Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Herzlichen Glückwunsch zu diesen Artikel

    06.11.2013, Jens Mellin
    Glückwünsch dafür, dass sie sich diesem schwierigen Thema annehmen. Leider sind ihnen da ein paar klitzekleine Fehler bei der Recherche unterlaufen...

    Sie schreiben unter der Überschrift "Dampf statt Rauch", dass die Nutzer der EZigarette sich "Dampfer" nennen und bezeichnen diese als Raucher - Und das obwohl sie vorher noch darauf hinweisen, dass in einer EZigarette kein Tabak verbrannt, sondern diverse Stoffe mittels einer Heizeinheit vernebelt werden.
    Nun ist es so, dass (zumindest in Deutschland) der Begriff "Rauchen" eindeutig als

    „bewusstes Einatmen von Rauch verbrennender Pflanzenteile bis in die Mundhöhle oder bis in die tieferen Atemwege und Lunge.“

    definiert ist.[1]

    Somit kann das inhalieren des Nassdampf einer EZigarette kein Rauchen sein - einfach weil die verbrannten Pflanzenteile (und damit die Mehrzahl der bis dato ca 9.600 erkannten chemischen Verbindungen des Tabakrauchs) bei der EZigarette nicht vorhanden sind. [2]

    Wem jetzt vielleicht die "Handlung an sich", also das ziehen an einer länglichen Hülse und das Inhalieren und Exhalieren, vor Augen steht und er/sie somit die "Handlung an sich" als Begründung für die Definition "Raucher" hernimmt - Diesem oder dieser sei gesagt:
    Dann ist auch ein Mensch, welcher ein Glas Wasser trinkt wohl per Definition ein Alkohliker - Immerhin ist hier die Handlung die selbe; Man führt ein Glas mit Flüssigkeit zum Mund und trinkt.
    Sie sehen also, dass die Definition "Raucher" bei einem EZigarettenkonsumenten völlig an den Tatsachen vorbei geht - Die Beschreibung "Dampfer" passt hier wirklich besser.

    Was mich jedoch in diesem Absatz sehr verwirrt hat, war die Aussage, dass die US-amerikansiche FDA "in einem angeblich nikotinfreien Liquid höchste Konzentrationen dieses Suchtmittels" gefunden habe. Als Quelle dazu nennen und verlinken sie den Untersuchungsbericht der FDA "ANALYSIS OF ELECTRONIC CIGARETTE CARTRIDGES, REFILL SOLUTIONS, AND SMOKE FOR NICOTINE AND NICOTINE RELATED IMPURITIES". [3]

    Ich weiss nicht ob sie in diesen Bericht gelesen haben, bezweifele das aber irgendwie. Wenn sie nämlich in den Bericht geschaut hätten, wäre ihnen ggf. in der Tabelle auf Seite 1452 aufgefallen, dass in lediglich zwei der sechs nikotinfreien Liquids Nikotin gefunden wurde. Für sehr wichtig erachte ich hier die Information, dass in diesen zwei Liquids "0,1mg Nikotin" in 50ml Flüssigkeit enthalten war. Ob eine Konzentration von 0,002% eine Definition als "höchste Konzentration" rechtfertig, überlasse ich an dieser Stelle gerne dem geneigten Leser.

    Jedoch ist das nicht der einzige Fehler in dem oben genannten Zitat aus ihrem Artikel. Ob nämlich Nikotin in Liquids wirklich ein "Suchtstoff" ist, wird zur Zeit in der wissenschaftlichen Welt stark angezweifelt. Es ist so, dass namhafte Forscher wie z.B. eine Gruppe um Jean-Pol Tassin vom College de France und James Beluzzi von der Universität von Kalifornien Arbeiten veröffentlicht haben, in denen mehr als angezweifelt wird, dass es das Nikotin alleine ist, welches für das Verlangen nach Tabakzigaretten verantwortlich ist. Tassin identifiziert als Suchtauslöser "MAO-Hemmer" und Beluzzi den Stoff "Acetaldehyd" im Tabakrauch [4,5].
    Diesen Ergebnissen hat unter anderem auch der von der WHO ausgezeichnete Nikotinforscher Fagerström Rechnung getragen und benannte folgerichtig 2011 seinen anerkannten "Fagerström Test für Nicotinabhängigkeit" in "Fagerström Test für Zigarettenabhängigkeit" um. [6]

    Dazu passt, dass es eine Krankheit namens "Nikotinabhängigkeit" gem. ICD-10-WHO Version 2013 gar nicht gibt, sondern lediglich "F 17 - Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak". [7] Es ist nun mal Fakt, dass Vergleiche von Tierstudien und Studien über menschlichen Drogenkonsum aufzeigen, dass pures Nikotin nur wenig Suchtpotenzial, Tabakzigarettenrauch jedoch ein sehr hohes Suchtpotenzial aufweist.
    Hier das Nikotin als alleinigen Verursacher bei der Tabaksucht zu definieren widerspricht nicht nur den wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern ist auch eine unangemessene und deplazierte Vereinfachung der Fakten in einem Magazin ihres Formats.

    Sollten sie an einer Diskussion auf der Basis von Fakten interessiert sein, werde ich im laufe des morgigen Tages den Rest des Artikels unter die Lupe nehmen.

    Mit freundlichem Gruss

    [1] http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gasts&p_aid=&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=9408::Herz
    [2] http://www.crcpress.com/product/isbn/9781466515482
    [3] http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10826076.2011.572213#.Unk7aRDGvJg
    [4] http://www.jneurosci.org/content/29/4/987.short
    [5] http://www.nature.com/npp/journal/v30/n4/abs/1300586a.html
    [6] http://ntr.oxfordjournals.org/content/14/1/75.short
    [7] http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-who/kodesuche/onlinefassungen/htmlamtl2013/block-f10-f19.htm
  • Quantengravitation statt dunkle Materie

