Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Der wichtigste Aspekt fehlt!

    16.03.2016, Walter Weiss
    Dass beim Verbrennen von Holz der gleiche CO2-Wert in die Atmosphäre gelangt, wie ihn der Baum während seines Lebens aus der Atmosphäre aufgenommen hat, dass 'also' das Verbrennen von Holz ökologisch klimaneutral sei, ist ein Denkfehler, der sich durch alle Texte und Überlegungen hindurchzieht - und leider auch in Ihrem Artikel (auch noch ungesagt, also wie selbstverständlich) steht.

    Der Denkfehler: würde ein Baum einen natürlichen Tod sterben, dann würde ungefährt so lange Zeit, wie seine Lebenszeit war, vergehen, bis er völlig verrottet ist, bis also alles von ihm gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre entwichen ist. Wird der Baum hingegen zu Pellets verarbeitet, verbrennen diese in allerkürzester Zeit, wahrscheinlich in wenigen Minuten. Gegenüber dem natürlichen Vorgang ERHÖHT also die Verarbeitung zu Pellets und deren Verbrennung den CO2-Gehalt der Luft. Und das summiert sich bei dem - gerade in Osteuropa - immer weiter wachsenden Holzeinschlag zu diesen Zwecken gewaltig.

    Fazit: Holzeinschlag ALLEIN für Bauholz, denn ein Balken im Dachstuhl kommt, was seine Lebenszeit angeht, dem natürlichen Schicksal des Baums sehr nahe (und ist womöglich noch günstiger!). Und: Pellets ALLEIN aus Stroh, Küchenabfällen und Schreinereiabfall.

    Wann dringt hier endlich die Vernunft und der Verstand durch? Alle - auch die staatlichen - 'Gutachten' sind erkennbar interessengesteuert.
  • Guter Beitrag

    16.03.2016, Bernhard Keim MBA
    Sonne und Wind sind sicherlich noch umweltfreundlicher, aber können als Heizmaterial nur bedingt herhalten. Wenn man sieht, dass 50% des weltweit verbrauchten Öls weder dem Verkehr, noch der Industrie, sondern einzig Heizzwecken dienen, dann bekommt das Holz als nachwachsender Rohstoff einen anderen Stellenwert. Heizen mit Strom setzt voraus, dass es sich um grünen Strom handelt, der dann zur Verfügung steht, wenn man ihn braucht. So ganz ohne Eingriffe lässt sich das nicht bewerkstelligen.
    Nachhaltig ist Holz allerdings nur dann, wenn die Ernte nicht über der Biomasse liegt, die nachwächst. Dass bei Ernte und Transport zusätzlich CO2 anfällt, überrascht nicht und spielt auch eine Rolle. Doch auch eine Rolle in der Betrachtung sollte dann die Energie spielen, die für die Herstellung von Windgeneratoren oder Photovoltaikanlagen anfällt.
  • Gesundheit und Ernährung, ein weites Feld

    16.03.2016, Harald
    "Ob es gesund ist, sich zu 80 Prozent von Fleisch zu ernähren, konnte die Studie übrigens nicht klären."
    -
    Der Satz wirkt, nach dem ja doch recht informativen Artikel, wie eine kalte Dusche. Als wenn eine Studie klären könnte, welche Ernährung vor 100.000 Jahren gesund war und was nicht. Als wenn die Neandertaler die Wahl gehabt hätten, sich so oder so zu ernähren. Also vielleicht lieber mehr Salat statt immer soviel Mamutfleisch, und mehr glutenfreien Wildreis. Einfach absurd. Und dann die nächste kalte Dusche:

    "Es verdichten sich die Belege, dass die Ernährung kein entscheidender Grund war, warum die Neandertaler Platz für die modernen Menschen machen mussten."
    Das klingt so und soll es ja auch, als wenn es vorher nennenswerte Hinweise gegeben hätte, das seine Ernährung zum Verschwinden des Neandertalers beigetragen hätte. Davon kann keine Rede sein, das ist ein konstruierter Zusammenhang mittels einer unbewiesenen These. Soll offenbar zur Legitimation der Studie beitragen. Das ist keine Wissenschaft, das ist PR.
  • Fehlanreiz: Pellets statt erneuerbarer Energie

    16.03.2016, nozomi07
    Das Problem steht in der EnEV: Holz wird mit einem Primärenergiefaktor 0,2 bewertet (also als "80% regenerativ" angesehen).

