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Lesermeinungen - Spektrum der Wissenschaft - Seite 62

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Neues vom Kreter:

    17.12.2017, Nick Mott
    'Wahrheit' im Sinne des 'Etwas ist tatsächlich wahr', weil es zum Wahren (= dem Gewahrgewordenen) hin getätigt wurde, bedarf keiner Worte, denn das Geschehen und dessen Ergebnis ist ja ersichtlich, man kann dessen gewahr werden und es erleben, erfahren.

    'Wahrheit' im Sinne dessen, dessen man nur selbst gewahr werden kann, weil es IN einem selbst nicht nachvollziehbar für andere geschieht (Gefühle, Gedanken, o.ä.), ist nur eine 'halbe Wahrheit'.

    Über das, dessen andere nicht gewahr werden können oder nicht gewahr werden konnten, weil sie nicht beim Geschehen anwesend oder betroffen waren, kann man zwar zu diesen anderen sprechen, aber eben nicht wahr, weil Sprache zwar von einem Gewahrwerden erzählt, aber dieses selbst weder repräsentieren noch transferieren kann! (Siehe etwa Erzählung über den Geschmack einer Banane, wenn das Gegenüber noch nie eine Banane gegessen hat. Haben alle, die über den Geschmack von Bananen sprechen, bereits eine Banane gegessen, ist darüber sprechen sinnlos, weil alle bereits Bescheid wissen. Genausowenig muss man mit jemandem, der mit einem im Regen steht, darüber sprechen, dass es regnet und dass Regen nass ist.)

    Sprache selbst ist also eigentlich nie wahr und kann auch nichts von Wahrheit erzählen.
    Sprache kann lediglich darauf hindeuten, dass man etwas gewahr werden kann, aber das muss der Rezipient der Botschaft natürlich selbst, das kann ihm kein anderer abnehmen und die Sprache erst recht nicht.

    Man könnte auch überspitzt formulieren:
    Sobald einer den Mund aufmacht, lügt er!
    ;-)

    Dazu kommt erschwerend, dass selbst dann, wenn zwei derselben Sache gewahr werden, es keinerlei Abgleich darüber geben kann, wie der Jeweilige dies erfährt und selbst wenn man sich einig ist, dass eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung durchaus schmerzhaft ist, ist die individuelle Wahrheit dazu möglicherweise durchaus unterschiedlich ("Ein Pieksen." vs. "Die HÖLLE!!!"), also nicht identisch und damit lediglich eine höchst subjektive Wahrheit, die aber nur auf einem kleinsten gemeinsamen Nenner ('schmerzhaft') kompatibel sein kann.

    Wenn jetzt jemand sagt: "Ja, aber in der Mathematik oder Physik gibt es doch Wahrheiten, die jeder für sich nachvollziehen kann - DAS ist doch dann eine echte Wahrheit und darüber lässt sich doch trefflich zutreffend, also 'wahr' sprechen!?", dann muss man leider dazu sagen, dass es nachweislich Kulturen gibt, die noch nicht mal ein Wort für 'Zahl' haben und deshalb keine Mathematik kennen und somit 'Mathematik' nur eine kulturelle Eigenart an Konventionen diesbezüglich ist, deren innerkultürliche 'Wahrheit' keinerlei Bedeutung hat für die Kultur ohne jegliche Mathematik.
    Und eine Wahrheit ohne Bedeutung ist ohne Wert.
    Darüber muss dann auch nicht gesprochen werden. :-)
    Mathematik ist ja auch nur eine Sprache (wenn auch eine mächtige denn sie macht, dass man weite Brücken bauen und Raketen zum Mond schießen kann - das kann man sogar erleben), aber Mathematik ist auch eine Schwindlerin, die es mit der echten Wahrheit nicht so genau nimmt, denn ihre reproduzierbaren, identischen Ergebnisse täuschen darüber hinweg, dass sie axiomatisch begründet ist, also aufgrund von dem zugrunde liegenden Nicht-Beweisen Beweise formuliert!
    Das ist ein bisschen so wie bei einer Rechtssprechung, die wahr ist in dem Kontext ihrer Gesetzgebung, die aber in ihrer Grundlagen-Ausgestaltung willkürlich erfolgt (guckst zu allen Zeiten und Orten völlig unterschiedliche Auffassungen von 'Recht' und Strafhandlungen wie Strafmaß!)!
    Solange also die Mathematik ihre eigenen Widersprüchlichkeiten nicht aufzulösen vermag und ihre Axiome in veritable Verifikationen umwandelt, handelt sie mit Halbwahrheiten!

