Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Titelbild

    28.10.2007, Holger Leuz, Regensburg
    Die aktuelle Ausgabe hat mir wieder besonders gut gefallen, insbesondere wegen des neuen Layouts und der reichen Bebilderung.
    Aber eine Sache hat mir an dem Heft ganz und gar nicht gefallen, nämlich das Titelbild.
    Es ist ja üblich, den gekrümmten Raum der Allgemeinen Relativitätstheorie durch verbogene Koordinatennetze zu visualisieren – so weit alles OK. Aber was soll durch diesen platinenartigen technischen Untergrund unter dem Koordinatennetz dargestellt werden? Und die durch Wellenlinien visualisierten Photonen bewegen sich auch noch außerhalb der Koordinatenebene, was überhaupt keinen Sinn ergibt, will man das Bild als Visualisierung eines wissenschaftlichen Sachverhalts begreifen.
    Bei dem Titelbild kann man leider überhaupt nicht mehr von einer künstlerischen Repräsentation eines astrophysikalischen Objekts bzw. Sachverhalts sprechen und dieses Bild liegt weit unter dem wissenschaftlichen Niveau der Zeitschrift.
    Antwort der Redaktion:


    Sehr geehrter Herr Leutz,



    mit Ihren Kritikpunkten haben Sie sämtlich Recht. Das Motiv gehört eigentlich zu einem Beitrag, der „Schwarze Löcher im Labor“ behandeln sollte. Dieser ist aus Platzgründen jedoch auf eine künftige Ausgabe geschoben worden.



    Wir haben uns dennoch für diese Illustration als Titelbild entschieden, da sie unserer Ansicht nach das eindrucksvollste Motiv darstellt. Und das ist die wichtigste Funktion der Titelseite: am Kiosk oder in der Buchhandlung die Aufmerksamkeit des Gelegenheitskäufers auf sich zu ziehen. Die „korrekte Physik“ muss da leider zurückstehen.



    Leider ist das oft ein Manko der Illustrationen, die von den Raumfahrtagenturen oder Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden – sie sind immer nur bis zu einem gewissen Grad realistisch. Gewisse Aspekte können bildlich oft nicht adäquat umgesetzt werden und wir sind stets nach besten Kräften bemüht, unseren Lesern die passendste und ansprechendste Bebilderung eines Sachverhalts zu liefern.



    Herzliche Grüße von der Kurpfalz in die Oberpfalz,

    Oliver Dreissigacker
  • Schwarze Löcher

    24.10.2007, K. Helmken, Bremen
    Liebe Redaktion,

    als Abonnent Ihrer Zeitschrift möchte ich Sie zu der neuen Inhaltsausrichtung beglückwünschen!

    Beim Lesen Ihres Schwerpunktthemas "Schwarze Löcher" erfuhr ich, dass Materie, die in ein Schwarzes Loch stürzt, aus der Sicht eines entfernten Beobachters nie den Ereignishorizont überschreitet. Dieser Effekt ergibt sich aus der Relativitätstheorie. Die Vorstellung von Schwarzen Löchern als "Materiefresser", die "alles verschlingen", müsste demnach falsch sein - vielmehr sollten Schwarze Löcher Materie "einfrieren". Kann ein Schwarzes Loch überhaupt an Masse gewinnen, wenn doch nichts hingelangen kann?

    Zusätzlich stellte sich mir noch eine Frage: Sie schreiben, dass aus der Sicht eines Außenstehenden die Materie, die auf ein Schwarzes Loch zustürzt, niemals den Ereignishorizont überschreitet, dass aber der Übertritt des Ereignishorizonts aus Sicht der hineinfallenden Materie gar nicht "bemerkt" werde. Müsste nicht aber - aus der Position der hineinfallenden Materie betrachtet - die Zeit im restlichen Universum immer schneller und mit dem Erreichen des Ereignishorizontes unendlich schnell verlaufen? "Erlebt" die hineinfallende Materie somit das Ende aller Zeiten?

    Vielen Dank für eine Antwort!

    Mit freundlichen Grüßen,

    K. Helmken
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Helmken,



    ich freue mich über Ihr Interesse an "Astronomie heute" - und auch darüber, dass Ihnen unsere neue Ausrichtung gefällt.



