Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Es war richtig unheimlich

    19.01.2009, : Leider anonym
    Jetzt - endlich! - erfahre ich hier, was wir am Samstag, als wir auf der Autobahn Hamburg-Berlin auf halber Strecke waren, gesehen haben und uns noch viele Kilometer Rätsel aufgab. Ohne Ankündigung, ohne Geräusch und ohne andere Anzeichen auf das besondere Ereignis wurde es mit einem Mal taghell. Ich rief sofort "Was ist das denn?" und versuchte durch die Windschutzscheibe die Ursache des Ungewöhnlichen zu erfahren. Aber nichts, nur ein aufflackerndes Licht, und nach wenigen Sekunden war der Spuk vorbei. Aufmerksam lauschten wir nach einem Knall, hielten Ausschau nach einem weiteren Leuchten, welches die Erscheinung als Gewitterblitze entpuppen würde, oder sonst einer Erklärung. Im Radio kam auch nichts weiter als Musik und Heiterkeit. Was konnte so unglaublich hell und gleichzeitig so geräuschlos sein - jetzt weiß ich es und die Natur erfüllt mich wieder einmal mit Ehrfurcht!
    Antwort der Redaktion:
    Leider hat der Leser weder seinen Namen noch seine email-Adresse angegeben. Normalerweise veröffentlicht SuW solche Briefe nicht. Diesen möchte ich ausnahmsweise zum Anlass mehmen, alle Leserbriefschreiber daran zu erinnern, dass sie solche Angaben unbedingt machen sollten. Offenbar sind die "anonymen" Leserbriefe fast durchweg Versehen, denn sehr oft werden darin Fragen an die Redaktion gestellt. Natürlich haben wir in diesen Fällen keinerlei Möglichkeit zu reagieren, denn nicht jeder Brief, nicht jede Frage ist für eine öffentliche Antwort geeignet.



    Herzliche Grüße,

    Ihr Leserbriefredakteur,

    Ulrich Bastian

  • Präzession oder magnetische Kurzschlüsse?

    16.01.2009, Herbert Haupt
    Mich interessiert neben der Energieverlust-bedingten Zunahme der Rotationsperiode auch der genaue Verlauf der Höhe der weichen Gammablitze (Bursts): (a) Nimmt die Höhe sehr gleichmäßig zu und wieder ab, z.B. ähnlich einer Parabel? Dann könnte die Ursache eine Präzession der Drehachse sein; falls ein massereicher Begleiter vorhanden ist. (b) Oder nehmen innerhalb der Sichtbarkeitsperiode die Höhen unregelmäßig zu und ab, evtl. auch mehrfach? Dann könnten die Energieausbrüche auf Kurzschlüsse in den aufgewickelten Magnetfeldlinien zurückgehen, die momentan enorme Energiemengen freisetzen.
    Antwort der Redaktion:
    Die Überlegung von Herrn Haupt ist richtig. Mit dem von ihm vorgeschlagenen Kriterium lassen sich die beiden möglichen Gründe für das nur sporadische Auftreten der "weichen" Gammastrahlenausbrüche (Bursts) unterscheiden. Die Antwort lautet: Innerhalb der Aktivitätsperioden eines "Soft Gamma-Ray Repeaters" (SGR) ereignen sich die einzelnen Ausbrüche in unregelmäßigen zeitlichen Abständen und mit unregelmäßig wechselnder Stärke. Die spricht für die "Kurzschlüsse", und so wird das Phänomen auch durchgängig von der Fachwelt interpretiert.



    Eine sehr schöne, populäre und dennoch tiefgehende Darstellung der Soft Gamma-Ray Repeaters und ihrer Deutung (allerdings nur in Englisch und Spanisch) von Robert Duncan findet sich auf der
    folgenden Internet-Adresse: http://solomon.as.utexas.edu/~duncan/magnetar.html. Der Text ist zwar schon 5 Jahre alt,
    aber das Grundsätzliche der Darstellung gilt auch heute noch.
  • Bewiesen ist nichts, Kommentar

    04.01.2009, Wolfgang Graßmann, Nidda Oberwiddersheim
    Dies ist ein Kommentar zu dem Leserbrief von Ernst Kunst vom
    23.12.2008.