    In der Physik verhält es sich ähnlich: Ja, es ist wahr, dass ein Stein, den man aufgehoben und wieder fallen gelassen hat, mit einer definierten und immer gleichen Geschwindigkeit zu Boden fällt (und nie in die Wolken entschwindet, zumindest auf diesem Planeten).
    Kann jeder ausprobieren, sich überzeugen durch eigenes Erleben - ist also wahr, weil das Ergebnis immer dasselbe ist.
    Aber auch darüber muss kein Wort verloren werden, man kann es demonstrieren oder zufällig beobachten; und wenn es nicht so ist, dann hat man zwar eine echte Wahrheit weniger, aber was konkret dadurch verloren???

    Erschwerend kommt hinzu, selbst wenn man der Physik etwa aufgrund ihrer funktionierenden Produkte eine wahre Erlebnisschnittmenge für alle konzediert, dass die so produzierten 'Wahrheiten' noch lange nicht einer ebenso wahren Notwendigkeit entsprechen, also in Wahrheit statt Technikperlen Konsequenztalmi verkauft wird.
    Denn die Wahrheit eines auf Physik begründeten Produkts enthält leider nicht auch automatisch die Wahrheit der Folgen seiner Produktion, seines Gebrauchs z.B. - ist also auch nur eine Teilwahrheit und damit nicht DIE Wahrheit die kontextuell viel mehr umfasst, aber seltsamerweise kaum darüber gesprochen wird!?
    Vermutlich, weil man eben viele zukünftige Konsequenzen nicht a priori erlebt, erfahren haben kann, zumal, wenn die angewandte mathematisch-physikalische Wahrheit (in Form eines Produktes) eine neue, noch nie Dagewesene sein sollte!
    ;-)

    Die Frage müsste also m.E. besser lauten:
    Gibt es echte Wahrheiten, über die zu sprechen sich lohnt und kann Sprache dies leisten?
    Sprache kann hier nur ein Hinweis-/Bedeutungsgeber, ein Wegweiser sein, der möglicherweise den anderen dazu bringt sich auf den Weg zu seiner Wahrheit (dem Gewahrwerden eigenen Erlebens) zu machen - mehr aber auch nicht.

    Was nämlich dabei herauskommt, wenn die abstrakte Deutfunktion der Sprache mit dem Sujet gleichgesetzt wird und man glaubt allein schon über das Begreifen von Begriffen das damit Bedeutete stellvertretend begriffen (also eigenmächtig sich gewahr geworden zu sein) zu haben, kann man unschwer daran erkennen, wie in Politik und Wirtschaft etwa 'Wahrheiten' - "Fak(t)en, Fak(t)en Fak(t)en!" - von Menschen behauptet werden, die nachweislich keinerlei eigene Erfahrung in den behaupteten Wahrheiten haben und sich nur auf ebenso als wahr behauptetes Hören-Sagen (vielleicht auch noch durch Dritte) berufen und die Fremdexpertise (so sie denn tatsächlich vorhanden sein sollte) als verinnerlichtes Wissen präsentieren, was glatt gelogen ist, weil das so nicht geht!
    Erschwerend kommt hinzu, dass es so gut wie kein Thema in Politik und Wirtschaft gibt, das besprochen (sic!) wird, zu dem nicht mehrere behauptete Wahrheiten (oft genug nicht einander ergänzend, sondern inkompatibel) existieren und der Bürger etwa NULL Möglichkeiten hat zu entscheiden, wer denn nun die 'Wahrheit' spricht (es sei denn, dass in seltenen Fällen eben dazu eine Eigenexpertise vorliegt)!

    Fazit:
    Die Wahrheit ist also, dass echte Wahrheiten nicht über Sprache zu haben sind, weil es so kein Wissen ist, sondern lediglich Glauben bleibt, eben der Glaubwürdigkeit des über die Wahrheit Sprechenden anheim gestellt bleibt, ob seine Wahrheit auch die des Rezipienten wird (im THEORETISCHEN Sinne!).
    Über das, was man selbst als erlebte, erfahrene Wahrheit verfügt, muss man nicht sprechen. Denn entweder weiß der andere bereits Bescheid, dann braucht er die Verkündung der Wahrheit nicht oder er weiß nicht Bescheid, dann kann er mit der bekundeten Wahrheit auch nicht wirklich etwas anfangen, außer dies als möglichen Impuls aufzunehmen, sich selbst dazu seine eigene Wahrheit zu verschaffen.