    Ihre Überlegungen sind richtig - aus unserer Sicht fällt nichts in ein Schwarzes Loch hinein. Es rast darauf zu, wird dabei aber immer langsamer und bleibt schließlich am Ereignishorizont stehen. Aber das ändert nichts daran, dass Schwarze Löcher als "Vernichtungsmaschinen" wirken: Alles, was in sie stürzt, verlieren wir (wegen der immer größer werdenden Rotverschiebung) irgendwo vor dem Ereignishorizont aus den Augen. Und damit ist es für uns weg, obwohl es den Ereignishorizont nicht passiert hat. Vielleicht passt der Begriff "einfrieren" hier wirklich besser; Schwarze Löcher wurden ja früher auch als "gefrorene Sterne" bezeichnet.



    Sie fragten auch: "Müsste nicht aber - aus der Position der hineinfallenden Materie betrachtet - die Zeit im restlichen Universum immer schneller und mit dem Erreichen des Ereignishorizontes unendlich schnell verlaufen?"


    Ja, natürlich, das ist das Zwillings-Paradoxon: Der Raumfahrer, der mit annähernd Lichtgeschwindigkeit unterwegs war, ist nach seiner Rückkehr jünger als sein Bruder, der auf der Erde zurückgeblieben ist. Der Bruder ist also aus seiner Sicht schneller gealtert als er selbst. Dieser Effekt wird umso krasser, je näher Sie der Lichtgeschwindigkeit kommen. Im Extremfall, wenn Sie die Lichtgeschwindigkeit erreichen, wird Ihre so genannte Eigenzeit gleich Null: Die relativistische Zeitdehnung wird unendlich groß, das Universum altert aus Ihrer Sicht unendlich schnell. Sie könnten auf diese Weise also tatsächlich das "Ende aller Zeiten" erleben (wobei das die Frage aufwirft, was Zeit eigentlich ist - eine der großen Fragen der Physik).



    Ich wünsche Ihnen viel Spaß weiterhin mit "Astronomie heute"!



    Viele Grüße,
    Frank Schubert
  • Ode an ein Schwarzes Loch

    21.10.2007, Annette Ohlerich, Marienhöher Weg 19, 12105 Berlin
    Ein so unglaublich gutes, mit faktisch fundiertem Hintergrundwissen, verfasstes Gedicht habe ich selten aber dennoch mit großem Vergnügen genossen.
    Danke dafür
    Gruß von Annette Ohlerich
  • WALLpaper vermisst

    21.10.2007, Horst Thiel, Bad Driburg
    Ich möchte das Wallpaper Schwarzes Loch runterladen, doch wo ist es?
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Thiel,



    durch einen Fehler wurden die Wallpaper im Content Management System nicht frei geschalten.



    Seit ein paar Minuten sind sie aber verfügbar.



    Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. Dre.
  • Logikfehler?

    20.10.2007, Peter Gisder, Bindlach
    Hallo,

    ich habe Ihre Geschichte nicht ganz nachvollziehen können. Wie kann die Kronos, die sich außerhalb des Einflußbereichs des Schwarzen Loches befindet, Signale oder gar Fotos ihrer Sonde empfangen, die mit einer Relativgeschwindigkeit nahe c und entsprechender Zeitdilatation auf das Schwaze Loch zustürzt? Da hätte es doch statt der aus "extrem widerstandsfähigen Nanomaterialen" gebauten Sonde ein einfacher Sack Müll auch getan ... ;-)

    Viele Grüße

    Peter Gisder
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Gisder,



    Der Kontakt zwischen der Kronos und der Sonde bliebe doch bis kurz vor dem Ereignishorizont bestehen. Natürlich würde die Rotverschiebung dabei immer größer und die Signal-Übertragungsgeschwindigkeit immer kleiner. Je näher die Sonde dem Horizont käme, desto schwächer und niederfrequenter würde ihr empfangenes Signal auf dem Raumschiff und desto weniger Information könnte pro Zeiteinheit zwischen Sonde und Raumschiff übermittelt werden. Irgendwann käme man an eine praktische Grenze: Dann würde die Signalintensität so gering, dass die Messgeräte nichts mehr registrierten – und die Übertragungsgeschwindigkeit so klein, dass kaum noch etwas übermittelt werden könnte.


