Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Urschrei des Standardmodells?

    19.03.2014, Heinrich Richard
    Es würde mich schon interessieren, ob diese Verwirbelungen der Polarisationsrichtungen im kosmischen Hintergrundrauschen wirklich ausschliesslich mit einer inflationären Phase in der Frühzeit des Kosmos erklärbar sind oder ob es nicht auch andere Denkmöglichkeiten gibt, die dies Phänomen (möglicherweise im Kontext einer anderen kosmologischen Theorie) ebenfalls verständlich machen würden.
  • Dass es Gravitationswellen gibt, wissen wir seit spätestens 1993…

    19.03.2014, Benjamin Knispel
    Ich habe eine Anmerkung zum letzten Satz im ersten Punkt Ihrer Aufzählung, in dem Sie schreiben: "Die Ergebnisse des BICEP2-Experiments sind nun der bislang überzeugendste Beleg, wenn nicht gar Beweis, dass es die Wellen tatsächlich gibt." Das ist faktisch falsch.

    Die Messungen des BICEP2-Experiments sind, sofern Sie von anderen Experimenten bestätigt werden, ein weiterer indirekter Beweis für die Existenz von Gravitationswellen. Der direkte Nachweis der später im Artikel beschriebenen Auswirkungen (Stauchen und Dehnen der Raumzeit) steht noch aus und wird derzeit von Experimenten wie LIGO, Virgo, GEO600 oder internationalen Pulsar Timing Arrays verfolgt. In den 2030er Jahren wird noch die Weltraummission eLISA dazustoßen.

    Indirekte Beweise gab es jedoch bereits und die Entdecker wurden bereits vor 21 Jahren mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet. Russel A. Hulse und Joseph Taylor beobachteten mit dem Arecibo-Radioteleskop wie sich die Umlaufbahn des Radiopulsars B1913+16 in einem Doppelsternsystem veränderte – und zwar genau so wie es Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie vorhersagt. Die besagt, dass das Doppelsternsystem aufgrund seiner Bahnbeschleunigung Gravitationswellen aussendet. Die dabei abgestrahlte Energie wird aus der Bahnbewegung "abgezapft", der Bahndurchmesser schrumpft. Die Beobachtungen zeigen eindrucksvoll die Übereinstimmung mit der Relativitätstheorie. Spätestens seit diesem Zeitpunkt zweifelt niemand an der Existenz von Gravitationswellen.

    Das BICEP2-Ergebnis ist – sofern bestätigt – wahrlich aufregend und spektakulär, aber nicht als Nachweis der Gravitationswellen, denn der ist alles andere als neu. Ihre weiteren Punkte in der Aufzählung fassen zusammen, warum.
  • Dem gedanklichen Faden folgen

    18.03.2014, Wolfgang Cornely
    Für das Verständnis eines Textes ist es hilfreich, dass der gedankliche, zeitliche und logische Faden im Verlauf des Textes erkennbar ist. Die deutsche Sprache hat dabei den Vorteil, dass die Syntax nicht an eine starre Reihenfolge gebunden ist, da Subjekt, Objekt und prädikative Bestimmungen an den Kasus erkennbar sind. Andererseits hat die deutsche Sprache die grausame Einrichtung der Inversion, d.h. dass nach orthodoxer Reihenfolge Teile des Prädikats eben nicht beim Subjekt, sondern ganz am Ende des Satzes stehen, möglicherweise sogar das Wort "nicht", das die Aussage ins Gegenteil verkehrt; bei Nebensätzen betrifft dies das gesamte Prädikat. Dazu ein (dürftig zusammengeschustertes) Beispiel:
    Schlecht: "Eine Bürgerinitiative hat gestern in einer Demonstration vor dem Rathaus angemahnt, dass erhebliche Konzentrationen von giftigem Dioxin in der Asche des Sportplatzes XY enthalten sind. Die Zustimmung der Stadtverwaltung ist nach sorgfältiger Prüfung durch das Kreisgesundheitsamt, ob der Sportplatz geschlossen werden soll, nicht erfolgt."
    Besser: "Auf dem Sportplatz XY hat man in der Asche Dioxin in erheblichen Konzentrationen gefunden. Dies hat gestern eine Bürgerinitiative angemahnt in einer Demonstration vor dem Rathaus. Diesen Vorwurf hat das Gesundheitsamt sorgfältig geprüft im Hinblick auf eine Schließung des Sportplatzes. Auf Basis dieser Prüfung hat die Stadtverwaltung nicht zugestimmt, den Platz zu schließen."
    Katastrophe: "Der Fahrer erreichte sein Ziel nach einer mehrstündigen Fahrt durch Schlechtwetter und Verkehrsstaus nicht."
  • Die neue Hybris: Bald entgeht uns nichts mehr!

