Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Orakel Gehirn

    03.03.2014, Leo Dorner
    Funktioniert demnach das Gehirn a) wie ein Orakel fürs Unbewußte, oder b) wie eine Determinante, wie ein biologisches Prozessor, ähnlich jenem der uns mal böse Geschwüre, mal gute Verdauung beschert?

    Und wenn und während ich diesen Leserbrief schreibe, darf ich mich unter a) oder b) interpretieren?
  • Fehlt: Religion als persönliche Erfahrung

    03.03.2014, Robert G.
    Vom Autor als Evolutionspsychologen vermisse ich hier auch ganz klar eine Erklärung für die ganz persönlichen Erfahrungen, von denen viele gläubige Menschen berichten können. Seien es einfach nur Gefühle, Ketten von merkwürdigen Zufällen oder plötzliche Bekehrungen von Personen, die im Nachhinein selbst sagen, dass sie sehr skeptisch waren (und sind), und nie damit gerechnet hätten.

    Ob man eine evolutionäre Entstehung des Glaubens an der Schule lehren sollte, halte ich jedenfalls für sehr fragwürdig. Beispielsweise lehrt der christliche Glaube, dass Gott dem Menschen die Freiheit schenkt, zu glauben oder nicht zu glauben. Folgerichtig sollte es nicht möglich sein, die Existenz oder Nichtexistenz Gottes zweifelsfrei beweisen zu können. Auch andere Religionen und philosophische Ansätze schließen diesbezügliche Beweise aus.
  • Versprechen nicht eingelöst

    03.03.2014, Gerd Oldekop
    In den ersten Zeilen wird der Beweis dafür avisiert, dass "... das soziale Umfeld auf die Erbanlagen zurückwirkt ..." beziehungsweise dass das "zentrale Dogma der Molekularbiologie, wonach der Informationsfluss DNA->RNA->Protein eine Einbahnstraße" sei, nicht mehr uneingeschränkt gelte.
    Im weiteren Verlauf des Artikels kann diese Aussage, die jeden Biologen zunächst einmal elektrisiert, jedoch nicht eingelöst werden. Alle beschriebenen Mechanismen können zwar die Ausprägung der Gene mehr oder weniger weit gehend überlagern, jedoch wird das eigentliche Erbgut unverändert weitergegeben. (Eine "anständige" Meiose und Befruchtung setzt alle dargestellten Einflüsse auf null zurück.) Insofern ist die Überschrift irreführend.
  • Glaubensbekenntnisse

    02.03.2014, Omnibus56
    Tatsächlich tut es weh, wenn religiotische Glaubensbekenntnisse (Gott wird seine "Schöpfung" beschützen, es kann gar nichts passieren) von wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen ad absurdum geführt werden. Dann wird Wissenschaft zu "grünen Glaubensbekenntnissen" verunglimpft oder von "Verabsolutierung" gesprochen...

    Gefördert wird dieser Unsinn (das Klimawandel-"Skepsis" zu nennen, ist ein Affront für jeden echten Skeptiker) praktisch ausschließlich von Profiteuren der ungehemmten Ausbeutung der Natur und der Menschen (z. B. große Unternehmen der Energie- und Rohstoffbranche) und/oder Religioten (z. B. Koch-Brüder). Schlimm wird es, wenn die Massen-Medien ebenfalls in der Hand der interessierten Profiteure ist, und die Wähler ordentlich gehirngewaschen und/oder mit dem Arbeitsplatz-Argument bedroht werden.

    Selbst wenn Skepsis bzgl. des Klimawandels angebracht wäre (was er IMO nicht ist), ist das Verbrennen von fossilen Rohstoffen oder großflächige Abholzung von Wäldern ein kurzfristiges Pofitdenken, dass heute einigen wenigen Luxus erlaubt und nachfolgenden Generationen überlässt, die Konsequenzen zu tragen. Ethisch ist ein solches Verhalten völlig inakzeptabel!
  • Religion ist eben nicht rudimentär

    02.03.2014, Stefan Pschera
    Die rudimentäre These gibt es schon lang und damit müsste Religion langsam verschwinden. Tut diese aber nachweislich nicht.

    Man weiß doch, wir werden unbewusst gelenkt. Unsere Entscheidungen sind vorgeprägt und wir folgen. Und bei Problemen erhalten nach einiger Zeit Lösungen. Und das zuständige Organ ist auch bekannt: das Gehirn. Dieses registriert alles und sucht im Eigeninteresse Lösungen. Und so sind die gefundenen Lösungen sind je nach Wissen und Vorprägung egoistisch. Es braucht keinen Gott im Himmel, wir haben den Helfer in uns: Die filigranen Fäden des Konnektoms.
    www.straktur.de





  • Unhaltbare Hypothesen

    02.03.2014, Leo Dorner
    Wenn R e l i g i o n auf Stammesgeschichte und deren Evolutionen, diese wiederum auf Gehirnprozesse reduzierbar, also aus dieser Doppelwurzel erklärbar wäre, hätten wir es bei Platon-Cusanus-Hegel (um nur diese zu nennen und von den unwissenden, weil nicht-empirisch verfahrenden Religionsgründer zu schweigen) mit ausgesuchten Dummköpfen zu tun.

