Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Erneut Gravitationswellen nachgewiesen

    16.06.2016, Möhles, Rainer
    Sollte bei der Kollision zweier schwarzer Löcher die Gravitationswelle nicht am Gravitationsfeld gestreut werden und daher eine Art fernes Donnern entstehen? Die beschriebenen Signale des ersten Ereignisses dagegen brechen sehr scharf ab. Bei relativistischen Näherungsrechnungen entsteht ein sogenannter "Schweifterm", der das Signal verschmieren sollte, oder?
    Wie ist die Meinung der Relativitätstheoretiker?
  • Muskelbeanspruchung in Schuhen vs barfuß

    16.06.2016, Holzbein-Samuel
    Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich läuft man barfuß ganz anders als in Schuhen. Während man in Schuhen hart auf der Ferse auftreten kann, geht dies barfuß nur bedingt, so dass man mehr auf dem Ballen läuft. Beansprucht man nun also Muskelgruppen übermäßig, die man vorher wenig benutzt hat, kriegt man selbstverständlich Muskelkater. Wer z.B. noch keinen einzigen Liegestütz gemacht hat und sich dann beim Bankdrücken verausgabt, wird genauso Muskelkater bekommen wie jmd der sein Leben lang Schuhe getragen hat und nun barfuß läuft. Rückschlüsse auf mehr oder weniger Aktivität der Muskeln lassen sich daraus nicht ziehen.
  • Die KI steckt noch in Kinderschuhen

    16.06.2016, Andreas Grund
    Lange bevor es möglich wurde, mit statistischen Algorithmen (Neuronale Netze) Fachwissen zu generalisieren und praktisch einzusetzen, war es üblich, Expertensysteme manuell zu errichten.

    Die Klassifizierung auf Basis manuell erstellten Expertensystems waren nachvollziehbar und deshalb im Falle eines Fehlers auch schnell behebbar.
    Diese "alte KI" wird weiterhin erfolgreich eingesetzt.
    Leider hat diese Methodik ihre Probleme mit allzu dynamischen Wissensgebieten.
    Konkret: Immer dann, wenn ein Mensch nicht in der Lage war, ein konkretes Regelwerk anzugeben, misslang die Errichtung eines entsprechenden Expertensystems.

    Genau hier sind automatische Lernverfahren überlegen. Sie erzeugen eine Wissensbasis auf Basis selbst gemachter Erfahrungen. Die Formulierung als Regel liegt dann in Form der Gewichtungen des Lernsystems vor und kann sofort genutzt werden.

    Was in der Regel unterbleibt, ist eine genauere Analyse der vom Lernalgorithmus gefundenen Regeln. Der Weg der Entscheidungsfindung ist durch bloßes Betrachten der Gewichtungen nicht nachvollziehbar.
    Hier steckt die neue KI noch in den Kinderschuhen.

    Eine schöne Analogie entdecke ich bei Heranwachsenden, z.T. sogar bei Erwachsenen. Gefragt, warum sie etwas bestimmtes getan haben, antworten viele mit "Weiß ich nicht" oder "Ich wollte das eben".

    Die Fähigkeit zur Analyse und zur verständlichen Darstellung der eigenen Handlungsmotive entwickelt sich erst später im Erwachsenenalter - manchmal auch gar nicht.

    Für viele Fragen ließe sich durch gründliche Analyse eine für Menschen verständliche Erklärung nach dem "Warum" finden. Ob das immer gelingen kann, bezweifle ich stark.
  • Vielleicht

    16.06.2016, Tom
    liegt die längere Lebenserwartung von Frauen auch einfach daran dass wir nach Abzug von Schwangerschaften etc. immer noch 30% mehr für die Gesundheit von Frauen ausgeben???
  • Ungewöhnliche Wortwahl