    Der Begriff des Beweises ist in den Naturwissenschaften prinzipiell problematisch. Beweisen, das kann die Mathematik mit deren eigenen Methoden. Die Physik kann nichts beweisen, sie kannn nur zeigen, daß Beobachtungen (Messungen) sich innerhalb eines paradigmatischen Rahmens verifizieren lassen. In vielen Fällen können deshalb Messdaten unterschiedlich interpretiert werden. Das gilt insbesondere in Gebieten, die als noch nicht abgeschlossen betrachtet werden (ein abgeschlossenes Gebiet wäre z.B. die klassische Mechanik). Deshalb ist auch das Prinzip von "Okkams razor" so wichtig: Niemals mehr Hypothesen einzuführen als nötig sind.
  • Bewiesen ist nichts

    23.12.2008, Ernst Kunst, Königswinter
    Die Existenz der "dunklen Energie" wurde keineswegs nachgewiesen (bewiesen). Festgestellt wurde lediglich ein Unterschied in der Kompaktheit von weiter entfenten und näheren Galaxienhaufen. Dieser Sachverhalt wird dem Wirken der nach wie vor ominösen dunklen Energie zugeschrieben. Ein Beweis sieht anders aus.
  • Wie entstehen neue Weltbilder?

    10.12.2008, Walter Kraul, 82057 Icking, Neufahrner Weg 2
    "Der Mond war der einzige Himmelskörper, dessen Parallaxe man vor der Erfindung des Teleskops ermitteln konnte." Bitte wer hat das wann wie gemacht? Welche Basis wurde verwendet? Nur angedeutet ist in diesem Aufsatz ferner, dass man zu den relativen Abständen der Planeten kam. Kepler standen sie wohl zur Verfügung. Wie kam man zu diesen?
    Antwort der Redaktion:
    Schon Hipparch von Nicaea hat aus der Größe des Erdschattens bei Mondfinsternissen die Entfernung des Mondes hergeleitet (das ist indirekt eine Parallaxenmessung mit dem Erdradius als Basis, siehe meinen Aufsatz in Spektrum der Wissenschaft Feb. 2000, S. 55).
    Im Prinzip kann man das auch mit der Beobachtung der täglichen Ungleicheit der Mondbewegung erreichen (Parallaxenmessung durch die Erdrotation). Ob das schon bei
    Ptolemaeus benutzt wurde, weiß ich nicht, das könnte aber durchaus sein. In der beginnenden Neuzeit haben das mehrere Astronomen durchgeführt, wohl zuerst Tycho Brahe mit
    wirklich guter Genauigkeit.



    Als Alternative bietet sich die gleichzeitige Beobachtung des Mondes relativ zu Sternen von verschiedenen Orten auf der Erde an; das ist heutzutage ein häufig
    durchgeführtes Amateur- und Schulklassen-Experiment.



    Zu Ihrer zweiten Frage: Kepler hat die relativen Abstände der Planeten selbst gefunden: aus dem dritten Keplerschen Gesetz. Dieses wiederum hat er (vereinfacht gesagt) aus der Winkel-Größe der Oppositionsschleifen der
    Planeten abgeleitet (praktisch eine Parallaxenmessung mit der Erdbahn als Basis).



    Ulrich Bastian
  • Venusbedeckung

    10.12.2008, Walter Kraul, 82057 Icking, Neufahrner Weg 2
    Der Mond bedeckt ständig Sterne, selten aber "erwischt" er die Venus, das hellste Gestirn nach ihm. Dies geschah am vergangenen 1. Dezember, zu einem bequemen Zeitpunkt und mit der dunklen Seite voraus. An meinem Beobachtungsort befand sich eine geschlossene Wolkendecke. Bitte, wann wird sich dieses Ereignis wiederholen?
    Antwort der Redaktion:
    Wir haben bei einem Experten für solche Themen, Oliver Montenbruck, nachgefragt. Er wird sicher eine Antwort ermitteln können. Sie wird in einem der nächsten Hefte von SuW erscheinen.
  • Index 2008?