    Wenn Empiriker meinen, Geist sei ein "Epiphänomen" der biologischen Evolution oder ihres Gehirns ,müßten sie, um ihres performativen Widerspruchs bewußt werden zu können, den Akt ihrer Erklärung widerspruchsfrei - empirisch! - aus ihren beiden (Letzt)Gründen ableiten können.
    Dies ist unmöglich, weshalb wir es mit einer Äußerung des wissenschaftlichen Aberglaubens unseres Zeitgeistes zu tun haben.
    LD
  • Warum mit dem letzten Punkt anfangen?

    01.03.2014, Christian Krippenstapel
    Haben Sie mal recherchiert, wozu Palmöl eigentlich hauptsächlich verwendet wird? Ein kurzer Blick in den einschlägigen Wikipedia-Artikel liefert da schon einiges interessantes zutage: In erster Linie wird Palmöl als Nahrungsmittel verwendet und seit China, Indien und andere "Tigerstaaten" der Region gutes Geld verdienen, können sich die Menschen dort (endlich!) ausreichend Nahrungsmittel leisten, unter anderem eben auch Palmöl. Daß die Nachfrage dadurch sprunghaft steigt kann doch nicht überraschen.

    Aus dem industriell genutzten Palmöl werden, wie seit Jahrzehnten schon, in großen Mengen Tenside hergestellt. Mithin ist Waschpulver weit klimaschädlicher als Biodiesel, der mengenmäßig nach wie vor eine untergeordnete Rolle spielt, weil Palmölmethylester einen Stockpunkt von +10°C hat und als Biodiesel in den Hauptverbrauchsländern gar nicht taugt, da die wenigsten Industrieländer in tropischen Regionen liegen. Zwar läßt sich daraus im Vakuum eine tieftemperaturstabile Fraktion abdestillieren, aber der Aufwand ist erheblich und die Ausbeute schlecht, so daß dies eher unter "exotisch" verbucht werden kann.

    Insgesamt frage ich mich, warum der vielversprechende Ansatz der Biotreibstoffe offenbar um´s Verrecken in Verruf gebracht werden soll, anstatt zu versuchen, ihn zu optimieren und nachhaltig zu gestalten. Langfristig kommen wir doch sowieso nicht daraum herum, diese Ressource zu nutzen!
  • Unbeständiges Klima – mit Konsequenzen

    01.03.2014, Andreas Kalt
    @howetzel

    Natürlich ist das Klima unbeständig. Und ja: natürlich ist der Meeresspiegel seit dem Ende der letzten Kaltzeit in der Größenordnung von 100 m angestiegen. Insofern ist Klimawandel in der Erdgeschichte normal.

    ABER: Normal ist auch, dass in solchen Wandelzeiten Arten aussterben, Populationen durch andere verdrängt werden etc. Dass das normal ist, heißt noch lange nicht, dass das für uns Menschen auch »in Ordnung« ist, denn in unserem Fall hieße das, dass z.B. große Städte und andere Ballungsräume an den Küsen unbewohnbar würden. Viele hundert Millionen Menschen (z.B. an den Küsten Bangladeshs oder Chinas) müssten diese Siedlungsräume verlassen und würden andere Orte suchen, an denen sie sich niederlassen können.

    Gleichzeitig würden sich Klimazonen verschieben, Nahrungsmittelproduktion wäre nicht mehr überall dort möglich, wo sie heute betrieben wird. Daran kann man sich anpassen, aber für geschätzt ein bis zwei Jahrzehnte gäbe es erstmal Hungersnöte durch Dürren, Überschwemmungen etc. wie sie ja für Australien im Artikel schon genannt wurden.

    Im Ergebnis käme (oder vielleicht besser: kommt) es zu Konflikten: (Bürger-)Kriege um Siedlungsraum, Nahrung etc.

    All das kann man erdgeschichtlich als »normal« bezeichnen. Das macht es für uns Menschen, die wir die Konsequenzen global überblicken und in ihrer Unmenschlichkeit erkennen können, nicht besser.
  • Schluss mit dem Märchen vom bösen CO2!

