Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Wenig Neues für ein altes Problem

    20.12.2013, Christian Daniel, Bremen
    Das langjährige gute Empfehlungen nicht eingehalten werden, ist kein Hinweis auf ihre Unwirksamkeit, sondern es liegt in der Freiheit freier Bürger sich nachhaltig falsch, auch zum eigenen Schaden, zu verhalten - solange andere nicht gefähredet oder geschädigt werden.

    Der Ansatz einer fettreichen und kohlehydratarmen Diät ist nicht neu, siehe Harvey, Epstein, Metabolic Balance. Nur als Laie kann ich kein klares Ergebniss sehen, es gibt Bestätigungen oder keine Effekte in der Literatur. Der Beitrag gibt nur einen Ausblick auf die Wiederholung dieser Messungen, ohne neue Fakten.

    Als Ingenieur folge ich doch erst mal dem Energiesatz: Zum Abnehmen muss erst mal eine negative Energiebilanz vorliegen, wie auch immer erreicht. Und hier spielt Bewegung eine sehr große Rolle!
    - Wenn eine bestimmte Nährstoffkombination dazu führt (geringere verwertbare Energie oder erhöhter Energieverbrauch), so ist das für eine Gewichtsreduktionsdiät geeignet, effektiver Trick !
    - Nur umgekehrt ist dies dann eine uneffektive Ernährung, weil bei einer anderen Zusammensetzung dann ein positiver, netto, Energiebetrag bleibt - man könnte sich dann auch eine Nahrungsmenge sparen.
    - Entscheidend für die Akzeptanz bleibt dabei aber auch das Sättigungsgefühl (Artikel vorher), wir haben keine zuverlässige Tankuhr, vor allem wenn der Tank fast immer voll ist.

    Im Kern treten dabei zwei Fragen hervor, die nur gestreift wurden:
    - Sind die verwertbaren Energiemengen eines Nahrungsmittels, oder besser der Teile Kohlehydrate, Fette, Eiweisse, abhängig von der Kombination dieser, und wie groß sind diese Veränderungen. Dies wäre ein Effekt zweiter Ordnung; schwierig zu messen. Traditionell haben sich daher bestimmte vorteilshafte Essensgerichte herausgebildet.
    - Wie wird die Verwertung der Kohlehydrate gesteuert, verteilt, die relativ schnell verdaut werden (zirka zwei Stunden)? Beim oder kurz nach dem Essen ackern nur wenige gleich voll los! Wie wird die Menge des Flusses in die drei Speicher: Leber, Muskeln, Fett gesteuert? Insulin brauchen diese Wege alle, wird bei dem stoffwechselgesunden auch ausreichend geliefert. Hier fehlen in der Grafik Seite 43 unten noch zwei weitere Wege der Glukosespeicherung in die Leber und Muskeln, die mit dem Fettspeicher konkurieren.

    Es gab (leider) in Kriegs- und Notzeiten große Feldversuche in der Geschichte: Meist waren energiedichte, hochwertige Nahrungsmittel (Zucker, Fette, Fleisch) rationiert oder wenig vorhanden. Dagegen "Sättigungsbeilagen" wie Getreide, Brot, Kartoffeln, Bohnen noch ausreichend, Hauptbasis der Ernährung. Daneben musste hart und viel gearbeitet werden. Adipositas und Diabetes II waren dann fast unbekannt. Derselbe Effekt lässt sich bei aufstrebenden neuen Industrieländern beobachten (China). Was sollte uns das sagen??
  • Wie erntet man?

    20.12.2013, Liane Mayer
    Mich würde interessieren, wie man
    1.) den optimalen Zeitpunkt für die "Ernte" der Maden herausfindet: Es sollen ja möglichst wenig "Speisereste" dabei sein, die Maden sollen aber auch nicht am Verhungern sein. Und
    2.) wie genau trennt man die "reifen" Insekten von den noch nicht verzehrten Gammelfleisch (oder was immer) - Resten? Wenn man abwartet, bis sie alle zu Fliegen geworden sind sind, könnte man sie einsammeln, sobald sie davonfliegen, aber das wird ja offenbar nicht so gemacht.
    3.) wüsste ich gerne, warum man die Maden nicht einfach lebend verfüttert - den Hühnern (und Lachsen und Forellen) würde das doch sicher gefallen? Ist das nur ein Transport - und Haltbarkeitsproblem? Oder gibt es andere Gründe auch?
    4.) frage ich mich, ob eine Diät aus nur einer Insektenart nicht ein bisschen einseitig ist auf die Dauer? Warum nicht mehrere Arten kombinieren und z. B. Heuschrecken, Schaben oder Termiten zufüttern? Die lassen sich ja sicher auch mit allerhand Material ernähren, das preisgünstig zu haben ist!
  • Man darf unbeachtete Faktoren im Szenario nicht unterschätzen.

