Mit dem Argument "Wer nicht hören will, muss fühlen!" könnte man auch Fotos von hingerichteten Politikern im Bundestag aufhängen, um die (gelegentlich) dort Anwesenden auf ihre - offensichtlich nicht immer bewusste - Verantwortung für das Volk aufmerksam zu machen.
Spaß beiseite: Auch mir war nach kurzem Überlegen klar, dass nicht "aktuelle Organspender" zusätzlich noch ihr Konterfei zum Wohle der "mobilen Bevölkerung" der Deutschen Verkehrswacht zur Verfügung gestellt haben.
Aber was soll das? Auch unter einer rot-grünen Bundesregierung war es nicht möglich, ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen einzuführen.
Und wer bitte soll es denn dann tun?
Die nächste "(grün)-schwarz-gelbe" oder "rot-rote" Regierung etwa? Eines dürfte doch klar sein: Ein Tempolimit, selbst in einer moderaten "130-km/h-Variante", wird in unserem Automobil produzierenden "Transitland" nicht durchsetzbar sein. Und so lange sich daran nichts ändert, gilt der (meiner Meinung nach) dumme Spruch: "Freie Fahrt für freie Bürger!"
Da hilft es auch nicht - in bewährter Manier - eine "imaginäre" Gruppe auszugucken und für jeden Unfalltoten auf der Autobahn verantwortlich zu machen.
Es müssen neue (!) Konzepte her!
Mein Vorschlag ist eine Erweiterung des Konzepts der Richtgeschwindigkeit:
Man ersetzt das Tempolimit durch eine Richtgeschwindigkeit von z.B. 130 km/h (darf gerne auch noch etwas weniger sein). Wer diese Geschwindigkeit fährt, darf überholen. Wer nicht, muss eben hinter den inzwischen fast mehrheitlich 100 km/h fahrenden Lkw auf "seine Gelegenheit" warten. Im Gegenzug hat der schneller Fahrende die Pflicht, einen mit Richtgeschwindigkeit fahrenden Pkw - ohne zu drängeln - überholen zu lassen.
Kurz zusammengefasst muss sich jeder - ganz gemäß dem §1 der Straßenverkehrsverordnung - mit Gasgeben (zum Überholen) oder durch Abbremsen (um das Überholen zu ermöglichen) so verhalten, dass keiner unnötig behindert ... usw. wird.
Als ziemlich vorsichtiger Fahrer fühle ich mich von keiner Kampagne dieser Art angesprochen, aber was mich ärgert, ist der Moment der Ablenkung, den dieser Blödsinn erzeugt. Gefährlich wird es, wenn viel Text auf diesen nervtötenden Plakaten steht. Dann kann die Ablenkung nämlich zu lange dauern und beispielsweise zu einem Auffahrunfall führen.
Es ist völlig gleichgültig, wie solche Kampagnen gestaltet werden. Kein Raser wird sich angesprochen fühlen. Das Wort rasen ist nämlich nahezu bedeutungslos, weil jeder es anders definiert. Die dümmste Definition ist die, die an Überschreitungen von Geschwindigkeitsbegrenzungen festgemacht wird. Wenn jemand in einer auf 50 km/h begrenzten Zone auf einer breiten übersichtlichen Straße einen mit 35 km/h dahinschleichenden Vordermann überholt, dann ist es in der Regel sinnvoll, das mit 70 km/h zu tun, weil das den Überholvorgang verkürzt und somit die Unfallwahrscheinlichkeit senkt.
Wenn aber jemand auf einer ebenfalls mit 50 km/h begrenzten engen kurvenreichen Straße bei Glätte diese 50 ausfährt, dann ist das Leichtsinn. Trotzdem wird der Erstere als Raser bezeichnet, der zweite nicht. Der Verkehrssicherheit dient man am besten, wenn man diesen ganzen Kampagnenquatsch ersatzlos streicht und die Mittel Sinnvollerem zuführt.
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1. "Wer nicht hören will, muss fühlen!"
06.10.2008, Andreas Geist, EngelskirchenSpaß beiseite: Auch mir war nach kurzem Überlegen klar, dass nicht "aktuelle Organspender" zusätzlich noch ihr Konterfei zum Wohle der "mobilen Bevölkerung" der Deutschen Verkehrswacht zur Verfügung gestellt haben.
Aber was soll das? Auch unter einer rot-grünen Bundesregierung war es nicht möglich, ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen einzuführen.
Und wer bitte soll es denn dann tun?
Die nächste "(grün)-schwarz-gelbe" oder "rot-rote" Regierung etwa? Eines dürfte doch klar sein: Ein Tempolimit, selbst in einer moderaten "130-km/h-Variante", wird in unserem Automobil produzierenden "Transitland" nicht durchsetzbar sein. Und so lange sich daran nichts ändert, gilt der (meiner Meinung nach) dumme Spruch: "Freie Fahrt für freie Bürger!"
Da hilft es auch nicht - in bewährter Manier - eine "imaginäre" Gruppe auszugucken und für jeden Unfalltoten auf der Autobahn verantwortlich zu machen.
Es müssen neue (!) Konzepte her!
Mein Vorschlag ist eine Erweiterung des Konzepts der Richtgeschwindigkeit:
Man ersetzt das Tempolimit durch eine Richtgeschwindigkeit von z.B. 130 km/h (darf gerne auch noch etwas weniger sein). Wer diese Geschwindigkeit fährt, darf überholen. Wer nicht, muss eben hinter den inzwischen fast mehrheitlich 100 km/h fahrenden Lkw auf "seine Gelegenheit" warten. Im Gegenzug hat der schneller Fahrende die Pflicht, einen mit Richtgeschwindigkeit fahrenden Pkw - ohne zu drängeln - überholen zu lassen.
Kurz zusammengefasst muss sich jeder - ganz gemäß dem §1 der Straßenverkehrsverordnung - mit Gasgeben (zum Überholen) oder durch Abbremsen (um das Überholen zu ermöglichen) so verhalten, dass keiner unnötig behindert ... usw. wird.
Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?
2. Ablenkung durch Kampagnen
06.10.2008, Fritz Kronberg, RondeshagenEs ist völlig gleichgültig, wie solche Kampagnen gestaltet werden. Kein Raser wird sich angesprochen fühlen. Das Wort rasen ist nämlich nahezu bedeutungslos, weil jeder es anders definiert. Die dümmste Definition ist die, die an Überschreitungen von Geschwindigkeitsbegrenzungen festgemacht wird. Wenn jemand in einer auf 50 km/h begrenzten Zone auf einer breiten übersichtlichen Straße einen mit 35 km/h dahinschleichenden Vordermann überholt, dann ist es in der Regel sinnvoll, das mit 70 km/h zu tun, weil das den Überholvorgang verkürzt und somit die Unfallwahrscheinlichkeit senkt.
Wenn aber jemand auf einer ebenfalls mit 50 km/h begrenzten engen kurvenreichen Straße bei Glätte diese 50 ausfährt, dann ist das Leichtsinn. Trotzdem wird der Erstere als Raser bezeichnet, der zweite nicht. Der Verkehrssicherheit dient man am besten, wenn man diesen ganzen Kampagnenquatsch ersatzlos streicht und die Mittel Sinnvollerem zuführt.