    'Der Finger, der auf den Mond zeigt, ist nicht der Mond.' - Zen
  • Geht's um Sicherheit oder um Drittmittel? Schutzstreifen.

    17.12.2017, Vorstadt Strizzi
    Der Kampf um Drittmittel in der Forschung ist hart und treibt bisweilen, wie oben, absurde Blüten.
    Einer der größten (oder der größte) Drittmittelgeber in der Verkehrssicherheitsforschung ist die UDV. Die UdV, die oft auch als GdV auftritt, wird zu 100% von den Kraftfahrzeugversicherern finanziert. Deren Hauptgeschäft ist die Kfz-Pflichtversicherung. Je höher die Zahl der zugelassenen Kfz, desto größer der Umsatz.
    Ein nennenswerter Umstieg von Kfz auf Rad gefährdet die Geschäftsgrundlage der Kfz-Versicherer und damit die finanzielle Grundlage der UdV.
    Dies heißt nicht, dass alle Forschung der UdV unbrauchbar ist. Man muss aber diesen, von der UdV verborgen gehaltenen Hintergrund ("Bias") mitlesen können. Ganz besonders deshalb, weil die UdV die Verkehrssicherheitsforschung in Deutschland finanziell, "wissenschaftlich" und medial dominiert.
    Leider wird dem Leser auch im obigen Artikel diese wichtige Information vorenthalten.

    Die UdV hat wesentlichen Anteil daran, dass die Radverkehrssicherheits-Konzepte aus Dänemark und vor allem aus den Niederlanden in Deutschland nicht diskutiert, erforscht, geschweige denn implementiert werden - obwohl sie die weltweit führenden und am besten praxis-getesteten Konzepte darstellen.

    Aus angeblichen "Sicherheitsgründen" promoten die UdV und die von ihr beeinflusste universitäre und sonstige institutionelle Forschung fast durchgehend stets diejenigen Lösungen, die für Radfahrende ein Höchstmaß an Unattraktivität und sogar - wie Schutzstreifen - Gefährdung bieten.

    Die Radverkehrssicherheit wird dabei grundsätzlich anhand von Unfallstatistiken ermittelt, die keinerlei Auskunft darüber bereithalten, wie sich die Grundgesamtheit der Radfahrenden auf den verschiedenen Radverkehrsführungen verändert.
    Die besonders unfallgefärdeten Altertskohorten: unter 15 und über 65 Jahre. Schließe ich die weitgehend, bspw. durch Schutzstreifen, vom Radverkehr aus, so erhalte ich zwar eine vorzeigbarere Statistik, aber keine Verbesserung der Radverkehrssicherheit - im Gegenteil.
    Das sind Hütchenspielertricks.

    Radverkehrssicherheit muss sich am Radverkehrsanteil der risikointolerantesten Radfahrenden messen lassen, das sind Kinder bis 15, Senioren über 65 und Frauen.

    Nochmal zu Schutzstreifen: Der Autorin und dem Professor Jürgen Gerlach empfehle ich die (kritische) Lektüre der BASt Untersuchung 'Führung des Radverkehrs imk Mischverkehr auf innerörtlichen Hauptstrassen', die sich schwerpunktmässig mit Schutzstreifen beschäftigt, bzw mit meiner kritischen Würdigung dieser Studie:
    https://radverkehrhamburg.wordpress.com/schutzstreifen/

    "14 der 25 Messpunkte (ca 65%) dokumentieren Überholabstände von nur 30 bis 75 cm. Von mehr als jedem 7. Kfz-Führer werden selbst diese minimalen Abstände noch unterschritten (“Abstand, der von 85 % aller Kfz mindestens eingehalten wird“). Das wird dann schon brutal. Da wird sich manchesmal bei dem einen oder anderen Radler Todesangst einstellen."
  • Sutzstreifen. Sind. Die. Pest.

    17.12.2017, dazydee
    Auf meinem Arbeitsweg sind nun schon 2 Straßen in den letzten Jahren mit "Schutzstreifen" versehen worden, eine weitere folgt nächstes Jahr.

    - Die Streifen führen direkt links an Parkstreifen vorbei. Also genau der gefähliche Schwenkbereich von Türen, den Radler meiden sollen, soll Ihr "Schutzbereich" sein? Das ist genau so dämlich, wie Radwege die Radfahrer rechts an Rechtsabbiegern vorbeiführen.