    06.11.2013, Simon Schulze
    Wo keine Materie ist, kann auch kein Teilchen gefunden werden.
    Wie man in der Quantenmechanik weiß, kann man das Raum-Zeit-Gewebe verdrehen, biegen, stauchen usw. Also kann der leere Raum mehrere Phänomene verursachen.
    Schon beim Urknall wurde dafür die Grundlage geschaffen. Das Raum-Zeit-Geflecht ist nicht nur dehnbar oder streckbar, sondern besitzt auch einen Memory Effekt. Da wo schwere Massen positioniert waren, sind Veränderungen die nicht verschwinden, selbst wenn kein Objekt mehr vorhanden ist.
    Baryonische Materie wird durch Quantenverschränkungen gebunden und beschleunigt, damit sie wegen der Zentrifugalwirkung nicht hinausgeschleudert wird. An den Stellen wo Materie angezogen/gehalten wird, liegt einfach eine Barriere oder Mulde im Geflecht.
    Der Galaktische Halo ist nicht von dunkler Materie umgeben, sondern die ganze Struktur dreht/bewegt sich, genauso wie die Dynamik in der Galaxie zu beobachten ist, auf gleicher Umlaufgeschwindigkeit.
    Der Beugungsverlauf dieser Quantengravitation, ist wie ein Rugby Ei entgegen der Scheibenform unserer Milchstraße gerichtet. Aus dieser Position wird mit Schleifenquantengravitation Raum und Masse beeinflusst.
    Deshalb erscheint die kreisrunde Drehbewegung von Galaxien überall gleich. Nur die Gravitation verursacht kleine "Staus" wodurch die Spiralarme entstehen.
    In diesem winzigen Quantenuniversum hat Materie nur Welle-Eigenschaften und es kann kein Teilchen gefunden werden. Nur die Feldlinien weisen eine stärkere Beugung auf. Das Raum-Zeit-Gewebe muss man sich nach außen hin immer "straffer" oder "steiler" vorstellen. Die Anzahl der Quantenverschränkung nimmt ebenfalls nach außen hin weiter zu, weil dort die Fliehkraftwirkung größer ist. Der Raum für die/den Auslöser, befindet sich wie gesagt Kuppel- oder Schalenförmig unter- und oberhalb der galaktischen Scheibe.
    Diese Theorie spricht nicht gegen den extragalaktischen Gravitationslinsen-Effekt, den sich praktische Astronomen oft zu nutzen machen. Aber sie könnte eine Erklärung sein, warum immer noch kein Teilchen dunkler Materie entdeckt wurde.

    Auf einen viel größeren Maßstab verursacht ein überdimensionales Gefälle die Expansion und lässt Galaxien auseinander treiben.

    Diese Einflüsse/Bewegungen haben Ursachen in Extra-Dimensionen. Wir besitzen 3 Dimensionen und eine Zeit, dunkle Materie hat 3 Dimensionen & dunkle Energie hat 3 Dimensionen und befinden sich in einer Zeit-Dimension. Oder alle 3 Parteien teilen sich die eine Zeit-Dimension je nach Theorie.
    Das sind die 10 oder 11 Dimensionen welche die String-Theorie benötigen.
    Wir haben keinen Einfluss auf die anderen Dimensionen, aber sehen ihre Auswirkungen.
  • Drama und bekannte Fakten

    06.11.2013, RJ

    ad Kommentar von mfg 6.11.2013

    1. „Most probably“ des Lancet editors ist genauso abwegig wie „unweigerlich“. Es gibt keinerlei Evidenz und Plausibilität dafür, und die Zurkenntnisnahme der Erfahrungen vieler Nutzer spricht dagegen. Es sei denn man betreibt Wissenschaft jetzt wieder nach scholastisch-nichtempirischer Art durch „Herleitungen von oben“.

    2. Es kommt nicht auf das „Warnen“ an, sondern auf die wissenschaftlichen Kriterien standhaltende Evidenz für eine (vor allem auch im Vergleich) nennenswerte Gefährdung. Die fehlt.

    3. Das Argument, die Zigarettenindustrie sei aktiv, ist ein typisches Totschlagargument. Hat sie denn Erfolg dabei, so neue Raucher zu rekrutieren? Wo sind die Daten? Und wo ist die Plausibilität dieses Arguments? Haben Sie sich jemals mit Nutzern unterhalten und einen signifikanten Anteil gefunden, der so auf die Zigarette gekommen ist? Die Zigarettenindustrie interessiert sich schon vor ca. 5 Jahren für „electronic nicotine delivery devices“, wie die wissenschaftliche Literatur zeigt, es kommt aber nichts Substantielles nach. Sollte das nicht zu denken geben?

    4. Nikotin ist ein Suchtmittel, ja, aber handhabbar. Und beim Rauchen stellt die pharmakologische Sucht das kleinste Problem dar, abgesehen davon, dass sie nur bei einer Minorität ausgeprägt ist. Und wie wäre es mit realen Daten über die üblicherweise zugeführten Nikotindosen, vor allem im Vergleich zu einer Zigarette? Über die gewählten Dosisprofile typischer Nutzer, das „Ausschleichen“ usw.? Das gelingt doch vielen offenbar. Oder ist das irrelevant?

    5. Wo ist die solide Literatur zur Behauptung über Propylenglykol, und zwar für den Menschen. Es gibt meines Wissens keine Evidenz dafür, dass dieser Stoff in irgendeiner Weise relevante Atemwegsreizungen hervorruft. Er ist als Theaternebel seit langem im Gebrauch. Haben Sie Daten dazu? Gibt es Berichte von e-Zigaretten-Nutzern über solche Reizungen? Oder sind diese Leute irrelevant? Ich allerdings kenne experimentelle Daten über hohe inhalative Belastungen mit Propandiol. Berichteter Reizeffekt: Zero. Auch das immer wieder behauptete Sensibilisierungspotenzial hätte ich gerne aufgezeigt, und zwar beim Menschen.

    6. Das Problem der Verunreinigung von Kartuschen sowie das Sicherheitsproblem lassen sich leicht lösen. Wie hoch und wie häufig sind die Nitrosaminbelastungen? Und Nachweis ist nicht Gefährdung.

    7. Das psychologische Argument des Apothekenvertriebs ist zirkulär. Es setzt ja voraus, dass eine relevante Gesundheitsgefahr vorliegt. Der sinnvolle Vergleich ist im Übrigen meies Erachtens die normale Zigarette, nicht irgendeine hergeholte Idealität.

