Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Damit konnte niemand rechnen

    05.06.2013, Frank Svoboda
    "Nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 hat niemand damit gerechnet, dass so etwas nochmals passiert", so tönt es landauf, landab und landunter - auch von Politikern und sogenannten Sachverständigen.

    Was ist das denn für eine Logik? Nur weil man es 2002 "Jahrhunderthochwasser" getauft hat, müssen wir dieses Jahrhundert nicht mehr mit einem solchen Hochwasser rechnen? Kleiner Tipp an diejenigen, die für die aktuelle Situation schon den nächsten Namen "Jahrtausendhochwasser" bereit haben: Der Name hilft nicht dagegen, dass es nochmals zu einem solchen Hochwasser kommt.

    Logisch ist vielmehr: Es ist passiert, also kann es jederzeit und auch anderenorts nochmals passieren!

    Also ist für die Zukunft Handeln angesagt - nicht nur für jeden Einzelnen, der in oder in der Nähe von Hochwasser gefährdeten Gebieten wohnt, sondern auch für Regierung und Kommunen, die mit einem Programm ähnlich dem Energieeinsparungsgesetz einen erheblich weiteren Rahmen auch zum Selbstschutz schaffen müssen als er bisher existiert.

    Das aktuelle Hochwasser hätte man wohl nicht verhindern können, aber man hätte die Schäden, die es anrichtet, sicherlich erheblich mindern können. Waren 11 Jahre nicht genug, um geeignete Maßnahmen zu treffen? Politiker schaffen es sonst doch auch, Gesetze innerhalb kürzester Zeit durchzusetzen - wenn es Ihnen selbst oder irgendeiner Lobby nutzt. Oder hat tatsächlich einfach niemand damit gerechnet?

    Bei vielen der Schutzmaßnahmen, die getroffen wurden, hat man sich am Hochwasser 2002 orientiert. Leider hat das jetzt vielerorts nicht ausgereicht, denn logisch ist nämlich auch: Es kann sogar noch schlimmer kommen.

    Mein Mitgefühl gilt allen Betroffenen, die jetzt vor den Trümmern Ihrer Existenz stehen und ich hoffe inständig, dass ihnen rasche und unbürokratische Hilfe zukommen wird - und dass man in Zukunft mit allem rechnet.
  • Glaubenskrieg mit Realitätsverweigerung

    05.06.2013, Jörg Kahnt
    Ich wurde schon misstrauisch, in der begeisterten Beschreibung des Gerhard Samulat nicht den kleinsten Hinweis auf Sachfragen zu finden, statt dessen immer wieder freudiges Kampfgeschrei.
    Zufällig fand ich kürzlich in einer Ausgabe der Zeitschrift 'Natur' von 1983 einen langen Artikel über erneuerbare Energien welcher in die Behauptung mündete, man könne damit 80 Prozent des in Deutschland benötigten Stroms bereitstellen. Das ist wohl richtig gerechnet, geht aber nur wenn man elektrischen Strom (ohne Verluste!) speichern kann. Das kann man aber nicht. Wer sind die Leute, die sich über Jahrzehnte weigern diese simpelste Tatsache einzusehen? Dass es auch trübe windstille Tage gibt? Ja, es ist Glaubenskrieg und noch dazu mit Realitätsverweigerung.
  • Der Mensch und das Fleisch.

    05.06.2013, Joachim Ochmann
    Würde jeder Mensch das Entstehen des Schnitzels erleben wie es als Jungtier Freude am Leben zeigt und wie es anschließend auf dem Weg zum Schnitzel in den Zustand von Angst versetzt wird und danach zerlegt zum Verspeisen, so würde ich meinen, die Menschen würden sich das Schnitzel verkneifen. Egal ob es nun schädlich ist oder nicht. Die Fleischlobbyisten werden natürlich anders reden, die werden ja superreich dabei und im Umgang mit dem Leben völlig gefühlskalt. Man sehe sich nur die Tiertransporte an.
  • Sehr guter Beitrag

    05.06.2013, Michael
    was jedoch noch vollständig fehlt ist die Frage nach dem Einfluss der Herstellung des Fleisch.
    So konnte z.B. gezeigt werden, dass Rindfleisch aus Massentierhaltung einen hohen Anteil an Omega-6 und Rindfleisch aus Weidertierhaltung einen hohen Anteil an Omega-3 Fettsäuren enthält.
  • Der Mensch ist ein Allesesser

    05.06.2013, Josef Schobelig
    Es gibt ein Volk, das sich ausschließlich von Fleisch ernährt(e): Die Innuit.
    Es gibt jedoch KEIN Volk, das sich ausschließlich vegetarisch oder gar nur vegan ernährt(e).
    Vegetarismus und erst recht Veganismus sind mithin alleine religiös- ideologisch motivierte MANGELernährungen.
  • Kein Vergleich mit veganer Ernährungsweise?