    - Seitdem die Streifen da sind, wird man als Radler viel öfter viel zu dicht überholt. Die Autofahrer orientieren sich halt an den Leitlinien (wie auf allen mehrspurigen Straßen üblich). Da mache ich denen noch nicht einmal einen Vorwurf, dass kann ich sogar an mir beobachten, wenn ich mal Auto fahre.

    - Fährt man nicht oder nur teilweise auf dem Schutzstreifen, dann drehen die Autofahrer völlig am Rad (hupen, schneiden, beschimpfen,...).
    Das es sowas wie ein schnelles Pedelec gibt, was zwar wie ein Fahrrad aussieht aber ein Kraftrad ist oder es eine Rechtssprechung zum Abstand von Fahrrädern zu parkenden Autos gibt, wissen ja höchstens StVO-Freaks wie ich...


    Ich finde die Dinger als Radfahrer gefährlich und fühle mich darauf noch unsicherer als einfach so auf der Fahrbahn zu fahren.


    Fun Fact:
    Die StVO sagt zum Schutzstreifen, "Wer ein Fahrzeug führt, darf auf der Fahrbahn durch Leitlinien markierte Schutzstreifen für den Radverkehr nur bei Bedarf überfahren."

    Fährräder sind Fahrzeuge. Somit gilt für sie die gleiche Regelung zum Befahren von Schutzstreifen wie für Kfz.

    Viel Spaß dabei ;)
  • Allen Ernstes?

    17.12.2017, ohno
    @Otto: Also all die rechts überholenden Radfahrer, die im letzten Jahr mal wieder von rechtsabbiegenden Lkwfahrern zermatscht worden sind, waren "grob fahrlässig"? Die Lkwfahrer haben bestimmt alle geblinkt, als sie über den Radweg gefahren sind...

    Vielen Dank fürs victim blaming! Nicht.
  • Rechtsabbieger "überholen"

    17.12.2017, Christian
    Das ist wenig irre. Wenn die Rechtsabbieger an einer Kreuzung stehen und warten, werden sie von Radfahrer wie Fußgängern weiter rechts überholt. Darauf müssen sie achten und tun es nicht.

    Natürlich kann man das ändern und einen Radfahrstreifen links neben den Rechtsabbiegestreifen ziehen. Aber nun raten sie doch mal, wer nicht darauf achtet, wenn so ein Radstreifen von rechts auf die Straße gezogen wird?

    Ich schwimme in solchen Fällen lieber im Verkehr mit und überhole ggf links. Schuld aber ist die Selbstverständlichkeit, mit der man sich als Autofahrer im Vorfahrtsrecht wähnt. Erziehung.

    (Schutzstreifen: schade, dass "die" Studie nicht gleich verlinkt ist. Ich habe auch oft den Eindruck, dass die Markierung allenfalls als neuer Fahrbahnrand wahrgenommen wird. Der Sicherheitsabstand bleibt absolut auf der Strecke.)
  • @2. von ottto

    17.12.2017, _Unfug_
    "Daß Radfahrer einen rechtsblinkenden Autofahrer rechts überholen dürfen ist grob fahrlässig, daß sie es tun ist einfach nur hirnloser Selbstmord."

    Aha. Haben Sie einen sinnvollen Gegenvorschlag wie es besser gehen könnte? Vorzugsweise einen, der nicht beinhaltet, dass Radfahrer komplett von der Straße verschwinden sollen? Nur so als Denkanstoß: ein Radfahrer, der hinter den stehenden Rechtsabiegern wartet ist dann auch nicht so schnell von der Kreuzung runter. Die paar Autofahrer vor ihm freut das vll, die haben freie Fahrt. Ach nein, auf die Fußgänger müssen die ja auch noch warten - also doch nichts gewonnen. Für alle Autofahrer hinter dem Radfahrer ist die Ampelphase definitiv gelaufen. Für den Radfahrer selbst evtl. auch, dann beginnt das Spiel in der nächsten Ampelphase von vorne. Wollen Sie das wirklich?

    Ich reihe mich als Radfahrer auch links von Rechtsabiegern ein, wenn es die Spurführung gebietet (falls ich es überhaupt schaffe mich im fließenden Verkehr sicher einzuordnen). Als Dankeschön werde ich dann aus 1m Entfernung angehupt, was ich mitten auf der Straße zu suchen habe.

