TELLUR

Symbol: Te
Kategorie: Nichtmetalle
Ordnungszahl: 52

Relative Atommasse: 127,6
Schmelzpunkt: 722,7 K
Siedepunkt: 1263 K
Dichte: 6,25 g cm-3
Elektronegativität: 2,0
Ionisierungsenergie: 9,009 eV
Konfiguration: [Kr] 4d10 5s² 5p4
Oxidationszahlen: 6, 4, 2, -2
Atomradius: 143,2 pm
Ionenradius: 97 pm (+4); 56 pm (+6)

Der nachfolgende Artikel ist dem Lexikon der Chemie entnommen.

Tellur, Symbol Te, chem. Element aus der VI. Hauptgruppe des Periodensystems, der Sauerstoff-Schwefel-Gruppe, Halbmetall; Z 52, Massenzahlen der natürlichen Isotope 120 (0,089 %), 122 (2,46 %); 123 (0,87 %), 124 (4,61 %), 125 (6,99 %), 126 (18,71 %), 128 (31,79 %), 130 (34,48 %), Atommasse 127,60, Wertigkeit IV, II, VI, Härte nach Mohs 2,5, D. 6,25 g cm-3, F. 452 °C, Kp. 1390 °C, Standardelektrodenpotential (Te2-/Te) -0,92 V.

Eigenschaften von Tellur

Von T, ist eine amorphe, braune Form und nur eine kristalline Modifikation, das hexagonale, silberweiß glänzende, spröde, metallische T. bekannt. Die Kristallstruktur des letzteren entspricht der des grauen, metallischen Selens. Der goldgelbe Tellurdampf besteht hauptsächlich aus Te2-Molekülen. Als Halbmetall hat T. nur eine geringe elektrische Leitfähigkeit, die beim Belichten etwas - aber deutlich weniger als bei Selen - ansteigt. Bevorzugte Oxidationszahlen des T. sind -2, +4 und +6. Mit Wasserstoff reagiert T. bei Einwirkung elektrischer Entladungen zu Tellurwasserstoff TeH2. Die Halogene wandeln T. in Tellurhalogenide der Zusammensetzung TeX2, TeX4 und TeX6 um. An der Luft verbrennt es zu Tellurdioxid TeO2. Starke Oxidationsmittel, wie Chlorsäure oder Natriumperoxid, überführen T. in Tellursäure H6TeO6 bzw. in Tellurate MInH6-nTeO6. Die intensive Rotfärbung, die bei der Auflösung von T. in konz. Schwefelsäure beobachtet wird, ist auf die Bildung von Te42+-Kationen zurückzuführen.

Tellur und seine Verbinungen sind giftig. Besondere Vorsicht ist beim Umgang mit Tellurwasserstoff geboten (Selen, Selenwasserstoff).


Analytisches zu Tellur

Der qualitative Nachweis erfolgt in schwefelsaurer Lösung als rotes Te42+.

Vorkommen von Tellur

T. gehört zu den sehr seltenen Elementen; am Aufbau der Erdkruste ist es mit 2·10-7 % beteiligt. In der Natur kommt es gelegentlich elementar, zusammen mit seinen Homologen Schwefel und Selen, vor. Daneben tritt es in Form von Telluriden, z.B. als Silber- und Bleitellurid, sowie als Tellurdioxid in einigen seltenen Mineralen auf.

Gewinnung von Tellur

Wichtigstes Ausgangsmaterial ist der bei der Kupferraffination anfallende Anodenschlamm, der neben entsprechenden Seleniden geringe Anteile Kupfer-, Silber- und Goldtellurid enthält. Anfallendes Tellurdioxid TeO2 wird elektrolytisch zum Element reduziert, das ebenso wie das unmittelbar gefällte T. elektrolytisch oder durch Destillation gereinigt wird.

Verwendung von Tellur

T. wird als Bestandteil von Kupferund Bleilegierungen angewendet. Einige Telluride, z.B. Bismut- und Bleitellurid, haben eine gewisse Bedeutung in der Halbleitertechnik.

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