Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Schneefunkeln auf Mars?

    19.08.2008, TP
    Bei genauerem Betrachten des Bildes fallen mir Bild-Artefakte auf, die wie lila-blaue und grüne Sterne wirken. Besonders auffällig in dem Gebiet, in dem die Sonne unter sehr flachem Winkel auf den Marsboden fällt.
    Ist es denkbar, dass dort tatsächlich ein Funkeln aufgenommen wurde, das durch Wasserkristalle entsteht, wie bei funkelndem Schnee auf der Erde?
    Antwort der Redaktion:
    Gute Frage. Wäre im Prinzip möglich. Wahrscheinlicher sind das aber Bildfehler, die durch Teilchen der kosmischen Strahlung, die während der Belichtung auf dem CCD-Chip der Kamera einschlagen, verursacht werden.
    -
    U.B.
  • Aller Anfang ist schwer ...

    05.08.2008, Dipl.-Ing. Jörg Woker, Kaiserslautern
    Hut ab - auch wenn beim nunmehr dritten Start erneut wichtige Systeme Fehlfunktionen offenbarten, bleibt doch festzustellen, dass der Träger an sich zu funktionieren scheint, sofern es bei der Einschätzung bleibt, dass erneut ein peripheres System versagt hat und die Steuerung insgesamt arbeitete. Selbst wenn man nach der etwas vollmundigen Ankündigung nach Flug 2, die Erprobung sei nun beendet und man könne zum kommerziellen Teil übergehen, geschmunzelt hat und das ganze als Ausdruck des american way of life wertete, die Sache macht sich insgesamt achtbar. Und das ist gut so! Es wird Zeit, dass sich privates Unternehmertum an die schwierige Thematik der Raumfahrt wagt. Es ist ein notwendiges Stück Normalität, auch diesen Bereich der Technik aus dem militärisch-staatlichen Bereich zu lösen und ihn in zivile Hände zu geben. Nur so kann durch den Druck des Marktes der Weg für unkonventionelle neue Wege geebnet werden, nicht unbedingt mit dem Ziel, die Raumfahrt "billig" zu machen, aber "preiswert(er)" wäre ein durchaus legitimes Ziel.
  • Nur eine Zapfsäule oder Lebensspuren?

    31.07.2008, T Papst
    Nun sind einige Kohlenwasserstoffe auf Titan festgestellt worden. In flüssiger Form schwappt also eine große Menge davon in Seen und Meeren mit starken Durchmischungen wegen der großen Gezeitenkraft Saturns.

    Da frage ich mich, als fleißiger SF-Leser und möchtegern-Astronom, ob dies dort nicht eine Grundlage für Leben auf Kohlenwasserstoff-Basis sein könnte.

    Immerhin finden sich in Erdöl durchaus lebende Organismen, warum also nicht auf Titan?

    Leider weiß ich nicht, wie lange der Titan die jetzt gefundenen Seen schon besitzt. Sind es "nur" wenige 100.000 Jahre oder sind es eventuell schon 3 Milliarden?

    Im letzteren Falle sollte wirklich über einen Lander nachgedacht werden, der nach Spuren von Leben suchen sollte.

  • "Innere" Planeten

    27.07.2008, Ulrich Borchert
    An zwei Stellen wird im Heft 8/2008 von Mars als einem inneren Planeten gesprochen, wohl deshalb, weil er zum Inneren des Sonnnensystems (erdähnlich) gerechnet wird. In der Literatur werden oft nur die Planeten Merkur und Venus als innere bezeichnet, weil innerhalb der Erdbahn liegend. Gibt es eine offizielle Sprachregelung?
    Antwort der Redaktion:
    Ja, nach der üblichen Terminologie sind innere Planeten solche, die innerhalb der Erdbahn laufen, also nur Merkur und Venus. Am Himmel sind sie z.B. dadurch ausgezeichnet, dass sie nie in Opposition zur Sonne kommen. Merkur bis Mars als physische Gruppe werden als terrestrische oder erdähnliche Planeten bezeichnet; als Gegensatz zu den Gasriesen Jupiter bis Neptun.