    8. Auch wenn ich jetzt (zur Abwechslung einmal) als „Verharmloser“ dastehen mag, bitte ich den Kommentar #5 zu beachten. Das Potential der Raucherentwöhnung, irgendwelche klinischen Aspekte und Abwägungen kommen in Ihrem Kommentar nicht vor. Irrelevant? Oder lügen alle Nutzer, die behaupten, so von der Zigarette losgekommen zu sein, und wir dürfen das als wissenschaftliche Scholastiker gerne ignorieren? Jedem, dem wir helfen, vor der Zigarette wegzukommen, helfen wir wirklich. Wünschenswert ist es nicht, das mittels e-Zigarette zu erreichen, aber bei etlichen funktioniert es offenbar. Man wird die Zigaretten nur durch radikale Verbote und Strafverfolgung aus der Welt schaffen können. Dies geschieht aus politisch-opportunistischen Gründen nicht. Lieber dann erst einmal die e-Zigarette aus der hohlen Hand heraus attackieren, das ist ein easy target, an dem man sich profilieren kann. Angesichts der Prävalenz und der Folgen von Lungenkrebs, COPD und kardiovaskulären Erkrankungen dürfte die potenzielle Gefahr, die von der e-Zigarette ausgeht, klein sein.

    9. Ihr Kommentar scheint mir ein Musterbeispiel für eine unter wissenschaftlicher Flagge segelnde, sich verselbständigt habende „Risikobewertung“, die inzwischen en vogue ist. Die wird durch die Wissenschaftspsychologie begünstigt. Für einen Wissenschaftler ist es ja immer sicherer zu sagen, dass er im Prinzip ein Risiko nicht ausschließen könne. Er macht nichts falsch und er kann leichter Forschungsgelder akquirieren. Und schon nimmt die Sache ihren Lauf. Sorry, wenn ich das so hart sage, aber ich bin lange genug dabei. Ich wünschte mir mehr Augenmaß und mehr Realitätskontakt auch bei der e-Zigarette.
  • Abseits von Presseberichten bis jetzt nur von positiven Erfahrungen gehört

    06.11.2013, Oliver Fässler
    Ich selbst habe mit dem Dampfen vor ca. 2.5 Wochen begonnen. Davor hätte ich mich als wenig-Raucher bezeichnet, mit ca. 3-4 Zigaretten pro Tag. Ebenfalls würde ich mich als genuss-Raucher, resp. jetzt Genuss-Dampfer bezeichnen. Mein Bruder, der etwas mehr Zigaretten als ich konsumiert hatte, ist ebenfalls umgestiegen. Wir beide haben bei dieser Gelegenheit nicht nur auf die vielen Krebserregenden Giftstoffe die bei der Verbrennung in der Zigarette entstehen verzichtet, sondern auch auf das Nikotin. Wir sind nicht die einzigen. In Foren kann man von vielen Umsteigern lesen, die auf Liquids ohne Nikotin umgestiegen sind, oder die den Nikotingehalt massiv reduziert und schlussendlich oft sogar ganz auf Null heruntergeschraubt haben. Mir persönlich hat das Nikotin keinen Moment gefehlt. Den Genuss und das Ritual wollte ich aber beibehalten und habe deswegen das Rauchen mit dem Dampfen substituiert.

    Man kann in den entsprechenden Foren von vielen Nutzern lesen, dennen der Umstieg gesundheiltich viel gebracht hat und die sich jetzt wesentlich wohler fühlen, als zu den Zeiten wo sie noch rauchten.

    Die Artikel die man zum Thema in den letzten Wochen und Monaten lesen kann sind immer von den gleichen teilweise schlicht falschen oder unvollständigen resp. verschleierten negativen Argumenten geprägt.

    Es leuchtet mir keine Sekunde ein, weshalb die e-Zigarette schlechter gestellt sein soll als die herkömmlichen Zigaretten. Wenn die e-Zigaretten in die Apotheke oder verboten gehören, dann die herkömmlichen aber zuerst.

    Es könnte einem der Verdacht beschleichen, dass die Beiträge in der Presse von Lobbys getrieben sind, welche nicht auf gewisse Geldflüsse (Steuern, Pharma, etc.) verzichten wollen.

    Alles was den Rauchern und Passirauchern Erleichterung und Vorteile gegenüber der heutigen Situation bringt sollte unterstützt und nicht verhindert werden.
  • Wissen statt Glauben

    06.11.2013, Norbert Schmidt
    @mfg, Kommentar #8

    Der Nachweis einer Heilwirkung ist nach dem aktuellen Arzneimittelrecht nur für sogenannte Funktionsarzneimittel nötig, nicht jedoch für Präsentationsarzneimittel. Für letztere muss nur eine ausreichende Unbedenklichkeit nachgewiesen werden.

    Alle derzeit von der Pharmaindustrie vertriebenen NRT-Produkte sind als Präsentationsarzneimittel zugelassen, da sie ob ihrer in etlichen Studien dokumentierten mangelnden Heilwirkung (< 10%) diese wohl kaum nachweisen könnten. Selbst das DKFZ, das sie lange Jahre angepriesen hat, meldet neuerdings Zweifel an ihrer Tauglichkeit an.


    Ein klein wenig Recherche zeigt, dass die Tabakriesen keineswegs gegen eine Regulierung als Arzneimittel waren. In einigen Pressemitteilung begrüßten sie (bzw. die von ihnen aufgekauften E-Zigarettenhersteller) sie sogar. Klingt komisch, ist aber so!

    Der Grund wird schnell klar, wenn man sich mal deren Angebote und den aktuellen Markt betrachtet: Diese technisch völlig veralteten Wegwerfsysteme mit ihrer minimalen Auswahl sind für meisten, die die heute üblichen Geräte und Liquids kennen, keine brauchbare Alternative. Sie haben nur eine Chance auf dem Markt, wenn dieser durch exzessive "Regulierung" jegliche Freiheit verliert.


    Dereinst warnten auch Gutachter vor den möglichen Folgen der höllischen Geschwindigkeiten der neumodischen Eisenbahn.


    Propylenglykol ist u.a. auch als Trägerstoff in Asthmainhalatoren zugelassen.
    Darüberhinaus wird es - in wesentlich größeren Mengen - in den Nebelmaschinen bei Konzerten, Oper und Theater verdampft.
    Bei mir lösen Essigdämpfe Atembeschwerden und Migräneanfälle aus. Ich vermeide sie einfach.


