largest group of compounds currently monitored in Europe by the EU Early warning system on new psychoactive substances." Dann umfasst er natürlich nur diejenigen Konsumenten, welche wissentlich RC konsumiert haben. Zunehmend ist minderwertiges (= von sich aus wenig potentes) Marijuana aus Süd-Osteuropan auf dem Markt, welches sich mittels ein paar Gramm pro Kg günstig eingekaufter RC in "Super Skunk" verwandelt und damit im Wert verdoppelt.

    Und selbst von diesen Zahlen ausgehend, sind es ja wohl immer noch unstrittig eine ganze Menge Leute, die dann RC konsumieren. Es gibt wie gesagt Gründe für die Annahme, dass sie sich gehäuft in Gruppen mit ohnehin riskantem Konsumverhalten finden. Diese Substanzen haben unbestritten im Vergleich zu natürlichem Cannabis schwer vorhersagbare und potenziell sehr bedenkliche Wirkungen auf die Psyche selbst gesunder Konsumenten. Das sollte Sie, meine ich, um einiges mehr zum Nachdenken darüber bringen, was nun wirklich den Anstieg der Fallzahlen verursacht hat.
  • Gut noch zu erwähnen

    14.04.2015, Flo
    Eine Studie aus dem Januar 2015 konnte geschrumpfte Hirnstrukturen bei täglichen Konsumenten von Cannabis (Jugendliche und Erwachsene) in früheren Studienergebnissen nicht nachvollziehen, wenn die Gruppe der Cannabiskonsumenten, die auch Alkohol konsumierten berücksichtigt wurde. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25632127

    Im letzten Absatz scheint kurz der Ideologienkampf auf, den man vielleicht etwas herunter brechen sollte.

    Cannabis hat eine Vielzahl von potentiell positiven Wirkmechanismen für Patienten. Dazu gehören nicht nur symptomreduzierende sondern auch zum Teil stressreduzierende Wirkungen.
    Der Alltag von Patienten, die am deutlichsten von Cannabis profitieren ist von ihrer Erkrankung bestimmt; auch eine kurze Phase von (beispielsweise) Schmerzfreiheit wird die Psyche nicht von der Belastung befreien, mit der Krankheit leben zu müssen. Je nach Krankheitsbild kann Stress neue Krankheitsschübe auslösen. Wenn so ein Patient nun in so einer schmerzfreien Phase zur Entspannung Cannabis konsumiert, kann sich das psoitiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Somit ist die "Grenze" für einige Patienten mit ernsten Erkrankungen eben tatsächlich "fließend" was den Gebrauch als symptomreduzierende Medizin und entspannungsfördernde Droge betrifft.

    Wenn man ausschließlich den Missbrauch im Blick hat: bei klassischen Schmerzmitteln wird der in Kauf genommen, und Cannabis ist vergleichsweise nicht als besonders gefährlich einzustufen. Warum also ist es für Schmerzpatienten einfacher an Opiate zu gelangen und diese von den Kassen erstattet zu bekommen?

    Es ist wohl eher so dass die kategorische Illegalität von Cannabis wissenschaftliche Forschungsarbeit weltweit erschwert und die Strafverfolgung neben den Gesunden vor allem diejenigen Menschen schwer trifft, deren Gesundheit wirklich davon profitiert.

    Gerade in Deutschland hat der Staat es dieser Patientengruppe immer schwer gemacht und versucht es heute noch. Erst Gerichtsurteile und Initiativen aus der "Legalisierungsbewegung" haben die Lage für manche Patienten verbessert, wobei sehr davon auszugehen ist, dass noch vielen mehr geholfen werden müsste.
  • Zielführender...???

    14.04.2015, H. Müller
    Zitat:"Weniger Provokation und mehr Realismus für das Machbare anstelle von utopischen Forderungen von wohlhabenden Minderheiten in unserer Gesellschaft halte ich für zielführender."

    Wo ist in Ihren Ausführungen ein Hinweis auf irgendein Ziel? Sie akzeptieren die Dinge so, wie sie sind und genauso, wie sich entwickelten...

