Wir befinden uns im Saturnsystem, in der Nähe des Monds Titan. Es ist der 14. Januar 2005: Gemächlich umläuft der planetengroße Himmelskörper seinen Mutterplaneten, wie schon seit mehr als viereinhalb Milliarden Jahren. Eine Dunstschicht in der dichten Gashülle verwehrt im sichtbaren Licht jeglichen Blick auf die feste Oberfläche, der Mond schwebt wie eine strukturlose orangegelbe Kugel im All (Abb. 1). Plötzlich leuchtet grell eine violette Spur in der Atmosphäre auf und bewegt sich rasend schnell über die Kugel. Findet gerade ein Meteorit sein feuriges Ende? Nein, weit gefehlt: Eine hochkomplexe Technik erlebt hier ihre Premiere. Die in Europa gebaute Raumsonde Huygens ist mit der rasanten Geschwindigkeit von fünf Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre des Saturnmonds eingetreten (Abb. 2). Sie wird nun innerhalb kurzer Zeit rabiat abgebremst…