    Wo diese Grenze läge, hinge von vielen Dingen ab: Von der Frequenz, auf der die Sonde sendet, von der verwendeten Informations-Komprimierung, von den Sende- und Empfangsgeräten, von den Störquellen etc. Auf solche technischen Dinge wollte ich in meinem Artikel nicht eingehen, es ging mir darum, den Sturz in ein Schwarzes Loch prinzipiell darzustellen. Ob der Kontakt zur Sonde 300, 30 oder 3 Kilometer vor dem Loch abreißt, ist dabei zweitrangig; es ändert nichts an den prinzipiellen Phänomenen des Sturzes (also: dem Gezeiteneffekt und der relativistischen Zeit-Dehnung).


    Ich habe in meinem fiktiven Artikel den Kontakt zur Sonde erst wenige Kilometer vor dem Horizont abreißen lassen, um 1. das Wachsen der Gezeitenkräfte und der Sturzgeschwindigkeit zu verdeutlichen, 2. damit wir die einmaligen Bilder nutzen können, die von der Arbeitsgruppe Ruder (Astrophysik, Uni Tübingen) berechnet wurden.



    Ich wünsche Ihnen viel Spaß weiterhin mit "Astronomie heute"!



    Viele Grüße,


    Frank Schubert
  • Entfernung des Orionnebels

    11.10.2007, Arne Lindengard, Schweden
    Auch K. M. Menten et al. haben mit dem VLBA die Entfernung bestimmt: 414 Parsec (1350 Lichtjahre). Weitere Info in Astronomy & Astrophysics, Vol. 474, S. 515-520.
  • Einem Lichtstrahl entgegen

    11.10.2007, Wolfgang Issleib, Köln
    Bei rotierenden Galaxien, denen man auf die Kante schaut, hat man für die auf uns zukommende Hälfte Blauverschiebungen und für die »fliehende« Hälfte Rotverschiebungen feststellen können. Umkehrung: Bewegung hin auf einen Lichtstrahl ergibt also eine Blauverschiebung. Frage: Wie schnell muss sich ein Gegenstand auf einen Lichtstrahl (z.B. weiß leuchtender Stern) zu bewegen, damit dieses Licht dann der Wellenlänge von Gammastrahlen entspricht? Habe keine Formel bzw. Informationsquelle gefunden.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Issleib,


    das ist ganz wunderbar beschrieben bei Wikipedia unter »Dopplereffekt«,
    siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Doppler-Effekt. Formel hernehmen, f auf
    die linke Seite bringen, dort das Frequenzverhältnis, das Sie wollen,
    einsetzen (z.B. 1 Million, wenn Sie ein Photon aus dem sichtbaren Frequenzbereich, 1 eV, auf eine Energie im Gammabereich, 1 MeV, bringen wollen), Formel nach v oder v/c auflösen. Fertig.

    Oder – noch einfacher – aus einer Extrapolation des dort gezeigten Bildes
    zu dem von Ihnen gewünschten Faktor ablesen. Für ganz große Faktoren
    ist übrigens der Wert einfach gleich der Wurzel aus 2 c/(c-v).


    Herzliche Grüße,

    Ihr Leserbriefredakteur, Ulrich Bastian
  • Heroes

    11.10.2007, Manfred Holl, Hamburg
    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Ich habe die gestrige erste Folge auch gesehen, war aber ehrlich gesagt, wenig begeistert. Dass jemand teleportiert, ohne dass andere es bemerken, ist ebenso unwahrscheinlich und dass auch die anderen "Mutantenfähigkeiten" nur von wenigen bemerkt wurden (z.B. Zusammenprall der Cheerleaderin mit dem Spieler, sie dreht den Kopf, aber nur ihr Freund sieht es), ist alles sehr unglaubwürdig.

    Nach den fast zwei Stunden (mit Werbung ...) habe ich mich gefragt: Was will uns dieser Film nun sagen. Na ja, zu meinen Favoriten wird die Serie nicht gehören.

    Viele Grüße

    Ihr

  • Heroes

    10.10.2007, Piero Grumelli, Schweiz
    Stimmt, wir Schweizer hatten viel Glück. Darum hab ich es auch angesehen und ich finde, das einschalten lohnt sich (für alle, die auf den Dauerwerbesender RTL2 zurückgreifen müssen: Mein Beileid).