    24.11.2008, Dr. Martin Federspiel, Freiburg-Hochdorf
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    im Dezemberheft 2008 vermisse ich den gedruckten Index für den Jahrgang 2008 - oder habe ich etwa etwas übersehen? Ich hoffe nicht, dass SuW damit dem aus meiner Sicht unrühmlichen Trend (siehe z.B. Sky & Telescope) folgt und auf ein gedrucktes Jahresinhaltsverzeichnis in Zukunft verzichtet. Um eine mehr oder weniger wissenschaftliche, gedruckte Zeitschrift auch nach Jahren noch sinnvoll nutzen zu können, bedarf es eines gedruckten Indexes. Dieser kann meines Erachtens auch nicht völlig durch eine Online-Suchfunktion ersetzt werden.

    Antwort der Redaktion:
    Der Index 2008 wird dem Januar-Heft beiliegen.
  • Ungesunder Marsboden II

    21.11.2008, Michael Khan, Darmstadt
    Kleine Korrektur zur Antwort der Redaktion auf den Leserbrief von Manfred Seidel:

    Die Triebwerke der Phoenix-Sonde verwenden als Treibstoff nicht Hydrazin mit Distickstofftetroxid, sondern sogar nur Hydrazin. Dieses wird katalytisch zersetzt und braucht dabei keinen Oxidator. Solche "Monopropellant"-Triebwerke sind zwar ineffizienter als ein Triebwerk, bei dem Hydrazin mit Distickstofftetroxid (oder chemischen Abwandlungungen dieser Stoffe) reagiert, sie haben aber den Vorteil, dass sie leichter geregelt und auch gepulst betrieben werden können, wodurch die effektive (mittlere) Schubkraft genau eingestellt werden kann - sehr wichtig bei einer weichen Landung.

    An der Schlussfolgerung der Redaktion ändert diese Klarstellung nichts - das Perchlorat kann nicht aus den Rückständen des Triebwerksstrahls stammen.
  • "Der Himmel 2008" - Jahrbuch 2009?

    16.11.2008, Uwe Möller, Berlin
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    das Jahrbuch "Der Himmel 2008" finde ich sehr gelungen, und es ist sehr hilfreich für mich. Aus diesem Grund möchte ich gerne wissen, ob für 2009 ein ähnliches Projekt geplant ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Uwe Möller

    Antwort der Redaktion:
    Mit der Zeitschrift "Astronomie heute" ist auch das zugehörige Jahrbuch eingestellt worden. Wir können Sie aber auf die weiterhin erscheinende Reihe "Ahnert - Astronomisches Jahrbuch" für 2009 verweisen.
  • Ungesunder Marsboden

    16.11.2008, Manfred Seidel, Westhausen
    Wie bereits in dem Artikel erwähnt wurde kommen Perchlorate auch in Raketentreibstoffen vor.
    Dadurch könnte es ja wohl durchaus möglich sein, dass die Nasa den Boden um die Landestelle durch ihre eigenen Bremsraketen verunreinigt hat.
    Antwort der Redaktion:
    Perchlorate kommen in festen Raketentreibstoffen vor. Phoenix ist jedoch mit einer Flüssigkeitsrakete gelandet. Der Treibstoff besteht aus Hydrazin und Distickstofftetroxid.
    Auch bei dessen Verbrennung können keine Perchlorate entstehen. Diese müssen also wirklich zum Marsboden gehören.
  • Multiple Universen

    14.11.2008, Anna Hannover
    Es wäre auch denkbar, dass unsere Sicht der Entstehung des Universums sehr einseitig ist. Wir sehen es als einmaliges Ereignis. Letzendlich wäre auch denkbar, dass unser Universum entstand und während dessen ein anderes kollabierte und ein weiteres sich in der Wachstumsphase befand. Es kann sein, dass unser Universum einfach eins von vielen ist. Eins, das uns erlaubt, viele Fragen zu stellen und Antworten zu finden, aber letztendlich gibt es uns die Antwort nicht, ob es das einzige ist.
    Ich finde die Theorie, die besagt, dass viele Universen gleichzeitig existieren, eine interessante und letzendlich erklärende Lösung.
    Antwort der Redaktion:
    "Theorie" ist vielleicht (noch) ein zu starkes Wort für die diversen wissenschaftlichen Spekulationen über "Multiversen" und einen übergeordneten Gesamtkosmos, aber die Ästhetik solcher Ideen ist unbestreitbar. - UB
  • Duale Universen

