Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Klimaphänomene

    11.02.2017, Noldi Schwarz
    Was soll das Ganze? Nun werden bereits einzelne Tage beigezogen um den Klimawandel zu beweisen? Vor einigen Jahren hiess es noch, die Periode müsse mindestens 15 - 25 Jahre dauern um ein klares Bild zu erhalten. Ich erinnere mich an einen Januaraufenthalt in Finnland vor rund 20 Jahren. In den ersten Tagen herrschten Temperaturen von -30 bis -40 Grad. 2 Tage später waren es knapp 0 Grad. Das zeigt doch, dass solche Unterschiede kein neues Phänomen sind, sondern zu neuen Phänomenen gemacht werden. Hätten wir keinen stetigen Klimawandel würde sich z.B. die Schweiz immer noch unter einer riesigen, meterdicken Eisschicht befinden. Das war gerade Mal vor 10 - 12'000 Jahren. Ein Klacks, wenn man das Alter unseres Planeten bedenkt.
  • Kommunikationsstrategie gesucht

    11.02.2017, Jutta Paulus
    Anscheinend führen die immer extremeren Ausschläge des zumindest in der Arktis rapide voranschreitenden Klimawandels nicht dazu, dass diese Bedrohung als solche wahrgenommen wird - weder von den Politikern, noch in den Medien (jedenfalls der jeweiligen Mehrheit). Versucht man, die dringende Notwendigkeit sofortigen Umsteuerns in der Energie-, Verkehrs-, Industrie- und Landwirtschaftspolitik zu thematisieren, wird man schnell des Alarmismus und der Angstmacherei beschuldigt. Gern wird auch behauptet, es gebe ja nun wirklich wichtigere Themen (Migration, soziale Gerechtigkeit, Trump), und ein Land allein könne ohnehin nichts ausrichten usw. usf.
    Wie kann erreicht werden, dass wenigstens zur Kenntnis genommen wird, dass die Realität im hohen Norden gerade sämtliche Modelle überholt?!
  • Hilfskonstrukt?

    11.02.2017, Theingard
    Dieser Meinung bin ich schon lange (moderne Äthertheorie). Warum die MOND-Theorie erst jetzt wieder einer näheren Betrachtung unterzogen wird, kann ich nicht verstehen. Sie ist eine gute Alternative, die ohne weit hergeholte Zusatzannahmen (exotische Teilchen ohne Wechselwirkung außer Gravitation) auskommt.
  • Einstein + Relativität der Materie/Masse ? .

    11.02.2017, carsten
    Einstein definierte Schwerkraft als Effekt der Krümmung von Raum und Zeit in der Anwesenheit von Materie ..... bzw. Abwesenheit von Materie - oder ? Ist es nicht so definiert, dass Zeit bei Anwesenheit von Materie langsamer wird zur allgemeinen Raumzeit ??? Oder meinte er nicht Masse, die er als Materie oder Energie definierte ?

    Fakt ist eben, das das mit der Schwerkraft im Sonnensystem und vielleicht innerhalb einer Galaxie gilt und darüber hinaus scheint es dann unstimmig zuwerden. Und deswegen versucht man eben, wie man das eben so macht Theorien aufzulösen und ins noch kleinere zu gehen, noch mehr an Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen, um den Bogen schlüssig spannen zu können, wie Einstein das ja auch gemacht hat.. Raum und Zeit existieren nicht so konkret und faktisch, wie wir das gerne hätten.
    Ich habe da in dem Artikel jetzt einfach rausgelesen, dass der Raum im Universum gekrümmt ist und deswegen die Galaxien von Außen deformiert aussehen, aber aus der Ichperpektive dann wieder homogen sind. Eigentlich sind das auch Gedanken von Einstein. Jetzt fehlt eventuell nur noch der Denkansatz Relativität der Materie . Materie ist nicht gleich Energie, sondern es gibt noch einen weiteren Faktor, der aus Energie Masse Materie werden läßt .. Gott?
    Oder (oben im Artikel wird die dunkle Energie ja nicht verleugnet): weil Masse gleich Energie ist, krümmt auch die dunkle Energie den Raum und verformt so die Galaxien, die sonst vielleicht strahlenförmig aussehen würden - so wie unser Sonnenstystem. Wir haben quasi die Raumkrümmung ständig vor unseren Augen bzw. Teleskopen und wollen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.
  • Dunkle Materie nicht erforderlich

