Seit Urzeiten schauen die Menschen zum gestirnten Himmel, und seit dem Aufkommen religiöser und staatlicher Organisationen geben sie einen kleinen Prozentsatz ihres Bruttosozialprodukts für astronomische Anbetungs- oder Beobachtungsprojekte aus. Das Interesse der Menschen an den Fragen nach ihrer Herkunft und dem Schicksal ihres Planeten im Weltraum ist auch heute ungebrochen. Vor vierhundert Jahren hat Galilei zum ersten Mal mit einem Teleskop zum Himmel geschaut. Seither sind die Teleskope durch den technischen Fortschritt immer größer und leistungsfähiger geworden, und in den letzten zwanzig Jahren hat der Teleskopbau wieder einmal einen ungeahnten Aufschwung genommen: Heute reichen die besten Instrumente fast bis zum Urknall. Der Brückenbau dagegen ist eine uralte handwerkliche Kunst, die nichts mit Selbst- oder Welterkenntnis zu tun hat, sondern mit den praktischen Fragen des täglichen Lebens. Der erste brückenbauende Urmensch legte einen Baumstamm über einen Bach, um seiner Familie die Beschwernis nasser, kalter Füße zu ersparen. Alexander der Große eroberte mit Hilfe seines brückenbauenden Geniekorps Indien, die Römer erfanden die steinerne Bogenbrücke und erhoben den obersten Brückenwart zum Pontifex Maximus. Was hat der Brückenbau mit Teleskopen zu tun? Nun, ich selbst entwickelte mich im Laufe meines beruflichen Werdegangs vom studierten Brücken- zum ausführenden Teleskopbauer, was eine Querbeziehung nahelegt….