    16.06.2016, Markus Lauerer, München
    Eine interessante Zusammenschau verschiedener Forschungsmeinungen zum Thema Traumschlaf! Wobei hier natürlich mehr noch als in anderen Bereichen der Neurowissenschaften gelten muss: Über eine mehr oder weniger solide fundierte Theorie ist zumindest aktuell kaum hinauszukommen, daher vermutlich auch die doch recht beträchtliche Divergenz der unterschiedlichen Positionen zur Bedeutung des Träumens.
    Was mich beim Lesen des Artikels etwas stutzig gemacht hat: Im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Funktion des Traums als Möglichkeit des folgenlosen Durchspielens realer Herausforderungen wird wiederholt von einer 'evolutiven' Entstehung dieser Eigenheit gesprochen. Dieses Adjektiv ist mir allerdings eher im Kontext der Sprachwissenschaften vertraut, ich meine, 'evolutionär' träfe das Gemeinte deutlich besser. Ob es sich um einen Übersetzungsfehler handelt oder ob die ungewöhnliche Wortwahl auch im Original so zu finden ist, kann ich an dieser Stelle natürlich nicht beurteilen.
    Antwort der Redaktion:
    Es freut uns natürlich, wenn Ihnen unsere Artikel zusagen.

    Zum Wort »evolutiv«: das Adjektiv ist in der Biologie tatsächlich auch gebräuchlich. Im Herderlexikon etwa wird es zusammen mit vielen Substantiven verwendet.
  • Tiere Töten nur weil es Spaß macht?

    15.06.2016, Robert Orso
    Geht es ernsthaft darum ob es gerechtfertigt ist, dass (manche) Menschen Lebewesen nur aus dem einen Grund töten "weil es geil ist"? Tiere die ohnehin schon gefährdet sind?

    Nur weil diese Menschen GELD haben und es leichter ist an dieses zu kommen, wenn man ihnen den Spaß einfach erlaubt? Und wenn man das Geld schon hat, was kann man damit doch Großartiges machen...

    Sie denken zu klein. Mit dieser Methode könnte man doch noch viel mehr Wohltaten vollbringen.

    Man könnte ja beispielsweise legale Kokain Transporte aus Kolumbien durchführen - in begrenztem Rahmen natürlich und ordentlich versteuert. Mit dem eingenommenen Geld kann man dann viel effizienter gegen die Drogen Kriminalität vorgehen. Außerdem leben die armen Leute dort doch von nichts anderem. Im Grunde wäre das eine Art Entwicklungshilfe. Nur so lange, bis sich dort eine andere Einkommensgrundlage gebildet hat.



    Es gibt so viele Möglichkeiten, sich Sch... schön zu reden und zu vergolden.

    ----
    Deutsches Tierschutzgesetz:
    § 1
    Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
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    Vergleichbare Gesetze gibt es auch in anderen Ländern. "weil man das immer schon mal machen wollte" ist wohl kein "vernünftiger Grund" im Sinne dieses Gesetzes. Da hilft auch der Paragraph über "waidgerechte Ausübung der Jagd" nicht, denn Jagd ist es nur wenn sie dem Zweck der notwendigen Nahrungsbeschaffung dient oder zur Begrenzung übermäßiger (weil fehl entwickelter) Tier Populationen.

    Dass die Handlung "im Ausland" durchgeführt wird ändert nichts daran, dass wir an diese Gesetze dennoch gebunden sind.

    Nein, ich halte diese Idee nicht für zielführend. Wenn man etwas NICHT will, dann ist eine "begrenzte Erlaubnis" das falsche Mittel um es zu erreichen.

    Ich bin nicht gegen die Jagd. Eine nachhaltige Jagd zum Nahrungserwerb ist der Natur durchaus zuzumuten. Aber ein Tier nur deswegen zu töten "damit es tot ist", ohne Not, ein möglichst großes und möglichst seltenes und dann ist der einzige "Nutzen" ein Foto des tapferen Helden mit dem erlegten Monster und eventuell ein abgeschnittener Kopf?