    11.02.2017, Dr. Klaus Baeuerle
    Dunkle Materie ist nur erforderlich wenn Gravitonen die Ursache von Gravitation sind.
    Bislang wurden trotz hohem Aufwand weder Gravitonen noch Dunkle Materie nachgewiesen.
    Dieser link stellt ein Gravitationsmodell vor, welches ohne Beides auskommt.
    Er macht das Aequivalenzprinzip plausibel.
    http://colorfulglobe.com/gravitation.html


  • Life Science Krise

    10.02.2017, Oliver R.
    Dass die Life Sciences in einer stummen Krise angekommen sind, ist mittlerweile ein in der Forscherszene bekanntes, aber tabuisiertes Geheimnis. Fehlende Replizierbarkeit, Zeitliche statt Qualitative Konkurrenz und Häppchenpublishing ruinieren die Arbeitswelt für nicht allzuviele Forscher und solche, die es werden wollen. Da scheint es kaum verwunderlich, wenn zu reißerischen Formulierungen und aufbauschenden Artikeln gegriffen wird, um medienwirksam zu bleiben.

    Allein schon der Fall des metallischen Wasserstoffs war ein Paradebeispiel für solches Verhalten. Was mich allerdings wundert ist der Fakt, dass sich andere noch darüber wundern.
  • Die Theorie ist das Problem

    09.02.2017, Albrecht Giese
    Das Problem der Gravitation ist, dass die heutige Physik nicht weiß, wie es zu Gravitationserscheinungen kommt. Gewiss, wir haben die Allgemeine Relativitätstheorie von Einstein. Aber diese ist ein geometrischer, kein physikalischer Ansatz. Sie beschreibt Gravitation quantitativ richtig, erklärt sie aber nicht.
    Beispielsweise ist die Frage, was gravitative Masse eigentlich mit träger Masse zu tun hat, heute völlig unverstanden. Die Higgs-Theorie, welche nach Ansicht des Nobelpreis-Komitees die Trägheit erklärt, sagt nichts zur Gravitation. Die Verbindung ist unerklärt.
    Da gibt es nun einen einfachen und gut funktionierenden Ansatz, der auf diese unverstandene Verbindung verzichtet; die Annahme nämlich, dass Gravitation nichts mit Masse zu tun hat. Das heißt im Detail, dass jedes Elementarteilchen den gleichen Beitrag zum Gravitationsfeld leistet, unabhängig von seiner Masse. Das hat nun die Konsequenz, dass leichte Teilchen wie Photonen und Neutrinos einen ernst zu nehmenden Beitrag leisten. Und das hat ein verblüffendes Ergebnis.
    Nimmt man die Photonen und die Neutrinos einer Galaxie zur Bestimmung des Gravitationsfeldes hinzu, gleichwertig neben den Quarks der Protonen und Neutronen, dann kommt bei der Berechnung der Galaxien, das heißt ihrer Rotationskurven, genau das heraus, was man beobachtet, dabei sowohl die Größe des Effektes wie auch die räumliche Verteilung. – Wäre das nicht einmal eine Überlegung wert?
  • Die Guten werden im Stich gelassen

    09.02.2017, Holm Simon

    Die guten und die schlechten Bakterien (S. 76, Kasten) habe ich über den im Artikel dargestellten Zeitraum hinaus weiter im Computer wachsen lassen. Die angegebenen Zahlen ermöglichen eine eindeutige Rekonstruktion der (exponentiellen) Wachstumsfunktion jeder der sechs Subpopulationen. Zum Startzeitpunkt (t = 0) liegt der Anteil der „Guten“ in der Gesamtpopulation bei 0,500 und zur Zeit t = 1 bei 0,533 (wie dort angegeben). Bei t = 1,74 erreicht dieser Anteil sein Maximum mit 0,541. Danach fällt der Anteil der „Guten“ monoton und nähert sich asymptotisch Null. Bei t = 3,63 ist der Ausgangswert wieder erreicht, und bei t = 20 liegt der Anteil nur noch bei 1,9 Prozent der Gesamtpopulation. Unter speziellen Bedingungen können die „Guten“ also in exponentiell wachsenden Populationen trotz Anteilsverlusten in den einzelnen Subpopulationen zugleich für einen begrenzten Zeitraum Anteile an der Gesamtpopulation gewinnen. Langfristig lässt sie die Simpson-Paradoxie jedoch im Stich.


