Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Nachvollziehbarkeit der Daten

    05.09.2017, lanzu
    Ein anderer wichtiger Punkt für den Verbraucher ist, dass er die Daten überprüfen und nachvollziehen kann. Beim analogen Zähler kann ich immerhin kontrollieren, ob er sich dreht und zählt. Bei einem Smart-Meter ist deren Elektronik nicht zugänglich und aufgrund deren Komplexheit, könnten sich dort einiger Überaschungen auftun. Wie kann der Kunde dann kontrollieren, ob die Daten richtig sind. Ist die entsprechende Hard- und Software offen oder ein Betriebsgeheimnis? Wie ist sichergestellt, dass sie richtige Daten übermittelt und, dass auch richtige Daten am Ende der Rechnung zugrunde liegen?
  • Erst einführen, dann die Risiken abschätzen

    05.09.2017, Forttritt
    Finde ich ja klasse, dass ein Hacker künftig meine Heizungsrechnung verzehnfachen kann, weil er zum Spaß die Werte manipuliert. Derart betroffene können sich schon mal auf die endlosen Auseinandersetzungen mit ihren Heizungsfirmen freuen. Aber Hauptsache, man geht mit der Zeit - smart, huuuhhhh, wow...
  • Datensammeln unnötig

    05.09.2017, Georg Fischer
    "Wer solche variablen Tarife nutzen will, muss dann vertraglich zustimmen, dass mehr Daten erhoben werden", sagt Johanna Kardel von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Anders kann ja nicht nachvollzogen werden, wann welche Menge Strom verbraucht wurde und ob er zu diesem Zeitpunkt gerade günstig oder teuer war",

    Doch, es kann anders nachvollzogen werden. Anstatt Verbrauchsdaten des Kunden zu liefern, kann der Zähler auch Preisdaten des Erzeugers beziehen. Die Rechnung wird im Zähler erstellt.
  • Witzig

    05.09.2017, roland
    Natürlich werden in D zuerst Smartmeter eingebaut werden, bevor die IT-Infrastruktur dahinter überhaupt funktioniert.
  • take it easy

    04.09.2017, bernd hönig
    "Es gab allerdings bereits eine Vorwarnung ..., dass Bewohner stark hurrikangefährdeter Gebiete für Evakuierungen vorbereitet sein sollten – etwa die Bundesstaaten am Golf von Mexiko wie Texas und Florida sowie die US-Ostküste."

    Dies wird sich verstärken, denn wie Matt Lanza so treffend bemerkte (s.u.), ist Houston auch ein Opfer seines Erfolges als Metropole geworden; Klimawandel (was immer da im einzelnen geschehe) kann derartiges vllt beeinflussen, doch sollte man hier nicht den Schwanz mit dem Hund wedeln lassen.

    https://spacecityweather.com/houstons-flooding-review/
  • tom und der kreis

    04.09.2017, kai
    tom weiß auch nicht, was ein kreis ist. denn er befindet sich in derselben ebene und wird den kreis nur als strecke wahrnehmen, die ihre länge ändert.
  • 400 Jahre Aufklärung und kein Nutzen

    04.09.2017, JimmyConway
    Das globale exakt EINE Problem an dem die Welt krankt und auf welches auch dieses Thema zurückzuführen ist, liegt im einzelnen Menschen an sich und lässt sich einfach als Faulheit bezeichnen. Eine Faulheit die sich oberflächlich durch erschaffene körperliche Fitnesstrends verstecken lässt um von der wichtigsten täglichen Anstrengung in unserer immer komplexer werdenen Welt abzulenken und zwar dem Denken. Ein Mensch der nicht mehr in der Lage ist komplexe Sachverhalte zu analysieren und kritisch zu hinterfragen ist der Manipulation durch externe Interessen machtlos ausgeliefert. Dazu wurden unsere Kinder jahrelang erzogen und heute schaut man gerne das Jungle Camp, den Bachelor oder Hart aber Fair und redet sich vollkommen ausser Rand und Band wenn der rote Steppensittich durch eine gebaute Autobahn mehr naturgerecht leben kann.
    Nebenbei werden alle echten vorrausschauenden politischen Aktionen vermisst weil es auch sowieso niemanden mehr interessiert, politisch (nicht öffentlich politisch sondern deep state politisch) darf gedacht und gemacht werden wozu der brutalste menschliche Gedanke fähig ist und der Kapitalismus legitimiert den Geist in seiner Handlung. Wir könnten mit unserer naturgegebenem Neugier und der Wissenschaft eine wundervolle Welt schaffen, aber anstatt aus unserer Vergangenheit, und dem geschehenen Machtmissbrauch durch religiöse Institutionen und Jahrtausende währenden Kriegen die Millionen von Menschenleben forderten und unendliches Leid erzeugte, zu lernen haben wir vor ca. 350 Jahren die nächste verrückte Machtphantasie erschaffen und jagen dem Gedanken einer Weltrepublik hinterher der wir überall mit Kriegsdrohungen Nachdruck verleihen. Ich bin noch gar nicht so alt und habe schon hunderte offene Briefe wie diesen gelesen, das einzige was mit jedem Brief gestiegen ist war die Verzweiflung darüber, dass es niemanden interessiert, nein es wurde mit jedem Jahr sogar schlimmer.
  • Urlaub nehmen