    Eines der größten Probleme ist, dass Radfahrer von Autofahren schlichtweg nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen und behandelt werden (die sie aber sind). Nach Ihrer Logik wäre das Radfahren an sich schon grob fahrlässig - es wird aber nicht besser, wenn man vor den gegebenen Umständen kapituliert. Ich bestehe nicht auf meine Vorfahrt, sonst würde ich pro Tag 1-2x mal von unaufmerksamen Rechtsabiegern umgebracht werden. Schön ist das alles nicht.


  • Schutzstreifen

    17.12.2017, xl
    Im Prinzip finde ich Schutzstreifen auch gar nicht so schlecht, da man sich als Radler stets im Blickfeld der Autofahrer befindet, statt hinter Bushaltestellen, parkenden Autos, Bäumen usw versteckt - allerdings nur wenn sie ausreichend breit zum überholen, mit einer durchgezogenen Linie abgetrennt und am besten farblich markiert sind.
    Gefühlt treffen diese Kriterien allerdings nur auf maximal 5% der Schutzstreifen in Deutschland zu. Die weit verbreiteten, lenkerbreiten, für den Autoverkehr freigegebenen Schutzstreifen halte ich dagegen für lebensgefährlich.
  • Wehret den Anfängen!

    17.12.2017, Rene Macon
    Ohne die Grantie der politischen Menschenrechte ist auch die Demokratie eine Diktatur: Die Diktatur der Mehrheit! "Kerndemokratie" ist ein gefährlicher Euphemismus. Die Idee einer "staatbürgerlichen" Umerziehung der Bürger ist in Ihrem Grundgehalt totalitär!
  • Ich könnte den Gerlach knutschen!

    17.12.2017, Traumflug
    Endlich schaut sich mal jemand an, ob all diese Wunderheilmittel für den Radverkehr auch wirklich funktionieren.

    Kombinierte Rad-Fuss-Wege sind es garantiert nicht. Der Geschwindigkeitsunterschied der Beiden ist viel zu hoch (etwa 1:6 statt 1:1,5 bei Auto <-> Rad) und Fussgänger laufen oft mal einen Schritt rückwärts oder zur Seite, ohne zu schauen. Das ist intuitives Verhalten, das darf nicht zu Gefahren führen.

    Diese Protected Bike Lanes sind es auch nicht. Nicht nur weil sie sehr breit sein müssen. Wenn man mit dem Fahrrad ausweichen will, aus welchem Grund auch immer, landet man direkt in diesen Pylonen -- Sturz fast garantiert. Entsprechend muss man bei jeden Vielleicht-Hindernis, z.B. ein am Rand stehender Fussgänger mit unklarer Absicht, bremsen. Bremsen ist der natürliche Feind des Radfahrers.

    Abgetrennte Radwege funktionieren auch nur für längere Strecken, mehrere Kilometer am Stück. In der Stadt werden sie zum Hindernisparcours, denn man muss da dauernd rauf und runter -- meist über mehr oder weniger flache Bordsteine. Und das meist an Kreuzungen, wo man die Aufmerksamkeit besser dem restlichen Verkehr als dem Bodenbelag widmet.

    Eisenbahntrassen zu Radwegen umzubauen hat den Haken, dass man da ein umweltfreundliches Verkehrsmittel gegen ein Anderes ausbootet. Nicht besonders geschickt und mancherorts (Eifel) ein beliebtes Mittel gestriger Politiker, ihren Bahnanschluss los zu werden.

    Wo immer ich bislang gefahren bin, ein simpler per Linie abgetrennter Streifen war am besten. Da ist klar, dass mit Radfahrern zu rechnen ist. Da kann man leicht rauf und runter, um Hindernisse zu umfahren oder was sonst der Verkehr erfordert. Auch nicht zu schlecht: man bekommt den Windschatten der Autos ab, muss sich also nicht ganz so sehr anstrengen. Sicher, denn man hat eine gute Übersicht und wird gut gesehen. Das Beste ist jedoch daran: er ist äusserst preiswert, quasi gratis. Also ohne Ausrede, die Linie nicht auf die Strasse zu malen.
  • Bandwurminfektion

    17.12.2017, Manfred Raida
    Ist nicht so harmlos, ich hatte ein 7 - 8 m Ding im Darm und mir ging es schlecht (lange vorbei), musste sogar zur Beobachtung und Entfernung ins Krankenhaus. War schlapp, müde, keinen Appetit, unkonzentriert usw - war richtig froh als ich die letzten Stücke rausgezogen (wirklich wahr) hatte....
  • SERIE ELEKTROMOBILITÄT