    18.03.2014, Martin Holzherr
    Den Nachweis von Gravitationswellen in irdischen Labors hätte wohl gerade Einstein nicht erwartet, denn er wusse als Entdecker/Erfinder der Gravitationswellen wie schwach sie sind.
    Doch immer mehr kann immer genauer gemessen werden. Kein Photon geht uns mehr durch die Lappen, jedes noch so kleine Kräuseln der Raumzeit wird nun bald schon registriert.
    Und die Natur hilft uns sogar beim Auffinden von Gravitationswellen, indem sie sie in bestimmten Fällen ins Astronomische verstärkt.
  • Ratschläge für gutes Schreiben sind nicht immer leicht zu befolgen.

    18.03.2014, Martin Holzherr
    Jede erfolgreiche Schreiberin von Arztromanen beherzigt wohl die obigen Ratschläge. Diese Regeln sind ja auch leicht nachzuvollziehen und werden von schlichten Schreibern oder von Schreibern schlichter Literatur intuitiv befolgt.
    In der englischen Sprachgemeinschaft ist zudem der Ratschlag
    "Vertraute Wörter verwenden" bereits in das sogenannte "Basic English" (nur 850 Wörter: für den Alltagsgebrauch) und in das "Simplified English" (für den technischen Bereich) eingeflossen.

    Doch seltsamerweise haben sich die im obigen Text aufgelisteten Ratschläge nicht allgemein durchgesetzt, sondern werden nur für ein bestimmtes Publikum oder bei Anlässen wie Politkersprüchen (Bildhaftigkeit) und Reden , die sich ans gemeine Volk wenden, berücksichtigt.

    Weil die obigen Ratschläge aber unabhängig vom Thema und von der Bildung des Adressaten immer gelten, können sie auch einem Schreiber komplexer, reichhaltiger Texte hilfreich sein. Vor allem der Ratschlag "auf das Thema einstimmen" scheint mir unabhängig vom Niveau des Textes befolgenswert. Bildhaftigkeit und niedriger Abstraktionsgrad sind gerade bei Einstimmungen und Einleitungen zu einem komplexeren Thema empfehlenswert, bauen sie doch Barrieren ab und erhöhen das Selbstvertrauen des Lesers.
  • Grundlagen

    18.03.2014, Walter Weiss
    Sprechen ist die Abbildung des Denkens auf das akustische Medium. Schrift ist die Abbildung des Sprechens auf ein festes Medium (Papier, Stein, Holz pp.). Und Lesen ist die Rückabbildung der Schrift über zwei Stufen auf die gedankliche Verarbeitung im Gehirn. Macht man sich diese Zusammenhänge klar, ist es nicht schwer, mit besonderer Gestaltung von Texten Menschen zu erreichen, die jeweils auch besonders denken.

    Die Zusammenstellung berücksichtigt also leider nicht, dass die aufgestellten Regeln immer nur für ein schlicht denkendes Publikum gedacht sind. Wendet sich ein Text nicht an 'die Allgemeinheit', sondern an einen speziell gearteten Leserkreis, dann gelten mitunter völlig andere - nämlich an diesen speziellen Kreis angepasste - Regeln.
  • Geometrische Form des Protons?