    04.09.2017, Walter Wagner
    Wenn es soweit ist, muss ich mir unbedingt Urlaub nehmen. So ein Spektakel sieht man ja nicht alle Tage ;o)
    Außerdem hat Gliese710 einen Exoplaneten in der habitablen Zone. Also die beste Gelegenheit, mal mit ein paar Aliens auf ein Bier zu gehen.
  • Logikfehler von Gerhard Roth zu den Implikationen eines fehlenden freien Willens

    03.09.2017, sherfolder
    „Gerade besonders abscheuliche Delikte hängen nachweislich oft mit angeborenen oder früh erworbenen neuralen Schädigungen zusammen. Dies führt zum "Schuldparadoxon" (Gerhard Roth): Just bei schwersten Verbrechen, die förmlich nach drakonischer Strafe schreien, liegen besonders starke mildernde Umstände vor.“

    Mit dieser Annahme eines „Schuldparadoxons“ beweist Roth, dass er das von ihm selbst vertretene Konzept - 'Willensfreiheit gibt es nicht '– noch nicht wirklich verstanden hat bzw. unbewusst weiterhin von der Intuition eines freien Willens geprägt ist.
    Denn es spielt überhaupt keine Rolle, ob "besonders abscheuliche Delikte" mehr oder ob sie weniger mit angeborenen bzw. früh erworbenen neuralen Schädigungen zusammenhängen.
    Mit dem Wegfall der Willensfreiheit kann es weder „mildernde“ noch „schulderschwerende“ Umstände geben, denn wo NICHTS - i.e. Schuld - existiert, kann auch nichts mehr gemindert oder erschwert werden.

    Wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt t0 niemand in der Lage ist, eine kausal von dieser Situation unabhängige Entscheidung t>t0 zu fällen, (vgl. B. Kanitscheider), dann ist das Konzept der mildernden Umstände obsolet geworden; denn ob das Handeln zu einem überwiegenden Teil auf Umwelteinflüssen oder überwiegend auf genetischen Ursachen beruht, ist unerheblich in Bezug auf die Determiniertheit des Handelns: Der gemeine Ladendieb ist genauso unschuldig wie der brutale Mörder, denn sowohl ersterer als auch letzterer konnten zum Zeitpunkt der Tatausführung nicht anders handeln, als sie gehandelt haben.
    Die Determiniertheit der verschiedenen Deliktbegehungen als Ergebnis neuronaler Aktivität, welche auf kausal wirksamen physikalisch-chemischen Gesetzen beruht, folgt somit demselben physikalischen Prinzip und richtet sich in keiner Weise nach der Schwere der kriminellen Tat.






  • One-Click liefert Kindle Version

    03.09.2017, Bernd Schröder
    Ich habe gerade den Newsletter auf meinem Handy gelesen und wollte das Buch mit one-click kaufen. Ich bekam die Kindle- Version. Auf dem Smartphone waren die Formeln kaum lesbar. Ich habe sofort bei Amazon angerufen und die Bestellung ist anstandslos storniert worden. Ich kaufe mir jetzt die Buchversion.
    Stellungnahme:
    Sehr geehrter Herr Schröder,

    vielen Dank für Ihren Hinweis. Anhand der von uns eingetragenen Buchdaten, insbesondere der ISBN, geschieht die Verlinkung mit der entsprechenden Amazon-Seite in der Regel automatisch. Die hier von uns angegebene ISBN ist die des Printprodukts und stimmt somit. Folglich ist die fehlerhafte Zuordnung zur Kindle-Version offenbar irgendwo im Algorithmus aufgetreten. Wir bedauern den Fehler und kümmern uns so bald wie möglich um das Problem.

