Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • interessanter Artikel dazu, tolle Bilder

    09.09.2013, Lydia Werner
    http://www.thisiscolossal.com/2013/09/unknown-insect-or-spider-builds-a-white-picket-fence-to-protect-its-nest-of-eggs/

    Ich war hauptsächlich auf der Suche nach anderen Bildern von diesen Gebilden. Aus anderen Perspektiven und bei anderen Lichtverhältnissen. Ich wurde fündig.
  • 09.09.2013,
    Mein erster Gedanke galt auch den Pilzen!
  • Tanzmäuse

    09.09.2013, DDr. Hans-Joachim Scheel, Diplombiologe im Fach Zoologie
    dass Tanzmäuse einen Gendefekt haben war bekannt. nun dürfte eine Fehlleistung der Neuronen des Innenohres eine Erklärung für ihre hyperaktiven, kreisartigen Läufe sein.
  • Australiens Wahl

    09.09.2013, Paul R. Woods
    Australien hat gewählt und die Umwelt scheint der Mehrheit der Australier egal zu sein.

    Was ihnen nicht egal war, waren die ständigen internen Streitereien der Labour Party und die verfahrene Politik in Sachen Flüchtlinge, die mit Booten von Indonesien her kommen.

    Labour ist nun abgewählt, die Green Party ist parlamentarisch am Boden und die CO2-Steuer wird wohl bald vergessen sein.

    Abbau und Export von mineralischen Rohstoffen hat bei Tony Abbott absoluten Vorrang und das Great Barriere Reef kommt bei ihm nicht vor.

  • Könnte es sich...

    07.09.2013, Manfred Eberling
    ...vielleicht um einen Pilz handeln, mit integriertem Hexenkreis?
    Wir haben ja immer noch keine Ahnung, was die Natur alles hervor bringen kann, wenn wir sie etwas in Ruhe lassen würden.
  • Vorschlag zur Erklärung der geheimnisvollen Struktur in der Nähe der Tambopata Station in Peru

    07.09.2013, Dr. Gert Latzel
    Könnte diese Struktur von einem Pil stammen? Sie erinnert mich an einen Hexenring von normalen Pilzen. an der Außenseite des ringförmigen Gebildes entstehen die Fruchtkörper zur Sporenbildung; die mittlere, kräftigere Bildung könnte der Ausgangspunkt der Pilzinfektion sein.
    Ich würde mich freuen, wenn ich nach Lösung des Naturrätsels erfahren könnte, was hinter der Strukrur wirklich steckt. Meine Emailadresse lautet Dr. Gert Latzel latzel.gert@arcor.de. Ich habe selber schon evolutionsbiologische Beiträge veröffentlicht, die sich mit besonderen Erscheinungen beschäftigen und ebenso die Blütenbiologie des Blütenstandes von Sauromatum venosum wohl als erster deutlich beschrieben und auch mit Bildern belegt, wobei sich erstaunliche Zusammenhänge ergeben hatten, die ganz ausgezeichnet meine ersten Vermutungen gestützt haben.
    Viel Erfolg an Troy Alexander

    Gert Latzel
  • Kein bisschen schwanger

    06.09.2013, Uta Baranovskyy
    Ich denke, die Teilchenphysiker müssen absolut keine Bange haben, nicht weiter forschen zu können. Das Higgs-Boson fast beinahe gefunden bzw. gemessen zu haben, heißt nicht, es wirklich vollkommen zu haben. Ein bisschen schwanger gibt es nicht. Ich wünsche den Physikern noch viel größere und viel teurere Messinstrumente, Messtunnel bis zum Mars und zurück, möge der Rest der Welt verdarben. Hauptsache, die Naturwissenschaft gilt als Motor des Wirtschaftswachstums. Heureka.
  • Wunderbar!

    06.09.2013, Michael Blume
    Vielen Dank für den wundervoll geschriebenen Artikel! Das Paläon Schöningen ist jetzt für einen kommenden Ausflug markiert! :-)
  • Mitmachen: Online-Petition zum Schutz des GBR

    06.09.2013, Florian Buss
    http://www.avaaz.org/de/australian_coal_disaster_global/

    Es wurden bereits über eine Million Stimmen gesammelt - doch je mehr, desto besser!
    Die Petition richtet sich direkt an den australischen Premierminister Kevin Rudd, Umweltminister Mark Butler und mögliche Investoren.