    20.12.2013, Max Klein
    Angelagerte organische Giftstoffe, die uns das zB.: Faule Fleisch verbieten, aber insekten nicht schaden können Probleme darstellen.

    Ekel hab ich vor dem was das Tier fraß, das Faule Fleisch wo es herkam.

    Pfeilgiftfrösche sind auch nur giftig für uns weil sie Giftige Insekten fressen.
  • Logikfehler, der einem Philosophen nicht passieren dürfte

    18.12.2013, Jay Bates
    Zitat: "Erstens, das vorherrschende materialistisch-neodarwinistische Weltbild sei unhaltbar geworden, da es nicht in der Lage sei, die Entstehung des Bewusstseins – und noch weniger der Vernunft – in seine Theorie zu integrieren. Es zeige sich, 'dass die Biologie keine rein physikalische Wissenschaft sein kann'."
    Wenn eine Theorie ein Teilphänomen ihres Geltungsraumes nicht erklären kann, ist sie deswegen nicht falsch, sondern höchstens unvollständig! Solche Unsauberkeiten sind - neben gänzlich fehlenden Definitionen dessen, was denn nun unter "Geist", "Bewusstsein" etc. zu verstehen sei - Grundmuster des gesamten Buchs.
  • Ich find's gut

    17.12.2013, Dr. Thomas Kerschner
    Ich find das Buch gut, bin Dr. der Physik und fühle mich nicht angegriffen o.ä., sondern zum Nachdenken angeregt! Die obige Kritik tut genau das, was sie an Unzicker kritisiert!
  • Zusammensetzung der Darmbakterien wichtiger

    17.12.2013, Gerd Zelck, Seevetal
    Leser Udo Werner schreibt in seinem Leserbrief im Januarheft, dass er die 3 Artikel mit Interesse und Vergnügen gelesen habe und dass im Artikel "Was macht wirklich dick?" von Gary Taubes die Sache auf den Punkt gebracht wird. Ersters kann ich bestätigen, die zweite Aussage nicht. Ich habe nach dem Lesen der Artikel selbst einmal eine kleine Recherche zum Thema durchgeführt (siehe Anhang) und fand, dass der Dickmacher Nr. 1 zunächst einmal die gesättigten Fettsäuren sind und erst dann in Folge die Bewegungsunlust hinzukommt. Genetische Ursachen gibt es zwar, aber nur in geringem Umfang. Als viel wichtiger wird die Zusammensetzung der Darmbakterien angesehen.
  • Die neolithische Katze

    17.12.2013, Gerda Kuhfittig
    Hier ist ein ganz unwissenschaftlicher Beitrag:
    Rudyard Kipling hat der neolithischen Katze eine Geschichte gewidmet: "The cat that walked by himself". Falls es keine reine neolithische Katze war, zumindest lebte die darin erwähnte Familie in einer netten trockenen Höhle.
  • Eine Altigkeit widerlegt!

    17.12.2013, Gottfried Heumesser
    Gerade die angeführten Links zu geringfügig älteren sdw-Beiträgen zeigen, dass die jahrzehntelang unreflektiert abgeschriebene Behauptung, die Hauskatze sei im Alten Ägypten domestiziert worden, falsch ist. Wäre eigentlich auch unwahrscheinlich, da Ägypten im Gegensatz zum Fruchtbaren Halbmond sehr spät neolithisiert wurde. Da fand man auf Zypern eine viel ältere Gemeinschaftsbestattung von Mensch und Katze (Frage: Warum gab sdw in dem Beitrag keine Datierung an?). Ich kann mich auch an einen Beitrag erinnern, dass die Präkeramiker "mit Hund und Katz" vom Festland nach Zypern geschippert seien. Und wenn die Präkeramiker Getreide ernteten, hatten sie sicher auch schon Bedarf für Tiere, die die Schädlingspopulationen niedrig halten. Und dazu eignet sich nun mal die Katze: Sie frisst kein Getreide, wohl aber die kleinen Viecher, die sich daran laben.
    Die Sensation dieses Artikels scheint also darin zu bestehen, dass die betreffenden ostasiatischen Archäologen die Forschungsergebnisse des letzten Jahrzehnts ignoriert haben.
  • So what

