OSMIUM

Symbol: Os
Kategorie: Übergangsmetalle
Ordnungszahl: 76

Relative Atommasse: 190,2
Schmelzpunkt: 3318 K
Siedepunkt: 5300 K
Dichte: 22,61 g cm-3
Elektronegativität: 1,5
Ionisierungsenergie: 8,7 eV
Konfiguration: [Xe] 4f14 5d6 6s²
Oxidationszahlen: 8, 6, 5, 4, 3, 2, 1, 0, -2
Atomradius: 135 pm
Ionenradius: 67 pm (+4); 81 pm (+3)

Der nachfolgende Artikel ist dem Lexikon der Chemie entnommen.

Osmium, Symbol Os, chem. Element aus der VIII. Nebengruppe des Periodensystems, der Untergruppe der schweren Platinmetalle zugehöriges Edelmetall; Z 76. Atommasse 190,2, Wertigkeit maximal VIII, ferner N bis VII, 0, -II, D. 22,61, F. 3050 °C, Kp. 5020 °C, elektrische Leitfähigkeit 11,7 Sm/mm2, Standardelektrodenpotential (Os/Os2+) + 0,85 V. Seinen Namen erhielt Osmium wegen des durchdringend riechenden Osmium(VII)-oxids (osme, griech.: Geruch).

Eigenschaften von Osmium

O. ist ein sehr hartes, sprödes, blaugraues, in hexagonal dichtester Kugelpackung kristallisierendes Metall, das durch hohe Dichte, Schmelz- und Siedepunkt charakterisiert ist. Bemerkenswert ist seine leichte Oxidierbarkeit zu Osmium(VIII)-oxid OsO4. Bereits bei Raumtemperatur reagiert Osmiumpulver langsam mit Luft zu OsO4, die Oxidation läuft bei erhöhter Temperatur sehr lebhaft ab, wobei vor allem OsO4, bei hoher Temperatur und niedrigem Sauerstoffdruck auch Osmium(VI)-oxid OsO3 gebildet wird. Oxidierende Alkalischmelzen überführen O. in Osmate(VI). Fluor und Chlor reagieren mit O. oberhalb 100 °C zu den verschiedenen Osmiumhalogeniden. In der Hitze verbindet sich Osmiumpulver lebhaft mit Schwefel und Phosphor. Mit den anderen Platinmetallen bildet O. leicht Legierungen. O. und sein leichtes Homologes Ruthenium zeichnen sich vor den anderen Elementen der VIII. Nebengruppe durch die Fähigkeit aus, mit den stabilen Tetroxiden MO4 die Wertigkeitsstufe +VIII zu verwirklichen, auch Osmium(VI)-Verbindungen, z.B. Osmium(VI)-fluorid OsF6 und die Osmate(VI), sind recht beständig. Von Bedeutung sind ferner Osmium(IV)-Verbindungen, während oktaedrische Osmium(III)- und Osmium(II)-Komplexe wesentlich seltener als entsprechende Ruthenium- oder gar Eisenverbindungen auftreten. Die Oxidationsstufen 0 und -II sind in den Osmiumcarbonylen bzw. in Osmiumcarbonylwasserstoff realisiert. Für Nachweis und Abtrennung von O. nutzt man die Bildung des flüchtigen OsO4.

Vorkommen und Gewinnung
O. ist am Aufbau der Erdkruste mit etwa 10-6 % beteiligt. Es kommt als Begleiter des Platins vor und tritt in isomorphen Mischungen mit Iridium in den Mineralen Sysserskit (Iridosmium) und Newjanskit (Osmiridium) auf. Es wird gemeinsam mit den anderen Platinmetallen gewonnen. In den dabei anfallenden Aufschlußlösungen liegen im allg. Osmate(VI) vor, die durch Einwirkung starker Oxidationsmittel in OsO4 übergeführt werden. Dieses wird abdestilliert und direkt kondensiert oder durch Alkalilauge unter Osmatbildung absorbiert. Die Reduktion zum Metall erfolgt z. B. mit Natriumborhydrid.

Verwendung von Osmium

O. wird in Form seiner Legierungen mit anderen Platinmetallen vielseitig verwendet (Platinlegierungen). Früher wurden Glühfäden von Metallfadenlampen aus O. hergestellt.

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