    17.12.2017, Manfred Kundinger
    Leider wird wie immer bei Emobilen davon ausgangen, dass jeder Haushalt ein Hausbesitzer ist oder eine oder 2 Garagen mit Stromanschluss verfügt. Bzw. dass die Garage oder Hofeinfahrt nicht älter als 20 Jahre ist. Also gross genug für die heutigen Automodelle ist. zB unsere Haus ist aus 1984 und die Garage ist für unsere Fahrzeuge nicht nutzbar. ( für Passat zu schmal und Yeti zu niedrig ) Auch sind die neuen Häuser mit nur einem Stellplatz oder nur laut Gesetz mit 1,5 Parkplatz pro Haushalt ausgestattet.
    Aber was ist mit den Millionen Laternen bzw Strassenparkern? (ca. 60 % der privaten Pkw-Halter) Wenn ich heute in einer Stadt wohne muss ich 3 mal um Blocks fahren um mit Glück einen freien Parkplatz zu finden. Das kenne ich leider aus Erfahrung, wir haben vorher in Frankfurt, Hamburg, Mannheim, Stuttgart, Weiterstadt und Darmstadt gewohnt. Da ist auch die Ankündigung von 10.000 Ladestadionen zu fördern und bauen ein Hohn. Denn es gibt über 14.000 Städte und Gemeinden. Auch die Lösung mit den Kabeln ist total unpraktikabel. Ich stell mir vor, wenn alle Strassenparker einen E-Anschluss haben, dass dann ein grosser Kabelsalat ist und man nicht zwischen den Wagen durch gehen kann. Oder Nachts die Kabel von Metalldieben abgeschnitten wurden. Vielleicht wäre die Lösung Induktion. https://www.continental-corporation.com/de/presse/pressemitteilungen/2017-12-13-ces-ladetechnologien-116086

    Ganz nebenbei noch wie Teuer wird dann der der Strom? ( Unser Staat muss ja weiterhin seinen ihre zT unnützen Beamten und Politiker bezahlen.)
    58,0 Milliarden Euro umwelt­bezogene Steuer­einnahmen für das Jahr 2016
    Umweltbezogene Steuern.

    Im Jahr 2016 beliefen sich die umwelt­bezogenen Steuer­einnahmen auf 58,0 Milliarden Euro. Davon entfielen 40,1 Milliarden Euro auf die Energie­steuer (die frühere Minera­lölsteuer), 9,0 Milliarden Euro auf die Kraft­fahrzeug­steuer und 6,6 Milliarden Euro auf die Strom­steuer. Die Ein­nahmen aus der Kernbrenn­stoffsteuer und aus der Luft­verkehr­steuer beliefen sich auf 0,4 Milliarden Euro bzw. auf 1,1 Milliarden Euro. Die Zahlungen für Emissions­berechtigungen werden in den volks­wirtschaftlichen und in den umwelt­ökonomischen Gesamt­rechnungen ebenfalls als Steuer betrachtet. Sie lagen bei 868 Millionen Euro. Der Anteil der Umwelt­steuern an den gesamten Steuer­einnahmen lag 2016 bei 8,2 %.

  • Per nihila ad astra!

    17.12.2017, Nick Mott
    Alles was 'ist', muss existieren, also (gemäß altgriechisch 'ex-histamein') irgendwie heraus-, hervortreten, sich also von dem Hintergrund des Nichts abheben, damit es sein kann.
    Das Einzige, was sein kann ohne zu existieren ist das Nichts selbst.
    Wenn also alles aus dem Nichts heraus-, hervortritt, dann ist das Nichts der Schöpfer von allem was ist und damit quasi 'Gott'.
    Damit etwas heraus-, hervortreten kann, braucht es einen Impuls, also eine Ursache.
    Diese Ursache ist ausnahmslos eine Potentialdifferenz von was auch immer.
    Diese Potentialdifferenz muss von dem Nichts ausgegangen sein, aus dem dann alles, was ist, heraus-, hervorgetreten ist in die Existenz des Seienden.

    Die Frage lautet also: kann ein Nichts aus sich selbst heraus eine Potentialdifferenz erzeugen, die dazu führt, dass diese sich in Form von Materie entäußert, um über diese entropisch wieder zu ihrem Ausgangszustand zurückzukehren, indem die Potentialdifferenzen des Seins nach und nach alle ausgeglichen werden?

