Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • you get what you ask for

    04.06.2017, Bernd Kirchheim
    Früher lebten die Wissenschaftler im Elfenbeinturm, keiner von aussen schrie dazwischen und keiner von aussen zweifelte die Wahrheit der Ergebnisse an (was keinesfalls deren Fehlerfreiheit bedeutete - siehe Äther).

    Nun sollen sie raus aus dem Elfenbeinturm, jedes Resultat muss dem Guten und Glück der Menschheit dienen. Der Vorteil ist: es gibt mehr Geld & Ressourchen für Wissenschaft und technischen Fortschritt.
    Der Nachteil: Scharlatanierie und Populismus, auch in der Wissenschaft werden hoffähig - öffentliche Zweifel nicht nur häufiger sondern auch häufiger berechtigt.
    Es scheint mir eine Kostennutzenrechnung zu sein, bisher überwog klar der Nutzen
    (siehe Fortschritte in Technik, Nahrungsgüterproduktion u Medizin bis heute). Aber
    das kann sehr schnell kippen...vorallem wenn man davon ausgeht, dass die Kostenkurve sich nicht so schnell stoppen lässt. Gerationen, die bereits mit dem
    Zweifel an Glaubwürdigkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnis aufwachsen (und zB
    eher das Internet als entgültige Wahrheitsquelle sehen) werden sich nicht plötzlich wieder ändern
  • ein Philosoph ...

    03.06.2017, deluge
    muss wohl Probleme mit dem Begriff "Fakt" haben - bzw. herbei konstruieren - da sich doch seine Wissenschaft ausschliesslich im Kopfe abspielt. Und so bewegt sich seine Argumentation in Zyklen und Epizyklen um den Begriff herum (so wie er in der "science" verstanden werden muss), statt von einer klaren Definition auszugehen und dann deren Grenzen zu explorieren.

    Wohin so etwas führt, konnte man etwa im 19ten Jahrhundert sehen, als die Geometrie des realen Raum von Philosophen für denknotwendig euklidisch gehalten wurde. Bis die Physik zeigte, dass es doch anders ist ... (Ich vermute, dass Philosophen hier ansetzen und diskutieren wollen, was es mit dem Realen auf sich hat...)
  • Schade.

    02.06.2017, cero
    Ich habe mehr von einem Beitrag mit diesem Titel erwartet. Der Artikel scheint sich nur darüber auszulassen, dass nicht immer alle Begriffe klar definiert sind (was ein großes Problem ist, aber vor allem eines der 'weichen' Wissenschaften) und dass nicht alles wissenschaftlich evaluierbar ist (sonst bräuchte man keine Politik).

    Beides sind rein menschliche, begriffliche oder emotionale Probleme. Das hat nichts mit dem Nicht-Vorhandensein einer objektiven "Wahrheit" zu tun.

    Auch das Wasserkocher-Beispiel läuft ins Leere. Offensichtlich haben beide Personen eine unzulässige Verallgemeinerung ihres konkreten "Experiments" getroffen, wenn sie einen Widerspruch in ihren Ergebnissen sehen. Das bedeutet nicht, dass es keine objektive Wahrheit gibt, sondern nur dass beide die komplette Wahrheit nicht erfassen konnten.

    Viel spannender wäre doch gewesen, ab wann wissenschaftliche Ergebnisse als gesichert genug gelten, um sie als "Fakt" zu bezeichnen. Das ist nämlich alles andere als klar. Darauf geht der Artikel leider überhaupt nicht ein.
  • Achtsamkeit kann helfen

    02.06.2017, Interessierter Leser
    Ich habe meine Depressionen mit meditativen Übungen und Achtsamkeitstraining in den Griff bekommen. Sich bewusst machen, dass dieser Zustand nicht "normal" ist, hat den entscheidenen Anstoß gegeben.