    05.06.2013, Florian Buss
    Interessanter Artikel! Ich bin außerdem sehr interessiert daran, ob die EPIC-Studie Ergebnisse vorweisen kann, die vergleichbare Aspekte einer (richtig durchgeführten!) veganen Ernährung abbildet, da ja mittlerweile hinlänglich bekannt ist, dass der Milchkonsum der Vegetarier erheblich zu HKL-Erkrankungen beiträgt und krebswachstumsförderlich ist.
    Ich finde auf der Webseite von EPIC leider keine entsprechenden Ergebnisse, vielleicht liegen Ihnen diese Informationen jedoch vor?
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Buss,

    ich leite Ihre Frage an die Autorin weiter.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Wer soll verspeist werden?

    05.06.2013, Ingo Schwarzer
    "Mehrere Jahre bastelte der Physiologe am Laborburger aus Rindermuskelzellen, und noch dieses Jahr soll er in London öffentlich verspeist werden."
    Auch noch öffentlich! Klingt grausam.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Schwarzer,

    in der Tat: etwas missverständlich. Wir konkretisieren.

    Beste Grüße
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Kleine Kinder haben zwei weitere Informationsquellen

    04.06.2013, Martin Piehslinger
    Ein grandioser Artikel, danke! Informativ und unterhaltsam zugleich.

    Computer erlernen Sprache(n) ebenso wie Kinder ohne Grammatik und Konjugationstabellen, sondern durch Analyse von Texten.

    Diesen Gedanken möchte ich weiterspinnen:

    Kleine Kinder lernen nicht nur durch die gesprochenen Sätze, die sie von Erwachsenen hören, sondern sie haben zwei weitere Informationsquellen: erstens Antworten auf Fragen, mit denen sie die Erwachsenen bis zur Erschöpfung löchern, und zweitens nicht-sprachliche Informationen, die mit dem Gehörten einhergehen. So assoziiert das Kind mit dem gesprochenen Wort "Haus" auch den Anblick eines Hauses, Gerüche beim Betreten einen Hauses, Wärme oder Kühle, die veränderte Akustik und so weiter. Das Kind erlernt auch die Bedeutung des ärgerlichen Tonfalls des Erwachsenen, dem wieder einmal die dauernden Warum-Fragen zu viel geworden sind.

    Der Computer wie von Brian Hayes beschrieben würde sozusagen die Reinform des Archetypus "eigenbrötlerischer Bücherwurm" repräsentieren. In diesem Zusammenhang bemerkenswert: "Laut Studien fallen Romanleser oft durch eine erhöhte Sozialkompetenz auf." ("Gehirn und Geist" Juli/August 2012)

    Vielleicht wird das Tamagotchi der Zukunft lästige Fragen stellen, sein Besitzer wird ob der dauernden Warum-Fragen entnervt sein. Als Belohnung für seine Geduld wird er einen Gesprächspartner im Westentaschenformat erhalten, der die gesamte Weltliteratur gelesen hat, sich aber auch an alle mitgehörten Gespräche erinnert, Zugriff auf Online-Information vom Fahrplan bis zum Wetterbericht hat und auf jede Frage blitzschnell die Antwort weiß, die sein Besitzer gebraucht hat.
  • Re: Recht und Willkür...

    04.06.2013, demoslogos
    @Lutz Martin

    "Es ist doch eine moralphilosophische Banalität, dass es schon aus erkenntnistheoretischen Gründen und infolge der Unmöglichkeit eines "perfekten" ethischen Kalküls kein "perfektes" moralisches Verhalten geben kann - erst recht nicht unter den Bedingungen ethisch unreifer Gesellschaften. "

    Die Menschen, welche die Menschenrechte formulierten und diejenigen die sie einhalten, befanden oder befinden sich doch in der gleichen Situation wie sie. Sie lebten oder leben in einer nach ihren Maßstäben ethisch unreifer Gesellschaften. Aber trotzdem sprechen sie ihn allen ethische Motive ab, nur weil sie Einschränkungen getroffen haben, obwohl die Menschenrechte viel weiter gehen als alle Regelsysteme davor, sie haben also Einschränkungen abgebaut. Die Menschen haben also aus Fehlern gelernt, die der Faschismus gemacht hat.