    Die FDA fand in ihrer "Untersuchung" in wenigen Proben Spuren von Nitrosaminen. An der Nachweisgrenze. In ähnlichen Mengen lassen sich solche Spuren auch in als Arzneimittel zugelassenen Nikotinkaugummis, -inhalern etc. nachweisen. Die gefundene Menge war mindestens 15000 mal weniger als im Rauch einer einzigen Tabakzigarette.


    Wer wollte denn überhaupt E-Zigaretten über Apotheken vertreiben?
    Spontan fallen mir hier nur Pharmafirmen ein.

    Was hat denn eine Zulassung als Arzneimittel (bzw. der Vertrieb über eine Apotheke) mit Unbedenklichkeit zu tun?

    Denken Sie doch nur mal an das hochgejubelte Vareniclin. Es ist nachweislich für etliche hundert Todesfälle verantwortlich. Von den vielen schweren psychischen und physischen Erkrankungen, die es auslöst(e) ganz zu schweigen.

    Und sowas soll "sicherer" sein als das Dampfen, für das trotz mittlerweile etlicher Millionen Nutzer im "unkontrollierten Versuch" bisher nicht ein einziger Fall einer deutlichen Gesundheitsschädigung, geschweige denn eines Todesfalls nachgewiesen werden konnte.
  • An mfg (Beitrag #8)

    06.11.2013, J. Reuter
    Hallo mfg (merkwürdiger Name übrigens),

    Ihre aufgeführten Fakten und Stellungnahmen sind leider nicht auf dem neuesten Stand:

    "Laut Spiegel-Online “hat die Tabaklobby Hunderte Einflüsterer (unter anderem Philip Morris) ins Feld geschickt, Millionen investiert, um Abgeordnete auf ihre Seite zu ziehen.""

    Bei dieser Sitzung im Oktober ging es um eine neue Tabakrichtlinie. Die E-Zigarette ist aber kein Tabakprodukt, somit kann sie eigentlich nicht hier behandelt werden. Wurde sie zwar, aber es ging eben nicht primär darum, sondern um _TABAK_.

    "Es ist nicht nur das Suchtmittel und Nervengift Nikotin enthalten, sondern bis zu 90 Prozent Propylenglykol, das akute Atemwegsreizungen auslösen kann."

    Es ist definitiv nicht wissenschaftlich gesichert, dass Nikotin ein Suchtmittel ist. Bisher wird Nikotin mit Tabakrauch gleichgesetzt und im Tabak sind suchterzeugende Mittel enthalten.

    Das Propylenglykol akute Atemwegsreizungen auslösen kann, ist klar - deshalb verfallen ja auch massenweise Leute in Diskotheken in Schnappatmung (Diskonebel), ist der Stoff in Lebensmitteln enthalten und wird in Krankenhäusern der Luft zugesetzt (keimhemmende Wirkung).

    "Die FDA konnte außerdem in einigen Kartuschen krebserregende Inhaltsstoffe wie Nitrosamine nachweisen."

    Dies ist eine gezielte Desinformation des FDA. Die gefundenen Konzentrationen waren so gering, dass sie kaum nachweisbar waren. Deshalb wurden die exakten Forschungsergebnisse von der FDA auch erst veröffentlicht, nachdem ein amerikanisches Gericht sie dazu verdonnert hat.

    "Der Vertrieb über Apotheken gaukelt dem Konsumenten vor, dass es sich um ein sicheres, nicht gesundheitsgefährdendes Arzneimittel handelt."

    Es handelt sich bei den E-Zigaretten nicht um ein Medikament, da es von nichts heilen kann, sondern um ein Genussmittel. Um bei dieser Argumentation zu bleiben, müsste man Alkoholikern ebenfalls Alkohol verabreichen.

    "Dank an Ulrike Gebhardt für die vielen gut recherchierten Aspekte."

    Leider kann ich hier keine gute Recherche erkennen. Alle Studien die der E-Zigarette positive Aspekte bescheinigen (und davon gibt es auch beim DKFZ welche, die dieses erst auf Druck von Gerichtsurteilen veröffentlichte), sind mit keinem Wort erwähnt worden.

    Aus meiner Sicht gehört zu einer guten Recherche, die Sammlung _aller_ Fakten und eine objektive Gegenüberstellung. Hier handelt es sich wieder einmal nur um politische Stimmungmache.

  • Pharmalobby und E-Zigaretten

    06.11.2013, mobi72
    Bezug nehmend der „Faktenaussagen“ des Leserbriefes „E-Kippe nicht mehr auf der Kippe?“ und auch in kritischer Betrachtung des gesamten Artikels möchte ich Folgendes zu bedenken geben:

    1. Es wird die Involvierung der Tabaklobby in Bezug auf e-Zigaretten beanstandet. Fakt ist aber, dass die Tabaklobby nur in einem vergleichbar geringen Umfang am e-Zigarettenmarkt beteiligt ist.
    Es wird verschwiegen, dass die Pharmalobby über verschiedene NGOs massiv versucht hat, eine Apothekenpflicht für e-Zigaretten durchzusetzen (http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/bericht_aus_bruessel/videotabakrichtliniekampfdergiganten100_size-L.html?autostart=true).
    E-Zigaretten stehen in Konkurrenz zu von der Pharmaindustrie angebotenen Produkten.

    2. Das DKFZ bezieht sich bei seiner Haltung zur e-Zigarette (soweit mir bekannt) nicht auf eigene Studien mit einer Ausnahme, einem Selbstversuch von Frau ´Dr. Pötschke-Langer (http://www.swp.de/ulm/nachrichten/vermischtes/NACHGEFRAGT-MARTINA-POeTSCHKE-LANGER-Ist-das-die-neue-Einstiegsdroge;art4304,1278251), bei dem diese von einem „Benommenheitsgefühl“ berichtete, nachdem in ihrer Anwesenheit eine e-Zigarette gedampft wurde.
    Stattdessen werden Vermutungen angestellt zur Gefährlichkeit. Interessant ist, dass dieselbe Frau Dr. Pötschke-Langer noch kurz zuvor deutlich einräumte, dass eine e-Zigarette deutlich weniger schädlich ist als eine konventionelle Zigarette (http://www.youtube.com/watch?v=67QXuFzc5Hw).