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.
  • Präsentierteller eines wildwuchernden Sprachgemenges

    03.09.2017, Roland Grassl
    Der Duden, ein ursprünglich hoch angesehenes Wörterbuch, war lange Zeit die Richtschnur von Schülern, Erwachsenen, Lehrern und Germanisten für ein einwandfreies Deutsch, sowohl für die Bedeutung eines Wortes, als auch was Grammatik und Rechtschreibung betraf. Seine Verbindlichkeit war geradezu sprichwörtlich. Diese Zeiten sind leider vorüber. Stark geschwächt durch mehrere, nicht zielführende und oberflächliche Rechtschreibreformen wurde er in den letzten Jahren in zunehmendem Maße mit echten und unechten Anglizismen aufgebläht, was ihm sogar den zweifelhaften Preis Sprachpanscher des Jahres 2013 einbrachte. Für Philologen war er nun nicht mehr sehr attraktiv und Heranwachsenden sowie ausländischen Studenten konnte er plötzlich kein zusammenhängendes Sprachbild vermitteln. Die zentrifugalen Kräfte waren zu groß geworden. So fristet der Duden heute eher ein Schattendasein als Präsentierteller eines wildwuchernden Sprachgemenges.
    Als Richtschnur wird er nun kaum noch gebraucht, ähnlich einem Metermaß, das verschnörkelt und nicht gradlinig ist. Vielleicht wird der Duden demnächst in Museen für avantgardistische Kunst zu sehen sein.
    5000 neue Wörter hat er sich inzwischen wieder zugelegt. In wenigen Jahren könnte es, falls keine Trendwende erfolgt, heißen: „Tut uns leid, der Duden ist geplatzt“.
    Schade eigentlich, daß er hauptsächlich den Zerfall der Sprache, dieses für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sehr wichtigen Kommunikationsmittels dokumentiert. Eine Aufbruchsstimmung sieht anders aus.

  • Turingmaschinen und Neuronen

    01.09.2017, Klaus Bratengeier, Würzburg
    Eine Reihe von Fragen an den Autor, die Redaktion und fachkundige Mitleser:

    1) Können Turingmaschinen durch Neuronenkonstellationen realisiert werden?
    2) Falls dies gegeben ist:
    Wie viele Neuronen m sind jeweils (maximal) notwendig, um eine Maschine mit n Zuständen zu konstruieren?
    3) Haben die im Artikel vorgestellten Ergebnisse Relevanz für die Hirnforschung?
    Stellungnahme:

    1) Ja. Die Frage ist zwar unscharf gestellt, weil nicht ganz klar ist, was eine Neuronenkonstellation sein soll; aber nehmen wir die (nicht sehr biologienahe) Vorstellung vom Neuron, die in der Theorie der neuronalen Netze vorherrscht. Danach ist ein Neuron ein – sagen wir – Bauteil, das Inputs von anderen Neuronen empfängt und in Abhängigkeit von diesen Inputs einen Output an ein anderes Neuron sendet oder auch nicht. Dann kann man aus derartigen Neuronen sicher eine Turing-Maschine basteln. Dabei wäre noch zu klären, wie ein Neuron vom Band liest, aufs Band schreibt und das Band bewegt.


    2) Kommt sehr auf die Fähigkeiten an, die das einzelne Neuron besitzen soll. Meine Vermutung: Mehr als ein (konstantes) Vielfaches von n braucht man nicht.


    3) Kann ich mir nicht vorstellen.


    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Mathematischer Apparat für die Plausibilität

    01.09.2017, Manfred Gehring, Trier
    Es ist schon beeindruckend zu erleben, wie sich aus der theoretischen Astrophysik eine Art „Astrotheologie“ entwickelt. An Multiversen kann man glauben oder es lassen. Dadurch ändert sich nichts. Eigentlich fehlt noch die Diskussion um die Anzahl von Multiversen (Sind es endlich oder unendlich viele?). Das entspräche dann dem wissenschaftlichen Disput um das Geschlecht der Engel im Mittelalter.
    Letztlich geht alles auf eine einzige Beobachtung zurück, der Rotverschiebung. Wenn die Interpretation, dass es sich dabei um einen Dopplereffekt handelt, falsch ist, dann lässt sich alles streng logisch folgern, falsches aber auch richtiges. Dazu passt der Artikel „Inflationsmodell in der Kritik“ (Spektrum 6.17, S. 12). Wie in jeder Religion werden, wenn die Beobachtungen nicht zur Theorie passen, neue Postulate zu einer wundersamen neuen Wirklichkeit entwickelt.
    Warum nimmt man zum Beispiel nicht einfach an, dass die dunkle Materie außer der Gravitationswirkung noch weitere Eigenschaften hat, die auch die Rotverschiebung erklären? Dann bräuchte man weder den Urknall, die Inflation noch die dunkle Energie. Das wäre zwar auch nur eine Annahme, hätte aber den Charme, die Fragwürdigkeit der geltenden Modelle aufzuzeigen. Auch dafür ließe sich sicherlich ein mathematischer Apparat entwickeln, der alles plausibel erscheinen lässt.