    Leserin Carola Basche aus Hamburg schreibt als Reaktion auf diese redaktionelle Antwort:

    "... Die Planeten innerhalb der Erdbahn (Merkur und Venus) nennt man auch 'Untere Planeten'. Die Planeten außerhalb der Erdbahn (Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) sind entsprechend die 'Oberen Planeten'. Diese beiden Begriffe werden aber selten gebraucht. ..."

    Wir bedanken uns für diesen Hinweis.
  • Endlichkeit des Kosmos

    24.07.2008, Helmuth Haack, Erlenweg 36, 25469 Halstenbek
    Wenn der Urknall vor einer endlichen Zahl von Jahren stattfand, und wenn die davonfliehenden Massen dies mit einer endlichen Geschwindigkeit taten, muss dann nicht der vom Hubble-Effekt bestimmte Kosmos von endlicher Größe sein?
    Antwort der Redaktion:
    Dieses Argument ist nicht stichhaltig, denn es geht davon aus, dass das Universum zur Zeit des Urknalls (oder, sagen wir, ganz kurz danach) ziemlich "klein", jedenfalls nicht unendlich groß war. Das wissen wir aber nicht. Dennoch hat das Argument einen wahren Kern: Wenn der Urknall vor einer endlichen Zahl von Jahren stattfand, dann ist der derzeit
    beobachtbare Kosmos von endlicher Größe.



    Wir können aus unserem heutigen Verständnis der kosmischen Expansion allerdings sehr sicher sagen, dass der Kosmos tatsächlich viel größer sein muss als sein derzeit überschaubarer Teil. Wenn nämlich nicht weit hinter dem heutigen "Horizont", der durch die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung gebildet wird, nur noch Leere käme, dann hätte die Hintergrundstrahlung kein Planck-Spektrum. Da ihr Spektrum aber sogar extrem präzise
    diese Form hat, müssen die Verhältnisse auch "dahinter" noch ein ganzes Stück weit sehr, sehr ähnlich sein.



    Das ist leider so ziemlich alles, was man aus wissenschaftlicher Sicht zu dem Thema Endlichkeit oder Unendlichkeit des Universums sagen kann. Die Allgemeine Relativitätstheorie - die derzeit beste Grundlage für eine mathematische Beschreibung des Kosmos - macht keine Aussagen über die Struktur des Universums als Ganzes. Weitergehende Theorien gibt es zwar (natürlich!), aber sie sind alle noch sehr spekulativ.
  • Entzerren eines Einsteinringes?

    22.07.2008, T. Papst, Göttingen
    Ist es möglich das Bild der (einstein-ring-)gelinsten Galaxie zu entzerren und so ein einigermaßen unverzerrtes Bild der entfernten Galaxie zu bekommen?
    Antwort der Redaktion:
    Einen kompletten (oder fast kompletten) Einsteinring kann man nicht wirklich entzerren. Das geht nur gut, wenn das Bild der Hintergrundgalaxie noch nicht völlig entstellt ist. Mehrfachbilder und Bögen, die bei nicht ganz so perfekter Anordnung der "Linse" und der "gelinsten" Galaxie auf der Sichtlinie entstehen, können dagegen ganz gut entzerrt werden. Das ist auch schon verschiedentlich gemacht worden. In der Galerie von 60 Bildern, auf die sich die Frage bezieht, ist eine Entzerrung für das Bild in der rechten unteren Ecke und für das fünfte Bild in der dritten Reihe leicht möglich. Ein
    extremes Beispiel einer Entzerrung, hart an der Grenze des Machbaren, wird im Astronomy Picture of the Day vom 28.7.2008 vorgestellt. Es handelt sich hierbei um das drittletzte Bild in der zweitletzten Zeile der Galerie.
  • Erratum: Abell, nicht Arp

    20.07.2008, Dr. Robert H. Schertler, A-5280 Braunau am Inn
    Im Text des Artikels "Teil der fehlenden Materie im Universum", SuW 07/2008, S. 25, wurden die Galaxienhaufen Abell 222 und 223 genannt, in der Abbildung werden sie dagegen als Arp 222 und 223 bezeichnet.