    Mitmachen und unterstützen!
  • So wrong in so many ways...

    06.09.2013, WyverN
    "Mammuts könnten die Region kühler halten, indem sie abgestorbenes Gras fressen, so dass die Sonne leichter zum frischen Frühjahrswuchs vordringen kann, dessen tiefe Wurzeln Erosion verhindern. Sie sorgen dafür, dass mehr Licht vom Boden reflektiert wird, weil sie aufwachsende Bäume zerstören, die andernfalls die Sonnenstrahlung absorbieren. Und sie zertrampeln dämmende Schneedecken, so dass die eiskalte Luft im Winter tiefer in den Boden vordringen kann."

    - Selbstverständlich werden die Viecher lieber abgestorbenes Gras als frisches Grün futtern.
    - Die zerstörten Bäume hätten natürlich im Sinne der Erosion keinen Wert.
    - Die zertrampelten Schneedecken mindern natürlich auch nicht die Reflektion der Sonneneinstrahlung.
    - Und die in den Boden dringende Kälte finden die erosionsverhindernden Neutriebe sicher super.

    Mal ehrlich, so viele Widersprüche in einen Absatz zu kriegen, ist Kunst.
  • Das Prinzip des Lichts im Elektron

    05.09.2013, Wolfgang Huß
    Um das Rätsel des Elektrons und damit viele andere Rätsel der Physik zu lüften, bedarf es intellektueller und auch emotionaler Anstrengungen. Man muss dafür lieb gewonnene und etablierte Grundannahmen der heutigen Physik verändern; also Paradigmenwechsel vollziehen. Eine geschlossene Weltformel gibt es vielleicht nicht, aber ein grundlegendes Prinzip der Physik sollte möglich sein, welches das Standardmodell der Teilchenphysik und die Allgemeine Relativitätstheorie vereinheitlicht und dadurch enträtselnd wirkt.

    Ein ähnlicher Ansatz wie der von Manfred Hörz (Leserbrief vom 01.07.2013 zu diesem Artikel) beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. Der Ansatz heißt fraktale Quanten-Fluss-Theorie (quantum-flow-theory.eu).
    Photonen und Elektronen – alle Elementarteilchen – werden in diesem Modell aus den gleichen Fundamentalteilchen konstituiert, wie Manfred Hörz es vermutet; ebenso auch das Vakuum. Die Wirkung eines einzelnen dieser Fundamentalteilchen auf sein Umfeld entspricht dabei dem Planckschen Wirkungsquantum h. Interessanter Weise ergibt sich die Heisenbergsche Unschärferelation dann aus einem prinzipiellen Abzählproblem als statistisches Phänomen, wenn die Fundamentalteilchen eines Elektrons – oder eines anderen Elementarteilchens – bei einem Messvorgang in einer bestimmten Zeit oder in einem bestimmten Ortsintervalls gezählt werden (Vgl. Treitz, Norbert. »Von den falschen Tönen zur Unbestimmtheitsrelation.« In: Spektrum der Wissenschaft (Okt. 2010), S. 40-42. URL: http://www.spektrum.de/alias/quantenmechanik/von-den-falschen-toenen-zur-unbestimmtheitsrelation/1044195).
    Wenn diese neuen Fundamentalteilchen – Wirkungsquanten genannt – z. B. ein Elektron oder Photon bilden, fügen sie sich zu einem schwingenden „String" zusammen, wie ein Schwarm. Der Wirkungsquanten-String eines Elektrons hat starke Ähnlichkeit mit einer ringförmigen, stehenden Welle die mit Lichtgeschwindigkeit rotiert. Ähnlich wie man sich Elektronen im Atommodell vorstellt, wie Frank Wilczek es in seinem Artikel beschreibt. Teile dieser Welle muten ähnlich an wie die Photonen dieses neuen Modells, so wie Manfred Hörz es vermutet. Und der String trägt mehrere Spins, einen äußeren Spin von 1/2 und zwei innere Spins (Isospins?).
    Das Vakuum besteht selber auch aus diesen Wirkungsquanten und bettet die Elementarteilchen-Strings ein. Die Wirkungsquanten verhalten sich wie Wellen. Dann erscheint ein Elektron als Wellenmuster in einem Wellenmeer. Es ist eine Anhäufung von gekoppelten Wirkungsquanten in einem Meer von Wirkungsquanten, was stark an das Higgs-Feld und dessen Higgs-Mechanismus erinnert.
    Wenn z. B. Elektron und Positron in diesem Modell reagieren, so wie Frank Wilczek die Experimente am LEP beschreibt, dann werden die Wirkungsquanten der beiden Teilchen frei und gruppieren sich wie Schwärme zu neuen Strings. Dafür stehen viele Wirkungsquanten zur Verfügung, denn ihre Anzahl in den Strings von Elektron und Positron steigt proportional zu deren Energie, welche ja sehr groß ist. Deshalb werden sehr viele neue Elementarteilchen gebildet. Die Vorstellung, die neu entstandenen Elementarteilchen kämen alle aus dem kollidierenden Teilchen-Antiteilchen-Paar, wie von Frank Wilczek dargestellt, wäre dann in gewisser Hinsicht zwar korrekt, aber eben nicht ganz. Denn die Struktur des umgebenden Vakuums und seine Wechselwirkung mit den kollidierenden Wirkungsquanten-Strings spielt ebenfalls eine gewichtige Rolle, und zwar je mehr, desto mehr Energie die Strings tragen.