    Mit der Quantenmechanik ist es sehr ähnlich. Letztlich geht alles auf den Welle-Teilchen-Dualismus zurück. Auch dieses ist ein grundlegendes Axiom, das Folgerungen erzeugt, die genauso gut falsch wie richtig sein können. Selbst die Schrödinger-Gleichung würde eine andere Bedeutung erlangen, wenn die Begriffe „Wellen- und Teilchennatur“ aus der Vorstellungswelt verschwänden.

    Zu dieser neue Theologie passt der Artikel „Wollen wir ewig leben?“ (Spektrum 6.17, S. 63). Es ist noch nicht entschieden, ob diese Zivilisation dieses Jahrhundert überdauern wird, aber es werden nicht überprüfbare Voraussagen für eine ferne Zukunft getroffen. Eine Voraussage wage ich, kein Leser wird vermutlich ein Cyborg-Zeitalter erleben. Hinweisen möchte ich in diesem Zusammenhang auf ein Buch aus den 1960er Jahren. Die Veröffentlichung des Physikers Wilhelm Fuchs ("Formeln zur Macht", rororo Taschenbuch 1967) erhitzte damals die Gemüter und beschäftigte sogar die Politik. Inzwischen ist so viel Zeit vergangen, dass man nachlesen kann, welche Vorhersagen von den Formeln zur Macht eingetreten sind und welche nicht. Ich fand diese Lektüre sehr aufschlussreich.
  • "Fressende" Raupen

    01.09.2017, S. Kächele
    Sollte der Beitrag nicht besser lauten:
    "Doch keine Plastik verdauenden Raupen"?

    Denn wir der Artikel ja selbst darlegt: Dass die Raupen das Plastik fressen ist unstrittig!
    Stellungnahme:
    Streng genommen haben Sie Recht. L.F.
  • Ein alternatives Modell

    01.09.2017, Dr. Bernhard Weßling, zurzeit Shenzhen (China)
    Da ich mich beruflich seit etwa 30 Jahren mit Nichtgleichgewichtsthermodynamik beschäftige, sind mir die Arbeiten von Ilya Prigogine teilweise vertraut. Nach seiner Zeit in Brüssel wandte er sich vorwiegend in den USA der Frage zu "Was ist 'Zeit' und wie entsteht sie?"

    In Zusammenarbeit mit anderen Forschern entwickelte er zum Urknall alternatives Modell der Entstehung des Universums, das keine Singularität enthält (in notwendigerweise unvollständigen kurzen Stichworten: Materie entstand durch eine Instabilität des Quantenvakuums = des Nichts; dabei wurde enorm viel Entropie erzeugt; das Universum ist ein offenes System und ein Nichtgleichgewichtssystem, für das die gleichen Gesetze gelten wie für andere NGG-Systeme: Selbstorganisation, dissipative Strukturen, Chaos und Ordnung).

    Somit wird verständlich (was Prigogine damals nicht wissen konnte), dass der Mikrowellenhintergrund inhomogen ist, dass die Materie-Verteilung (die Verteilung der Galaxien und Galaxienhaufen) inhomogen ist, trotz der langen Zeit nicht sich einer statistisch gleichmäßigen Verteilung annähert, sondern hoch strukturiert.

    Deshalb ist das Auftreten auch von so dermaßen leeren Räumen, wie von Szapudi beschrieben, verständlich, und es ist meiner Meinung nach nicht erforderlich, "dunkle Materie" zur Erklärung hinzuzuziehen.

    Ich wundere mich immer wieder (und weiß nicht, woran es liegt), dass das Modell von Prigogine, Géhéniau, Gunzig und Nardone nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommt, auch in Ihrer Zeitschrift nicht. Ich sage ja nicht, dass es zutreffend ist (das kann ich als Chemiker, der sich nur nebenbei für Kosmologie interessiert, nicht beurteilen), sondern dass es bedenkenswert ist und mindestens interessante Denkanstöße geben kann.


    E. Gunzig, J. Géhéniau, I. Prigogine: Entropy and Cosmology. In: nature vol 330, 17 Dec 1987,
    Prigogine, Géhéniau, Gunzig, Nardone: Thermodynamics and Cosmology. In: General relativity and Gravitation, Vol 21, No. 8, 1989