    Etwas das so wirklich rein absolut gar nichts ist, wirklich absolut überhaupt nichts beinhaltet (also auch kein hochenergetisches Vakualplasma o.ä. Scherze), kann in der Tat keine Potentialdifferenz in sich erzeugen und damit auch nichts aus sich heraus manifestieren lassen.
    Da es aber Etwas gibt - das Sein und die unterschiedlichen Existenzen dessen -, muss auch das Nichts in einer gewissen Art und Weise etwas 'sein', denn sonst wäre das Sein selbst nicht möglich.

    Die wahre Natur des 'Nichts' gälte es also zu ergründen, um diese Frage abschließend zu beantworten.

    Da aber weder das eine – ein Nichts, das wirlich rein gar nichts wäre – so wenig vorstellbar ist im Zusammenhang mit einem Sein wie ein Nichts, das schon irgendwie 'etwas' ist, ja auch sein müsste (von wegen Potentialdifferenz und so), um das Sein selbst erklärbar zu machen (aber dann eben doch auch wieder nicht Nichts sein kann), haben wir ein Oxymoron vor uns, das unseren Geist eindeutig überfordert und deshalb wird die wahre Wahrheit des Ganzen ganz woanders zu finden sein, nämlich dort, wo es keinerlei Messgrößen gibt.

    Die '1', wie ein 'Gott', sind lediglich existent, weil der menschliche Geist trennen muss, um zu erkennen.
    Das bedeutet also, dass die Ursache für die '1' und 'Gott' in unserer Unfähigkeit begründet liegt, das Ganze in tuto zu erfassen und zu verstehen.
    Das, finde ich, ist schon mal ein guter Grund für die Existenz der beiden.
    Da das Nichts in sich ununterschieden und damit ununterscheidbar ist für die menschliche Wahrnehmung, lässt es sich auch nicht untersuchen und somit auch nicht ergründen.
    So ist der Urgrund des Ganzen also grundlos und für uns gänzlich ohne oder zumindest ohne prinzipiell erkennbare Ursache.
    Unser Geist mag Grundlosigkeit nicht, weil dies seine Orientierung unmöglich macht, weil Grundlosigkeit unberechenbar ist und das ist für einen Kontrollfreak wie den menschlichen Geist ein schwer erträglicher Zustand.
    Das mag der Grund dafür sein, dass man so angestrengt nach Gründen sucht, wo vielleicht tatsächlich keine sind, weil ein grundloses Universum auch ein sinnloses wäre.

    Das gälte dann aber auch für uns selbst und vor allem das 'Ich' und das ist ja dann schon eine Art Majestätsbeleidigung, die das Ich nicht auf sich sitzen lassen kann!
    Das wäre dann also der Hauptgrund, warum überhaupt solche Fragen auftauchen und über abertausende von Jahren darüber gesonnen wird nach dem Sinn der eigenen Existenz, denn die 'muss' ja einen Grund haben und da beißt sich die Schrödinger´sche Katze oder der Ouroboros in den Schwanz.
    Immerhin, solange wir grübeln hat Descartes zumindest darin recht:
    cogito, ergo sum.

    Aber wie weiter oben schon mehrfach angedeutet liegt das Kernproblem in unserer Logik, weswegen das Oxymoron überhaupt erst existiert - die Logik erschafft es quasi erst..
    Das Kernproblem der Logik wiederum ist, dass sie ein reines Ausschlussverfahren ist, das niemals zwei entgegengesetzte, widersprüchliche Zustände/Ergebnisse als gleichwertig oder gar synonym begreifen und darstellen kann und deshalb fordern muss, dass immer nur 1 Lösung richtig sein kann.
    Auch eine 'Quantenlogik' änderte nichts daran, denn würde man diese konsequent zur Anwendung bringen wäre alles gleichzeitig möglich bzw. unmöglich und damit wäre der menschlichen Erkenntnis garantiert nicht gedient, denn jegliche Unterscheidbarkeit würde sich im Quantenschaum der Möglichkeiten auflösen!

    Wir sehen ja auch nur deswegen, weil - wie mal jemand sehr klug bemerkt hat - unser Auge kein Instrument zum Sehen ist, sondern eines zum Ausschließen des allermeisten prinzipiell Sichtbaren und diesem Umstand ist unsere Logik geschuldet, weil wir anders gar nicht die erbärmlichen Reste des für uns Erkennbaren sortiert bekämen!