    Und auch wenn ich Star Trek Fan bin: ich habe es nicht wegen Quinto angeguckt ;)
  • Zurücksehen bis zum Urknall

    05.10.2007, David
    Die Wissenschaft bemüht sich ja schon seit langem, mit großen und modernen Teleskopen bis zum Urknall zurückzuschauen, das sind ja
    ungefähr 14 Milliarden Lichtjahre. Und hier habe ich ein riesiges Verständnisproblem: Unsere Milchstraße ist doch auch vor rund 14 Milliarden Lichtjahre durch den Urknall entstanden. Und nun soll es möglich sein, i.P. die Geburt der eigenen Milchstraße zu sehen, in dem man quasi in die Vergangenheit schaut? Wenn ich 14 Milliarden Jahre zurücksehe, heißt das doch, daß das Licht 14 Milliarden Jahre benötigt hat »vom Urknall« bis zu der Stelle zu gelangen, wo sich unsere Milchstraße gerade befindet. Aber unsere Milchstraße befand sich vor 14 Milliarden Jahren dort, wohin wir nun zurückschauen. Und mit Lichtgeschwindigkeit ist sie ja sicherlich nicht dahin gekommen, wo sie sich nun befindet. Folglich müßte sie ja mit einer Geschwindigkeit dorthin gekommen sein, die größer wäre als die Lichtgeschwindigkeit, damit es möglich ist, den Urknall und somit die Entstehung der eigenen Milchstraße zu sehen.

    Ich hoffe, mein Verständnisproblem ist irgendwie verständlich geworden.

    Viele Grüße
    David
    Antwort der Redaktion:
    Lieber David,



    Ihre Überlegung ist richtig. Wir können nicht die Entstehung unserer
    eigenen Milchstraße beobachten. Was wir wirklich wollen, ist die
    Entstehung anderer Milchstraßen zu beobachten, die weit genug von unserer entfernt sind, dass das Licht aus der Zeit ihrer Entstehung gerade heute bei uns ankommt.

    Die Hoffnung ist natürlich, dass diese anderen zur gleichen Zeit und in der gleichen Weise entstanden sind wie unsere, so dass wir daraus indirekt etwas über die Entstehung unserer Milchstraße lernen.



    Herzliche Grüße,

    Ihr Leserbriefredakteur Ulrich Bastian
  • Kräfte in den Lagrange-Punkten

    26.09.2007, Donald Wiss, Rümlang (Schweiz)
    Beantwortung des Leserbriefs von Herrn Ch. Wiedemair in SuW 10/2007:

    Bei einer Beurteilung der Kräftesituation in den Lagrange-Punkten ist es ganz entscheidend, dass Klarheit herrscht über das Koordinatensystem, auf das man sich bezieht. Es muss eindeutig zwischen ruhenden oder mitbewegten Bezugssystemen unterschieden werden. Dann hängt alles Weitere vom Standort des Betrachters ab.

    Herr Wiedemairs Argumente sind richtig, wenn man sich in einem ruhenden, nicht-rotierenden Bezugssystem (Inertialsystem) befindet, also z.B. in einem heliozentrischen Koordinatensystem, dessen Achsenrichtung gegenüber dem Fixsternhimmel unverändert bleibt. Darin verändert die Erde mit ihren Lagrange-Punkten laufend ihren Aufenthaltsort, beschreibt also eine (nahezu) kreisförmige Umlaufbahn um die Sonne. Hier sind tatsächlich einzig und allein die Gravitationskräfte von Sonne und Erde wirksam.

    In meinem Leserbrief in SuW 7/2007 wird die ganze Sache aber in einem rotierenden, also mitbewegten Bezugssystem (Relativsystem) betrachtet, in welchem die Erde und ihre Lagrange-Punkte unbeweglich und scheinbar kräftefrei sind. Damit aber die von Herrn Wiedemair angesprochenen Newtonschen Prinzipien in Bezug auf ein Inertialsystem auch wirklich erfüllt sind, verlangt die klassische Mechanik, dass bei Verwendung rotierender Bezugssysteme zusätzliche »Scheinkräfte der Relativbewegung« zwingend mitberücksichtigt werden, d.h. im vorliegenden Fall also die Zentrifugalkraft (bei relativer Bewegung käme auch noch die Corioliskraft hinzu).