    Die Folge: Statt moderner Solaranlage stellt man einfach einen Pellet-Ofen in den Keller, schon hat man die Anforderungen erfüllt (und bekommt sogar noch KfW-Mittel).

    Ich sehe darin ein großes Innovations-Hemmnis. Wenn für die Pellets osteuropäische Baumstämme verarbeitet werden, wird der Effizienzhaus-Gedanke vollends absurd.

    Mit Holz bauen, statt mit Holz heizen, das sollte der Grundsatz sein.
  • Praxis sieht anders aus:

    16.03.2016, Olli
    Als Forstmann kann ich Ihnen berichten, dass es in der Wirklichkeit anders aussieht, als im Baumbiegelabor:
    Die Höhe von Bäumen hat etwas mit der Sturmanfälligkeit zu tun. Das mag ja vielleicht daran liegen, wie viel Windlast sie bei einem Sturm ausgesetzt sind, was man beim Biegen im Labor nicht sieht.
    Und die Art und Beschaffenheit des Bodens hat sehr wohl mit der Wurfanfälligkeit zu tun. Wenn es natürlich eine Böe von 200 km/h gibt, dann ist es fast egal, ob der Baum in dem kurzen Moment bricht, oder ob er geworfen wird. Aber der Effekt, dass Bäume z. B. auf staunassen Böden, auf denen Bäume nicht tief wurzeln, eher geworfen werden, den gibt es!
  • Homo sapiens = Homo carne-vege !?

    15.03.2016, Dr. Hans G. Drobny
    Vor ca. 50 Jahren lernte ich in der Schule, dass der "Mensch" ein Gemischtköstler ist: Pflanzen wegen der Vitamine, Fleisch wegen der essentiellen Aminosäuren. Dies spiegelt sich auch im Gebiss wieder - beim heutigen H. sapiens, wie auch bei den "Vorfahren" wie den Neandertalern: keine richtigen Reißzähne, und keine Nagezähne. Dieser neue Befund bestätigt dies. Ich wundere mich deshalb, warum der Neandertaler bislang ein reiner Fleischfresser gewesen sein sollte?
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Drobny

    dank Werkzeugen und Feuernutzung wäre der Neandertaler ohnehin nicht auf Reißzähne etc. angewiesen. Aus dem Gebiss allein lässt sich darum leider nicht viel ableiten. Anlass zur Vermutung, dass der Neandertaler sich überwiegend von Fleisch ernährte, gaben zum einen frühere Untersuchungen der Knochenzusammensetzung, die genau das zum Ergebnis hatten.
    Zum anderen stellt sich die Frage, welche Pflanzen dem Neandertaler besonders während der Kaltzeiten zur Verfügung standen. Das Angebot von nahrhaftem Gemüse war damals sicher nicht sonderlich groß, zudem traute man dem Neandertaler nicht zu, Pflanzennahrung durch Kochen aufzubereiten. Man ging deshalb davon aus, dass sich Neandertaler ähnlich ernährten wie traditionell lebende Inuit, selbst dann wenn das Angebot pflanzlicher Nahrung besser war.

    Beste Grüße, jd/Red

  • Freigabe

    15.03.2016, Fritz Kronberg
    Dieser Artikel bestätigt auf das Schönste, daß es nur eine sinnvolle Möglichkeit gibt, dieses "Problem" auszuräumen, nämlich die Freigabe für erwachsene Sportler und rigide Strafen für Trainer oder Betreuer, die Kinder, bzw. Jugendliche mit gefährlichen Substanzen zu Höchstleistungen trimmen wollen. Hier greift nämlich das Strafrecht mit dem Straftatbestand der Körperverletzung, während Erwachsene für sich selbst verantwortlich sind.
  • Hysterie

    15.03.2016, Fritz Kronberg
    Um dieses im Titel des Artikels verwendete Wort auch einmal zu verwenden: Alle von den Grünen, dem NABU und verwandten Organisationen ausgestoßenen Alarmrufe tragen deutliche Züge von Hysterie. Bedauerlicherweise lassen sich große Teile der Bevölkerung davon beeindrucken. Im Falle der Kernenergie hat das große volkswirtschaftliche Schäden angerichtet. Andererseits wären die Anstrengungen zur Reinhaltung von Luft und Boden vermutlich ohne diese hysterischen Züge nicht so groß und erfolgreich gewesen. Schau'n mer mal, wie es weiter läuft.
  • Fehler

    15.03.2016, Elias Heine
    Guten Tag!