    Die von mir beschriebenen Strukturen haben viele Ähnlichkeiten mit den Vorstellungen von Manfred Hörz und mit den Beobachtungen, wie Frank Wilczek sie dargelegt hat. Es wird auch deutlich, dass das Rätsel der Elektronen nur zu lösen ist, wenn das Rätsel des Vakuums eine Lösung findet.
    Wie der Welle-Teilchen-Dualismus und die Heisenbergsche Unschärferelation zusammenhängen, bekommt so ein sehr anschauliches Bild. Der Wellen- und der Teilchencharakter erscheinen auch nicht mehr als widersprüchlich, sondern werden als Aspekte des Elektrons deutlich.

    Was besonders erstaunt ist, dass es im Modell der Quanten-Fluss-Theorie möglich scheint, eine korrekte Quantengravitation zu formulieren. Die Wirkungsquanten eines Elementarteilchen-Strings üben einen beugenden oder ablenkenden Einfluss auf ihre Umgebung aus und reduzieren dadurch die Lichtgeschwindigkeit in ihrem Umfeld. Es ergibt sich die Formel Einsteins für die Lichtgeschwindigkeit im Gravitationsfeld, bezogen auf den 3-dimensionalen Raum. Dieser Lichtgeschwindigkeitsgradient, der ein Elementarteilchen umgibt, übt eine anziehende Wirkung auf Elementarteilchen-Strings in seiner Umgebung aus, die sehr klein ist und der Gravitation der Allgemeinen Relativitätstheorie entspricht.
    Die Raumzeitkrümmung der Allgemeinen Relativitätstheorie stellt sich hier als Dichtegradient der Wirkungsquanten des Vakuums dar; ein Energiedichtegradient des Vakuums. Auf den großen Skalen der Galaxien und Galaxienhaufen tritt dieser Energiedichtegradient wohl als das Dunkle-Materie-Phänomen in Erscheinung. Im weiträumigen Vakuumvolumen einer Galaxie verdichten sich die Wirkungsquanten, während sich die Energiedichte des Vakuums zwischen den großen Massen verringert. Dieser Effekt erzeugt eine kleine, zusätzliche Gravitationswirkung hin zu den großen Massen, welche von der Allgemeinen Relativitätstheorie abweicht. Diese zusätzliche Gravitation ist dabei an die sichtbaren Massen gekoppelt.
    So könnte durch ein vereinheitlichendes Prinzip der Physik wohl sogar das Rätsel der Gravitation eines Elektrons aufgeklärt werden und brächte den Mehrwert der Enträtselung weiterer Rätsel der Physik.

    Das rätselhafte Elektron kann vielleicht zumindest teilweise enträtselt werden, aber es erscheint weiterhin »Einfach und komplex«, wie Wilczek es beschreibt. Es wäre ein schwingender, rotierender Wirkungsquanten-String eingehüllt von einer Wolke der Wirkungsquanten des ihn direkt umgebenden Vakuums. Diese Wolke würde durch ihre Wechselwirkung mit dem String die virtuellen Quantenfluktuationen beinhalten, die jedes Elektron einhüllen.
    Eine faszinierende Idee, wie ich finde, doch ohne die Veränderung von etablierten Grundannahmen der heutigen Physik ist dies „leider" nicht zu haben.