    Ergänzung 23. 2. 2017:


    Modifiziert man die (eigentlich exponentielle) Wachstumsfunktion der (fiktiven) Bakterienkulturen so, dass das Wachstum (für Altruisten und Egoisten) mit dem Anteil der Altruisten (systematisch und nicht nur zufällig) positiv korreliert ist, kann man aus den angeführten Daten (S. 76 Kasten) eine eindeutige Rekonstruktion der Wachstumsfunktion nicht mehr durchführen. Aber alle mit dem Simpson-Paradox vereinbaren (und sinnvollen) Wachstumsfunktionen weisen sehr ähnliche Eigenschaften auf : Der Anteil der Altruisten an der Gesamtpopulation steigt anfangs bis zu einem Maximum, um dann asymptotisch einem Grenzwert zuzustreben, der kleiner ist als der Anfangswert. Langfristig kann also durch den puren „Simpson-Effekt“ der Anteil der „Guten“ nicht steigen. Auch wenn das Wachstum wegen Ressourcenverbrauchs in Stagnation gerät, verschwindet der „Simpson-Effekt“, da sich die Populationsgrößen angleichen.



    Wenn allerdings während einer Wachstumsphase, in der der Anteil der „Guten“ nicht zu niedrig ist, eine schwere Störung mit Vermischung aller Populationen, Ausscheiden eines großen (und zufällig ausgewählten) Teils der Individuen aus der Vermehrungstätigkeit, sowie Neugründungen getrennter Kleingruppen mit großer (zufälliger) Verschiedenheit ihres Anteils an „Guten“ auftritt, und anschließend eine Wachstumsphase (der Kleingruppen) folgt, kann der Anteil der „Guten“ von Runde zu Runde ansteigen und sogar langfristig auf hohe Werte klettern, wenn dieser Zyklus aus ökologischer Krise und Wachstum immer wieder wiederholt wird. In dem angeführten Artikel aus „Science“ berichten Chuang und Kollegen, dass (in Laborversuchen mit Bakterien) nach 5 Wiederholungen einer solchen Prozedur der Anteil der „Guten“ von 10 % auf 95 % gestiegen war. Bedeutet das, dass schwere ökologische Krisen wichtig oder notwendig zur Evolution von Altruismus sind? Und die Moral von der Geschicht: Ohne Krise gedeiht das Gute nicht?


  • Verfechter/Vertreter der Dunklen Materie

    09.02.2017, Gast
    Was sollen denn das für Leute sein?
    Dunkle Materie die mit nichts wechselwirkt, die aber oh Wunder einen Effekt erklärt der mit den bisherigen Theorien nicht erklärbar ist, entspricht ja wohl exakt dem, was man unter Magie versteht.

    Das man sich das als Hilfskrücke gefallen lässt, weil man noch keine schlüssige Idee hatte wie man das vernünftig erklären kann, lasse ich mir ja noch eingehen.
    Aber sowas wie "Fans" von Dunkler Materie unter Forschern, also wirklich.
    Wenn es da jetzt eine ernsthafte Chance gibt, diesen Quatsch wieder loszuwerden, sollten die Forscher in dem Bereich jetzt doch alle Feuer und Flamme sein.

    Gruß ...

    P.S.: Dunkle Materie ist die selbe Kategorie wie "Äther".
  • Perlen vor die Säue

    09.02.2017, Udo
    Ich komme aus Leopoldshafen, einem zentralen Standort des KIT. In einem Land, das (Aber-) Glaube und Religion so sehr duldet- bisweilen hofiert, stehen Wissenschaft und Forschung auf verlorenem Posten. in unserer Gesellschaft grassieren esoterisches Wunschdenken (z.B. Homöopathie mit billionfachen Verdünnungen) in Kombination mit tiefer Ablehnung von wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn. Eine Politik der Technikfeindlichkeit, der Ideologie des „ursprünglichen“ Lebens und der nichtfachmännischen Bedenkenträger, welche die Maßstäbe der Ethik und Moral festlegen. Diese haben die Kultur und Begeisterung für Wissenschaft und Technik nachhaltig zerstört.