    Selbst in schlimmeren Krisensituationen schaffe ich es mittlerweile nicht mehr in die Depressionen zurückzufallen. Ich brauchte dafür keine Psychotherapeuten oder Medikamente, dass könnte aber daran liegen, dass ich schon immer sehr ehrlich mit mir selbst umgegangen bin. Wenn man es nicht aus eigenem Antrieb schafft, sollte ein Psychotherapeut schon helfen können, glaube ich.
  • Meine Güte…

    02.06.2017, Gort
    Wieder eine Sau, die alle Jahre wieder durch das Dorf getrieben wird. Als Betroffener im Bereich mittelschwere Depression kann ich nur sagen, dass es die Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Unterstützung war, die mir geholfen hat. Die Medikamente ziehen einen Boden ein, so dass eine Besserung, aber vor allem Stabilität einkehrt und ein Absacken verhindert wird. Darauf lässt es sich dann psychotherapeutisch arbeiten. Ansonsten möchte ich hier einmal eine Lanze für die mitunter belächelte Psychoanalyse brechen. Bei komplexen Situationen ist es wichtig, tiefe Ursachen zu erarbeiten und anzugehen. Ja, das kann langwierig und anstrengend sein, aber auch lohnend. Besser die Wurzel angehen als Symptome.
  • Inflationsmodell in der Kritik

    01.06.2017, Peer Hosenthien
    Urknalltheorie – ein Schöpfungsmythos?

    Der Beitrag hat mir sehr gefallen, da das zur Zeit fast allseits anerkannte Standardmodell, die Urknalltheorie, mir schon vorher suspekt war, denn der Prozess läuft zwangsläufig ab, das heißt der Schluss (die Gegenwart und ggf. sogar die Zukunft) ist schon mit dem Anfang (Urknall) determiniert. Nach meinem Verständnis sind bei komplexen Entwicklungsprozessen, wie der Entstehung der Erde, des Lebens, der Menschheit oder bei der Entwicklung eines einzelnen Menschen, so auch bei der Entwicklung des Universums jeweils viele zufällige Einzelereignisse zu einer lange Folge verknüpft, so dass aus dem Beginn keine Aussagen über das die gesamte Entwicklung getroffen werden kann. Die Urknalltheorie stellt hier eine exotische Ausnahme dar. Vor einiger Zeit hatte ich eine länger Diskussion mit einem Vertreter der Zeugen Jehovas, bei der mir die Urknalltheorie genau aus diesen Grund als göttlicher Plan vorgestellt wurde. Ich halte es für problematisch, wenn eine wissenschaftliche Theorie, hier nicht unberechtigt, als göttlicher Beweis herangezogen werden kann. Es ist nach meine Meinung zu vermuten, dass an einer wissenschaftlichen Theorie dann irgendwas nicht stimmen kann.
  • Sind Instinkte erlernt?

    01.06.2017, Stefan Pschera
    Erlaube mir hinzuweisen auf den Artikel
    http://www.spektrum.de/news/sind-instinkte-erlernt/1460075

    Ganz zögerlich wird die reine Darvinlehre modifiziert. Ein Paradigmenwechsel ist längst überfällig. Aber dies ist gerade für Fachexperten schwierig. Viele Engramme im eigenen Gehirn sind zu verändern. Also, raus aus dem alten Denken: "Unter den Talaren – Muff von 200 Jahren"




  • Fahrradparkplätze und andere Kleinigkeiten

    01.06.2017, Tegres
    Bezugnehmend auf den den Beitrag über meinem:
    Man könnte Arbeitgeber Fördermittel zukommen lassen, wenn sie Autoparkplätze zu sicheren Fahrradparkplätzen, das heißt abgeschlossen und beispielsweise nur für die Mitarbeiter nutzbar, umwandeln.

    Letztenendes denke ich, dass es auch an der Summe der vielen Kleinigkeiten liegt, dass Fahrradfahren für viele nicht attraktiv genug ist: Wie eben den oben genannten (noch vielerorts nicht vorhandenen) sicheren Fahradparkplätzen, keiner Möglichkeit im ICE sein Fahrrad mitzunehmen, außer man besitzt ein Klapprad (kann ich nur empfehlen, es wird sicher zum Glück mit dem neuen ICE 4 wenigstens ein wenig bessern), der nicht überall vorhandenen Freigabe von Einbahnstraßen (ich kenne keine, bei der das keinen Sinn machen würde, aber Ausnahmen bestätigen die Regel), etc.
    Alles Sachen, die sich verhältnismäßig leicht ändern ließen. Hier könnte man mit wenig Aufwand einiges erreichen.
  • Falsches Feinbild

    01.06.2017, Vorstadt Strizzi
    Es fällt auf, dass es keinen Beitrag in Deutschland zu Radverkehr kennt, jedenfalls ist mir noch keiner untergekommen, der nicht gegen den Kfz-Verkehr Stellung bezieht.
    Es scheint, als müssten unbedingt, durchweg und von jedem Autor Rad- und Kfz-Verkehr gegeneinander in Opposition gebracht werden.