    Es stellt sich nun die berechtigte Frage, warum jemand überhaupt auf die Idee kommt, ein rotierendes Koordinatensystem zu verwenden, statt sich auf ein feststehendes Inertialsystem zu beschränken, in welchem solche Scheinkräfte überhaupt nicht auftreten würden. Der Grund liegt darin, dass sich viele mathematische Probleme im rotierenden System wesentlich einfacher lösen lassen. So erlaubt diese Sichtweise z.B. die Bestimmung des Abstandes der Lagrange-Punkte vom Erdmittelpunkt lediglich auf Grund sehr einfacher Gleichgewichtsbedingungen.

    Leserinnen und Lesern, denen ein Disput über ruhende und rotierende Bezugssysteme etwas verwirrend und zu theoretisch vorkommt, möchte ich Folgendes empfehlen:

    Beobachten Sie bei einer sich bietenden Gelegenheit einmal die Flugbahn der Internationalen Raumstation ISS und verfolgen Sie deren Fortbewegung in Bezug auf die quasi stillstehenden Sterne. Damit betrachten Sie jetzt die ISS für kurze Zeit praktisch von einem Inertialsystem aus. Dabei ist Ihnen bewusst, dass dieselbe Anziehungswirkung, die Sie selbst an die Erde bindet – eben die Gravitation – auch das bewegte Objekt da oben beeinflusst und dieses in eine Satellitenbahn um die Erde zwingt. Von Ihnen aus gesehen sind keinerlei weitere Kräfte mit im Spiel.

    Nun schließen Sie die Augen und erinnern sich an einen irgendwann schon gesehenen Videobeitrag aus der Tagesschau, welcher die Besatzung an Bord der ISS – oder auch einer Raumfähre – zeigte. Jetzt befinden Sie sich im Geiste bei den Raumfahrern in einem mitbewegten Bezugssystem (Relativsystem). Erinnern Sie sich, wie die Besatzungsmitglieder scheinbar »schwerelos« in der Kabine herumschweben? Diese spüren weder die Erdanziehung, noch werden sie wie in einem Karussell nach aussen gezogen, obschon sich ihr Raumfahrzeug in Wirklichkeit mit hoher Geschwindigkeit auf einer Kreisbahn bewegt. Was für die Besatzung gilt, trifft auch auf das ganze Raumfahrzeug zu: Es scheint kräftefrei im Raum stillzustehen, während die Erde darunter und die Sterne darüber vorbeiziehen. Dies ist aber alles nur möglich, weil bei dieser Betrachtungsweise die Erdanziehung durch eine scheinbare Kraft – eben die Zentrifugalkraft – aufgehoben wird.

    Analoge Überlegungen gelten für die Lagrange-Punkte, mit dem Unterschied, dass hier die Gravitationswirkung von zwei Quellen (Sonne und Erde) ausgeht.
  • Nachbargalaxie?

    23.09.2007, Florian aus München
    Liebes SuW-Team,
    wenn ich mir M 31 anschaue (wie schön wäre es, das in drei Milliarden Jahren nochmal zu tun :) ) und mit dem Milchstaßenband vergleiche, muss ich Euch Astronomen (»M31 ist unsere Nachbargalaxie«) echt bewundern:
    Wie können wir sagen, dass sich hinter dem breiten Milchstraßenband nicht eine noch nähere Galaxie befindet, mit der wir vielleicht gerade schon kollidieren? So richtig durchschauen in der interessanten Frequenz geht ja nicht, oder?
    Würden wir im Sonnensystem überhaupt etwas merken, wenn M 31 schon da wäre – außer einem genialen Sternenhimmel?

    Herzliche Grüße
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Florian,


    also einen solchen Brocken wie M 31 können wir aussschließen. Der wäre bei den Radio-Durchmusterungen der Milchstraßenscheibe schon vor langer Zeit aufgefallen. Kleinere Galaxien kann's hinter der undurchsichtigen Scheibe (bzw. auch IN der Scheibe!) durchaus noch unentdeckte geben. Es ist ja gerade mal ein paar Jahre her, dass im Schützen die Sagittarius-Zwerggalaxie entdeckt wurde, die von uns aus gesehen hinter dem Kern gerade den jenseitigen Rand der Scheibe »durchschlägt« und dabei zerrissen wird. Das ist immerhin ein Brocken in der Größenordnung der Magellanschen Wolken, und trotzdem wirklich nicht leicht zu erkennen.