    3. Frau Dr. Pötschke-Langer ist Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am DKFZ. Dieses vertritt (soweit mir bekannt) die offizielle Stellung der WHO zur Tabakkontrolle, welche etwa hier formuliert wurde (mit ENDS sind beispielsweise e-Zigaretten gemeint): Conference of the Parties to the WHO Framework Convention on Tobacco Control Fifth session Seoul, Republic of Korea, 12–17 November 2012 (http://apps.who.int/gb/fctc/PDF/cop5/FCTC_COP5_13-en.pdf) .

    Bei dieser Haltung ist besonders ein Punkt interessant (vergl. Punkt 33 des Textes): „It should be noted that ENDS are products resembling cigarettes and could therefore undermine the denormalization of tobacco use upheld by the WHO FCTC. Parties are therefore invited to consider that a ban of ENDS as already undertaken by some Parties would contribute to changing the social norms regarding the consumption of tobacco products.”

    Scheinbar steht also die “Denormalisierung” des Rauchens im Vordergrund und nicht etwa wie man vermuten könnte die Eindämmung von Gesundheitsrisiken.

    4. Die FDA-Studie (http://www.fda.gov/downloads/Drugs/ScienceResearch/UCM173250.pdf) auf die sie sich vermutlich beziehen besagt, unter anderem, dass z.B. Nitrosamine in 16 von 40 Proben gefunden wurden. Was dabei oft verschwiegen wird, sind die gefundenen Mengen/ml welche ca. 40x geringer als in Nikotinkaugummi bzw. ca. 15000x geringer als in einer einzigen Tabakzigarette (http://www.hsph.harvard.edu/centers-institutes/population-development/files/article.jphp.pdf) sind.

    5. Die angesprochenen Atemwegsreizungen durch Propylenglykol wurden in der sogenannten Cheststudie untersucht (http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/psfile/pdf/97/Originalar4f0ed30c6b30d.pdf).
    Auf diese Studie bezieht sich vermutlich auch Frau Gebhardt hier in ihrem Artikel, wenn sie schreibt: „Auch der Körper der Konsumenten von E-Zigaretten reagiert. Die Ausatemluft aller Testpersonen enthielt in Frommes Messungen erhöhte Mengen an Stickstoffmonoxid. Das ist ein Biomarker für Entzündungsprozesse in den Atemwegen, die in diesem Fall möglicherweise durch die reizenden Trägersubstanzen Propylenglykol und Glyzerin verursacht wurden.“

    Interessant ist jedoch, dass es zu einer Absenkung und nicht wie hier geschrieben zu einer Erhöhung des Wertes kam und die Verfasser der Studie sich zu diesen Werten wie folgt äußerten: „Obwohl die Unterschiede in unserer Studie statistisch signifikant sind, müssen wir feststellen, dass die klinischen Veränderungen zu klein sein könnten, um große klinische Bedeutung zu haben.“ (Vergl. oben)

    Sollten Sie Interesse haben sich umfassend mit der Thematik auseinander zu setzen kann ich Ihnen folgende Faktensammlung ans Herz legen: http://www.rursus.de/docs/Fakten_zur_eZigarette_1.0.pdf

    Mit freundlichen Grüßen
  • E-Kippe nicht mehr auf der Kippe?

    06.11.2013, mfg
    Im Juni 2013 beschlossen die EU-Gesundheitsminister eine neue Tabakrichtlinie, nach der die Liquids für E-Zigaretten ab einem bestimmten Nikotingehalt eine Zulassung als Arzneimittel benötigen sollten. Das hätte vermutlich das Aus für die E-Zigarette bedeutet, denn der Nachweis einer heilenden Wirkung wäre voraussichtlich nicht leicht zu erbringen gewesen.
    Im Oktober 2013 entschied das EU-Parlament darüber, ob die Liquids für E-Zigaretten als Arzneimittel eingestuft werden sollen. Laut Spiegel-Online “hat die Tabaklobby Hunderte Einflüsterer (unter anderem Philip Morris) ins Feld geschickt, Millionen investiert, um Abgeordnete auf ihre Seite zu ziehen." Damit gelang es in letzter Minute, entscheidende Paragrafen zu kippen oder zu verwässern.

    Ein paar weitere Fakten und Stellungnahmen:
    - FDA, DKFZ, BZgA, TK und weitere stufen die E-Zigarette als gesundheitsgefährdend ein und warnen davor.
    - Laut DKFZ werden Verbraucher unfreiwillig zu Versuchsobjekten: Dazu die Studie "Elektrische Zigaretten - ein unkontrollierter Versuch am Verbraucher" http://bit.ly/169vQjp
    - Es ist nicht nur das Suchtmittel und Nervengift Nikotin enthalten, sondern bis zu 90 Prozent Propylenglykol, das akute Atemwegsreizungen auslösen kann.
    - Die FDA konnte außerdem in einigen Kartuschen krebserregende Inhaltsstoffe wie Nitrosamine nachweisen.
    - Mit einer Pharmazentralnummer (PZN) kann die E-Zigarette in Deutschland von Apotheken vertrieben werden. Der Vertrieb über Apotheken gaukelt dem Konsumenten vor, dass es sich um ein sicheres, nicht gesundheitsgefährdendes Arzneimittel handelt.

    Dank an Ulrike Gebhardt für die vielen gut recherchierten Aspekte.
  • Höchste Nikotinkonzentration in nikotinfreien Liquids?

    06.11.2013, TL
    Guten Tag,

    als ich las, dass angeblich in als nikotinfrei gekennzeichneten Liquids "höchste Konzentrationen dieses Suchtmittels" gefunden wurden, war ich erschreckt. Die höchste mir bekannte Konzentration in im Handel erhältlichen Liquids liegt bei 36mg/ml. Dies entspricht 3,6% Nikotin. Die Vorstellung, dass ich unwissentlich in einem angeblich nikotinfreien Liquid noch höhere Konzentrationen konsumieren würde, beunruhigte mich jetzt doch etwas. Wieviel könnte damit gemeint sein? Vielleicht bis zu 50mg/ml? Noch mehr?

    Aber zum Glück gibt es Entwarnung. In den beanstandeten Proben wurden lediglich 0,002mg/ml gefunden. Eine verschwindend geringe Menge, wenn man bedenkt, dass die "leichtesten" käuflich zu erwerbenden Nikotinliquids 6mg/ml enthalten.