    Es handelt sich tatsächlich um die Objekte aus dem Abell Catalog of Rich Clusters of Galaxies von George Abell, der Text ist also richtig. Arp 222 befindet sich in Aqu, Abell 222 in Cet.

    Der Artikel behandelt ein faszinierendes Beispiel, wie subtile Messmethoden die Grundlagen unseres Weltverständnisses nachweisen können. Vielen Dank für die Berichterstattung, aktueller gehts kaum.
  • US-Raumfähren: wohin nach 2010?

    19.07.2008, Werner Seidlitz 85354 Freising Albert Sigismundstrasse 7
    Bis 2010 sollen die US-Raumfähren im Einsatz sein. Kommen die Shuttles dann in entsprechende Museen (z.B. Kennedy Space Center)?

    Wäre es denkbar dass eine Fähre nach Europa kommt, (z.B. Deutsches Museum, Flugwerft Oberschleissheim) oder sind solche Vorstellungen (Preis, Überführung) überhaupt nicht realisierbar ?

    Werner Seidlitz, Freising
    Antwort der Redaktion:
    Diese Fragen können wohl nur die NASA und die in Frage kommenden Museen beantworten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird man vermutlich weder von der einen noch von der anderen Seite eine klare Auskunft bekommen. Das Interesse der Öffentlichkeit ist sicher gegeben.
  • Internationales Jahr der Astronomie

    12.07.2008, Frank Wild, Sinzheim
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    da ich bisher in den Sterne und Weltraum Heften noch nichts darüber gelesen habe, möchte ich sie darauf aufmerksam machen, dass das Jahr 2009 offiziell von der UNESCO zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt wurde. Über eine Berichterstattung in diese Richtung würde ich mich freuen.
    Sie erhalten auch weitere Informationen auf:
    www.astronomy.org

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Wild
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Wild,

    vielen Dank für den Hinweis! Einen ersten Bericht über das Internationale Jahr der Astronomie 2009 hatten wir in unserer April-Ausgabe gebracht: SuW 4/2008, S. 100. In dem Maße, wie uns geplante Aktivitäten für 2009 bekannt werden, werden wir darüber berichten (wie z.B. "Österreichs Bahn wirbt für Jahr der Astronomie" in SuW 7/2008, S. 119). Auch auf unserer Homepage greifen wir das Thema auf. Für unsere Zeitschrift "Sterne und Weltraum" haben wir zahlreiche spezielle Artikel in Vorbereitung.


    Die Website des deutschen Knotens des Internationalen Astronomiejahrs befindet sich gerade im Aufbau und ist unter www.astronomie2009.de zu erreichen. Dort werden alle geplanten Veranstaltungen in Deutschland aufgelistet.



    Mit freundlichen Grüßen

    Ihre SuW-Redaktion
  • Exoplaneten gegen Bedeckungsveränderliche

    25.06.2008, Klaus Hagemeyer, Leverkusen
    Seit Urzeiten der Astronomie sind veränderliche Sterne bekannt, und viele davon sind sog. Bedeckungsveränderliche. Das heisst, zwei Komponenten umkreisen sich gegenseitig, und wenn einer den anderen bedeckt, sieht der Stern dunkler aus. Bei Exoplaneten ist das genauso. Und wie bei Bedeckungsveränderlichen sieht man immer nur einen unterschiedlich hellen Lichtpunkt. Wann ist so ein Ding nun ein altväterlicher Bedeckungsveränderlicher und wann ein sensationelles Exoplaneten-System?
    Antwort der Redaktion:
    Ein Bedeckungsveränderlicher ist es auch im Falle eines Exoplaneten-Systems, denn er ändert periodisch seine Helligkeit durch Bedeckung. Der Unterschied liegt alleine in der Masse des Begleiters, die aber nicht aus der Lichtkurve, sondern aus der Radialgeschwindigkeitskurve des Systems abgeleitet wird. Ist der Begleiter unter 80 Jupitermassen, dann ist er kein Stern, sondern ein Brauner Zwerg. Ist er sogar unter 13 Jupitermassen (diese Zahl ist noch ein wenig in der Diskussion, wenn Sie also mal 12 oder mal 14 lesen, dann stören Sie sich nicht daran), dann ist er auch kein Brauner Zwerg, sondern ein Planet.
  • Was genau ist Plasma?