    Aber egal:
    Ex nihilo ad astra – wenn das nicht einfach ein Grund zur überraschten Freude ist!
    ;-

    PS: schön, dass wir mal darüber gequatscht haben!
  • Von außen nach innen

    16.12.2017, Vigo
    "Als Straßenverkehrsplaner hält Gerlach jedoch nicht viel von den Protected Bike Lanes. Diese benötigen auf Grund der sich öffnenden Autotüren einen Sicherheitstrennstreifen von 75 Zentimetern."

    Rein theoretisch gäbe es ja noch die Möglichkeit den Parkstreifen zu opfern. Aber parkende Autos stehen in Deutschland in der Hierarchie noch über den fahrenden. Das sieht man auch daran, dass das für alle (sich bewegenden) Verkehrsteilnehmer gefährliche und ärgerliche Parken im Kreuzungsbereich fast überall in aller Regel geduldet wird und noch seltener gezielt geahndet wird als das Parken auf einem Radstreifen.

    "wo ich einfach nicht wie in Berlin sehr breite Straßenräume zur Verfügung habe, sondern mit beengten Straßenraumsituationen umgehen muss,"

    ... sollte man die Straße von außen nach innen planen. Zuerst bekommen die Fußgänger den Querschnitt, den sie benötigen, incl. Rollstuhlfahrer und Drillingskinderwägen. Dann bekommen Radfahrer den Querschnitt, den sie benötigen. Anschließend wird ein Fahrstreifen für eine Richtung untergebracht. Falls dann noch Querschnitt vorhanden ist, es aber nicht mehr für die Gegenfahrbahn und Parkstreifen reicht, sollte mittels Bürgerbeteiligung entschieden werden, welches von beiden gebaut wird.
  • Irre? @ottto

    16.12.2017, R3D4
    Ich bin völlig bei Ihnen.
    So lange der Mensch noch nicht / nicht mehr als Autofahrer am Straßenverkehr teilnimmt, sollte er seine Daseinsberechtigung verlieren und zur Organspende herangezogen werden. Die Unmöglichkeit der Fahrzeugführung wegen zu geringen / zu hohen Alters oder fehlenden Führerscheines ist als Einwand unbeachtlich. Der Verzicht, die Vogelfreiheit und das Angebot der Organspende treten mit Verlassen des Fahrzeuges ein - spätestens also beim Tanken oder wenn die Zwerge an der Kita verabschiedet werden.
    --
    Die Einführung dieser Regeln ist alternativlos und führt prognostisch nach kurzer Übergangszeit zu entspannter Verkehrs-, Wohnungs-, Renten- und Parksituation.
    --
    Nachtrag: Auf Betreiben der Länder Niedersachsen und Bayern werden der Verzicht auf die Daseinsberechtigung, die Vogelfreiheit und das Angebot der Organspende für den Zeitraum von 2 Jahren nach Erwerb eines Neufahrzeugs ausgesetzt, bei Erwerb eines Dieselfahrzeuges für den Zeitraum von 3 Jahren.
    --
    Der Antrag auf Anbringen einer auf der Fahrbahn sicht- und spürbaren Abtrennung von Schutzstreifen / Radweg zur Fahrbahn durch Befestigung von runden orangenfarbenen Katzenaugen mittels Einschlagens rostfreier Stahlnägel wird abgelehnt. Diese würden sowohl die Ästehtik des Straßenbelages beeinträchtigen als auch in dessen strukturelle Integrität beschädigen. Positive sozialversicherungsrechtliche Aspekte würden ebenfalls ausbleiben.
  • Keine Irre

    16.12.2017, martin
    "Daß Radfahrer einen rechtsblinkenden Autofahrer rechts überholen dürfen ist grob fahrlässig, daß sie es tun ist einfach nur hirnloser Selbstmord."

    Was sie schreiben ist unfug. Radfahrer sind mit 15-25 km/h unterwegs. Sie überholen nicht mal die rechtsabbiegenden LKW, geschweige denn die PKW. Die KFZ sind in den allermeisten Fällen schneller und fahren entweder rücksichtslos oder unaufmerksam nach rechts. Wenn ein Radfahrer auf dem Radweg in eine Kreuzung einfaehrt, muss er sich auch auf "intelligente Verkehrsteilnehmer" vor sich konzentrieren. Von hinten einfahrende KFZ gleichzeitig auch noch im Auge behalten geht dabei einfach nicht.