    Die Formulierung "höchste Konzentrationen" erachte ich daher als unpassend. "Spuren", "minimale Konzentrationen" oder "vernachlässigbare Mengen" hätten den Kern eher getroffen.
  • Zwei kritische Anmerkungen

    05.11.2013, Rudi Tusch
    Sehr geehrte Redaktion,

    ich finde es löblich, dass Sie sich dieses schwierigen und für nicht wenige ExraucherInnen auch sehr wichtigen Themas annehmen, doch finden sich in oben stehenden Aritkel mehrere fragwürdige und auch falsche Passagen. Auf zwei möchte ich hinweisen.
    - Das Zitat aus Lancet Ontology ist falsch. Es heißt nicht: "unweigerlich" sondern "höchst wahrscheinlich" (most probably).
    - Formaldehyd in der Atemluft ist nicht krebserregend per se (wie die meisten oder eigentlich alle Substanzen), sondern gilt als carzinogen ab einem gewissen Grenzwert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung etwa gibt den Grenzwert mit 124 Mikrogramm pro m3 Raumluft an. Das im Artkel verlinkte Ergebnis der Studie erreicht einen Wert von 55 Mikrogramm bei einem Hintergrund von 25 Mikrogramm. Die Aussage des Artkels ist damit irrefühend.

    Mit freundlichen Grüßen und bitte korrigieren sie mich, wenn ich etwas missverstanden haben sollte.
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Tusch,

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir haben die falsche Übersetzung von "most probably" nachträglich geändert.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Redaktion Spektrum.de
  • Warum wird permanent vor E-Zigaretten gewarnt?

    05.11.2013, Bertram Lienhart
    Ich habe fast 40 Jahre lang 2 Schachteln Zigaretten täglich geraucht und war gesundheitlich schwer angeschlagen: starker Husten, Atembeschwerden, Schwierigkeiten beim Treppen steigen, permanente Infektionen der Atemwege. Mehrere Abstinenzversuche mit diversen Methoden (inkl. Nikotinersatz) sind stets nach wenigen Wochen oder Monaten gescheitert.

    Im Sommer 2011 habe ich zu Dampfen begonnen und seither keinerlei Verlangen mehr nach Zigaretten verspürt. Mein Gesundheitszustand hat sich in dieser Zeit dramatisch verbessert. Alle oben genannten Symptome sind weg. Ich bin ein neuer Mensch und das verdanke ich der E-Zigarette, die mir unter Beibehaltung des mir vertrauten Rituals des "Rauchens" eine wesentlich weniger schädliche Möglichkeit des Nikotinkonsums ermöglicht. Ich habe auch kontinuierlich die Nikotinkonzentration meiner Liquids reduziert, kann also die im Artikel erwähnte Suchtgefahr nicht bestätigen. Im Gegenteil, der Suchtdruck wurde mit der Zeit immer geringer, sodass ich mittlerweile sogar oft auf das Dampfen vergesse.

    Aufgrund meiner Erfahrung verstehe ich die permanenten Warnungen vor E-Zigaretten nicht. Der hier veröffentlichte Artikel erinnert stark an die Publikationen diverser Gesundheitsorganisationen, die eigentlich an der Verbesserung unserer Gesundheit interessiert sein sollten, das aber offenbar nicht sind. Warum soll ein deutlich weniger schädliches Produkt streng reguliert oder gar in Apotheken verbannt werden, während Tabakzigaretten, also bekannte Killer, weiterhin überall frei erhältlich sind? Warum vergleicht man die Inhaltsstoffe und Wirkungen von E-Zigaretten mit jenen von Alpenluft anstatt mit der tödlichen Wirkung von Tabakrauch?
  • Schrödinger-Katze und Doppelspaltversuch

    05.11.2013, Hans Stortnik, Kirchdorf am Inn
    Die Schrödinger-Katze soll meines Erachtens nur das Schicksal eines Photons verdeutlichen, das durch den linken oder durch den rechten Spalt geht. Man weiß eben nicht, wo es entlanggeflogen ist und wird es auch nie wissen. (Hätte man, um das zu erfahren, einen Spalt zugehalten, so hätte man auch die Schrödingergleichung entsprechend abändern müssen, um das Experiment noch korrekt zu beschreiben.) Die Schrödingergleichung beschreibt daher eine Superposition beider Wege, die auch für einzelne Teilchen gilt, die im Minutenabstand auf die Reise geschickt werden.

    Ein anderes berühmtes Beispiel ist die Spur eines Skifahrers, bei dem die Spur des einen Skis links an einem Baum vorbeigeht, und die andere rechts.

    Vielleicht sollte man zum Verständnis dieser "unanschaulichen Realität" statt solcher Vergleiche mehr zwischen "Teilchenphysik" und "Raumzeit" unterscheiden: Ein Photon wird auf seinen Weg geschickt, indem ein Atom am Ort A abgeregt wird, und es wird am Ort B nachgewiesen, wo ein anderes Atom von ihm angeregt wird. Was dazwischen "geschieht", beschreibt die Schrödingergleichung, die insbesondere die raumzeitlichen Randbedingungen - im einfachsten Fall also den Doppelspalt - enthalten muss. Sie gibt Amplituden in der Raumzeit zwischen den beiden Ereignissen an, die jedes einzelne Teilchen in gleicher Weise irgendwie "spürt".

    Ganz wesentlich für diese Beschreibung ist nun die Symmetrie der Versuchsanordnung in Raum und Zeit, und die Schrödingergleichung ist nur korrekt, wenn sie diese Symmetrie wiederspiegelt. Entsprechend dem Nöther-Theorem gehört zu jeder Symmetrie aber ein Erhaltungssatz. Paradoxien, die mit Erhaltungssätzen zusammenhängen und dadurch eine "spukhafte Fernwirkung" erzeugen, beruhen zumeist auf solchen Symmetrien.