    17.03.2014, Gordon Cichon
    Wenn man vom "Radius" des Protons spricht, spricht man doch eigentlich von einem mittleren Radius. Immerhin ist das Proton ja vermutlich aus drei Quarks aufgebaut, hat also einen nicht-trivialen inneren Aufbau.

    Je nachdem, wie man mit dem Proton interagiert, könnte man ja dann auch verschiedene Werte von den jeweils maßgeblichen mittleren Radius herausbekommen. Für solche Phänomene gibt es doch auch andere Beispiele, z.B. bei inhomogenen Raumladungen usw.

    Mich würde also interessieren, wie dieser mittlere Radius quantenmechanisch definiert ist. Erst dann könnte ich wirklich verstehen, wo genau der Widerspruch liegt.
  • und ... wie macht er das?

    17.03.2014, J. Bohnenberger
    schade, dass die angewendete Färbetechnik nicht beschrieben wird
    Antwort der Redaktion:

    Liebe(r) Leser(in),

    die Färbetechnik wird im Text unterhalb der Bilder erklärt. Red.

  • Gute Rezension

    17.03.2014, Stephanus Leibl
    mal eine Rezension, nach der man sich einen guten Eindruck über das Buch machen kann. Ich habe das Buch gelesen und komme zum gleichen Urteil.
  • Ein kleiner Hinweis zur Epigenetik

    17.03.2014, Stefan Pschera

    Wiederum fällt ein Dogma:
    http://www.scilogs.de/bierologie/die-wunderbare-welt-der-genetik-und-molekularbiologie-rna-interferenz-und-imprinting/
    Wie schon erwähnt, es passiert weit mehr im Oberstübl.
  • Wieso "Proton-Paradoxon"?

    16.03.2014, Peter Pohling, Dresden
    Bei völlig abweichenden Messmethoden für den Proton-Radius (Streuversuche mit Elektronen einerseits und Messung der Lamb-Verschiebung mit Myonen andererseits) sind unterschiedliche Ergebnisse nicht dramatisch überraschend und noch lange keine neue Physik. Denn die Myonen haben fast die 207-fache Masse der Elektronen und damit bereits 11,2 Prozent der Protonenmasse. Auch die Leptonen-Abmessungen unterscheiden sich erheblich. Der "Konstanten"-Radius des Elektrons gemäß www.naturkonstanten.de (LHC-Elektronmodell/Elektronkonstanten) beträgt nur 4,714 x 10-19 Meter. Der Radius der Myonen ist immerhin 6-mal größer! Abweichende Ergebnisse bei den noch ausstehenden Streuversuchen mit Myonen wären wiederum keine Überraschung.

    Nun vielleicht doch eine kleine Überraschung: Der sogenannte "Konstanten"-Radius des Protons 8,656 078 * 10-16 Meter (siehe Tabelle Elektronkonstanten) liegt zwischen den Bernauerschen- und den Pohlschen Protonen-Radien. Dafür reichen der Bohrsche Radius, die Sommerfeldsche Feinstrukturkonstante und das neue heuristische Elementarpartikel-Prinzip der ersten Teilchenfamilie.

    Das "Rätsel vom Proton-Radius" wird "zu einem tieferen Verständnis des Universums" führen. Meine Lesermeinung ist: Das "Buch der Naturkonstanten" liegt offen vor uns. Wir müssen es nur lesen, damit sich Theorie und Experiment ergänzen. "Vielleicht schlagen wir gerade das nächste Kapitel darin auf." Das ist das Kapitel der Emergenz-Physik.
  • Triviale Erklärung für das Proton-Paradoxon?

    16.03.2014, Erik Lindner, Prien am Chiemsee
    Eine triviale Erklärung für die Diskrepanz wäre: Aufgrund der erheblich (um den Faktor 8*106) erhöhten Aufenthaltswahrscheinlichkeit von 1S- bzw. 2S-Myonen im Proton zieht sich auch die Protonenladung in einen kleineren Radius zusammen als dies beim Elektronen-Streuexperiment der Fall ist.