    PS: Auch das Basisteilchenmodell (ag-physics.org) von Albrecht Giese stellt einen ähnlichen Ansatz dar Elektronen zu beschreiben, wie ihn Manfred Hörz ins Auge gefasst hat.
    Ein weiteres ähnliches Modell stammt vom Herbert Weiß: http://arxiv.org/abs/physics/0609171v1
  • Endlich ein Schritt in die richtige Richtung

    05.09.2013, Eduard Kirschmann
    Nachdem bereits Darwin 1871 den Verdacht mehr angedeutet als geäußert hat, dass Menschen sich auf das Werfen spezialisiert haben, hat sich die Wissenschaft alle Mühe gegeben diese Spur zu ignorieren. Analog zur Hypothese, das menschliche Gehirn sei bei der Geburt ein "unbeschriebenes Blatt" hat man sich beim menschlichen Körper auf die Sprachregelung eingeschossen er sei "unspezialisiert". Dieser Negativbefund wurde aufgestellt ohne die herausragendste körperliche Leistung des Menschen, den Wurf, jemals eingehend untersucht zu haben.
    Selbst ein Wissenschaftler wie Raymond Dart, bei dessen Killeraffen-Hypothese auch viel über das Werfen geredet wurde stellte nicht die biologischen Voraussetzungen für diese Leistung in den Vordergrund seiner Überlegungen, sondern seine "osteodontokeratische Kultur". Als diese sich dann als Hirngespinst erwies, war für viele Forscher wohl auch der wahre Kern seiner Überlegungen - die zentrale Bedeutung der Nutzung Handgeführter Waffen für den Verlauf der menschliche Evolution - erst mal wieder "vom Tisch".
    Das Team um Neil Roach hat nun endlich angefangen die Hausaufgaben zu erledigen, um die man sich nun schon seit über 170 Jahren gedrückt hat. Und sie haben mit dem Ergebnis, dass die Optimierung auf das Werfen beim Übergang zum Homo erectus statt fand meine Analyse von 1999 (Eduard Kirschmann: "Das Zeitalter der Werfer - eine neue Sicht des Menschen") bestätigt. Ich hoffe dass damit der Unsinn, dass sich erst der Homo sapiens auf das Werfen spezialisiert hat vom Tisch ist.
    Die Untersuchung der Schulter ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs. Das Werfen ist eine Ganzkörperbewegung. Jede komplexe Bewegung des Körpers setzt sich naturgemäß aus Rotationen zusammen, da in den Gelenken sämtliche translatorischen Freiheitsgrade gesperrt sind. Die Trägheitsgröße der Rotation ist bekanntlich das Trägheitsmoment, bei dem die Masse nur linear, die Geometrie aber quadratisch eingeht. Daraus folgt, dass eine ausgesprochen dynamische Ganzkörperbewegung nur möglich ist, wenn die Körperproportionen darauf abgestimmt sind. Beim Menschen (insbesondere bei Männern) ist nicht nur die Schulter für das Werfen optimiert, sondern der gesamte Körperbau. Auch dies verweist direkt auf den Homo erectus als ersten Homininen mit optimiertem Werfer-Körperbau. Bis auch dies im Detail wissenschaftlich nachgewiesen und verstanden ist, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Das Werfen ist eine sehr komplizierte Bewegung und verlangt von den Wissenschaftlern wesentlich mehr ab als z.B. die Untersuchung des aufrechten Ganges.
    Bedauerlich beim obigen Beitrag ist die Festlegung auf das Jagen als Grund für die Optimierung auf das Werfen. Bereits der ausgeprägte Sexualdimorphismus bei den Wurfleistungen verweist eher auf die Konkurrenz zwischen Männern (Territorialverhalten) als entscheidenden Antriebsfaktor. Wie ich in meinem Buch ausgeführt habe gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Belege für diese Sichtweise.
  • Politische Kampfschrift

    05.09.2013, Konrad Kleinknecht
    Dieses schmale Buch ist, wie der Titel andeutet, eine politische Kampfschrift, die Autorin schwimmt mit dem Strom, sie sieht sich als "Protagonistin" der Energiewende. Der Rezensent Gerhard Samulat schrieb in dieser Zeitschrift eine Jubelarie. Das bedarf der Korrektur aus wissenschaftlicher Sicht.