    Die Kernfusion wird kommen.
    Nicht aber in Deutschland.
    Hier in Leopoldshafen gab es vor kurzem eine Truppe, die wollte das Symbol des Atomes aus dem Gemeindewappen entfernen.
    Grund: Das Atom ist gefährlich.
    Diese Ideologie prägt Deuschland seit der Gründung der Grünen.
    Wäre ich Wissenschaftler am KIT, würde ich den Standort Deutschland sofort verlassen. Die hiesige Gesellschaft hat die Früchte der Erkenntnis nicht im geringsten verdient.
    Forschung in und für die Gesellschaft in diesem Land gleicht dem Werfen von Perlen vor die Säue. (Matthäus, Kapitel 7, Vers 6 – in diesem Zusammenhang macht sogar Religion Sinn...)
  • Warum Doppelblindstudie?

    08.02.2017, Otmar Wanierke
    Wie oft das Paradoxon vorkommt, hängt sehr stark von der Art der statistischen Erhebung ab. Gerade die zur Demonstration verwendete medizinische Blindstudie ist im Gegensatz zu einer Beobachtungsstudie kaum anfällig für das Paradoxon. Das erhöht die Spannung beim Lesen, weil das Paradoxon bei einer randomisierten Studie tatsächlich unglaubwürdig wirkt. Die Wahl des Demonstrationsobjektes birgt aber auch die Gefahr, die Doppelblindstudie in Misskredit zu bringen. Bei den in Tabelle 2 und 3 gegebenen Erfolgsquoten und gleicher Anzahl von männlichen und weiblichen Probanden tritt das Paradoxon nur dann auf, wenn der Männeranteil in der Kontrollgruppe kleiner als 3/8 ist. Bei der genannten Teilnehmerzahl ist die Wahrscheinlichkeit dafür 4,22*10–4. Wird die Anzahl der Teilnehmer mit 100 oder 10000 multipliziert, sinkt die Wahrscheinlichkeit für das Paradoxon von Simpson auf 2,57*10–222 bzw. 1.28*10–21950, wie man über die kumulierte Verteilungsfunktion der hypergeometrischen Verteilung nachrechnen kann. Die Wahrscheinlichkeiten sind so klein, dass jede praktische Bedeutung verloren geht.
  • Verschlüsselung

    08.02.2017, Harald Dataminer
    Mich würde interessieren, wie sich die Existenz solcher Rechner auf die Verschlüsselungsmaßnahmen von Otto-Normal-User auswirkt. Die dürfte hinfällig sein.
  • ungenau

    08.02.2017, Manfred Selck
    Bei verschränkten Photonen kann ich Eigenschaften wie die Polarisation nicht "gezielt verändern". Ich kann sie nur messen und lege sie durch die Messung in beiden Photonen fest. Der Messwert ist aber zufällig.
  • Kupferkessel

    08.02.2017, Franz Kass
    Eine saure Mischung (Wein!), die 9 Tage in einem Kupferkessel gelagert wurde, dürfte beträchtliche Mengen an Kupferionen enthalten. Gar nicht so verwunderlich, dass die Mischung biozid wirkt. Ochsengalle ist ein sehr wirksames Tensid, das das Benetzen der Haut sowie das Eindringen der Wirkstoffe erleichtern dürfte.
  • Zweischneidiges Schwert

    08.02.2017, MarcGyver
    Einerseits finde ich es gut, dass man sich so was für möglichen Erkenntnisgewinn noch einmal anguckt. Andererseits sind solche Rezepte und ihre Wirkung vor allem für Laien schwer einzuordnen, weil man ja erst mal wissen müsste, ob sie tatsächlich besser gewirkt haben als ein Placebo oder vielleicht nur weniger geschadet als alternative Heilmethoden dieser Zeit (wie der Aderlass). Hoffentlich bedenken die beteiligten Forscher das. Anhänger homöopathischer Methoden z. B. könnten sich durch so was sonst gestärkt fühlen, mit dem Finger auf die Untersuchungen zeigen und "Seht ihr? Die untersuchen jetzt wissenschaftlich, warum die Medizin von damals gewirkt hat!" sagen, ohne zu hinterfragen, ob denn tatsächlich eine Wirkung vorhanden war.