    21.06.2008, Martin Wittwer, Bad Liebenzell
    Wie genau ist Plasma zu definieren und was sind seine Eigenschaften/Besonderheiten?
    Antwort der Redaktion:
    Ein Plasma in der Physik - und damit in der Astronomie - ist ein Gas, das nicht aus elektrisch neutralen Atomen und Molekülen besteht, sondern (zumindest zu einem merklichen Teil) aus geladenen Teilchen, also Elektronen und Ionen.
    Ein Plasma verhält sich in vielerlei Hinsicht anders als ein neutrales Gas wie z.B. Luft. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass ein Plasma heftig auf elektrische und magnetische Felder reagiert, und diese umgekehrt auch sehr stark beeinflussen kann.

    So gibt es in einem Plasma zusätzlich zu Schallwellen noch andere Arten von Wellen, z.B Alfven-Wellen, bei denen die Magnetfelder involviert sind. Sie breiten sich mit einer anderen Geschwindigkeit und in einer anderen Weise aus als reine Schallwellen. Elektrische Felder dagegen können in Plasmen kaum eindringen, sie werden an der Oberfläche von einer Ladungsschicht "ausgeglichen".

    Die für die Astronomie wichtigsten Besonderheiten sind wohl die Fähigkeit, Magnetfelder zu erzeugen, und die Kopplung der Gasbewegung an die Bewegung von Magnetfeldern bzw. umgekehrt. Dies ist das sogenannte "Einfrieren" von Magnetfeldern in Plasmen.

    Die Wissenschaft von den inneren Eigenschaften der Plasmen heisst Plasmaphysik, die ihres dynamischen Verhaltens Magnetohydrodynamik. Mehr Information findet man in Büchern über diese beiden Fachgebiete und in Wikipedia unter "Plasma" und verwandten Stichworten.

    Plasma wir oft als der vierte Aggregatzustand bezeichnet, neben Festkörpern, Flüssigkeiten und (neutralen) Gasen. Man kann jedes Material in ein Plasma umwandeln, indem man es hinreichend stark erhitzt, mit starker ionisierender Strahlung durchflutet oder starken elektromagnetischen Feldern aussetzt.
  • Wieso überhaupt Dopplereffekt?

    08.06.2008, Armin Ulrich, Berlin
    Wenn sich das Universum ausdehnt, stellt sich für mich die Frage, wieso wir bei fernen Galaxien einen Doppler-Effekt sehen. Die Galaxien müßten eigentlich "ortsfest" sein, der Raum zwischen ihnen müßte sich dehnen.

    Vielen Dank im Voraus für eine Erklärung.
    Antwort der Redaktion:
    Richtig, die kosmologische Rotverschiebung ist kein Dopplereffekt. Die Wellenlängenänderung des Lichts entsteht direkt durch die Raumdehnung, nicht durch eine Bewegung der Objekte gegenüber dem Raum. Die von uns an der Erde beobachtete Wellenlänge ist gegenüber der an einer weit entfernten Galaxie abgesandten Wellenlänge um genau den Faktor vergrößert, um den sich in der Zwischenzeit zwischen Emission und Absorption des Lichts der Raum ausgedehnt hat.

    Allerdings ist auf kurzen Distanzen (sagen wir bis zu hundert Millionen Lichtjahren) diese Rotverschiebung auch als Dopplereffekt interpretierbar: Wenn Sie heute und in einigen hundert Millionen Jahren die Entfernung zu der selben Galaxie messen wuerden, dann wuerde die Entfernungszunahme genau zu der beobachteten Rotverschiebung passen, wenn sie eine Dopplerverschiebung wäre. Diese Gleichheit (und die Überlagerung der kosmologischen Rotverschiebungen mit zusätzlichen Dopplerverschiebungen durch die Bewegungen der Galaxien) macht die Sache kompliziert und führt immer wieder zu unzulässigen Vereinfachungen und zu Missverständnissen.
  • Andromeda und Milchstraße