    Dem Sonnensystem passiert auch bei einem ganz großen Zusammenstoß erst mal gar nichts. Auch zweimal so viele Sterne wie die Milchstraße stehen immer noch sehr, sehr dünn im Raum. Allerdings könnte das Leben auf der Erde unter der Vielzahl von Supernovae zu leiden haben, die nach einiger Zeit entstehen, wenn der Zusammenstoß der Gasmassen der beiden beteiligten Galaxien eventuell einen großen Schwall von Sternentstehung hervorruft.


    Herzliche Grüße,

    Ihr Leserbriefredakteur Ulrich Bastian
  • SciFi

    21.09.2007, A. Weitzmann, Wien
    Sehr geehrtes Redaktionsteam!

    Als Abonnent ihrer geschätzten Zeitschrift, sah ich der Änderung des Erscheinungsbildes und Konzeptes mit gemischten Gefühlen entgegen.
    Über das Design kann man streiten. Jedoch die Aufnahme von SciFi in das Spektrum findet meinen tiefsten Beifall.
    Vor dem ersten Gedanken, stand der erste Traum.
    Und wie wäre Entwicklung bis Grundlagenforschung möglich, ohne Vision?
    Gratulation zu diesem sicher nicht umstrittenen Entschluß.
    mfg
  • AH seit September

    19.09.2007, Simon Jungermann
    Ich muss sagen, dass ich bisher keine Astronomie Heute in den Händen gehalten habe, in der ich fast alle Artikel gelesen habe. Das hat sich seit der Septemberausgabe geändert. Wäre da nicht der negative Beigeschmack des Titels "Killer-Asteroid", würde ich dem Magazin volle Punktzahl geben.

    Die Science Fiction hat eine höhere Priorität als zuvor, dennoch ist sie, von der Menge her, dezent eingebracht und überschattet nicht die wissenschaftliche Seite; ganz im Gegenteil, beide Bereiche ergänzen sich sogar. Einfach toll!
  • Fantastisch

    17.09.2007, Heinrich Wördemann, Detmold
    Es macht Freude, wenn die menschlichen Errungenschaften dazu eingesetzt werden, über Grenzen zu gehen, ohne zu schaden. Ich muss oft an die Kreationisten denken, die ja bekanntlich glauben, dass die »Welt« nicht älter als einige Tausend Jahre ist. Aber das ist ein anderes Thema.
    Doch nun ein Blick in die Geschehnisse während der letzten vier Milliarden Jahre!
    Die großen Krater kommen ja wohl von Kollisionen mit anderen Himmelkörpern, denke ich. Und der Mond wurde danach entweder immer wieder vom Saturn eingefangen – oder kommt womöglich von außerhalb unseres Sonnensystems?

    Faszinierend!
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Wördemann,


    ja, die Krater stammen von Kollisionen mit anderen Himmelskörpern, jedoch nicht von so großen, dass Saturn den Iapetus danach wieder einfangen musste. Keiner der Stöße hätte Iapetus aus seiner Bahn entfernt. Da es sich bei Iapetus außerdem um einen der sog. regulären Monde des Saturn handelt (er läuft in der Äquatorebene des Planeten, im gleichen Rotationssinn wie der Planet), ist er wohl zusammen mit Saturn an Ort und Stelle entstanden und nicht eingefangen. Aber auch die sog. irregulären Monde der großen Planeten, die in der Tat eingefangen sind, stammen nicht von außerhalb des Planetensystems, sondern aus dem Planetoidengürtel, aus dem Kuiper-Gürtel oder eventuell teilweise auch aus der Frühzeit des Sonnensystems, als es noch einzelne Planetesimale in den gravitativen Einzugsbereichen der heutigen großen Planeten gab.

    Unser Erdmond ist beim Zusammenstoß eines großen Planetesimals mit der jungen Erde entstanden.


    Herzliche Grüße, Ihr Leserbriefredakteur

    Ulrich Bastian
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