    Das wird besonders deutlich bei einem System verschränkter Teilchen. Wenn zum Beispiel bei einer Positronenvernichtung ein Paar Photonen mit entgegengesetztem Spin in entgegengesetzte Richtung starten, ist der Spin beider Photonen zeitlich und räumlich voneinander getrennt messbar. Die Symmetrie des Raums erzwingt eine Symmetrie der Schrödingergleichung derart, dass der Gesamtspin null bleibt, egal, wie lange die Photonen auf der Reise sind. Die "spukhafte Fernwirkung" ist daher keine Eigenschaft der Teilchen, sondern sie wird durch die Symmetrie des Raums erzwungen, den die Photonen durcheilen, und wird diese Symmetrie gebrochen, bleibt der Gesamtspin auch nicht erhalten. Die Symmetrie ist aber eine Eigenschaft des gesamten relevanten Raums während der gesamten relevanten Zeit, und sie wird von jedem Teilchen während des gesamten Verlaufs des Experiments irgendwie abgetastet. Wie es das macht, weiß man nicht, aber die Schrödingergleichung beschreibt das Ergebnis dieses Abtastens offenbar korrekt. Von einem "Kollaps" dieser Wellenfunktion braucht man dann nicht zu sprechen: Wenn die Teilchen am Ziel nachgewiesen ist, ist das Experiment, bei dem die Symmetrie von Raum und Zeit zwischen A und B abgetastet wurde, einfach nur zu Ende, und für das nächste Experiment muss eine neue Schrödigergleichung aufgestellt werden, die den dann relevanten Raum beschreibt.

    Antwort der Redaktion:
    Photoninterferenz ist ein Beispiel für die Quantensuperposition auf mikroskopischer Ebene.
    Schrödinger dachte bei der „Katze“ vor allem an zwei Dinge: Quantensuperposition in der Makrowelt und
    zudem noch die quantenmechanische Verschränkung zwischen atomarem und makroskopischem System.
    Dieser zweite Aspekt fehlt beim Doppelspalt.

    Ob die Teilchen im Minutenabstand oder nicht kommen, ist natürlich egal. Wichtig ist: Einteilcheninterferenz.

    Im Gegensatz zur Photoninterferenz ist der Skifahrer ein Gag eines Zeichners des „New Yorkers“.
    Es ist also kein berühmtes Beispiel, sondern ein Cartoon. Er hat aus meiner Sicht insofern nichts mit den
    Experimenten zu tun, als er andeutet, der Skifahrer würde sich bei der Interferenz teilen.
    Alle Experimente sprechen dafür, dass man die Teilchen immer intakt und vollständig findet.

    Das ist eine seltsame Unterscheidung. Teilchenphysik findet in der Raumzeit stat.
    Und dazu im Hilbertraum

    Die Schrödingergleichung ist für Photonen gar nicht die richtige Gleichung.
    Die Klein-Gordon-Gleichung und Quantenfeldtheorie ist hier angesagt.

    Es stimmt dass Symmetrien mit Erhaltungssätzen einhergehen. Räumliche Symmetrien aber mit Impuls- und Drehimpulserhaltung.
    Bei der Erzeugung von Verschränkung gibt es natürlich auch Erhaltungssätze. Aber die Erhaltungssätze alleine machen noch keine Verschränkung.

    Ich sehe den Bezug zum Kollaps hier nicht. Es kann zwar durchaus sein, dass es keinen objektiven Kollaps gibt (dafür müsste auch erst klar sein ob die Wellenfunktion eine ontologische oder eine epistemologische Bedeutung hat), aber die obigen Ausführungen erhellen hier leider noch nicht viel.


  • Zum Thema Nikotinabhängigkeit und "Einstiegsdroge"

    05.11.2013, Alex N
    Hallo,

    ich bin seit bald einem halben Jahr "Dampfer". Seit dieser Zeit lese ich täglich ausführlich die einschlägigen Foren zum Thema. Deswegen möchte ich einmal meine 2Cent abgeben zu einem Zitat, das mir unangenehm ins Auge gesprungen ist.

    "Der Konsument wird abhängig. Er gewöhnt sich an die Nikotindosis und sucht nach Wegen, sie zu steigern, was in diesem Fall unweigerlich zum Rauchen der klassischen Zigarette führt."

    Nichts dergleichen konnte ich beim Lesen der Berichte von Forenmitgliedern oder in persönlichen Gesprächen mit anderen Dampfern feststellen. In den Foren gibt es täglich neue Erfahrungsberichte neuer und alteingesessener Dampfer sowie Fragen von Umstiegswilligen. In dem halben Jahr habe ich es genau einmal erlebt, dass ein Nichtraucher sich zum Thema E-Zigaretten informierte. Und dieser hatte selbstverständlich ausschließlich Interesse an sogenannten "0er-Liquids", also Liquids ohne Nikotin.

    Desweiteren gibt es auch absolut keine Tendenz, den Nikotinkonsum über die Zeit zu steigern. Es gibt natürlich sehr viele verschiedene Typen von Dampfern. Einige konsumieren seit Beginn an eine gewisse Dosis Nikotin und haben die Erfahrung gemacht, dass die Gefahr eines Rückfalls (der sogenannte "Schmacht") größer wird, wenn sie die Nikotinmenge reduzieren. Viele haben das Ziel Null Nikotin und schleichen deswegen durch kontinuierliche Reduktion das Nikotin langsam aus. Am Häufigsten scheinen mir jedoch die Erfahrungsberichte, dass sich eine Reduktion von ganz alleine über die Zeit ergibt ("Ich habe mit 18mg angefangen, war dann nach wenigen Wochen bei 12, jetzt dampfe ich 6 oder gar 0"). Ich selber gehöre zu den Ausschleichern. Niemals habe ich hingegen von jemandem gehört, der, nachdem die Dosis gefunden war, mit der der komplette Umstieg weg von der Tabakzigarette hin zur E-Zigarette geglückt ist, die Dosis noch weiter erhöhen musste oder wollte.

    Mein Fazit ist daher: Nichtraucher interessieren sich nicht für die E-Zigarette als Einstieg. Wenn es doch Interessierte gibt, so haben diese selbstverständlich nicht das geringste Interesse an Nikotin in ihrem Liquid. Desweiteren führt der langfristige Konsum in der Regel nicht zu einer schleichenden Erhöhung des Nikotinlevels, eher im Gegenteil zu einer teilweise überraschend schnellen Reduktion des Nikotingehalts.
  • Angemessene Bewertung

    05.11.2013, RJ
    1. Die Behauptung, dass die e-Zigarette "unweigerlich" zu einer Erhöhung der Nikotindosis und sodann zum Rauchen führe, sehe ich nicht als begründet an, weder pharmakologisch noch psychologisch noch sonstwie. Das Anflutverhalten des Nikotins ist ein anderes, darüber hinaus kann man sich fragen, ob das Nikotin nicht als Motivator des Gebrauchs von Zigaretten und e-Zigaretten überbewertet wird (siehe 5).