    Ihr Einwand, nicht der Landwirt sei es, der die Flächen verkauft, mag ja richtig sein, aber von irgendeinem Landwirt, mtw. pleitegegangen, hat ja der Verpächter diese Flächen. Mag sein, das damit die Landwirte anders als ich es darstellte, raus sind aus der Verantwortung. Sie haben gewonnen.
    Ersatzmaßnahmen: Ja, müssen gemacht werden. Frage ist der ökologische Wert, hier in dem Zusammenhang mit Bestäuberinsekten. Bei mir hier wurden i. A. als Ersatzmaßnahmen Aufforstungen in Ungunstlagen getätigt, mag o.k. sein, fürs Thema Bestäuberinsekten ist es nicht besonders relevant. "An die Natur zurückgegeben" würde ich anders definieren als eine (weitere) Forstplantage, auch wenn sie nicht mehr monokulturell angelegt ist.

    Zitat:"Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt in Deutschland durch das Bundesamt für Verbraucherschutz u. Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Entscheidung zur Zulassung erfolgt nach eigenen Untersuchungen und nicht nach Untersuchungen durch die Pflanzenschutzmittelhersteller, und nur dann, wenn Pflanzenschutzmittel toxikologisch und gesundheitlich unbedenklich für Flora und Fauna sind. ....Übrigens, zuständig für die Bewertung von Pflanzenschutzmittel ist nicht das BVL sondern das Julius Kühn Institut (JKI). Herr Dr. Heimbach..."

    Wie hat man (BVL) die Gruppe der Neonikotinoide untersucht und bewertet?
    Wie ist der derzeitige Erkenntnisstand, auch abseits von BVL und JKI?
    Danke trotzdem für den Link am Ende.

    Auf der Seite des BVL übrigens finden Sie eine neue kurze Ausführung über die Risikobewertung von Pflanzenschutzmittel- Tankmischungen, bzw. darüber wie man gedenkt, irgendwann diese Risiken zu bewerten...

    Sie scheinen zu wissen, wie ich mir Landwirtschaft vorstelle... Ich komme quasi aus dieser und sehe zusätzlich das wirtschaftliche Dilemma von 30/40 ha- Betrieben in einer Gegend, wo die Bodenwertzahlen selbst auf günstigen Flächen kaum die 30 überschreiten. Romantik oder so hat da bei objektiver Betrachtung keinen Platz.

    Aber wenn Sie einen Brunnen hätten wie ich, der Wasser mit 110 mg/l Nitrat liefert und Sie wissen, dass es Anfang der neunziger 35 mg/l waren, dann muss man ganz einfach auf *dumme Gedanken* kommen...

    Wenn wirklich *ökonomische Prinzipien* auch in der Landwirtschaft gelten würden, würde hier in meiner Gegend der Ackerbau sehr viel weniger sein (in den letzten 10 Jahren ausschließlich W-Gerste, Triticale, Mais und Raps, ab und an Weissklee für die Stickstoffbindung, der dann lustigerweise mit Glyphosat abgetötet und eingegrubbert wird) und sich eine eher extensive Tierhaltung empfehlen.
    Warum also wirtschaftet man in quasi Ungunstlagen intensivst, wie ich es mir eigentlich nie vorstellen konnte? Die Subventioniererei in allen Ausprägungen bis hin zu *NAWARO*- Bonus für Biogasanlagen ist schuld. Wesentliche ökonomische Prinzipien sind dadurch einfach ausgehebelt. Für den Bauern/Agarbetrieb mag das gut sein. Für die Umwelt ist es das weniger.

    Der Agrarbetrieb im Ort hat einen Stalldurchschnitt bei Milch von über 10 000 litern/a (350 Kühe). Der Nachbar hat mittels allerlei Innovationen (Embryotransfer u.ä) seinen ø auf fast 12000 gebracht. Spitzenkühe mit über 16000l ... die dann aber auch schon mal zusammenbrechen in der Hinterhand. Einfach so.
    Langgras/heu fressen? Geht nicht bei solchen Tieren, sie würden zulang brauchen... alles häckseln damit die möglichst viel in der begrenzten Zeit fressen können und nur soviel Rauhfutter wie gerade nötig, sonst sinkt die Milchleistung, dafür möglichst viel preiswerten Sojaschrot, den uns letzlich auch die Veganer beschehren, weil er als Pressprodukt bei deren Sojaöl- geschichten überbleibt. (Pieckfeine Ställe, muss man sagen, sauber, luftig ausgeklügelt bis zur automatischen Fellbürste, Transponder zur Erkennung an der Melkanlage usw. ... )
    Aber wo soll das noch hingehen? Das ist doch letztlich auch nur ein *Schweinezyklus*.... Die fallenden Milchpreise scheinen es gerade zu bestätigen.
    Manchmal denke ich, weniger könnte mehr sein. Auch betriebswirtschaftlich.