    17.12.2013, Walter Weiss
    Ich würde/werde das Buch sicher mit Vergnügen lesen, meine eigenen Gedanken bestätigt finden und nur an zwei Schaltstellen dieses wohlige Gefühl unterbrechen:

    (1) Hat der Autor die wesentlichen Grundlagen der Entstehung der Religionen rational und evolutionsgerecht untersucht (wenn überhaupt)?

    (2) Hat der Autor seine eigene Verstandestätigkeit rechtzeitig analysiert?

    Ohne diese beiden Eckpfeiler würde ja jede Beschäftigung mit den Einzelheiten der Materie (in den USA offenbar sehr wesentlich, bei uns in Westeuropa zum Glück nur marginal wichtig) schwammig und angreifbar bleiben.

    IM ÜBRIGEN: Wer von den Dumpfbacken liest denn diese Rezension, geschweige denn das Buch? Wer von den Dumpfbacken liest Spektrum der Wissenschaft, Science, Nature - und hat überhaupt Ahnung von der Existenz solcher Zeitschriften?

    Man kann hier nur 'ad hominem' argumentieren, denn Kreationismus ist unbestreitbar nichts anderes als das Ergebnis nichtrationalen 'Denkens' oder auch 'Nichtdenkens'. Das muß man auch so nennen dürfen.

    Ein Überblick über die vorliegenden Lesermeinungen belegt das ja letzten Endes auch, denn die einzigen geäußerten Bedenken sind entweder gänzlich indiskutabel oder verlieren sich in tausend uninteressanten Einzelheiten, die nicht weiter führen.
  • Reine Fantasieprodukte

    16.12.2013, Achim Lucas Rehm, Staudernheim
    Immer wird diese These ex oriente lux vorgetragen zu allen nur erdenklichen Bereichen der Vorzeit.
    Diese These ist hahnebüchener Unsinn und irreführend.
    Man vermischt kulturellen Austausch und versetzt den Ursprung vieler kultureller Eigenschaften, rein willkürlich, in den Osten, da man glaubt, sie somit ausreichend erklärt zu haben und sie vor Kritik aus jeglicher Richtung bewahren zu können. Diese Art der wissenschaftlichen Forschung ist äußerst unseriös und postuliert angebliche Fakten, die in Wahrheit reine Fantasieprodukte sind.
  • Diese Studie ist keine Studie

    15.12.2013, Jörn Jaenecke
    Was soll eine Studie von 6(!) Wochen Dauer für Erkenntnisse über die kognitive Entwicklung bringen die über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte erfolgt ?
    Völlig unabhängig davon, ob Musizieren "schlau" macht, fördert es vielleicht einfach nur die Disziplin zu lernen und zu üben und macht möglicherweise auf diesem Umweg "schlau".
    Noch dazu wurde das genannte bessere bzw. schlechtere Abschneiden in den anschließenden Tests aus nur 29(!) Versuchsteilnehmern heraus gelesen, die sich auf zwei Gruppen aufteilten, also nicht mehr als das Rauschen des Zufalls.
    Ich will nicht das Gegenteil behaupten, aber diese "Studie" widerlegt gar nichts.
  • Wesentliche Grundlage?

    15.12.2013, Walter Weiss
    Nach der Rezension ist der Inhalt des Buchs ein tour d'horizon durch alle denkbaren und vorgefallenen Fälle der Bedeutung der Menschenwürde.