    04.11.2008, Thomas Wienand, Hannover
    Da die Entstehung unseres Universums während des Urknalls leider nicht von außen beobachtbar ist, wäre es auch denkbar, dass ein Paralleluniversum entstand. In diesem könnte dann das gleiche Ungleichgewicht beobachtbar sein wie in unserem, nur dass dort die Galaxien aus Antimaterie bestünden. In jenem Universum würde man über die Abwesenheit der Materie grübeln.
  • Leuchterscheinung am 25.10.08 23:25

    27.10.2008, Alfred Reismüller
    Habe heute um 23:25 folgende Beobachtung gemacht.
    Kann bei einem meiner Fenster in Ottakring vom 4. Stock genau nach Westen schauen, und sehe vier Lichtpunkte, drei näher beisammen, der vierte etwas weiter von den anderen entfernt. Sie leuchteten und flackerten rötlich und bewegten sich in meine Richtung, aus dem Westen kommend, und zwar unterhalb der Nebelgrenze, sonst hätte ich sie nicht sehen können. Drei davon verloschen nach ca. 30 sec. jedoch nicht zur gleichen Zeit, der vierte Punkt flog weiter und war auch größer als die anderen drei, änderte anscheinend den Kurs ein wenig in südlicher Richtung, erlosch dann ebenfalls, vielleicht 30 sec. später. Ich vermute entweder einen unkontrolliert abgestürzten Satelliten, oder einen explodierenden Meteoriten oder Asteroiden oberhalb der Nebelgrenze und die Teile, die davon in der Athmosphäre verglühten, sah ich verlöschen.

    Alfred Reismüller,
    Wien, 1160 Ottakringerstr.168
    Antwort der Redaktion:
    Das waren mal wieder einige dieser Partyballons - kleine Heißlufballons aus einem durchscheinenden Papierglobus (50-80cm), unten offen und mit einer Kerze drin, um die Luft anzuheizen. Eigentlich ein grober Unfug, wegen Waldbrandgefahr und Müll in der Landschaft. Wir erhalten jeden Sommer etliche dieser Anfragen.




    Herzliche Grüße,
    Ihr Leserbriefredakteur,
    Ulrich Bastian
  • Was lange währt ...

    03.10.2008, Dipl.-Ing. J. Woker, Kaiserslautern
    ... wird endlich gut. Diese Weisheit passt wie der nun erfolgreich absolvierte 4. Flug des "Falken" zeigt, auch hier.

    Nachdem bei den ersten drei Fehlversuchen die Häme bezüglich des privaten Versuchs eines Zugangs zum Satellitengeschäft doch erkennbar zunahm ist es zu begrüßen, dass sich die Macher des Projekts von den Rückschlägen nicht haben entmutigen lassen.

    Mit dem bewiesenen Pioniergeist und der nun ebenso erwiesenen Fähigkeit, eine wenn auch noch kleine Nutzlast in den Orbit zu bringen, kann man dem Team nur wünschen, dass sie die nun gezeigten Fähigkeiten festigen und verlässlich ausbauen können. Den Nutzern kann es nur recht sein, dass auch in diesem wichtigen Bereich der Technik das Monopol der staatlichen Anbieter mittelfristig Geschichte sein wird.
  • Unsinniger Versuch

    29.09.2008, Theodora Pape, Göttingen
    Dass die in den kleinen Gesteinsbrocken am Hitzeschild angebrachten Mikroben den Wiedereintritt in die Erdatmosphäe nicht überstanden, das hätte man auch genau so auf dem Boden (der Tatsachen) erproben können, ohne dafür in den Weltraum zu müssen.
    Denn die Gesteinsproben wurden erwartungsgemäß vollständig durchheizt, was aber mit einem Meteoriten nicht immer geschehen würde.

    Zumindest haben die Wisssenschaftler herausgefunden, dass Mikroben eine Temperatur von 1000° Celsius nicht überleben, auch wenn diese im Gestein sind, was man auch in einem normalen Ofen hätte herausfinden können.

    Die Interpretation des Versuchs ist daher stark anzuzweifeln. Weil doch meteoritische Gesteinsbrocken weit größer sein können, und somit das Gesteinsinnere recht kühl bleiben kann, besonders wenn der Stein gegen Ende seines Falles ins Wasser stürzt und dabei auseinander bricht.

    Da immer mehr Mikroben auch in tiefen Gesteinsschichten gefunden werden, ist die Panspermie, auch nach dem in meinen Augen eher lächerlichen Versuch, eine ernst zu nehmende Theorie.
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