RUTHENIUM

Symbol: Ru
Kategorie: Übergangsmetalle
Ordnungszahl: 44

Relative Atommasse: 101,07
Schmelzpunkt: 2583 K
Siedepunkt: 4173 K
Dichte: 12,45 g cm-3
Elektronegativität: 1,4
Ionisierungsenergie: 7,37 eV
Konfiguration: [Kr] 4d7 5s
Oxidationszahlen: 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, 0, -2
Atomradius: 134 pm
Ionenradius: 77 pm (+3); 65 pm (+4)

Der nachfolgende Artikel ist dem Lexikon der Chemie entnommen.

Ruthenium, Symbol Ru, chem. Element aus der VIII. Nebengruppe des Periodensystems, der Untergruppe der leichten Platinmetalle zugehöriges Edelmetall; Z 44, Atommasse 101,07, Wertigkeit maximal VIII, ferner II bis VII, 0, -II, D. 12,45 g cm-3, F. 2450 °C, Kp. 4150 °C, elektrische Leitfähigkeit 14,9 Sm/mm2, Standardelektrodenpotential (Ru/Ru2+) +0,45 V.

Eigenschaften
R. ist ein hexagonal kristallisierendes, silberweißes und sprödes, gegenüber chem. Agenzien sehr widerstandsfähiges Metall. Säuren greifen es in Abwesenheit von Luftsauerstoff nicht an. Beim Erhitzen von R. im Sauerstoffstrom bilden sich die Rutheniumoxide RuO4 und RuO2. Mit Chlor reagiert R. bei Rotglut zu Ruthenium(III)-chlorid RuCl3. In oxidierenden Alkalischmelzen - MOH/ M2O2 oder MOH/MNO3 - löst sich R. unter Bildung von Ruthenaten(VI) M2RuO4. Charakteristisch für R. sind die leichte Bildung und hohe Beständigkeit des Tetroxids, die Existenz des Hexa-, Penta- und Tetrafluorids sowie die Neigung zur Ausbildung oktaedrischer Komplexe des 2- und 3wertigen Metalls.

Analytisches
Zum Nachweis von R. nutzt man Bildung und Flüchtigkeit von Ruthenium(VIII)-oxid RuO4. Durch dessen Absorption in konz. Salzsäure erhaltene rotbraune Lösungen erleiden bei Zinkzugabe eine charakteristische Farbänderung nach Dunkelblau.

Vorkommen
R. ist am Aufbau der Erdkruste mit etwa 10-7 % beteiligt, es gehört zu den seltenen Metallen und tritt als Begleiter des Platins auf (Platinmetalle). Das sehr seltene Mineral Laurit RuS2 ist ein Homologes des Pyrits.

Gewinnung
R. wird als Nebenprodukt bei der Platinherstellung gewonnen (Platinmetalle). Anfallende Lösungen, die R. z.B. als Kaliumruthenat(VI) K2[RuO4]·H2O oder als Kaliumhexachlororuthenat K3[RuCl6] enthalten, werden unter Zusatz kräftiger Oxidationsmittel, wie Chlor oder Kaliumpermanganat, destilliert, entweichendes RuO4 wird durch Salzsäure absorbiert und das durch Kristallisation erhaltene Ammonium-hexachlororuthenat mit Wasserstoff bei 800 °C zu R. reduziert.

Verwendung
R. dient zur Herstellung von Präzisions-Schichtwiderständen und Temperaturmeßgeräten. Es wird als härtender Bestandteil von Platin- und Palladiumlegierungen (Platinlegierungen) verwendet und Titanlegierungen zulegiert.

© Spektrum Akademischer Verlag



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