    Aber sicher wurde dieses Argument ebenfalls schon in Erwägung gezogen, überprüft und anschließend verworfen.
  • Binär

    16.03.2014, Mathias Völlinger
    "Ich wage zu behaupten, dass es in der gesamten Physik nur eine echte ganze Zahl gibt: die Eins."

    Und ich biete zusätzlich die Null.

    Dies sind dann auch die Randwerte der kontinuierlich auftretenden Wahrscheinlichkeit für die Messung der Zustände von von Qbits. Die zeitliche Entwicklung der Wahrscheinlichkeit (Amplituden) für die Messwerte ist zwar analog, die beiden möglichen Messwerte selbst sind dabei jedoch digital.

    Ich denke, für eine abschließende Beurteilung dieser Thematik ist es noch viel zu früh, und jede persönliche Meinung hierzu kann bis auf weiteres nur Wunschdenken sein.
  • Das Wissen geht vom Volk aus

    16.03.2014, Strobel
    Wer lernen will, wer erfolgreich sein will, muss offen sein für alle Impulse. Auch wenn sie nicht wissenschaftlichen Ursprungs sind. Und wer immer nur in der eigenen Suppe schwimmt, wird über den Tellerrand nicht hinwegsehen. Wissenschaftliches Arbeiten tendiert leider dazu. Selbst unter den eigenen Reihen wird die interdisziplinäre Arbeit durch persönliche Eitelkeiten und Arroganz erschwert. Wie sollen mit diesem Verhalten komplexe Strukturen erfasst und Erkenntnisse gewonnen werden?
    Das Buch war schon längst fällig! Ich wünsche Peter Finke einen durchschlagenden Erfolg!
  • Ein wesentlicher weiterer Aspekt,

    16.03.2014, Walter Weiss
    der nach dieser Rezension (offenbar oder vielleicht) nicht zum Zuge gekommen ist, ist das Fächerübergreifen: In aller Regel sind die Inhaber von Lehrstühlen, von Ausnahmen abgesehen, nicht daran interessiert, mit Kollegen anderer Disziplinen in Verbindung zu treten und gemeinsache Forschungsprojekte durchzuführen - erst recht, wenn nicht nur zwei, sondern noch mehr fremde Fachbereiche einbezogen werden müßten.

    Gerade bei fächerübergreifenden Problemen dürften außenstehende Dritte, also eben interessierte 'Laien' (Citizens) weniger Scheuklappen als die Professionellen haben, also von vorn herein im Zweifel mit neuen Gedanken erfolgreicher handeln können als die Bewohner und Inhaber von Elfenbeintürmen.

    Ich habe diese Erfahrung selbst immer wieder machen müssen. Bevor ich mich entschlossen habe, als Jurist beruflich tätig zu werden (was dann auch ein Berufsleben gehalten hat), habe ich jahrelang neben der Juristerei Mathematik und Physik, sowie alte Geschichte (mit Schwerpunkt alte Sprachen) studiert; nach dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit als Jurist habe ich dann noch mehrere Semester Sprachwissenschaften studiert und mich außerdem in die schwierige Materie der Energiewende eingearbeitet. Ich erwähne das alles, um zu zeigen, dass mich gerade verschiedene Disziplinen interessieren.

    In der Hethitistik und in der Indogermanistik habe ich fächerübergreifende Projekte vorgeschlagen, an denen neben den Fachbereichen auch Völkerkundler, Psychologen, Archäologen und Gender-Sachkundige hätten teilnehmen müssen - ohne jeden Anklang, ohne Bekunden irgendeines Interesses. In der naturwissenschaftlichen Philosophie habe ich eine fächerübergreifende Arbeitshypothese entwickelt, bei deren weiterem Ausbau gleich mehrere andere Disziplinen hätten mitwirken müssen, insbesondere Naturwissenschaftler und dort speziell Hirnforscher - ohne jeden Widerhall. Diese Arbeitshypothese habe ich auch als Text 'Exzerpt' (eBook Epubli-Verlag) herausgebracht, Interesse:Null! Die meisten Verlage benehmen sich im übrigen wie die Elfenbeininhaber.
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