    Ein interessanter Beitrag. Danke!
    Leider ist jedoch der Link hinter "die exakt an den erwarteten Stellen Hinweise auf verborgene Kammern erbrachten." tot. (Seite nicht gefunden)


    Grüße!

    Elias Heine
    Antwort der Redaktion:

    Danke für den Hinweis! Wir haben den Link korrigiert, es handelt sich um diesen Beitrag: "Hinweise auf verborgenen Kammern gefunden".

    Beste Grüße, jd/Red

  • Korrekturdatenbank

    14.03.2016, Torsten Schöning
    Momentan ist im wissenschaftlichen Publikationswesen nur entscheidend, wie viele neue Artikel jemand veröffentlicht. Wie dieser Artikel und auch der Artikel zur abc-Vermutung im gleichen Heft jedoch schön aufzeigen, ist es aber manchmal wichtiger, alte Artikel zu zu kürzen, zu verbessern oder überhaupt erst verständlich zu machen. Außerdem gibt es ja auch noch Fälschungen (siehe den Artikel zu SciGen in SdW 01/16), wissenschaftliche Scherzartikel und Duplikate.

    Dazu kommen noch neue Erkenntnisse, die alte Arbeiten obsolet machen, und Fehler. Letztere passieren trotz Peer Review erstaunlich häufig. Ich habe in meiner Diplomarbeit 10 Fehler in anderen Arbeiten aufgelistet bei etwa 120 Referenzen. Drei wurden von den Originalautoren in späteren Arbeiten korrigiert, zwei von anderen Autoren. Der Rest wurde von mir gefunden und ist unveröffentlicht, denn ein Artikel "Errors found in ..." wird sicher nicht veröffentlicht. Andere müssen diese Fehler also erneut finden.

    Eine Lösung für all diese Probleme wäre eine Datenbank, die zu jedem Artikel Korrekturen, Ergänzungen und Verbesserungen sammelt. Oder ob der Artikel aus welchem Grund zurückgezogen wurde. Änderungen in dieser Datenbank sollten genauso zur wissenschaftlichen Reputation beitragen wie neue Artikel.
  • Antwort

    14.03.2016, ricardicus
    auf #14 von Paul Zeng
    ich meinte einen der Quantenverschränkung ähnlichen Mechanismus, der möglicherweise auf einer nicht-materiellen (gedanklichen oder gefühlsmäßigen) Ebene angesiedelt wäre, aber der menschlichen Wissenschaft bisher unbekannt ist. Ein physischer Teilchenaustausch oder eine entsprechende materielle Sendung, die ja den Geschwindigkeitsbeschränkungen der RT unterworfen wären, war also nicht gemeint.

    Im übrigen wäre es m.E. für Angehörige einer technisch wie geistig weit fortgeschrittenen Art kein nennenswertes Problem, auf der Erde auch heute noch unerkannt eine Basis zu unterhalten und falls die Art menschenähnlich wäre - sogar Jahrtausende lang am sozialen Leben hier teilzunehmen. In der SF-Literatur ist vielfach die Idee diskutiert worden, dass die Menschheit als Ganzes Nachkommen gestrandeter interstellarer Siedler - oder dass immerhin Alien-Gene in die irdische Evolution eingeflossen sein könnten. In vielen uralten Überlieferungen aus verschiedenen Kontinenten ist ja die Rede davon, dass sich "Götter" mit Menschenfrauen gepaart haben.

    Auch deshalb : falls man bei dem Wort "Alien" immer gleich an sabbernde, bösartige und blutrünstige Monster denkt, liegt man vermutlich falsch. Selbst eine ursprünglich aus einer Jägerart entstandene Zivilisation wird sicherlich ab einem gewissen Grad der Bewusstwerdung über simple Tabu's und instinkthafte Aggressivität hinauswachsen. Ich denke, dass wir ein Naturgesetz vor uns haben, wenn wir Reife mit Milde assoziieren. Da mag es graduelle Unterschiede geben, aber grundsätzlich fühlt sich das (für mich) erstmal stimmig an - weil ein über viele Generationen gewachsenes umfassendes Verständnis der eigenen Natur und der Welt in aller Regel unreflektierte instinkt- und raubtierhafte aggressive Handlungen zumindest einschränkt. Auch hat der Bewusstseinsgrad sehr wahrscheinlich eine ziemlich grundlegende Auswirkung auf die Nahrungsauswahl - und dieser Zusammenhang wird nicht auf die Menschen beschränkt sein, sondern vermutlich für alle geistig wachen Wesen gelten. Inwieweit das allerdings auch für staatenbildende Wesen mit einem möglicherweise kollektivem Geist - ähnlich unseren Ameisen - gilt, ist eine interessante Frage ohne bislang bekannte Antwort.