    Ich habe nicht gesagt, dass der Menschen Prozessen hilflos ausgeliefert ist, nur dass die Ausgangsbedingungen nicht vom Menschen gemacht wurden. Da der Mensch sein Verhalten ändert, zeigt seine ethische Motivation.
  • Polemik auf der falschen Seite

    03.06.2013, Heinz Stephan
    Das Buch werde ich bestimmt nicht lesen, die Beschreibung ist ausreichend. Mir liegt es aber auch fern, in gleicher Weise polemisch zu werden. Doch eines muss gesagt werden: Eine ausgewogene sachliche Diskussion unter Wissenschaftlern findet auf diesem Gebiet nicht statt. Hier tummeln sich politische Weltverbesserer, die einen Glaubenskrieg führen. Die Presse stimuliert den Tenor weitgehend und die träumende deutsche Mehrheit lässt sich anmachen. Das ist ja im deutschen Wesen wohl schon öfter vorgekommen! Eins ist festzustellen: der Rest der Welt lächelt und denkt sich sein Teil! Da schreib doch schon mal einer: am deutschen Wesen ......
  • Schlüsse...

    03.06.2013, Lutz Martin
    @ Irmi:

    Selbst vor dem Hintergrund dessen, was in den von Ihnen verlinkten Artikeln vermittelt wird, sind Ihre Schlüsse leider falsch. NATÜRLICH wäre die Umwelt weniger belastet, wenn es keine oder viel weniger "Nutztiere" gäbe, denn um das wenige Unentbehrliche auszugleichen, das uns durch einen Verzicht auf tierische Produkte verlorenginge, bedarf es bei Weitem nicht so viel, wie uns die Tierausbeutungsindustrie in allen ihren Aspekten (auch kulturell!) kostet. Sich darüber zu informieren, ist nicht schwierig. Man muß es nur wollen.
  • "Watson" war gar nicht so intelligent – nur schneller

    03.06.2013, Jörg Michael
    Wie ich mittlerweile erfahren habe, gab es für den überlegenen Erfolg des IBM-Computers "Watson" in der amerikanischen Fernsehshow "Jeopardy" eine erfolgskritische Komponente, die nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun hat.
    Die Regeln von "Jeopardy" besagen, dass man erst dann antworten darf, nachdem der Moderator die Antwort durch Drücken des Startkopfs freigegeben hat. Wenn dabei (wie es offenbar wiederholt vorgekommen ist) Mensch und Computer die korrekte Antwort vorher haben, misst man im Wesentlichen, wer von beiden die bessere Reaktionszeit hat. Super.
  • Wenig hilfreich

    03.06.2013, Eike Blum, Remscheid
    Zum Leserbrief F. Finke, Heft Juni 2013
    1. In dem Text "vom naturwissenschaftlich-naturalistischen Standpunkt aus" ist "naturwissenschaftlich" mindestens unnötig (weil zusätzlich und ohne Erklärungskraft) und somit zu vermeiden.
    2. Der Leserbrief selbst ist unnötig, weil er nichts zu der Erforschung von Allergien hinzuträgt, wohl aber zu dem Streit zwischen Kreationisten und deren Gegnern, ohne jedoch im Sinne der Wissenschaft hilfreich bei der Auflösung dieses Konfliktes zu sein.
    3. Polemik in der Wissenschaft, gleich welcher Fakultät, erzeugt ideologische Haarspalter, die schon genügend Unheil über die Menschheit gebracht haben. Dies sollte allen Beteiligten, die sich wissenschaftlich betätigen, aus ihrer Erfahrung heraus hinreichend bekannt sein.
  • Ideen in einer Denkpause

    03.06.2013, Markus Hach, Neunkirchen
    Die Frage, ob und warum es in unserer Gesellschaft immer weniger Genies gibt, lässt sich möglicherweise nicht nur durch wissenschaftliche Studien, sondern auch durch persönliche Erfahrungen zumindest beleuchten.
    Ich bin der Meinung, es gibt heute immer weniger Genies, weil sie von den so genannten Eliten unserer durchorganisierten, mechanisierten und vernetzten Gesellschaft nicht mehr erwünscht sind. Die deutschen Universitäten haben mit der Umstellung auf das Bachelor/Master-System ihre Freiheit aufgegeben und ihre Forschung dem zielgerichteten und durchgeplantem Diktat der Wirtschaf(lichkeit) unterworfen und „produzieren“ am Fließband leistungsbereite, junge, oft psychisch angeschlagene Absolventen, die durch dieses System darauf trainiert wurden, in möglichst kurzer Zeit zu liefern, was von der Industrie gefordert und verlangt wird, anstatt ihrer eigenen forscherischen Neugier und Intuition folgen zu können.
    (Ich hatte das Glück, Physik im Diplomstudiengang zu beginnen, und habe Vorlesungen und vor allem die Mentalität der Studenten in beiden Varianten erlebt, weiß also, wovon ich rede.)