    2. Dass die Zigarettenindustrie sich für die e-Zigarette seit Jahren bereits interessiert, bedeutet meines Erachtens nicht viel. Sie exploriert vieles und hat manches exploriert und wieder fallengelassen. Der Hauptfaktor dürfte nach wie vor die extrem geschickte, ja perfide Werbung sein. Es gibt meines Wissens keine überzeugenden Daten, dass die e-Zigarette als Einstiegsdroge wirken könnte; so etwas scheint mir auch nicht plausibel. Ob die e-Zigarette Rauchern „hilft“, Raucher zu bleiben, ist ebenfalls alles andere als klar. Man sollte meines Erachtens zwischen Werbung und Realität unterscheiden, und zwar auf allen Seiten. Daher sehe ich, nach anfänglicher Aufregung, das "Interesse" der Zigarettenindustrie inzwischen gelassen.

    3. Die inhalative Belastung mit toxischen Substanzen liegt um Größenordnungen unter der des Zigarettenrauchens; das gilt erst recht für die Raumluftbelastung. Man sollte hier auf dem Teppich bleiben, vor allem wenn man weiß, wie geringe Konzentrationen mit heutigen analytischen Methoden noch nachweisbar sind. Nachweisbarkeit heißt nicht Gefährdung, das haben wir in der Umweltmedizin zu Genüge gelernt. Für die physiologischen Reaktionen, soweit sie ausnahmsweise überhaupt detektierbar waren, gilt das Gleiche. Die Daten beispielsweise zu Propylenglykol und Glycerin als Hauptanteilen der Liquids sind dünn. Daraus sollte man meines Erachtens weniger den Schluss ziehen, dass ihre Gefahren unterschätzt werden, als den Schluß, dass sie tatsächlich verschwindend gering sind. Es gibt nämlich keinerlei mechanistische Evidenz, anders als für PAH usw.; Evidenz dieser Art ist in der Bewertung nicht irrelevant.

    4. Aus einer klinischen Perspektive stellt sich das Bild wie folgt dar. Zigarettenrauchen begünstigt mit hohem Risiko eine Vielzahl von Erkrankungen, vor allem Lungenkrebs und COPD. Die effektivste Maßnahme zur Verminderung des Risikos usw., über die wir zur Zeit verfügen, heißt: mit Rauchen aufhören. Daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern, denn keine durchschlagenden therapeutischen Optionen sind in Sicht. Es gibt eine Vielzahl vom Rauchern, die gerne aufhören möchten, aber Schwierigkeiten dabei haben. Unter diesem Aspekt sind Maßnahmen, die den Rauchstopp fördern können, zu begrüßen, selbst wenn die e-Zigarette nur einem gewissen Prozentsatz von Rauchern hilft. Es wäre meines Erachtens unsinnig, die vielen Berichte von Rauchern, denen die e-Zigarette nach ihren Angaben geholfen hat, zu ignorieren.

    5. Beim Aufhören spielt der Nikotinentzug eine gewisse Rolle, aber nur eine vorübergehende. Eine mindestens ebenso große, und viel länger anhaltende, Rolle spielt das Ritual des Gebrauchs. Man weiß lange Zeit nicht, „wohin mit den Händen“, wie mir immer wieder solche berichtet haben, die mit dem Rauchen aufgehört haben. Genau dieses Bedürfnis befriedigt die e-Zigarette. So zeigte eine Studie, dass nach Gebrauch einer nikotinfreien e-Zigarette das Bedürfnis zu rauchen für eine gewisse Zeit fast ebenso stark erniedrigt war wie nach Gebrauch einer nikotinhaltigen Zigarette. Es kommt also nur sekundär auf das Nikotin an. Das heißt natürlich nicht, dass diesem Bedürfnis nachzukommen, in allen Fällen die effektivste Strategie sein muss.

    6. Die Datenlage zur Unterstützung des Rauchstopps ist unbefriedigend. Man sollte aber meines Erachtens bei der Bewertung von Studien beachten, welcher Persönlichkeitstypus von Rauchern eingeschlossen wurde. Es kann gut sein, dass ein Ansatz dem einen Typus besser hilft und ein anderer dem anderen Typus. Wenn in einer randomisierten Studie alles gemischt wird, findet man möglicherweise keine Unterschiede, obgleich bei Adaptation an die Persönlichkeitsstruktur die Effizienz doch verschieden war. Angesichts der nach wie vor traurigen Lage bei der Raucherentwöhnung scheinen mir psychologisch individuell adaptierte Ansätze der einzige akzeptable Weg, den Erfolg wesentlich zu verbessern.

    7. Auf der Basis dieser Überlegungen scheint mir Ihr Beitrag wie etliche (leider auch wissenschaftliche) Artikel zum Thema ein wenig aus der Schreibtischperspektive geschrieben, unter Hintanstellung klinischer Aspekte und Risikoabwägungen. Man sollte immer im Auge haben, dass Tendenzen der Verharmlosung regelhaft solche der Dramatisierung gegenüberstehen, wenn es um Kampffelder wie Rauchen & Co geht. Sollte die Zigarettenindustrie "Erfolg" haben (was ich nicht glaube) und sich das durch Daten belegen lassen, werden wir immer noch zügig reagieren können. In meinen Augen wäre es unsinnig, sich bereits im Vorfeld mittels Verdachtshuberei plausibler Optionen zu berauben. Die primäre Frage ist nicht, was wir uns im Prinzip wünschen (keine vermeidbaren inhalativen usw. Belastungen), sondern was realitätsgerechte und gesellschaftlich angemessene Optionen ist. Und da steht für mich ganz klar die klinische Perspektive im Vordergrund und nicht eine nach meiner Erfahrung bisweilen zum Abgehobenen neigende Risikobewertung.
  • Frei stehendes H

    05.11.2013, Richard Wernig, Strassburg (Österreich)
    Auf S. 42 unten hat sich in der Darstellung der Strukturformel von Zuckern ein kleiner Fehler eingeschlichen: Frei stehendes 'H' bei Fructose und rechte Hälfte der Saccharose ist zu viel!