    Eine gewisse Reife wird aber eine Art, die all die Hürden bis zur erfolgreichen Entwicklung interstellarer Raumfahrt überwinden konnte, ziemlich sicher erreicht haben - es sei denn ..... , dass interstellare Raumfahrt doch irgendwie viel einfacher zu bewerkstelligen ist, als uns bislang bekannt. Vor allen in diesem Fall müssten wir wahrscheinlich technisch relativ hochentwickelte aber ethisch problematische Predatoren-Rassen fürchten - das wäre dann eine gewisse Ironie des Schicksals, ein Spiegel für unsere eigene Art mit den schwächeren Angehörigen des Menschengeschlechts raubtierhaft umzugehen oder anders ausgedrückt: wenn wir nicht lernen dass Macht, Ausbeutung, persönlicher Besitz und Eroberungswillen als evolutionäre Selektoren im stellaren Kontext nicht viel taugen, könnte uns das Universum auf seine eigene, höchst intensive Weise mittels einer oder mehrerer unangenehmer Begegnung(en) der dritten Art daran erinnern. Ich hoffe, dass uns derartiges erspart bleibt....
  • AI-Effect

    14.03.2016, Guy Incognito
    https://en.wikipedia.org/wiki/AI_effect

    Also alles wie immer.
  • Was will ein Mensch?

    14.03.2016, Ulrich Heemann
    Ich hatte bisher immer gedacht, dass es mittlerweile schon fast State of the Art sei, menschliche Gesichter durch Computer interpretieren zu können, wohingegen es doch ach so schwer sei, Go spielen zu lernen. Nun ist plötzlich alles umgekehrt!
    Wie lange wird es wohl noch dauern, bis ein lernfähiges Netz erkennt, dass da ein Mensch am Straßenrand steht und dass es nun an der Zeit ist, dessen vermutliches Verhalten anhand eines eigenen Netzes zu beurteilen, das auf Gesichtserkennung und -Interpretation (inkl. Interpretation der Körperhaltung und -bewegung) spezialisiert ist? Schließlich haben wir es hier lediglich mit einer Kombination bereits bekannter Verfahren zu tun. Falls derzeit die Sicherheit noch nicht hoch genug oder evtl. die benötigte Zeit noch zu lang für schnelle Entscheidungen sein sollte, so wird das auch angesichts des Deep Learning sicher nur eine Frage der Zeit sein.
  • @1 Corumeach

    14.03.2016, tobmat
    "aber Menschen lernen und denken nunmal ganz genauso: Anhand von unzähligen Beispielen"

    Menschen können an Hand von einigen Dutzend bis hundert Beispielen ein ganzes Konzept verinnerlichen. Maschinen brauchen dafür Millionen bis Milliarden Beispiele und können das Konzept dann trotzdem nicht in einen neuen Kontext integrieren.

    "Plötzlich ist Go eines der leichteren KI-Probleme."
    Das war GO schon immer. Es ist nicht umsonst erst das zweite große Game was nach Schach angegangen wurde. Es wurde nur von der Go-Community so gehypt, weil man sich Schach überlegen fühlte.

    " können wir hoffen innerhalb der nächsten 10-15 Jahre die schweren KI Probleme anzugehen."
    Mach sie sich nicht ganz so viel Hoffnung. Man hat bisher nichtmal verstanden was menschliche Intelligenz ist und ganz viele der schweren KI-Probleme sind auch beim MEsnchen nicht geklärt.
  • Warum sollten Pelletheizungen den Zustand verschlechtern?

    14.03.2016, Bernhard Keim
    Solange nicht mehr geerntet wird, als nachwächst, ist gegen den Wald als Energielieferanten wenig einzuwenden. Die Frage ist also nicht wievielt geerntet wird, sondern wieviel nachwächst. Hierbei gilt, dass umso weniger nachwächst, je weniger geerntet wird. Das hat zwei Ursachen. Zum einen fallen beim Ausforsten große Mengen an, die dafür sorgen, dass die besseren Bäume, besser wachsen. Zum anderen schiebt ein überalterter Baumbestand keine Masse mehr.