    Ist aber nur so ein Gedanke. Wir können auch alles so lassen, wie es ist und sagen, wie Sie, das sei *alternativlos*.

    Selbstproduktion von Nahrungsmitteln: Den Luxus leiste ich mir tatsächlich. Fängt bei Bienen an, hört bei Highland- Cattle noch nicht auf...

    Danke für den Austausch.

  • Cannabis, Psychosen und synthetische Cannabinoide

    14.04.2015, Jochen
    Erst einmal möchte ich mich bedanken, dass hier versucht wird, das Thema Cannabis auf Basis wissenschaftlicher Einsichten zu behandeln. Ganz ohne gängige Klisches kommt der Artikel leider doch nicht aus, aber diese wurden in den vorherigen Kommentaren bereits erwähnt.

    Was mich im Zusammenhang mit Cannabis und Psychosen interessieren würde, ist die Prävalenzrate von Cannabiskonsumenten mit Psychosen bei Jugendlichen und Erwachsenen. Bislang konnte ich nirgendwo eine solche entdecken (und als Wissenschaftler weiß ich eigentlich, wie und wo ich danach zu schauen habe). Einzig Prof. Stöver hat bei einem mündlichen Vortrag diese einmal erwähnt. Quellen konnte ich keine finden.

    Es wäre doch sinnvoll, im Rahmen der öffentlichen Aufklärung zu erfahren, wie hoch die Prävalenzrate von Cannabiskonsumenten mit Psychosen tatsächlich ist, wie sich diese von denen unterscheidet ohne Drogen und wie der Vergleich zu Psychosen durch Alkohol ausfällt. Einfach damit dieses Risiko des Cannabiskonsums auch richtig eingeordnet werden kann. Nach Prof. Stövers Vortrag in Frankfurt bei der Fachtagung zu Cannabis liegt nämlich die Prävalenzrate von Psychosen durch Cannabiskonsum nur geringfügig höher als bei Psychosen ohne irgendeine Substanz und deutlich niedriger als bei Psychosen durch Alkohol - nur, eine Audiodatei von dem Vortrag ist keine belastbare Quelle.

    Dann wäre noch der Unterschied von Psychosen durch natürliches Cannabis und durch syntethische Cannabinoide interessant. Natürliches Cannabis und syntethische Cannabinoide werden zumindest im Suchtbericht der Bundesregierung in einen Topf geworfen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies auch in den Suchtkliniken zu den Psychosen so gehandhabt wird - was wissenschaftlich gesehen, auch im Sinne der Bürgeraufklärung, unsinnig ist.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr gute Frage - wenn ich dazu eine belastbare Zahl hätte, hätte ich sie genannt. Gesucht habe ich.

    Die Diskussion über die synthetischen Cannabinoide hatte ich zwei Kommentare weiter oben schon. Meine These ist, dass die in Deutschland so selten sind, dass sie (noch) keine Rolle spielen. Ich hatte eine Quelle verlinkt, die entsprechende Zahlen enthält.
  • sachlich bleiben

    14.04.2015, alex
    mit flappsigen antworten wirds auch nicht besser.
  • Unwissenschaftlich

    14.04.2015, alex
    Als Uniarbeit haette dieser Text eine negative Benotung erhalten. Warum? Es werden zwar Quellen genannt und diese sind auch an sich OK, nur wird durch die Tendenzioese Formulierung einiger Passagen und Ueberleitungen der Text zu einem Feuilletonstueck. So wird zbbehauptet das Suchtbehandlungen ansteigen, dabei wird aber verschwiegen das viele Staaten heute "Behandlung statt Strafe" praktizieren was die Zahl der Behandlungswilligen beinflusst.

    Ich denke ueber die Passage mit den dummschwatzenden Kiffern muessen wir nicht reden, das war einfach nur BILD Niveau.
    Antwort der Redaktion:
    Uniarbeiten liest ja auch kein Schwein freiwillig.

    In einer Uniarbeit werden übrigens auch korrekte Zitate erwartet. Ich sage das hier völlig zusammenhanglos.