    Nein. Klares Nein.
    Antwort der Redaktion:
    Anm. d. Redaktion: Dieser Leserbrief wurde gekürzt.
  • Muskelbeanspruchung in Schuhen vs. barfuß

    15.06.2016, Kai Hiltmann
    Wer barfuß läuft, merkt schnell, dass er sich anfangs mehr anstrengen muss, schneller müde wird und in den Füßen gar Muskelkater bekommen kann. Umgekehrt ist das nicht so. Die Folgerung der Forscher scheint mir daher zweifelhaft.
  • Einfach toll

    15.06.2016, Christian Schüller
    Ich finde solche Entwicklungen absolut spannend. Es wäre mal interessant, welche Firmen, in welchem Bereich dazu forschen bzw. generell arbeiten. Leider finde ich nicht wirklich viele Informationen dazu - mglw. stell ich mich da auch etwas dümmlich an.
    Denn an solchen Entwicklungen teilzuhaben, ist in meinen Augen einfach unschlagbar.

    Und das sich der Mensch durch Technik weiterentwickelt und verbessert, finde ich jetzt nicht verwerflich. Aber über ethische Fragen kann man sich den Kopf zerbrechen, wenn die Technik entwickelt ist.
  • stimmt so nicht

    15.06.2016, yurimow
    "... die Symmetrie aber in einer Weise gestört, dass sich das Spiegelbild der einen Form nicht mit dem der anderen zur Deckung bringen lässt"

    eben nicht. Bei chiralen stoffen ist es so, dass das spiegelbild des moleküls NICHT mit dem ursprünglichen molekül deckungsgleich ist. Daher gibt es zwei varianten von denen die eine das spiegelbild des anderen ist.

    Beispiel hand. Das spielgelbild der rechten hand ist nicht deckungsgleich mit der rechten hand, ABER das spiegelbild der rechten hand ist eine linke hand und umgekehrt.

    Oder beispiel schraube: das spiegelbild einer rechtsdrehenden schraube ist keine rechtsdrehende schraube sondern eine linksdrehende schraube.
    Antwort der Redaktion:
    Da haben Sie Recht. Wir haben den Fehler korrigiert. Danke für den Hinweis.
  • 36000km reichen schon, was die Belastung angeht

    14.06.2016, Christian
    @Hannes Partsch:
    Was die Belastbarkeit des Seils angeht (also wieviel seiner eigenen Länge es halten muss) reichen 36.000km locker (da nur auf das unterste Stück die Schwerkraft so wirkt, wie wir es von der Oberfläche kennen, wirkt sogar weniger als das Gewicht von 36.000km).

    Natürlich braucht man mehrere Seile und noch jede Menge Hilfstechnik. Für die prinzipielle Machbarkeit (also ob es überhaupt eine Konstruktion gibt, die als Weltraumlift hält), ist die spannende Frage, ob es ein passendes Material gibt (das sich von der Oberfläche bis zum geostationären Orbit spannen lässt). Das Fliehgewicht muss sich auch nicht so weit jenseits des Orbits befinden. Da kann man dann auch "einfach" mehr Gewicht (oder mehrere Gewichte und Seile) aber entsprechend weniger Strecke nehmen. Der Abstand Erde-Orbit hingegen lässt sich nicht verkürzen, ohne das Prinzip Weltraumlift aufzugeben.
  • Das erste bekannte Säugetier ist wegen des Klimawandels ausgestorben

    14.06.2016, Joachim
    Man darf wohl davon ausgehen, dass es weitere, seltene Arten gab, die nie erfasst worden waren und die ebenfalls ohne den globalen Klimawandel die anderen Herausforderungen wie insbesondere Habitatverschlechterungen gerade noch überstanden hätten.
    Andere dürften wegen lokalem Klimawandel, wie er durch Entwaldung entsteht, verloren gegangen sein.
  • Etwas für lehrbegierige Hobby-Insektenkundler

    14.06.2016, Fabienne B. Bergdorfer
    Schmid fasst das Buch folgendermaßen zusammen: "ästhetisches Vergnügen, gepaart mit spannenden Informationen", was auch meiner Ansicht nach das Buch sehr passend fazitiert.
    In manchem Maße mag das vorliegende Werk den Leser beinahe in Ekstase zu versetzen, wenn er sich die Bilder des selbigen zur Gemüte führt. Doch, nicht nur das: Auch mit reichlich Informationen ist das Sachbuch angereichert - für lehrbegierige Hobby-Insektenkundler und solche, die es werden wollen.
  • 36.000 km reichen nicht!