    Claudia Kemfert lässt in ihrem Buch die naturwissenschaftlichen Aspekte weit gehend weg, wo sie dieses Gebiet trotzdem berührt, liest es sich dann so: "Werden wir bald in Treibhausgasen ersticken?" Der Autorin scheint nicht klar zu sein, dass der Smog in Großstädten nicht vom farb- und geruchlosen und chemisch inerten Treibhausgas Kohlendioxid, sondern von Schwefel- und Stickoxiden, Ozon sowie Feinstaub verursacht wird. Sie wiederholt zum Thema Klimawandel und Energiewende das, was ein Großteil der Politiker und der Journalisten glaubt und was man täglich in den Medien lesen und hören kann: der Klimawandel sei menschengemacht, er habe dramatische Konsequenzen, Wind- und Solarenergie könnten das Problem lösen, der Umbau unserer gesamten Energieversorgung in 10 Jahren sei möglich, eine Million Elektroautos in 8 Jahren sei erreichbar, es gebe keine Probleme für die Versorgungssicherheit durch fluktuierende Wind- und Solarenergie, auch keine Probleme durch hohe und weiter steigende Strompreise, neue Arbeitsplätze entstünden in der Fotovoltaik- und Windkraftindustrie - trotz Insolvenzen.

    Neu an dem Inhalt des Buches ist die Überzeugung, Personen, die nicht dieselbe Meinung vertreten, könne man persönlich angreifen. Besondere Zielscheiben sind der Wirtschaftsminister und Wissenschaftler, deren Meinung als nicht "politisch korrekt" eingeschätzt wird. Sie sind "Lobbyisten". Der Minister ist vermutlich nicht genehm, weil er verhinderte, dass die Autorin Mitglied der Ethikkommission wurde.

    Der Text gliedert sich in 10 Kapitel, in deren jedem ein Problem der Energiewende behandelt wird. Sie thematisieren den zu engen Zeitplan, den drohenden Versorgungsengpass, den Anstieg der Strompreise und in deren Folge die Gefahren für die Industrie, die Planwirtschaft und den deutschen Alleingang. Die Autorin bemüht sich, die jeweiligen Probleme als nicht existent zu charakterisieren. Das geht dann so: die Strompreise steigen, sie sind unter den höchsten in Europa, aber schuld daran sind nicht die Subventionen für Wind- und Solarstrom durch das "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG), sondern die Versorgungsunternehmen, die trotz des niedrigen Börsenpreises die Verbraucher abzocken, und die Regierung, weil sie die energieintensiven Unternehmen von Teilen der EEG-Umlage entlastet. Ganz ähnlich hat man das schon von dem Politiker Jürgen Trittin gehört.

    Dass die EEG-Umlage jährlich 20 Mrd. Euro beträgt und vom Verbraucher mit 5,3 Cent pro Kilowattstunde bezahlt wird, sei nicht die Ursache der Preissteigerung, das EEG müsse so bleiben. Außerdem sei der Strom nicht zu teuer, sondern jahrelang zu billig gewesen.

    Oder zum Thema Deindustrialisierung: die Autorin stellt korrekt fest, Deutschland habe die Krise 2008/09 besser überstanden, weil der Anteil der Industrie am BIP hier, im Gegensatz zu anderen Ländern, noch bei 23 Prozent liegt. Damit sei die Frage der Gefahr der Schädigung der Industrie durch EEG-bedingte Preissteigerungen beantwortet. Ist es nicht gerade umgekehrt? Weil unsere Energiepolitik vor 10 Jahren niedrige Strompreise zur Folge hatte, und weil die energieintensive Industrie von der EEG-Umlage noch befreit ist, konnte sich unsere Industrie halten. Wenn allerdings diese Umlage auch der energieintensiven Grundstoffindustrie auferlegt wird, wie es die Grünen und Frau Kemfert fordern, dann wird sie sich andere Produktionsstandorte suchen müssen. Offenbar ist der Ökonomin Kemfert entgangen, dass bei der Produktion von Aluminium, Kupfer, Stahl, Kohlefasern, Zement die Stromkosten bis zu 60 Prozent der Gesamtkosten verursachen, vor den Personalkosten.

