Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Pazifischer Feuerring?

    16.01.2014, Paul R. Woods
    Auch durch ständige Wiederholung ändert sich nichts daran: Die Kette der indonesischen Vulkane von Sumatra bis Timor gehören NICHT zum sogenannten "Pazifischen Feuerring". Sie werden durch die Kollision des Sunda-Schelfs mit dem Boden des Indischen Ozeans erzeugt.
    Ich empfehle einen Blick in einen Standard-Schulatlas (z.B. Diercke 2008, S. 225, Karte 3 oder ähnliche Atlanten).
    Und zur Frage der Überwachung: die lokale Bevölkerung ist zumeist sehr vertraut mit "ihrem" Vulkan und internationale Fachleute könnten mittels ein wenig Indonesisch das einheimische Wissen nutzen, was jedoch (nicht nur in solchen Fällen) viel zu wenig getan wird. Sayang.
  • Meist vergessene Aspekte

    15.01.2014, Walter Weiss
    Wir haben ja längst umfangreiche künstliche Intelligenz - nämlich überall dort, wo Menschen durch Maschinen ersetzt werden: an einem Fließband zB, an dem früher 150 Menschen standen, führt ihre Arbeit seit längerem ein einziger Automat aus.

    Und das hat schon jetzt gewaltige - fast immer vergessene, zT bewusst unterdrückte - Konsequenzen:

    (1) Es fallen in großem Umfang Arbeitsplätze fort.
    (2) Sie werden letztenendes durch einen außerordentlich erhöhten Energiebedarf der entsprechenden Industrie ersetzt.
    (3) Und gerade das hat heute einen unheilvollen Einfluß auf das Steigen der Stromkosten des kleinen Verbrauchers, denn die Stromfresser in der Industrie sind weitestgehend aus 'Wettbewerbsgründen' von Stromkosten zulasten der kleinen Stromverbraucher befreit.

    Im Ergebnis ist die eingeführte und praktizierte 'künstliche Intelligenz' auf diesem Sektor nach der immer noch geltenden Gesetzeslage (die hoffentlich die jetzige Regierung zurechtrücken wird) also zulasten des kleinen Stromverbrauchers und einseitig zugunsten der Industrie eingerichtet.

    Das sind wieder einmal die zwiespältigen wirtschaftlichen, politischen und menschlichen Konsequenzen der Realisierung wissenschaftlicher und technischer Erfolge.
  • Statt dunkler Materie zwei zusätzliche Grundkräfte?

    14.01.2014, Julian Schmitt
    Lieber Herr Pohling,

    leider habe ich ihr Buch nicht gelesen. Lediglich die Auszüge, die google-books mir zur Verfügung stellt, konnte ich mir ansehen.

    Sie verschweigen dem Leser hier, dass Sie sich, um auf die dunkle Materie verzichten zu können, zwei neue Grundkräfte ausgedacht haben. Da frage ich mich: Was ist denn zu bevorzugen? Die Suche nach neuen Grundkräften oder die Suche nach Teilchen, die hervorragend in bereits existierende und sich als nützlich erwiesene Modelle passen?
  • Verlässlicher Ergebnisse schon vorhanden

    13.01.2014, Udo Werner
    Mit Interesse und großem Vergnügen habe ich die Beiträge zum "richtigen" Essen zur Kenntnis genommen. Im Artikel von Gary Taubes wird die Sache auf den Punkt gebracht. Was mich leider ein wenig stört, ist die Tatsache, dass hier getan wird, man müsse nun endlich einmal vernünftige Experimente mit quantifizierbaren Parametern durchführen. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass nicht nur Vorschläge hierzu, sondern auch verlässliche Ergebnisse von Wolfgang Lutz in "Leben ohne Brot" schon seit 1966 vorgelegt wurden. Wobei die 1. Auflage die überzeugendste war.
  • Anpassungshypothese passé