    14.06.2016, Hannes Partsch
    Es reicht nicht, wenn das Seil "nur" bis zu der geostationären Bahn in ca. 36.000 km Höhe reicht. Schließlich muß das Gewicht des Seiles gehalten und das Seil auch gespannt werden. Mit anderen Worten: Das Seil wird sehr wahrscheinlich um einiges länger sein müssen (oder etwas kürzer mit einem Fliehgewicht), damit die Fliehkraft das Gewicht des Seilbereichs unter der geostationären Bahn halten kann. Das sind dann zwei Seile hintereinander, in der Mitte ist das Weltraumhotel :-).
    Dumm wäre nur, wenn z.B das äußere Seil risse, dann kracht alles zur Erde, oder wenn das untere Seil bricht, dann fliegt alles ungebremst in das All. Beides keine einladenden Aussichten.
    Zudem frage ich mich, wie man das Seil errichtet? Wahrscheinlich Stück für Stück von der geostationären Bahn aus mit gleichen Längen sowohl in Richtung Erde wie auch in Richtung All. Zudem flöge das "Erdseil" der Erdrotation voraus, da sich ja alles mit derselben Winkelgeschwindigkeit drehen muß, muß also, je näher man der Erde kommt, gebremst werden. Im selben Maße muß das äußere Seil beschleunigt werden. Da wäre ich mal gespannt, wie Fachleute sich die Montage - jetzt nur mal theoretisch - vorstellen.
  • Nun ja,

    13.06.2016, Gast
    anscheinend ist es wichtiger den Leuten die ganze Nacht über grell flimmernde Werbung vorzuführen als für einen dunklen Himmel zu sorgen, damit man die Natur und die Sterne sehen kann.
  • Komplizierter als man denkt

    13.06.2016, Tobias A. Knoch
    viel kann man in diesem zusammenhang von stahlseilen im bergwerksbereich lernen: im prinzip sind das naemlich komplexe gewebe mit dementsprechend komplexen eigenschaften der kraft und energiedissipation entlang des seils.

    dazu kommt noch das nicht triviale testen des seils und ein entsprechendes proceeding fuer das feststellen der seilermuedung und dann den austausch des ermuedeten seils.

    noch instruktiver wird die sache, wenn man sich anschaut was im alltagseinsatz benutzt wird, zum beispiel in suedafrika: dort setzt man komplexe stahlseile mit laengen bis 2000m und durchmessern von bis zu 160 mm ein. diese muessen staendig getestet werden. eine der groessten zerstoerenden pruefmaschinen ueberhaupt fuer den test neuer seile bzw. der ermuedung von im einsatz befindlichen seilen steht ebenfalls in suedafrika, naemlich bei CSIR in johannesburg (maximaler zug 1500 tonnen {15MegaNewton}, von MFL aus deutschland). dort testet man rund um die uhr entsprechende seile. entscheidende parameter im einsatz sind das eigengewicht des seils und natuerlich die zu befoerdernde last.

    extrapoliert man nun mit faktor 100, sieht man schnell, dass man erst bei ca. 200 km ist - das ist immerhin die in der naehe der ISS. klar ist aber auch, dass das seil dann nicht mehr so ganz wie ein seil aussehen wird, wie man sich das wohl gemeinhin vorstellt. vielleicht eher ein komplexer flexibler turm aus vielen seilen, wo staendig ermuedete seile repariert oder ausgetauscht werden...