    Zum Thema Umverteilung von unten nach oben: der Stromverbraucher in der Mietwohnung in Castrop-Rauxel zahlt für die Subventionen durch das EEG, der Solarschriftsteller in Baden-Baden erzielt für den Fotovoltaikstrom aus der Anlage auf dem Dach seiner Villa eine hohe Rendite: hier erkennt die Autorin, dass diese Fehlentwicklung "durch die Art und Weise der Förderung", nämlich das EEG, verursacht wird. Sie zieht aber nicht die Konsequenz, dass das EEG geändert werden muss, oder dass es gerechter wäre, die Subvention aus dem Bundeshaushalt zu zahlen. Sie sie hält an der planwirtschaftlichen Bevorzugung des teuren Solar- und Windstroms zu Lasten der Verbraucher fest. Man könne ja die sozial Schwachen durch eine weitere Subvention unterstützen.

    Zum Thema Solarbranche: dass die deutsche Förderung der Solarbranche im Wesentlichen zum Aufbau der chinesischen Unternehmen beigetragen hat, während die deutschen Konzerne Siemens und Bosch sowie Schott nach Milliardenverlusten aus der Solarbranche ausgestiegen und fast alle kleineren Unternehmen insolvent sind, beeindruckt die Ökonomin nicht. Sie stellt fest, dass "die Aufwendungen für das Material (Silizium) der eigentliche Kostenfaktor" sind. Dass der Preis des Siliziums wesentlich vom Strompreis abhängt, und dass der Strompreis in Deutschland viel höher ist als in China, verschweigt sie.

    Ebenso ignoriert das Buch die Gefahr, dass die fluktuierende und manchmal ganz aussetzende Erzeugung von Wind- und PV-Strom die Stabilität des Verbundnetzes bedroht, weil es in den nächsten zehn Jahren keine Möglichkeit geben wird, relevante Mengen von elektrischer Energie über einige Tage zu speichern.
    Die übrigen Kapitel des Buches folgen dem Muster der vier Beispiele, Begründungen oder Quellen für die Behauptungen fehlen ebenso wie ein Sachverzeichnis.

    Wer weiter an den Erfolg der gegenwärtigen Wendepolitik glaubt, die Subventionierung der Solar- und Windkraftbetreiber fortsetzen will und nach einer Wahlkampfbroschüre für eine kleine Partei sucht, der kommt bei dem Band von Frau Kemfert auf seine Kosten. Wer eine Reform des EEG für unumgänglich hält, weil die prioritäre Einspeisung von Wind-und Solarstrom den Strompreis nach oben treibt und die Sicherheit der Stromversorgung akut gefährdet, der muss sich andere Literatur suchen.
  • NeuroRacer Computerspiel

    05.09.2013, Rüdiger Dmoch
    Woher kann man das Spiel bekommen?
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Dmoch,

    Das Spiel ist bisher nicht im Handel erhältlich. Auf unsere Nachfrage meinte einer der beteiligten Forschers allerdings, dass gerade an einer Version gearbeitet wird. Übrigens sind ähnliche Studien mit anderen Videospielen schon durchgeführt worden - keines dieser Spiele "gleicht aber NeuroRacer", meint unser Informant. Womöglich müssen wir also noch ein wenig Geduld haben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Melinda Baranyai

    Redaktion Spektrum.de

  • Feuerbrand befällt nicht Reis

    02.09.2013, Achim E. Gau, Minden
    In dem oben genannten Artikel ist nach meinem Verständnis dem Autor ein Übersetzungsfehler unterlaufen. Auf S. 16 wird ein Artikel von Ting Li zitiert (Nature Biotechnology 30, S. 390-392, 2012) bei dem die genannten Wissenschaftler gegen Feuerbrand resistenten Reis züchten.
    Feuerbrand (Fire blight) ist eine schwer wiegende bakterielle Pflanzenkrankheit, die von dem Bakterium Erwinia amylovora hergerufen wird. Nach meinem Kenntnisstand befällt diese Pathogen keine Reispflanzen, sondern infiziert Pomoideae, unter anderem Apfel- und Birnbäume; Quitte, Himbeere, Feuerdorn, Rotdorn, Hagedorn, Mispeln. Bei Sichtung der Originalliteratur stellt man jedoch fest, dass es sich bei dem in der zitierten Arbeit genannten Pathogen, um das Bakterium Xanthomonas oryzae pv. Oryzae handelt. Dieses ruft beim Reis den so genannten Bacterial blight hervor und nicht Fire blight (Feuerbrand), wie es fälschlich in ihrem Artikel genannt wurde.



    Antwort der Redaktion:

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