    Bei aller Anschaulichkeit und Vielfarbigkeit dieser Fälle fehlen offenbar jedoch zwei wesentliche Gesichtspunkte:

    (1) Der Begriff der Menschenwürde ist wie das ganze Paket Demokratie/Menschenrechte/unabhängige Justiz, zu dem es gehört, nichts Absolutes, sondern nur Teil dieser - äußerst wichtigen - menschlichen Erfindung. Demzufolge ist dieser Begriff auch einer fortwährenden und ständigen Entwicklung, Ergänzung, Ausweitung, Einschränkung, kurz: einer immerwährenden Anpassung an die sich ändernden menschlichen Verhältnisse unterworfen. Für derartige Änderungen gibt es keine vorgegebenen ehernen Regeln; vielmehr muß von Fall zu Fall nach allen denkbaren Gesichtspunkten entschieden werden, ob die Menschenwürde verletzt ist oder nicht. Diese Gesichtspunkte sind vor allem, aber nicht ausschließlich, die bisher gefundenen Lösungen dieser Frage. Letztenendes kann es sich dabei nur um mehr oder weniger Willkür handeln.

    (2) Alle Überlegungen auf diesem Gebiet sind an 'unseren' westlichen Kulturkreis sehr eng gebunden. Soweit Menschenwürde in anderen Kulturkreisen überhaupt eine Rolle spielt, wird sie vielfach völlig anderen Regelungen unterworfen als bei uns.
  • 6 Wochen zu kurz

    14.12.2013, anonymus
    Also ich muss meine Vorredner zustimmen! Wer kann denn von sich behaupten, dass er innerhalb von 6 Wochen ein Musikinstrument erlernen kann?!? Man braucht manchmal bis zu 6 Wochen bis man ein Stück auf einem Instrument spielen kann, wenn man das Instrument eigentlich schon beherrscht!
    Ich stimme der Studie voll und ganz zu, dass man nach 6 Wochen bestimmt keinen Unterschied merkt. Aber 6 Wochen sind für so eine pauschale Aussage viel(!) zu(!) kurz!
  • Eine gar nicht dumme Studie

    13.12.2013, Robert Orso
    Überhaupt keine "Erkenntnis" steht je "außer Frage", ganz im Gegenteil. Jede noch so eingebürgerte Weisheit gehört von Zeit zu Zeit penibel geprüft. Gar zu leicht schleichen sich bequeme Wunschvorstellungen ein, die zu hartnäckigem "Allgemeinwissen" führen, das schlichtweg falsch ist.

    Wie im angesprochenen Artikel behauptet wurde: "Viele Untersuchungen zeigen, dass rege musikalische Beschäftigung im Schnitt mit höherer Intelligenz einhergeht."

    Nun, so wie es aussieht, genügen viele dieser "vielen Studien" den strengen wissenschaftlichen Kriterien nicht, sind nicht verifiziert und liefern auch keine statistisch signifikanten Ergebnisse.

    Leider gelten aufwändige Wiederholungsstudien, noch dazu solche mit negativem Ergebnis, in der wissenschaftlichen Publikations Kultur nur sehr wenig. Da aber Wissenschaftler nur nach der Anzahl ihrer Veröffentlichungen gemessen werden, bekommen wir eben viele belanglose Studien mit zweifelhaften Ergebnissen als die ultimative Erkenntnis serviert - und niemand macht sich die Mühe, das zu überprüfen.

    Vielen Dank also an Samuel Mehr, dass er sich die Mühe gemacht hat, dieser Idee noch einmal ordentlich auf den Zahn zu fühlen.
  • Ist die habitable Zone so einfach zu definieren?

    13.12.2013, Ulrich Heemann
    Ich empfinde es als erstaunlich, dass die mir bekannten Artikel zur habitablen Zone keine Angaben zur Bedeutung der Masse und des Radius der betreffenden Planeten machen. Die Frage, ob Wasser gehalten werden kann, hängt doch auch ganz wesentlichen von der sich daraus ergebenden gravitativen Potentialtiefe ab. Oder wird hier immer von den Parametern unserer Erde ausgegangen? Oder sollte deren Einfluss tatsächlich vernachlässigbar gegenüber der Wirkung der quadratisch mit dem Abstand abnehmenden Wärmeeinstrahlung sein?
    Wenn es um die grundsätzliche Frage nach der Entstehung von Leben geht, sind dabei die Möglichkeiten, die sich auf größeren Monden ergeben, noch gar nicht berücksichtigt.