    Das Wesen des wissenschaftlichen Genies zeichnet sich dadurch aus, Neues zu schaffen, neue Ideen und Sichtweisen in die Welt zu setzen, oder ihnen zum Durchbruch zu verhelfen. Dieser Prozess ist per Definition nicht planbar, da die Idee während des psychisch-kreativen Aktes ihres Schöpfers aus seiner Intuition heraus, erst spontan, fast schon zufällig dann entsteht, wenn er über ungelöste Probleme unserer Gesellschaft oder der Menschheit nachdenkt. Meistens entstehen solche Ideen in einer Denkpause, im Moment zwischen zwei Gedanken, wenn das Genie gerade offen für eine derartige Eingebung ist.
    Für solche Denkpausen bleibt im sich immer weiter beschleunigenden Forschungs- und Wirtschaftsbetrieb jedoch immer weniger Zeit.

    Eine Erziehung, wie sie momentan an deutschen Universitäten praktiziert wird, fördert diese ungesunde Entwicklung, indem die Forschungsthemen vorgegeben werden und unter hohem Zeitdruck bearbeitet werden sollen.
    Dieses System erstickt jede Kreativität. Für Genies ist der Weg Einsteins, sich außerhalb der universitären Forschung zu stellen, um seinen eigenen Gedanken nachgehen zu können, fast nicht mehr gangbar, da unser Wissen seit seiner Zeit derart angewachsen ist, dass es nicht mehr möglich ist, sich dieses Wissen in Eigenregie selbst anzueignen. Es ist ein Spagat einerseits ins universitäre System gehen zu müssen, um sich dieses Wissen anzueignen, aber andererseits nicht die dort vorherrschenden Denkstrukturen zu übernehmen, um sich seine Eigenständigkeit im Denken erhalten zu können. Der universitäre Forschungsprozess hat sich dermaßen beschleunigt, dass es fast nicht mehr möglich ist, ihn zu stoppen, um eigene Ideen einwerfen und zur Diskussion stellen zu können.
  • Frage zu einem Detail

    02.06.2013, Stefan Pschera
    Das Axon leitet das Aktionspotential zu den Endknöpfchen. Wird nun jedes Endknöpfchen speziell angesteuert oder feuern immer alle? Dazu finde ich keine Literatur. Wenn die Endknöpfchen unspezifisch feuern, so wird aus der Eingangsvielfalt (ca. 20 000 Synapsen) ein Ausgang. Dies wäre eine extreme Konvergenz und Verlust an Information.

    Wenn man das Gehirn nachbauen möchte, muss eigentlich dieses Detail bekannt sein.


    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Pschera,

    es sind immer alle Endknöpfchen gleichzeitig von einem Aktionspotential betroffen. Allerdings verfügen Nervenzellen über verschiedenste Mechanismen, um im Rahmen von Lernvorgängen die Wirkung der feuernden Zelle auf die nachgeschaltete zu kontrollieren, also zu verstärken oder abzuschwächen. Das bedeutet, dass der Reiz, der ein Neuron erreicht hat, nicht unterschiedslos an alle anderen Zellen, mit denen die feuernde Zelle verbunden ist, in gleichem Maß weitergegeben wird.

    Es ist jedoch nicht möglich, dass eine Zelle (vereinfacht gesagt) nur die Synapsen A-E ansteuert, wenn sie ihrerseits von einer Zelle X erregt wurde, und die Synapsen F-Z, wenn der Reiz von Zelle Y stammt. Für eine solche Konstruktion müssten mehrere Hirnzellen verwendet werden.

    Der dadurch bedingte "Informationsverlust", den sie beschreiben, ist allerdings durchaus gewünscht. Denn letztendlich lässt sich dadurch eine hierarchische Anordnung von Hirnarealen realisieren, die immer abstraktere Konzepte repräsentieren, indem sie konkrete Informationen untergeordneter Areale verwerfen und stattdessen auf die Gemeinsamkeiten in den Erregungsmustern reagieren.

    Eine sehr ausführliche und allgemeinverständliche Einführung in diese Thematik finden Sie in "Das Konnektom" von Sebastian Seung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jan Dönges / Redaktion

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