    13.01.2014, Karl Edlinger, Wien
    Der Beitrag ist informativ und spannend. Er gewönne an Qualität, wenn er nicht eine logische Verwirrung in Form des Terminus „Voranpassung“ enthielte. Von „Präadadaptation“ oder Vorausanpassung schwadronierte einst Günther Osche seligen Angedenkens. Nicht wissend, dass er damit teleologischem Denken Tür und Tor öffnete, versuchte er mit diesem an sich der Logik widersprechenden und damit unsinnigen Begriff die altdarwinistische Anpassungshypothese zu retten. Doch die ist passé. Organismen haben schlicht und einfach oft die Fähigkeit, in vorher fremden Umwelten beziehungsweise ökologischen Nischen zu überleben, auch zu expandieren und sich weiterzuentwickeln. Voranpassung durch Voraussetzung zu tauschen würde den Beitrag konsistent machen.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Edlinger weisst auf ein wichtiges Problem hin. Dem "teleologischen" (zielgerichteten) Denken, das sich oft eher unbewusst in evolutionsbiologische Diskussionen einschleicht. Ernst Mayr, der berühmte Evolutionsbiologe, hatte sich auch dieses Themas angenommen und an verschiedenen Stellen seines Werks immer wieder darauf hingewiesen, dass Evolution kein Ziel verfolgt, also beispielsweise keine Perfektion anstrebt oder einen Grad höherer Komplexität. Der etwas unglückliche Begriff "Voranpassung", auf den Herr Edlinger so richtig hinweist, scheint auch dieses teleologische Denken widerzuspiegeln in dem Sinn, dass die fleischflossigen Fischvorfahren der späteren Landwirbeltiere bestimmte Merkmale schon hatten, die dann später bei der Besiedelung des Landes von Nutzen waren und beibehalten wurden. Selbstverständlich hatten weder diese Fische noch die Evolution nicht das "Ziel" aus Fischen einmal Amphibien entstehen zu lassen, dennoch ist es natürlich so passiert - daher halte ich den Begriff der Präadaptation nicht für nur schlecht, solange man sich in der Argumentation immer bewusst ist, dass das drohende teleologische Schwert über einem schwebt, denn ein Merkmal als Präadaptation zu beschreiben lässt erkennen, wenn wohl auch immer erst post facto, dass einige Eigenschaften dieser Fische durchaus von selektivem Vorteil gewesen sein könnten beim Landgang der Wirbeltiere. Ob der Begriff "Voraussetzung", wie von Herr Edlinger vorgeschlagen, aber wirklich die Teleologie besser aus dieser Art zu denken und zu beschreiben fernhält, bin ich mir allerdings nicht sicher.
  • erschrecken

    13.01.2014, IGr
    der kommentar zu diesem buch erschreckt mich mehr, als alles, was vielleicht in diesem buch stehen könnte. "geschichtsklitterung" bei der art der gewaltdarstellung? "übertreibung" (nicht explizit so genannt, aber angedeutet)? "machtgehabe / drohgebärde"?
    auf welchem planeten lebt dieser kommentator? bis heute werden hier in europa (und weltweit) menschen geschunden und gequält, weil sie nicht die meinung der herrscher vertreten! bis heute werden menschen bei lebendigen leib verbrannt - früher als hexen in ganz europa, heute woanders weil ihre mitgift aufgebraucht ist oder sie sonst irgendwie lästig sind. bis heute wird gesellschaftlich geduldet, dass sich menschen als arbeitssklaven und prostituierte erniedrigen - und viele, sehr viele erwachsene und !!! kinder !!! werden nicht einmal gefragt, ob sie diese arbeit überhaupt machen wollen! kindersoldaten werden ohne jeden maßstab erzogen und zum töten und getötet werden verheizt! gewalt hat bei menschen eine jahrtausende währende tradition und der einfallsreichtum der menschen ist so groß, dass ich wenig für unmöglich halte.

    schon mal darüber nachgedacht, dass drohung nur dann wirkt, wenn sie umgesetzt wird?

    und dieser kommentator redet von "nicht mit modernen wertmaßstäben betrachten"? von welchen maßstäben redet er? selbst wenn ich von allem, was ich lese, höre und erlebe 99,9% abziehe bleibt noch genug übrig um sagen zu können, dass diese "maßstäbe" wunschdenken sind. sobald ein alphatier einen vorteil für sich sieht, sind sie sofort außer kraft gesetzt. dann geschieht zwar alles zum wohle des bürgers - aber nur, wenn dieser bürger auch brav tut, was von ihm erwartet wird.

    und wenn nicht? .........


  • Beitrag trifft den Kern des Problems

    13.01.2014, Dietmar Kluge
    Dieser Artikel trifft voll und ganz den Kern des Problems. Die Sensibilität vieler Nutzer für das "digitale Alzheimersyndrom" ist in der Tat sehr gering. Habe mich zu dieser Sache bereits einmal in der Chemnitzer Tageszeitung "FREIE PRESSE" zu Wort gemeldet:
    http://www.freiepresse.de/files/service/mle1505.pdf
    (dort rechte Spalte, oben)
  • auf heute übertragen!