    28.02.2014, Ralf Carls
    CO2 ist ein lebensnotwendiges Gas. Pflanzen die Sauerstoff mittels Photosynthese erzeugen brauchen CO2. Ohne Sauerstoff kein höheres Leben. Eine Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre ist ein Segen. Die hölländischen Gewächshäuser werden mit CO2 begast.
    Eine wärmere Welt ist zu begrüßen. Die Wiege der Menschheit stand in Afrika und nirgendwo lebt es sich angenehmer als in warmen Gefilden.
  • Top-Eleven

    28.02.2014, Lutz Dörfel
    Schon mal über Lenin nachgedacht ? Seine Mumie ist bestimmt bekannter als das einbalsamierte Steak ...
  • Woher die Masse kommt

    28.02.2014, Juan
    Das Higgs-Boson ist erzeugt worden in Cern. Hat man das Higgs-Feld direkt nachweisen können? Ist die Wechselwirkung mit Elementarteilchen direkt nachweisbar? Für die Erzeugung von Masse wird es wahrscheinlich noch andere Theorien geben. Als mißstrauischer Physiklaie würde ich sagen: Beim Higgs-Boson liegt ein Denkfehler vor. Wegen der Weltformel. Die bedarf mit Sicherheit keine 500-seitige Umschreibung. Die Weltformel wird wohl wohl aus einer einzigen kurzen Formel bestehen. Die Weltformel gibt es schon. Sie wurde wahrscheinlich noch nicht als diese erkannt.
  • Meeresspiegel in den letzten 8000 Jahren um 140 m gestiegen! ????

    28.02.2014, fleshman
    Wo kommen diese Zahlen her?
  • Mahnungen für mehr klimawissenschaftliche Vernunft

    27.02.2014, howetzel
    Ja, natürlich tut es weh, wenn Grüne Glaubensbekenntnisse angegriffen werden. Aber das ist so, wenn wissenschaftliche Erkenntnis zur absoluten Wahrheit mutieren. "Die Klimafalle: Die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung " von Hans von Storch und Werner Krauß zeigt, dass die Verabsolutierung einzelner Erkenntnisse nicht zielführend ist.
    Die Welt ist eben, wie immer, viel komplexer, als dass sie mit einer Dimension (hier CO2-Emission) beschrieben werden kann.

    Das beständige am Klima ist, dass es unbeständig ist. So ist z.B. der Meeresspiegel in den letzten 8000 Jahren um 140 m gestiegen!
  • Kopflose Hühnerbrigade

    27.02.2014, Paul R. Woods
    Tony Abbott war vor seiner Wahl gegen Umweltschutz und setzt seine Drohungen (oops - Wahlversprechen) nach der Wahl konsequent um.
    Seine Wahl hat er in der Hauptsache gewonnen weil Labour mit internen Parteikämpfen und einer Art "Reise nach Jerusalem" (engl. "musical chairs") sich beim Wähler diskreditierte. Es ist zu hoffen, dass nach den 3 Jahren (ja, länger ist eine Legislaturperiode 'down under' nicht) wieder jemand ans Ruder kommt, der etwas 'grüner' ist.
  • Zu Unrecht vergessen oder zu Unrecht verschwiegen?

    26.02.2014, Dominic Kudlacek, Wuppertal
    Dem Beitrag über das Leben und Wirken von Friedrich Houtermans fehlt es an einer angemessenen Auseinandersetzung mit dem offensichtlichen Mangel an ethischen Werten des Physikers Houtermans. Wie irreführend der Artikel hier ist, zeigt nicht zuletzt die äußerst einseitige Bewertung des Beitrags in einem Leserbrief von Ansgar Hofmann aus Heidelberg. Ich darf hier daran erinnern, dass Houtermans für ein im industriellen Maß mordendes Regime die Entwicklung einer Massenvernichtungswaffe vorangetrieben hat. Gerade Houtermans muss vor dem Hintergrund seiner persönlichen Erfahrungen gewusst haben, welchem Zweck seine Forschung letztlich dienen sollte: noch mehr millionenfachen Massenmord.
    Wie irritierend ist da die Bemerkung von Dieter Hoffmann, Houtermans hätte sich durch den Hinweis an einen für die Amerikaner arbeitenden Kollegen „Beeilt Euch. Wir sind nahe dran.“ in Gefahr gebracht. Houtermans konnte den Erfolg oder eben Misserfolg und die Geschwindigkeit der eigenen Forschung doch selbst beeinflussen. Kann es unkommentiert bleiben, dass für Houtermans die Physik und der eigene Erfolg offenbar allem voranstanden? Anders ist es schließlich nicht zu erklären, weshalb ein Forscher sich wissentlich an der Entwicklung von Atombomben für ein Regime beteiligt hat, das für Auschwitz und Babyn Jar verantwortlich war.
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