    04.06.2008, Gerhard Schnieders, Bergisch Gladbach
    Ich habe gelernt, dass seit dem Urknall - setzen wir dieses Szenario mal als gegeben voraus - alle Materie auseinanderstrebt und sich alles voneinander entfernt. Das wird immer wieder mit dem Doppler-Effekt erklärt und begründet. Wie kann es aber dann sein, daß die Andromeda-Galaxis sich auf unsere Milchstraße zubewegt und beide sich in 4 oder 5 Milliarden Jahren die Hand reichen können?
    Antwort der Redaktion:
    Der Ausgangspunkt der Frage ist richtig, die Frage also berechtigt. Die Antwort
    ist im Grundsatz sehr einfach: Die Milchstraße und die Andromeda-Galaxis
    (bzw. die minimalen Verdichtungen in der Ursuppe nach dem Urknall, aus
    denen sie entstanden sind) waren schwer genug und einander nahe genug,
    dass die gegenseitige Schwerkraft die anfängliche Auseinanderbewegung
    inzwischen umkehren konnte. Letztlich ist es das selbe, was einen Stein,
    den Sie hochwerfen, nach einer gewissen Zeit mit der Erde "zusammenstossen"
    lässt. In kleinen Bereichen des Universums konnte die Expansion im Laufe von Jahrmilliarden umgekehrt werden, im Großen und Ganzen expandiert es weiterhin.
  • Frage zum Galaxiszentrum

    01.06.2008, Martin Wittwer, Bad Liebenzell
    Nach neuesten Erkenntnissen befindet sich im Galaxiszentrum ein supermassives schwarzes Loch. Meine Frage ist, ob tatsächlich alle Materie, die auf den Spiralarmen existiert, durch dessen Gravitation in Richtung des Zentrums "wandern" und schlussendlich in dessen Singularität gezogen wird.
    Antwort der Redaktion:
    Die Antwort auf diese Frage ist ein klares Nein. Praktisch die gesamte Materie der Milchastraße läuft auf Bahnen um das Zentrum, die sehr weit von diesem entfernt verlaufen. Nur Sterne im inneren Bereich, die durch enge Begegnung mit anderen Massen (z.B. Sternen oder Molekülwolken) stark abgelenkt werden, können in sehr seltenen Fällen in das Schwarze Loch fallen. Ebenso kann Gas durch den Zusammenstoß mit anderen Gaswolken oder durch die innere Reibung im Gas in das Schwarze Loch strömen. Aber das ist sehr, sehr wenig im Vergleich zum gesamten Material der Milchstraße. In den bisherigen 10 Milliarden Jahren sind grade mal ein tausendstel Prozent der Masse der Milchstraße aufgesammelt worden.
  • Gewogen und für zu leicht befunden...

    28.05.2008, R. Glaenzel, Petersberg
    In einem Artikel der SuW-Astronews (28.5.2008, No. 957583) wird festgestellt, dass die Milchstraße nur halb so massereich sei wie bisher angenommen.

    Seit rund 20 Jahren haben die immer besser werdenden Daten der verschiedenen Durchmusterungen und Satellitendaten Widersprüche in den Bewegungsdaten von Sternen, Galaxien und Galaxienhaufen aufgezeigt, welche Dunkle Materie, Dunkle Energie als überwiegenden Anteil des „wiegbaren“ Universums notwendig machen, um die fehlende Masse mit den Daten in Übereinstimmung bringen zu können. Dass wir nur von rund 3% dessen was da als Masse zu existieren scheint, eine Vorstellung haben, weil wir sie direkt oder indirekt beobachten können, ist für die Forschung eine Herausforderung, auch den Rest für uns fassbar zu machen. Es wird spannend bleiben bis neue Versuche, wie z.B. im Large Hadron Collider, unser Wissen über die Bausteine des Universums erweitern oder mit anderen Theorien der Mangel an Masse erklärt werden kann. Vielleicht fehlt uns bisher auch nur das Verständnis für eine andere Art von Physik des Universums, wo keine weiteren Massen notwendig sind, um die beobachteten Bewegungsdaten zu erklären.
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