    12.01.2014, Walter Weiss
    Die alten Assyrer, Perser und Ägypter waren erkennbar viel ehrlicher als die heutigen Staatsträger - seien sie nun Demokraten oder Despoten: Wenn (angeblich?) damals alles nicht gar so schlimm gewesen ist, hat man es doch offen und zur Abschreckung der Bürger kundgetan - während die heutigen Methoden der Folter und des Totquälens nicht nur mindestens so schlimm wie die damaligen sind, sondern wie Tabus verschwiegen werden. Oder sind die in regelmäßigen Abständen verkündeten Enthüllungen sogar trotz der zur Schau gestellten Empörung der Herrschenden durchaus willkommen, um die Bürger zu demütigem Verhalten zu bringen?
  • Wettrüsten machte den tropischen Regenwald so artenreich

    11.01.2014, Alex
    Der Titel ist irreführend: er suggeriert, dass die Vermutung in der Publikation Fakt ist!
  • Unglaublich

    11.01.2014, Ralf Guinet
    Faszinierende Anstrengungen, die sicher viel Geld kosten werden und unkalkulierbare Folgen haben ... wo das Gute doch so nahe liegt: Endlich einen Wirkungsvollen Klimaschutz durch Emissionssenkung durchsetzen. Auf das Einfachste kommt man offensichtlich zuletzt, aber das erfordert ja auch eigene Verhaltensänderungen.
  • Wie wahr !

    10.01.2014, ugur
  • Heinrich der VII.

    10.01.2014, Hans Bolte
    Heinrich VII. von England hat die Rosenkriege nicht mit einer Heirat, sondern mit einer Schlacht beendet.

    Schade, dass Journalisten dazu neigen, über Dinge zu schreiben, von denen sie nichts verstehen.

    Am besten man liest nur im Lexikon.



    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Bolte,

    entschuldigen Sie bitte, da ist der Autorin ein Fehler unterlaufen, den wir beim Redigieren ebenfalls übersehen hatten. Ich habe ihn nun korrigiert.

    Vielen Dank für den Hinweis und mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Älteste Kunst

    10.01.2014, Prof. Dr. Ernst Seidl
    ... was auch immer man unter "Felsenkunst" verstehen kann: Die älteste Kunst fand sich in den Höhlen der Schwäbischen Alb, die rd. 40 000 Jahre alten Elfenbeinschnitzereien: http://www.uni-tuebingen.de/museum-schloss/
  • Unterirdische Pumpspeicherwerke

    09.01.2014, Michael Jungnickl
    Nach einen Blick in die "Wikipedia" stellt sich heraus: Es wird offenbar auch darüber nachgedacht, den zweiten Speicher unterirdisch anzulegen, so dass hier die verbrauchte Fläche und die Kosten verringert sind. Vorgeschlagen wurden Bergwerke, die aber wiederum mit Schadstoffen belastet sind und/oder instabil sein können.

    Besser wäre es, Trinkwasserbrunnen dafür zu nutzen. In vielen Gegenden wie an meinen Wohnort gibt es alte, aufgelassene Brunnen, die fossiles Wasser förderten oder bei denen das Grundwasser nicht mehr den hygienischen Anforderungen entspricht.

    Obwohl die Leistung mit ca. 100 kW (für 100 m Tiefe, 100 l/s) pro Anlage klein ist, überwiegen die Vorteile. So dürfte meistens die Pumpe noch vorhanden sein, und elektrische Anschlüsse sind ebenfalls schon verlegt. Es fehlt lediglich ein Ausgleichsbehälter an der Eroberfläche.

    Gibt es dazu schon Überlegungen oder Prototypen?

    Antwort der Redaktion:

    Ich würde in einer Umsetzung dieses Vorschlags kein nennenswertes Speicherpotential erwarten. Auch der Wirkungsgrad derartiger Anlagen fiele gegenüber Pumpspeichern schlechter aus, weil sich der Brunnenwasserstand sowohl bei der Energieentnahme (= Einleitung von Wasser, Brunnenpegel steigt => reduzierter Energieertrag) als auch bei der Aufladung (=Entnahme von Wasser, Brunnenpegel sinkt => erhöhter Energiebedarf) zu Ungunsten des Wirkungsgrads verändern würde.

    Matthias Popp

  • Verkehrte Welt

    09.01.2014, Joachim Blechle
    Verkehrte Welt:
    Eine Theorie sollte solange als fasch gelten, solange sie nicht bewiesen ist. Als Beweis kann nur gelten, wenn der materielle Befund exakt mit dem korrespondiert, was die Theorie aussagt. Bezogen auf die Dunkle Materie bedeutet das, dass deren 26,8 % Anteil am Universum auch tatsächlich festgestellt wird. Und das kann man wohl von den Wissenschaftlern verlangen, schließlich sind sie mit ihren Behauptungen auch nicht zimperlich. Bisher wurde noch nicht einmal ein einziges Teilchen von der Dunklen Materie gefunden.
    Aber es gibt eben auch Alternativen zur dunklen Materie. Die Bewegung der Sterne und Galaxien kann quantenphysikalisch exakt erklärt werden.
    Nur wer will das schon? Ich kenne da niemanden.

    Joachim Blechle