    Die in Deutschland durchgesetzte Strategie, den Radverkehr 'wegen der besseren Sichtbarkeit' (alles zu eurer Sicherheit!) in den bedrohlichen und teils lebensgefährlichen Clinch mit den Autofahrern zu schicken, diese Strategie findet sich, jetzt verkehrspolitisch verbrämt, 1:1 in sämtlichen Artikeln zu Radverkehr wieder.
    Die Verkehrsteilnehmer werden aufeinander gehetzt. Stress haben dadurch beide, Kraftfahrer wie Radfahrer. Verlieren jedoch tut einer: Der Radverkehr.

    Interessant daran ist, dass es auch anders geht. In den Niederlanden wird jede Radverkehrsmassnahme so kommuniziert, dass der Nutzen für den kfz-Verkehr sichtbar ist.

    Ich habe kein Problem damit, wenn man meint dass aus umweltpolitischen, Stadtentwicklungs- oder anderen Gründen der Kfz-Verkehr reduziert werden muss. Deshalb muss man aber nicht dem Radverkehr die Schuld zuschieben.

    Was den Radverkehr angeht: Natürlich braucht er Platz. Es ist aber nicht nötig oder ihm gar sachdienlich, ihn als Poller gegen den Kfz-Verkehr einzusetzen.

    Der vorhandene, in der Stadt naturgemäß knappe Raum muss fair aufgeteilt werden. Der Radverkehr hat Anspruch auf eine eigene und ähnlich komfortable Infrastruktur wie der Kfz-Verkehr. Das war's aber auch schon.
    Ab da gilt, soweit es den Radverkehr betrifft: Freie Wahl für freie Bürger.

    Wenn Politiker oder Verkehrsplaner darüberhinaus meinen, aus vielleicht ja auch nachvollziehbaren Gründen etwas gegen den Kfz-Verkehr unternehmen zu müssen, dann sollen sie es den Kfz-Fahrern erklären.

    Aber nicht den Radverkehr vorschieben und die Wut auf ihn lenken. Das Verkehrsklima ist durch die aktuelle Radverkehrspolitik (Kampf auf der Fahrbahn) schlecht genug.
  • zu Augen auf Punkt 3

    31.05.2017, Jens
    genauso wie ich für mein Auto Winterreifen aufziehen muss, wechsle ich bei meinem Rad auf Spikereifen und fahre auch bei Glatteis sicher.
    Also wer wirklich Rad fahren will, der kann es bei jedem Wetter tun und wer nicht möchte findet immer eine Begründung.
  • Der Radler - die Melkkuh

    31.05.2017, Susanne Wiezorek
    Viele Leute, mich eingeschlossen, hält vom Radfahren ab, dass man die Räder nicht sicher abstellen kann. Mir wurden in Köln schon so viele Räder gestohlen, dass ich das "zur-Arbeit-mit-dem-Rad" drangegeben hab. Auch muss man sich entscheiden: Entweder man fährt mit einer alten Hitsche, wo eben nichts dran ist, was abgeschnitten/geklaut werden kann - dann wird man aber regelmäßig von der Polizei mit Strafzetteln versorgt. Nimmt man ein Rad, das der StVZO entspricht, muss man damit rechnen, dass es eher früher als viel später weg ist. Dass Polizisten in Köln regelmässig zu Berufsverkehr-Zeiten an den einschlägigen Radwegen auf der Lauer liegen, um Kasse zu machen, trägt jetzt auch nicht dazu bei, die Leute aufs Rad locken. Nach dem ersten Knöllchen sinkt da die Motivation. Man fühlt sich wie eine Melkkuh, die ja gar keine andere Chance hat...
  • Danke für diesen Erkennnissgewinn!

    31.05.2017, Dany
    Dann mal viel Spass auf der Radtour zum Trump-eltier nach Washington! Der hat sich soeben aus dem Klimaschutz verabschiedet. Mich würde allerdings interessieren, wie der Autor es sich vorstellt, wie die Menschen Ihren Arbeitsplatz erreichen. Es leben und arbeiten ja nicht alle in einer Grossstadt. Mein Arbeitsweg war lediglich bei einem einzigen AG in 7 Autominuten zu erreichen. Die Kehrseite war, das ich 50% meiner Arbeitszeit international geflogen bin.
  • Augen Auf!

    31.05.2017, Martin Gillo
    Ein bisschen Nüchternheit ist bei dem Thema schon angesagt:
    1. Radfahren ist mehrheitlich nur für kürzere Fahrten innerhalb einer Metropole und zu malerischen Fahrten realistisch. Das schließt die Nutzung für das Commuting zu den meisten Arbeitsplätze aus.
    2. Unfallrisiken sind ein Tabuthema bei Radfahrern, die nicht einmal die essenzielle Schutzfunktion des Helms anerkennen wollen. In meiner Bekanntschaft gibt es Mehrere, die wegen Fahrradunfällen lange Zeiten im Krankenhaus verbracht haben, inkl. mich. Einer ist seit Anfahren durch einen Fahrradfahrer querschnittsgelähmt.
    3. Wer schon einmal bei Glatteis Rad fahren musste, der weiß, dass relativ sicheres Fahrrad fahren nur bei Schönwetter realistisch ist.
    4. Mit anderen Worten: Wer Fahrrad fahren möchte, auf das richtige Wetter warten kann und die Zeit dazu hat, sollte das unbedingt tun.
  • Attraktiv vs. unattraktiv

    31.05.2017, Hans-Gerhard Winter
    Ich fahre gerne mit dem Rad. 50 km sind kein Problem für mich, ohne E-Rad. Ich fahre auch mal 10 km in den nächsten Ort zum Einkaufen von Kleinigkeiten. Oder erkunde fremde Städte bevorzugt mit dem Fahrrad. Zur Arbeit mit dem Fahrrad? Gerne, wenn's eine kürzere Strecke ist, so max. 10 km bzw. 1/2 Std. Dieses Glück hatte ich leider nie.
    Ansonsten gilt für mich, und wohl viele andere: Das alles NICHT bei Regen, Schnee, Sturm oder Glätte. Letzteres ist meine "wissenschaftliche" Erkenntnis.

    Was bitte hat die Aussage im Text "Radfahren dadurch zu befördern, indem man Autofahren unattraktiv macht" mit Wissenschaft zu tun? Ist doch bloß Anwendung plumpen Zwangs. Und wenn schon denn schon Alternativen wie zu Fuß gehen oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erwähnen. Irgendwie muss man sein Leben an allen Widerständen vorbei ja meistern, um sein Geld zu verdienen und mit seinen Steuern auch solche Studien zu finanzieren, die als Begründung für Schikanen verwendet werden. Und die Verfasser solcher Studien sollten auch mal bedenken,: Nicht jeder hat die Freiheitsgrade, sich ein Leben ohne Auto einzurichten.

    Ich bezweifele, dass es in der Praxis funktioniert, wenn z. B. Ehrenamtliche oder man selbst mit Rikschas die Dinge macht, für die man eben oft sein Auto verwendet. Was in einem Haushalt so anfällt: Kinder zur Schule oder zum Kindergarten bringen und abholen (12 km hin und zurück), oder den Familieneinkauf bewältigen, oder mal eben zu den pflegebedürftigen Eltern "düsen", um für die einzukaufen. Auch hier die Frage: Was ist bei bei Regen, Schnee, Sturm oder Glätte?

    Nach wissenschaftlichen Grundsätzen bzw. auf einem entsprechenden Niveau kann ich auch Artikel erstellen. Auch solche, die mit der Lebensrealität nichts zu tun haben. Der Leserbrief von Herrn Jansen hat durchaus meine Sympathie.
    Soweit in Kürze nur mal einige Gedanken ...
    Freundliche Grüße
  • China ist der Vorreiter

    31.05.2017, Henner Wirthmann
    In China habe ich bereits 2006 E-Bikes beobachtet und inzwischen fahren dort sehr viele Menschen damit. Speziell für den Transport von Kleinlasten werden E-Bikes verwendet, wobei der Begriff "Kleinlasten" in China bzw. Asien weiter gefasst ist als hier, das geht hoch bis zum Kühlschrank, Sofa oder Kleiderschrank. Nötige Reparaturen kann man - zumindest in den großen Städten - fast überall ausführen lassen. Fahrende Reparaturwerkstätten erledigen alles, ob Reifenpanne oder Schweißarbeiten. Und das alles ohne Wartezeit und preisgünstig. Ladestationen für E-Bike-Akkus habe ich noch nicht gesehen.